80 Tage Krieg

Der Westen überschätzt die Sanktionen, Russland unterschätzt den ukrainischen Verteidigungswillen.

Der als Blitzkrieg geplante russische Feldzug gegen die Ukraine dauert seit Wochen an. In der 137. Folge von „bto 2.0 – der Ökonomie-Podcast mit Dr. Daniel Stelter“ geht es deshalb um den aktuellen Stand des Konflikts. Prof. Dr. Gunnar Heinsohn erläutert sowohl die Szenarien für den weiteren Kriegsverlauf als auch für ein Ende des Krieges. Er ordnet außerdem die Rolle von Nuklearwaffen ein – heute und in Zukunft. Der Handelsexperte Prof. Dr. Rolf J. Langhammer vom Kiel Institut für Weltwirtschaft erklärt, warum die Sanktionen gegen Russland nur sehr langsam wirken und kurzfristig keinen Einfluss auf den Kriegsverlauf haben.

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Kommentare (74) HINWEIS: DIE KOMMENTARE MEINER LESERINNEN UND LESER WIDERSPIEGELN NICHT ZWANGSLÄUFIG DIE MEINUNG VON BTO.
  1. Dietmar Tischer
    Dietmar Tischer sagte:

    @ Christian Anders

    Ihre Bemühungen sind so fruchtlos wie meine.

    Sie wollen, was ich will:

    Etwas KLÄREN, ohne Recht haben zu MÜSSEN.

    Ihre Verlinkung von Mallen Baker definiert das Niveau, auf dem zu diskutieren ist:

    „Dangerously Reasonable“.

    Wir treffen hier hingegen auf Leute, die NICHTS klären, sondern RECHT haben WOLLEN und es MÜSSEN, weil sie UNFÄHIG sind, anzuerkennen, dass Sie auch NICHT Recht haben könnten.

    Daran SCHEITERT jede konstruktive Diskussion.

    Es ist einfach nur SINNLOS, Zeitverschwendung, eine zu führen.

    Ich werde mich bemühen, nicht auf jeden Unsinn zu antworten.

    Antworten
    • Alexander
      Alexander sagte:

      Krieg wird geführt, wenn man sich auf keine gemeinsame Realität mehr einigen kann und alle Beteiligten in ihrem Wahn “im Recht” zu sein an ihren “Sieg” glauben.

      Wer im Westen alles den Sieg verkündet hat ohne Rücksicht auf Realtiät und
      wer im Westen alle bisher gelebten Werte über Bord warf um bei den Siegern zu sein wird
      für später zur Kenntis genommen.

      Inzwischen entsteht aus der Realität neues Recht, wenn Gewaltmonopolisten/Geldemmitenten ihr Recht nach “innen” und “außen” bis an kriegerische Grenzen ausleben.

      More Azovstal Prisoners Pour Out In Droves – 960+ Total So Far
      https://www.bitchute.com/video/MTjfsJGrbuYm/

      There is no mercy

      Antworten
    • Christian Anders
      Christian Anders sagte:

      @DT

      „Ich werde mich bemühen, nicht auf jeden Unsinn zu antworten.“

      Die Inseln im Unsinn sind aber auch hier im Blog schon vom Klimawandel betroffen. Scheint mir jedenfalls so. Oder ich hab nur einen schlechten Tag. Die Antworten unten lassen mich sogar daran zweifeln, dass ich überhaupt in deutscher Sprache schreibe. Verstanden wird jedenfalls nix.

      Antworten
      • Dietmar Tischer
        Dietmar Tischer sagte:

        @ Christian Anders

        Auch die Antwort über ihnen kann einen zweifeln lassen, in welche Sprache man schreibt – der Unsinn reißt nicht ab:

        „Inzwischen entsteht aus der Realität neues Recht, wenn Gewaltmonopolisten/Geldemmitenten ihr Recht nach “innen” und “außen” bis an kriegerische Grenzen ausleben.“

        Es ist für jeden minimal begabten Kopf einsichtig, der sich mit dem befasst hat, was „RECHT“ meint, dass obiger Satz blanker UNSINN ist.

        Denn:

        NEUES Recht entsteht nur dann, wenn welches für Regelfelder geschaffen wird, wo es bisher keines gab

        oder

        geltendes Recht geändert wird.

        Durch Ausleben entsteht jedenfalls kein neues Recht.

        Aber wo kommen wir hin, wenn eine banale Erkenntnis wie diese die Basis einer Diskussion sein soll.

        Der Unsinn müsste ein schnelles Ende nehmen.

        Unmöglich, denn hier geht es um RECHTHABEREI.

        Dafür wird geradezu fanatisch Aberwitziges herbeigezerrt, und sei es noch so hanebüchen.

        Das bittere Zeichen für das Niveau der Debattenkultur:

        Niemand wir rot, selbst dann nicht, wenn er, an geringsten Ansprüchen gemessen, ERKENNBAR Unsinn geschrieben hat.

      • Richard Ott
        Richard Ott sagte:

        @Christian Anders

        Keine Sorge, ich verstehe Ihre Sprache schon.

        Ihr Problem ist allerdings, dass Sie die westliche Ukraine-Propaganda für die Realität halten – und lustigerweise gleichzeitig für sich reklamieren wollen, ganz besonders rational und “vernünftig” zu sein. :D

        Das führt dann natürlich zu Frustration bei Ihnen, wenn Sie sich mit Leuten austauschen wollen, die nicht bloß Propagandaslogans nachsprechen.

      • Alexander
        Alexander sagte:

        @Dietmar Tischer

        Ihre Aggressivität nimmt mit dem Versagen der Realität zu folgen zu,
        Sie sind weder begabt noch mutig – sonst beherrschten Sie Ihrem Dominanzdrang.

        Ihre Angst als Ursache der Aggressivität ist berechtigt,
        besonders dort wo es am meisten schmerzt.

        Alexander 0
        Dietmar 4

        Läuft.

      • Christian Anders
        Christian Anders sagte:

        @R. Ott

        Das hier:

        „Ihr Problem ist allerdings, dass Sie die westliche Ukraine-Propaganda für die Realität halten“

        Und das hier:

        „ ich verstehe Ihre Sprache schon.“

        Widersprechen sich.

        In meinen Beiträgen ging es nicht darum, was die Ukraine sagt, meint, oder wie sie etwas begründet. Nicht explizit und auch nicht implizit. Es ging um was völlig anderes. Explizit und deutlich ausgeschrieben. In grammatikalisch fehlerarmem Schriftdeutsch, wie ich hoffe.

        Schlussfolgerung: Sie können einen deutschen Text, den ICH schreibe, nicht verstehen. An wem von uns beiden das liegt, lassen wir offen.

        —————

        „und lustigerweise gleichzeitig für sich reklamieren wollen, ganz besonders rational und “vernünftig” zu sein. :D“

        Ich reklamiere, rationaler zu argumentieren als Sie. Ja. Ob da was „Vernünftiges“ bei rauskommt, weiß man hinterher.
        Und auch bin ich konkreter. Alleine, wenn Sie unten wieder völlig am ( von Ihnen selbst erfragten! ) Thema vorbeiantworten:

        RO: „ Ich habe schon ernsthafte Zweifel, dass “wir” – also Sie und ich – sich auf ein gemeinsames Ziel einigen könnten, aber machen Sie doch mal einen Vorschlag.“

        CA (solcherart aufgefordert, antwortet konkret): „Ich hätte gerne… aber ich weiß… also Dilemma… SO wird das also nichts… deshalb eher SO“
        (frei zusammengefasst)

        RO: „Kleine Kinder wünschen sich auch oft einen Zuckertütenbaum oder ein Auto, das richtig fliegen kann. Dagegen ist erstmal nichts einzuwenden, es ist halt nur vollkommen unrealistisch.“

        Sie (oder andere, SIE evtl nicht) sehen anhand dieses Dialogs: Sie veruschen mir zu widersprechen, indem Sie in anderen Worten wiederholen, was ich auch schrieb. Was man will und was man bekommen kann, ist nicht dasselbe. Ach? Stimmt. Schrieb ich ja!

        Erwachsene unterscheidet von Kindern, dass sie das verstehen und über ihre Wünsche reflektieren können. Nicht, dass sie sich unwahrscheinliche oder unrealistische Dinge gar nicht erst wünschen.

        Daraus habe ich etwas geschlussfolgert, was ich für die weniger schlechte zweier schlechter Alternativen halte – mein ursprünglicher Zielwunsch ist als Wunsch zwar immernoch da, aber von der Ratio zu den Akten gelegt.

        Wie funktioniert das bei Ihnen eigentlich? Ist Ihr schnelles Denken ( was man WILL ) langsamer als Ihr langsames, systematisches Denken ( was man über das denkt, was man WILL )?

        Würde erklären, dass Sie sogar einfache Texte nicht verstehen. Ich versichere Ihnen, es umgekehrt versuchen erschließt den Sinn von Vielem, was hier so geschrieben wird.

      • Richard Ott
        Richard Ott sagte:

        @Christian Anders

        “Ich reklamiere, rationaler zu argumentieren als Sie. Ja.”

        Sage ich doch. Das ist halt Ihre Masche. Oder vielleicht ist es nicht einmal eine Masche, sondern Ihr verzerrtes Selbstbild zwingt Sie, das zu glauben.

        Und dann kommt leider solche Grütze dabei raus:

        “Ich HÄTTE GERNE, das Putin seinen Angriffskrieg einstellt, seine Truppen zurückzieht und man in Verhandlungen eintritt.”

        Eine erschreckend naive Vorstellung. Damit, wie militärische Konflikte tatsächlich ablaufen, hat das absolut nichts zu tun. Deswegen stecken Sie auch nicht in einem “Dilemma”, das wäre ja sogar irgendwie interessant, sondern Sie wünschen sich schlichtweg etwas, das es in der Realität nicht geben kann.

        “Erwachsene unterscheidet von Kindern, dass sie das verstehen und über ihre Wünsche reflektieren können. Nicht, dass sie sich unwahrscheinliche oder unrealistische Dinge gar nicht erst wünschen.”

        Bei linksgrünen Erwachsenen scheint es tatsächlich so zu sein, dass sie sich gern vollkommen unrealistische Dinge wünschen.

        Wenn Sie einen komplizierten Konflikt durch Verhandlungen lösen möchten (das wollen Sie doch auch, oder?), sollten Sie sich von solchen Wünschen allerdings ganz schnell innerlich verabschieden.

      • Christian Anders
        Christian Anders sagte:

        @R. Ott

        Sie haben den Kommentar komplett nicht verstanden. Unglaublich. Ich habe es faktisch ausbuchstabiert. Und Sie verstehen fast das Gegenteil von dem, was da steht.

        Ehrliche Frage: Lesen Sie das überhaupt?

        „Damit, wie militärische Konflikte tatsächlich ablaufen, hat das absolut nichts zu tun. Deswegen stecken Sie auch nicht in einem “Dilemma”, das wäre ja sogar irgendwie interessant, sondern Sie wünschen sich schlichtweg etwas, das es in der Realität nicht geben kann.“

        Ja. Weiß ich. Habe ich auch geschrieben. Ich habe sogar erklärt, warum ich es geschrieben habe. ICH stecke auch nicht in einem Dilemma, es IST ein Dilemma, wenn, Zitat:

        „Wenn Putin sich nur zurückzieht, wenn der Verteidiger aufhört zu verteidigen, sehe ich keine Lösung für das Dilemma um an das zu kommen, was ich gerne hätte.“

        Damit habe ich das, was ich (immernoch gerne) wollen würde, ad acta gelegt. Weil ich weiß, dass es unrealistisch ist. Ich weiß das, weil: Es IST ein Dilemma, wenn akut ein Kriegsende nur darin bestehen kann, dass jeweils eine der Parteien das eine tut, was sie niemals tun wird.
        Es ist aber nicht MEIN Dilemma.

        Wieso einfachste Sätze bei Ihnen nicht so ankommen, wie sie halt geschrieben wurden, entzieht sich meiner Vorstellungskraft. Es steht explizit und deutlich da, was ich sagen will. Sie verstehen trotzdem irgendwas anderes.

        Ich kann nur wiederholen:

        „Schlussfolgerung: Sie können einen deutschen Text, den ICH schreibe, nicht verstehen. An wem von uns beiden das liegt, lassen wir offen.“

        Das haben Sie ohne Not nochmal bekräftigt. Vom letzten Kommentar haben Sie auch exakt Null verstanden:

        „sollten Sie sich von solchen Wünschen allerdings ganz schnell innerlich verabschieden.“

        Ja. Habe ich ja. Explizit. Mehrfach. Mit Begründung.
        Und was antworten SIE?

      • Richard Ott
        Richard Ott sagte:

        @Christian Anders

        Ja, ich lese Ihre Traktate, und ich bin immer wieder fasziniert, wie Sie so vollkommen selbstgerecht und gleichzeitig absolut kenntnislos zum Thema sein können – und dann anderen Leuten vorwerfen, dass die Ihre angeblich so klar geschriebenen Texte nicht verstehen.

        Nehmen wir nur diesen Satz von Ihnen:

        “Wenn Putin sich nur zurückzieht, wenn der Verteidiger aufhört zu verteidigen, sehe ich keine Lösung für das Dilemma um an das zu kommen, was ich gerne hätte.”

        Ich kann mir kein konkretes Szenario vorstellen, in dem sich die russische Armee zurückzieht (Putin sitzt übrigens in Moskau, der braucht sich nirgendwohin zurückziehen – da sehen Sie, wie dumm Ihre Überpersonalisierung des Konfliktes ist…) und gleichzeitig die Ukraine das Kämpfen einstellt.

