Die Irrtümer von EZB-Präsidentin Christine Lagarde

Außerdem: Wie der Fall Wirecard grundsätzliche Schwächen in der Wirtschaftsprüfung offenbart

Ein Interview mit der EZB-Präsidentin ist einer der Schwerpunkte in Folge 32 von „beyond the obvious – der Ökonomie-Podcast mit Dr. Daniel Stelter“. Kommentiert wird, wie Christine Lagarde über den Euro, die Geldpolitik und den Klimawandel spricht. Ihre Erklärungen sind höchst streitbar. Außerdem führt Lagarde uns in eine weitere Runde der Diskussion um Deflation und Inflation. Hier offenbart sie eine gewisse Ahnungslosigkeit.

Zu Beginn steht der Wirecard-Skandal im Fokus. Daniel Stelter spricht mit einem Experten für Risiko-Management über ein grundsätzliches Problem in der Wirtschaftsprüfung, das dringend behoben werden sollte.

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Kommentare (15) HINWEIS: DIE KOMMENTARE MEINER LESERINNEN UND LESER WIDERSPIEGELN NICHT ZWANGSLÄUFIG DIE MEINUNG VON BTO.
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    Marco Polanzke sagte:

    Ich frage mich schon, wie es sein kann, daß fehlende 2 Mrd. nicht auffallen. Wir reden hier schließlich nicht von einer Größenordnung Hunderttausend. Normalerweise werden von den Banken Saldenbestatigungen angefordert. Klingt alles irgendwie sehr seltsam.

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    Rotter sagte:

    So wie Politik und Zentralbanken derzeit handeln werden Resourcen verbraucht, deren aktueller Einsatz zwar „Wohlbefinden“ generiert, aber den Klimawandel befördert. Die Coronakrise zeigte es: Statt im Munitentakt Flugzeuge im Anflug zu Fraport, himmliche Ruhe. Kaum ein Staat der seine Airlines nicht mit Milliarden pampert. Die Branche ist wichtig, für die Region Rhein-Main. Es gibt sogar Fraport-Gegner, die schnell mal nach Lissabon zum Kaffeetrinken fliegen. Ökodiktatur kann nicht aus subjektiven Gründen gewünscht werden; ob das Wirtschaftssystem soweit und schnell lernfähig ist darf bezweifelt werden. Wer nicht es auf sich, die bisher externalisierten Kosten in dem Preis seines Produktes/Dienstleistung auszuweisen? Vielleicht sollte die Wissenschaft von Risikomanagement sich dazu äußern.

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    Dietmar Tischer sagte:

    Dr. Stelter sagt bezüglich des Klimawandels, wie er durch die Regierungen betrieben und Zentralbanken finanziert wird:

    >Durch neu geschaffenes, billiges Geld vorgezogener Konsum und vorgezogene Investitionen führen zu einem höheren Ressourcenverbrauch heutzutage…

    … Wenn wir davon ausgehen – und wir sollte davon ausgehen –, dass der technische Fortschritt in Zukunft dazu führen wird, dass wir die gleiche wirtschaftliche Leistung mit weniger Ressourcenverbrauch erreichen, wäre es eigentlich vernünftig, diesen Verbrauch nicht vorzuziehen, sondern heute anzuerkennen, dass die Wirtschaft eben nicht so stark wachsen kann und in Zukunft Wachstum zuzulassen, das weniger Ressourcen verbraucht und umwelt- und klimaschonender ist.>

    Seine Schlussfolgerung und Empfehlung:

    >Damit sei die Geldpolitik, wie sie betrieben wird, den Klimawandel beschleunigend und ihn nicht hemmend.

    Sie sollte geändert werden.>

    Dieser Auffassung liegt eine FALSCHE Einschätzung der REALITÄT zugrunde.

    Es geht beim Kampf gegen den Klimawandel, wie er von der EU und EZB beabsichtigt wird, NICHT darum, einem vorgezogenen klimaschädlichen Ressourcenverbrauch gegen einen zukünftig klimafreundlichen abzuwägen bzw. letzeren sich durch „technischen Fortschritt“ entwickeln zu LASSEN.

