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	Kommentare zu: Die bto-Highlights vom Dezember und von 2021	</title>
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	<description>Daniel Stelter ist die unabhängige Stimme zur Finanzkrise</description>
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		<title>
		Von: Dietmar Tischer		</title>
		<link>https://think-beyondtheobvious.com/die-bto-highlights-vom-dezember-und-2021/#comment-225539</link>

		<dc:creator><![CDATA[Dietmar Tischer]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 21 Jan 2022 18:56:19 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">https://think-beyondtheobvious.com/?p=24223#comment-225539</guid>

					<description><![CDATA[Als Antwort auf &lt;a href=&quot;https://think-beyondtheobvious.com/die-bto-highlights-vom-dezember-und-2021/#comment-225511&quot;&gt;Dietmar Tischer&lt;/a&gt;.

@ Christian Anders 

Zu den Praktikern der Ökonomie:

Es gibt aus meiner Sicht zwei.

Typus A:

Er versucht der Regelauslegung nach, oder besser einem Verfahren entsprechend, das man im angelsächsischen Sprachgebrauch „skill“ oder „art“ nennt, erfolgreich zu sein. 

Liegt damit im Mainstream, durchweg auf einer argumentativ gut vertretbaren Linie. 

Typus B:

Er versteht die Regel wie Typ A, agiert jedoch bewusst regelverletzend, um erfolgreicher als A zu sein, weil angeblich „die Masse immer falsch liegt“.

Das ist die ökonomische Einteilung in 1 und 0.

Das öffentliche Bewusstsein spielt das so nicht wider, weil die seltene Ausprägung des Typus B als „Guru“ etc. angebetet wird. 

Ökonomie und Naturwissenschaften sind in der Tat zwei Welten.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Als Antwort auf <a href="https://think-beyondtheobvious.com/die-bto-highlights-vom-dezember-und-2021/#comment-225511">Dietmar Tischer</a>.</p>
<p>@ Christian Anders </p>
<p>Zu den Praktikern der Ökonomie:</p>
<p>Es gibt aus meiner Sicht zwei.</p>
<p>Typus A:</p>
<p>Er versucht der Regelauslegung nach, oder besser einem Verfahren entsprechend, das man im angelsächsischen Sprachgebrauch „skill“ oder „art“ nennt, erfolgreich zu sein. </p>
<p>Liegt damit im Mainstream, durchweg auf einer argumentativ gut vertretbaren Linie. </p>
<p>Typus B:</p>
<p>Er versteht die Regel wie Typ A, agiert jedoch bewusst regelverletzend, um erfolgreicher als A zu sein, weil angeblich „die Masse immer falsch liegt“.</p>
<p>Das ist die ökonomische Einteilung in 1 und 0.</p>
<p>Das öffentliche Bewusstsein spielt das so nicht wider, weil die seltene Ausprägung des Typus B als „Guru“ etc. angebetet wird. </p>
<p>Ökonomie und Naturwissenschaften sind in der Tat zwei Welten.</p>
]]></content:encoded>
		
			</item>
		<item>
		<title>
		Von: Christian Anders		</title>
		<link>https://think-beyondtheobvious.com/die-bto-highlights-vom-dezember-und-2021/#comment-225516</link>

		<dc:creator><![CDATA[Christian Anders]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 21 Jan 2022 17:06:11 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">https://think-beyondtheobvious.com/?p=24223#comment-225516</guid>

					<description><![CDATA[Als Antwort auf &lt;a href=&quot;https://think-beyondtheobvious.com/die-bto-highlights-vom-dezember-und-2021/#comment-225511&quot;&gt;Dietmar Tischer&lt;/a&gt;.

@DT aber auch @Stoertebeker

Danke für die Ergänzung. 
Zu den Praktikern: Doch, hatte ich schon so verstanden.
Ich schrieb das deshalb, weil ich die Ökonomie von Praktikern bevölkert sehe, die nach Regeln praktizieren, die im Widerspruch zur empirischen Evidenz sind.
Sie haben einen „Vorteil“ vor Naturwissenschaftlern: Die Regeln einer Wirtschaft legen keiner noch so falschen Praxis den Riegel der Unausführbarkeit vor, wie es Naturgesetze mit falschen Experimenten tun. Man kann die Konsequenzen der Praxis nur in erwünscht oder unerwünscht einteilen, aber nicht in bequemes 0 und 1.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Als Antwort auf <a href="https://think-beyondtheobvious.com/die-bto-highlights-vom-dezember-und-2021/#comment-225511">Dietmar Tischer</a>.</p>
<p>@DT aber auch @Stoertebeker</p>
<p>Danke für die Ergänzung.<br />
Zu den Praktikern: Doch, hatte ich schon so verstanden.<br />
Ich schrieb das deshalb, weil ich die Ökonomie von Praktikern bevölkert sehe, die nach Regeln praktizieren, die im Widerspruch zur empirischen Evidenz sind.<br />
Sie haben einen „Vorteil“ vor Naturwissenschaftlern: Die Regeln einer Wirtschaft legen keiner noch so falschen Praxis den Riegel der Unausführbarkeit vor, wie es Naturgesetze mit falschen Experimenten tun. Man kann die Konsequenzen der Praxis nur in erwünscht oder unerwünscht einteilen, aber nicht in bequemes 0 und 1.</p>
]]></content:encoded>
		
			</item>
		<item>
		<title>
		Von: Dietmar Tischer		</title>
		<link>https://think-beyondtheobvious.com/die-bto-highlights-vom-dezember-und-2021/#comment-225511</link>

		<dc:creator><![CDATA[Dietmar Tischer]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 21 Jan 2022 16:24:18 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">https://think-beyondtheobvious.com/?p=24223#comment-225511</guid>

					<description><![CDATA[Als Antwort auf &lt;a href=&quot;https://think-beyondtheobvious.com/die-bto-highlights-vom-dezember-und-2021/#comment-225466&quot;&gt;Christian Anders&lt;/a&gt;.

@ Christian Anders

&#062;Etwas zu hastig. Wenn man aus der beobachtbaren Wirklichkeit Regeln ableitet, müssen diese sich hinterher als allgemeingültig beweisen. Trotzdem kann man Realität beobachten und beschreiben, ohne schon das Regelwerk ( die Theorie ) fertiggestellt zu haben. Sonst gäbe es keine induktiven Herleitungen.&#062;

Richtig.

Ich glaube aber, dass ein MISSVERSTÄNDNIS vorliegt.

Sie meinen den Praktiker, der Regeln (Theorien) ENTWICKELT.  

Stoertebekker meint den Praktiker, der Regeln nur ANWENDET insoweit jedenfalls, als er sagt

&#062;… andere Ergebnisse von Eingriffen vorhersagt als in der Realität zu beobachten sind, ist für den Praktiker wertlos.&#062;

Ergänzung zu Ihrer Aussage:

Richtig, aber nicht nur induktive Herleitungen, sondern auch der Anstoß zu GÄNZLICH neuen Hypothesen, wie Keppler eine aufgrund der Daten des Tycho Brahe formuliert hatte, nachdem dessen immer wieder mit großer Präzision erhobenen Daten keine Kreislaufbahn für den Mars um die Sonne ergaben:

Die Laufbahn musste eine andere als der Kreis sein – seit Aristoteles unübertreffbare Perfektion und daher nicht infrage gestellt worden –, nämlich als erste eine eiförmige Laufbahn, dann eine berechnete elliptische, die bis heute als immer wieder bestätigte und daher als richtige anerkannt ist.  

Für Charles Sanders Peirce, einen der einflussreichsten Wissenschaftstheoretiker (würden wir heute sagen), war Kepplers Leistung der größte Vernunftgebrauch, den es jemals gegeben hatte. Peirce starb 1914 und hat von Einstein wahrscheinlich nichts gehört.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Als Antwort auf <a href="https://think-beyondtheobvious.com/die-bto-highlights-vom-dezember-und-2021/#comment-225466">Christian Anders</a>.</p>
<p>@ Christian Anders</p>
<p>&gt;Etwas zu hastig. Wenn man aus der beobachtbaren Wirklichkeit Regeln ableitet, müssen diese sich hinterher als allgemeingültig beweisen. Trotzdem kann man Realität beobachten und beschreiben, ohne schon das Regelwerk ( die Theorie ) fertiggestellt zu haben. Sonst gäbe es keine induktiven Herleitungen.&gt;</p>
<p>Richtig.</p>
<p>Ich glaube aber, dass ein MISSVERSTÄNDNIS vorliegt.</p>
<p>Sie meinen den Praktiker, der Regeln (Theorien) ENTWICKELT.  </p>
<p>Stoertebekker meint den Praktiker, der Regeln nur ANWENDET insoweit jedenfalls, als er sagt</p>
<p>&gt;… andere Ergebnisse von Eingriffen vorhersagt als in der Realität zu beobachten sind, ist für den Praktiker wertlos.&gt;</p>
<p>Ergänzung zu Ihrer Aussage:</p>
<p>Richtig, aber nicht nur induktive Herleitungen, sondern auch der Anstoß zu GÄNZLICH neuen Hypothesen, wie Keppler eine aufgrund der Daten des Tycho Brahe formuliert hatte, nachdem dessen immer wieder mit großer Präzision erhobenen Daten keine Kreislaufbahn für den Mars um die Sonne ergaben:</p>
<p>Die Laufbahn musste eine andere als der Kreis sein – seit Aristoteles unübertreffbare Perfektion und daher nicht infrage gestellt worden –, nämlich als erste eine eiförmige Laufbahn, dann eine berechnete elliptische, die bis heute als immer wieder bestätigte und daher als richtige anerkannt ist.  </p>
<p>Für Charles Sanders Peirce, einen der einflussreichsten Wissenschaftstheoretiker (würden wir heute sagen), war Kepplers Leistung der größte Vernunftgebrauch, den es jemals gegeben hatte. Peirce starb 1914 und hat von Einstein wahrscheinlich nichts gehört.</p>
]]></content:encoded>
		
			</item>
		<item>
		<title>
		Von: Stoertebekker		</title>
		<link>https://think-beyondtheobvious.com/die-bto-highlights-vom-dezember-und-2021/#comment-225487</link>

		<dc:creator><![CDATA[Stoertebekker]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 21 Jan 2022 13:20:26 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">https://think-beyondtheobvious.com/?p=24223#comment-225487</guid>

					<description><![CDATA[Als Antwort auf &lt;a href=&quot;https://think-beyondtheobvious.com/die-bto-highlights-vom-dezember-und-2021/#comment-225466&quot;&gt;Christian Anders&lt;/a&gt;.