        An welche Abfolge von Ereignissen oder welche strategische Situation denken Sie ganz konkret, wenn Sie dieses Szenario vor Augen haben?

        “Ich weiß das, weil: Es IST ein Dilemma, wenn akut ein Kriegsende nur darin bestehen kann, dass jeweils eine der Parteien das eine tut, was sie niemals tun wird.
        Es ist aber nicht MEIN Dilemma.”

        Nicht Ihr angebliches “Dilemma” weil Sie vom deutschen Staat bezahlt werden, davon ausgehen, dass das auch ewig so weiter gehen wird, natürlich inklusive vollem Gehaltsausgleich wie groß auch immer irgendwelche Preissteigerungen sind, und Sie sich deshalb nicht dafür interessieren, ob wir günstige Rohstoffe aus Russland und der Ukraine für unsere Industrie und unsere Haushalte bekommen? ;)

        In Wirklichkeit ist es übrigens kein Dilemma, denn einen Waffenstillstand auszuhandeln ist auch wieder nicht so schwer, wie Sie sich das in Ihrer wahnhaft verzerrten Vorstellung von der Situation in der Ukraine ausmalen. In der simpelsten Form müssen beide Armeen schlichtweg “stehenbleiben” und damit aufhören, aufeinander zu schießen. Das müsste man auch erstmal aushandeln, die bisherigen 3 Versuche scheiterten alle, aber es ist offensichtlich nicht so, dass die beiden Kriegsparteien so etwas “niemals tun” würden. Da übertreiben Sie wieder einmal maßlos.

        Ihre ganze Textproduktion bringt mich mittlerweile auf eine ganz andere Frage: Wollen Sie überhaupt, dass der Krieg beendet wird? Sie können ruhig ehrlich zu mir sein – besonders großen Schaden an Ihrer Reputation bei mir können Sie sowieso nicht mehr anrichten.

      • Christian Anders
        Christian Anders sagte:

        @R. Ott

        Im Zitat kommentiere ich geklammert

        „ Nehmen wir nur diesen Satz von Ihnen:

        “Wenn Putin sich nur zurückzieht, wenn der Verteidiger aufhört zu verteidigen, sehe ich keine Lösung für das Dilemma um an das zu kommen, was ich gerne hätte.”

        Ich kann mir kein konkretes Szenario vorstellen, in dem sich die russische Armee zurückzieht (Putin sitzt übrigens in Moskau, der braucht sich nirgendwohin zurückziehen – da sehen Sie, wie dumm Ihre Überpersonalisierung des Konfliktes ist…)
        ( JA, „PUTIN“ STEHT HIER STELLVERTRETEND FÜR „RUSSISCHE STREITKRÄFTE“. UNPRÄZISE.)
        und gleichzeitig die Ukraine das Kämpfen einstellt.
        (ICH AUCH NICHT. DESHALB SCHRIEB ICH DEN SATZ MIT DEM WORT „DILEMMA“)

        An welche Abfolge von Ereignissen oder welche strategische Situation denken Sie ganz konkret, wenn Sie dieses Szenario vor Augen haben?“
        (AN GAR KEINE REALISTISCHE. DESHALB SCHRIEB ICH DEN SATZ MIT DEM WORT „DILEMMA“)

        Nicht Ihr angebliches “Dilemma” weil Sie vom deutschen Staat bezahlt werden, davon ausgehen, […]
        (NICHT „MEIN“ DILEMMA, WEIL ICH WEDER ALS SOLDAT NOCH ALS ENTSCHEIDER DIREKT INVOLVIERT BIN. MIT DEM WAS KOMMT, MUSS ICH LEBEN. DAS IST FÜR MICH KEIN DILEMMA.)

        Wollen Sie überhaupt, dass der Krieg beendet wird? Sie können ruhig ehrlich zu mir sein […]
        (DAS WAR ICH, SIE VERWEIGERN SICH BLOß. ICH SCHRIEB EXPILIZIT, DASS ICH MIR EIN ENDE DES KRIEGES WÜNSCHE. ICH KANN ES MIR AKTUELL NUR NICHT IN KÜRZERER FRIST VORSTELLEN. DER UNTERSCHIED ZWISCHEN „WÜNSCHEN“ UND „VORSTELLEN“ KLAR?)

        —————

        Es ist doch so: Ihre Nachfrage zeigt, dass Sie zum Verrecken – man mag Absicht unterstellen, denn Unvermögen reicht hier nicht aus – etwas sehr Einfaches in meinen Aussagen nicht verstehen WOLLEN.

        Und zwar, dass ich mir etwas wünsche, was ich mir anhand meiner Kenntnisse nicht realistisch vorstellen kann. Daraus folgere ich, dass ich für was anderes votieren muss als für das, was meinem Wunsch entspräche. Nennt man Reflexion. Das ist schon alles.

        Dass ich für etwas bin, das den Krieg NICHT schnell beenden wird, liegt daran, dass ich mich nicht dazu herablassen kann, dem Verteidiger aus dem Ohrensessel heraus zu empfehlen, dass er das Verteidigen sein lassen soll. Für meine Sicht wähle ich nun aus zwei Misthaufen den etwas weniger großen.

        Ihr ganzes Bla Bla um naive Wünsche und was ich wohl glauben müsse über meine monetäre Versorgung, um überhaupt auf sowas zu kommen, ist Spekulation, die nicht mal den Inhalt meiner Kommentare zugrundelegt. Sie verschieben nicht die Torpfosten, sie machen regelmäßig ein völlig anderes Spielfeld auf. Und da frage ich erneut: WARUM eigentlich?

        „Da übertreiben Sie wieder einmal maßlos.“
        Sie haben HIER hoffentlich sowas von Recht!

  2. Alexander
    Alexander sagte:

    @Völkermordforschung – unbeantwortete Fragen im Raum

    Grundsätzlich gilt die “Erste Hilfe Regel” wonach “Leben vor Lebensqualität” zählt.

    Daraus abgeleitet die Frage wieviele % Verletzte/Verstümmelte/Tote an Zivilisten (Kinder, Frauen, Alte, Behinderte, Kranke) und Soldaten pro Tag/Woche/Monat eines Krieges für demokratische Regierungen (z.B. Selenski) hinnehmbar sein mögen, bis eine ethische Verantwortung die Einstellung aller Verteidigungshandlungen gebietet?
    (vgl. bedingungslose Kapitulation der Wehrmacht gegen die Allierten Befreier)

    Ab welchen Verlusten obiger Gruppen darf es befreundeten Regierungen nicht mehr erlaubt sein den Konflikt mit zusätzlichen Waffenlieferungen zu verlängern, um ein sinnloses Sterben zu verhindern? Diese Frage gilt besonders dem von Heinsohn erforderlich genannten Ausbildungsanstrengungen für mindestens 40.000 Ukie Kämpfer zum Einsatz in fünf Monaten. Ausbildung als alternativlose Voraussetzung zur Verwendung westlicher Waffensysteme – vorausgesetzt es besteht eine Hoffnung auf den Sieg gegen eine Atommacht mit Millionenheer.

    Ab welchen Verlusten müssen befreundete Regierungen mit eigenen Truppen namhafte Kampfhandlungen übernehmen, um sinnlose Opfer unter den ausgebluteten Reihen der Verteidiger obiger Gruppen zu verhindern?

    Dürfen demokratische Regierungen im Sinne westlicher Werte wahllos “trans” Männer/Frauen zur Verteidigung einziehen oder die Erschießung von Fahnenflüchtigen durchsetzen?

    Ist es befreundeten Regierungen erlaubt solche Fahnenflüchtigen als Schutzsuchende aufzunehmen, wenn im Gegensatz eigene Truppen im blutigen Kampf stehen, um westliche Werte (z.B. Fahnenflucht) zu verteidigen.
    (vgl. Afghanistan)

    Ist die Einhaltung westlicher Werte Grundvoraussetzung vor militärischem Engagement seitens des Westens und wer überwacht die Einhaltung solcher Werte, wenn der Krieg gerade alle Regeln bricht, z.B. verbündete Ukie Soldaten schießen Kriegsgefangenen in die Beine um die Verletzten verbluten zu lassen?

    Wer trägt die Verantwortung wenn z.B. Russland zur Neutralisation künftiger Waffenlieferungen im Sinn des Schutzes eigener Truppen – immer härter, schneller, gnadenloser beginnt die Reihen der Verteidiger zu bewirken – mit allem was man an Waffen zu Verfügung hat (einschl. Napalm / Phosphor- oder Agent Orange Munition)
    Vgl. Mutmasslich Phosphoreinsatz gegen Asov mutmasslich Nazis https://www.bitchute.com/video/EKCR1uzOu4Ku/

    Fazit:
    Können westliche Werte unter in Kaufnahme von Völkermord verteidigt werden?

    Nachtrag 1:
    Nationalstaatlichkeit ist ein Konstrukt des 19.Jhd´s,
    Nationalstaatlichkeit hat viele Kriege hervorgebracht und noch mehr Opfer gefordert,
    ist im 21. Jhd. Nationalstaatlichkeit der einzige Weg Herrschaftsbereiche abzugrenzen und Einflußbereiche zu domieren, d.h, ist gehört Nationalstaatlichkeit zu den westlichen Werten und warum wird Sezession dann mit Krieg bekämpft – wenn Frieden so einfach ist; vgl. Tschechien / Slowakei vs. Donbass.

    Nachtrag 2:
    Dass Gesellschaften ihre Werte verteidigen können müssen steht außer Frage. Verteidigung ohne Wehrfähigkeit / militärisches Grundwissen beschränkt sich auf dummes Geschwätz – also geistige Brandstiftung mit obigen Gefahren.

    Der Befehl zur Befehlsverweigerung kommt nie vom Befehlsgebenden – sondern ist Gewissensentscheidung = westlicher Wert.

    Antworten
  3. Rolf Peter
    Rolf Peter sagte:

    @ Bauer – “Fortsetzung”

    Russlands Problem ist, dass es Grossmacht spielen will, aber weder wirtschaftlich noch diplomatisch ueber die dazu notwendigen Mittel verfuegt. Wirtschaftlich handelt es sich um ein Land von der Groesse Italiens, diplomatisch ist der Staat in den Krallen einer Geheimdienstmafia, die einem Nullsummendenken verhaftet ist. Das sind “Takers”, keine “Makers”, die sich vorhandene Ressourcen unter den Nagel reissen. Dieses Regime wird das Land nie zu einer gedeihlichen Entwicklung leiten koennen.

    Entsprechend handeln sie auch aussenpolitisch, wo sie nur durch Terror, Zersetzung, Infiltration etc. zu agieren verstehen. Im Ergebnis erreichen sie damit das Gegenteil von ihren Zielen. Die NATO rueckt noch naeher ran und leistet noch mehr Widerstand, und im Innern verarmen sie und werden noch schwaecher. Eine ganz gefaehrliche Dynamik.

    Antworten
    • Tom96
      Tom96 sagte:

      Herr Peter,
      haben Sie ein CIA, DARPA oder NASA Parteibuch, um mit solchen Zensursulas hier aufzuwarten oder doch akute Weiterbildungsresistenz …

      Antworten
    • Richard Ott
      Richard Ott sagte:

      @Rolf Peter

      “diplomatisch ist der Staat in den Krallen einer Geheimdienstmafia, die einem Nullsummendenken verhaftet ist. Das sind “Takers”, keine “Makers”, die sich vorhandene Ressourcen unter den Nagel reissen. Dieses Regime wird das Land nie zu einer gedeihlichen Entwicklung leiten koennen.”

      Stichwort “Geheimdienstmafia”: Ich will Sie ja nicht in Ihrer strammen Haltung verunsichern, aber haben Sie schon einmal nachgeschlagen, was beispielsweise George H. W. Bush (“der Ältere”, nicht sein minderbemittelter Sohn) so beruflich gemacht hatte, bevor er US-Präsident wurde?

      https://en.wikipedia.org/wiki/George_H._W._Bush#Director_of_Central_Intelligence

      Wenn alle Grünen-Sympathisanten so primitive Vorstellungen über Außenpolitik haben wie Sie, dann wird es für Deutschland tatsächlich bald sehr gefährlich.

      Antworten
    • Dietmar Tischer
      Dietmar Tischer sagte:

      @ Richard Ott

      Was wollen SIE uns damit hier am Blog beweisen?

      NIEMAND hat an diesem Blog je behauptet, dass es KEINE Nazis in der Ukraine gibt.

      Was nicht behauptet wird, braucht auch nicht widerlegt zu werden.

      Warum also verlinken Sie diese Szene?

      Lassen Sie sich etwas VERNÜNFTIGES dazu einfallen.

      Meine Vermutung nach Ihren Feststellungen hier am Blog ist jedenfalls folgende:

      Sie wollen SUGGERIEREN, dass der Überfall auf die Ukraine berechtigt ist, weil es dort Nazis gibt, die es nicht geben darf, und die daher mit einer „speziellen Militäroperation“ eliminiert werden dürfen, Kollateralschäden selbstverständlich einbegriffen.

      Antworten
      • weico
        weico sagte:

        @DT

        “Sie wollen SUGGERIEREN, dass der Überfall auf die Ukraine berechtigt ist, weil es dort Nazis gibt, die es nicht geben darf, und die daher mit einer „speziellen Militäroperation“ eliminiert werden dürfen, Kollateralschäden selbstverständlich einbegriffen.”

        Warum so polemisch von “suggerieren” sprechen ,wenn die Fakten klar sind.?

        Auf die “Berechtigung” (Art. 51 UN-Charta) usw. und die Ziele (Entnazifizierung, Entmilitarisierung usw.) dieser Sonderoperation, hat Putin ja ausdrücklich verwiesen.