    Es geht vielmehr – proklamierter ZIELSETZUNG entsprechend – SCHNELLSTMÖGLICH und UMFASSEND darum, einen klimafreundlichen Ressourcenverbrauch zu REALISIEREN.

    Denn man will erklärtermaßen NICHT irgendwann zu einem klimafreundlichen Ressourcenverbrauch gelangen, sondern 2050 einen Carbon-NEUTRALEN ERREICHT haben.

    Der technische Wandel führt möglicherweise IRGENDWANN zu dieser Zielerreichung, aber er garantiert sie nicht in 2050.

    Wenn 2050 die verfolgte Zielsetzung ist, dann ist auch klar, was der PROZESS dahin sein MUSS

    a) die Angebotsseite betreffend: Die PRODUKTION von klimaschädlicher Energie ELIMINIEREN und durch klimafreundliche ERSETZEN.

    und

    b) die Nachfrageseite betreffend: Die NUTZUNG klimaschädlicher Energie ELIMINIEREN und die klimafreundlicher bei Konsumenten und Unternehmen DURCHSETZEN.

    Ab SOFORT konsequent ersetzen und durchsetzen:

    Das ist die gewollte DEKONSTRUKTION unserer Wirtschaftsordnung und des darauf bauenden Wirtschaftens.

    Dr. Stelter könnte einwenden:

    Wir haben auf EU-Ebene bereits das Instrument der Verschmutzungszertifkate und könnten damit – effizient über den Preis – das Ziel auf der ANGEBOTSSEITE erreichen.

    Das ist richtig, berücksichtigt jedoch nicht die NACHFRAGESEITE.

    Kann sie unberücksichtigt bleiben?

    Wenn es richtig ist, an was Ökonomen glauben, dass nämlich das Angebot sich NICHT seine Nachfrage schafft, dann MUSS die Nutzung regenerativer Energie GEGEN die PRÄFERENZEN von Individuen und Unternehmen durchgesetzt werden.

    Das heißt in letzter Konsequenz:

    ÖKODIKTATUR als Mittel der DESTRUKTION des bestehenden Nachfrageverhaltens.

    ERST wenn dies ERREICHT ist und ein anderes Nachfrageverhalten DURCHGESETZT ist, kann auf Basis eines klima- und ressourcenfreundlichen Angebots wieder ein WETTBEWERB um den „technischen Fortschritt“ stattfinden.

    Dann, aber erst dann, könnte man sagen:

    Von der DEKONSTRUKTION zur REKONSTRUKTION unseres Wirtschaftens.

    Soviel zur Prozesslogik.

    Die Logik ist allerdings nur das eine.

    Das andere ist, dass dieser Prozess mit unkalkulierbaren REALWIRTSCHAFTLICHEN Risiken verbunden ist.

    Darüber ist am Blog viel geredet worden, meine Sicht ist bekannt.

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      Michael Stöcker sagte:

      @ Dietmar Tischer

      “Wenn es richtig ist, an was Ökonomen glauben, dass nämlich das Angebot sich NICHT seine Nachfrage schafft…”

      Die meisten Neoklassiker und andere Gleichgewichtsapostel gehen doch eher von der Korrektheit des Sayschen Theorems aus und würden vielmehr mit marktkonträren Eingriffen argumentieren.

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        Dietmar Tischer sagte:

        @ Michael Stöcker

        Ich weiß, dass das Saysche Theorem durch James und John Stuart Mill Eingang in die klassische Ökonomie gefunden hat.

        Richtig ist zwar, dass die Summe Geldes, die für die Produktionsfaktoren zur Güterherstellung ausgegeben wird, der Höhe des Einkommens entspricht, das für Nachfrage der Güter zur Verfügung steht, aber FALSCH ist es, daraus den Schluss zu ziehen, dass es für Nachfrage eingesetzt wird.

        Denn die Einkommensbezieher können Geld HORTEN oder es SPAREN.

        Das Geld der Einkommensbezieher schafft daher NICHT die Nachfrage nach „SEINEM Angebot“, d. h. dem Angebot der VOR der Nachfrage produzierten Güter, sondern – bei vollständiger Lohn- und Preisflexibilität – „EINEM Angebot“, das sich dem Vollbeschäftigungseinkommen NACHFOLGEND ANPASST.

