Gedanken eines Lesers

Vergangene Woche hatte ich mit Blick auf die Zahlen des IWF festgestellt, dass ich mich immer wieder frage, wozu ich diesen Blog eigentlich noch betreibe. Einige Kommentatoren haben darauf hin aufmunternd geschrieben, es wäre doch ganz gut, eine alternative Stimme zu finden. Vielen Dank dafür.
Schon einige Zeit vor diesem Kommentar hatte mir ein Leser eine Mail geschrieben, die ich aus Zeitgründen nicht sofort beantworten konnte. Ich gebe den Text nachfolgend wieder, weil er meine Sicht der Welt gut trifft und auch zusammenfasst, warum es sich lohnt, weiter aufklärerisch zu wirken oder aber zumindest Fragen aufzuwerfen, denn Antworten habe ich auch nicht immer.
Hier also die Zuschrift und danach meine kurze Antwort:
Hallo Herr Dr. Stelter,
 
ich lese Ihren Blog immer gerne. Gerade sitze ich im Flugzeug und ich erlaube mir einfach mal Ihnen ein paar Gedanken von mir mitzuteilen. Vielleicht können Sie damit etwas anfangen, vielleicht auch nicht.
 
Genauso wie Sie, obwohl ich im Gegensatz zu Ihnen nicht immer alle Details wirklich verstehe bzw. alle Zusammenhänge nicht immer exakt begründen kann, nehme ich die Entwicklungen in den letzten Jahren mit ansteigendem Unverständnis bis Entsetzen zur Kenntnis.
 
Die in Ihrem Blog beschriebenen Probleme der Verschuldung, des EUR und der Migration teile ich. Ich habe aber seit einiger Zeit und jetzt verstärkt das Gefühl, dass wir uns von einer anderen Seite dem Crash oder wie auch immer man dies nennen soll, immer schneller nähern.
 
M. E. ist das Kriegsverlangen auf der Welt und auch im Westen auf ein extremes Niveau angestiegen, sodass wir, wenn wir nicht aufpassen, schneller vor einem (Welt-?) Krieg oder etwas Ähnlichem stehen, welcher mit einem Schlag auch die Finanz- und Wirtschaftswelt hinwegfegen kann. Erschreckend nehme ich zur Kenntnis, wie Willens der Westen ist, in einem Krieg in Syrien und damit auch gegen Russland und Iran einzusteigen und wie es auf einen internationalen Showdown in Syrien hinausläuft zwischen all den Mächten weltweit. USA / Europa gegen Russland, Israel gegen Iran, Saudi-Arabien wechselseitig momentan eher gegen Iran und die Türkei will in dem Machtspiel ebenso mitmachen. Daneben spitzt sich auch die Situation zwischen den USA und China weiter zu.
 
Die Weltmächte merken, dass wir vor einer Wende stehen und insbesondere der Westen aufgrund der Überbevölkerung/Migrationsbewegungen, der Überschuldung, des Finanzsystems etc. nicht mehr so weitermachen kann. Daneben greift China immer stärker nach der Weltmacht, Russland will wieder als stark wahrgenommen werden und auch die Türken, Iraner und andere sind dabei sich zu positionieren. Ebenso Frankreich und England, die momentan ja eher in der Bedeutungslosigkeit verschwinden. Der Weltkuchen ist gerade dabei neu verteilt zu werden.
 
Und Deutschland … Deutschland hat m. E. am wenigsten begriffen, was momentan eigentlich los ist und lässt sich mehr oder wenger willenlos von anderen Großmächten einspannen und wird am Ende der große Verlierer sein bzw. als Depp und Sündenbock dastehen, wenn wir die Zeche aus Handelsprotektionismus, Flüchtlingsbewegungen, Haftungsunion und fehlendem internationalen Einstehen unser eigenen Interessen zahlen.
 
Es scheint mir, dass wir uns wieder dunklen Zeiten in Europa annähern, die man in Europa gar nicht mehr kennt und dementsprechend auch total unvorbereitet auf eventuelle kriegerische Veränderungen ist.
 
Das macht mir Angst. Es scheint aber fast so, dass der Auslöser für gigantische Verwerfungen im sozialen, politischen und finanziellen Bereich nicht eine wirtschaftliche Rezession/Depression ist, sondern dass dies vorher schon durch kriegerische Auseinandersetzungen herbeigeführt wird und demzufolge schneller passieren kann, als man sich vorstellt.
 
Dies einfach nur als kleines Brainstorming von mir ohne Anspruch auf Vollständigkeit und Richtigkeit.
bto: Ich teile diese Sicht der Welt. Auch ich verstehe immer weniger, weshalb der Westen es darauf ansetzt zu zündeln. Die Zweifel wurden erneut gestützt, als ich die verschiedenen Geschichten zum Giftgasanschlag in Duma hörte. War es nun einer oder war es eine geschickte Inszenierung? Auch der Konflikt mit Russland ist mir nicht so recht klar. Angesichts der demografischen Entwicklung kann selbst Putin den Niedergang nicht stoppen. Gepaart mit der schlechten wirtschaftlichen Lage, wird Russland zunehmend zu einer Provinz Chinas werden. Sollten wir da nicht aus eigenem Interesse anders handeln.
David Stockman hat in seiner „Contra Corner“ ausführlich diskutiert, wie sich die USA militärisch aufstellen und auch gefragt, ob und wozu man so viel in das Militär stecken  muss. Dort fand ich dann auch folgende Zahlen, die ich zumindest interessant finde:
„(…) speaking of Germany, why is it that its modest $60 billion defense budget amounts to only 1.5%of GDP if Russia—-with a defense budget of $46 billion—is some kind of expansionist military threat? The Germans clearly don’t believe it and see Russia as a vital market for exports and as a source of supply for natural gas, other natural resources and food stuffs. Besides, with a GDP of $4 trillion or nearly 3X Russia’s $1.6 trillion GDP, Germany could more than handle its own defenses if Russia should ever become foolish enough to threaten it.“ Letzteres glaube ich zwar nicht, aber die Zahlen zeigen doch, dass Russland eine große Blase ist, aber keineswegs die Kraft, die uns demnächst überrollt.
Auf jeden Fall gibt es genug Themen für bto und ich freue mich auf die Fortsetzung der Diskussion auf diesen Seiten. Vielen Dank an den Leser für diese E-Mail.
113 Kommentare
  1. Christoph jacob sagte:

    Bei all der korrekt wiedergegebenen Kritik an Russlands Wirtschaft sollte man trotzdem erwähnen, dass trotz aller Embargos die wirtschaftliche Situation Russlands gar nicht so schlimm ist und z.b. die staatsVerschuldung bei 17% liegt. Ich lehne mich mal etwas aus dem Fenster und sage Deutschlands und Europas Zukunft liegt eher im Osten als im Westen. Osten heisst natürlich auch oder insbesondere asien. Die deutsche und europäische Politik sollte sich darauf einstellen

  2. Volltrance sagte:

    Wer bitte verlangt in der Welt und speziell im Westen nach Krieg (gegen wen)?

    Sie können sich aber schon noch – ggf. mit Hilfe des Internets – daran erinnern, wie es hier in den 70er und 80er Jahren war und vergleichen?

    Ansonsten eben das übliche Geschreibsel von jemand, für den das Glas eher halb leer ist.

    Vor diesem Hintergrund ist es sehr verwunderlich, daß sich derjenige in ein Flugzeug begeben hat.

  3. Jaques sagte:

    Ach was so ein paar Stellvertreterkriege gab es doch schon immer.
    Der Westen will eben nicht völlig tatenlos in Syrien zusehen, was man verstehen kann falls wirklich Chemiewaffen zum Einsatz kommen.
    Das daraus wirklich ein großer Krieg erwachsen könnte ist doch Unsinn. Der „Krieg“ wird doch heutzutage schon längst anders geführt: wirtschaftlich. Das ist der deutlich angenehmere Weg seinen Einfluss auszubreiten, was insbesondere China ja tut. Die hätten sich doch letztens fast bei einem deutschen Netzbetreiber eingekauft! Zudem ist die russische Armee völlig marode, genau wie du Bundeswehr, aber die Russen wären völlig irre wenn die gegen den gesamten europäischen Kontinent vorgehen würden. Warum sollte China so einen Unsinn unterstützen?

    Die größte Problematik ist und bleibt die unkontrollierte Migration, in spätestens 10 Jahren werden wir Europa komplett abgeschottet vorfinden. Weil es nicht anders geht.

  4. Klaus Samer sagte:

    „weshalb der Westen es darauf ansetzt zu zündeln.“ Sehr geehrter Dr. Stelter wie kommen Sie angesichts der Fakten zu dieser Einschätzung ? „Der Westen“ hat nicht die Krim annektiert, führt keinen Krieg, inklusive Besatzung mit irregulären Truppen in der Ukraine, hat über der Ukraine kein Zivilflugzeug abgeschossen, stützt nicht den Schlächter und Chemiewaffenverwender Assad,
    Er führt auch keine Giftanschläge gegen ehemalige Bürger in fremden Staaten unter Inkaufnahme ziviler Opfer und damit Giftanschläge auf Bürger souveräner Staaten durch und wer bitte sollte sonst ein Interesse an der Tötung des ehemaligen russischen Spions haben ?

    Er führt auch keine großräumigen Manöver mit 300.000 Mann an der Grenze zu Russland durch, so wie die Russen an der Grenze zu den baltischen Staaten.

    Russland greift in Wahlen ein (siehe gemeinsame Erklärung der amerikanischen Sicherheitsdienste), greift in Deutschland Server des Parlaments an und betreibt Cyberkrieg und
    trollt durch westliche Foren.

    Die einzig richtige Antwort kommt darauf, kommt derzeit leider fast ausschließlich aus den USA, wobei Trump eher der Getriebene der eigenen Partei sein dürfte, er hat ja sonst eher entgegengesetzte Interessen.

    Die einzig richtige Haltung gegenüber Russland ist die Verstärkung der Rüstungsausgaben aller NATO Staaten, insbesondere Deutschlands. Die Wiederbelebung der Diskussion um nukleare Gefechtsfeldwaffen seitens der USA, vormals NATO Strategie gegen eine massive konventionelle Bedrohung durch die russische Armee, ist bedauerlich aber folgerichtig.

    Putin hält den Westen für schwach und dekadent, die einzig richtige Antwort ist s.o.

    Mir ist ein neuer kalter Krieg lieber als das unverantwortliche Gefasel der F.D.P. und LInken sic ! Man müsse Putins Seele streicheln und ihn an den G7 Tisch zurückholen. Was für ein Schwachsinn ! Gewalt und Aggression muss sich wieder lohnen , wie überaus erbärmlich !

    Darauf zu warten das Putin auf Grund der Demographie die Mittel ausgehen ist wohl eher die schlechtere Strategie. Ein nächste weltweite Rezession wird sein Regime wohl eher nicht überleben und diese wird unweigerlich kommen.

    Es ist schon witzig das ausgerechnet ein SPDler nämlich Herr Maas versteht was Russland unter Putin für den Westen bedeutet. Leider ein schwaches Gegenwicht gegen die bezahlten (Schröder) und nicht bezahlten Putinversteher in Deutschland die leider in der Mehrheit sind.

    • Ondoron sagte:

      Von wem werden Sie denn bezahlt? Das meinen Sie wohl noch ernst! Entsetzlich! Wirklich nur widerlichste Propaganda. Mir wird geradezu schlecht beim Überfliegen.

      Zum Glück gibt es andere Stimmen. Zum Glück gibt es die alternativen Medien (selbstverständlich alles Putin-Trolle). Dass Sie die Chuzpe haben, Ihr seichtes Geschwurbel hier hineinzusetzen, zeigt Ihr grenzenloses Unverständnis. Da braucht man auch nicht mit Argumenten zu kommen – sie wollen ohnehin nicht.

      • Ondoron sagte:

        Herr Samer, Sie schwadronieren den Blödsinn aus der SZ, dem SPIEGEL, der TAZ und anderen Propagandaschleudern.
        Haben Sie Thomas Barnett gelesen? Brzezinski? Kennen Sie die Wolfowitz-Doktrin? Sagt Ihnen der Golf von Tonkin etwas? Die Brutkastenlüge? Die Lusistania? Haben Sie was gelesen zum „nation building“ von der RAND-Corporation? Nein? Nichts davon bekannt? Kennen Sie Mackinder? Nein? Nichts davon?
        Sie verbreiten hier nur Meinungen ohne jeglichen Beweis, ohne Futter. Wissen Sie, was „social engineering“ ist? Oder dazu noch „political engineering“? Oder für die Foristen hier im Blog spannend das, was die Zentralbanken machen, nämlich „financial engineering“?

        Kennen Sie die ganzen NGOs und deren Motive? Nein, wieder Fehlanzeige? Schon klar. Aber wir leben in der besten Demokratie, die „westlichen Werte“, die wir verteidigen. Dabei sind wir auf dem Weg in die Knechtschaft, eine neue Diktatur, die von Figuren wie Ihnen profitieren wird. Diese ganzen Mitläufer – das hatten wir schon häufiger.

        Herr Samer, wie wissen nichts! Und Sie wissen noch nicht mal, dass Sie nichts wissen. Worüber soll ich mich mit Ihnen unterhalten? Es ist zwecklos, wenn jemand Aufgetischtes als Wahrheit gierig internalisiert ohne eigene Neugier.

        Für die Neugierigen, hier ein lesenswerter Beitrag, der die Diskussion fördert:
        https://www.zerohedge.com/news/2018-04-30/russia-really-americas-no-1-enemydepending-who-america

        Im übrigen ist der verlinkte Beitrag auch für Sie, Herr Dr. Stelter, lesenswert, da Sie immer ausführen, dass Sie nicht wüßten, was die Protagonisten treibt. Der Tellerrand ist so nah. Man muss nur den Kopf heben.

    • Christoph jacob sagte:

      Das ist m.e eine sehr einseitige und z.t sachlich schlicht falsche Sichtweise, da der Westen ebenso wie Russland eine lange Tradition der völkerechtswidrigen (kriegerischen) Einmischung und destabilisierung und provokation hat. So ein Kommentar liest man täglich in allen Zeitungen und es ist schlicht viel zu einseitig und auch beängstigend. Länder wie die Türkei und Saudi-Arabien werden gelobt, letztere sogar als sich gerade Öffnendes Land beschrieben, was aus eigener Erfahrung komplett absurd ist und Iran Russland werden mit Embargos belegt von denen gerade wir betroffen sind. Die Chinesen und grosse Teile der Welt inklusive Indien und Russland arbeiten gerade an Der Neugestaltung der seidenstrasse und nur die USA und wir sind nicht dabei.