        Nebenbei:
        Nach neusten twitter/telegram Meldungen, scheint ja vielen dieser Banderas-Helden in Azovstal wohl langsam zu dämmern, dass ihr “heldenhaftes Verteidigen” aka im Stahlwerk-Untergrund die Zeit abzusitzen…wohl Sinn-und Hoffnungslos ist.

        Nebenbei:
        Hoffentlich ist wenigstens die Stadt Odessa und seine Bürger etwas vernünftiger als Mariupol bzw. der ukrainische Präsident … und erklärt sich rechtzeitig zur “Offenen Stadt”.

        Die vielen Bruder-und Partnerstädte von Odessa, sollten langsam ihren Ar… und Stimme dafür erheben….oder sich dann später wenigstens grosszügig am (russischen) Wiederaufbau beteiligen.

        https://de.wikipedia.org/wiki/Offene_Stadt

      • Richard Ott
        Richard Ott sagte:

        @Herr Tischer

        “NIEMAND hat an diesem Blog je behauptet, dass es KEINE Nazis in der Ukraine gibt. Was nicht behauptet wird, braucht auch nicht widerlegt zu werden. Warum also verlinken Sie diese Szene?”

        Hehehe. Sie Rabulistik-Experte. Es wäre auch gar zu leicht, so eine Behauptung zu widerlegen, nicht wahr? ;)

        Die relevante Frage ist allerdings, wie viele der ukrainischen Nazis in einflussreichen Positionen in Politik, Geheimdiensten, Militär und Gesellschaft sitzen und von USA und NATO gerade mit Hilfsgeldern und Waffenlieferungen vollgepumpt werden – finanziert auch mit Ihren Steuern, Herr Tischer, falls Sie noch welche bezahlen.

        Und in dem Zusammenhang ist es schon bemerkenswert, wenn die Ukraine ausgerechnet Nazis als Repräsentanten für eine internationale Großveranstaltung (falls Sie es nicht einschätzen können: der Eurovision Song Contest hat jedes Jahr ungefähr 180 Millionen Fernsehzuschauer bei der Liveübertragung) auswählt, finden Sie nicht?

  4. Henning Heinz
    Henning Heinz sagte:

    Ich habe bis zum Schluss dieser Podcastfolge durchgehalten. Insbesondere die Aussagen von Prof. Dr. Heinsohn waren für mich nur schwer verdaulich aber ich vermute er hat das geliefert was erwartet wurde. Vielleicht brauchen wir hier im Westen (mindestens) wieder einen kalten Krieg um unser System noch eine Weile am Laufen zu halten, aber das ist aus meiner Sicht ein verdammt hoher Preis.

    Antworten
  5. Dietmar Tischer
    Dietmar Tischer sagte:

    @ Richard Ott

    Ist auch hergeholt.

    Die NATO-Regierungen haben GESCHÄFTE mit Russland präferiert.

    Solange die FRIEDLICH gelaufen sind, haben die NATO-Regierungen NICHTS anderes präferiert, wenngleich sie durch NGOS etc. auch liberale Bewegungen unterstützt haben – unterstützt, aber nicht präferiert haben gegenüber den Geschäften.

    Das hat sich mit dem Krieg geändert.

    Ein wesentliches Ziel, aber nicht das vorrangige – das ist die territoriale Integrität der Ukraine – ist ein Regime Change in Russland.

    Und dies NOTWENDIGERWEISE so:

    Mit Putin kann die Ukraine vielleicht noch einen Waffenstillstand vereinbaren, aber mit ihm kann keine neue Friedensarchitektur für Europa geschaffen werden.

    Denn er hält sich nicht an Vereinbarungen, sondern verfolgt eine Agenda territorialen Zugewinns GEGEN Vereinbarungen.

    Niemand wird ihm trauen, er ist als seriöser Verhandlungspartner verbrannt.

    Es wird irgendwann in der Zukunft darum gehen, mit Russland eine Friedensarchitektur für Europa zu schaffen, weil der Westen Russland aus den unterschiedlichsten Gründen als verlässlichen Partner braucht.

    Bedingung dafür ist eine Regime Change in Russland.

    >Die NATO bekämpft die Russen quasi bis zum letzten Ukrainer.>

    Unsinn.

    Nicht die NATO, sondern NATO-Staaten bekämpfen als bereits de facto-Kriegsteilnehmer die Russen in der Ukraine.

    Das tun sie nicht, weil sie irgendwelche Chancen auf irgendetwas gesehen haben.

    Die Kriegsbeteiligung der NATO-Staaten ist mit WOHLSTANDSVERLUSTEN für ihre Bevölkerungen verbunden, die KEINE Regierung mal ebenso in Kauf nimmt.

    Denn sie destabilisiert ihre ohnehin intern mehr oder weniger angeschlagenen Gesellschaften.

    Antworten
    • weico
      weico sagte:

      @DT

      “Die Kriegsbeteiligung der NATO-Staaten ist mit WOHLSTANDSVERLUSTEN für ihre Bevölkerungen verbunden, die KEINE Regierung mal ebenso in Kauf nimmt.”

      Die NATO-Staaten haben halt HOCH “gepokert”, dass Putin’s jahrelange Warnungen nur “heisse Luft” sind.

      JETZT, muss man halt die Konsequenzen dieser Fehleinschätzung, (mit)tragen !

      Die EU kann solches, für die “Zukunft”, ja als geopolitisches “learning” mitnehmen !!

      Antworten
    • Richard Ott
      Richard Ott sagte:

      @Herr Tischer

      “Ein wesentliches Ziel, aber nicht das vorrangige – das ist die territoriale Integrität der Ukraine – ist ein Regime Change in Russland.
      (…)
      Es wird irgendwann in der Zukunft darum gehen, mit Russland eine Friedensarchitektur für Europa zu schaffen, weil der Westen Russland aus den unterschiedlichsten Gründen als verlässlichen Partner braucht.”

      Pure Heuchelei.

      Wenn der Westen ernsthaft an einer “Friedensarchitektur mit Russland für Europa” interessiert gewesen wäre, hätte er 30 Jahre Zeit gehabt, sie aufzubauen.

      Und so wie Sie die Abfolge der vom Westen gewünschten Ereignisse beschreiben (erst “Regime Change”, dann “Friedensarchitektur”) klingt das auch nicht nach einer gleichberechtigten Partnerschaft sondern nach einer aus Washington diktierten Sicherheitsordnung, die sicher nicht im Interesse der Russen sein wird.

      “Die Kriegsbeteiligung der NATO-Staaten ist mit WOHLSTANDSVERLUSTEN für ihre Bevölkerungen verbunden, die KEINE Regierung mal ebenso in Kauf nimmt. Denn sie destabilisiert ihre ohnehin intern mehr oder weniger angeschlagenen Gesellschaften.”

      Sie unterschätzen total, was für eine starke Motivation ideologischer Fanatismus sein kann.

      Fallen Ihnen keine anderen Beispiele ein, wo Regierungen im Westen in den letzten Jahren aus rein ideologischen Gründen Entscheidungen getroffen haben, die mit Wohlstandsverlusten für die eigene Bevölkerung einher gehen? ;)

      Antworten
  6. Dietmar Tischer
    Dietmar Tischer sagte:

    Der Podcast hat ein großes Spektrum unterschiedlicher Aspekte angesprochen.

    Was ich als realistisch daraus entnehme:

    1. Zum Krieg

    a) er wird weitergeführt werden, bis eine Seite, Russland oder die Ukraine, die Gesamtkosten der Auseinandersetzung nicht mehr tragen kann

    – auf Seiten Russlands: die Verluste an konventioneller Wehrkraft, vor allem auch die Verluste
    an Soldaten, wenn sie so hoch werden, dass die Loyalität des Militärs und der Bevölkerung schwinden

    – auf Seiten der Ukraine: wirtschaftlicher Niedergang durch Zerstörung sowie akkumuliert zu hohe militärische Verluste

    2. Zu den Sanktionen

    a) kurzfristig wirksam, aber nicht so wirksam, dass der Krieg einen entscheidend anderen Verlauf nimmt

    b) mittelfristig sehr wirksam, weil

    – die Innovationsfähigkeit des Landes durch andauernde die Sanktionen sehr behindert werden wird

    – zu viele gut ausgebildete Menschen das Land verlassen werden

    – einige Länder die geschwächte Föderation verlassen werden, weil ihre Bevölkerungen andere Regierungsformen wünschen, sich mit westlicher Hilfe entwickeln, oder über ihre Ressourcen eigenmächtig verfügen wollen

    3. Das westliche Bündnis wird

    a) die Ukraine anhaltend und mit Verlauf des Kriegs stärker unterstützen, damit Russland bei einem Waffenstillstand nicht in der Position ist, die Ukraine durch territoriale Eroberungen nachhaltig zu sehr geschwächt zu haben und kein Signal „Krieg lohnt sich“ in der Welt aufkommt

    b) Russland auch nach einem Waffenstillstand empfindlich sanktionieren, um dem Land die Fähigkeit für erneute kriegerische Politik zu nehmen

    c) spürbare Begrenzungen für a) und vor allem b) erfahren aufgrund unterschiedlicher Länderinteressen und der ökonomischen Belastungen, die durch strukturelle nationale und globale Veränderungen zu tragen sind

    Eine Rezession würde vor allem in Europa die Unterstützung der Ukraine deutlich schwinden lassen bzw. sie nicht aufgeben wollende Regierungen gefährden

    4. Atomkrieg

    Eskalation konventioneller Kriegsführung mit Androhung atomarer Vergeltung, aber letztlich auf beiden Seiten genügend Rationalität, davon abzusehen

    Antworten
  7. Richard Ott
    Richard Ott sagte:

    Interessant finde ich persönlich, wie die ersten Risse in der westlichen Hurra-Propaganda zum Ukrainekrieg hervortreten – hier das letzte Kapitel in der Geschichte vom kanadischen Super-Scharfschützen “Wali”, der euphorisch als Freiwilliger in den Krieg zog:

    “Scharfschütze Wali übt vernichtende Kritik nach seinem Einsatz in der Ukraine
    09.05.2022
    Insgesamt verlief sein Einsatz, wie der der meisten Freiwilligen aus dem Westen, enttäuschend. Die Regierung in Kiew forderte schon kurz nach Kriegsbeginn ausländische Kämpfer auf, sich freiwillig zu melden. Wali schätzt, dass es etwa 20.000 Mann gewesen seien. Doch in der Ukraine gab es keine Strukturen, um sie in reguläre Militäreinheiten aufzunehmen. So landeten die Männer in verschiedenen Einheiten, die nur aus Ausländern bestehen. Wali und andere Kanadier schlossen sich auch so einer Gruppe an. Trotz hochtrabender Namen sind das eher irreguläre Formationen ohne Versorgung und richtiger Ausrüstung.

    ‘Viele freiwillige Kämpfer haben erwartet, dass alles wie schlüsselfertig übergeben wird, aber dieser Krieg ist das Gegenteil, es ist eine schreckliche Enttäuschung’, so Wali. Es war schon schwer, auch nur irgendeine Waffe zu bekommen. ‘Du musstest jemanden kennen, der jemanden kannte, der dir gesagt hat, dass sie dir in einem alten Friseursalon eine AK-47 geben würden. An so einer Art von Ausrüstung muss man basteln, indem man, wo man nur kann, Teile und Munition besorgt. In vielen Fällen in mehr oder weniger gutem Zustand.’

    Die Mahlzeiten für die Freiwilligen werden von Zivilisten bereitgestellt. Auch das Benzin, um ein Fahrzeug zu bewegen. ‘Ständig muss man organisieren.’ Die meisten Ausländer hätten sich entschieden, nach Hause zu gehen. ‘Viele kommen mit stolzer Brust in die Ukraine, aber sie gehen mit eingezogenem Schwanz wieder raus’, sagt Wali. Auch sein eigener Kampfeinsatz sei enttäuschend gewesen. Er habe nur zwei Kugeln in Fenster geschossen, ‘um Leute zu erschrecken’. Als Infanterist sei er nie in echte Schussweite gekommen. ‘Es ist ein Krieg der Maschinen’, in dem die ‘extrem tapferen’ ukrainischen Soldaten durch den russischen Beschuss sehr schwere Verluste erleiden.”

    https://www.stern.de/digital/technik/ukraine–scharfschuetze-wali-uebt-vernichtende-kritik-nach-einsatz-31842520.html

    Das deutet darauf hin, dass es äußerst schwierig für die ukrainische Armee wird, ihre Verluste wieder aufzufüllen, selbst wenn theoretisch fast unbegrenzt große Mengen an Ausrüstung (falls die es bis an die Front schafft) und Zehntausende Freiwillige zur Verfügung stehen. Letztendlich scheitert es an der Organisation.

    Antworten
    • Richard Ott
      Richard Ott sagte:

      Noch ein Beispiel, ein AFP-Bericht über eine von den Russen arg zusammengeschossene ukrainische Brigade in der Nähe von Izyum, die eine Woche Fronturlaub in einer heruntergekommenen ukrainischen “Militärbasis” ohne Strom antreten:

      “Exhausted Ukrainian soldiers return from eastern front
      1 May 2022
      At 21 years old, Samoylov, an officer from the Odessa military academy, finds himself managing 130 conscripts, often twice his age. ‘It’s my first war. I was supposed to graduate in four months, but they sent me here,’ says the baby-faced officer with a short black beard.
      (…)
      In this brigade, like the others, they don’t say how many people have been killed. When the subject comes up, Samoylov’s gaze becomes misty. The pain is raw.”

      https://uk.news.yahoo.com/exhausted-ukrainian-soldiers-return-eastern-130359514.html

      Ein Offizier, der vor dem eigentlichen Ende seiner Ausbildung aus der Militärakademie geholt wurde, befehligt Wehrpflichtige, die so um die 40 sind.