        Das ist die Situation, die wir haben (bei nicht vollständiger Lohn- und Preisflexibilität):

        Zu wenig Geld wird für Güternachfrage ausgegeben, also wird – daran angepasst – zu wenig produziert und investiert (mit Blick auf das Potenzial).

        Nach Keynes wissen Ökonomen dies, egal welcher Glaubensgemeinschaft sie als Apostel anhängen.

        Um all das geht es hier aber gar nicht, der KONTEXT ist ein anderer:

        Es geht um ein VÖLLIG anderes Angebot – nämlich ein mit der Energiewende geschaffenes, das NICHT den bestehenden PRÄFERENZEN der Konsumenten und Unternehmen entspricht – und DAHER nicht auf hinreichende NACHFRAGE trifft.

        Evidenz dafür ist für jeden erkennbar die Nachfrage nach Strom, der aus regenerativer Energie gewonnen wird:

        Würde DAFÜR hinreichende Nachfrage bestehen, müsste die Herstellung NICHT mit unsäglichen Summen für Windräder und Solarpanele subventioniert werden.

        DIESES Angebot schafft sich NICHT seine Nachfrage, sondern sie muss DIKTIERT werden.

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      Richard Ott sagte:

      @Herr Tischer

      „Es geht beim Kampf gegen den Klimawandel, wie er von der EU und EZB beabsichtigt wird, NICHT darum, einem vorgezogenen klimaschädlichen Ressourcenverbrauch gegen einen zukünftig klimafreundlichen abzuwägen bzw. letzeren sich durch „technischen Fortschritt“ entwickeln zu LASSEN. Es geht vielmehr – proklamierter ZIELSETZUNG entsprechend – SCHNELLSTMÖGLICH und UMFASSEND darum, einen klimafreundlichen Ressourcenverbrauch zu REALISIEREN.“

      Nein. Es geht überhaupt nicht ums „Klima“, das ist nur Propaganda damit die westlichen Gesellschaften diese radikalen Maßnahmen leichter schlucken. In Wirklichkeit ist das Ziel der Aufbau einer sozialistischen Planwirtschaft – oder meinetwegen der „Ökodiktatur“, wenn Sie das so nennen wollen.

      Lassen wir mal Saikat Chakrabarti, den Chef des Mitarbeiterstabs von der linksradikalen Kongressabgeordneten Alexandria Ocasio-Cortez, zu Wort kommen:

      „‚The interesting thing about the Green New Deal, is it wasn’t originally a climate thing at all,‘ Chakrabarti said to Inslee’s climate director, Sam Ricketts. ‚Do you guys think of it as a climate thing? Because we really think of it as a how-do-you-change-the-entire-economy thing,‘ Chakrabarti added.“
      https://www.washingtonpost.com/news/magazine/wp/2019/07/10/feature/how-saikat-chakrabarti-became-aocs-chief-of-change/?utm_term=.433d39c4d695

      Antworten
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        Dietmar Tischer sagte:

        @ Herr Ott

        >Es geht überhaupt nicht ums „Klima“, das ist nur Propaganda damit die westlichen Gesellschaften diese radikalen Maßnahmen leichter schlucken.>

        Das ist Ihre Meinung.

        Sie ist definitiv FALSCH.

        Denn der Klimawandel ist NICHT „nur Propaganda“, sondern er findet ERKENNBAR statt.

        Darüber ist nicht einmal ernsthaft zu diskutieren.

        Allenfalls kann über WER, WAS, WIE VIEL etc. gestritten werden.

        Wie auch immer:

        Als was der Kampf gegen den Klimawandel VERSTANDEN wird, ist mit Blick auf die hier diskutierten Aussagen IRRELEVANT.

        Der Punkt ist:

        Wenn er so wie von der EU erklärtermaßen gewollt und von der EZB erklärtermaßen unterstützt BETRIEBEN wird, dann ist DAMIT ein ökonomischer Wandel verbunden, wie ich ihn dargelegt habe.

        Er wäre die KONSEQUENZ dieses WOLLENS – und nur so ist er richtig zu verstehen.

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        Richard Ott sagte:

        @Herr Tischer

        „Denn der Klimawandel ist NICHT „nur Propaganda“, sondern er findet ERKENNBAR statt.“

        Haben Sie mich nicht verstanden, oder wollen Sie mich absichtlich missverstehen?