@Ch Anders

Sie haben natürlich recht - das sind für meine Verhältnisse aber zu hohe Maßstäbe 😉

Ich freue mich, wenn ich die Gedanken einigermaßen entwirrt bekomme und prüfe meine eigene Klarheit über/beim Herunterschreiben - idR aus Sicht eines Praktikers. Nicht mit Anspruch, Stringenz und Standards einer wissenschaftlichen Arbeit - nicht bei der Wortwahl und nicht bei der Argumentationsexaktheit. 🤷‍♂️😢😤 
(birgt ja auch immer wieder Konfliktpotenzial mit @D Tischer - das ich aber gern in Kauf nehme, wenn bei mir zwischenzeitlich Klarheit eingezogen ist)

Es überrascht mich aber immer wieder, dass in solchen tagealten Threads noch weitere Leser unterwegs sind...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Als Antwort auf <a href="https://think-beyondtheobvious.com/die-bto-highlights-vom-dezember-und-2021/#comment-225466">Christian Anders</a>.</p>
<p>@Ch Anders</p>
<p>Sie haben natürlich recht &#8211; das sind für meine Verhältnisse aber zu hohe Maßstäbe 😉</p>
<p>Ich freue mich, wenn ich die Gedanken einigermaßen entwirrt bekomme und prüfe meine eigene Klarheit über/beim Herunterschreiben &#8211; idR aus Sicht eines Praktikers. Nicht mit Anspruch, Stringenz und Standards einer wissenschaftlichen Arbeit &#8211; nicht bei der Wortwahl und nicht bei der Argumentationsexaktheit. 🤷‍♂️😢😤<br />
(birgt ja auch immer wieder Konfliktpotenzial mit @D Tischer &#8211; das ich aber gern in Kauf nehme, wenn bei mir zwischenzeitlich Klarheit eingezogen ist)</p>
<p>Es überrascht mich aber immer wieder, dass in solchen tagealten Threads noch weitere Leser unterwegs sind&#8230;</p>
]]></content:encoded>
		
			</item>
		<item>
		<title>
		Von: Dietmar Tischer		</title>
		<link>https://think-beyondtheobvious.com/die-bto-highlights-vom-dezember-und-2021/#comment-225467</link>

		<dc:creator><![CDATA[Dietmar Tischer]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 21 Jan 2022 11:59:10 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">https://think-beyondtheobvious.com/?p=24223#comment-225467</guid>

					<description><![CDATA[Als Antwort auf &lt;a href=&quot;https://think-beyondtheobvious.com/die-bto-highlights-vom-dezember-und-2021/#comment-225208&quot;&gt;Renée Menéndez&lt;/a&gt;.

@ Stoertebekker 

&#062;Eine Theorie, die in der Realität nicht nachprüfbar ist bzw. andere Ergebnisse von Eingriffen vorhersagt als in der Realität zu beobachten sind, ist für den Praktiker wertlos.&#062;

Richtig, was Theorien über die Realität betrifft („Theorien“ zu Abstraktem, etwa der Mathematik, sind – falls es die überhaupt geben sollte – außen vor in dieser Diskussion). 

&#062;Snider macht sich ja genau auf den Weg, einen überprüfbaren theoretischen Unterbau für die zu beobachtende Realität zu entwickeln.&#062;

Daran ist nichts auszusetzen, wenn Sie damit meinen, was ich unterstelle:

Nicht für DIE zu beobachtende Realität, sondern für eine zielgerichtete SELEKTION von Beobachtungen aus der nahezu unendlichen Anzahl von Beobachtungen der Realität zu treffen.  

Gretchenfrage dazu:

Warum basieren volkswirtschaftliche Theorien für Gesellschaften wie unsere NICHT auch auf der durchschnittlichen Fluggeschwindigkeit von Hummeln oder Bienen?

Was nicht geht:

OHNE diesen Unterbau (Theorie) dargelegt zu haben, wenn auch nur in einem begrenztem Umfang Wirkmechanismen einschließend, kann Snider NICHT auf Ereignisse in der Zukunft SCHLIESSEN. 

Ich vermag nicht zu sagen, ob er das tut oder nur irgendetwas in der Realität beobachtet. 

R. Menéndez hat jedenfalls Recht wenn er sagt (und mit Schlüssen insbesondere Prognosen meinen sollte): 

&#062;Denn sich alleine die “Realität” anzuschauen um daraus Schlüsse ziehen zu wollen kann schnell in einem Desaster enden.&#060;

Ich hätte lediglich Realität statt „Realität“ geschrieben, auch wenn es eine BEGRÜNDUNG für die Schreibweise „Realität“ gibt. 

Sie bezieht sich darauf, dass wir nicht „Realität pur“ wahrnehmen, sondern es immer mit einem VORVERSTÄNDNIS tun. 

Das ist aber nochmals eine Etage weiter weg von der Diskussion hier und sollte daher unberücksichtigt bleiben.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Als Antwort auf <a href="https://think-beyondtheobvious.com/die-bto-highlights-vom-dezember-und-2021/#comment-225208">Renée Menéndez</a>.</p>
<p>@ Stoertebekker </p>
<p>&gt;Eine Theorie, die in der Realität nicht nachprüfbar ist bzw. andere Ergebnisse von Eingriffen vorhersagt als in der Realität zu beobachten sind, ist für den Praktiker wertlos.&gt;</p>
<p>Richtig, was Theorien über die Realität betrifft („Theorien“ zu Abstraktem, etwa der Mathematik, sind – falls es die überhaupt geben sollte – außen vor in dieser Diskussion). </p>
<p>&gt;Snider macht sich ja genau auf den Weg, einen überprüfbaren theoretischen Unterbau für die zu beobachtende Realität zu entwickeln.&gt;</p>
<p>Daran ist nichts auszusetzen, wenn Sie damit meinen, was ich unterstelle:</p>
<p>Nicht für DIE zu beobachtende Realität, sondern für eine zielgerichtete SELEKTION von Beobachtungen aus der nahezu unendlichen Anzahl von Beobachtungen der Realität zu treffen.  </p>
<p>Gretchenfrage dazu:</p>
<p>Warum basieren volkswirtschaftliche Theorien für Gesellschaften wie unsere NICHT auch auf der durchschnittlichen Fluggeschwindigkeit von Hummeln oder Bienen?</p>
<p>Was nicht geht:</p>
<p>OHNE diesen Unterbau (Theorie) dargelegt zu haben, wenn auch nur in einem begrenztem Umfang Wirkmechanismen einschließend, kann Snider NICHT auf Ereignisse in der Zukunft SCHLIESSEN. </p>
<p>Ich vermag nicht zu sagen, ob er das tut oder nur irgendetwas in der Realität beobachtet. </p>
<p>R. Menéndez hat jedenfalls Recht wenn er sagt (und mit Schlüssen insbesondere Prognosen meinen sollte): </p>
<p>&gt;Denn sich alleine die “Realität” anzuschauen um daraus Schlüsse ziehen zu wollen kann schnell in einem Desaster enden.&lt;</p>
<p>Ich hätte lediglich Realität statt „Realität“ geschrieben, auch wenn es eine BEGRÜNDUNG für die Schreibweise „Realität“ gibt. </p>
<p>Sie bezieht sich darauf, dass wir nicht „Realität pur“ wahrnehmen, sondern es immer mit einem VORVERSTÄNDNIS tun. </p>
<p>Das ist aber nochmals eine Etage weiter weg von der Diskussion hier und sollte daher unberücksichtigt bleiben.</p>
]]></content:encoded>
		
			</item>
		<item>
		<title>
		Von: Christian Anders		</title>
		<link>https://think-beyondtheobvious.com/die-bto-highlights-vom-dezember-und-2021/#comment-225466</link>

		<dc:creator><![CDATA[Christian Anders]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 21 Jan 2022 11:57:41 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">https://think-beyondtheobvious.com/?p=24223#comment-225466</guid>

					<description><![CDATA[@Stoertebeker @R. Menéndez

„…wäre es nötig zu wissen, auf welcher theoretischen Grundlage seine Ansichten formuliert worden sind. Denn sich alleine die “Realität” anzuschauen um daraus Schlüsse ziehen zu wollen kann schnell in einem Desaster enden.

Sehen Sie, und hier wird’s spannend. Eine Theorie, die in der Realität nicht nachprüfbar ist bzw. andere Ergebnisse von Eingriffen vorhersagt als in der Realität zu beobachten sind, ist für den Praktiker wertlos.“

Etwas zu hastig. Wenn man aus der beobachtbaren Wirklichkeit Regeln ableitet, müssen diese sich hinterher als allgemeingültig beweisen. Trotzdem kann man Realität beobachten und beschreiben, ohne schon das Regelwerk ( die Theorie ) fertiggestellt zu haben. Sonst gäbe es keine induktiven Herleitungen.
Die Erkenntnis, dass die bisher als gültig angenommen Regeln nicht stimmen, ist eine wertvolle Schlussfolgerung an sich, auch und gerade für Praktiker.

Zur Physik: Es zeigt sich in einem kleinen Gebiet, was für die Ökonomie fast allgemein gilt. Man entfernt sich von der Empirie als Basis, versucht deduktiv Theoriegebäude zu entwerfen, die bei jedem falsifizierenden Test „nachjustiert“ statt verworfen werden. Weil sie sind doch soooo nice… Oder noch schlimmer, man entwirft Theorien ohne Überprüfbarkeit und somit auch ohne jegliche Relevanz.

Hossenfelder sieht den Fehler in typisch menschlichen Denkfehlern, v. a. spezifischen, die in Gruppen auftreten. Also ein psychologisches Phänomen.

Je länger ich versuche, Wissenschaft zu kommunizieren und mich selbst in Gruppen zu beobachten, desto mehr neige ich dazu, das zu unterschreiben.

