Richtung Modern Mone­tary Theory: US-Noten­bank auf MMT-Kurs

Außerdem ein Kommentar zu Scholz‘ Reichensteuer und Antworten auf MMT-Hörerfragen

Ein Themenmix erwartet die Hörer der 39. Folge von „beyond the obvious – der Ökonomie-Podcast mit Dr. Daniel Stelter“. Zunächst der Blick auf die aktuellsten Maßnahmen und Vorschläge der Bundesregierung zur Bekämpfung der wirtschaftlichen Schäden durch die Corona-Pandemie.
Ausführlicher wird die Kursänderung der US-Notenbank besprochen. Die Fed geht neue Wege und die Folgen können schwerwiegend sein.
Anschließend beantworten Daniel Stelter und Dirk Ehnts Ihre Fragen zur Modern Monetary Theory. Ehnts ist einer der wenigen deutschen Vertreter der MMT-Strömung.

… oder hören Sie diesen Beitrag über Ihre eigene Player-App:

Kommentare (22) HINWEIS: DIE KOMMENTARE MEINER LESERINNEN UND LESER WIDERSPIEGELN NICHT ZWANGSLÄUFIG DIE MEINUNG VON BTO.
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    Michael Stöcker sagte:

    @ Richard Ott

    Und warum ist das Leichte schwer?

    Auch dazu gibt es die Antwort für alle; also auch für die, die zum Golde drängen:

    „Herr, mäßige solch dringendes Begehren!
    Laß erst vorbei das bunte Freudenspiel;
    Zerstreutes Wesen führt uns nicht zum Ziel.
    Erst müssen wir in Fassung uns versühnen,
    Das Untre durch das Obere verdienen.
    Wer Gutes will, der sey erst gut;
    Wer Freude will, besänftige sein Blut;
    Wer Wein verlangt, der keltre reife Trauben;
    Wer Wunder hofft, der stärke seinen Glauben.“

    Gold ist und bleibt barbarischer Natur; nicht so „Begabten Mann’s Natur- und Geisteskraft.“
    https://youtu.be/AhNmtHBx6pg

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    Haserodt sagte:

    Wichtige Herausarbeitung wesentlicher Punkte. Mittels Staatshilfe erwachsenen gefährlichen Chaobols wie in Korea.

    Unklug; viele die hier diskutieren sind wahrscheinlich weder selbständig noch verstehen Sie etwas von der fatalen Wirkung einer solch falschen Mittelumwidmung. Kernproblem ist ebenfalls der durch Staatsausgaben stark gestützte private–primitiv Mietmarkt seit rund 15 Jahren vor allem in Großstädten mit Steuerzahlergeld, dies ebenso mal beleuchten.

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    Marco Polanzke sagte:

    „Den abhängig Angestellten wird un der Krise geholfen, den Freiberuflern und Einpersonengesellschaften wird nicht geholfen.“
    Dieser Aussage bzw. diesem Tenor möchte ich massiv widersprechen. Ich als abhängig Angestellter bezahle pro Jahr zwangsweise Unsummen für Arbeitslosenversicherung und Rentenkasse. Also habe ich einen Anspruch auf Hilfe genau in diesen Situationen. Wie kann es sein, daß sich Freiberufler staatlichen Rentenkasse, Krankenkasse und Arbeitslosenversicherung gerne entziehen, aber dann staatliche Hilfe wollen? Sorry, das ist absurd und denjenigen gegenüber, die monatlich zwangsweise zahlen, völlig ungerecht. Wenn die Freiberufler und Kleinselbständigen die gesparten Zwangsabgaben nicht für private Vorsorge nutzen sondern auf den Putz hauen, dann sind diese selbst Schuld. Da hab ich keinerlei Verständnis. Wenn das Geschäft so schlecht läuft, daß nicht mal das Äquivalent zu den staatlichen Sozialabgaben erwirtschaftet werden kann, dann sollten diese „Unternehmer“ ihren Laden besser schließen. Wir haben sowieso Knappheit auf dem Personalmarkt.

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      Stoertebeker sagte:

      – Sie übersehen, dass der Staat es für viele Freiberufler per Anordnung unmöglich gemacht hat, ihr Einkommen zu verdienen. Wenn ich – aufgrund welchen Gesetzes auch immer – die Berufsausübung einschränke, unmöglich mache oder verbiete, gebietet es die Fairness, für Ausgleich zu sorgen. So der Staat denn dazu in der Lage ist und – auch das ein Gebot der Fairness – er anderen ebenfalls Hilfe angedeihen lässt. Letzteres passiert. Wenn niemand Hilfe bekäme, wäre es etwas anderes.