      Lange geht das nicht mehr gut, bevor sich die Struktur ganzer Divisionen auflöst.

      Antworten
  8. komol
    komol sagte:

    Sehr gute und interessante Aufklärung durch Herrn Heinsohn. Bloss seine Mea-Culpa-Aussagen sind für mich nicht nachvollziehbar. Schade, dass er auch wenig zu den Gründen für den Krieg sagt – die überhaupt jetzt überall keine Rolle mehr spielen hinsichtlich des Überlegens über die Strategie bzw. Strategie-Anpassung des Westens. Ich denke, dass es seit spätestens 2008, eher schon 2001 mit dem Dotcom-Crash die evolutionär versenkten Suchkosten für appropiate Internettechnologien (seit etwa 1995) sind (stark finanziert durch die “saving glut” aus China und dem Nahen Osten etc., aufgrund des Booms der 1990er Jahre weltweit), welche zur Finanz- und Wirtschaftskrise führten und hier von den USA in alle Welt verteilt wurden. Und das läuft quasi bis heute. In der zweiten Phase sind die USA (mehr über Unternehmen, aber auch Politik bzw. als Unternehmens-Backer) stärker denn je in alle “ausbeutbaren” Länder rein, und haben sie so weit wie möglich ausgesaugt, getrieben davon, weiter Teile der versunkenen Kosten zu decken. Die Ukraine gehörte auch dazu. Und dies besonders – auch um zu testen, ob in Zukunft in Russland was zu holen ist. Wenn Russland in den letzten 20 Jahren aufgemacht hätte, wäre massiv viel zu holen gewesen (Stichpunkt: Cholodkowski wollte Yukos damals Richtung Westen verkaufen ..).

    Antworten
  9. @foxxly
    @foxxly sagte:

    @ dieser ukraine-krieg ist ein stellvertreter-krieg.
    dieser und in all den meisten kriegen, in denen die ami`s geführt, oder beteiligt waren/sind, ging es um nichts anderes als um die ausweitung des geld-, und wirtschaftssystems.

    dass dieses geld- und wirtschaftssystem systemisch expansiv ist, sollte keinen finanzexperten mehr überraschen.
    dieses system braucht die stete erweiterung seines wirk- und einflußraumes.
    einher geht leider auch der machtanspruch über das system.

    dies sind überwiegend die komponenten für kriege ohne ende.
    wir befinden uns in der heissen phase dieser traurigen entwicklung.

    dass dieses unsere “geschäftsmodel” unter druck steht und veränderungen unweigerlich kommen, sollte auch niemanden überraschen.
    einher geht auch der wohlstandsverlust.
    dies mag schwer nachvollziehbar sein, weil mit diesen modell es einige jahrzehnte nur aufwärts gegangen ist. so scheint es oberflächig.

    wer das geldsystem auch nur annähernd durchschaut, für den ist diese entwicklung zwangsläufig.

    jetzt sind wir in der phase der zerstörung, welche wir uns (oberflächig betrachtet) nie vorstellen konnten.

    schon deshalb, weil die “gute” entwicklung einige jahrzehnte dauerte und generationen keinen plan “B” mehr denken gelernt haben.
    alte “hasen” hätten gegen solche entwicklung einwirken müssen; – aber der endlose egoismus und die schwere diese aufgaben ließen alle blind und fahrlässig werden.

    schade, dass eine halbwegs ehrliche ursachenforschung der entwicklung hin zum kriege durch die weltweite mediale hohheit der ami`s, vollkommen verhindert wird.
    somit werden auch wieder die flaschen weichen für die zukunft geschmiedet.

    fakt ist, dass und die profitierenden eliten uns ausbeuten und mit kriegen klein und gefügsam halten.
    fakt ist, dass nur die masse der menschen diese stets wiederholte entwicklung beenden kann.

    Antworten
    • Alexander
      Alexander sagte:

      @foxxly

      Auch dieser Krieg erklärt sich durch Profitabilität, der Markt der Abnehmer wird langfristig entscheiden wohin die Reise geht. Europa nicht mehr im Zentrum des Geschehens.

      Moscow is making South & East of Ukraine part of Russia / What Benefits will Kremlin get from this? https://youtu.be/eacTbnCqwZs (der Tausch der balitc sea ./. black sea)

      Antworten
      • Bauer
        Bauer sagte:

        @ Alexander

        Ich bewundere Ihre Ausdauer und Fähigkeit, immer wieder die entscheidenden Nachrichten- und Kommentarquellen aufzuspüren. Mir fehlen dazu Geduld und Zeit, zumal mein Internet auf See oft schandbar langsam ist.

        Dieser link von 19:27 bestätigt bis ins i-Tüpfelchen meine Darlegungen, die ich aus anderen Quellen zusammengetragen habe. Chapeau!

  10. weico
    weico sagte:

    Heinsohn hat diese russische Nukleardoktrin und seine “Logik” ja schon bei “Achgut” vorgebracht….

    “Bedenken wird Moskau allerdings, dass die NATO selbst nach einem taktischen Nuklearschlag oder auch nur nach einer Schauexplosion nicht panisch wegläuft, sondern rein konventionell in wenigen Tagen alles zerstören kann, was Moskau auf fremdem Gebiet für Krieg und Genozid im Einsatz hat. Diese Eskalationsstufe hält die NATO ja mit Bedacht in Reserve. Russland selbst würde dabei nicht angetastet und Putin hätte dann keine Doktrin mehr unterhalb eines globalen Atomkriegs. Mit dem aber wird er daheim nicht durchkommen und deshalb auch mit der Stufe darunter auf Widerstand stoßen.”

    Heinsohn “Logik” verkennt , dass JEGLICHES aktive eingreifen der NATO, einen globalen Atomkrieg entfesseln könnte. Putin hat ja vor der Ukraine-Sonderoperation, von dem “unvorstellbarem” gewarnt.

    Wenn Heinsohn bzw. die NATO also wirklich davon ausgehen , dass Putin wirklich nur “leere Drohungen” ausspricht, dann wundert man sich wiederum ,warum die NATO nicht schon längst eingegriffen hat bzw. eingreift.

    Wenn man sich mal die US-Nukleardoktrin anschaut, ist die USA ja führen in der Entwicklung dieser taktischen “Mini-Nukes” . Der Grund ist klar und einleuchten. Solche “Mini-Nukes” passen gut zur geopolitischen Hegemonpolitik der USA.
    Die neusten Modele dieser US-Schwerkraftbomben B61 Model 12 ,sind ja schon in Deutschland eingelagert und stehen den Deutschen, die ja mit der nuklearen Teilhabe in das NATO-Geflecht eingebunden sind, zur Verfügung.

    Wie heisst es so schön im Fazit von folgendem Bericht:
    “Aporien atomarer Abschreckung. Zur US-Nukleardoktrin und ihren Problemen”

    “Mit der auf abgestufte Counterforce-Optionen setzenden US-Nukleardoktrin sollen Androhung und Einsatz von Atomwaffen strategisch rational, völkerrechtlich legal und moralisch hinnehmbar werden.”

    https://www.swp-berlin.org/publications/products/studien/2018S15_rdf.pdf

    Antworten
    • Richard Ott
      Richard Ott sagte:

      @weico

      “Mit der auf abgestufte Counterforce-Optionen setzenden US-Nukleardoktrin sollen Androhung und Einsatz von Atomwaffen strategisch rational, völkerrechtlich legal und moralisch hinnehmbar werden.”

      Toll, werden diese süßen kleinen Mini-Atombomben auch schon nachhaltig und CO2-neutral produziert? ;)

      Antworten
  11. Alexander
    Alexander sagte:

    Heinsohn lernt nichts dazu, selbstreferentiell seine Herleitungsketten OHNE 1nen Realitätsabgleich.
    “Es entspricht nicht der realen Situation on the ground.” Zitat Brigadegeneral Vad auf Ntv
    https://www.bitchute.com/video/UeBschu3up92/

    Wenigstens die Interviews der wieder nach Hause geflüchteten Freiwilligen sollte Heinsohn sichten bevor er sich daran macht einen Sieg der Ukies in Aussicht zu stellen. Militärisch jungfräulich wagt sich Heinsohn Größenordnungen zu benennen (40td.) ohne die erforderliche Infrastruktur an Inst oder Logistik auch nur zu bedenken. Alle Lieferwege sind abgeschnitten oder unter direktem Beschuß, vgl. Vad.

    Einen Genozid am Ukrainertum zu deuten ist eine der Spitzen, die verschweigt dass Polen seine Ethnie in Ukie niemals einem Völkermord ausliefern würde. Geschähe das belastbar wäre der Einmarsch der Nato warscheinlicher als sich Friedrich black rock März das noch aufgrund eines AKW´s gewünscht hätte.

    Auch die Vorstellungswelten des Herrn Stelter (Panzervernichtungstrupp) entbehren aller Ahnung. Hat sich noch nicht herumgesprochen, dass die Lagerware aus USA, BRD oder UK Beständen überlagert Ü50% Blindgänger ausmacht?
    Herkömmliche Panzerfäuste bewirken weniger als die TOW/AGTM/Milan Systeme – deren Zahlen weniger mobil und begrenzter sind (50td.$ pro Schuß)…von wegen Logistik.

    Natürlich wünschen sich alle Beteiligten einen großen Krieg der Nato mit Russland, ungeachtet des Abwrackens unter den Reihen der Natosoldaten in 20 Jahren Terrorkrieg. Die Abzug nach Ausladung aus Mali sind schon vergessen, die BW auf verlorenem Posten.

    Inzwischen dozern die Russen jene Massen an ukrainischen Kämpfern unter die Erde, die Kiew sich weigert anständig zu bestatten. Die Verachtung für das eigene Volk geht über den Tod hinaus.

    Ach ja, auf russischer Seite kämpfen weniger Russen als Asiaten, denn die Armee ist beliebter Arbeitgeber, vgl. Zusammensetzung der US Armee mit Südstaatlern unterer Schichten, vgl. Wolffsohn die BW eine Unterschichtarmee.
    Zustimmung, Einsatzbereitschaft und Kameradschaft halten solche Verbände fester zusammen als politisch korrekte Schwätzer. Für blutigste Häuserkämpfe setzt Putin offensichtlich keine Wehrpflichten aus Moskau ein:
    bitchute.com/video/2j3ZJjSdcFmP/ . “Allah ist groß”.

    Vielleicht schenkt uns die Geschichte tatsächlich den großen Krieg in Europa, konventionell und total.
    Schneller könnten alle Hybris und Illusionen gar nicht enden. The last generation wörtlich, spätestens wenn die kids lernen dass man mit Atomkleber keine Panzer aufhalten kann.

    Ach ja, beim Militär herrscht Impfduldung – d.h. Gesunde müssen darußen bleiben.

    Läuft.

    Antworten
    • Namor
      Namor sagte:

      @alexander
      immer wieder gut von Ihnen zu lesen. Zu Heinsohn muss man sich überlegen, einmal Nato immer Nato, anders kann es gar nicht sein. Oder sollen BND-Mitarbeiter a. D. fröhlich in Peking unterrichten?

      Manche Jobs sind eben lebenslange Verpflichtung.

      Antworten
      • Alexander
        Alexander sagte:

        @Namor

        Klaus von Dohnanyi trat bisher nicht als Gazprom Lobbyist auf oder beschämt mit Positionen wie Heinsohn zuletzt wiederholt. Seine Integrität bislang frei von Phobien/Philien.

        Zitat Klaus v. Dohnanyi
        “Man hat es sehen können und man hat es nicht verhindert”
        https://www.bitchute.com/video/GwZ9eS82b320/

    • Bauer
      Bauer sagte:

      @ Alexander

      Danke für diese vernichtende Rezension. Ich verzichte gerne darauf, mir das anzuhören, denn die Wirklichkeit ist eine andere.

      Wir befinden uns in einer Auseinandersetzung, die geopolitischen Grundsätzen gehorcht. Ich habe mich hier schon mehrfach dazu geäussert. Falls man nicht noch weiter zurückgreifen will, began sie 1989 mit der Wiedervereinigung Deutschlands. Russland war totgerüstet, Gorbatshev war einsichtig und die Bevölkerung der DDR sah ihre Stunde gekommen, zu Recht. Kohl sah die Chance und preschte mit seinen 10 Thesen ungefragt vor. Zusammen mit dem Fall der Mauer wurden die Allierten in Zugzwang gebracht, eine einvernehmliche Lösung musste her, wenn man Gewalt und Krieg ausschliessen wollte. Damals ist die mündliche Vereinbarung entstanden, dass das wiedervereinigte D in der NATO verbleiben könne (was vorher verneint worden war), wenn im Gegenzug Ostdeuschland demilitarisiert würde und die Nato von jeglicher Osterweiterung Abstand nähme. Mündlich war die Vereinbarung, weil keiner der Westallierten imstande gewesen wäre, einen entsprechenden Staatsvertrag durch die Parlamente (Ratifizierung) zu bringen, rechtsverbindlich war sie trotzdem, da entsprechend gehandelt wurde.

      Die USA/NATO begannen 1991 mit der Missachtung dieser Vereinbarung und der Osterweiterung der NATO. Russland protestierte, war unter Jelzin zu schwach, seinen Protesten Nachdruck zu verleihen. Überdies zog die EU nach mit der Aufnahme neuer Mitglieder im Osten. 2000 folgte Putin auf Jelzin und wendete das Blatt, indem er Ordnung schaffte in Russland, die Oligarchen zähmte und die Staatsfinanzen dadurch ins Lot brachte.