Das bedeutet, dass Gegenmaßnahmen nicht technologischer, sondern organisatorischer Natur sein müssen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>@Stoertebeker @R. Menéndez</p>
<p>„…wäre es nötig zu wissen, auf welcher theoretischen Grundlage seine Ansichten formuliert worden sind. Denn sich alleine die “Realität” anzuschauen um daraus Schlüsse ziehen zu wollen kann schnell in einem Desaster enden.</p>
<p>Sehen Sie, und hier wird’s spannend. Eine Theorie, die in der Realität nicht nachprüfbar ist bzw. andere Ergebnisse von Eingriffen vorhersagt als in der Realität zu beobachten sind, ist für den Praktiker wertlos.“</p>
<p>Etwas zu hastig. Wenn man aus der beobachtbaren Wirklichkeit Regeln ableitet, müssen diese sich hinterher als allgemeingültig beweisen. Trotzdem kann man Realität beobachten und beschreiben, ohne schon das Regelwerk ( die Theorie ) fertiggestellt zu haben. Sonst gäbe es keine induktiven Herleitungen.<br />
Die Erkenntnis, dass die bisher als gültig angenommen Regeln nicht stimmen, ist eine wertvolle Schlussfolgerung an sich, auch und gerade für Praktiker.</p>
<p>Zur Physik: Es zeigt sich in einem kleinen Gebiet, was für die Ökonomie fast allgemein gilt. Man entfernt sich von der Empirie als Basis, versucht deduktiv Theoriegebäude zu entwerfen, die bei jedem falsifizierenden Test „nachjustiert“ statt verworfen werden. Weil sie sind doch soooo nice… Oder noch schlimmer, man entwirft Theorien ohne Überprüfbarkeit und somit auch ohne jegliche Relevanz.</p>
<p>Hossenfelder sieht den Fehler in typisch menschlichen Denkfehlern, v. a. spezifischen, die in Gruppen auftreten. Also ein psychologisches Phänomen.</p>
<p>Je länger ich versuche, Wissenschaft zu kommunizieren und mich selbst in Gruppen zu beobachten, desto mehr neige ich dazu, das zu unterschreiben.</p>
<p>Das bedeutet, dass Gegenmaßnahmen nicht technologischer, sondern organisatorischer Natur sein müssen.</p>
]]></content:encoded>
		
			</item>
		<item>
		<title>
		Von: Tom96		</title>
		<link>https://think-beyondtheobvious.com/die-bto-highlights-vom-dezember-und-2021/#comment-225453</link>

		<dc:creator><![CDATA[Tom96]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 21 Jan 2022 10:38:50 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">https://think-beyondtheobvious.com/?p=24223#comment-225453</guid>

					<description><![CDATA[Als Antwort auf &lt;a href=&quot;https://think-beyondtheobvious.com/die-bto-highlights-vom-dezember-und-2021/#comment-225208&quot;&gt;Renée Menéndez&lt;/a&gt;.

Eine Quelle über die Zeit seit der Gründung der US - Zentralbank, die Zusammenhänge verständlich macht also das &quot;Warum&quot; versucht herzuleiten

https://www.kopp-verlag.de/a/1939-der-krieg-der-viele-vaeter-hatte?ws_tp1=kw&#038;ref=google&#038;subref=pool/search&#038;log=extern&#038;gclid=EAIaIQobChMI8dK44abA9QIV85BoCR3nJQgwEAAYASAAEgL-avD_BwE

aus einer Zusammmenfassung des Textes ( Seiten 236-243 ):