      – Sie zahlen in die Sozialversicherungen ein, deren Leistungen (z.B. Kurzarbeitergeld) mittlerweile durch weitere staatliche Programme (Aufstockung auf 80%, Verlängerung auf 2 Jahre) aus dem Steuertopf (über die eigentlich versicherte Leistung hinaus) bezahlt werden. Wenn Steuertopf, dann aber auch für alle Steuerzahlren. Und da sind die Freiberufler, Selbständigen usw. voll mit dabei.

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        Marco Polanzke sagte:

        Die Bedingungen sind für alle gleich. Freiberufler haben damit zu kämpfen genauso wie Angestellte. Also kann man das nicht als Faktor einbeziehen.
        Die Gesetze können immer zu ungunsten eines Unternehmers geändert werden. Das ist allgemeines unternehmerisches Risiko.
        Ich habe ja keine Wahl. Wenn die Beiträge bis Kostendeckung steigen, dann habe ich diese zu bezahlen. Wenn ich die Wahl hätte, würde ich dieses System verlassen und privat vorsorgen. Ich für mich gesprochen zahle nämlich die Abgaben plus die Steuern für die Quersubvention und mein Arbeitgeber muss keine staatlichen Hilfen in Anspruch nehmen.

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        Richard Ott sagte:

        „Ich habe ja keine Wahl. Wenn die Beiträge bis Kostendeckung steigen, dann habe ich diese zu bezahlen. Wenn ich die Wahl hätte, würde ich dieses System verlassen und privat vorsorgen.“

        Sie können das System verlassen, indem Sie entweder in einem anderen Land arbeiten und dort Steuern- und Sozialabgaben zahlen oder indem Sie sich selbstständig machen.

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        Stoertebekker sagte:

        Sie vergleichen Selbständige/Freiberufler mit Angestellten aus der Perspektive als Lohn-/Gehaltsempfänger mit entsprechenden Steuern und Abzügen.

        Bzgl. des unternehmerischen Risikos (d.h. in der Rolle des risikotragenden Vertragspartners) muss aber eine andere Perspektive eingenommen werden. Das wäre dann der Vergleich Selbständige/Freiberufler vs. Unternehmen. Und da letzteren aus dem Steuertopf geholfen wird (siehe Lufthansa u.a.), finde ich eine entsprechende Unterstützung auch ok.

        Wenn Ihr Unternehmen keine Hilfe braucht, ist das doch super. Es ruft aber auch längst nicht jeder Freiberufler/Selbständige nach Unterstützung.

        PS Und @R Ott hat Recht. Sie können IMMER aussteigen.
        PS2 Und aus eigener Erfahrung kann ich Ihnen versichern, dass sowohl die private Krankenkasse als auch die private Rentenabsicherung KEINE Selbstläufer und zwangsläufig vorteilhaft sind. (Bin nach langen Überlegungen und viel Rechnerei wieder zurück in die gesetzl. KV gewechselt, als sich zufällig ein kleines Zeitfenster dafür ergab.)

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      Richard Ott sagte:

      @Marco Polanzke

      „Ich als abhängig Angestellter bezahle pro Jahr zwangsweise Unsummen für Arbeitslosenversicherung und Rentenkasse. Also habe ich einen Anspruch auf Hilfe genau in diesen Situationen.“

      Wie Stoertebeker schon richtig sagte, dürfen Sie nicht vergessen, dass Rentenkasse und -zumindest in der derzeitigen Situation- auch die Arbeitslosenkasse aus dem allgemeinen Steueraufkommen quersubventioniert werden.

      Wenn das nicht so wäre, würde ich Ihnen zustimmen (und die weiteren Folgen davon wären mir als Selbstständigen auch egal).

      Aber würden Sie als Angestellter auch ohne zu meckern weiter die Arbeitslosen- und Rentenversicherungsbeiträge bezahlen wollen, wenn die komplett kostendeckend kalkuliert und dementsprechend deutlich höher wären?

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    MFK sagte:

    MMTler sollten einmal in das Grundgesetz schauen:

    Art. 109 GG
    (3) Die Haushalte von Bund und Ländern sind grundsätzlich ohne Einnahmen aus Krediten auszugleichen.