        „Der Punkt ist: Wenn er so wie von der EU erklärtermaßen gewollt und von der EZB erklärtermaßen unterstützt BETRIEBEN wird, dann ist DAMIT ein ökonomischer Wandel verbunden, wie ich ihn dargelegt habe.“

        Nochmal: Den sogenannten linken „Klimawandel“-Aktivisten geht es nicht darum, dass mit ihren Maßnahmen irgendwelche Klimaveränderungen beeinflusst werden.

        Ihr Ziel ist die grundlegende Veränderung unseres wirtschaftlichen Systems. Unsere linksextremen Klima-Aktivisten in Deutschland beschreiben das zum Beispiel mit dem Slogan „System change, not climate change“.

        Aber Klima ist nur der Aufhänger. Wenn es die derzeitige Klimahysterie nicht gäbe, dann würden die sich irgendeinen anderen Anlass suchen, um ihre planwirtschaftliche Agenda durchzudrücken. Vielleicht „Dekolonialisierung der Industrie“, oder was auch immer.

        Das erklärt auch sehr schön, wieso sich die ganzen linken Aktivisten in EU und USA nicht für die Industriepolitik Chinas interessieren und Greta nur bei uns im Westen herumheult.

        Wieso ist das ein wesentlicher Unterschied zu Ihrer These? Weil Sie glauben, dass am Ende des „klimagerechten“ Umbaus der Wirtschaft Folgendes passieren wird:

        „ÖKODIKTATUR als Mittel der DESTRUKTION des bestehenden Nachfrageverhaltens. ERST wenn dies ERREICHT ist und ein anderes Nachfrageverhalten DURCHGESETZT ist, kann auf Basis eines klima- und ressourcenfreundlichen Angebots wieder ein WETTBEWERB um den ‚technischen Fortschritt‘ stattfinden.“

        Wenn sich die Ökodiktatur einmal durchgesetzt hat, wird es Wettbewerb im Rahmen dieses neuen Systems nie wieder geben. Die Ökodiktatur ist nämlich nicht Mittel zum Zweck, um den angeblich so gefährlichen „Klimawandel“ aufzuhalten – sie ist das letztendliche Ziel.

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        Dietmar Tischer sagte:

        @ Richard Ott

        Ich habe Sie verstanden und will Sie nicht missverstehen – warum sollte ich das.

        Mich interessiert hier allerdings NICHT, wem es um was geht, sondern:

        Was GESCHIEHT, wenn etwas GEWOLLT und DURCHGESETZT wird.

        Wenn Sie GLAUBEN, dass die Ökodiktatur nicht Mittel dafür sei, sondern das Ziel an sich, dann müssen Sie sich nicht mit mir, sondern mit anderen darüber auseinandersetzen.

        Ich stehe dafür nicht zu Verfügung.

        Erst wenn die Ökodiktatur das Mittel gewesen wäre zum Umbau der Wirtschaft und es nach dem Umbau – also Schaffung einer Öko-Wirtschaft – nicht mehr als Mittel gebraucht würde, sondern sozusagen als DAUERDIKTATUR in welcher Form auch immer für was auch immer ETABLIERT werden sollte, stehe ich argumentativ an Ihrer Seite – und auch mehr als argumentativ an der Seite derer, die das zu verhindern suchen.

        Ein Indikator für diesen Wandel von Mittel zu Ziel wäre der Wettbewerb.

        Ich habe gesagt, dass nach Erreichen einer Öko-Wirtschaft wieder Wettbewerb stattfinden KANN, was die MÖGLICHKEIT einschließt, dass keiner stattfinden wird.

        Sie geben vor, MEHR zu wissen, wenn Sie sagen, dass es nie wieder einen geben wird.

        Es ist u. a. diese Besserwisserei, die uns unterscheidet.