      2013 kam es zueiner internen Auseinandersetzung in der Ukraine, da der neue Präsident die russische Sprache als zweite Staatssprache fallen liess, obwohl 30% der UK-Bevölkerung russisch sprechen, zum grossen Teil sogar ausschliesslich. Es kam zu Gewalt auf dem Maidan und zu bürgerkriegsähnlichen Zuständen, die von USA-Seite indirekt (CIA + NGO + Soros) angeheizt wurden.

      Putin hatte inzwischen wieder Muskeln und nahm 2014 die Gelegenheit wahr, die Krim zurückzuholen. Völkerrechtlich war dieser Schritt kaum zu beanstanden nach allem, was im Kosovo und anderswo als Präzedenzfälle vorgefallen war.

      Seitdem began die Ukraine, den Dobass (Donezk und Luhansk), die sich mit Milizaktionen gegen die Sprachregelung wehrten, mit militärischen Angriffen zu überziehen. Russland protestierte wiederum und antwortete mit Truppenbewegungen. Am 16.04.2022 startete die Ukraine ein systematisches vorwiegend nächtliches Raketen-Bombardement (bis zu 1000 Flugkörper pro Tag) des Dombass, welches die zwei Provinzen mit der Erklärung der Sezession beantwortetenund anschliessend in die Arme Russlands trieb. Am 24.04.2022 antwortete Putin seinerseits, was heute als Angriffskrieg interpretiert wird. Auffällig ist, dass Biden (USA) bereits an besagtem 16.04.2022 erklärte, dass man sich ab sofort im Krieg befände.

      Das ist nichtauf meinem Mist gewachsen, sondern entspricht der objektiven Quellenlage. Der weitere Fortgang dürfte allmählich, wenn auch mit Bias, ins Bewusstsein dringen.

      Fortsetzung folgt mit der aktuellen Lagebeurteilung.

      Antworten
      • Bauer
        Bauer sagte:

        Fortsetzung:

        1 — Russland hat keine Eroberungsabsichten, sonst wären russische Truppen schon längst an der NATO-Grenze (Polen). Russland sieht dies als Säuberungsaktion unter Schonung der ukrainischen Zivilbevölkerung, kämpft also bildlich gesprochen mit einem zurückgebundenen Arm. Dass es dabei zu zivilen Opfern kommt, ist unvermeidlich, zumal die Ukrainer ihre Bevölkerung entgegen allen Regeln (Genfer Konvention) als Schutzschild missbrauchen.

        2 — Russland begradigt derzeit seine Frontlinie und lässt Kiyv links liegen, da ohne strategisches Interesse. Lediglich der Hafen Odessa fehlt noch als Beute, aber das wird nicht mehr lange dauern. Es steht zu vermuten, dass Russland sich derart auf eine lange Dauer der Auseinandersetzung einrichtet. Soweit Gebiete aufgegeben wurden, ist das kein Sieg der Ukraine oder Schwäche Russlands, sondern Absicht.

        3 — Russland hat erst einen kleinen Teil seiner militärischen Stärke eingesetzt. Einige Quellen meinen 5 %, ich vermute eher das doppelte, also 10 %.

        4 — Das westliche Embargo kann Russland nichts anhaben. Sein Staatshaushalt ist in Ordnung, die Exporteinahmen in Westwährung sprudeln wie noch nie. Eventuelle Kosten für die Umgehung des Embargos wird der Westen ohnehin bezahlen über höhere Einkaufspreise.

        5 — Russland steht fest hinter Putin. Jeder mögliche Nachfolger wird eher noch härter agieren, um sich zu bewähren.

        6 — China steht diskret auf seiten Russland’s. Es hat immer noch das Trauma von 300 Jahren Mongolenherrschaft (bis 1912) und will einen stabilen und freundlichen Nachbarn im Norden. Da kommt nur Russland infrage. China will allerdings nicht zum jetzigen Zeitpunkt offen in den Konflikt gezogen werden. Es braucht selbst noch Zeit zur Muskelbildung.

        7 — Was Deutschland gerade treibt, ist brandgefährlich und unverantwortlich, ausserdem ohne militärischen Wert. Die Lieferung von ausgemustertem, seit Jahren rostenden schwerem Kriegsgerät, neu aufgehübscht mit etwas Tarnfarbe, ist ein Grund nach internationalem Recht, als Kriegspartei angesehen zu werden. Es wird deswegen nicht zur offenen Konfrontation kommen, aber ein sofortiger umfassender Stop aller Energielieferungen ist keine leere Drohung, sondern wäre rechtens, insbesondere, falls auch Instrukteure mitgeliefert werden, was nahezu zwangsläufig ist. Polen ist da in ähnlicher Lage als potentielles Transitland.

        8 — Dieser Konflikt kann friedlich nur gelöst werden durch Rückzug der NATO auf die alten Grenzen und Aufgabe aller EU-Erweiterungsträume. Die in Frage stehenden NATO-Staaten könnten diese Entwicklung beschleunigen, indem sie verbindlich mit Gesetzesstärke erklären, dass sie dem weiteren Beitritt von Mitgliedern im Osten (Finland!) nicht zustimmen werden und der einstimmig erforderlichen Erklärung des Bündnisfalles ebenfalls nicht. Damit fällt die NATO, was im Interesse Europas längst überfällig ist.

      • Stoertebekker
        Stoertebekker sagte:

        @Bauer

        a) Bin bei Ihnen, dass völkerrechtlich seit Kosovo/Libyen die Karre voll in den Dreck gefahren ist. Heißt aber nur, dass ab diesem Zeitpunkt der Stärkere de facto macht, was er will. Das rechtfertigt keinen Krieg, weder in Afghanistan noch in der Ukraine. Es heißt nur, es gibt kein globales „Gewissen“ mehr im Sinne, was wir als Weltgemeinschaft richtig oder falsch finden.

        b) Russlands Aktionen haben nur zum Teil mit der NATO-Osterweiterung zu tun. Es geht eben auch um das Zurückdrehen der originär russisch-weißrussisch-ukrainischen Vereinbarung zur Auflösung der Sowjetunion. Der Teil hat mit der NATO erstmal überhaupt nix zu tun.

        c) Die Russen sehen Russland als starkes Land und finden Putin wegen dieser Betonung der Stärke gut. Allerdings bricht sich in Russland erste zaghafte Verwunderung ob der Inkompetenz der Armee Bahn. Das ging bei der Versenkung der Москва los und nimmt ob der desaströsen Flussquerung zu. Zudem klagen die ersten Verwundeten, dass sie das ausgelobte Verwundungsgeld nicht bekommen und in den Städten der Luftlandetruppen (mit vielen Toten) ist ebenfalls Unmut zu hören.

        d) Ob Russland mit angezogener Handbremse kämpft, kann ich nicht beurteilen. Glaube es aber nicht. In jedem Fall sind Truppen sinnlos geopfert worden (Transportmaschine mit Fallschirmjägern am ersten Tag verloren, weil der Flughafen noch nicht unter Kontrolle und die Luftabwehr noch nicht ausgeschaltet war. 200/300 Mann Elitetruppen so zu opfern ist militärisch schwach, dito die oben erwähnte Versenkung).

        e) Wie das ausgeht, werden wir sehen. Die Ukraine muss auch Unmengen an Soldaten verloren haben. Dass Putin die Krim unbedingt brauchte (Schwarzmeerflotte) kann ich ja noch verstehen, die jetzige Nummer wird aus meiner Sicht für ihn aber schlecht ausgehen. Weil er im freien Spiel der Stärke unterlegen sein dürfte. Auch wenn er Russland befriedet hat – es ist ein brutal korruptes Land geblieben mit all den Problemen. Und offenbar ist die russische Armee wie schon zu Sowjetzeiten eher „robust“ unterwegs und schöpft nach Einschätzung der Israelis (in Syrien beobachtet) nicht das Potenzial ihrer modernen Waffen aus. Selbst Indien als Käufer russischer Waffen wundert sich…

      • Tom96
        Tom96 sagte:

        @ Herr Bauer
        Kurze Ergänzung :
        Die Oligarchen wurden unter technischer, rechtlicher, ökonomischer Beratung westlicher konservativer Berater installiert, das Land und die Bevölkerung auszuplündern.
        Nach Putins Antritt versuchte er die Runde der 49 auf den neuen Kurs einzustimmen, was zu offener Androhung der Entmachtung durch verschiedene Oligarchen führte, die wiederum abschaltetet wurden – siehe den Fall
        https://www.vermoegenmagazin.de/michail-chodorkowski-vermoegen/
        “Räuberbaron” der Yukos Öl Privatisierung.

      • Alexander
        Alexander sagte:

        @Bauer

        1977 erklärte Joe Biden, dass es im Falle einer Nato Erweiterung Krieg mit Russland in der Ukraine geben würde: https://www.bitchute.com/video/bnQ8LglRcCoX/

        …denn sie wissen ganz genau was sie tun.

        Es gibt keine westlichen Werte, für die es zu sterben lohnte – im Jahr zwei des Verlusts aller Grundrechte, für alle die ihre Gesundheit keinem Gentechnikexperiment anvertrauen wollen ohne Haftung oder Gewähr. Aktuell 49.2% Geboosterte auf Intensivstationen vs. 18.6% Ungeimpft, aus dem Wochenblatt RKI 12-05-22

        Der Westen hat sich delegitimiert und der Mehrheit schwant das Ausmaß der begangenen Schandtaten noch gar nicht. Der Deflation der Kreditpfänder folgt die Deflation der Erwartungen sogleich….nicht einmal Krieg kann das aufhalten.

        @Tom96
        Raubtierkapitalismus auf Russisch titelte der Spiegel in 2000 und schrieb weiter
        “Wie das Land in der Jelzin-Ära den Finanzhyänen zum Opfer fiel. ”
        spiegel.de/politik/raubtierkapitalismus-auf-russisch-a-e813885e-0002-0001-0000-000016358511

      • komol
        komol sagte:

        Die Bundesregierung macht das z.Z. super-gut. Ich weiß bloss nicht, ob es die Situation in Zukunft noch zulassen wird, so clever zu handeln. Bsp. sagt man auf Ramstein nach gegenteiliger Aussage von Scholz drei Tage zuvor schweres Gerät zu, welches aber am Schwersten bedienbar ist und wo klar ist, dass es mit der Munition erst einmal ein Nein der Schweiz gibt. Das ist wieder ein Signal an Russland: Ja, wir handeln als Satellitenstaat der USA, sehen aber euer Problem mit denen (es liegt immernoch auf der alten Linie des Nein Schröders und Putins zum Irak-Krieg; des Nein Merkels seinerzeit zur Aussicht auf Nato-Beitritt der Ukraine und Georgiens etc.).

      • Dietmar Tischer
        Dietmar Tischer sagte:

        @ Bauer

        „Mündlich war die Vereinbarung, weil keiner der Westallierten imstande gewesen wäre, einen entsprechenden Staatsvertrag durch die Parlamente (Ratifizierung) zu bringen, rechtsverbindlich war sie trotzdem, da entsprechend gehandelt wurde.“

        Lassen wir mal dahingestellt, ob mündlich etwas VEREINBART oder nur GESAGT, aber nicht vereinbart wurde.

        Wenn etwas RECHTSVERBINDLICH vereinbart worden ist, dann ist es dies, weil die KRITERIEN für Rechtsverbindlichkeit ERFÜLLT sind.

        Wenn sie NICHT erfüllt sind, dann besteht keine Rechtsverbindlichkeit und durch entsprechendes Handeln KANN sie auch NICHT hergestellt werden.

        Alle Beteiligten können natürlich der Vereinbarung entsprechend handeln und wenn sich niemand daran stört, ist die Realität so, ALS OB die Vereinbarung rechtsverbindlich sei.

        Sie ist aber trotzdem NICHT rechtsverbindlich.

        Ihre Begründung ist Käse.

        Mal weg vom Völkerrecht und hin zu einem lebensnahen Beispiel, damit klar wird, was gemeint ist:

        Im Internet Aktive können mündlich oder schriftlich VEREINBAREN Porno-Dateien übelster Art zu tauschen.

        Die Vereinbarung ist nichtig, hier: weil sie gegen das Gesetz verstößt.

        Sie kann rechtlich NICHT wirksam werden, wenn der Vereinbarung entsprechend gehandelt wird.

      • Christian Anders
        Christian Anders sagte:

        @Bauer @DT

        von DT

        „Im Internet Aktive können mündlich oder schriftlich VEREINBAREN Porno-Dateien übelster Art zu tauschen.
        Die Vereinbarung ist nichtig, hier: weil sie gegen das Gesetz verstößt.“

        In diesem Beispiel muss daraufhin in der Logik, die hier von @Bauer angeboten wird, auf einen anderen Rahmen als den der Gesetze verwiesen werden: Geopolitik. Heißt, mit „Geopolitik“ lässt sich rechtfertigen, was nicht rechtskräftig und sogar unrechtens ist. Weil sticht als Argument ja immer, wie wir sehen.

        Wenn das so ist, kann man sich die historischen Abrisse über mündliche Zusagen, Enttäuschungen durch Nichteinhaltungen solcher, wer wann wo auf wessen Füße getreten ist, etc.: SPAREN

        Wenn am Ende die Interessen des Stärkeren immer dominieren, ist das ganze kunstvolle Rechtfertigungsbohei nur Verbalaktobatik um nicht auf den Punkt zu kommen: Es gibt ein Tauziehen von verschiedenen Interessen und die allermeisten Menschen sind das Tau.
        Der geschichtliche Aufriss mit wann wer was wo und Völkerrecht hin oder her ist dann nur die Marketingabteilung, um dem Tau in dem Spiel seine Aufgabe schmackhaft zu halten. Je nach Seite also Propaganda in verschiedener Geschmacksrichung.