&quot;Weltweite ökonomische Verwerfungen
Die Jahre zwischen den beiden großen Kriegen sind eine Epoche weltweiter
ökonomischer Verwerfungen. Staaten finden sich dabei zu wirtschaftlichen
Bündnissen zusammen und gehen bei Notwendigkeit auch wieder auseinander. So
haben wir als erstes die Gold-Block-Staaten Frankreich, Schweiz, Belgien und
Niederlande, die ihre Währungen in ein festes Verhältnis zum Preis des Goldes
setzen und ihr Papiergeld zu einem Wertanteil mit ihrem Staatsgold decken. Dies
nennt man Goldstandard. Auch andere Staaten, wie die USA, England und die
britischen Dominions führen den Goldstandard nach dem Weltkrieg wieder ein, doch
sie gehen zu Beginn der 30er Jahre wieder davon ab. Sie versuchen, mit einer
Mischung von freiem Handel, Manipulationen ihrer Wechselkurse, mit Schutzzöllen
und Einfuhrquoten durch die wirtschaftlich schweren Zeiten der frühen 30er Jahre
durchzukommen. Dann gibt es eine dritte Gruppe, die sogenannten Devisen-
Kontroll-Staaten, die sich einerseits an den Goldstandard halten und andererseits
ihre Außenhandels-Geldgeschäfte und den Außenhandel staatlich lenken. Dazu
gehören Deutschland, Österreich, die Sowjetunion und eine Reihe
südosteuropäischer Länder. Die vierte Gruppe sind der Sterling-Club, also England
und die Dominion-Staaten, die ihre Währungen nach der Loslösung vom
Goldstandard an das Pfund Sterling binden. Die Regierungen aller Staaten
versuchen, den Menschen ihrer Länder „Lohn und Brot“ zu bieten, doch dieses oft zu
Lasten anderer Völker. Einen weltweiten Konsens über die „einzig richtigen“
Wirtschaftsregeln gibt es nach dem Ersten Weltkrieg nicht. So führt der Kampf um
„Lohn und Brot“, der zugleich ein Kampf um Macht, Reichtum und Ressourcen ist, in
aller Regel auch zu Auseinandersetzungen zwischen den beteiligten Nationen.
Die Kriegsschulden aus dem Ersten Weltkrieg
Nach 1919 ist die Welt verändert. Die USA sind vom größten Vorkriegsschuldner
zum größten Nachkriegsgläubiger geworden. Briten und Franzosen haben sich die
Kosten des Ersten Weltkriegs zu großen Teilen von US-Banken finanzieren lassen.
Sie müssen ihre Kriegsschulden nun in Amerika begleichen. Das Deutsche Reich hat
Reparationen in einer Höhe an die Sieger zu bezahlen, die sogar das Doppelte der
gesamten deutschen Kriegskosten von 1914 bis 1918 übersteigen (164 Mrd. RM
deutsche Kriegskosten 1914-1918 [inflationsbereinigt] zu 331 Mrd. RM Reparationen
nach der Forderung von 1921). Aus diesen deutschen Zahlungen hoffen Frankreich
und England, ihre Kriegsschulden in den USA
tilgen zu können. Auch die Sowjetunion muß noch Kriegsschulden bei ihren früheren
Alliierten bezahlen, doch sie unterlässt es, da sie finanziell vom Kriege und von der
Revolution stark angeschlagen ist. Mit diesen Hypotheken geht die Weltwirtschaft
der frühen 20er Jahre an den Start. Geld ist der Treibstoff für jede Art von
Wirtschaft: für Handel, Investitionen, Modernisierungen, für die Finanzierung von
Industrieansiedlungen, Verkehrsinfrastruktur, Handelsflotten usw. Ohne eigenes
oder geliehenes Kapital kommt nichts in Gang. So arbeiten die Volkswirtschaften
aller Länder in den 20er Jahren mit Leih- und Eigenkapital unter recht
unterschiedlichen Bedingungen. Dazu kommt, daß die Regeln des Marktes und der
Wirtschaft durch den vorhergegangenen Krieg und die Friedensverträge zu großen
Teilen außer Kraft gesetzt sind. Das Geld fließt zwischen den Nationen jetzt nicht nur
zur Verrechnung von gelieferten Waren und geleisteten Diensten. Es fließt in
exorbitanter Menge auch zur Bezahlung der Kriegsschulden zwischen den
Siegerstaaten und zur Entrichtung der Reparationen von den Besiegten an die
Sieger, dies alles ohne wirtschaftlichen Gegenwert. So werden die einen Länder
immer reicher und die anderen immer ärmer, bis ein normaler internationaler
Warenaustausch nicht mehr möglich ist. Das alles belastet und verfälscht die
Weltwirtschaft der 20er Jahre.
Die deutsche Wirtschaft nach Versailles
Für Deutschland kommt hinzu, daß es durch den Versailler Vertrag zunächst als
Handelspartner weitestgehend ausgeschlossen wird. Deutsches Eigentum, das für
den Außenhandel nötig wäre, wird enteignet, wie die Handelsagenturen, die
Warenlager und die Immobilien im Ausland, und wie die deutsche Handelsflotte. Ab
1921 wird der deutsche Außenhandel außerdem durch einen 26%-Zoll auf alle
ausgeführten Waren zusätzlich behindert. Der Zoll geht an die Siegerstaaten. Trotz
dieser Lage ist Deutschland zum Export gezwungen. Es müßte nicht nur die
lebensnotwendigen Importe durch Exporte in gleichem Wert verdienen. Deutschland
müßte auch das Geld für seine Reparationen, die ja zunächst für 70 Jahre
vorgesehen sind, erst einmal durch die Ausfuhr deutscher Güter im Ausland
einnehmen. Da das nur in sehr geringem Umfang möglich ist, lebt das Deutsche
Reich in den Nachkriegsjahren vor allem von ausländischen Krediten.
Die golden twenties
In den 20er Jahren boomt die Weltwirtschaft. Nur Deutschland stürzt infolge seiner
bisher nicht zurückgezahlten Kriegsanleihen, infolge der Reparationen und weiterer
Kriegsfolge-lasten, wegen der Erschöpfung von Industrie und Rohstoffen und durch
den gebremsten Außenhandel 1923 in eine schlimme Inflation. Im November 23
wird eine Billion „Papiermark“ in eine Rentenmark getauscht. Hinzu kommt, daß das
Deutsche Reich ab Sommer 1923 zunehmend verschuldet. Nach der Inflation kommt
es zu einer kleinen Konjunktur, den „golden twenties“, aber auch die beruht vor
allem wieder auf Krediten aus dem Ausland. Deutschland blüht für kurze Zeit auf
Pump.
Die Weltwirtschaftskrise
Englands wirtschaftliche Lage ist solang solide, bis Frankreich mit seinem
Außenhandel Englands Handel abhängt und bis höhere Zinsen in Paris in großem
Umfang Kapital aus London abzieht. 1926 beginnt schließlich auch Großbritanniens
Goldvorrat nach Frankreich abzufließen. Frankreich schädigt so zu sagen England.
1929-30 wird Nordamerika von drei Bankenkrisen nacheinander heimgesucht,
ausgelöst vom Preisverfall für
Landwirtschaftsprodukte und in dessen Folge vom Konkurs von 600 kleinen Banken
und „gekrönt“ vom Zusammenbruch der Börse in New York im Oktober 1929. Der
Börsenkrach in den USA und Englands Finanz- und Wirtschaftsschwäche schlagen
weltweit durch. Die USA ziehen ihr verliehenes Kapital kurzfristig aus Deutschland
ab, sodaß der New Yorker Börsencrash auf Deutschland überspringt. Was nun folgt,
sind drei Jahre weltweiter Depression. Zu Beginn der 30 er Jahre gehen viele
Staaten, wie die USA, Kanada und England vom Goldstandard ab. Weltweit beginnen
die Industrienationen, ihre heimischen Volkswirt-schaften und Gold- und
Devisenreserven mit Schutzzöllen, Importquoten und anderen Handelshemmnissen
vor der Konkurrenz des Auslandes abzuschirmen. Frankreich und die USA sind
zunächst in einer komfortablen Lage. Die US-Wirtschaft fährt trotz hoher
Arbeitslosigkeit und Bankenkrisen nach wie vor Gewinne ein. Der US-Goldvorrat
nimmt bis zum Kriegsbeginn hin kräftig zu. Frankreich lebt für ein paar Jahre gut
von Industrie und Handel, von gesunden Banken, von Exporten und den
Reparationsleistungen und –zahlungen aus Deutschland. Die Franzosen finanzieren
und rüsten in der Zeit die Länder Osteuropas „in Deutschlands Rücken“ auf. England
leidet zur gleichen Zeit unter defizitärem Außenhandel, unter Kapitalflucht, dem
Abfließen eines Teiles seines Goldvorrats und hoher Arbeitslosigkeit. Deutschlands
Lage ist bereits beschrieben.
Die Konferenz von Lausanne 1932
Mit der Weltwirtschaftskrise ab 1929 verändert sich das Bild. Die großen
Industrienationen versuchen, nach recht unterschiedlichen Methoden dem Dilemma
der Krise zu entrinnen. 1932 bemühen sich Sieger und Besiegte auf einer Konferenz
in Lausanne, die Restschulden Österreichs und Deutschlands aus den noch offenen
Reparationen einvernehmlich festzulegen, doch kein fremdes Land gibt Deutschland
die nötigen Kredite, um die Restschuld abzutragen. Deutschland stellt die Zahlungen
ein. Nun weigern sich Paris und London ihrerseits, ihre Kriegsschulden in New York
zu zahlen. Dem folgt ein Kreditverbot der USA gegenüber Großbritannien und
Frankreich, das bis zum Zweiten Weltkrieg gilt. Ein jeder gibt die Schuld dafür den
Anderen.
beggar-my-neighbour policy
Die USA und England lösen sich vom Goldstandard und entdecken die
Geldentwertung als wirtschaftliche Waffe. Der Wert von Pfund und Dollar läßt sich
nun nach den Beschlüssen von Zentralbank und Regierung gegenüber dem Preis des
Goldes senken. Und eine billigere eigene Währung fördert die Exporte, verbilligt die
Kredite, hebt die Inlandspreise und damit die Einkommen in Industrie und
Landwirtschaft, und hält tendenziell ausländische Produkte vom eigenen Markte
fern. Die Staaten versuchen, mit billigen eigenen Währungen möglichst viele Waren
im Ausland abzusetzen und damit Inlandsarbeitsplätze zu schaffen oder zu erhalten.
Doch das verschiebt nur die eigene Arbeitslosigkeit ins Ausland. Der englisch-
amerikanische Ausdruck von damals für diese Währungs- und Wirtschaftspolitik
heißt deshalb „beggar-my-neighbour-policy“; in holperigem Deutsch: „ Mach-
meinen-Nachbarn-zum-Bettler-Politik“. Das ist Wirtschaftskampf mit monetären
Mitteln. Die ersten Opfer dieser Manipulationen sind Frankreich, die andere Gold-
Block-Staaten und das Deutsche Reich. Die USA riegeln ihren Inlandsmarkt
außerdem bis Ende 1932 durch hohe Zölle und Importquoten von der Einfuhr
fremder Waren ab. Als das die Massenarbeitslosigkeit nicht lindert, wirft Roosevelt
bei seinem Amtsantritt das Ruder um. Er setzt auf freien Handel und verlangt von
allen Staaten, ihre Märkte für Waren und Produkte aus den USA zu öffnen.
Er erhebt den „freien Handel“ ohne Zölle und Quoten zu einem der Ziele der
amerikanischen Außenpolitik.
Die Konferenz von Ottawa 1932
Ab Sommer 1932 geht England einen eigenen Weg. Es bildet auf der Konferenz von
Ottawa einen Wirtschaftsblock der Empire-Staaten, die ihre Währungen von nun an
statt an Gold an das Pfund Sterling binden. Dieser Sterling-Club ist damit eine der
neuen Sonderwirtschaftszonen, die sich mit Handelsprivilegien nach innen und