      • Carsten Pabst sagte:

        Sehr geehrter Herr Jacob,
        das Deutschland an der Neugestaltung der Seidenstraße nicht beteiligt ist, entspricht nicht der Wahrheit.
        Die Infrastrukturprojekte der Seidenstraße werden über viele Quellen finanziert, z.B.: Silk Road Fund, 40 Milliarden US- Dollar, dahinter steht die State Administration of Foreign Exchange, die China Investment Corporation, die Export- Import Bank of China und die China Development Bank. 50 Milliarden kommen von der Asian Infrastucture Investment Bank (AIIB). An dieser Bank sind über 57 Nationen beteiligt, darunter auch Deutschland. Somit ist die BRD indirekt an OBOR beteiligt und diese wird als Reaktion auf die im Jahr 2011 angekündigte „pivot to Asia“ Strategie der Regierung Obama gesehen. Zu ihr gehört, neben der Transpazifischen Partnerschaft (TPP) der USA die Stationierung von 60 Prozent der amerikanischen See- und Luftstreitkräfte im Ausland in Asien zu stationieren. Insofern ist es nicht verwunderlich, das die USA an OBOR nicht beteiligt sind und auch kein Interesse hegen. Geopolitik eben.
        Freundliche Grüße
        Carsten Pabst

    • Fala sagte:

      Sehr geehrter Herr Samer,

      zu allem gibt es halt immer mehrere Sichtweisen:

      1. Wurde nicht in der Ukraine zuerst der demokratisch gewählte, russlandfreundliche Präsident mit massiver Unterstützung der USA gestürzt?

      2. Schauen Sie sich mal die Bewertung des Syrienkriegs durch Ganser bei Youtube an.

      3. Bei den Giftschlaganschlag an den ehemaligen russischen Spion – was soll Russland davon haben?

      4. Bei den Giftgasanschlägen in Syrien – warum soll Assad so dumm sein, so etwas zu machen? Ich frage mich zudem, warum wir trotz Satelliten etc. keinen klaren Bilder von dem Giftgasanschlag bekommen?

      5. Schauen Sie sich mal die Expansion der Nato an – wurde auch in einer „Die Anstalt“-Sendung problematisiert.

      6. Recherchieren Sie mal, wie die Wahl Jelzins vom Ausland manipuliert wurde oder wieviel westliche „NGO“ in Russland und wieviele russische NGO z.B. in den USA tätig sind.

      7. Lesen Sie mal einschlägige Literatur zur Rolle des CIA bei diversen Putschen.

      8. Denken Sie an Powell wie er vor der UN ein Röhrchen hochhält mit angeblichen Giftgas aus dem Irak…

      9. Wer hat Frau Merkels Handy abgehört?

      Ich bin weit davon entfernt Putin vorbehaltlos zu vertrauen. Aber die Sichtweise Russland/Putin böse und der Westen/USA gut passt m.E. einfach nicht.

      LG

      • Klaus Samer sagte:

        Sehr geehrte/e ,
        1. Sie meinen wahrscheinlich den Vasallen Putins der vor seiner eigenen Bevölkerung nach Russland fliehen mußte.

        2. Was hatte Russland davon einen ehemaligen Agenten mit Polonium zu vergiften ? Späte Rache vielleicht ?

        3. Hat er schonmal und das hat ja bekanntlich dazu geführt :
        http://www.spiegel.de/politik/ausland/giftgas-aus-syrien-usa-melden-zerstoerung-der-chemiewaffen-a-986816.html Da bin ich mal gespannt wie sie erklären warum Herr Assad solche Bestände überhaupt hatte.

        Im Übrigen hat ein ehemaliger Entwickler von Nowitschok richtig gesagt Chemiewaffen richten sich immer gegen die Zivilbevölkerung und nicht gegen das gut geschützte Militär.

        4. Der NATO tritt man freiwillig bei und wird nicht beigetreten wie durch Russland , siehe Krim.Und Entschuldigung eine linke Satiresendung als „seriöse“ Quelle ? Da sieht man nur wie nah sich rechts und links im Applaus für Unfreiheit sind.

        Zu Herrn Ganser der gilt vorwiegend in rechten Kreisen als seriös.

        Den Rest Ihrer „Argumentation“ bezeichnet man in den USA als whataboutism. Wird übrigens gern von Trump betrieben und heißt deshalb so weil jedesmal wenn man ihm was vorwirft er nicht Stellung dazu bezieht sondern mit „what about …. “ davon abzulenken versucht.

        Was in den Internetforen über die letzten Jahre immer wieder in Bezug auf Russland und Trolle auffällt, ist das immer gleiche Schema erst antwortet einer mit wütendem Geschrei, kurz danach kommt jemand um die Ecke und versucht das Ganze auf die vermeindlich „sachliche“ Ebene zu ziehen.

        Das ganze wird dann garniert mit vermeindlichen Größen der Deutschen Politik oder Presse als Kronzeugen wir Gerhard Schröder (wird von Putin bezahlt), oder wie letztens Frau Krone Schmalz die hier nur noch Leute kennen die so alt sind wie ich oder noch älter und die anscheinend durch ihre lange Korrespondententätigkeit und nicht gerade konservative Weltsicht vollständig die kritische Distanz zu Russland verloren hat sollte sie diese je gehabt haben.

        Ich hege tiefes Verständnis für die Polen und ihre Rüstungsprojekte inbesondere der Raketenabwehr, davon und von deren Blick auf Russland kann sich Deutschland eine dicke Scheibe abschneiden.

        Ich absolut kein Fan von Trump, aber die Russlandpolitik seiner Partei die er derzeit gezwungen ist auszuführen, ist die einzig richtige Haltung gegenüber Putin.

        Es wird ja in konsverativen Medien gern darüber lamentiert wie sehr die Grünen mit Ihrer Ideologie inzwischen unsere Gesellschaft druchdrungen haben, es verwundert mich zutiefst das keiner registriert wie sehr inzwischen die Putinversteher quer durch alle demokratischen Parteien die Politik dominieren, das halte ich für viel gefährlicher.

      • Ondoron sagte:

        Was Samer uns damit sagen will ist Folgendes:

        Lest den SPIEGEL, die TAZ und die Süddeutsche zum Beispiel. Glaubt nicht an die Hetze in den alternativen Medien. GLAUBT unerschrocken den „freien“ Journalisten der „westlichen Werte“.
        Denkt nicht nach! GLAUBT inständig, dass die Eliten und deren Sprachrohre es besser wissen.
        Vor allem aber: Stellt Euer Bemühen ein, Fragen zu stellen, zu hinterfragen. Dafür haben wir schließlich unsere Demokratie – Fragen zu stellen erübrigt sich. Denn dafür haben wir schließlich die oben genannten Publikate.
        Schaut nicht, was die inneramerikanische Opposition denkt, die sich gegen den Staat aufstellt.
        So also sind wir hier aufgefordert, den Samerschen Elaboraten zu folgen, die Hände zu falten und ihm zu GLAUBEN. Bedingungslos, ohne Fragen zu stellen. Denn sonst wird das nichts mit unserer Demokratie. Wenn schon das Netzwerkdurchsetzungsgesetz nicht hilft, dann kaufen Sie hier – als gute Demokraten im Samerschen Sinne – ein Abo der freien Presse (z.B. die oben genannten), damit deren Auflagen nicht weiter diese Publikate in Bedrängnis bringen. Glauben, Hände falten, und den Samers vertrauen. Bedinungslos. Dann wird alles gut.
        AMEN.

    • Kurt Wollmer sagte:

      Die Ereignisse in der Ukraine waren die Folge eines von Nato-Staaten unterstützten Putsches. Diese Destabilisierung der Ukraine war ein Racheakt, weil es Putin gewagt hatte, dem imperialen Treiben der USA, GB und F in Syrien Einhalt zu gebieten, nachdem sich die Nato in Libyen nicht an die Uno-Resolution gehalten hat. Libyen und Syrien wurden von westlichen Geheimdiensten destabilisiert, nachdem bereits der Irak illegal angegriffen wurde. Dies ist auch die Ursache für die Flüchtlingskrise, die ebenfalls gewünscht wird. Ziel ist die Islamisierung Europas und Zentralasiens, um eine Annäherung an Russland und China zu verhindern. Die geopolitischen Interessen Europas und der USA könnten somit nicht divergierender sein (es sei denn, man ist selbst ein Islamist). Der Westen ist nicht dekadent, aber die westliche Linke ist es allemal und man kann nur froh sein, dass Trump die Wahlen gewonnen hat. Ihm verdanken wir es auch, dass es nicht zu einem Krieg mit Russland kommen wird, was das Ende der Menschheit bedeuten würde.

      • Ondoron sagte:

        Der Samer ist hier offensichtlich als bezahlter Troll unterwegs. Das ist übrigens ein Lob für Ihren Blog, Herr Dr. Stelter. Ist Ihnen das klar? Der Blog scheint mittlerweile eine Reichweite zu haben, die den Maaslöchern und dem Amadeus angst und bange macht.
        Schließen Sie Ihren Blog bloß nicht. Nehmen Sie sich etwas Zeit bei dem Experiment zu erfahren, wie lange es noch dauern wird, bis Sie von geneigter Stelle aufgefordert werden, den Blog zu schließen. Wenn Ihr Blog Bedeutung erhält, dann wird es nicht mehr lange dauern.

    • Walter Roth sagte:

      Nun kommt der Unsinn zum 777-ten mal………..

      Lesen Sie wenigstens das hier mal, meiner Meinung nach der besten Artikel um Thema Russland und die Krim.
      Das Völkerrecht sollte man schon mal etwas gelesen haben und generell auch wie Recht eben funktioniert, um das zu verstehen.

      http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/die-krim-und-das-voelkerrecht-kuehle-ironie-der-geschichte-12884464-p2.html

      Ansonsten sie sie das Paradebeispiel einer Europäers der auf jeden Stuss den ihm unsere Propagandisten vor setzen, auch glaubt.
      Ihre Aufzählung ist unglaublich einseitig, ja extrem dümmlich.
      Bravo

    • Walter Roth sagte:

      Nun kommt der Unsinn zum 777-ten mal………..

      Klaus …………. ja der Namen passt zu ihnen.

      Lesen Sie wenigstens das hier mal, meiner Meinung nach der beste Artikel zum Thema Russland und die Krim.
      Das Völkerrecht sollte man schon mal etwas gelesen haben und generell auch wie Recht eben funktioniert, um das zu verstehen.
      Unser Völkerrecht ist nämlich bei seiner Erschaffung schon den Machtinteressen der grossen zum Opfer gefallen.

      http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/die-krim-und-das-voelkerrecht-kuehle-ironie-der-geschichte-12884464-p2.html

      Ansonsten sind Sie das Paradebeispiel einer Europäers der jeden Stuss den ihm unsere Propagandisten vorsetzen, auch glaubt.
      Ihre Aufzählung ist unglaublich einseitig.

      Bravo

  5. Dr. Arda Sürel sagte:

    ‚weshalb der Westen es darauf ansetzt zu zündeln‘. Ich vermute anstelle von ‚Westen‘ könnte man einfacher schlichtweg von den USA sprechen. Seit dem Zusammenbruch von Bretton Woods 1.0 schöpfen die USA über die Petrodollar-Systematik allergrösste Seigneurage-Gewinne ab. Da Erdöl derzeit noch der Kernrohstoff ist, und nahezu nur in Dollar erworben werden kann, erhebt diese Tatsache den Dollar zur Weltreservewaehrung. Dies führt dazu, dass der Dollar auch die Hauptwaehrung des Handels der sonstigen wichtigen Rohstoffe dieser Welt (neben Öl, Erdgas, Metalle, Baumwolle, andere Nichtmetalle etc.) wird. Und wenn man schon die Rohstoffe weltweit hauptsaechlich in Dollar handelt, dann folgt, dass auch der Rest des internationalen Handels in Dollar stattfindet (Welthandelswaehrung). Dass der Dollar dann der Safe Haven privater Finanzinvestoren wird, ist ebenfalls nahezu zwingend. Das Ergebnis? Zentralbanken, Banken, Firmen und Privatpersonen halten Billionen in Dollar um überhaupt am Weltwirtschaftsgeschehen teilnehmen zu können. Nur die in Dollar gehaltenen Waehrungsreserven der Weltzentralbanken dürften bei ca. 5-10 Billionen Dollar liegen, sodass man vermuten kann, dass nicht US-Auslaender ein zweistelliges Billionen Dollar-Vermögen in den Vereinigten Staaten halten – und dass nur aufgrund der Stellung des Dollar in der Welt. Nach dem 2. Weltkrieg machte das Sinn, heute nicht mehr. Dass diese Betraege in den USA gehalten werden, ermöglicht dem amerikanischen Staat, amerikanischen Banken, Firmen und Privatpersonen einen weltweit nicht-vergleichbaren Zugang zu Kapital – seit Jahrzehnten. Es kann nur vermutet werden, wie gross der Anteil dieser Kapitalzugangsmöglichkeiten am amerikanischen BIP ist. Stellt man sich vor, was passiert, wenn das Königshaus Saud wirklich damit anfaengt Erdöl in Yuan zu verkaufen und welche Kettenreaktionen darauf folgen, bekommen zumindest eingefleischte Verschwörungstheoretiker eine Vorstellung darüber, weswegen und wo genau ‚der Westen zündelt‘

    • Walter Roth sagte:

      Herr Sürel……………

      Machen Sie sich da bloss nichts vor.

      Der Westen, ich meine hier vor allem Europa, hat sich sehr bequem darin eingerichtet, sich von den USA in allen Kriegen vertreten zu lassen, und beim misslingen dieser, ihm auch noch die Schuld aufzubürden.

      Die USA sind das Produkt einer fehlenden Erziehung ……und daran sind wir massgeblich beteiligt.
      Wir Fluchen sehr gerne über das Land, lassen es aber immer wieder einfach machen, ja wir nehmen sogar sehr gerne an was dabei für uns abfällt.

      Die faulen Hunde, dass sind wir Europäer.
      Die USA sind der grösste Gorilla und benehmen sich auch so, aber sollte uns das wirklich erstaunen, angesichts unserer Unfähigkeit…..?

  6. Klaus Samer sagte:

    Kann mich nicht erinnern hier pro Erdogan oder Saudiarabien geschrieben zu haben, wobei mir die Saudis immer noch lieber als der Iran sind.

    Das der Dollar internationale Leitwährung ist, ist weniger einer Verschwörung als wirtschaftlichen Fakten zu verdanken.

    Das die Amerikaner mal gesagt haben der Dollar ist unsere Währung und das Problem der Anderen ist mir auch bewusst.

    Die Chinesen haben schon einen Grund ihre Währung nicht vollständig freizugeben. Ansonsten ist der Wettbewerb ja durchaus offen und der Euro hat ihn ja nun mal nicht gewonnen.

    Wenn ich die Wahl zwischen russischen, chinesischen und amerikanischen Staatsanleihen hätte würde ich letztere wählen.

  7. RW sagte:

    Es geht nicht um die Frage, wann beginnt der nächste Krieg. Sondern es geht schlicht und ergreifend um Erdöl und Erdgas und wer den Profit mit seinen Ressourcen in der aufgrund des anthropogenen Klimawandels und dem Klimaschutzabkommens noch zur Verfügung stehenden Zeit macht. Entweder die USA und Saudi Arabien oder andere Länder wie Iran, Russland, Venezuela etc..

    Venezuela ist wirtschaftlich am Ende. Das gleiche Spiel wird jetzt mit Russland und Iran versucht. Es handelt sich hier mehr oder weniger um eine Art von Manchester-Kapitalismus. Für Trump geht es darum, die hegemoniale Stellung der USA in der Welt mit allen zur Verfügung stehenden lauteren und unlautereren Mitteln aufrechtzuerhalten. Im Prinzip versucht man jeden potentiellen Konkurrenten ähnlich wie in den 80er Jahren die Sowjetunion kleinzukriegen.