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        Christian Anders sagte:

        @R. Ott

        „Ihr Ziel ist die grundlegende Veränderung unseres wirtschaftlichen Systems. Unsere linksextremen Klima-Aktivisten in Deutschland beschreiben das zum Beispiel mit dem Slogan „System change, not climate change“.“

        Was eine simple Wahrheit auf 5 Worte eindampft: Der menschgemachte Klimawandel IST de facto Folgewirkung unserer Art zu wirtschaften.
        WENN man ihn also bekämpfen möchte, MUSS man ein alternatives System denken. In dieser Wenn-Dann Konstellation ist es die einzige logische Möglichkeit.

        Was dabei herauskommt, ob das Mittel zum Zweck werden wird und wer das von vorneherein schon vorhatte und wer nur Idealist ist: Who knows?

        Also, angeblich Sie, bei Ihnen haben alle immer gleich einen Masterplan zur Weltherrschaft.

        Zur „Propaganda“ habe ich aber noch Fragen:

        a) Ist es Propaganda, weil man den weltweiten Sozialismus durchdrücken will und sich deshalb die letzten 120 Jahre eine Verschwörung der Wissenschaft aufgebaut hat, die den Aufhänger liefert?

        b) Nutzt man einen tatsächlich stattfindenden Vorgang, problematisiert ihn, obwohl er eigentlich unproblematisch ist (und hat sich dafür die letzten 60 Jahre eine Verschwörung der Wissenschaft aufgebaut, die den Aufhänger liefert?)

        c) Existiert das Problem tatsächlich und man versucht damit als Aufhänger, den weltweiten Sozialismus durchzudrücken?

        d) Falls c): Welche Alternativen versprechen eine Lösung des Problems? Weiter so wie immer und wird schon?

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        Richard Ott sagte:

        @Herr Tischer

        „Erst wenn die Ökodiktatur das Mittel gewesen wäre zum Umbau der Wirtschaft und es nach dem Umbau – also Schaffung einer Öko-Wirtschaft – nicht mehr als Mittel gebraucht würde, sondern sozusagen als DAUERDIKTATUR in welcher Form auch immer für was auch immer ETABLIERT werden sollte, stehe ich argumentativ an Ihrer Seite – und auch mehr als argumentativ an der Seite derer, die das zu verhindern suchen.“

        Sind Sie wirklich so naiv, dass Sie glauben, die Ökodiktatoren würden ihre totale Macht freiwillig wieder abgeben, sobald nur dieser angeblich so gefährliche „Klimanotstand“ bereinigt ist?

        „Ich habe gesagt, dass nach Erreichen einer Öko-Wirtschaft wieder Wettbewerb stattfinden KANN, was die MÖGLICHKEIT einschließt, dass keiner stattfinden wird.“

        Tja, manche Leute haben sich 1933 vielleicht auch an die kindische oder auch bloß verzweifelte Wunschvorstellung geklammert, dass Hitler irgendwann das „Gesetz zur Behebung der Not von Volk und Reich“ (Vulgo „Ermächtigungsgesetz“ – erkennen Sie ein Muster bei der Rhetorik der verschiedenen Sorten von Sozialisten?) wieder aufheben würde und damit die Transformation von parlamentarischer Demokratie zu Diktatur rückgängig machen würde – aber wie Sie wissen, kam es dann doch anders.

        Meine Skepsis ist keine „Besserwisserei“, es ist Realismus, basierend auf mehr als genügend historischen Erfahrungen, gerade hier in Deutschland.

        @Christian Anders

        „‚System change, not climate change‘ — Was eine simple Wahrheit auf 5 Worte eindampft: Der menschgemachte Klimawandel IST de facto Folgewirkung unserer Art zu wirtschaften.
        WENN man ihn also bekämpfen möchte, MUSS man ein alternatives System denken. In dieser Wenn-Dann Konstellation ist es die einzige logische Möglichkeit.“

        Oh je, wo haben Sie diesen linksextremistischen Blödsinn denn aufgeschnappt? Etwa bei einem „Ende Gelände“-Protestcamp?

        Unser politisches System hat dank Demokratie (also ein System der politischen Willensbildung durch freie, gleiche und geheime Wahlen) und Rechtsstaatlichkeit (wodurch alle Wirtschaftssubjekte an den als Gesetze ausgeformten politischen Willen gebunden sind) die große Stärke, dass wir „unsere Art zu wirtschaften“ verändern können, ohne gleich die proletarische Klimarevolution ausrufen zu müssen.