        Wenn aber so, brauche ICH auch keine verschiedenen Perspektiven einnehmen sondern muss mich nur ENTSCHEIDEN, an welchem Ende ich mitziehen möchte.

        Man sollte also gut überlegen, ob man Dingen „Rechtskraft“ einräumen will, nur weil sie eine Zeit lang so gemacht wurden, obwohl nie ratifiziert. Ich halte das wie DT für einen logischen Fehler und zwar einen derart, dass er die ganze Diskussion um Perspektivwechsel und Verstehens anderer Positionen in die Tonne entsorgt.

        Genau diese Diskussion wollen aber auch und vor allem jene doch führen, die jetzt mit ganz viel Verständnis für Russland „werben“, soweit, dass es sich fast liest als kämpfe Putin einen Verteidigungskrieg, nachdem ihm die Angriffe „mit Ukrainern bis zum letzten“ (sehr frei nach R. Ott) quasi gar keine Alternative gelassen hatten.

      • Dietmar Tischer
        Dietmar Tischer sagte:

        @ Christian Anders

        >In diesem Beispiel muss daraufhin in der Logik, die hier von @Bauer angeboten wird, auf einen anderen Rahmen als den der Gesetze verwiesen werden: Geopolitik. Heißt, mit „Geopolitik“ lässt sich rechtfertigen, was nicht rechtskräftig und sogar unrechtens ist. Weil sticht als Argument ja immer, wie wir sehen.>

        Sie ziehen die richtige Schlussfolgerung aus der Logik von @ Bauer:

        Sie RECHTFERTIGT mit HANDELN, was nur mit PRINZIPIEN zu rechtfertigen ist.

        Dieser Logik entsprechend kann Handeln ALLES heilen bzw. heiligen – IMMER, wie Sie sagen.

        Dies wird zu Recht NICHT akzeptiert, weil es WILLKÜR als Prinzip des Zusammenlebens etabliert.

        Die Folgen wären verheerend:

        Andauernde Unsicherheit, großer Einsatz der Ressourcen für die Verteidigung vor möglichen Angriffen, nicht vermeidbare Wohlstandsminderung.

        Ich habe überhaupt nichts gegen eine BESCHREIBUNG von Geopolitik.

        Denn Geopolitik GIBT es.

        Aber ihre RECHTFERTIGUNG ist etwas ganz anderes.

        Wird u. a. an diesem Blog z. T. ohne Sinn und Verstand betrieben.

      • weico
        weico sagte:

        @DT

        Ich habe überhaupt nichts gegen eine BESCHREIBUNG von Geopolitik.

        Denn Geopolitik GIBT es.

        Aber ihre RECHTFERTIGUNG ist etwas ganz anderes.”

        Die RECHTFERTIGUNG der US-Geopolitik können sie Nachlesen unter:

        https://www.whitehouse.gov/wp-content/uploads/2021/03/NSC-1v2.pdf

        Zusammen mit der Monroe-Doktrin und dem amerikanischen Selbstverständnis aka Exzeptionalismus , kommt es dann zu solchen RECHTFERTIGUNGEN …..wie bei “Nord Stream 2” !

        Die USA *fühlte* sich, durch eine europäische Pipline (sic !), in ihrer “nationalen Sicherheit” bedroht und teilten seinem NATO-Vasallen und “Wertepartner” Deutschland mit, dass man Sanktionen ins Auge fassen werde…
        Deutschland “verstand” den Hinweis…und “kuschte” vor dem US-Hegemon.

        Das Recht des Stärkeren setzt sich durch ! “Gelebte” US-Geopolitik vor der eigenen Haustüre.

      • Christian Anders
        Christian Anders sagte:

        @weico

        Sie verlinken die Erläuterung von Interessenpolitik aka „Geopolitik“.

        Niemand hat bestritten, dass es sowas gibt und dass die Interessierten sie auch jedesmal begründen würden.

        Das war aber nicht, was @Bauer geschrieben hatte. Er hatte nicht über eine Begründung, sondern eine RECHTSFESTE Verbindlichkeit geschrieben. Wegen einer mündlichen Abrede, die aber nirgendwo festgeschrieben werden konnte, weil wahrscheinlich gegen den Mehrheitswillen der Völker, die von dieser Abrede betroffen sind. (Demokratie ist im Angesicht von solchen Tragweiten dann doch ein flüchtiges Gut, nicht?).

        Das Problem? Interessen, die sich nur aus sich selbst heraus begründen müssen, können nicht mehr gegeneinander abgewogen werden. Alles ist gleich viel oder gleich wenig wert – wodurch am Ende sich dann halt der mit den dicksten Muskeln durchsetzt und so recht hat per Ergebnis.

        Damit DAS zu keiner spiralförmigen Aufrüstungslogik für alle führt, hat man versucht, das ganze durch Regelungen einzugrenzen, die eben keine Selbstreferentialität der Interessen erlauben.

        In einen solchen Rang wurde hier im Blog dann die mündliche Abrede über die Form der NATO-Ost(nicht)erweiterung erhoben – ein logischer Unsinn.

        Was niemand erklären kann, ist, woraus sich die Priorität von widersprechenden Interessen ableiten lässt, wenn es keinen übergeordneten Rahmen gibt sondern die Interessenpolitik selbst der Rahmen ist.

        Sie kritisieren die Haltung der Amerikaner, weil interessengeleitet? Wovon sonst sollte sie in dieser Logik geleitet sein?

        Ich kritisiere Putins Angriffskrieg, weil Bruch internationalen Rechts und ratifizierter(!) Absprachen? Zu Unrecht, den die Geopolitik setzt den übergeordneten Rahmen, doch nicht irgendwelche ratifizierten Abmachungen.

        Wenn einer Recht bricht, sollten alle mitmachen? Das ist dieses „aber die anderen haben doch auch…“

        Wenn jemand schlüssig darlegt, dass er einen völlig anderen Kurs aus Interessenlage für angebracht hält, egal, was dazu mal rechtsverbindlich festgelegt wurde, hat er immer das ultimative „Recht“. Weil so geht halt Geopolitik, die sich selbst rechtfertigt.

        Sie müssen merken, dass man da nur rauskommt, wenn man Vorgänge anhand anderer Kriterien bewertet.
        Wenn Sie das nicht wollen, schön, dann deklinieren Sie mal in allen Konsequenzen durch, was ein von Ihnen präferierter Alternativkurs alles für Konsequenzen hätte – für alle, die Ihnen einfallen, nicht nur die vor der eigenen Haustür.
        Und wenn Sie mir so schlüssig eine gute Alternative präsentieren, höre ich auch zu.

        Aber das sandkastenförmchenhafte „rabäää, aber die anderen haben doch auch…“ geht mir auf den Keks. Damit haben andere mit 6 Jahren aufgehört.

      • Dietmar Tischer
        Dietmar Tischer sagte:

        @ weico

        Was wollen Sie uns hier sagen?

        Wenn ein Handeln im Rahmen von Geopolitik ALS gerechtfertigt gilt, dann ist AUCH ein anderes und letztlich jedes beliebige Handeln gerechtfertigt?

        Und daher:

        „Das Recht des Stärkeren setzt sich durch!“

        UNSINN.

        Sie verstehen nicht, dass es ein RECHT des Stärkeren nicht gibt.

        Sagen Sie doch einfach:

        Der STÄRKERE setzt sich durch.

        Das ist richtig, weil es die richtige BESCHREIBUNG von Geopolitik ist.

      • Rolf Peter
        Rolf Peter sagte:

        Ein paar Anmerkungen kann ich Ihnen nicht ersparen.

        Die uespruengliche Zusage, die NATO nicht zu erweitern, duerfte wohl in der Erwartung gegeben worden sein, Russland werde sich in einen demokratischen und rechtsstaatlichen Staat entwickeln. Das Gegenteil ist eingetreten, und damit is die Grundlage fuer die Zusage entfallen.

        Entsprechen haben auch nicht die USA oder die NATO die letztere erweiter (die Situation ausgenutzt vermutlich schon), sondern die ehemaligen Ostblocklaender und westl Teilstaaten der UdSSR sind freiwillig beigetreten, um ihre Souveraenitaet und Freiheit abzusichern. Treiber dieser Dynamik war wesentlich die Entwicklung und das Verhalten des russischen Regimes.

        2013 war auch keine rein intere Auseinandersetzung (das auch), sondern auf russischen Druck ist der Praesident eingeknickt, und hat einen vom ukrainischen Parlament beschlossenen EU-Aufnahmeantrag nicht weitergeleitet.

        Die Donbasregion hat sich auch nicht mit Milizaktionen gewehrt, sondern Russland hat als Freiwillige verkappte Schlaeger und Kriminelle in die Region geschickt, die dort fuer Aufruhr gesorgt haben.

        Ihre Darstellung ist also werder objektive noch enspricht sie der Quellenlage.

      • Bauer
        Bauer sagte:

        @ D. Tischer gestern 23:05

        >> “Alle Beteiligten können natürlich der Vereinbarung entsprechend handeln und wenn sich niemand daran stört, ist die Realität so, ALS OB die Vereinbarung rechtsverbindlich sei.

        Sie ist aber trotzdem NICHT rechtsverbindlich.”

        Ach was. Ohne diese mündliche Vereinbarung hätte es keine deutsche Wiedervereinigung gegeben, zumindest nicht in diesem engen Zeitfenster der diplomatischen Konfusion. Das genügt wohl um von faktischer Rechtskraft zu sprechen.

        Ich bin mit dem damaligen französischen Botschafter in Ost-Berlin, dem letzten, befeundet. Es ist eine Familienfreundschaft auf Du, wir haben unsere gleichaltrigen Kinder in den Ferien ausgetauscht, damit sie die andere Sprache vor Ort kennenlernten, sie sprachen ihrem Alter entsprechend schon fast fliessend. Ich habe streng darauf geachtet, ihn nicht mit neugierigen Fragen in Verlegenheit zu bringen, es war ein Tabu. Heute nach über dreissig Jahren kann ich das sagen.

        Eines war nicht zu verheimlichen und wurde wenig später ja auch öffentlich, das Junktim zwischen dieser mündlichen Vereinbarung und dem 4+2_Vertrag, der die deutsche Wiedervereinigung ermöglichte.

        Ich gebe Ihnen daher Ihre Apostrophierung wörtlich zurück: “Ihre Begründung ist Käse.”

      • Dietmar Tischer
        Dietmar Tischer sagte:

        @ Bauer

        Einmal abgesehen davon, dass Sie nicht verstehen können oder nicht darauf eingehen wollen, was ich Ihnen vorgeworfen habe (gestern 23:05), nämlich dass Ihre BEGRÜNDUNG für die RECHTSVERBINDLICHKEIT einer mündlichen Vereinbarung Käse ist (was NICHT heißt, dass eine mündliche Vereinbarung nicht WIRKSAM sein kann):

        Es kann ja mündliche Vereinbarungen gegeben haben, die rechtsverbindlich SIND – ich habe dies jedenfalls ausdrücklich nicht ausgeschlossen.

        Dass dies so ist, müssen Sie nachweisen und NICHT nur behaupten.

        Dies heißt, dass sie Dokumente aufrufen müssen, die zumindest so viel Seriosität aufweisen, dass sie dem Augenschein nach nicht als Propaganda abgetan werden können.

        Meine Referenz mit dieser Qualität, die BESTÄTIGT, dass es auf westlicher Seite ABSICHTEN und mit russischen Politikern GESPRÄCHE gab, die durchaus den Eindruck erweckt haben, dass eine NATO-Osterweiterung ausgeschlossen werden sollte:

        https://www.bundestag.de/resource/blob/416610/331cde1a675291e8aca94f5aebac50aa/wd-2-031-16-pdf-data.pdf

        Sie können gern einmal den damaligen französischen Botschafter in Ost-Berlin fragen, wie er mit Blick auf dieses Dokument BEGRÜNDET, dass wie von Ihnen behauptet ein JUNKTIM zustande gekommen ist, das von ALLEN Beteiligten auf welcher Grundlage als solches verstanden werden MUSSTE.

      • Christian Anders
        Christian Anders sagte:

        @Bauer

        ???

        Das hier:

        „Ohne diese mündliche Vereinbarung hätte es keine deutsche Wiedervereinigung gegeben, zumindest nicht in diesem engen Zeitfenster der diplomatischen Konfusion. Das genügt wohl um von faktischer Rechtskraft zu sprechen.“

        steht völlig zusammenhanglos im Raum rum.

        Eine mündliche Abrede hat faktische Konsequenzen. Diese Konsequenzen erheben die nie ratifizierte weil wohl gar nicht ratifizierbare Abrede in den Rang eines Rechts?

        Nein! Warum auch? Es gibt kein einziges Argument dafür. Fakt ist: Recht ist, was als Gesetz/Vertrag/verbindliches Einvernehmen niedergelegt wurde.

        Ist hier nicht passiert. Oder doch? Oder wurde DANACH nicht eher sogar etwas ratifiziert, was widersprechend ist?

        Es ist dann doch eher so, wie DT sagt: Geopolitik ist, wenn jemand tut, was er tut, weil er es kann. Sch**** auf Vereinbarungen. Ist doch so.

        Insofern kann man allen Beteiligten immer wieder vorwerfen, genau das gemacht zu haben und damit die über allem schwebende Doktrin vom Rechtsrahmen torpediert zu haben: Doppelmoralisch, selektiv, hinterhältig, propagandistisch.