    Die Sowjetunion war aufgrund ihrer wirtschaftlichen Verfassung nicht in der Lage, den USA etwas entgegenzusetzen. Das Ende ist bekannt, die USA haben dafür ihre Schulden erhöht. Wer hat dies finanziert: die Welt. Heute ist die Welt aufgrund ihrer Schuldenlast in der gleichen Verfassung wie die Sowjetunion in den 80er Jahren. Die USA sind die einzigen, denen ihre Schuldenlast egal sein wird und auch kann. Denn sie haben fast alle Ressourcen, die für eine wirtschaftliche Fortentwicklung notwendig sind, und sie drucken die Leitwährung der Welt, den Dollar. Damit sind sie autark. Wer wird dies wieder finanzieren? Die Welt. Wer nicht das amerikanische Spiel mitspielt, geht den Bach runter. Siehe Macron und Merkel letzte Woche. Dabei können die Amerikaner aufgrund der notwendigen Erneuerung ihrer desaströsen Infrastruktur auf einen gigantischen, nicht konsumgetriebenen Binnenmarkt setzen. Die Gelder hierfür sollen wenigstens zum Teil aus dem Verkauf von Erdöl und Erdgas kommen. Wen muss ich dafür ausschalten? Potentielle Konkurrenten, die nicht nach meiner Pfeife tanzen wollen, also Förderländer wie Russland oder Iran, die auf die Einnahmen dringend angewiesen sind. Wen muss ich dabei auf Linie bringen? Europa und China.

    China können die USA über die Anleihenzinsen steuern. Europa, insbesondere Deutschland, wird durch Protektionismus in die Schranken verwiesen. Auch die Forderung an Deutschland, die Rüstungsausgaben zu erhöhen, hat den gleichen Effekt.

    Dazu lässt man ab und zu, wie jetzt in Syrien geschehen, Marschflugkörper zur Abschreckung fliegen, will heißen: Wir können auch anders.

    Der Krieg läuft also schon. Er ist aber ein globaler Wirtschaftskrieg, kein heisser Krieg. Strategisches Ziel der Amerikaner wird es sein, mit deutlichem Abstand zu den anderen die Führungsmacht der USA auf globaler Ebene zu zementieren.

    • Goodnight sagte:

      Grundsätzlich ein guter Kommentar, denn er beschreibt Politik als ernstzunehmendes Funktionssystem, welches ausschließlich auf Ausdehnung (nationaler) Machtinteressen ausgerichtet ist. Leider wird auch hier nicht sauber getrennt, zwischen Wirtschaft und Politik, und damit Emergenz nicht ausreichend erfasst.
      Man sollte verstehen, dass Politik ein hochgradig spezialisiertes Funktionssystem darstellt, in dem Akteure operieren, die sich nur sekundär für wirtschaftliche Zusammenhänge interessieren, primär machtorientiert agieren und in diesem Bereich den hier bobachtenden Beobachtern weit voraus und damit wenig beobachtbar sind.
      Die auch hier vertretende Ideologie, dass Geld die Welt regiert (debitismus), ist folglich eher unterkomplex, denn es ignoriert die Existenz von Politik, welche schon etwas länger als der Kapitalismus auf dieser unserer Erde operiert. Ebenso sinnlos ist der akademische Ansatz, Politiker über Intelligenz in andere Funktionssysteme zu koppeln (hier: Bildungssystem) um Sinn zu erzeugen, den man als außerhalb von Macht stehender Beobachter anders nicht erzeugen vermag.
      Die Welt ist komplex, und hier tut man sich keinen gefallen, wenn man diese Komplexität in der Beobachtung zu einem Mix aus Geld, Intelligenz und Verschwörung vermischt. Heraus kommt nichts, was helfen könnte, die moderne Welt zu verstehen.

  8. Johann Schwarting sagte:

    „Ich teile diese Sicht der Welt.“

    Ich nicht – diese Sicht ist von Angst und Furcht gekennzeichnet.

    Das Gespräch zwischen Bosbach und Ströbele zeigt, dass kein Gesetzesentwurf heute noch in den Ministerien ausgearbeitet und gefertigt und in den Parlamenten entschieden wird. Das gilt weltweit. Jede politische Richtungsänderung in den entwickelten Ländern ist heute abhängig von internationalen Beratungsgesellschaften z.B. von ‚Magic Circle (London)‘ im Finanz-, Militär- oder Anlagesektor. Alle Ausfertigungen können heute global eingekauft werden und verbinden alle Länder miteinander und ketten sie auf Gedeih und Verderb aneinander.

    Der Bürgerkrieg in Syrien ist unser aller Investment – sowohl des amerikanischen als auch des russischen militärisch-industrieller Komplexes. Es geht gemäß der debitistischen Logik um die Installation eines Raumes des Rechts, der Haftung, der Wirtschaft und des Handels zur Schaffung eines Machtkreislaufes des Geldes, damit die bestehenden kapitalistischen Kreditketten nicht reißen und wegen des Zwanges zur globalen Aufschuldung – Stichwort: Vorher-Nachher-Problem – erweitert werden können. Die dortige Bauindustrie geht goldenen Zeiten entgegen.

    Ich denke, dass aus debitistischen Gründen die bevorstehenden politischen Veränderungen auf der koreanischen Halbinsel dazu führen, dass Nordkorea in den nächsten Jahren Teil des weltweiten – vor allem des asiatischen – kapitalistischen Machtkreislaufes des Geldes wird. Es wird den ganz großen Krieg dort nicht geben – die Berater lassen sich ihre Felle nicht davonschwimmen!

    „War es nun einer oder war es eine geschickte Inszenierung?“

    Die weltweite mediale Berichterstattung hat die Aufgabe, die Menschen in eine Position der Ohnmacht zu führen und zu halten, damit die Gefolgschaft und Ausrichtung der Menschen durch die zentralen Machtstrukturen aufrechterhalten bleiben und ausgebaut werden können. Die Macht ruht auf der Ohnmacht und Angst der Menschen – wie den fabelhaften Werken von Jean Baudrillard zu entnehmen ist.

  9. Dietmar Tischer sagte:

    Um was geht es?

    Wenn ich die Zuschrift an Herrn Dr. Stelter, dessen Antwort und die Kommentare lese, sowie mir das vor Augen führe, was wir sonst am Blog veranstalten, scheint mir die Antwort zu sein:

    Es geht – so die Zuschrift – um eine Entwicklung in den letzten Jahren, die wir mit wachsendem Unverständnis und Entsetzen zur Kenntnis nehmen (müssen).

    Die Gründe dafür sind offensichtlich:

    Die Welt wird durch die fortschreitende Globalisierung, d. h. durch intensivere Interaktion komplexer, unübersichtlicher und unberechenbarer.

    Das Gravitationszentrum verschiebt sich von den entwickelten Volkswirtschaften mehr oder minder kontinuierlich, aber unausweichlich zu den sich mit größerem Wachstumspotenzial entwickelnden.

    Zudem laufen die entwickelten Volkswirtschaften national in immer größere Probleme, etwa durch die Alterung ihrer Bevölkerungen.

    Das alles wird überlagert von sich ändernden Parametern wie dem Klimawandel, der wachsenden Weltbevölkerung mit stärker werdender Migration sowie technologisch, wirtschaftlich und gesellschaftlich relevanten Paradigmenwechseln wie etwa bei der Energiegewinnung und –nutzung.

    Diese Aufzählung ließe sich beliebig erweitern und vertiefen.

    Legt man ein derartiges Szenario zugrunde, ist die nächst Frage:

    Warum handeln die Akteure, nationale Regierungen, aber auch Institutionen wie die Notenbanken und letztlich auch die Menschen, so wie sie handeln?

    Angesichts dieser Frage stelle ich durchgängige ORIENTIERUNGSLOSIGKEIT fest.

    Angefangen mit der Bemerkung von Dr. Stelter

    > … ich verstehe immer weniger, weshalb der Westen es darauf ansetzt zu zündeln.>,

    zeigen die Kommentare, dass nicht ERKLÄRUNGEN gesucht werden, sondern SCHULDZUWEISUNGEN die Erklärungen ersetzen.

    So gut wie jeder Kommentar ist eine Bestätigung dafür:

    Man sucht sich eine genehme Position, findet in der Vielfalt die passenden Sachverhalte und gelangt zu einer Sichtweise, die selbstverständlich richtig sein muss.

    So kommt man nicht weiter, weder in der Diskussion, noch in der Erkenntnis.

    Was sollte der Ansatz für VERSTEHEN sein – einer, der durchaus genug Raum für Entsetzen lassen sollte?

    Ich habe auch NICHT die RICHTIGE Antwort darauf, aber wenigstens eine, von der ich glaube, dass sie eine sinnvolle, tragfähige Basis für konstruktive Auseinandersetzungen darstellen könnte.

    Die Prämissen:

    1. Die wesentlichen Akteure, die Macht ausüben, handeln RATIONAL.

    2. Ihr Ziel ist es, im Rahmen ihrer Handlungskompetenz SYSTEMSTABILITÄT zu wahren in Zeiten, in denen diese nicht mehr durch systemimmanentes Handeln – in der Vergangenheit u. a. zufriedenstellendes Wirtschaftswachstum generierend –, gewährleistet ist.

    3. Rationales Handeln mit Blick auf Systemstabilität im Rahmen von legitimierter Kompetenzzuweisung verhindert NICHT, dass nationale, supranationale oder sogar globale Subsysteme, wie etwa das internationale Finanzsystem, gesichert sind.

    4. Die Subsumierung aggressiver Maßnahmen bis hin zu kriegerischen Auseinandersetzungen – also vom Handelskrieg bis zur regionalen Kriegen – UNTER Rationalität mit dem Ziel die eigene Systemstabilität zu sichern und zu verbessern, kann zu internationaler Destabilisierung beitragen und sie auch schaffen.

    5. Internationale Destabilisierungstendenzen, die nationales Handeln fordern, führen tendenziell zu nationalen Belastungen, die bei Dauerhaftigkeit nationale Gesellschaften destabilisieren können.

    6. Punkt 5 ist auch im entgegengesetzten Wirkungsverlauf richtig: Nationale Destabilisierungstendenzen, die Auswirkungen auf internationale Beziehungen haben, führen international tendenziell zu Belastungen, die internationale Systeme destabilisieren können.

    Das ist nicht fertig, nicht zu Ende gedacht.

    Jeder kann sich um bessere Einsichten bemühen – oder auch nur darüber nachdenken, ob man mit der eigenen Position etwas zur Erkenntnis beiträgt oder lediglich einem selbstgefälligen Bestätigungsmechanismus verfällt.

    • Jaques sagte:

      Oder einfach gesagt:
      Jeder hat seine eigenen Interessen und vertritt diese, da kommt es unweigerlich zu einem Zusammenprall der Kräfte die sich entsprechend äußern.

      Rationalität ist in der Politik manchmal eine Frage der Perspektive. Die russische Annexion der Krim ist für einen Russen rational, für uns eben nicht.

      • Dietmar Tischer sagte:

        @ Jaques

        Es muss NICHT zu einem Zusammenprall der Kräfte kommen und zwar dann nicht, wenn der SCHADEN des Zusammenpralls erkennbar GRÖSSER ist für jeden der involviert Handelnden als der Verzicht, der durch einen Kompromiss zu ertragen ist.

        Auch das wäre Rationalität.

        >Rationalität ist in der Politik manchmal eine Frage der Perspektive. Die russische Annexion der Krim ist für einen Russen rational, für uns eben nicht.>

        Ja, so ist es:

        Rationalität ist eine Frage der Interessen und für uns, die Betrachter vom dritten Standpunkt, ist es eine der Perspektive.

        ¬¬¬¬¬¬

  10. Richard Ott sagte:

    Herr Tischer,

    ich glaube, dass schon Ihre Prämisse Nummer 1 („1. Die wesentlichen Akteure, die Macht ausüben, handeln RATIONAL.“) falsch ist.

    Schauen Sie sich Syrien an. Die Handlungen des Westens sind so widersprüchlich, dass nur Chaos dabei herauskommen kann. Die USA unterstützen die Kurden im Norden und Osten Syriens mit Waffenlieferungen und errichten dort, illegal, neue eigene Militärbasen. Gleichzeitig sind die USA mit der Türkei in der NATO verbündet. Und die Türkei wiederum sieht den wesentlichen Teil der Kurdenmilizen als „Terroristen“ an (PKK und mit der PKK verflochtene Organisationen) und bekämpft diese. Was soll das? Können Sie eine rationale Strategie dahinter erkennen, zwei Parteien zu unterstützen, die miteinander verfeindet sind? Ich nicht.

    • Dietmar Tischer sagte:

      @ Richard Ott

      >Die Handlungen des Westens sind so widersprüchlich, …>

      Sie glauben offensichtlich, dass der Westen EINHEITLICH handelt.

      Das tut er nicht, daher ist da auch nichts Widersprüchliches.

      Was ich mit Blick auf Syrien erkennen kann:

      Die USA wollen wieder Einfluss gewinnen, nachdem sie zusehen mussten, dass NACH dem RÜCKZUG von Obama – geadelt mit dem Friedensnobelpreis – andere, vorrangig Russland und der Iran im Nahen Osten Dominanz gewonnen haben und Verbündete, insbesondere Saudi Arabien, geschwächt werden.

      Die Beteiligung ist für Russland rational, weil es damit seine Grenzen und das Land vor Bedrohung und islamistischer Aufrüstung von Ethnien besser schützen kann, d. h. es sichert damit die Stabilität des Landes.

      Die Türkei mischt mit, weil sie es für rationaler hält, die Kurden klein zu halten statt sich mit ihnen zu verständigen und ihnen eine gewisse Autonomie in der Türkei oder einen eigenen Staat zu gewähren.

      Unser Interesse ist es, uns möglichst rauszuhalten und möglichst keinen Kollateralschaden zu erleiden, d. h. Kriegsflüchtlinge aufnehmen und zum Wiederaufbau Syriens beitragen zu müssen.

      Man kann das weiterspinnen und Saudi Arabien und Israel sowie den Libanon mit einbeziehen, dann noch Ägypten etc. … überall ist Rationalität am Werk.

      Ich sehe daher nicht, dass meine Prämisse 1 falsch ist.

      Natürlich sind die Unübersichtlichkeit und das Desaster in Syrien NICHT rational gewollt, zumal es für die einzelnen Beteiligten enorme KOSTEN verursacht.

      Es ERGIBT sich aber aus ihrem rationalen Handeln.

      Ich weiß nicht, was daran so schwer zu verstehen ist.

      • Richard Ott sagte:

        Herr Tischer, nein, so einfach kommen Sie aus dem Widerspruch nicht heraus. Betrachten wir ausschließlich die USA:

        Die USA sind mit der Türkei in der NATO verbündet. Die USA sind in Syrien mit den Kurden verbündet und unterstützen diese direkt mit Waffenlieferungen. Die Türkei bekämpft die Kurden und bezeichnet sie als Terroristen.