    Sie sind also nicht so unschuldig wie sie tuen, wenn sie behaupten, sie beschriebn nur die Wirklichkeit.

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      Dietmar Tischer sagte:

      @ MFK

      Ein interessanter Hinweis.

      MMT beschreibt schon die Wirklichkeit, aber wie ich ausgeführt habe, nicht nur.

      Das Grundgesetz beschreibt NICHT die Wirklichkeit.

      Schon das Wort „grundsätzlich“ ist ein juristischer FREIBRIEF.

      Dann „grundsätzlich“ heißt nicht „immer“ oder „in jedem Fall“.

      Und man schaue sich einmal an, WIE das Grundgesetz ANGEPASST wurde.

      https://www.buzer.de/gesetz/5041/a69935.htm

      So war VOR 2006 noch die Rede von „Bund und Länder haben bei ihrer Haushaltswirtschaft den Erfordernissen des gesamtwirtschaftlichen Gleichgewichts Rechnung zu tragen“.

      Danach mit Blick auf die Verpflichtungen durch die Europäischen Gemeinschaft heißt es „tragen in diesem RAHMEN den Erfordernissen des gesamtwirtschaftlichen Gleichgewichts Rechnung“.

      Die NORMATIVE Kraft des Faktischen ist NICHT zu widerstehen.

      Es gibt letztlich NUR die Anpassungen durch Recht, Finanzwissenschaft und … und … – wie ERFORDERLICH.

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    Volker T sagte:

    Also für mich klingt die beschriebene Idee des MMT gar nicht so modern.
    Man wirft die Notenpresse an und der Staat (heutzutage im Westen zum großen Teil Demokratien) entscheidet für was er es ausgibt. Die Gefahr auf die die Handelnden achten müssen ist die Inflation?!

    Das war doch alles schonmal da. Wieso glaubt man heute auf einmal man würde das diesmal mit anderem Ausgang schaffen? Sind wir soviel schlauer als unsere Vorgänger?
    Und was trennt uns dann noch von der nächsten Planwirtschaft? Der Staat/die Demokratie soll dann das Geld sinnvoll verwenden und zusteuern? Da habe ich stark meine Zweifel.
    Vermutlich wird man das Geld dann noch ineffizienten ausgeben als BER und Stuttgart 21 vormachen.
    Und Eigeninitiative in der Wirtschaft wird langsam aber sicher auch zugrunde gehen. Man wird dann ja auch bei negativen Geschäftsergebnissen mit den Staatsspritzen gerettet. Die Gemeinschaft könnte ja den Verlust an Arbeitsplätzen nicht zulassen. Das dann über Jahre hinweg und irgendwann ist man in einer Gesellschaft die nicht wettbewerbsfähig ist und so mit Ach und Krach das nötigste erwirtschaften kann.
    Denn Geldschwemme hin oder her, irgendeiner wird immer noch ein bisschen was arbeiten müssen, und wenn es nur das auflesen der Kartoffeln ist.

    An dieser Stelle ein Dank aber für den ganz hervorragenden Podcast und auch gerade für die doch kontroversen Themen.

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    RealTerm sagte:

    Budgetrestriktion für Politiker entfällt, ich lach mich schlapp!
    Risikolos investieren und Staatsanleigen kaufen? Herr Ehnts, nicht Ihr Ernst! Mal den Goldpreis angesehen?
    Ganz demokratisch stimmen wir dann ab, wer das MMT-Geld bekommt… Oh je!
    Leute, Leute, was gibt es da zu diskutieren?
    Dr. Stelter: top!

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      Dietmar Tischer sagte:

      @ RealTerm

      >Leute, Leute, was gibt es da zu diskutieren?>

      Na ja, aber es gibt etwas, das man BEGREIFEN sollte mit Blick auf das große GANZE:

      Wir erleben eine Mutation des Systems in nahezu allen seinen Ausprägungen.

      Was in der Vergangenheit PRIVATWIRTSCHAFTLICH mit wenig STAAT erfolgte, wird nicht erst seit heute, aber stark ZUNEHMEND durch den STAAT besorgt.

      Man kann das u. a. daran ablesen, dass 1970 die Verschuldung des Staats bei ca. 20% des BIP lag und heute mittlerweile irgendwo nahe 90%.

      Das ist die REALITÄT.

      Was hat MMT damit zu tun?

      Es liefert die BEGRÜNDUNG für WEITER steigende Staatsverschuldung:

      UNBEGRENZTE Verschuldung OHNE die Gefahr der Staatsinsolvenz ist MÖGLICH.