Schutzzöllen nach außen Vorteile zu schaffen suchen. Der Sterling-Block ist für die
USA ein wirtschaftsschädigender Konkurrent. 1939 gelingt es Roosevelt, die
„Ottawa-Zone“ zu knacken, als England Kapital und Waffen aus den USA für den
Zweiten Weltkrieg braucht. Frankreich, Belgien und die anderen Gold-Block-Länder
halten ihre Währungen noch für ein paar Jahre an das Gold gebunden und damit
stabil. Da Franc, Belga, Gulden usw. jetzt gegenüber Pfund und Dollar teurer
werden, verlieren diese Länder viel an ihren Exporten und am Volkseinkommen. Die
Kapital- und Goldverluste sind so hoch, daß Frankreich 1936 den Goldstandard
aufgibt und 1938 den Franc ans Pfund ankoppelt. Damit gehört auch Frankreich ab
1938 zum Sterling-Club und damit zum wirtschaftlichen „Gegnerlager“ der USA.
Die Wirtschaft im Dritten Reich
Deutschland und Österreich, sowie viele Länder Südosteuropas, des Nahen Ostens
und Südamerikas haben Anfang der 30er Jahre alle ähnliche Probleme. Ihnen
mangelt es an eigenem Kapital, und Deutschland fehlen seit Hitlers Wahl zum
Kanzler zusätzlich die Kreditgeber im Ausland. So stagniert ihr Außenhandel und
damit die Einnahmen, mit denen die notwendigsten Importe zu bezahlen wären.
Dem folgen sinkende Volkseinkommen, hohe Arbeitslosigkeit und die Verelendung
der ärmeren Bevölkerungsschichten. Deutschland sucht sich seit 1933 einen eigenen
Weg aus dem Dilemma: die wirtschaftliche Autarkie. Die Reichsregierung beginnt,
mit zwei Vierjahresplänen die Volkswirtschaft zu steuern. Der Erste Vierjahresplan
von 1933 soll die Ernährung der Bevölkerung sicherstellen und den schnellen Abbau
der hohen Arbeitslosigkeit bewirken. Der Plan hat in erster Linie Binnenwirkung. Der
Zweite Vierjahresplan von 1936 dient der Selbstversorgung Deutschlands, der
wirtschaftlichen Unabhängigkeit vom Ausland sowie der Förderung des eigenen
Exports. Der Zweite Vierjahresplan schlägt folglich störend auf die Volkswirtschaften
des Auslands durch. Die Reichsregierung steuert damit einen Kurs, die eigene
Wirtschaft weitgehend ohne ausländische Waren, Produkte und Kredite zu sanieren.
Zwei Gleise liegen auf dem Kurs, das eine für die Binnenwirtschaft, das andere für
den Außenhandel. In der Binnenwirtschaft entwickeln Wissenschaft und Industrie
Ersatzstoffe und Produkte, die bisher aus dem Ausland kamen. Der Geldkreislauf im
Inland für die Aufbauleistungen im Straßenbau, Wohnungsbau und in der Rüstung
wird mit einem Kunstgeld, den so genannten Mefo-Wechsel, angestoßen. Die
Zinssätze der Banken werden drastisch abgesenkt. Der Devisen- und Goldverkehr
mit dem Ausland wird staatlich kontrolliert und der Privatwirtschaft entzogen. Dabei
dürfen Gewinne ausländischer Firmen nur noch als Waren, nicht mehr als Geld ins
Ausland fließen. Mit alledem wird die Volksversorgung und die Schaffung neuer
Arbeitsplätze angekurbelt.
Die deutsche Sonderwirtschaftszone
Auf dem zweiten Gleis spielt sich der deutsche Außenhandel ab. Das Deutsche Reich
schließt mit 25 devisenschwachen Ländern in Südosteuropa, im Nahen Osten und in
Südamerika zweiseitige Verträge über einen zahlungsfreien d.h. devisenlosen
Außenhandel, also Ware gegen Ware, z.B. Linsen aus Chile gegen Lokomotiven aus
Deutschland. Der Warenaustausch zwischen Deutschland und den Partnerländern
wird monatlich Wert gegen Wert verrechnet, ohne daß noch Devisen zur Bezahlung
fließen, und ohne daß der Handel mit geliehenem und verzinsten Geld vorfinanziert
werden müßte. So baut sich Deutschland zwischen 1932 und 1936 eine informelle
Sonderwirtschaftszone auf, ein deutsches Präferenzsystem. Die meisten der
Vertragspartnerländer sind seit der Weltwirtschaftskrise so knapp an Devisen, daß
sie Ihren Devisenaußenhandel staatlich kontrollieren müssen; daher die Bezeichnung
Devisen-Kontroll-Staaten. An dem System des devisenlosen und weitgehend
zinsfreien Außenhandels profitiert jedes Land, das sich vertraglich an Deutschland
bindet. Dabei aber - und das ist der Pferdefuß - verlieren die USA, Großbritannien
und Frankreich auf Märkten große Marktanteile, auf denen sie bisher beherrschend
waren, besonders die USA in Südamerika. Außerdem verlieren New York und London
ihre Kreditgeschäfte bei der Vorfinanzierung des Außenhandels in den Staaten, die
jetzt Tauschhandel mit den Deutschen treiben.
Deutschland als wachsender Konkurrent vor dem Zweiten Weltkrieg
Es sieht so aus, als würde Deutschland vom finanziellen Zwerg zum wirtschaftlichen
Riesen wachsen, und zwar zu Lasten der Sieger aus dem Ersten Weltkrieg. Das
Wachstum zu einem Wirtschaftsmittelpunkt ist in der Wahrnehmung der
Amerikaner, Briten und Franzosen 1939 noch nicht abgeschlossen. Hitlers und von
Ribbentrops Bemühen um „freie Hand“ für eine politische Hegemonie in Ost- und
Südosteuropa signalisiert, daß der deutsche wirtschaftliche Aufstieg offensichtlich
weitergehen soll. Für die USA ist damit neben England und seinem Sterling-Club ein
zweiter Konkurrent entstanden. Präsident Roosevelt muß sich nun Sorgen machen,
daß Deutschland in Südamerika wirtschaftlich Erfolge hat und die US-Exporte dorthin
behindert, daß es damit in den Ländern Südamerikas politisches Ansehen und
Gewicht bekommt, daß die US-Kreditgeschäfte in Südamerika abnehmen und zuletzt
auch, daß das deutsche „Modell“ in den USA an Attraktivität gewinnen und seine -
Roosevelts - Popularität beschädigen könnte. Immerhin gelingt es dem deutschen
Reichsbankpräsidenten und Handelsminister Hjalmar Schacht und Hitlers Politik, die
Arbeitslosigkeit in Deutschland bis 1938 abzubauen und das Volkseinkommen zu
verdoppeln, während Roosevelt mit seinem New-Deal-Programm trotz guten
Außenhandels immer noch auf 10,4 Millionen Arbeitslosen sitzt.
Roosevelts Forderung nach weltweitem Freihandel
Wie ernst es Roosevelt mit der deutschen Konkurrenz ist, zeigt, daß er häufig vor
einer Durchdringung Lateinamerikas durch die Achsenmächte warnt, und daß er sich
bemüht, die südamerikanischen Staaten mit wirtschaftlichen und finanziellen
Repressalien wieder aus dem deutschen Präferenzsystem herauszubrechen.
Präsident Roosevelt verpackt die US-Handels- und Finanzinteressen in seinem
politischen Programm der „friedlichen Weltordnung“ als Programmpunkt „friedliche
und freie Handelspolitik“. In den beiden Begriffspaaren bedeutet „friedlich“ zuerst
einmal US-amerikanisch. Der so genannte freie Handel ist für Roosevelt - wie sich
später zeigt - ein Kriegsgrund. Als er im März 1940 nach Polens Niederlage in Berlin,
Paris und London sondieren läßt, wie man in Europa zu einem Frieden kommen
könnte - England und Frankreich haben zu der Zeit Deutschlands Angebot zu einem
Frieden abgelehnt - , stehen fünf Fragen auf der Tagesordnung: Die Zukunft Polens
und die der Tschechei, die Wirtschaftsordnung in Europa, die Abrüstung und
nachgeordnet auch die Menschenrechte. Bei den Sondierungen, die der US-
Unterstaatssekretär Welles in Roosevelts Auftrag bei den Deutschen vornimmt, ist
der von Hitler und Göring vorgebrachte Standpunkt, daß man deutscherseits bereit
ist, sich aus Polen - ohne Korridor und Danzig -
zurückzuziehen, desgleichen aus der Tschechei als einem in Zukunft weitgehend
entmilitarisierten Staat. Nur in den Wirtschaftsfragen beharren sowohl Hitler als
auch Göring auf der deutschen Wirtschafts- und Währungspolitik, wozu das System
des devisenlosen Tauschhandels mit Ländern in Südosteuropa und Südamerika
gehört. Auf dieser Basis ist Roosevelt nicht an einem Frieden interessiert. Er setzt
seine Politik der Vorbereitung der USA auf eine Kriegsteilnahme fort. Mit einem
Kriege in Europa kann der amerikanische Präsident zwei Fliegen mit einer Klappe
schlagen. England muß die Ottawa-Sonderwirtschaftszone als Preis für den
Kriegseintritt der USA an seiner Seite opfern. Und Amerika und Großbritannien
können bei einem Sieg gemeinsam Deutschlands Sonderwirtschaftszone tilgen.
Deutschlands Handel als ein Kriegsgrund unter anderen
Auch Großbritannien ist von Deutschlands eigenem Weg betroffen. Obwohl die
Ottawa-Staaten sich selbst nach außen hin abriegeln und so den freien Handel
unterbinden, ist Deutschlands Art, den internationalen Kapitalmarkt auszuschließen
und sich durch Vorzugsregelungen die Märkte von 25 anderen Ländern zu
erschließen, aus ihrer Sicht nicht akzeptabel. Wie man den deutschen Handel von
London aus beurteilt, ist schon an früherer Stelle dieses Buchs beschrieben. Der
englische General und Historiker Fuller schreibt nach dem Krieg rückschauend zum
deutsch-englischen Verhältnis: „Hitlers Traum war daher ein Bündnis mit
Großbritannien. ... Ein solches Bündnis war jedoch unmöglich, hauptsächlich
deshalb, weil unmittelbar nach Hitlers Machtergreifung dessen Wirtschaftspolitik des
direkten Tauschhandels und der Exportprämien dem britischen und amerikanischen
Handel einen tödlichen Streich versetzte.“ US-Präsident Roosevelt drückt das gleiche
an dem Tage, an dem er beschließt, die USA an der Seite Englands in den Krieg zu
führen, kürzer aus, als er zu seinem Sohne Elliott sagt: „Will irgendwer behaupten,
daß Deutschlands Versuch, den Handel in Mitteleuropa zu dominieren, nicht einer
der Hauptgründe des Krieges war.“ Die Methoden, welche die Staaten zwischen der
Weltwirtschaftskrise und dem Krieg anwenden, nutzen den Anwendern und schaden
allen Konkurrenten, egal ob Schutzzoll, Geldabwertung, Zinsanhebung,
Vorrangvertrag, Tauschhandel oder Importquoten. Sie alle sind Instrumente finanz-
und handelstechnischer Natur. Doch die USA , wie auch Britannien, umhüllen diese
Instrumente mit einem moralisches Gewand. Sie deklarieren ihre eigenen
Konkurrenzmethoden als „friedlichen und freien“ Handel. Zum Schluß sind Pfund
und Franc und Mark dem Dollar angekoppelt, der bis 1971 noch mit Gold gedeckt ist
und danach mit nichts mehr. Ab da können die USA ihre Importe mit
selbstgedruckten Dollar finanzieren, während alle anderen Staaten sich ihre Importe
erst verdienen müssen, meist in Dollar. Der Weg zu diesem Sieg der USA beginnt in
den 30er Jahren, und der Krieg gegen das Deutsche Reich ist auf dem Weg ein
Schritt.&quot;