        Was ist Ihre Erklärung dafür? Behaupten Sie, die USA als Staat selbst handeln „nicht einheitlich“? Oder glauben Sie, die USA könnten Einfluss in Syrien gewinnen, indem sie den erbitterten Feind eines anderen Verbündeten in der Region militärisch unterstützen? Das ist doch keine rationale Strategie!

      • Dietmar Tischer sagte:

        @ Richard Ott

        Meine Erklärung dafür, dass in der NATO Verbündete wie die USA und die Türkei GEGENEINANDER handeln bezüglich der Kurden:

        Sie haben unterschiedliche INTERESSEN und leiten von ihren jeweiligen ein Handeln ab, das diesen Interessen ab besten gerecht wird – und insofern als rational bezeichnet werden kann.

        Dass als FOLGE dieser Rationalität die Kurden von Verbündeten einmal unterstützt und dann wieder bekämpft werden, ist kein Widerspruch. Die Türkei sind eben nicht die USA und die USA nicht die Türkei.

        Die USA handeln selbstverständlich „einheitlich“, d. h. orientieren ihr Handeln an einem oder mehreren Zielen.

        Sie werden aber ganz offensichtlich nicht ALLE Ziele im Nahen Osten erreichen, die sie gern erreichen würden.

        Es kann auch durchaus sein, dass sie von falschen Einschätzungen ausgehen und nicht einmal Minimalziele erreichen werden.

        All das widerspricht nicht, dass sie rational handeln.

        Die Türkei:

        Gestern fast noch mit Russland im Krieg, heute quasi ein Verbündeter.

        Ich sehe auch hier keinen Widerspruch.

        Die NATO:

        Solange nicht der Verteidigungsfall eintritt, d. h. sie nicht gegen den ANGREIFER eines NATO-Mitglieds aktiviert werden muss, ist sie relativ unbedeutend. Nicht völlig unbedeutend, weil die kleinen baltischen Staaten mit Grenzen zu Russland ein starkes Interesse an der Nato haben, was nach der Annexion der Krim nachvollziehbar erheblich zugenommen hat.

        Die NATO bleibt wichtig, ist aber nicht so wichtig, dass ihr jegliches Handeln untergeordnet werden muss, zumal man offensichtlich RATIONAL versucht, im Nahen Osten den Verteidigungsfall zu vermeiden. Siehe die Raketenangriffe letzthin von Frankreich und der USA: kein Angriff auf russische Militäreinrichtungen. Auch Israel dürfte klar gemacht worden sein, dass es zwar dosiert gegen die Hisbollah und Syrien vorgehen dürfe, aber – vorläufig jedenfalls – nicht gegen den Iran und auf keinen Fall gegen russische Militäreinrichtungen oder Flugzeuge.

        Vor 1990 war die Welt eine andere und den Verteidigungsfall und die Nato betreffend hätte es solche Überlegungen nicht gegeben.

        Messen Sie Rationalität nicht daran, was irgendwann einmal in Verträgen vereinbart worden ist.

        Ich sage nur Maastricht:

        Hoch und heilig versprochen und mittlerweile mehr als 90-mal gebrochen.

        Und ich bin ganz sicher:

        immer anhand rationaler Überlegungen.

  11. Alexander sagte:

    Besser als die Lüge von Schutzsuchenden können die Regierungen ihren Steuerzahlern den aktuellen Stand hauseigener Unfähigkeit und militärischer Schwäche gar nicht vorführen, von Kriegsfähigkeit ist Europa glücklich weit entfernt – nicht nur demographisch. Man stelle sich vor – das Europa von 1910 hätte illegale Migranten um friedliches Verhalten an Silvester gebeten und Schutzzonen für feiernde Frauen eingerichtet….oder Frankreich hätte sich mit 170 no go Areas arrangiert ohne Militär zu bewegen.

    Wenn es gewaltsame Auseinandersetzungen gibt, dann jene wo der Staat versagt seine Bürger vor den Folgen seiner Unfähigkeit zu schützen. Das beziehe ich auch auf Sozialsysteme im Falle einer geldpolitischen Verwerfung.

    Russland und China haben nichts vergessen und jeder für sich noch offene Rechnungen. Keiner wird sich europäischer Schwäche erbarmen, dazu sind die Gemeinheiten aus dem 19. Jahrhundert noch zu präsent. (Krimkrieg 1 und die Opiumkriege). Ganz im Gegenteil beweisen beide Großmächte beeindruckend ihre Souveränität gegen sämtliche Provokationen, wie z.B. jene um die angebliche Vergiftung wertloser Ex Mitarbeiter.

    Frieden und Freiheit sind Werte, die jeden Einsatz lohnen…wer darum betteln muss hat schon verloren.

    Wenn nun die aktuelle Regierung Merkel Aufrüstung fordert und seinerzeit eine Regierung Merkel die de facto Abschaffung von Einsatzfähigkeit der Bundeswehr bewirkte, soll man sich freuen? Da hilft auch keine Kriegsrethorik aus Redaktionsstuben….
    http://www.faz.net/aktuell/politik/der-moderne-krieg-wir-muessen-vorbereitet-sein-15548472.html

    Europa ist sich selbst Feind, der Angriff lohnt nicht – abwarten und pflücken.

  12. Klaus Samer sagte:

    Es gibt klare Unterschiede zwischen den westlichen Demokratien der NATO Staaten und den östlichen DIktaturen Putins und Chinas oder zwischen freier und unfreier Welt.

    Diese Unterschiede führen dazu das massenhaft junge intelligente Menschen in westliche Indurstriestaaten, vordringlich die USA aber auch Europa einwandern, was man weder von China und schon garnicht von Russland behaupten kann.

    Ich kenne auch keine Flüchtlinge die händeringend versuchen nach Russland oder China zu kommen, da gilt eher die Gegenrichtung. Man könnte ja auch am Bosporus rechts abbiegen und Asyl in Russland beantragen.

    Das einzige was man an Putins Russland verstehen muss ist dass es den Westen für dekadent und wehrunfähig hält und das Putin asysmetische Kriege und cyberterrorismus betreibt.

    Es gibt in Deutschland am rechten und linken Rand der Politik offensichtlich den Tief verwurzelten Wunsch nach Führung und der Abschaffung der Demokratie, haben wir schonmal gehabt brauche ich nicht wieder.

    Zu Zeiten der DDR hat man gesagt wenn es Dir hier nicht gefällt dann geh doch rüber, vom westlichen Sofa aus systemkritik zu betreiben und ein Russland zu glorifizieren und zu verharmlosen in dem man nicht leben muß ist schon ziemlich dreist.

    Die Demokratie ist die schlechteste aller Staatsformen, ausgenommen alle anderen. (W. Churchill).

    • Hansjörg Pfister sagte:

      @Herr Samer, da kann ich Ihnen nur voll zustimmen.
      @Herr Tischer, Sie heben immer auf Rationalität der Mächtigen ab und ziehen daraus ihre Schlussfolgerungen.. Rational mögen die Herrschenden schon sein, nur sind die meisten auch ziemlich dumm, so dass am Ende nicht das herauskommt, was diese im Grunde eigentlich wollten. Leider sind die Dummen nun mal weniger berechenbar als die Gescheiten, das macht die Zukunft so ungewiss.Und zum Thema Krieg: Von den großen Ländern will das niemand, die führen wie eh und je ihre Stellvertreterkriege, so rational sind sie dann schon.Von den kleineren Ländern traue ich das am ehesten dem Iran zu. Diese Mullahs wären in ihrer Verblendung tatsächlich in der Lage Selbstmord zu begehen.

      • Dietmar Tischer sagte:

        @ Hansjörg Pfister

        >Rational mögen die Herrschenden schon sein, nur sind die meisten auch ziemlich dumm, so dass am Ende nicht das herauskommt, was diese im Grunde eigentlich wollten.>

        Das wird manchmal der Fall sein.

        Man kann aber auch sagen:

        Die meisten sind sehr klug, können aber nicht genau vorhersehen, wie klug oder dumm die anderen sind, so dass Ergebnisse zustande kommen, die sie und auch sonst keiner wollte.

        Es ist in etwa so, wenn sehr gute Schachspieler am Brett gegenüber sitzen:

        Das Ergebnis ist zwar irgendwann klar, aber bezüglich des Spielverlaufs weiß auch niemand, nach wieviel Zügen welche Figuren auf welchen Felder stehen.

        Deshalb ist nicht entscheidend, was Sie sagen:

        >Leider sind die Dummen nun mal weniger berechenbar als die Gescheiten,>

        Das VERFAHREN ist entscheidend.

        Deshalb:

        RATIONAL betriebenes Handeln kann immer wieder zu Ergebnissen führen, die man nicht als rational gewollt ansehen wird.

        Sie beruhen dennoch auf rationalem Handeln.

        Dem, was Sie zu Krieg sagen, stimme ich zu.

        >Diese Mullahs wären in ihrer Verblendung tatsächlich in der Lage Selbstmord zu begehen.>

        Auch Verblendung schließt nicht jede Art von Rationalität aus.

        Wer von 40 Jungfrauen im Jenseits empfangen wird, kann es durchaus als rational ansehen, im Diesseits Selbstmord zu begehen.

        Rational handeln heißt nur:

        Einen mit Überlegung gewonnen Grund zu haben statt zu würfeln, um etwas zu erreichen.

        Den Grund zu erkennen, heißt ERKLÄREN können.

        Mehr bedeutet Rationalität nicht im Kontext unserer Diskussion.

      • Hansjörg Pfister sagte:

        @Herr Tischer, ich gebe jetzt mal einen Schwank zum Besten, damit klar wird was ich meine. Man erinnere sich an den Zusammenbruch der Hypo Real Estate. Merkel + Steinbrück konferierten mit den Großen der (D)deutschen Bankenszene. Heraus kam, dass die Banken 8 Milliarden übernehmen würden aber höchstens 40% der Verluste. Dann wurden die Verluste der HRE ziemlich schnell immer größer. Im Blog „Weissgarnix“ konnte ich damals lesen, er (der Blogger) habe sich mal die Bilanz der HRE angeschaut. Und dann hat er aufgeschlüsselt, bis wann die HRE welchen Betrag braucht. Alles trat so ein (bis auf 1 oder 2 Milliarden) wie er behauptet hat. Ich verlange weder von Frau Merkel noch vom Finanzminister, dass sie eine Bankbilanz lesen können, aber ich erwarte, dass sie jemanden kennen, der das kann und dass dieser jemand nicht Teil des Problems ist, wie dieser dubiose Herr Ackermann. Natürlich haben Steinbrück + Merkel damals rational gehandelt, aber gleichzeitig eben auch sehr dumm. Deswegen wurden sie von Ackermann & Co auch mächtig über den Tisch gezogen, denn diese wußten schon, was Sache ist.
        Das ist doch im Grunde die eigentliche Gefahr für unsere Demokratie: Eine dumme opportunistische Politikerkaste, rekrutiert von einer dysfuntionalen Parteiendemokratie.

      • Dietmar Tischer sagte:

        @ Hansjörg Pfister

        Sie sagen:

        Dumme Politikerkaste ist die Gefahr …

        Damit fixieren Sie die Probleme dieser Welt an der Intelligenz und Urteilsfähigkeit der Akteure.

        Das gibt es auch, im Extremfall ist dumm dann auch krank (Nero, Hitler … ).

        DEFIZITE bei Intelligenz und Urteilsfähigkeit VERURSACHEN in aller Regel dennoch nicht die Probleme, auch wenn der mit mehr oder weniger Intelligenz und Urteilsfähigkeit ausgestatteten Politikerkaste Probleme generierendes Handeln ZUGEORDNET werden muss. Ursache und Zuordnung sind nicht dasselbe.

        Denn:

        Die Politikerkaste verfügt durchweg über eine große Zahl kenntnisreicher Berater, interner wie externer, die Probleme aufbereiten, darlegen und die Konsequenzen bzw. vermuteten Konsequenzen von Handlungsoptionen aufzeigen.

        Das ist einfach so.

        Und dennoch:

        Manchmal verfügen die Entscheider und ihre Berater nicht über alle Informationen, auch wenn sie etwas anderes glauben, manchmal hat man ganze Problemfelder gar nicht einmal im Blick, z. B. die Sub Prime-Krise in USA – es lief ja auch alles wunderbar – und manchmal sieht man das Problem nicht, weil man es nicht sehen kann (Schwarze Schwan).

        Selbstverständlich unterliegen derartige DEFEZITE rationalem Handeln, das dann natürlich auch zu nicht gewünschten oder gar kontraproduktiven Ergebnissen führt.

        Mal andersherum gesagt:

        Selbst wenn alle Regierungschefs dieser Welt kleine Einsteins wären, würden wir nicht in einer spürbar besseren Welt leben.

        In einer etwas anderen vermutlich schon, aber nicht in einer besseren.

      • Goodnight sagte:

        Politiker sind erfolgreich, wenn sie Macht besitzen, d.h. in Demokratien entsprechende Mehrheiten. So wie Unternehmer erfolgreich sind, wenn sie Gewinn machen.
        Externe, von Beobachtern angebrachte Handlungsrationalitäten sind da eher irrelevant, weil sinnlos. Über richtig oder falsch entscheidet in der Politik die Mehrheiten. So wie in der Wirtschaft der Profit.

      • Dietmar Tischer sagte:

        @ Goodnight

        >Politiker sind erfolgreich, wenn sie Macht besitzen,…>

        Das ist schlichtweg falsch.

        Beispiel:

        Der britische Premier Cameron hatte Macht und nutzte sie, um ein Referendum durchzuführen.

        Es endete mit dem Brexit.

        Egal, ob das letztlich ein Erfolg oder keiner sein wird für GB, klar ist, dass Cameron nicht erfolgreich war.

        Denn er hatte nicht wie gewünscht die Zustimmung zu seinem Verhandlungserfolg mit der EU erreicht.

        Kurzum:

        Politiker können handeln, wenn sie dazu LEGITIMIERT worden sind – in Demokratien durch Mehrheiten.

        Politiker sind aber nicht schon dadurch erfolgreich, dass sie Macht besitzen, also die Legitimation haben, zu handeln.

        DAHER wollen sie natürlich WISSEN, welche Handlungsalternativen sie haben und was die Konsequenzen sind, wenn sie diese oder jene ausüben.

        Sie hören auf andere, auch externe Berater, folgen aber natürlich nicht jedem Ratschlag.

        >Über richtig oder falsch entscheidet in der Politik die Mehrheiten.>

        Das ist richtig, solange sie entscheiden dürfen.

      • Goodnight sagte:

        @Tischer

        Sinn und Zweck von Politik ist Machterwerb und Machtausdehnung.
        Wenn ein Politiker Regierungschef wird, dann ist er erfolgreich. Wenn er seine Macht dann noch ausdehnen kann, dann ist er umso erfolgreicher.
        Der Erfolg einer Nation ist hingegen nicht primäres Ziel eines Politikers.
        Das ist der Witz, den man verstehen muss.
        Obama war ein sehr erfolgreicher Politiker, er kann zwei Amtszeiten als Präsident der USA vorweisen und das Volk liebt ihn noch immer. Dabei war die USA niemals außenpolitisch schwächer, wirtschaftlich zerrütteter und unsicherer als während seiner Amtszeit.