      Das IST so, NICHT widerlegbar und hat PRAKTISCHEN Bezug mit Blick auf den Finanzierungsbedarf des Staats.

      Das ist die Bedeutung von MMT.

      Es werden Leute wie D. Ehnts in Talkshows auftreten, die gehobene Presse wird MMT solange diskutieren … BIS die Deutschen glauben, dass die Schwarze Null nun wirklich nicht sein muss.

      Kurzum:

      MMT ist RECHTFERTIGUNGSWISSENSCHAFT für die neue Realität.

      Als Wissenschaft ist sie mit RICHTIG oder FALSCH zu bewerten.

      Als BEFOLGTE Wissenschaft ist sie zumindest PROBLEMATISCH.

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    ruby sagte:

    Der Finanzkapitalismus zog von Amsterdam über London nach dem Neuen York, um mit dem Kreditinstrument Länder und Ressourcen zu beherrschen.
    Ende des Jahres mit den US Wahlen beendet die Super Nova und die nachfolgende Implosion dieses Kapitel westlicher Superiorität und die Geschichtsschreiber sollten jedes Detail genau erkunden und aufschreiben.
    Die Kürzelwirtschaftswelt wird in den Buchstabenkasten zurücksortiert.

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    Michael Stöcker sagte:

    In den 80er Jahren wurde bei der Fed der Monetarismus mit seiner Geldmengensteuerung zu Grabe getragen. SNB und Bundesbank folgten mit deutlicher Verzögerung in den 90er Jahren. Anstelle der Geldmengenaggregate ging man dann über zum Inflation Targeting (IT). Und siehe da: Auch dieses Konzept ist gescheitert und wurde nun ad acta gelegt.

    Jetzt also der dritte Akt: Ein FUNDAMENTAL neues Instrument erstrahlt am Firmament über Jackson Hole und revolutioniert die Geldpolitik des 21. Jahrhunderts. Yeahhhhh!

    In Ehrfurcht erstarren wir vor diesem vollkommenen Dreiklang:

    A I T

    Wir haben unsere Ziele zwar nicht erreicht; aber was soll‘s. Wir basteln uns einfach ein neues Ziel, dass wir garantiert erfüllen können; zumindest dann, wenn wir AIT durch FTP vervollkommnen. Mit einem „Flexible Time Parameter“ machen wir das Unmögliche möglich: Die Fed bestimmt die Inflationsrate. Und den Vollbeschäftigungsjob liefert sie gleich mit ab.

    Und dazu beten wir den monetären Dreiklang von Jeff Sinder:

    „Let’s more credible promise to be irresponsible by making the same promise more credible.”

    Oder um mit Gothe zu enden:

    „So sei die Zeit mit Fröhlichkeit vertan!/Und ganz erwünscht kommt Aschermittwoch an.”

    LG Michael Stöcker

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    • Avatar
      Dietmar Tischer sagte:

      @ Michael Stöcker

      >Wir basteln uns einfach ein neues Ziel, dass wir garantiert erfüllen können… machen wir das Unmögliche möglich… die Fed bestimmt die Inflationsrate. Und den Vollbeschäftigungsjob liefert sie gleich mit ab.>

      Sie bürsten drüber und das auch noch unsachlich, weil Sie mal wieder zu wissen glauben, was Sache ist.

      Einfach mal lesen, was Jerome H. Powell gesagt hat, hier:
      https://www.federalreserve.gov/newsevents/speech/powell20200827a.htm

      Daraus:

      “…the historically strong labor market did not trigger a significant rise in inflation…

      Inflation that runs below its desired level can lead to an unwelcome fall in longer-term inflation expectations, which, in turn, can pull actual inflation even lower, resulting in an adverse cycle of ever-lower inflation and inflation expectations.

      In seeking to achieve inflation that averages 2 percent over time, we are not tying ourselves to a particular mathematical formula that defines the average. Thus, our approach could be viewed as a flexible form of average inflation targeting.”

      Das heißt entgegen Ihrer Aussage NICHT, dass die Fed die Inflationsrate BESTIMMT.

      „Flexible form of average inflation targeting” heißt vielmehr:

      Eine Zielinflation steht bis auf weiteres NICHT mehr im Fokus der Geldpolitik.