Mit der Deglobalisierung wird ein Muster / eine Blaupause möglich, auch wenn die Digitalisierung eine neue Technisierung ermöglicht?]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Als Antwort auf <a href="https://think-beyondtheobvious.com/die-bto-highlights-vom-dezember-und-2021/#comment-225208">Renée Menéndez</a>.</p>
<p>Eine Quelle über die Zeit seit der Gründung der US &#8211; Zentralbank, die Zusammenhänge verständlich macht also das &#8220;Warum&#8221; versucht herzuleiten</p>
<p><a href="https://www.kopp-verlag.de/a/1939-der-krieg-der-viele-vaeter-hatte?ws_tp1=kw&#038;ref=google&#038;subref=pool/search&#038;log=extern&#038;gclid=EAIaIQobChMI8dK44abA9QIV85BoCR3nJQgwEAAYASAAEgL-avD_BwE" rel="nofollow ugc">https://www.kopp-verlag.de/a/1939-der-krieg-der-viele-vaeter-hatte?ws_tp1=kw&#038;ref=google&#038;subref=pool/search&#038;log=extern&#038;gclid=EAIaIQobChMI8dK44abA9QIV85BoCR3nJQgwEAAYASAAEgL-avD_BwE</a></p>
<p>aus einer Zusammmenfassung des Textes ( Seiten 236-243 ):</p>
<p>&#8220;Weltweite ökonomische Verwerfungen<br />
Die Jahre zwischen den beiden großen Kriegen sind eine Epoche weltweiter<br />
ökonomischer Verwerfungen. Staaten finden sich dabei zu wirtschaftlichen<br />
Bündnissen zusammen und gehen bei Notwendigkeit auch wieder auseinander. So<br />
haben wir als erstes die Gold-Block-Staaten Frankreich, Schweiz, Belgien und<br />
Niederlande, die ihre Währungen in ein festes Verhältnis zum Preis des Goldes<br />
setzen und ihr Papiergeld zu einem Wertanteil mit ihrem Staatsgold decken. Dies<br />
nennt man Goldstandard. Auch andere Staaten, wie die USA, England und die<br />
britischen Dominions führen den Goldstandard nach dem Weltkrieg wieder ein, doch<br />
sie gehen zu Beginn der 30er Jahre wieder davon ab. Sie versuchen, mit einer<br />
Mischung von freiem Handel, Manipulationen ihrer Wechselkurse, mit Schutzzöllen<br />
und Einfuhrquoten durch die wirtschaftlich schweren Zeiten der frühen 30er Jahre<br />
durchzukommen. Dann gibt es eine dritte Gruppe, die sogenannten Devisen-<br />
Kontroll-Staaten, die sich einerseits an den Goldstandard halten und andererseits<br />
ihre Außenhandels-Geldgeschäfte und den Außenhandel staatlich lenken. Dazu<br />
gehören Deutschland, Österreich, die Sowjetunion und eine Reihe<br />
südosteuropäischer Länder. Die vierte Gruppe sind der Sterling-Club, also England<br />
und die Dominion-Staaten, die ihre Währungen nach der Loslösung vom<br />
Goldstandard an das Pfund Sterling binden. Die Regierungen aller Staaten<br />
versuchen, den Menschen ihrer Länder „Lohn und Brot“ zu bieten, doch dieses oft zu<br />
Lasten anderer Völker. Einen weltweiten Konsens über die „einzig richtigen“<br />
Wirtschaftsregeln gibt es nach dem Ersten Weltkrieg nicht. So führt der Kampf um<br />
„Lohn und Brot“, der zugleich ein Kampf um Macht, Reichtum und Ressourcen ist, in<br />
aller Regel auch zu Auseinandersetzungen zwischen den beteiligten Nationen.<br />
Die Kriegsschulden aus dem Ersten Weltkrieg<br />
Nach 1919 ist die Welt verändert. Die USA sind vom größten Vorkriegsschuldner<br />
zum größten Nachkriegsgläubiger geworden. Briten und Franzosen haben sich die<br />
Kosten des Ersten Weltkriegs zu großen Teilen von US-Banken finanzieren lassen.<br />
Sie müssen ihre Kriegsschulden nun in Amerika begleichen. Das Deutsche Reich hat<br />
Reparationen in einer Höhe an die Sieger zu bezahlen, die sogar das Doppelte der<br />
gesamten deutschen Kriegskosten von 1914 bis 1918 übersteigen (164 Mrd. RM<br />
deutsche Kriegskosten 1914-1918 [inflationsbereinigt] zu 331 Mrd. RM Reparationen<br />
nach der Forderung von 1921). Aus diesen deutschen Zahlungen hoffen Frankreich<br />
und England, ihre Kriegsschulden in den USA<br />
tilgen zu können. Auch die Sowjetunion muß noch Kriegsschulden bei ihren früheren<br />
Alliierten bezahlen, doch sie unterlässt es, da sie finanziell vom Kriege und von der<br />
Revolution stark angeschlagen ist. Mit diesen Hypotheken geht die Weltwirtschaft<br />
der frühen 20er Jahre an den Start. Geld ist der Treibstoff für jede Art von<br />
Wirtschaft: für Handel, Investitionen, Modernisierungen, für die Finanzierung von<br />
Industrieansiedlungen, Verkehrsinfrastruktur, Handelsflotten usw. Ohne eigenes<br />
oder geliehenes Kapital kommt nichts in Gang. So arbeiten die Volkswirtschaften<br />
aller Länder in den 20er Jahren mit Leih- und Eigenkapital unter recht<br />
unterschiedlichen Bedingungen. Dazu kommt, daß die Regeln des Marktes und der<br />
Wirtschaft durch den vorhergegangenen Krieg und die Friedensverträge zu großen<br />
Teilen außer Kraft gesetzt sind. Das Geld fließt zwischen den Nationen jetzt nicht nur<br />
zur Verrechnung von gelieferten Waren und geleisteten Diensten. Es fließt in<br />
exorbitanter Menge auch zur Bezahlung der Kriegsschulden zwischen den<br />
Siegerstaaten und zur Entrichtung der Reparationen von den Besiegten an die<br />
Sieger, dies alles ohne wirtschaftlichen Gegenwert. So werden die einen Länder<br />
immer reicher und die anderen immer ärmer, bis ein normaler internationaler<br />
Warenaustausch nicht mehr möglich ist. Das alles belastet und verfälscht die<br />
Weltwirtschaft der 20er Jahre.<br />
Die deutsche Wirtschaft nach Versailles<br />
Für Deutschland kommt hinzu, daß es durch den Versailler Vertrag zunächst als<br />
Handelspartner weitestgehend ausgeschlossen wird. Deutsches Eigentum, das für<br />
den Außenhandel nötig wäre, wird enteignet, wie die Handelsagenturen, die<br />
Warenlager und die Immobilien im Ausland, und wie die deutsche Handelsflotte. Ab<br />
1921 wird der deutsche Außenhandel außerdem durch einen 26%-Zoll auf alle<br />
ausgeführten Waren zusätzlich behindert. Der Zoll geht an die Siegerstaaten. Trotz<br />
dieser Lage ist Deutschland zum Export gezwungen. Es müßte nicht nur die<br />
lebensnotwendigen Importe durch Exporte in gleichem Wert verdienen. Deutschland<br />
müßte auch das Geld für seine Reparationen, die ja zunächst für 70 Jahre<br />
vorgesehen sind, erst einmal durch die Ausfuhr deutscher Güter im Ausland<br />
einnehmen. Da das nur in sehr geringem Umfang möglich ist, lebt das Deutsche<br />
Reich in den Nachkriegsjahren vor allem von ausländischen Krediten.<br />
Die golden twenties<br />
In den 20er Jahren boomt die Weltwirtschaft. Nur Deutschland stürzt infolge seiner<br />
bisher nicht zurückgezahlten Kriegsanleihen, infolge der Reparationen und weiterer<br />
Kriegsfolge-lasten, wegen der Erschöpfung von Industrie und Rohstoffen und durch<br />
den gebremsten Außenhandel 1923 in eine schlimme Inflation. Im November 23<br />
wird eine Billion „Papiermark“ in eine Rentenmark getauscht. Hinzu kommt, daß das<br />
Deutsche Reich ab Sommer 1923 zunehmend verschuldet. Nach der Inflation kommt<br />
es zu einer kleinen Konjunktur, den „golden twenties“, aber auch die beruht vor<br />
allem wieder auf Krediten aus dem Ausland. Deutschland blüht für kurze Zeit auf<br />
Pump.<br />
Die Weltwirtschaftskrise<br />
Englands wirtschaftliche Lage ist solang solide, bis Frankreich mit seinem<br />
Außenhandel Englands Handel abhängt und bis höhere Zinsen in Paris in großem<br />
Umfang Kapital aus London abzieht. 1926 beginnt schließlich auch Großbritanniens<br />
Goldvorrat nach Frankreich abzufließen. Frankreich schädigt so zu sagen England.<br />
1929-30 wird Nordamerika von drei Bankenkrisen nacheinander heimgesucht,<br />
ausgelöst vom Preisverfall für<br />
Landwirtschaftsprodukte und in dessen Folge vom Konkurs von 600 kleinen Banken<br />
und „gekrönt“ vom Zusammenbruch der Börse in New York im Oktober 1929. Der<br />
Börsenkrach in den USA und Englands Finanz- und Wirtschaftsschwäche schlagen<br />
weltweit durch. Die USA ziehen ihr verliehenes Kapital kurzfristig aus Deutschland<br />
ab, sodaß der New Yorker Börsencrash auf Deutschland überspringt. Was nun folgt,<br />
sind drei Jahre weltweiter Depression. Zu Beginn der 30 er Jahre gehen viele<br />
Staaten, wie die USA, Kanada und England vom Goldstandard ab. Weltweit beginnen<br />
die Industrienationen, ihre heimischen Volkswirt-schaften und Gold- und<br />
Devisenreserven mit Schutzzöllen, Importquoten und anderen Handelshemmnissen<br />
vor der Konkurrenz des Auslandes abzuschirmen. Frankreich und die USA sind<br />
zunächst in einer komfortablen Lage. Die US-Wirtschaft fährt trotz hoher<br />
Arbeitslosigkeit und Bankenkrisen nach wie vor Gewinne ein. Der US-Goldvorrat<br />
nimmt bis zum Kriegsbeginn hin kräftig zu. Frankreich lebt für ein paar Jahre gut<br />
von Industrie und Handel, von gesunden Banken, von Exporten und den<br />
Reparationsleistungen und –zahlungen aus Deutschland. Die Franzosen finanzieren<br />
und rüsten in der Zeit die Länder Osteuropas „in Deutschlands Rücken“ auf. England<br />
leidet zur gleichen Zeit unter defizitärem Außenhandel, unter Kapitalflucht, dem<br />
Abfließen eines Teiles seines Goldvorrats und hoher Arbeitslosigkeit. Deutschlands<br />
Lage ist bereits beschrieben.<br />
Die Konferenz von Lausanne 1932<br />
Mit der Weltwirtschaftskrise ab 1929 verändert sich das Bild. Die großen<br />
Industrienationen versuchen, nach recht unterschiedlichen Methoden dem Dilemma<br />
der Krise zu entrinnen. 1932 bemühen sich Sieger und Besiegte auf einer Konferenz<br />
in Lausanne, die Restschulden Österreichs und Deutschlands aus den noch offenen<br />
Reparationen einvernehmlich festzulegen, doch kein fremdes Land gibt Deutschland<br />
die nötigen Kredite, um die Restschuld abzutragen. Deutschland stellt die Zahlungen<br />
ein. Nun weigern sich Paris und London ihrerseits, ihre Kriegsschulden in New York<br />
zu zahlen. Dem folgt ein Kreditverbot der USA gegenüber Großbritannien und<br />
Frankreich, das bis zum Zweiten Weltkrieg gilt. Ein jeder gibt die Schuld dafür den<br />
Anderen.<br />
beggar-my-neighbour policy<br />
Die USA und England lösen sich vom Goldstandard und entdecken die<br />
Geldentwertung als wirtschaftliche Waffe. Der Wert von Pfund und Dollar läßt sich<br />
nun nach den Beschlüssen von Zentralbank und Regierung gegenüber dem Preis des<br />
Goldes senken. Und eine billigere eigene Währung fördert die Exporte, verbilligt die<br />
Kredite, hebt die Inlandspreise und damit die Einkommen in Industrie und<br />
Landwirtschaft, und hält tendenziell ausländische Produkte vom eigenen Markte<br />
fern. Die Staaten versuchen, mit billigen eigenen Währungen möglichst viele Waren<br />
im Ausland abzusetzen und damit Inlandsarbeitsplätze zu schaffen oder zu erhalten.<br />
Doch das verschiebt nur die eigene Arbeitslosigkeit ins Ausland. Der englisch-<br />
amerikanische Ausdruck von damals für diese Währungs- und Wirtschaftspolitik<br />
heißt deshalb „beggar-my-neighbour-policy“; in holperigem Deutsch: „ Mach-<br />
meinen-Nachbarn-zum-Bettler-Politik“. Das ist Wirtschaftskampf mit monetären<br />
Mitteln. Die ersten Opfer dieser Manipulationen sind Frankreich, die andere Gold-<br />
Block-Staaten und das Deutsche Reich. Die USA riegeln ihren Inlandsmarkt<br />
außerdem bis Ende 1932 durch hohe Zölle und Importquoten von der Einfuhr<br />
fremder Waren ab. Als das die Massenarbeitslosigkeit nicht lindert, wirft Roosevelt<br />
bei seinem Amtsantritt das Ruder um. Er setzt auf freien Handel und verlangt von<br />
allen Staaten, ihre Märkte für Waren und Produkte aus den USA zu öffnen.<br />
Er erhebt den „freien Handel“ ohne Zölle und Quoten zu einem der Ziele der<br />