    • Johann Schwarting sagte:

      @Klaus Samer

      „Die Demokratie ist die schlechteste aller Staatsformen, ausgenommen alle anderen. (W. Churchill).“

      Das mag schon so sein, nur muss die formelle auf Recht beruhende Herrschaft der Demokratie auf ihre Finanzierungbarkeit achten.

      Paul C. Martin hat schon vor mehr als 30 Jahren davon gesprochen, dass Demokratien Militärdiktaturen im Wartestand sind, wenn sie aufgrund fehlender Expansionsmöglichkeiten, aus dem Inneren heraus nicht mehr (vor) finanziert und besichert werden können. Soweit sind wir noch nicht! Vielmehr sind Entwicklungen wie in der Ukraine weltweit zu beobachten: Im Donbass tobt der formlose Bürgerkrieg, während die Reichen in Kiew das Leben genießen. In der rechtsfreien ‚No-go-Area‘ des Schanzenviertel von Hamburg finden die ‚Revolutionären 1. Mai-Demos‘ statt und die Reichen leben an der rechtsgeschützten Elbchaussee.

      Ich bin davon überzeugt, dass der Zerfall demokratischer Strukturen parallel zum Aufbau autoritärer Strukturen verläuft – Bayern z. B. bekommt schon eines der weitreichendsten Polizeigesetze in der Bundesrepublik.

      Wir werden uns noch wundern, welcher Druck wegen der Zwangsläufigkeit der debitistischen Entwicklung in Zukunft auf die Legitimation der Demokratie ausgeübt wird – einfach heute Abend einmal das 1. Programm sehen. @Phoenix5 sagt: „Und über allem schwebt der Debitismus, der seine Zyklen abspult, egal welche Tricks die Politik anwendet.“

      • Alexander sagte:

        @ Johann Schwarting
        Das vielleicht schon eingetretene Finanzregime der EZB ist schwer in Relation zu bringen. Vier Jahre Russlandsanktionen kosteten Europe 30 Mrd.€ an verlorenen Exporten https://www.welt.de/wirtschaft/article169432945/Europas-30-Milliarden-Opfer-laesst-die-Russen-kalt.html dagegen zeigen sich die Aufkaufprogramme der EZB mit 80Mrd. bzw. aktuell 60Mrd.€ PRO Monat sehr wuchtig.

        Gerne würde ich den Debitismus als Kriegserklärung heranziehen, aber die geopolitischen Spielchen sind älter als die Schuldgeldsysteme. Ganz im Gegenteil gefährden manche Regierungen brüchige Systemstabilität um kurzer militärischer Vorteile Willen vgl. Türkei. Eine USA gönnt sich einen Militärhaushalt, der das doppelte des Haushaltsdefizits ausmacht und bleiben stabil…der Notenbank sei Dank..

        Die Geldpolitik hat auch debitistisch Neuland betreten und man muss die Zusammenhänge abwarten, wenn die Wechselwirkungen so weitreichend sind.

    • MSt sagte:

      „Ich kenne keine Flüchtlinge die händeringend versuchen nach Russland oder China zu kommen“. Auch Russland ist ein Einwanderungsland mit Millionen Migranten und den bekannten Problemen wie Integration, Parallelgesellschaften, Kriminalität etc. etc. der Unterschied ist, dass die Migranten in Russland nicht aus Nordafrika und Naher Osten sondern vornehmlich aus Mittelasien kommen. Dieses Beispiel zeigt aus meiner Sicht ganz schön, dass die Realität manchmal viel komplexer und vielschichtiger ist, als die Berichterstattung mancher Medien es suggeriert.

    • Kurt Wollmer sagte:

      „Junge intelligente Menschen“? Würden Sie dieses Blog regelmässig lesen, dann wüssten Sie es besser.

      Der Westen hat seinen Zenit überschritten, nun geht es bergab und all die Fehler, die jetzt noch von einem Grossteil der Bevölkerung (die Ignoranten und Träumer wie Sie) toleriert oder gar unterstützt werden, weil sie die Schuldenblase noch nicht geplatzt ist und somit die Schulden = Guthaben sich auf Allzeithoch befinden und man mit dem vielen Geld den Grossteil der Bevölkerung ruhig stellen kann, werden sich rächen. Dann lacht am besten, wer zuletzt lacht.

  13. Alexander sagte:

    Anders als die westlichen Demokratien beanspruchen weder Russland noch ein Staat in Asien die Hybris einer humanistischen Supermacht für sich. Das hat mit Rechenkompetenz zu tun, die man in Russland oder China gewissenhafter pflegt als in den USA, die ohne Infusionen von ausländischen Fachkräften kaum Militärtechnik ins Feld schicken könnten…um von den Kompetenzvertreibungen aus Europa ganz zu schweigen (betrifft alle Sektoren).

    Massenhaft -Einwanderung- von Dummen wird erlaubt durch Dumme, vornehmlich Zivilversager. Man nennt das Sozialmagnetismus und es bindet Ressourcen, die Europa weder in Bildung noch Infrastruktur zu investieren bereit war….aus intellektueller Überlegenheit?

    Als Putin die Zahl der in seinem Reich tätigen NGO´s zählen wollte, gab es einen Aufschrei. Das Verhältnis stand 2000 zu sechs russischen in den USA. https://www.youtube.com/watch?v=6nVYgcki0W0

    Ich halte die Russen bei weitem nicht für so fähig oder stark, wie es die propagierte Furcht gebietet. Wahlfälschung gab es in Österreich -belegt- ohne russische Dienste und auch in den USA schon zu Zeiten von Bush jr….

    Aus Sicht des Handels ist China eine lupenreine Demokratie mit ausgewiesenem Sinn für Humanismus, kein Roter, Grüner oder Schwarzer stünde der Sicherung von dt. Arbeitsplätzen im Wege. Das galt auch für Russland, bis sich die Großwetterlage änderte: „Fuck the EU“ scheint es auf den Punkt zu bringen. Heute teilen sich andere den russischen Markt und die EZB kompensiert diese Ausfälle großzügig – was eine nachhaltige Wirtschaftspolitik kennzeichnet?

    Leider ist Europa auch meine Heimat – ich lebe schon länger hier und was geschieht gefällt mir nicht.

  14. D.H. Bauer sagte:

    Am 17.04.2018 habe ich unserem allseits verehrten Herrn Dr. Stelter eine email zum Thema IMF und SDR geschrieben. Eine stark gekürzte Fassung lesen Sie hier:

    „As we all know China was admitted to the IMF on 1st October 2016 and their Yuan was included in the currency basket forming the SDR. Before that ominous date the price of gold followed the vagrancies of the London gold syndicate, the COMEX and the Shanghai gold exchange. London and Chicago were dealing mostly paper gold whereas Shanghai was dominant in real gold trading. All three were wrestling for market dominance.

    After 01.10.2016 things changed dramatically. Gold stays now at an almost fixed rate close to 907 SDR/oz., its SDR value of 02.10.2016, the first business day after the entry of the Yuan in the SDR. Minimum error linear regression confirms very closely that trend line from Oct. 2016 to the present. The trend line for the USD/oz. is following the formula USD/oz. = SDR/oz. / USD/SDR and neither Trump nor the Fed can influence that anymore. One can consider this a soft peg for the Dollar.

    This must be considered an epoch-making and fundamental change of the international financial structure which went by unheard and uncommented. It needs a very big player to do it and there are not too many around worldwide. As such things do not happen just by chance, the question should be asked of who has done it and is continuing for what reason.

    Of course, the first thought goes to the IMF itself. When the SFR were created in 1969 they initially were tied to gold at the rate of one SDR equaling 0.88867 g (1/35 oz.) of gold. This peg was abandoned soon after as the USD was untied from its (same) gold equivalent, and consequently the SDR was based on a currency basket until now. The idea to revert to a gold standard for the SDR now in an all floating and exploding currency environment has certainly its charm and is not new, but probably rather far from the current IMF philosophy. Moreover, as the gold reserves of the IMF did not change during the last two years, it cannot be an active player on the gold market

    The other potential player is China, holding obscure gold reserves and having more than enough dollars and unlimited yuan reserves to wage the game. The bespoke date of Oct. 2016 also points in the direction of China. The IMF statutes do not allow a member state to peg its currency to the SDR. Nobody thought about gold in that context. Now China is pegging the SDR to gold without asking or violating any IMF rule, and not saying a word about it. One could certainly not expect that China joined the IMF, dominated by the US voting majority, as a minor junior partner only. This would be contrary to their declared intention to become the no. 1 economic power as soon as possible. They obviously decided to hit the very same day to emasculate the IMF.

    This is a worst case scenario for the IMF as this tie of the SDR to gold is beyond its influence and heavily compromising its independence. Consequently the IMF doesn’t comment on it either. Or should they come forward and admit in public that they have been cornered by China?

    It is high time that the financial world recognizes this new situation and starts analyzing its far reaching consequence…..“

    Interessant ist, dass die bisher ausgereichten SDR (204 Billionen) durch den Goldbestand des IMF beim gegenwärtigen Goldpreis zu rd. 40 Prozent gedeckt sind. Das ist ein solider Wert, historische Goldwährungen waren nie höher gedeckt.Wie geht das weiter, wenn weitere SDR ausgegeben werden (müssten)? Wird der IMF Gold zukaufen (woher, mit welchen Mitteln?), um den Deckungsgrad zu halten? Oder die SDR abwerten, aber dazu müsste er nun die Chinesen fragen, denn die haben den peg unter Kontriolle. Das wird was kosten, unter Umständen eine komplette Umstrukturierung des IMF, wobei die USA die Stimmehrheit aufgeben müssten. Oder werden die Chinesen den IMF und seine SDR kalt in den Keller schicken und anstelle CDR (Chinese Drawing Rights) kreieren, die mit Gold gedeckt sind und die neue Weltwährung werden?

    Was werden die Amerikaner tun, um da gegenzuhalten?

    Welche Staaten haben ausreichend Goldreserven, um da noch mithalten zu können, damit sie nicht ihre währungspolitische Unabhängigkeit verlieren?

    Wie soll die Politik reagieren?

  15. Homer J. sagte:

    Es ist doch immer wieder erstaunlich, mit welcher massiven, emotionalen Ablehnung die USA bedacht werden, die uns immerhin in WWII den Popo gerettet und im Kalten Krieg schützend die Hand über uns (BRD) gehalten haben. Letzteres natürlich aus eigenem Interesse. (Oje, ich höre schon den Shitstorm heranpfeifen…). Die Frage ist, ob nicht jede Großmacht früher oder später ihre weiße Weste verliert bzw. verlieren muss, weil sie sich in Umständen wiederfindet, die ihr – aus ihrer Sicht – keine Handlungsalternative lassen. Man denke an die Briten im Burenkrieg oder die Franzosen in Nordafrika… Wieso wird von den Amerikanern eine lupenreine moralische Handlungsweise gefordert, während für die anderen jede Entschuldigung recht ist?

    Ich bin voll bei Dietmar Tischer. Diese Diskussionen führen immer rasend schnell in Schuldzuweisungen und jeder Diskussionsteilnehmer nimmt für sich die alleinige Argumentationshoheit in Anspruch (ich natürlich auch… ;-). Ich glaube auch nicht, dass die meisten Politiker, Diktatoren, Präsidenten, etc. dumm sind. Sie fällen aus ihrer Perspektive, ihrem moralischen Kodex und auf Basis ihrer Zielvorstellungen taktische und strategische Entscheidungen. Die wir verstehen oder auch nicht. Die aber aus ihrer Sicht gut begründet sind.

    Man muss sich folgendes klarmachen: Die Welt ist nicht nett. Außer den Deutschen hat jede Nation (natürlich) ihre eigenen Vorteile im Blick. Das war schon immer so. Also braucht man in dieser Welt Verbündete. Das ist etwas anderes als Freunde. Wir Deutsche suchen Freunde und fühlen uns immer gleich betrogen, wenn sie das Telefon der Kanzlerin abhören. Aber wer steht denn als Verbündeter zur Auswahl? Die Chinesen brauchen uns nicht. Höchstens als kreative Werkbank, die Technologien liefert. Für die anderen Europäer sind wir so etwas wie der ungeliebte WG-Partner, den keiner mag, der aber die Miete zahlt. Wie die Russen in den letzten 75 Jahren mit ihren „Freunden und Verbündeten“ umgegangen sind, kann sich ja jeder ansehen. Nicht im Internet, in Geschichtsbüchern. Auch wenn es nicht schön ist und sich komisch anfühlt: die Amerikaner sind uns von den Großmächten am nächsten. Na ja, und in Summe unsere europäischen Nachbarn auch irgendwie…

    • SB sagte:

      @Homer J:

      „Man muss sich folgendes klarmachen: Die Welt ist nicht nett.“

      Das haben Sie aber schön gesagt! Hoffentlich lesen hier „unsere“ infantilen Politiker der deutschen Mainstream-Politik, allen voran Merkel, KGE, Roth etc. pp., welche die halbe Welt nach D einladen, mit.

      „Das war schon immer so. Deshalb braucht man in dieser Welt Verbündete. Das ist etwas anderes als Freunde.“

      Gleiche Anmerkung wie oben. Infantile (gebliebene) Personen können das offenbar nicht erkennen. Es ist allgemeinbekannt, dass es zwischen Staaten keine Freundschaften, sondern nur gleichgerichtete Interessen gibt (oder eben auch nicht).

      „…die Amerkaner sind uns von den Großmächten am nächsten.“

      Unabhängig davon, ob dem so ist: Es ist Aufgabe der (nationalen) Politik, sich mit den Ländern zu verbünden, mit denen man die größten Überschneidungen an Interessen hat. Schaut man sich die deutsche Politik an, wird schnell klar, dass sie in Sachen (insbesondere europäischen) Verbündeten auf dem Holzweg ist. Die Folgen sind allenthalben zu sehen und zu spüren: Deutschland ist der universelle Zahlmeister, der nichts zu sagen hat.

  16. MSt sagte:

    Sehr relevante Gedanken des Lesers. Was in der Diskussion zu kurz kommt, ist dass unter „Westen“ meistens nur Politiker, Lobbyisten und sonstige Eliten gemeint sind. Was fehlt ist die kritische Auseinandersetzung mit der passiv ignoranten Rolle der Bevölkerung – also uns allen – beim „zündeln“. Meine These: würde das was heute in Syrien, Irak, Libyen, Ukraine, Jemen etc. nicht heute sondern in den 70er Jahren passieren, hätten wir Hunderttausende auf den Straßen bei Friedensdemos. Stattdessen machen wir es uns heute in unseren Neubausiedlungen oder hinter abgedunkelten SUV-Scheiben gemütlich und beschäftigen uns mit smartphones, i-watches und anderen Gadgets, die unsere Nachbarn hoffentlich neidisch machen werden. Stellt sich die Frage nach den Gründen für die neue Biedermeier Epoche des Jahres 2018.