      Die Beschäftigung betreffend sagt Powell:

      „ … our revised statement says that our policy decision will be informed by our „assessments of the shortfalls of employment from its maximum level“ rather than by „deviations from its maximum level“ as in our previous statement.24 This change may appear subtle, but it reflects our view that a robust job market can be sustained without causing an outbreak of inflation.

      The change to „shortfalls“ clarifies that, going forward, employment can run at or above real-time estimates of its maximum level without causing concern, unless accompanied by signs of unwanted increases in inflation or the emergence of other risks that could impede the attainment of our goals. Of course, when employment is below its maximum level, as is clearly the case now, we will actively seek to minimize that shortfall by using our tools to support economic growth and job creation.”

      Das heißt entgegen Ihrer Aussage NICHT, dass die Fed Vollbeschäftigung „liefert“.

      Es heißt vielmehr:

      Ein starker Arbeitsmarkt mit geringer Arbeitslosigkeit wird keine Inflation erzeugen.

      DAHER kann und wird die Fed ökonomisches WACHSTUM und die SCHAFFUNG von Arbeitsplätzen selbst dann AKTIV unterstützen, wenn die Beschäftigung zeitbezogen auf geschätztem HÖCHSTNIVEAU oder sogar DARÜBER liegt – wird also auch in einem wirtschaftlichen AUFSCHWUNG für eine die Beschäftigung fördernde Geldpolitik sorgen.

      Das muss man vor dem Hintergrund der US-Wirtschaft sehen, d. h. der Tatsache, dass gut 2/3 des BIP durch den Konsum der privaten Haushalte generiert wird.

      Diese sind z. Z. in großer Zahl ohne Ersparnisse und Arbeitseinkommen UND sie sind durchweg hochverschuldet, also vielfach nicht mehr fähig, wie gewünscht Nachfrage selbst dann zu generieren, wenn die Menschen im Haushalt in Beschäftigung sind.

      Heißt:

      Die FISKALPOLITIK wird bei der jetzt durch Corona bedingten Arbeitslosigkeit und auch danach einen STEIGENDEN Finanzierungsbedarf haben vor allem für die Alimentierung der privaten Haushalte, um deren Nachfrage nicht nur aufrechtzuerhalten, sondern um sie zu steigern.

      Das ist die DECODIERUNG der elegant verschlüsselten Begründung eines Paradigmenwechsels der amerikanischen Geldpolitik hin zu MONETÄRER Staatsfinanzierung.

      Zu was auch immer das führt, Ihr unterstelltes > wir machen das Unmögliche möglich> ist es nicht.

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      Richard Ott sagte:

      @Herr Stöcker

      „Oder um mit Gothe zu enden: „So sei die Zeit mit Fröhlichkeit vertan!/Und ganz erwünscht kommt Aschermittwoch an.”

      Nein, nein, nein. Das ist das falsche Goethe-Zitat.

      Richtig muss es als Ende der Zentralbänker-Gelddruckorgie heißen: „Nach Golde drängt, am Golde hängt doch alles. Ach wir Armen!“

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        Wolfgang Selig sagte:

        @Herrn Ott:

        Ich muss in diesem Theaterstück jetzt mal den Souffleur spielen, ich kann nicht anders, denn:

        Sie sind zu früh dran, Herr Ott! Ihr Einsatz aus Faust kommt erst später in diesem Jahrhundert.

        Aktuell wird die Szene gespielt, in der der Kaiser (=Regierungen) zu Mephisto (=Notenbankdirektorien) sagt:

        „Es fehlt an Geld. Nun gut so schaff’ es denn.“

        Aus „Faust, der Tragödie zweiter Teil“

      • Avatar
        Susanne Finke-Röpke sagte:

        @Herrn Wolfgang Selig:

        Sehe ich vom Timing her wie Sie. Noch drängen fast alle zum Papiergeld statt zum Gold. Aber die Gold-Bugs werden mehr, das muss man Herrn Ott schon zugestehen. Irgendwann wird er recht bekommen, die Frage lautet, wann?

      • Avatar
        Richard Ott sagte:

        @Herr Selig

        Tja, und auf den Befehl des Kaisers zur Geldschöfung antwortet der Teufel:

        „Ich schaffe, was ihr wollt, und schaffe mehr;
        Zwar ist es leicht, doch ist das Leichte schwer;“

        Die Ideen Mephistos nahmen meistens ein schlechtes Ende – außer wenn eine göttliche Intervention die Menschen rettete. Aber passenderweise steht auf unseren US-Dollars ja schon „In God We Trust“, ein anderer Halt bleibt dem Papiergeldystem auch nicht mehr…

  9. Avatar
    Dietmar Tischer sagte:

    Wieder ein sehr gelungener Podcast.