        Da reiht Putin sich ein. So fair. Warum nicht? Er ist jetzt aber Ihrer Ansicht nach zusätzlich im RECHT, weil?

        Weil man 1989 mal was versprochen und gebrochen hat, was ohnehin nie die Zustimmung dadurch behelligter Dritter hatte (eben jener Staaten, die in die nato WOLLTEN, nicht vereinnahmt oder getrieben wurden).

        Es ist doch einfach: Für alle Handlungen auf allen Seiten gibt es GRÜNDE.

        Rechtlich begründet sind davon viele nicht. Nach ihnen gehandelt wird trotzdem oft, einfach weil man es kann.

        DESHALB hat die Welt zumindest die Idee, RECHT vor Geopolitik zu stellen. Funktioniert oft nicht, ist aber die einzige Idee, die man bis jetzt hatte, die Spirale zu brechen.

        Putin hat diese Idee jetzt ultimativ aufgekündigt. Dass er GRÜNDE hatte, sich in seiner Ratio so zu verhalten, versteht hier jeder.
        Es versteht ja auch jeder die Ratio eines Mörders, wenn man sein Motiv nachempfinden kann. Und dann? Sagt man dann: Ach ja, verstanden, und lässt es gut sein?

        Da hilft Dropping von befreundeten Botschaftern genau nicht weiter, das ist gar nicht das Thema.

      • Alexander
        Alexander sagte:

        @Bauer

        „Wie der Albatros als Vorbote des Sturms“, hat Ortega y Gasset geschrieben,
        „so tritt der Mensch der Tat stets am Horizont auf, wenn eine neue Krise ausbricht“
        – und führt die Massen in die Barbarei zurück. (Roland Baader)

        Schwächlinge nicht von ihrem Kreuzzug abhalten, sie verdienen ihr Schicksal.

      • weico
        weico sagte:

        @DT

        “Sie verstehen nicht, dass es ein RECHT des Stärkeren nicht gibt.Sagen Sie doch einfach:

        Der STÄRKERE setzt sich durch.

        Das ist richtig, weil es die richtige BESCHREIBUNG von Geopolitik ist.”

        Falsch !

        Die USA sehen nutzen ihre STÄRKE, um das EIGENE RECHT durchzusetzen. So funktioniert die GEOPOLITIK eines HEGEMON.

        Ein RECHT das sich nicht durchsetzen lässt (MACHT) … ist eine reine Augenwischerei und das Papier nicht wert.

        Sie können z.B. bei der Annexion von Hawaii,Texas,Tibet,Golanhöhen usw. schön nachlesen, wie Geopolitik REAL funktioniert und aus STÄRKE …. dann RECHT wird.

        All die naiven VÖLKERRECHTS-Träumer die meinen, dass man Putin, Bush usw. vor ein “internationales Gericht” stellen kann….kennen den Unterschied/Zusammenhang von STÄRKE (aka “MACHT”) und RECHT nicht.

        Das VÖLKERRECHT ist eine aus Prinzipien und Regeln bestehende Rechtsordnung.

        Die Augenwischerei dieses VÖLKERRECHT:

        “Die Problematik besteht jedoch in der Durchsetzung des Völkerrechts. Eine Durchsetzung ist kaum möglich: Als historisches Beispiel war Belgien während des Zweiten Weltkriegs völkerrechtlich als neutraler Staat anerkannt und respektiert, dennoch konnte diese Neutralität bei der Verletzung durch den deutschen Angriff im Mai 1940 von niemandem gewährleistet werden. Ebenso können die Folterungen in Guantánamo betrachtet werden.”

        https://de.wikipedia.org/wiki/Recht#Absolute_Rechte_und_relative_Rechte

        Zwischen REALITÄT und naivem Glauben… liegen eben Welten.

      • Dietmar Tischer
        Dietmar Tischer sagte:

        @ weico

        >Die USA sehen nutzen ihre STÄRKE, um das EIGENE RECHT durchzusetzen. So funktioniert die GEOPOLITIK eines HEGEMON.>

        Wenn dies richtig ist, müsste überall dort, wo die USA ihre Macht etabliert haben, d. h. „geopolitisch erfolgreich“ waren, US-Recht GELTEN, also das gesamte Rechtssystem vom Supreme Court angefangen mit allen Gesetzen, der Art der Rechtsfindung etc., etc. bis runter zu einem Bezirksrichter oder auch Sheriff, etabliert worden sein.

        Das wäre EIGENES Recht durchgesetzt.

        Es ist aber nicht so.

        Sie wissen nicht einmal, was eigenes RECHT ist.

      • weico
        weico sagte:

        @DT

        “Wenn dies richtig ist, müsste überall dort, wo die USA ihre Macht etabliert haben, d. h. „geopolitisch erfolgreich“ waren, US-Recht GELTEN, also das gesamte Rechtssystem vom Supreme Court angefangen mit allen Gesetzen, der Art der Rechtsfindung etc., etc. bis runter zu einem Bezirksrichter oder auch Sheriff, etabliert worden sein.”

        Unsinn.

        Den Unterschied zwischen “Macht etablieren” und „geopolitisch erfolgreich“ sollten sie eigentlich (er)kennen. Ansonsten ist es nur eine weitere ihrer zahlreichen “WISCH-WASCHI Aussagen” ..um ihre Hilflosigkeit und Unwissenheit ,bei einem Thema, zu kaschieren.Stichwort: WILLENSNATION

      • Dietmar Tischer
        Dietmar Tischer sagte:

        @ weico

        Worum geht es?

        Um Ihre Aussage:

        >Die USA sehen nutzen ihre STÄRKE, um das EIGENE RECHT durchzusetzen. So funktioniert die GEOPOLITIK eines HEGEMON.>

        Ich habe Ihnen dargelegt, dass sie FALSCH ist, weil NICHT eigenes Recht durchgesetzt wird.

        Reine EMPIRIE, nachprüfbar.

        Weil Sie darauf NICHTS Vernünftiges sagen können, behaupten Sie JETZT:

        >Den Unterschied zwischen “Macht etablieren” und „geopolitisch erfolgreich“ sollten sie eigentlich (er)kennen.>

        Sie reden jetzt von „Macht etablieren“.

        Darum geht es nicht, sondern darum, ob EIGENES RECHT durchgesetzt wird.

        Macht etablieren KANN mit der Durchsetzung eigenen Rechts erfolgen, aber z. B. auch mit dem Kauf von Politikern, Einsetzen von
        Marionettenregierungen etc., etc.

        Kurzum:

        Macht etablieren ist etwas ANDERES als eigenes Recht durchsetzen.

        Ihre Masche, die übliche bei Leuten, die in die Diskussionsecke geschickt worden sind:

        Sie stellen während des Spiels ARGUMENTATIV die Torpfosten um.

        Deshalb sind Sie eine SCHWÄTZER.

        Und zwar einer der KREISKLASSE, dort wo es an Technik fehlt und deshalb gebolzt wird.

        Und zu dem was Sie hier zeigen, kann man nur sagen:

        Sie schaffen den Aufstieg NIE.

      • Christian Anders
        Christian Anders sagte:

        @weico

        Sie nennen Begründungen für das, was Mächtige tun und durchsetzen. Das war aber gar nicht der diskutierte Punkt. Sie wechseln mittendrin das Thema.

        Diese Begründungen sind doch nicht automatisch RECHTENS, nur weil man sich durchsetzen konnte.

        Selbst wenn man sie ex post in den Rechtsstatus versetzt, wurden sie immer noch unrechtens durchgesetzt.

        Es geht im jetzigen Konflikt nicht darum, ob ich oder andere die Begründung Putins für sein Handeln verstehen ( das ist nicht so schwer ), sondern ob er diese Schritte RECHTENS geht.

        Dieses Spielfeld hat @Bauer aufgemacht und es wird auch von denen hier im Blog fleißig bespielt, die Putins Handeln als aufgezwungen oder beinahe gar alternativlos entschuldigen.

        Warum? Weil es an anderen Argumenten mangelt. Da muss der Bruch einer mündlichen Abrede schonmal zur existenziellen Bedrohung umgedeutet werden, gegen die sich dann die „Verteidigungsoperation“ richten kann – RECHTENS natürlich nach §51 der UN-Charta. Man braucht bloß die richtige Erzählung. Die zieht man aus dem Verhalten der Ukrainer auf eigenem Boden und den ukrainischen Nazis.

        Dabei ist das alles bekannt und auch durch OSZE-Beobachter und NGOs so bestätigt worden. Die Frage stellt sich also nicht, WAS war, sondern ob dieses ETWAS ein rechtmäßiger(!) Kriegsgrund für Putin ist.

        Das ist nicht mal am Horizont so zu sehen. Es ist ein Grund – SEIN Grund – und er ist verstehbar. Aber doch nicht rechtens.

        Warum ist das wichtig? Geopolitik wird doch durch Macht gestaltet, die sich nicht an Vereinbarungen hält, wenn sie dadurch zu große Nachteile hätte. Machen die Amerikaner ja auch. Also warum auf dem Recht herumreiten?

        Es ist wichtig, weil sogar dann Recht unsere Welt strukturiert, wenn sich nicht alle daran halten. Man braucht den Rechtsrahmen, um Handeln zu bewerten und entsprechende Entscheidungen treffen zu können. Es gäbe sonst ausschließlich das Eigeninteresse als Maßstab eigener Handlungsvorschriften und somit gäbe es eine Welt, in der die wenigen Mächtigsten alles bestimmen und der Rest sich entscheiden kann, mit wem er geht.
        ( und ja, da sind wir eher näher dran als weiter von weg, weiß ich. Funktioniert nicht so toll. Funktioniert aber immer noch viel mehr, als wenn man es gleich bleiben lässt ).

        Eine unaufgeregte Aufdröselung dieser Frage in ganz ordentlicher Qualität finde ich hier: https://www.youtube.com/watch?v=Vnze_xhukwo&t=1s

        Und WENN man denn meint, dass wir aus Interesse und gegen irgendwelche rechtsverbindlichen Abmachungen jetzt die Schritte x, y oder z, auf Putin zu, an ihm vorbei oder von ihm weg machen sollen, dann soll das SO auch gesagt werden.

        Nicht: Bla bla bla im Recht bla bla weil falls die Geschichte stimmt bla bla und die anderen spielen ja auch mit fremden Förmchen bla bla.

        Sondern: Für unseren Wohlstand ist besser das x, dies ist uns wichtiger als wenn y, also machen wir z, selbst wenn das eigentlich so nicht abgemacht oder sogar rechtlich festgeschrieben war. Weil ist halt Geopolitik, die ist der Joker, der immer sticht. Auch das Recht.

        Man will sich aber nicht mit den „Doofen“ auseinandersetzen, denen was anderes wichtig ist und die was anderes wollen und in Demokratien ganz dooferweise auch noch mitreden dürfen, also erfindet man irgendwelche Scheinlegalisierungen um sich dem zu entziehen. So läuft hier (und anderswo) die Diskussion.

        Deshalb kommt nichts voran.

        WAS WOLLEN „wir“ eigentlich im Ergebnis und WELCHE Wege dahin gäbe es?
        Die Liste mit den Wegen wird es nicht geben, weil man schon an Teil 1 der Frage krachend kentert!

      • Richard Ott
        Richard Ott sagte:

        @Christian Anders

        “WAS WOLLEN ‘wir’ eigentlich im Ergebnis und WELCHE Wege dahin gäbe es?
        Die Liste mit den Wegen wird es nicht geben, weil man schon an Teil 1 der Frage krachend kentert!”

        Ich habe schon ernsthafte Zweifel, dass “wir” – also Sie und ich – sich auf ein gemeinsames Ziel einigen könnten, aber machen Sie doch mal einen Vorschlag. Vielleicht haben Sie ja ein paar interessante Ideen.

      • Dietmar Tischer
        Dietmar Tischer sagte:

        @ Richard Ott

        Schon wieder „demokratisch unterbelichtet”.

        Es gibt keine Liste mit irgendetwas, sondern:

        Es gibt ein VERFAHREN, das zu dem ERGEBNIS führt:

        Wir Wollen DAS.

        Das Verfahren ist in Demokratien üblich und schafft Mehrheitsmeinungen.

        Natürlich kann es auch andere Verfahren geben.

        Schlagen Sie vor, WELCHE das Ihrer Meinung sein könnten

        und

        WIE sie durchsetzbar wären in unserer Gesellschaft.

        Ich bin offen für Vorschläge.

      • Richard Ott
        Richard Ott sagte:

        @Herr Tischer

        “Schon wieder „demokratisch unterbelichtet”.
        Es gibt keine Liste mit irgendetwas”

        Was soll denn das für ein Belehrungsversuch werden? Es gibt in unserem politische System sogar etliche solcher “Listen mit irgendetwas”, wir nennen sie üblicherweise “Parteiprogramme” beziehungsweise “Wahlprogramme”. Allerdings enthält noch kein mir Bekanntes irgendwelche Lösungsvorschläge für den Ukrainekrieg – vielleicht ist das US-Außenministerium noch nicht mit der Ausarbeitung der Vorlagen fertig? ;)

      • Dietmar Tischer
        Dietmar Tischer sagte:

        @ Richard Ott

        >Allerdings enthält noch kein mir Bekanntes irgendwelche Lösungsvorschläge für den Ukrainekrieg.>

        Immer wieder:

        Sie verstehen es nicht.

        Es muss, was das „WAS WOLLEN WIR“ anlangt, nicht für jeden Fall eine Entscheidung von UNS Bürgern geben, selbst für den Fall, ob oder nicht Kriegsunterstützung für die Ukraine, muss es sie nicht geben.