    Aus meiner Sicht sind es folgende Gründe (kein Anspruch auf Vollständigkeit):
    1. Nach jahrzehntelangem Kampf um die Unabhängigkeit der Presse, wird diese heute nicht mehr verteidigt sondern als gegeben vorausgesetzt. Halbwahrheiten, oberflächliche bis falsche Berichterstattung, kaum ernsthafte Kritik an der Regierung sowie irrelevante Scheindebatten („Gehört Islam zu Deutschland?) hin oder her: für gefühlt 90% der Bevölkerung sind Medien per Definition frei, objektiv und unparteiisch. Da stört es auch nicht, wenn fast alle Medien immer der gleichen Meinung sind.

    2. Punkt 1 verbunden mit der Durchdringung der Medien im Alltag von nahezu 100% der Bevölkerung schafft eine optimale Plattform für Kommunikations- und PR Strategen, um die richtige Mehrheitsmeinung zu formen und zu festigen.

    3. Die Erfahrung der 90er Jahre mit Massenarbeitslosigkeit, Konkurrenz aus Billiglohnländern und Hartz 4 haben vor allem bei der jungeren Bevölkerung die Sehnsucht nach materieller Stabilität geweckt, die keinen Raum mehr für gesellschaftlich aktive Position mehr lässt.

    4.Das perfektionierte Marketing in der Konsumgüter-, Telekom- und Automobilindustrie verbunden mit den neuen Technologien und Unterhaltungsmöglichkeiten tun ihr Übriges um den Konsumbedarf zu steigern und andere Bedürfnisse weiter oben in der Maslowschen Pyramide in den Hintergrund zu drängen.

    Die Liste ist sicherlich nicht vollständig. Ich bin mir sicher, unsere Nachfahren werden sich mit der heutigen Epoche beschäftigen und nach Gründen für unser Schweigen suchen. Wir werden uns dann wohl wieder die Fragen gefallen lassen wie „warum habt ihr zugeschaut?“.

    • Dietmar Tischer sagte:

      @ MSt.

      M. A. n. sind Ihre 1 bis 4 im Großen und Ganzen ganz wesentlich mit die Gründe, warum man mit Berechtigung von einer „passiv ignoranten Rolle der Bevölkerung“ sprechen kann.

      Nur:

      Die BETROFFENHEIT wird wachsen, wenn es zur Anpassung nach unten kommt, für die alles und nichts dagegen spricht.

      Dann ist es mit der passiven Rolle irgendwann vorbei, und zwar möglicherweise schneller als es uns lieb sein kann. Dafür muss sich bei der Ignoranz nicht das Geringste gebessert haben.

      Das kann und wird vermutlich heißen:

      Die Bedingungen, unter denen die dann Regierenden rationale Politik machen müssen, sind derart, dass es zu Entgleisungen kommt, nationalen wie internationalen gleichermaßen, etwa auch dem Zerfall der Währungsunion.

      Bei all dem muss von Zündeln keine Rede sein.

      Shit happens.

    • Alexander sagte:

      @MSt
      >Hunderttausende auf den Straßen bei Friedensdemos
      = Zur Machtergreifung der 1968er missbrauchte Idealisten, die ohne inszenierte Events kaum vor die Tore von US Basen gefunden hätten. Schon damals war es Angstchoreographie inmitten eines Propagandashitstorms, der Menschen mobilisierte.

      Kaum aufgearbeitet die Rolle der Stasi/DDR um die „Rote Armee Fraktion“ und ihre Glorifizierung, inmitten einer gelenkten Friedensbewegung.

      Die Friedensbewegung von 2014 musste sich von der 68er Presse rasch den Vorwurf, gelenkt und neu rechts zu sein, gefallen lassen.

      Lichterketten in Kandel = xenophob.
      Lichterketten gegen Meinungsfreiheit = i.O…… richtig oder falsch definiert die Wahrheitspresse….

    • Dietmar Tischer sagte:

      @ Thomas

      In der Tat, sehr friedliche Zahlen, man sollte sie zur Kenntnis nehmen und sich bewusst werden, dass längst nicht alles schlecht gelaufen ist in der jüngsten Vergangenheit.

      Aber darauf ausruhen würde ich mich dennoch nicht.

      WARUM war die zweite Hälfte des letzten Jahrhunderts vergleichsweise so friedlich?

      War die ERSCHÖPFUNG nach den Weltkriegskatastrophen in der ersten Hälfte einfach zu groß?

      Hatte man den AUFBAU und die enorme GÜTERNACHFRAGE zu bewältigen, also nicht hinreichend Ressourcen gleich wieder in den Krieg zu ziehen?

      War das RISIKO eines permanenten Totalverlusts zu hoch aufgrund der Kriegstechnologie (Atomwaffen etc.)?

      War die DIPLOMATIE besser, um Systemstabilität in jeder Interessenshäre zu gewährleisten?

      Ob und wenn so, ist das alles noch hinreichend WIRKSAM und daher zu erwarten, dass es relativ friedlich weitergeht?

      Oder verlangt da oder dort erodierende Systemstabilität, dass HANDLUNGSOPTIONEN ins Spiel kommen – nicht notwendigerweise kriegerische – die zu Verwerfungen führen können, die keine derartige Fortschreibung ins weitere 21. Jahrhundert mehr erlaubt?

      Auch wenn keine Antwort möglich ist, scheint mir die Frage nicht überflüssig zu sein.

      Unser HOFFEN sollte sie natürlich nicht ausschalten.

      • Thomas sagte:

        @hr. Tischer:Eine These, die ich vor Jahren hierzu gelesen hatte, war die: heute entscheidet nicht mehr Gebiet, also Menschen und Ressourcen, über wirtschaftliche stärke, macht und und ruhm, sondern Technologie und Wissen. So kann ein kleines Land ohne Rohstoffe als g7 Nation global ganz oben mitspielen. Zugang zu internationalem Kapital gehört sicherlich auch dazu.

        Es ist sicherlich ein multidimensionaler Zusammenhang.

        Ihre Punkte, plus andere Werte in der Gesellschaft und sicherlich auch mehr Transparenz, was Krieg bedeutet (Kriegsfilme, Dokus) helfen sicherlich zusätzlich, die großen bewaffneten Konflikte zu vermeiden.

        Frieden ist aber auch so kein Selbstläufer. Da muss man Energie reinstecken. Aggression läuft automatisch, das ist im Menschen „hard coded“.

        Großes Thema, habe aber nur kleine Tastatur… Und auch nur eine Sicht der Dinge, ohne zu wissen, was ganz oben gespielt wird.

  17. Carsten Pabst sagte:

    Da ich es mir abgewöhnt habe, zu glauben, ich würde Geopolitik in all seinen Facetten verstehen, heute mal einen positive Sicht auf die Dinge auf diesem schönen Planeten:
    http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/die-welt-wird-immer-besser-32-gute-nachrichten-15524076.html
    @Thomas hat ja auch schon einen schönen Link geteilt. Deshalb sollte man die schönen Dinge des Lebens wahrnehmen. Alles andere frisst einen nur auf.
    In diesem Sinne einen schönen 1. Mai.
    Freundliche Grüße
    Carsten Pabst

    • Dietmar Tischer sagte:

      @ Carsten Papst & Thomas

      Schön, dass Sie Positives verlinkt haben.

      Es ist notwendig, um dem Geschwätz von der universellen Ausbeutung mal Fakten entgegenzusetzen.

      Es ist nicht alles schlimm und schlecht, was in der Vergangenheit betrieben wurde. Im Gegenteil: Vieles wurde richtig gemacht oder jedenfalls so, dass nichts großartig Nachteiliges bewirkt wurde.

      Insofern ist ein gewisser Optimismus angebracht.

      Allerdings kann man davon nicht die Überschrift des FAZ-Artikels ableiten, nämlich sagen, dass die Welt immer besser wird.

      Das halte ich für grob irreführend, weil sie eine Sicherheit suggeriert, die es angesichts der Sachverhalte nicht gibt.

      Die Welt war und ist nach wie vor KRISENANFÄLLIG.

      Sie ist es aus vielerlei Gründen, die hier immer wieder thematisierte Überschuldung ist nur einer.

      Wir sollten uns demnach im Klaren darüber sein, dass es Vernunft, überlegtes Handeln und der Rücksichtnahme auf andere, also Kompromissfähigkeit statt Rechthaberei und Interessenbolzerei bedarf, um die Dinge nicht entgleisen zu lassen.

      Und selbst dann müssen wir auch Glück gehabt haben, wenn sie nicht entgleist sind.

      • Goodnight sagte:

        Es wäre nett, wenn mir mal einer hier erklären könnte, was von all dem Geld, welches seit 2008 da draußen so rumfliegt, nicht Helicopter-money ist.
        Wenn ein Herr Becker innerhalb eines Jahres von Millionen Schulden befreit werden kann, dann ist zwischen Schulden und Helikopter nur noch eine zeitliche Differenz.

      • Dietmar Tischer sagte:

        Skidelsky:

        “The logic of current economic conditions implies that governments should be taking advantage of ultra-low interest rates to invest in infrastructure projects, which would both stimulate demand and improve the structure of the economy.”

        Ist das wirklich die SCHLUSSFOLGERUNG, die den gegenwärtigen Bedingungen unseres Wirtschaftens gemäß zu ziehen ist?

        Ich gebe zu bedenken:

        Das vermutlich größte INFRASTRUKTURPROJEKT der europäischen Geschichte war der Aufbau Ost nachdem sich die ehemaligen DDR-Bürger Westdeutschland angeschlossen hatten:

        Volumen ca. DM 2 Billionen mit dem Ergebnis, dass eine zwar vorbildliche Infrastruktur hergestellt wurde, aber WEITERHIN erheblich Transfers erforderlich sind, damit das Einkommen pro Kopf der dortigen Bevölkerung nicht den Anschluss an das im Westen verliert.

        Das ist KEIN Argument gegen Infrastrukturprojekte.

        Es ist eines gegen das ALLHEILMITTEL Fiskalpolitik.

      • Dietmar Tischer sagte:

        @ Goodnight

        Es geht beim Schuld- und Helikoptergeld im Wesentlichen darum, welche AUSWIRKUNGEN die Umstellung SYSTEMISCH hat.

        Das ist etwas ganz anderes als einen Becker oder Millionen von Menschen durch geschenktes Geld zu entschulden. Dies zu tun, wäre nur ein technisch-operatives Problem.

        Schuldgeld hat eine Lenkungsfunktion – jedenfalls dann, wenn es funktioniert –, weil die Verfügbarkeit über Geld, sagen wir in Form eines von der Bank gewährten Darlehens, die VERPFLICHTUNG beinhaltet, so zu wirtschaften, dass Zinsen und Darlehen beglichen werden können.

        Schuldgeld kann man demnach nicht NUR einsetzen, um sich beliebige Wünsche zu erfüllen.

        Bei dem, was jemand zusätzlich zum erzielten Einkommen als Helikoptergeld erhält, ENTFÄLLT diese Verpflichtung.

        Allein schon DIESER Unterschied verändert das System.

        Insofern:

        Die Vorstellung, dass man Geld auf die Leute abwerfen bzw. ihren über die Kontonummer elektronisch adressierbaren Speicherplatz für Geld digital beliebig füllen kann, ist eine Nummer aus dem Kasperltheater.

        Helikoptergeld ist eine Systemumstellung mit erheblichen RISIKEN.

      • Goodnight sagte:

        @Tischer

        Äh…Kreislauf…schon vergessen?

        Das Geld für den Aufbau Ost wurde ja nicht verbrannt, es ist von den Taschen der Steuerzahlern in die Taschen von Investoren, Bauunternehmen und korrupten Beamten gewandert, welche das Geld dann mittels Konsum zurück zum Staat und in den Westen rückführten.

        Die gebauten Straßen sind da eher nebensächlich.

      • Dietmar Tischer sagte:

        @ Goodnight

        Der Geldkreislauf ist doch hier nicht das Thema.

        Sondern:

        Die Straßen sind NUR dann nebensächlich, wenn man sagt:

        HAUPTSACHE es gab Beschäftigung, um das SCHLIMMSTE zu verhindern.

        Das wurde mit FISKALPOLITIK, hier dem Straßenbau erreicht.

        Ob die Straßen per se zu weiterem Wohlstand beitragen, interessiert dann nicht.

        Die Straßen sind NICHT nebensächlich, wenn man sagt:

        Wir haben Straßen gebaut statt durch Steuererleichterungen dem privaten Sektor Mittel für irgendetwas in die Hand zu geben, weil wir glauben, durch Fiskalpolitik, z. B. den Bau von Straßen MEHR Wohlstand schaffen zu können als es die Privatwirtschaft vermag.

        Welche Betrachtungsweise die ANGEMESSENE ist über die jetzig wirtschaftliche Situation hinaus, blendet Skidelsky aus, wenn er mit LOGIK operierend quasi ohne Wenn und Aber auf die Fiskalpolitik setzt.

        Deshalb mein Verweis auf den Aufbau Ost, dass eine Debatte durchaus angebracht ist, wenn es um Grundsätzliches geht.

        Das hat direkt nichts mit dem Straßenbau in Ostdeutschland zu tun.

        Er war notwendig, politisch wie wirtschaftlich.

      • Goodnight sagte:

        @Tischer

        Darauf war mein Kommentar gerichtet: Wenn Schulden nicht mehr getilgt werden müssen bzw. entsprechend eingefordert werden können, dann ist da kein Unterschied zu abgeworfenen Geld.
        Was, wenn wir schon mitten in einem Systemwechsel sind, wenn die Traditionalisten sich alle irren, und diesmal wirklich alles anders ist? Was, wenn Geld nicht mehr knapp ist, es folglich seinen Wert verliert und dies forever? Wenn Banken verschwinden, weil das System sie nicht mehr benötigt?

      • Goodnight sagte:

        @Tischer

        Zum Straßenbau im Osten: Ich sehe da keinen Unterschied zu Tesla. Es werden enorme Summen an Geld in Investitionen geschüttet, deren Wirtschaftlichkeit keinen interessiert. Tesla erinnert mich da übrigens an die Nasa Programme in den 60er Jahren.
        Wie schon gesagt, die traditionellen Gesetzmäßigkeiten der Ökonomie haben in einer gegenwärtigen Welt des wertlosen Geldes zunehmend keine Bedeutung. Geld wird einfach nur ausgegeben.

      • Dietmar Tischer sagte:

        @ Goodnight

        >Wenn Schulden nicht mehr getilgt werden müssen bzw. entsprechend eingefordert werden können, dann ist da kein Unterschied zu abgeworfenen Geld.>

        Das ist einfach nur falsch.

        Wenn Insolvenz vorliegt, können Schulden nicht mehr getilgt bzw. eingefordert werden, wobei sich nichts am SCHULDGELDSYSTEM geändert hat.

        Helikoptergeld ist ein ANDERES Geldsystem.

        Es gibt also einen UNTERSCHIED.

        >Zum Straßenbau im Osten: Ich sehe da keinen Unterschied zu Tesla.>

        Es gibt den Unterschied, auch wenn Sie ihn nicht sehen.

        Ein wesentlicher Unterschied besteht darin, dass die gebauten Straßen keinen Gewinn erwirtschaften sollen, als öffentlich finanzierte Straßen wie im Osten jedenfalls, von Tesla aber genau das erwartet wird.