        „bei Ihnen haben alle immer gleich einen Masterplan zur Weltherrschaft.“

        Missionierende Ideologien, wie zum Beispiel Marxmismus-Leninismus, haben immer einen „Masterplan zur Weltherrschaft“ – aber aus PR-Gründen muss man das ein bisschen freundlicher formulieren und dann zum Beispiel sagen dass „die marxistisch-leninistische Weltbewegung die wahre Verteidigerin der Interessen des Proletariats und der Revolution im Kampf für die Befreiung ist“ oder dass man „rechtskräftige Verträge zerreißen muss, was nur außerhalb unseres heutigen Systems möglich ist“ (Greta) um unsere angebliche „existenzielle Krise“ zu lösen und dem armen weinenden Mädchen seine Kindheit zurückzugeben. Und dazu machen unsere Grünen ein paar drollige Plakate mit Bienen und Schmetterlingen und es gibt ein paar lustige Bewegungsspiele ala „wer nicht hüpft der ist für Kohle“.

        „eine Verschwörung der Wissenschaft“

        *Die* Wissenschaft, soso. Haben alle Wissenschaftler mittlerweile die gleiche Meinung und die gleichen Gedanken und halten die gleichen Hypothesen für richtig, also eine verschärfte Version vom Borg-Kollektiv? Was genau ist „DIE Wissenschaft“, an deren Verschwörung ich offenbar glauben soll, wenn ich Ihre Klimahysterie nicht teile?

        Ist das vielleicht DIE gleiche Wissenschaft, die im sowjetischen Einflussgebiet nach dem 2. Weltkrieg die „wissenschaftliche Lehre vom Marxismus-Leninismus“ propagiert hat?

        Wissenschaft lässt sich ganz schön leicht korrumpieren, wenn der Staat nur die richtigen Anreize setzt und bei Gedankenverbrechern mit der Verbannung (ob nun bloß von der Uni oder gleich ins Gulag…) droht.

        „Welche Alternativen versprechen eine Lösung des Problems? Weiter so wie immer und wird schon?“

        Eigentlich für unsere Diskussion irrelevant aber trotzdem eine interessante Frage, also hier meine Antwort:

        Wenn Sie unbeirrt an dieser lustigen Idee von den „CO2-Budgets“ und der strikten Einhaltung des „1,5-Grad-Ziels“ festhalten wollen *und* gleichzeitig keine Ökodiktatur einführen wollen, dann bleiben Ihnen nur 2 Alternativen:

        I) Sie hoffen auf einen möglichst schnellen Durchbruch bei der Entwicklung der Kernfusion sodass wir billige, CO2-freie Energie in nahezu unbegrenzter Menge zur Verfügung haben – meiner Meinung nach unmöglich kalkulierbar, ob das überhaupt und falls ja wann das genau passieren wird.

        II) Sie bauen ganz schnell ganz viele Atomreaktoren auf der ganzen Welt und überzeugen auch die Chinesen und die Inder, ihre derzeit im Bau befindlichen Kohlekraftwerke niemals in Betrieb zu nehmen und die schon in Betrieb befindlichen schnellstmöglichst durch Atomreaktoren zu ersetzen.

        Alle anderen Maßnahmen werden mit so einschneidenden Wohlstandseinbußen verbunden sein, dass sie in demokratischen Systemen niemals eine Mehrheit finden werden – und auch mit Ökodiktatur ist immer noch das China-Problem ungelöst, denn die chinesische Regierung wird es aus strategischen Gründen und auch aus reinem Selbsterhaltungstrieb heraus ablehnen, Chinas Wirtschaft wegen irgendwelcher westlicher Gutmenschen-Klimahysterie abzuschießen.

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        Christian Anders sagte:

        @R. Ott

        Ich vergebe keine Fleißsternchen für Textmenge, sondern nehme Inhalt ernst.
        Da Sie meine Fragen nicht beantwortet haben, dafür aber mit Unterstellungen um sich werfen, die jeder Mensch, der je meine Beiträge zum Klima gelesen hat, als solche erkennt, ist Ihr Kommentar an mich eigentlich wertlos.