        Wir haben eine Regierung, die PRAKTISCH tut, was sie als Lösung für den Ukrainekrieg ansieht.

        Das ist auch das, WAS wir WOLLEN – solange bis Umfragen die Regierung nicht zu einem anderen Tun veranlassen bzw. sie zerfällt, keine neue Regierung gebildet werden kann aufgrund von Parlamentssitzen und daher neu gewählt werden muss.

        Selbst bei NEUWAHLEN muss es KEINE Liste zum Ukrainekrieg geben, d. h. Parteiprogramm mit Lösungsvorschlägen, sollte der Krieg noch ein Thema sein.

        Wenn so, würden die Wähler das LÖSUNGSVERHALTEN der VERGANGENHEIT bzw. „KEIN LÖSUNGSANGEBOT“ in ihre Wahlentscheidung mit einbeziehen.

        Kurzum:

        Das VERFAHREN ist HINREICHEND, um die Frage zu beantworten:

        WELCHEN Weg WOLLEN wir gehen?

        Antwort lautet:

        Wir WOLLEN den Weg der Regierung gehen, die dem Verfahren nach legitimerweise im Amt ist und zwar so lange, wie sie im Amt ist.

        Ein ANDERES „Wir wollen“ gibt es unserem Demokratieverständnis nach nicht.

      • weico
        weico sagte:

        @Christian Anders

        “Es geht im jetzigen Konflikt nicht darum, ob ich oder andere die Begründung Putins für sein Handeln verstehen ( das ist nicht so schwer ), sondern ob er diese Schritte RECHTENS geht.”

        Bleiben wir bei der REALEN Geopolitik und nicht bei der verklärten Auslegung von individuellen Ansichten ….von “RECHTENS” .

        Sie können sich diese Frage bei “Nord Stream 2” selber beantworten , ob es “RECHTENS” für Sie war ,dass die USA ihre SANKTIONEN mit der Verletzung ihre nationaler Sicherheit begründeten .
        Egal wie Ihr persönlicher “RECHTENS” Entscheid dann ausfällt .
        Die REGIERUNG hat reagiert und damit auch entschieden, ob es “RECHTENS” oder “UNRECHTENS” war…!
        Verstehen kann man die Regierung, aber ob es nun wirklich “RECHTENS ” war…oder die Regierung schlicht auf “UNRECHTES” reagiert hat…ist schlussendlich egal !

        Sie merken wie man sich im Kreis dreht, weil der Begriff “RECHTENS”, in der GEOPOLITIK bzw.. für eine Grossmacht völlig abstrus ist.

        “Dabei ist das alles bekannt und auch durch OSZE-Beobachter und NGOs so bestätigt worden. Die Frage stellt sich also nicht, WAS war, sondern ob dieses ETWAS ein rechtmäßiger(!) Kriegsgrund für Putin ist.”

        Je nach Ansicht bzw. nach Auslegung des Kriegsvölkerrecht, wird die Geschichte dann ein Urteil fällen, ob es “rechtsmässig” war..! Das Urteil wird vermutlich, wie vielfach, umstritten sein .
        Der internationale Strafgerichtshof wird sein Meinung vielleicht ebenfalls äussern, aber solches ist für Russland (und einige Andere) völlig irrelevant, weil das “Urteil” weder anerkannt wird ..bzw. noch durchgesetzt werde kann.

        Sie merken wie man sich im Kreis dreht, weil der Begriff “RECHTSMÄSSIG” ,in der GEOPOLITIK bzw. für eine Grossmacht abstrus ist.

        Man will sich aber nicht mit den „Doofen“ auseinandersetzen, denen was anderes wichtig ist und die was anderes wollen und in Demokratien ganz dooferweise auch noch mitreden dürfen, also erfindet man irgendwelche Scheinlegalisierungen um sich dem zu entziehen. So läuft hier (und anderswo) die Diskussion.

        So muss die Diskussion auch zwangsläufig sein, weil sogar bei dem Verständnis….was “Demokratien” bzw. DEMOkratie sind/ist, die Ansichten SEHR WEIT auseinandergehen.

        WAS WOLLEN „wir“ eigentlich im Ergebnis und WELCHE Wege dahin gäbe es?
        Die Liste mit den Wegen wird es nicht geben, weil man schon an Teil 1 der Frage krachend kentert!

        “In einer Elitendemokratie mit ihrem Meinungsmanagement, ist ein “wir WOLLEN” Glückssache.
        Ihre “DemokratieFORM” ist dabei aber sehr “hilfreich”, das Land weiter zu spalten.”

        …”die repräsentative Demokratie wird immer weniger repräsentativ.” Für die Parteien bringe das die Versuchung mit sich, verstärkt Politik für ihre eigenen Wählermilieus zu machen, etwa ältere Menschen im Fall der CDU oder akademisch gebildete Großstädter im Fall der Grünen.”

        https://www.tagesschau.de/inland/wahl-nrw-wahlbeteiligung-101.html

      • Christian Anders
        Christian Anders sagte:

        @R. Ott

        „Ich habe schon ernsthafte Zweifel, dass “wir” – also Sie und ich – sich auf ein gemeinsames Ziel einigen könnten, aber machen Sie doch mal einen Vorschlag.“

        Das schreiben Sie ernsthaft auch noch unter genau das Zitat, indem ich dasselbe andeute?

        Sie haben meinen Beitrag doch NULL verstanden!

        WEIL wir das NICHT können ist die Frage nach dem, was RECHT ist, entscheidend und nicht bloß Lametta.

        Ich HÄTTE GERNE, das Putin seinen Angriffskrieg einstellt, seine Truppen zurückzieht und man in Verhandlungen eintritt.

        Ich HÄTTE GERNE NICHT, dass wir von außen dem Angegriffenen altklug erzählen, OB und WIE er sich zu verteidigen hat.

        Wenn Putin sich nur zurückzieht, wenn der Verteidiger aufhört zu verteidigen, sehe ich keine Lösung für das Dilemma um an das zu kommen, was ich gerne hätte.

        Ich SCHLUSSFOLGERE nachfolgend aus meinem durchaus ausbaufähigen Geschichtswissen und den aktuellen Beobachtungen, dass es in meinem Interesse wäre, wenn Putin nur wenig effektiv beim Erreichen seiner Ziele ist.

        Daraus LEITE ich meine Meinung ab, dass Waffenlieferungen an die Ukraine besser sind als keine Waffenlieferungen.

        Damit haben wir beide einen Dissens, den wir beide als Mitglieder einer Demokratie an der Wahlurne austragen, sofern dort die Möglichkeit besteht. Hier in den Kommentaren ist nichts zu klären oder zu erreichen, wie man an diesem Kommentarstrang wieder sieht. Argumentativ quasi schrottreif.

      • Christian Anders
        Christian Anders sagte:

        @weico

        „Bleiben wir bei der REALEN Geopolitik und nicht bei der verklärten Auslegung von individuellen Ansichten ….von “RECHTENS” .

        Diese „verklärten individuellen Ansichten“ hat doch @Bauer hier reingebracht und mit anekdotischer Evidenz auch noch individuell verklärt gewürzt, weil er jemand mit Hintergrundwissen gut kennt.
        DAGEGEN wurde angeschrieben, das Argument ist nämlich Quatsch.

        Genau so Quatsch wie das hier:

        „Sie merken wie man sich im Kreis dreht, weil der Begriff “RECHTENS”, in der GEOPOLITIK bzw.. für eine Grossmacht völlig abstrus ist.“

        Das ist mehrfacher Unsinn, was einfach zu belegen ist.

        Er ist deshalb nicht für Großmächte „abstrus“, weil gerade die Großmächte dauernd rechtsverbindliche internationale Verträge/Abmachungen aushandeln und ratifizieren.
        Er ist ferner nicht abstrus, weil dieses Recht nicht generell gebrochen wird, sondern gezielt (schlimm genug). Das macht derlei Recht zu Verhandlungsgrundlagen/Verhandlungsmasse bei internationalen Verhandlungen über alles mögliche.
        Und es ist drittens nicht abstrus, weil aus diesem Recht internationale Organisationen hervorgegangen sind, die unsere Welt formen, auch die Welt der Großmächte. Dass auch dort INTERESSEN den Hintergrund bilden widerspricht dem nicht.

        Der Begriff RECHTENS ist evident zentral. Weil man sich auf diesen Versuch der Strukturierung der Welt geeinigt hat. Wie man an der Welt sehen kann, die wir haben.

        Meine Theorie ist ja, das DESHALB eine Erzählung aufgebaut werden soll, die Putins Vorgehen in den Rang der Rechtmäßigkeit erheben soll. Denn waäre es so abstrus, wie Sie behaupten, bräuchte man das ja auch nicht zu tun?

        „aber solches ist für Russland (und einige Andere) völlig irrelevant, weil das “Urteil” weder anerkannt wird ..bzw. noch durchgesetzt werde kann.“

        Das ist erstens nur akut so und zweitens neben RUS und „einigen anderen“ gibt es noch mehr auf der Welt.

        Akut heißt, dass Geschichte die Zukunft beeinflussen wird, nachdem sie passierte. Und die Schlussfolgerungen der Zukunft aus der Geschichte unterscheiden sich, je nachdem, wie wir das rechtlich bewerten – selbst dann, wenn es zum akuten Zeitpunkt keinen Unterschied machte.

        Zuschauer werden schon WÄHRENDESSEN unterscheidliche Schlussfolgerungen ziehen und andere Handlungen ableiten, je nachdem, wie die rechtliche Bewertung und ihr Rauschen in den Medien der Welt ist. Auch, wenn sich de facto genau das so nicht hat durchsetzen lassen, gibt es trotzdem einen Effekt anders als den, den es gegeben hätte, hätte man die rechtliche Aufarbeitung wegen „Abstrusität“ unterlassen.

        Und wenn man DAS verstanden hat, versteht man endlich auch Folgendes:

        „Sie merken wie man sich im Kreis dreht, weil der Begriff “RECHTSMÄSSIG” ,in der GEOPOLITIK“

        ist falsch. Es ist genau der Versuch des Verrechtlichens, der die zirkuläre Logik der Interessenvertretung per „ich tu was ich halt kann“ zu durchbrechen versucht. Und es bei aller Erfolgsschwäche auch immer wieder schafft, Begründung s. o.

      • Richard Ott
        Richard Ott sagte:

        @Herr Tischer

        “Wir WOLLEN den Weg der Regierung gehen, die dem Verfahren nach legitimerweise im Amt ist und zwar so lange, wie sie im Amt ist. Ein ANDERES ‘Wir wollen’ gibt es unserem Demokratieverständnis nach nicht.”

        Wir wollen “den Weg der Regierung gehen” und eine Alternative gibt es nicht? Das ist ja ein “Demokratieverständnis” wie in einem totalitären Staat, wenn er sich eine Scheindemokratie als Fassade gewählt hat! Haben Sie diese Ideen etwa noch aus dem DDR-Staatsbürgerkunde-Unterricht?

        Volkswille und Regierungswille sind üblicherweise nicht identisch, und deshalb gibt es in einer echten Demokratie mit Meinungsfreiheit und Pluralismus auch ständige Diskussionen und einen regelrechten Meinungsstreit darüber, was “wir wollen”.

        Wenn Sie einmal “den Weg der Regierung nicht mitgehen wollen” -falls das tatsächlich passieren kann- werden Sie sich vermutlich auch selbst wieder daran erinnern. ;)

        @Christian Anders

        “Ich HÄTTE GERNE, das Putin seinen Angriffskrieg einstellt, seine Truppen zurückzieht und man in Verhandlungen eintritt.”

        Kleine Kinder wünschen sich auch oft einen Zuckertütenbaum oder ein Auto, das richtig fliegen kann. Dagegen ist erstmal nichts einzuwenden, es ist halt nur vollkommen unrealistisch.

        “Ich SCHLUSSFOLGERE nachfolgend aus meinem durchaus ausbaufähigen Geschichtswissen”

        Ja, das merkt man. Fällt Ihnen denn ein historisches Beispiel für eine Situation ein, in der eine Konfliktpartei erst seine taktischen Vorteile freiwillig aufgegeben hat und *danach* in Verhandlungen eingetreten ist?

      • weico
        weico sagte:

        @Christian Anders

        “Und wenn man DAS verstanden hat, versteht man endlich auch Folgendes:
        „Sie merken wie man sich im Kreis dreht, weil der Begriff “RECHTSMÄSSIG” ,in der GEOPOLITIK“

        ist falsch.”

        Vielleicht in ihrem ganz persönlichen “empfinden.
        Aber Geopolitisch ist und bleibt es….REALITÄT.

        Hätten Sie am “Nord Stream 2” Beispiel Ihr “RECHTENS” ausgetestet, dann kämen sie sogar SELBER auf diese ganz einfache Schlussfolgerung !!

        Versuchen Sie es….

    • Dietmar Tischer
      Dietmar Tischer sagte:

      @ Alexander

      „Natürlich (!!) wünschen (!!) sich alle (!!) Beteiligten einen großen (!!) Krieg der Nato mit Russland,“

      Das ist Projektion und Fantasterei – durch NICHTS belegt und an
      unausgegorenem Schwachsinn durch nichts zu überbieten.

      Antworten
      • Richard Ott
        Richard Ott sagte:

        @Herr Tischer

        Ich würde sagen, die NATO-Regierungen präferieren einen “kleinen” Stellvertreterkrieg mit Russland – zumindest solange sie realistische Chancen dafür sehen, damit ihr “Regime Change”-Ziel in Russland zu erreichen. Die NATO bekämpft die Russen quasi bis zum letzten Ukrainer.

        Aber ist das so viel besser?

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