        Um es kurz zu machen:

        Ich habe nicht den Nerv und die Lust, Ihre oberflächlichen Assoziationen hinterher zu laufen und sie zu bereinigen.

        Sorry, das war’s.

      • Goodnight sagte:

        @Tischer

        Vielen Dank fürs Bemühen.

        Leider wenig erkenntnisreich.

        Schulden sind nur Schulden, wenn sie auch zurückgezahlt werden.
        Aber jeder mit ein bisschen Verstand kann beobachten, dass all die gegenwärtigen Schulden all der Staaten und Banken und Privatpersonen niemals zurückgezahlt werden. Folglich sind es funktional keine Schulden. Auch wenn Sie es laut und auf ewig Schulden nennen wollen.
        Und ich befürchte, alle außer einiger hier anwesender Traditionalisten haben das verstanden.

        Wenn man nach 10 Jahren (!) noch meint, eine Wirtschaft, die nicht mehr den Regeln der Theorie folgt, mit der gleichen Theorie erklären zu können, dann ist das, streng wissenschaftlich etwas problematisch. Man mag das dann noch Theorie nennen, aber de facto ist es keine mehr.

        Schulden und Ökonomie sind beide irgendwie nicht mehr das, was sie mal waren.

      • Dietmar Tischer sagte:

        Passende Verlinkung, auch bezüglich der „schönen Dinge des Lebens“ im Sinne von toll, was wir uns alles leisten können.

        Hellwig ist nicht nur die hierzulande überragende Figur, wenn es um das Finanzwesen und insbesondere die Banken geht.

        Er kann auch signifikante Sachverhalte mit höchst relevantem Bezug sehr verständlich darlegen.

        Hier mit wenigen Sätzen zur Bankenkrise und ihrer öffentliche Aufarbeitung in Deutschland:

        Für die Steuerzahler Milliardenschäden im hohen zweistelligen Bereich, alles in allem eher im dreistelligen, zuzuordnen vor allem den Landesbanken, also Banken in ÖFFENTLICHER HAND.

        Darüber fand bis heute keine breite öffentliche Diskussion statt bezüglich Ursachen, Geschäftsmodelle, Haftung und Konsequenzen.

        Offensichtlich gab und gibt es bis heute weder bei den Parteien, noch den Parlamenten und in der Bevölkerung ein hinreichendes INTERESSE, den Dingen auf den Grund zu gehen.

        Stattdessen wurden ein paar Figuren ausgetauscht und ansonsten alles zufriedenstellend abgewickelt oder „ruhig gestellt“ und dann zugeschüttet.

        Die Podiumsdiskussionen gehen wie immer vertieft darum, wie man den Verbraucherschutz so verbessern kann, dass für einen Anlagebetrag von EUR 5.000 statt einer Stunde „Beratungsgespräch“ nun zwei erforderlich werden für die Risikoabsicherung der Bank.

        Hellwig kennt die Komplexität des Interessengeflechts und die vielfältigen Determinanten öffentlicher Meinungsbildung nur zu gut, um SCHULDZUWEISUNGEN zu verteilen.

        Er zeigt auf – und schon das sollte genügen, Betroffenheit auszulösen.

        Wer unser Land besser verstehen will, insbesondere die heroischen VERDRÄNGUNGSLEISTUNGEN, die wir uns zumuten, sollte sich die 7 Minuten von Hellwig anhören.

        Und dann darüber NACHDENKEN, in welcher gesamtgesellschaftlichen Befindlichkeit wir uns zu verorten haben, wenn die Dinge so laufen, wie Hellwig sie darlegt.

  18. Johann Paischer sagte:

    Ich bin jetzt kein Experte. An einen großen Krieg glaube ich nicht. Aber ein neuer Nahost Konflikt scheint in Reichweite. Israel drängt schon lange darauf das Atomprogramm des Iran militärisch zu lösen. Ebenso sind die Militärstützpunkte des Iran in Syrien nicht zur Freude Israels.
    Es würde mich nicht wundern wenn Israel einen kurzen heftigen Konflikt mit dem Iran anzettelt. Ähnlich damals dem 6 Tagessieg mit Ägypten.
    Die große Frage würde sein wie sich der Ölpreis verhält. Reagiert der Ölpreis kaum wie bei den beiden Irak Kriegen. Oder fährt der Ölpreis gnadenlos nach oben, weil die Situation außer Kontrolle gerät.
    Die größten Ölfelder in Syrien, Iran und Irak liegen ja in Kurden Gebieten. Die Kurden sind wiederum der Türkei ein Dorn im Auge. Wenn nun die Türkei im Chaos eines neuen Nahost Konfliktes in den Kurden Gebiete einmarschiert und einen Konflikt mit Syrien, Iran und Irak beginnt.
    Auf wessen Seite würde sich Russland schlagen. Mit Assad hat Russland ja nicht wirklich eine Freude, mit den religiösen Machthabern im Iran wohl auch nicht unbedingt. Vielleicht wäre Russland eine Türkei als Big Player im nahen Osten sogar lieber.
    Als kompletter nicht Experte habe ich keine Ahnung wie sich dass entwickeln wird.
    Aber der Konflikt Israels mit dem Iran könnte die Ölpreise starke bewegen und großen Einfluss auf die Wirtschaft haben.
    Kann aber anderseits genau so unbedeutend für die Wirtschaft ablaufen wie die Irak Kriege.
    Mein Bauchgefühl sagt mir aber dass sich da was zusammenbraut das man wirtschaftlich spüren wird.

    • Klaus Samer sagte:

      Alle Staaten mit starker kurdischer Bevölkerung im Grenzgebiet haben Angst vor der Entstehung eines kurdischen Staates und gehen entsprechend dagegen vor.

      Erdogans Größenwahn wird die Türkei mittelfristig wirtschaftlch ruinieren, seine Armee in Syrien gegen die Kurden einzusetzen wird ihm wenig nützen, wie er dort eine dauerhafte Präsenz aufrechterhalten und bezahlen will ist mir ein Rätsel.

      Beim Ölpreis könnten die Überraschungen von mehreren Seiten kommen. Wenn ich mich recht entsinne haben zusätzlich zur künstlichen Verknappung durch die Saudis auch die Ölkonzerne in den letzten Jahren deutlich die Investitionen zurückgefahren, was möglicherweise mittelfristig den Preis noch treiben könnte.

      Das Elektromobilität nicht nur Spinnerei ist sondern durchaus eine hinreichende Wirkung auf den Ölverbrauch hat kann man hier lesen :

      http://www.manager-magazin.de/unternehmen/autoindustrie/elektroautos-boom-bei-e-bussen-senkt-dieselnachfrage-um-233-000-barrel-a-1204917.html

      Klar die Chinesen erzeugen Unmengen an Strom immer noch mit Kohle, aber selbst damit sollte die Verschmutzung unterm Strich sinken da der Wirkunsgrad der Kraftwerke deutlich über dem von Verbrennungsmotoren liegt insbesondere wenn sie noch eine Kraft-Wärmekopplung betreiben.

      Es wird ja in wirtschafskonservativen Kreisen gerne über Elektroautos gelästert, dabei fällt den Protagonisten allerdings nicht auf das die deutsche Autoindustrie schon längst an Ihnen vorbeigezogen ist und bereits Milliarden in diesen Bereich investiert.

      In Bezug auf den Ölpreis könnte das bedeuten, dass wir in nicht allzu ferner Zukunft einen Peak in der Nachfrage sehen und von da gehts bergab. Überleben werden das nur die Ölkonzerne die rechtzeitig die Kurve kriegen und sich zu Energieanbietern transformieren.

      Toyota will in 3 Jahren mit einer Feststoffbatterie mit doppelter Reichweite auf den Markt kommen, sollte das passieren ist das Thema Kraftstoff für Autos ziemlich schnell durch. Hinzu kommt das im Schwerlastbereich möglicherweise die Brennstoffzellentechnik (auch hier geben die Japaner Gas) den Markt umkrepeln wird.

      Wie schon ein saudischer Ölminister sagte die Steinzeit ist nicht zu Ende gegangen weil die Steine ausgegangen sind.

      Kein Wunder also das man mit Saudiaramco noch schnell Kasse machen will.

  19. Klaus Samer sagte:

    2/3 der „Diskussion“ hier erinnern mich an das immer gleiche Trollmuster der letzten Jahre in der Internetforen verschiedener großer deutscher Medien. Kaum werden kritische Fakten über Russland berichtet, werden die Foren zugespamt mit den immer gleichen Versatzstücken an „alternativen Fakten“, Fake News und angeblicher Lügenpresse gepaart mit Lobeshymnen auf Russland und der vermeindlichen Abhängigkeit des Westens von dieser sogenannten Großmacht.

    Gerne garniert mit ein paar Beleidigungen gegen Menschen die eine ganz klare Meinung gegenüber Russland vertreten und im Westen tief verankert sind, davon scheint es ja hier auch nicht mehr viele zu geben.

    Es gibt Menschen denen die Freiheit des Westens etwas bedeutet, was im Übrigen nicht heißt das man diesem System nicht in Teilen kritisch gegenüber steht.

    Offensichtlich scheint berechtigte Kritik an fundamentalen Fehlentscheidungen der Merkelregierung und ihrer Vorgänger bei einigen zu massiver Wirklichkeitsverzerung, den Rückzug in eine alternative Wirklichkeit und radikalisierte Demokratiefeindlichkeit zu führen.

    Die Generation derjenigen die die Befreiung Deutschlands vom Nationalsozialismus durch die Amerikaner und das Marshallprogramm noch erlebt haben stirbt langsam aus, das und die Tatsache das wir in Europa schon so lange in Frieden leben, scheinen viele für so selbstverständlich zu halten das sie nun meinen sie müßten die Meinungsfreiheit dazu nutzen die Demokratie abzuschaffen, im Auftrag und durch Bezahlung Dritter oder aus eigener Überzeugung.

    Man konnte nach der Trollwelle, die quer durch die deutsche Onlinepresse ging, beobachten wie die Kommentarfunktionen in wiwo online, handelsblatt etc. pp. teilweise drastisch eingeschränkt wurden, man kann das als Sieg des Spams über die Meinungsfreiheit deuten, ganz soweit ist aber noch nicht.

    Es würde dem Blog von Dr. Stelter unterm Strich wohl nicht Schaden die Kommentarfunktion abzuschalten. Ich kann ganz gut damit leben dass damit auch meine Meinung abgeschaltet würde, so wichtig nehme ich mich nicht. Da ist mir wichtiger das nicht noch ein Forum mit kruden Verschwörungstheorien und Antiamerikanismus zugekleistert wird.

    Die Protagonisten hier sind eh meist die gleichen und die Positionen werden sich wohl kaum ändern. Herr Dr. Stelter hat sicherlich die Möglichkeit Herrn Stöcker und andere an anderer Stelle zu Wort kommen zu lassen, technisch ist das kein Problem.

    • Ondoron sagte:

      Mit Ihrer Hilfe @Samer behalten wir die demokratische Meinungsfreiheit, bis wir alle meinungsfrei sind.
      Meine Verachtung ist grenzenlos. Dr. Stelter aufzufordern, die Kommentarfunktion abzuschalten zeugt – in meinen Augen – von Ihrer totalitären Gesinnung!

    • Johannes sagte:

      @ Samer: volle Zustimmung. Auch hier sind – leider – sicher Trolle unterwegs. Selbst- und Fremdernannte. Gerade bei diesem Beitrag schön zu erkennen, da mit einem Mal Foristen kommentieren, die nie zuvor hier gesehen. Da hat wohl irgendwo ein Algorithmus Alarm geschlagen- vermutlich ;-)

      Ich finde aber trotzdem, dass die Kommentarfunktion erhalten bleiben sollte. Dieser Blog ,lebt‘ auch von der Diskussion.

  20. R aus S sagte:

    Da ja alle an Fakten interessiert sind, empfehle ich, sich ein paar Amerikaner zum Thema Geopolitik und Naher Osten, Ukraine, Russland anzuhören, z.B.:
    1. Wesley Clark (Ex -Saceur), NATO-Oberbefehlshaber a.D.; Barack Obama; George Friedman, Stratfor; alle 3 in einem video: https://www.youtube.com/watch?v=cIAtMPt8UE4+
    Ein sehr aufschlußreiches video, man beachte insbesondere ab Min13:45.
    2. Ray McGovern, Ex-CIA-Offizier/-Analyst:
    -CIA-Offizier spricht Klartext über US-Imperium, Russland und Ukraine-Konflikt, https://www.youtube.com/watch?v=jcyj7ghU6vY
    -Hintergründe der Giftgaseinsätze in Syrien, https://www.youtube.com/watch?v=LGLDYDcQqWc

  21. Fala sagte:

    Sehr geehrter Herr Samer,

    ich bin schon seit geraumer Zeit Leser dieses Blogs und so heftige Diskussionen gab es noch nie … raten Sie mal wer der Auslöser von dem Ganzen war …
    Ihr letzter Beitrag gießt nochmal Öl ins Feuer. Die ganze Zeit weitgehend fundierte Stellungnahmen und dann kommen Sie und plötzlich sind hier 2/3 Trolldiskussion ?!?
    Aus meiner Kindheit kenne ich noch einen Vers, der endet mit „wer’s sagt ist es selber“.
    Schlechter Stil ist m.E. auch, wenn man Argumente beiseite wischt mit „Herrn Ganser der gilt vorwiegend in rechten Kreisen als seriös“.
    Besonders skurril ist auch, wenn man Argumente mit „whataboutism“ abbügelt, obwohl doch die eigenen Argumente selbst weitgehend darunter fallen.
    Herr Samer ich beneide Sie durchaus um ihr klares Weltbild. Mir gelingt es leider nicht die vielen widersprüchlichen Fakten auszublenden. Auch vertraue ich lieber denen, die die Wahrheit suchen, als die die meinen, sie gefunden zu haben.
    Mir wäre am Liebsten, wenn Deutschland die Kraft und Macht hätte, sowohl gegenüber der USA als auch gegenüber Russland eine eigenständige Politik zu verfolgen … aber mit 40 Mio. Deutschen in 2050 wird das ehh nichts mehr …

    LG

    • Klaus Samer sagte:

      Vielleicht fangen ja Sie und Ihren Kollegen im Geiste erstmal an unter vollständigem eigenem Namen zu schreiben, bevor Sie sich ständig wiederholen was Ihre Einlassungen im Übrigen nicht richtiger macht.

      Mich als Auslöser hier zu sehen ist wohl ein wenig zu viel der „Ehre“, der Auslöser ist wohl eher der Inhalt, nämlich die klare Position gegen Russland, die hier bei einigen direkt DInge auslöst die mich an den berühmten Russen und Nobelpreisträger Pawlow erinnern. Der würde wahrscheinlich heute eher in die USA emigrieren.

      Ihre von Ihnen so als „fundiert“ definierten Stellungnahmen kommen hier nur von weniger als einer handvoll Protagonisten Sie eingeschlossen und berufen sich auf Quellen deren „Qualität“ ich ja oben schon näher beschrieben habe, Der von mir gepostete Link dazu (Herr Ganser )stammt natürlich aus den berühmten Schweizer Fakemedien.

      Die Muster sind übrigens wie schon erwähnt immer die gleichen bei Trollen, wie schon oben dargelegt.