amerikanischen Außenpolitik.<br />
Die Konferenz von Ottawa 1932<br />
Ab Sommer 1932 geht England einen eigenen Weg. Es bildet auf der Konferenz von<br />
Ottawa einen Wirtschaftsblock der Empire-Staaten, die ihre Währungen von nun an<br />
statt an Gold an das Pfund Sterling binden. Dieser Sterling-Club ist damit eine der<br />
neuen Sonderwirtschaftszonen, die sich mit Handelsprivilegien nach innen und<br />
Schutzzöllen nach außen Vorteile zu schaffen suchen. Der Sterling-Block ist für die<br />
USA ein wirtschaftsschädigender Konkurrent. 1939 gelingt es Roosevelt, die<br />
„Ottawa-Zone“ zu knacken, als England Kapital und Waffen aus den USA für den<br />
Zweiten Weltkrieg braucht. Frankreich, Belgien und die anderen Gold-Block-Länder<br />
halten ihre Währungen noch für ein paar Jahre an das Gold gebunden und damit<br />
stabil. Da Franc, Belga, Gulden usw. jetzt gegenüber Pfund und Dollar teurer<br />
werden, verlieren diese Länder viel an ihren Exporten und am Volkseinkommen. Die<br />
Kapital- und Goldverluste sind so hoch, daß Frankreich 1936 den Goldstandard<br />
aufgibt und 1938 den Franc ans Pfund ankoppelt. Damit gehört auch Frankreich ab<br />
1938 zum Sterling-Club und damit zum wirtschaftlichen „Gegnerlager“ der USA.<br />
Die Wirtschaft im Dritten Reich<br />
Deutschland und Österreich, sowie viele Länder Südosteuropas, des Nahen Ostens<br />
und Südamerikas haben Anfang der 30er Jahre alle ähnliche Probleme. Ihnen<br />
mangelt es an eigenem Kapital, und Deutschland fehlen seit Hitlers Wahl zum<br />
Kanzler zusätzlich die Kreditgeber im Ausland. So stagniert ihr Außenhandel und<br />
damit die Einnahmen, mit denen die notwendigsten Importe zu bezahlen wären.<br />
Dem folgen sinkende Volkseinkommen, hohe Arbeitslosigkeit und die Verelendung<br />
der ärmeren Bevölkerungsschichten. Deutschland sucht sich seit 1933 einen eigenen<br />
Weg aus dem Dilemma: die wirtschaftliche Autarkie. Die Reichsregierung beginnt,<br />
mit zwei Vierjahresplänen die Volkswirtschaft zu steuern. Der Erste Vierjahresplan<br />
von 1933 soll die Ernährung der Bevölkerung sicherstellen und den schnellen Abbau<br />
der hohen Arbeitslosigkeit bewirken. Der Plan hat in erster Linie Binnenwirkung. Der<br />
Zweite Vierjahresplan von 1936 dient der Selbstversorgung Deutschlands, der<br />
wirtschaftlichen Unabhängigkeit vom Ausland sowie der Förderung des eigenen<br />
Exports. Der Zweite Vierjahresplan schlägt folglich störend auf die Volkswirtschaften<br />
des Auslands durch. Die Reichsregierung steuert damit einen Kurs, die eigene<br />
Wirtschaft weitgehend ohne ausländische Waren, Produkte und Kredite zu sanieren.<br />
Zwei Gleise liegen auf dem Kurs, das eine für die Binnenwirtschaft, das andere für<br />
den Außenhandel. In der Binnenwirtschaft entwickeln Wissenschaft und Industrie<br />
Ersatzstoffe und Produkte, die bisher aus dem Ausland kamen. Der Geldkreislauf im<br />
Inland für die Aufbauleistungen im Straßenbau, Wohnungsbau und in der Rüstung<br />
wird mit einem Kunstgeld, den so genannten Mefo-Wechsel, angestoßen. Die<br />
Zinssätze der Banken werden drastisch abgesenkt. Der Devisen- und Goldverkehr<br />
mit dem Ausland wird staatlich kontrolliert und der Privatwirtschaft entzogen. Dabei<br />
dürfen Gewinne ausländischer Firmen nur noch als Waren, nicht mehr als Geld ins<br />
Ausland fließen. Mit alledem wird die Volksversorgung und die Schaffung neuer<br />
Arbeitsplätze angekurbelt.<br />
Die deutsche Sonderwirtschaftszone<br />
Auf dem zweiten Gleis spielt sich der deutsche Außenhandel ab. Das Deutsche Reich<br />
schließt mit 25 devisenschwachen Ländern in Südosteuropa, im Nahen Osten und in<br />
Südamerika zweiseitige Verträge über einen zahlungsfreien d.h. devisenlosen<br />
Außenhandel, also Ware gegen Ware, z.B. Linsen aus Chile gegen Lokomotiven aus<br />
Deutschland. Der Warenaustausch zwischen Deutschland und den Partnerländern<br />
wird monatlich Wert gegen Wert verrechnet, ohne daß noch Devisen zur Bezahlung<br />
fließen, und ohne daß der Handel mit geliehenem und verzinsten Geld vorfinanziert<br />
werden müßte. So baut sich Deutschland zwischen 1932 und 1936 eine informelle<br />
Sonderwirtschaftszone auf, ein deutsches Präferenzsystem. Die meisten der<br />
Vertragspartnerländer sind seit der Weltwirtschaftskrise so knapp an Devisen, daß<br />
sie Ihren Devisenaußenhandel staatlich kontrollieren müssen; daher die Bezeichnung<br />
Devisen-Kontroll-Staaten. An dem System des devisenlosen und weitgehend<br />
zinsfreien Außenhandels profitiert jedes Land, das sich vertraglich an Deutschland<br />
bindet. Dabei aber &#8211; und das ist der Pferdefuß &#8211; verlieren die USA, Großbritannien<br />
und Frankreich auf Märkten große Marktanteile, auf denen sie bisher beherrschend<br />
waren, besonders die USA in Südamerika. Außerdem verlieren New York und London<br />
ihre Kreditgeschäfte bei der Vorfinanzierung des Außenhandels in den Staaten, die<br />
jetzt Tauschhandel mit den Deutschen treiben.<br />
Deutschland als wachsender Konkurrent vor dem Zweiten Weltkrieg<br />
Es sieht so aus, als würde Deutschland vom finanziellen Zwerg zum wirtschaftlichen<br />
Riesen wachsen, und zwar zu Lasten der Sieger aus dem Ersten Weltkrieg. Das<br />
Wachstum zu einem Wirtschaftsmittelpunkt ist in der Wahrnehmung der<br />
Amerikaner, Briten und Franzosen 1939 noch nicht abgeschlossen. Hitlers und von<br />
Ribbentrops Bemühen um „freie Hand“ für eine politische Hegemonie in Ost- und<br />
Südosteuropa signalisiert, daß der deutsche wirtschaftliche Aufstieg offensichtlich<br />
weitergehen soll. Für die USA ist damit neben England und seinem Sterling-Club ein<br />
zweiter Konkurrent entstanden. Präsident Roosevelt muß sich nun Sorgen machen,<br />
daß Deutschland in Südamerika wirtschaftlich Erfolge hat und die US-Exporte dorthin<br />
behindert, daß es damit in den Ländern Südamerikas politisches Ansehen und<br />
Gewicht bekommt, daß die US-Kreditgeschäfte in Südamerika abnehmen und zuletzt<br />
auch, daß das deutsche „Modell“ in den USA an Attraktivität gewinnen und seine &#8211;<br />
Roosevelts &#8211; Popularität beschädigen könnte. Immerhin gelingt es dem deutschen<br />
Reichsbankpräsidenten und Handelsminister Hjalmar Schacht und Hitlers Politik, die<br />
Arbeitslosigkeit in Deutschland bis 1938 abzubauen und das Volkseinkommen zu<br />
verdoppeln, während Roosevelt mit seinem New-Deal-Programm trotz guten<br />
Außenhandels immer noch auf 10,4 Millionen Arbeitslosen sitzt.<br />
Roosevelts Forderung nach weltweitem Freihandel<br />
Wie ernst es Roosevelt mit der deutschen Konkurrenz ist, zeigt, daß er häufig vor<br />
einer Durchdringung Lateinamerikas durch die Achsenmächte warnt, und daß er sich<br />
bemüht, die südamerikanischen Staaten mit wirtschaftlichen und finanziellen<br />
Repressalien wieder aus dem deutschen Präferenzsystem herauszubrechen.<br />
Präsident Roosevelt verpackt die US-Handels- und Finanzinteressen in seinem<br />
politischen Programm der „friedlichen Weltordnung“ als Programmpunkt „friedliche<br />
und freie Handelspolitik“. In den beiden Begriffspaaren bedeutet „friedlich“ zuerst<br />
einmal US-amerikanisch. Der so genannte freie Handel ist für Roosevelt &#8211; wie sich<br />
später zeigt &#8211; ein Kriegsgrund. Als er im März 1940 nach Polens Niederlage in Berlin,<br />
Paris und London sondieren läßt, wie man in Europa zu einem Frieden kommen<br />
könnte &#8211; England und Frankreich haben zu der Zeit Deutschlands Angebot zu einem<br />
Frieden abgelehnt &#8211; , stehen fünf Fragen auf der Tagesordnung: Die Zukunft Polens<br />
und die der Tschechei, die Wirtschaftsordnung in Europa, die Abrüstung und<br />
nachgeordnet auch die Menschenrechte. Bei den Sondierungen, die der US-<br />
Unterstaatssekretär Welles in Roosevelts Auftrag bei den Deutschen vornimmt, ist<br />
der von Hitler und Göring vorgebrachte Standpunkt, daß man deutscherseits bereit<br />
ist, sich aus Polen &#8211; ohne Korridor und Danzig &#8211;<br />
zurückzuziehen, desgleichen aus der Tschechei als einem in Zukunft weitgehend<br />
entmilitarisierten Staat. Nur in den Wirtschaftsfragen beharren sowohl Hitler als<br />
auch Göring auf der deutschen Wirtschafts- und Währungspolitik, wozu das System<br />
des devisenlosen Tauschhandels mit Ländern in Südosteuropa und Südamerika<br />
gehört. Auf dieser Basis ist Roosevelt nicht an einem Frieden interessiert. Er setzt<br />
seine Politik der Vorbereitung der USA auf eine Kriegsteilnahme fort. Mit einem<br />
Kriege in Europa kann der amerikanische Präsident zwei Fliegen mit einer Klappe<br />
schlagen. England muß die Ottawa-Sonderwirtschaftszone als Preis für den<br />
Kriegseintritt der USA an seiner Seite opfern. Und Amerika und Großbritannien<br />
können bei einem Sieg gemeinsam Deutschlands Sonderwirtschaftszone tilgen.<br />
Deutschlands Handel als ein Kriegsgrund unter anderen<br />
Auch Großbritannien ist von Deutschlands eigenem Weg betroffen. Obwohl die<br />
Ottawa-Staaten sich selbst nach außen hin abriegeln und so den freien Handel<br />
unterbinden, ist Deutschlands Art, den internationalen Kapitalmarkt auszuschließen<br />
und sich durch Vorzugsregelungen die Märkte von 25 anderen Ländern zu<br />
erschließen, aus ihrer Sicht nicht akzeptabel. Wie man den deutschen Handel von<br />
London aus beurteilt, ist schon an früherer Stelle dieses Buchs beschrieben. Der<br />
englische General und Historiker Fuller schreibt nach dem Krieg rückschauend zum<br />
deutsch-englischen Verhältnis: „Hitlers Traum war daher ein Bündnis mit<br />
Großbritannien. &#8230; Ein solches Bündnis war jedoch unmöglich, hauptsächlich<br />
deshalb, weil unmittelbar nach Hitlers Machtergreifung dessen Wirtschaftspolitik des<br />
direkten Tauschhandels und der Exportprämien dem britischen und amerikanischen<br />
Handel einen tödlichen Streich versetzte.“ US-Präsident Roosevelt drückt das gleiche<br />
an dem Tage, an dem er beschließt, die USA an der Seite Englands in den Krieg zu<br />
führen, kürzer aus, als er zu seinem Sohne Elliott sagt: „Will irgendwer behaupten,<br />
daß Deutschlands Versuch, den Handel in Mitteleuropa zu dominieren, nicht einer<br />
der Hauptgründe des Krieges war.“ Die Methoden, welche die Staaten zwischen der<br />
Weltwirtschaftskrise und dem Krieg anwenden, nutzen den Anwendern und schaden<br />
allen Konkurrenten, egal ob Schutzzoll, Geldabwertung, Zinsanhebung,<br />
Vorrangvertrag, Tauschhandel oder Importquoten. Sie alle sind Instrumente finanz-<br />
und handelstechnischer Natur. Doch die USA , wie auch Britannien, umhüllen diese<br />
Instrumente mit einem moralisches Gewand. Sie deklarieren ihre eigenen<br />
Konkurrenzmethoden als „friedlichen und freien“ Handel. Zum Schluß sind Pfund<br />
und Franc und Mark dem Dollar angekoppelt, der bis 1971 noch mit Gold gedeckt ist<br />
und danach mit nichts mehr. Ab da können die USA ihre Importe mit<br />
selbstgedruckten Dollar finanzieren, während alle anderen Staaten sich ihre Importe<br />
erst verdienen müssen, meist in Dollar. Der Weg zu diesem Sieg der USA beginnt in<br />
den 30er Jahren, und der Krieg gegen das Deutsche Reich ist auf dem Weg ein<br />
Schritt.&#8221;</p>
<p>Mit der Deglobalisierung wird ein Muster / eine Blaupause möglich, auch wenn die Digitalisierung eine neue Technisierung ermöglicht?</p>
]]></content:encoded>
		