        Ich veredele Ihre Polemik trotzdem mal zu sowas wie einem Diskussionsbeitrag. Ich fragte:

        „d) Falls c): Welche Alternativen versprechen eine Lösung des Problems? Weiter so wie immer und wird schon?“

        Sie:

        „Unser politisches System hat […] die große Stärke, dass wir „unsere Art zu wirtschaften“ verändern können, ohne gleich die proletarische Klimarevolution ausrufen zu müssen.“

        Aha. Sie leiten eine Antwort auf meine Frage d) ein. Oder nicht? Denn weiter:

        „Alle anderen Maßnahmen werden mit so einschneidenden Wohlstandseinbußen verbunden sein, dass sie in demokratischen Systemen niemals eine Mehrheit finden werden […]“

        Also was denn jetzt: KÖNNEN sie es tun (ihre erste Aussage), oder können sie es NICHT (ihre zweite, widersprechende Aussage, im selben Text nur wenige Sätze weiter)?

        „[…] um unsere angebliche „existenzielle Krise“ zu lösen […]“

        Hm… also ein NEIN zu meinem c)?

        „Ist das vielleicht DIE gleiche Wissenschaft, die im sowjetischen Einflussgebiet nach dem 2. Weltkrieg die „wissenschaftliche Lehre vom Marxismus-Leninismus“ propagiert hat?“

        ?
        Es ist GLOBAL die überragende Mehrheit aller Naturwissenschaftler, die sich mit dem Thema beschäftigen. Nicht in einem ehemaligen Einflussgebiet eines untergegangenen Staates – aber halt: Das WISSEN Sie ja eigentlich, wieso also die Frage?

        „Haben alle Wissenschaftler mittlerweile die gleiche Meinung und die gleichen Gedanken und halten die gleichen Hypothesen für richtig […]“

        Das ist der Gang einer Debatte in empirischen Naturwissenschaften. Da einmal entdeckte Naturgesetze ihre Wirkung nicht ändern, wenn man weitere Erkenntnisse erlangt, kann man mit genügend Daten mehr tun, als nur Hypothesen aufstellen. Man kann Sie gegen die Gegenhypothesen prüfen. Dies geschieht seit vielen Jahrzehnten und über viele Hypothesen herrscht nach so langer Zeit Konsens, weil es KEINE EINZIGE validierbare Gegenhypothese gibt und man gleichzeitig KEINE grundlegenden Widersprüche zur aktuellen Hypothese in Form von Naturgesetzen oder Messwerten findet. In einer Zeit, in der die Messmöglichkeiten, die Datenmenge und die Anzahl an Wissenschaftlern auf dem historischen Höchststand ist.
        Einzige überlebende Hypothese in diesem Sinn ist der menschgemachte Klimawandel. Der Treibhauseffekt an sich ist nicht mal mehr eine Hypothese, sondern seit den 1970ern schlicht die Definition eines Messfaktes.

        Naturwissenschaft ist keine demokratische Veranstaltung. Empirisch einwandfrei widerlegte Dinge fliegen aus der Diskussion – methodisch notwendigerweise. Da kann man noch so viele Institute der beleidigten Leberwürste bilden, die durch diesen Prozess aus der ernsthaften Debatte geflogen sind – Falsches wird dadurch nicht richtig. Nur lauter.

        Deshalb wiederhole ich meine Frage: Gibt es für Sie eine Verschwörung DER Wissenschaft, die ein nichtexistentes Problem ins Bewusstsein hebt, um so den weltweiten Sozialismus zu fördern? JA/NEIN?

        Oder gibt es alternativ eine Verschwörung DER Wissenschaft, die einen existenten, aber unproblematischen Fakt zu einem Problem aufbläst, mit derselben Zielsetzung wie o. g.? JA/NEIN?

        DIE Wissenschaft sei in dieser Frage definiert als die WELTWEITE Naturwissenschaft, die sich mit dem Thema Treibhauseffekt oder dem Thema Klimawandel oder dem Thema Sonnenzyklen oder allen dreien beschäftigt. Seit über 100 Jahren. Mit seitdem hunderttausenden Forschern, Nobelpreisträgern wie einfachen Doktoranden.