      Das es garnicht meiner Kommentare bedarf um eine Diskussion die mit einem Wirtschaftsthema gestartet, in diesem Falle Gold, in z.B. offenem Antisemetismus enden zu lassen kann man hier sehr unschön nachlesen :

      https://think-beyondtheobvious.com/stelters-lektuere/die-gold-frage/

      Solange hier nicht die Kommentarfunktion für alle d.h. auch für Sie und Ihresgleichen abgeschaltet wird, werden Sie damit leben müssen, das ich Russland unter Putin als das bezeichne was es ist, eine kleptokratische Diktatur die offene Kriege in Osteuropa und asymetirische Kriege inklusive Cyberterrorismus, im Westen führt Das derzeit nur die Amerikaner dagegen angemessen vorgehen macht die Sache nicht besser.

      Da Sie sich unter einer Diktatur offensichtlich viel wohler fühlen würden, Putin hat durchaus noch Platz und keiner hält Sie zurück. .

      • Richard Ott sagte:

        So, Herr Samer, jetzt beiße ich bei Ihnen an.

        Sie behaupten also, Russland unter Putin würde in Osteuropa „offene Kriege“ führen. Also frage ich Sie: Welchen osteuropäischen Ländern hat Russland in Putins Amtszeit den Krieg erklärt?

        Ich bin sehr neugierig auf Ihre Antwort!

      • Ondoron sagte:

        Die westlichen Werte des Bombenwerfens, der Farbrevolutionen, des Regime Change, des Zerstörens. Lesen Sie Thomas Barnett! Da steht alles drin. Aber wahrscheinlich wissen Sie nichts, außer das, was Ihnen die grüne Journaille ins Büchlein schreibt.
        Der tolle Westen, ein jämmerlicheres Narrativ gibt es wohl nicht. Entweder haben Sie tatsächlich keine Ahnung – vieles spricht dafür – oder Sie sind im Auftrag unterwegs.

      • Goodnight sagte:

        Werkgemeinschaft ist dann doch etwas euphemistisch. Ich dachte immer, bei Politik würde es um Macht gehen. Aber „Macht“ scheint der blinde Fleck vieler Akademiker zu sein, die sich dann über den Erfolg eines Trump wundern.
        Whatever, Deutschlands einziger Ausweg aus dem Dilemma zwischen Trump und Putin wäre ein vereinigtes Europa. Aber dazu scheint es nicht in der Lage zu sein.
        Wir zahlen nur für Europa, aber beherrschen es nicht.
        So blöd muss man erstmal sein.

  22. Alexander sagte:

    Die Ängste des Lesers spiegeln sich in der Rede des Vorstandsvorsitzenden der Knorr Bremse AG wieder, ein kurzes Statement, welches unverändert richtig ist:
    https://www.youtube.com/watch?v=EqPInfR75E8

    Zitat: „Wir sind am Rande eines kulturellen Zusammenbruchs“
    Zitat: „Es wird Zeit, dass wir die Dinge auf den Tisch legen“.

    Leider findet diese Diskussion keine Öffentlichkeit.
    Die Methoden zuwider laufenden Meinungen zu diffamieren sind beschämend.
    Man kann sich davon nur distanzieren.

    @all – Vielen Dank für die Diskussionsrunden.

  23. Klaus Samer sagte:

    Danke für die Klärung das Sie sich unter einem vereinigten Europa ein von Deutschland berherrschtes vorstellen. Die Angst davor ist genau das was viele von der Vereinigung abhält.

    Das Problem ist das Europa seit mehr als 60 Jahren verlobt ist sich aber weigert zu heiraten, die Vorteile würden aus meiner Sicht die Nachteile überwiegen dafür müßte man aber die Bevölkerung direkt fragen und nicht im Hinterzimmer Europa immer fester zusammeschweißen.

    Herr Sinn hat hierzu viel richtiges in diesem Interview gesagt :https://www.capital.de/wirtschaft-politik/ich-kann-nur-jedem-raten-die-naechsten-jahre-auf-der-hut-zu-sein

    Was er nicht sagt ist das man dafür einen Bundesstaat braucht, ich hätte nichts dagegen wenn die Verfassung sauber gestaltet wäre.

  24. ikkyu sagte:

    Offensichtlich hat die NATO ein Problem bezüglich der Qualität ihrer Trolle im Internet.

    Der Unterschied zwischen Final- und Relativsatz (dass oder das?) scheint dem aktuellen Personal nicht mehr geläufig zu sein.

    Aber:
    Wie kann man die geopolitischen Ansichten von jemanden ernst nehmen, der nicht einmal die Sinnstruktur der deutschen Sprache versteht? So jemand diskreditiert sich doch selber.

    Für mich als Fan der US-amerikanischen Verfassung ist dieser Niveau-Verlust jedenfalls erschreckend.
    Man sollte hier unbedingt mehr in Qualität investieren und nicht beim primitiven und intellektuell minderwertigen Gegensatz böser, unterlegener Russe und guter, überlegener Ami der Rambo Filme stehenbleiben.
    Das durchschauen die Leute und dann wirkt es kontraproduktiv.

  25. ikkyu sagte:

    Nach einer Studie von Wissenschaftlern der Princeton-Universität wird die Politik in den USA hauptsächlich durch Oligarchen bestimmt:

    https://scholar.princeton.edu/sites/default/files/mgilens/files/gilens_and_page_2014_-testing_theories_of_american_politics.doc.pdf

    Interessant wird sein, wie sich die Stabilität der jetzt schon gespaltenen Gesellschaften in den USA und in Europa bei einer globalen Wirtschaftskrise entwickelt.

    Da hat dann Russland mit seiner politisch homogenen (70% Zustimmung für Putin) und krisengeprüften Bevölkerung sicher weniger Probleme als wir hier im Westen.

  26. Carsten Pabst sagte:

    Na Herr Stelter, da haben Sie ja mit der Mail Ihres Lesers eine lebhafte Diskussion angefacht. Der Erkenntnisgewinn für mich:
    1. Trolle hielt ich immer für einen Kobold oder Dämon der nordischen Mythologie. Man lernt nie aus!
    2. Diskussionen sollten immer sachlich geführt werden und nicht beleidigend. Somit sollte Diskussionskultur Schulfach werden.
    3. Geopolitik versuche ich seit Jahren zu verstehen, gebe mir auch sehr viel Mühe, hier den Überblick nicht zu verlieren. Aber ich muss mittlerweile eingestehen: Ich habe den Kampf verloren. Allein der religiös-ethnische Flickenteppich im Nahen Osten lässt mich den Überblick verlieren. Dies alles noch garniert mit den geopolitischen Interessen der verschiedenen Mächte/Länder und der oftmals unterschiedlichen und wiedersprüchlichen Berichterstattung im Internet und den Medien. Somit bin ich sehr erstaunt, wieviel EXPERTEN es doch auf diesem Gebiet hier im Forum gibt. Vielleicht sollte man einmal im Jahr hier im Forum den Peter- Scholl- Latour- Preis vergeben. Das wär doch mal was. Ich schlage den 1. Mai vor (Bin mir bewußt, ich verlasse die sachliche Ebene, musste ich aber mal loswerden).
    4. Damit von meiner Seite mehr Tranzparenz in diesem Forum besteht, würde ich gern ein Bild von mir neben meinen Kommentaren eingeblendet wissen. Dies gibt dem ganzen ein Gesicht. Leider habe ich keine Ahnung, wie man so etwas bewerkstelligt. Über einen Tipp/Anleitung wäre ich dankbar. Herr Stöcker, bitte helfen Sie mir!
    Freundliche Grüße
    Carsten Pabst

    • Richard Ott sagte:

      @ Carsten Pabst

      Ob es besonders klug ist, einen sachlichen Diskussionsstil einzufordern und dann selbst polemisch zu werden, das müssen Sie selbst wissen.

      Aber weil Sie Scholl-Latour erwähnt haben, habe ich mich an einen Auftritt von Ihm in der Talkshow „Anne Will“ aus dem Jahr 2012 (!) erinnert. Das Thema war schon damals der Syrienkrieg. Scholl-Latour hat mit seiner Sachkenntnis über die Region geschafft, den Verlauf des Krieges ziemlich genau vorherzusehen: https://www.youtube.com/watch?v=mHvs79Ed9q4

      Sie hätten ihm damals besser zuhören sollen als heute launige Witzchen über ihn zu machen.

      • Carsten Pabst sagte:

        Sehr geehrter Herr Ott,
        ich habe unter Punkt 3 geschrieben, das ich die sachliche Ebene verlasse. Scholl- Latour schätze ich sehr, deshalb der nicht ganz ernst gemeinte Vorschlag, den EXPERTEN diesen Preis zu verleihen. Ob Sie sich dazu zählen, entzieht sich meiner Kenntnis. Auch kann ich Herrn Scholl- Latour nicht besser zugehört haben, denn das setzt voraus, das ich die von Ihnen erwähnte Sendung gesehen habe. Das kann ich aber Dank Ihres Linkes jetzt tun.
        Freundliche Grüße
        Carsten Pabst

      • Richard Ott sagte:

        @ Carsten Pabst

        Ich maße mir bestimmt nicht an, zu behaupten, dass ich auch nur ansatzweise so viel von der arabischen Welt verstehe wie es Peter Scholl-Latour tat. Aber ich kann nicht verstehen, wieso Sie selbst den Versuch aufgegeben haben, die Konflikte dort zu begreifen. Wenn Sie keine eigene Position haben, dann stützen Sie als Bürger des „Westens“ automatisch die aktuelle Politik der westlichen Regierungen – quasi so wie wenn Sie sich bei einer Wahl der Stimme enthalten und dann diejenigen gewähren lassen, die eine Mehrheit erringen.

        Ich halte das, was wir von den Medien in Deutschland, Großbritannien und den USA über den Syrienkonflikt aber auch über den Konflikt mit Russland und Iran vorgesetzt bekommen, mit ganz wenigen Ausnahmen für ganz üblen, komplett einseitigen Propaganda-Müll.

        Investieren Sie jeden Tag ein bisschen Zeit und machen Sie sich selbst ein Bild. Für den Syrien-Konflikt und den Kampf gegen den IS sind das hier gute Nachrichten-Aggregatoren, mit täglich geupdateten Karten:
        https://syria.liveuamap.com/ (eher pro-USA / UK / Frankreich / Israel / Saudi-Arabien / Dschihadisten)
        https://syriancivilwarmap.com/ (eher pro-syrische Regierung / Russland / Iran / Hezbollah)

        Sie werden dort eine Menge Meldungen und Meinungen finden, die sich gegenseitig widersprechen, aber Sie bekommen die unterschiedlichen Positionen dort wenigstens tagesaktuell und weitestgehend ungefiltert präsentiert. Damit leisten diese 2 Webseiten mehr als jede deutschsprachige Tageszeitung.

    • Kairo sagte:

      Hallo Herr Pabst,
      da mich das Thema Geostrategie bzw. -Politik auch seit langem beschäftigt, ist meine Bibliothek dazu ziemlich angewachsen. Ein wie ich finde kluges und mit originelllem Ansatz aufwartendes Beispiel darf ich Ihnen hier vielleicht nennen:
      Es stammt von Tim Marshall und heißt „Macht der Geografie“. Gibt es inzwischen als PB und lohnt sich m.E unbedingt.

  27. Carsten Pabst sagte:

    Sehr geehrter Herr Ott,
    Vielen Dank für Ihre Antwort und Ihre Links. Sie haben selbst geschrieben:
    „Sie werden dort eine Menge Meldungen und Meinungen finden, die sich gegenseitig widersprechen, aber Sie bekommen die unterschiedlichen Positionen dort wenigstens tagesaktuell und weitestgehend ungefiltert präsentiert. Damit leisten diese 2 Webseiten mehr als jede deutschsprachige Tageszeitung.“
    Das ist doch meiner Meinung nach das große Problem, das der Außenstehende hat: Die Vielzahl an widersprüchlichen Medienberichten aus dem Nahen Osten, insbesondere Syrien. Dies war und wird in Krisensituationen nie anders sein. Was ich nur für sehr bedenklich halte, wie hier im Forum teilweise mit einer Vehemenz die jeweilige Position (pro russisch/pro westlich) vertreten wird und dies dann oftmals auch die sachliche Ebene verlässt. Ich arbeite als Handwerksmeister in einem Ausbildungszentrum und komme direkt mit Personen aus Syrien, Afghanistan, Somalia, Äthiopien, Eritrea… in Kontakt. In Gesprächen mit meinen Lehrlingen aus den betroffenen Gebieten ist es sehr schwer, sich ein Gesamtbild über die Situation in den jeweiligen Regionen zu machen, weil auch dort die Meinungen sehr stark auseinandergehen. Ich habe auch im Bezug auf Migration oftmals eine andere Sicht der Dinge, da ich schon Betonbauer in Afrika unterrichtet habe und dieses Jahr auch wieder vorhabe. Bin deshalb auch immer erstaunt, welch große Migrationsexperten sich hier im Forum tummeln und auch so tun, als wären sie dreimal im Jahr Vorort und würden sich auskennen. Sich als Außenstehender, der wahrscheinlich nie die Regionen gesehen hat, eine Meinung bilden zu wollen, und die dann auch noch mit dem Messer im Mund hier im Forum verteidigt, halte ich schlicht für aberwitzig. Was nicht heißen soll, das es sehr gute Kommentare auf sachlicher Ebene in dieser Diskussion gab. Und damit belasse ich es und wünsche Ihnen frohes Schaffen.
    Freundliche Grüße
    Carsten Pabst

    • Christoph jacob sagte:

      So ist es. Ich bereise selber diese Regionen oft und interessiere mich durchaus für geoplitik aber das Wirrwarr ist schwer zu durchblicken. Persönlich habe ich etwas den glauben an den wrsten und insbesondere unsere Medien verloren aber da sind die anderen auch nicht besser. Es ist allgemein schade dass Diskussionen immer schwieriger werden da sofort radikalpositionen eingenommen werden und andere sind wahlweise Trolle, Deppen oder ähnliches….obwohl manchmal muss ich gestehen dass ich ähnlich über andere Meinungen denke…

  28. admin
    admin sagte:

    Liebe Leserinnen und Leser,
    liebe Kommentatorinnen und Kommentatoren,

    Ihre Diskussionsfreude ist beeindruckend und bto bedankt sich für den regen Gedankenaustausch. Was bto jedoch ablehnt, ist die Art, in der manche Kommentatoren ihre Meinung kundtun. Bereits mehrfach hat Dr. Daniel Stelter auf seinem Blog einen sachlichen und höflichen Umgang eingefordert, so wie ihn auch viele Kommentatoren in diesem Fall praktiziert haben. bto bedauert, dass Höflichkeit, Wertschätzung und Sachlichkeit in dieser Diskussion nicht immer der Fall waren und schließt deshalb die Kommentarfunktion für diesen Beitrag. Wir bedanken uns bei allen Kommentatoren, die auf einen fairen und sachlichen Diskurs Wert legen und untereinander einforderten. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare zu löschen, die den Regeln der Netiquette nicht entsprechen.

    Mit freundlichen Grüßen
    die bto-Redaktion

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