    Anmerkungen zu

    A) Geldpolitik der Fed

    Dr. Stelter interpretiert die Erklärung des Notenbankpräsidenten richtig und antizipiert m. A. n. zutreffend die zukünftige Politik der EZB:

    Die Begrenzung der Inflation wird relativiert zu Gunsten des VORRANGIGEN Ziels, mehr Beschäftigung zu ermöglichen.

    Das ist nur folgerichtig:

    Wenn es keine Inflation gibt, muss auch keine begrenzt werden. Wenn aber anhaltend hohe Arbeitslosigkeit die ökonomische und soziale Stabilität gefährdet, muss die Geldpolitik ihren Beitrag leisten, diese gering zu halten.

    Der offiziell bestätigte PARADIGMENWECHSEL hinsichtlich der Zielbestimmung der Geldpolitik kennzeichnet eine fundamental andere Situation:

    Die westlichen Volkswirtschaften sind längst nicht mehr auf Wachstumskurs (der die Begrenzung von Inflation erfordern würde), sondern in einem anhaltenden Deflationsmodus (der sich durch mangelnde Nachfrage aufgrund von Einkommensverlusten bei steigender Arbeitslosigkeit verstärkt würde).

    Es ist ein KRISENMODUS.

    Letztlich geh es nur darum, den Zerfall des Systems zu verhindern.

    B) MMT

    Die Ausführungen von D. Ehnts sind aufschlussreich.

    Hervorzuheben sind

    a) „MMT beschreibt die Wirklichkeit“.

    Das ist so nicht richtig.

    MMT muss auch Mechanismen, d. h. mögliche VERFAHREN darlegen, insbesondere welche, mit denen sich zu hohe Inflation vermeiden lässt.

    Das tut MMT.

    Wie am Blog anderswo verlinkt, plädiert D. Ehnts dafür, zu hohe Inflation ex ante, d. h. schon auf „Verdacht“ hin – sicher auch begründeten, aber eben Verdacht – zu bekämpfen; andere, die für MMT sind, plädieren für Steuererhöhungen, um die Nachfrage bei nachweisbarer Inflation, also ex post unter Kontrolle zu halten.

    Das sind OPTIONEN, die MMT anbietet.

    Sie muss diese auf Folgewirkungen prüfen und mit Erklärungen versehen, die das mögliche Verhalten der Adressaten, d. h. Privathaushalten und Unternehmen, einbeziehen.

    Das geht bei einem derartigen monetären Impakt, wie ihn MMT darstellt, über die Beschreibung von Wirklichkeit hinaus.

    b) das Verhältnis von MMT zu Politik

    MMT zieht einen scharfen Trennlinie zur Politik:

    „Geld ist nur Mittel zum Zweck“.

    Es sei Aufgabe der Politik, nicht von MMT, Ziele und Zwecke festzulegen.

    Wenn die Politik mit dem Geld entgegen unseren Wünschen verfährt, kann man in der Demokratie andere Parteien an die Macht wählen und muss vielleicht sogar eine neue gründen und ihr zur Machtausübung verhelfen.

    Analogie dazu:

    MMT sagt der Familie, dass die Finanzierung ihres Einkommens es erlaube, JEDEN Tag über ein großes Paket voller SCHOKOLADE verfügen zu können.

    Es liege an ihr, damit NÜTZLICHES zu bewirken.

    Wenn die Kinder sich an der Schokolade krank essen, müssen sie eben die Eltern auswechseln.

    D. Ehnts betreibt VOLKSVERDUMMUNG.

    c) Verschuldungsrestriktion

    Sie bestehe bei der Vergabe privater Kredite, weil die Banken auf deren Bedienung achten müssten und daher Restriktionen gegeben seien.

    Das ist natürlich richtig.

    GIBT es bei MMT einen gleichwertigen SYSTEMIMMANENTEN Restriktionsmechanismus für die Verschuldung des Staats (Budgetrestriktion)?

    Ersichtlich nicht, was aber nicht als Problem angesehen wird, siehe b)

    Dr. Stelter nennt das bewundernswerten Optimismus.

    Ich muss nicht so höflich sein und ziele zwischen die Augen:

    MMT reicht den Regierungen DYNAMIT und erklärt, dass die Theorie nicht verantwortlich dafür sei, wie es verwendet werde.

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