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      Marco Faulhammer sagte:

      Sorry. halte ich für Nonsens:
      „Wenn es richtig ist, an was Ökonomen glauben, dass nämlich das Angebot sich NICHT seine Nachfrage schafft, dann MUSS die Nutzung regenerativer Energie GEGEN die PRÄFERENZEN von Individuen und Unternehmen durchgesetzt werden. Das heißt in letzter Konsequenz: ÖKODIKTATUR als Mittel der DESTRUKTION des bestehenden Nachfrageverhaltens.“
      Auf den Punkt:
      Wie wäre es, bei der Energieerzeugung ALLE Folgekosten der Produktion und Wertschöpfung mit einzubeziehen und die Folgekosten nicht einem Unbekannten Dritten (letztendlich der Gesellschaft) weiterzureichen? Kernkraft wäre ohne die Haftungsbeschränkung und Risikoübernahme des Staates NICHT finanzierbar.
      Kohle und fossile COX Emmissionen mit prognostizierten Folgekosten zu versehen, anstatt Alibi-Zertifikate. Auch hier ist eine GERECHTE ökonomische Voll(und Folge)kostenrechnung das ökonomische AUS dieser Technoilogieen. Ökoenergie ist heute schon konkurrenzlos günstig. Hier geschieht akt. genau das Gegenteil. 20 Jahre lang laufende Anlagen werden faktisch GEZWUNGEN, vom Netz zu gehen (durch unwirtschaftlich erzwungene Maßnahmen).

      Antworten
      • Avatar
        Christian Anders sagte:

        @Marco Faulhammer

        Nachfrage meint nicht, was die Leute WOLLEN, sondern was sie wollen UND sich auch leisten können.

        Insofern haben Sie recht: Wägen die Leute wegen begrenzter Kaufkraft ab, was sie nachfragen und infolgedessen auch, was nicht – und ist ein Gut, dass jemand (der Staat in dem Fall) unbedingt etabliert haben will (sogenannte „grüne“ Energie), zu teuer, um diesen Abwägeprozess massentauglich zu überleben – geht es nur über das, was Sie „Dekonstruktion“ nennen.

        Das mit den Folgekosten ist keine marktwirtschaftliche Lösung, da sie keine Marktpreise sind. Erst müssten private Versicherungen all das im Repertoire haben und jeder Erzeuger verpflichtet sein, so eine Versicherung abzuschließen. Dann wüsste man, wie der Markt die Risiken bepreist. Niemand versichert Kernkraftwerke gegen GAUs. Niemand versichert Kohlekraftwerke gegen das Unbekannte, was mal als Folgekosten des Klimawandels angesehen werden wird.

        Manche Dinge kann der Markt einfach: Nicht.

      • Avatar
        Dietmar Tischer sagte:

        @ Marco Faulhammer

        >Wie wäre es, bei der Energieerzeugung ALLE Folgekosten der Produktion und Wertschöpfung mit einzubeziehen und die Folgekosten nicht einem Unbekannten Dritten (letztendlich der Gesellschaft) weiterzureichen?>

        Toll WÄRE es.

        Aber leider KENNT niemand genau auch nur einige bzw. die meisten, geschweige denn ALLE Folgekosten.

        Daher hat man sich für folgendes Verfahren entschieden, im Extremfall etwa:

        Großrisiken werden eingedämmt bis zu einem kostenmäßig erträglichen Punkt, der z. B. Kernenergie noch konkurrenzfähig sein ließ gegenüber alternativer Stromerzeugung, und Zukunftsprobleme („Entsorgung“ genutzter Brennstäbe) werden der Zukunft überlassen.

        Auf dieser Basis ließ man den Markt entscheiden.
        Der hat im Sinne der NACHFRAGER entschieden:
        KONKURRENZLOS billiges Energieangebot.

        Kurzum:

        OPTIMIERUNG im Rahmen der durch den Markt FESTSTELLBAREN Präferenzen und Kosten.

        Was DARÜBER HINAUS Kosten sind oder als solche erscheint:

        Entweder VERNACHLÄSSIGEN oder im Markt GEGEN die Marktteilnehmer geltend machen oder WILLKÜRLICH – wie bei der Kernenergie NACH Fukushima – ELIMINIEREN.

        Unterm Strich:

        PRAGMATISCHES Gesamtverfahren mit großer Zustimmung über weite Strecken.

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