			</item>
		<item>
		<title>
		Von: Stoertebekker		</title>
		<link>https://think-beyondtheobvious.com/die-bto-highlights-vom-dezember-und-2021/#comment-225443</link>

		<dc:creator><![CDATA[Stoertebekker]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 21 Jan 2022 09:38:36 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">https://think-beyondtheobvious.com/?p=24223#comment-225443</guid>

					<description><![CDATA[Als Antwort auf &lt;a href=&quot;https://think-beyondtheobvious.com/die-bto-highlights-vom-dezember-und-2021/#comment-225208&quot;&gt;Renée Menéndez&lt;/a&gt;.

@R Menéndez 00:56

&#062;…wäre es nötig zu wissen, auf welcher theoretischen Grundlage seine Ansichten formuliert worden sind. Denn sich alleine die “Realität” anzuschauen um daraus Schlüsse ziehen zu wollen kann schnell in einem Desaster enden.&#060;

Sehen Sie, und hier wird’s spannend. Eine Theorie, die in der Realität nicht nachprüfbar ist bzw. andere Ergebnisse von Eingriffen vorhersagt als in der Realität zu beobachten sind, ist für den Praktiker wertlos. J Snider macht sich ja genau auf den Weg, einen überprüfbaren theoretischen Unterbau für die zu beobachtende Realität zu entwickeln.
 
(Und ganz ehrlich – das, was ich vor 30 Jahren im VWL-Studium an Theorien hatte, ist doch bis auf die Basics mittlerweile als viel zu abstrakte Modellierung für die komplexen Wirklichkeiten „entlarvt“. Homo oeconomicus, Phillipskurve usw. „The dismal science“ halt. Aber, und das hab ich hier am Blog auch gelernt, das passiert sogar in der Physik. Um der &#034;Schönheit&#034; der Argumentation willen. Siehe Sabine Hossenfelder &#034;Was läuft falsch in der gegenwärtigen Physik?&#034; [youtube])

Na, trotzdem kommen wir ja alle wieder zusammen - es ist offensichtlich für alle Beobachter so, dass eine unregulierte Finanzindustrie für das echte Wirtschaftsleben und unsere Gesellschaften eine tickende Zeitbombe ist. 

Im Moment hat wohl leider niemand auch nur eine Idee, wie eine vernünftige Geldmengensteuerung in Zeiten des nahezu vollkommenen globalen Handels funktionieren könnte. Ein atmendes System, das über die Grenzen der Jurisdiktionen hinaus UND nicht von Politik manipulierbar eine elastische globale Geldversorgung ermöglicht und steuert...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Als Antwort auf <a href="https://think-beyondtheobvious.com/die-bto-highlights-vom-dezember-und-2021/#comment-225208">Renée Menéndez</a>.</p>
<p>@R Menéndez 00:56</p>
<p>&gt;…wäre es nötig zu wissen, auf welcher theoretischen Grundlage seine Ansichten formuliert worden sind. Denn sich alleine die “Realität” anzuschauen um daraus Schlüsse ziehen zu wollen kann schnell in einem Desaster enden.&lt;</p>
<p>Sehen Sie, und hier wird’s spannend. Eine Theorie, die in der Realität nicht nachprüfbar ist bzw. andere Ergebnisse von Eingriffen vorhersagt als in der Realität zu beobachten sind, ist für den Praktiker wertlos. J Snider macht sich ja genau auf den Weg, einen überprüfbaren theoretischen Unterbau für die zu beobachtende Realität zu entwickeln.</p>
<p>(Und ganz ehrlich – das, was ich vor 30 Jahren im VWL-Studium an Theorien hatte, ist doch bis auf die Basics mittlerweile als viel zu abstrakte Modellierung für die komplexen Wirklichkeiten „entlarvt“. Homo oeconomicus, Phillipskurve usw. „The dismal science“ halt. Aber, und das hab ich hier am Blog auch gelernt, das passiert sogar in der Physik. Um der &quot;Schönheit&quot; der Argumentation willen. Siehe Sabine Hossenfelder &quot;Was läuft falsch in der gegenwärtigen Physik?&quot; [youtube])</p>
<p>Na, trotzdem kommen wir ja alle wieder zusammen &#8211; es ist offensichtlich für alle Beobachter so, dass eine unregulierte Finanzindustrie für das echte Wirtschaftsleben und unsere Gesellschaften eine tickende Zeitbombe ist. </p>
<p>Im Moment hat wohl leider niemand auch nur eine Idee, wie eine vernünftige Geldmengensteuerung in Zeiten des nahezu vollkommenen globalen Handels funktionieren könnte. Ein atmendes System, das über die Grenzen der Jurisdiktionen hinaus UND nicht von Politik manipulierbar eine elastische globale Geldversorgung ermöglicht und steuert&#8230;</p>
]]></content:encoded>
		
			</item>
		<item>
		<title>
		Von: Renée Menéndez		</title>
		<link>https://think-beyondtheobvious.com/die-bto-highlights-vom-dezember-und-2021/#comment-225351</link>

		<dc:creator><![CDATA[Renée Menéndez]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 20 Jan 2022 23:56:13 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">https://think-beyondtheobvious.com/?p=24223#comment-225351</guid>

					<description><![CDATA[Als Antwort auf &lt;a href=&quot;https://think-beyondtheobvious.com/die-bto-highlights-vom-dezember-und-2021/#comment-225208&quot;&gt;Renée Menéndez&lt;/a&gt;.

@Stoertebekker

&quot;...niedrige Zinsen sind nicht Ausdruck von zu viel Geld im Markt sondern von Kollateralknappheit.&quot;

Das mit dem Kollateral ist doch immer die Geschichte die aufgetischt wird, wenn es darum geht, dem (Bar-)Geld noch irgendeine Forderungseigenschaft anzudichten. Nun gut, hier muß das Kollateral dafür herhalten, daß aus der Nachfrage für eine einzelne Anlageklasse ein globaler Zinseffekt abgeleitet wird. Selbst wenn man der Meinung ist, alles hänge mit allem zusammen heißt das noch nicht, daß der unbestreitbar vorhandene Effekt auf einem anderen Marktsegment auch fühlbar sein muß. Denn hier hat man es mit dem beschissenen Thema der Substitutionselastizitäten zu tun, d.h. letztlich der Frage, wie hoch der Effekt der Zinsänderung in einem Markt auf einen anderen wirkt. Zum einen sind derartige Effekte manchmal nicht eindeutig, zum anderen ignoriert man die Vielzahl der anderen Einflußfaktoren auf das Zinsniveau. Darüber hinaus ist auch noch unverständlich wozu diese Kollateral-Nachfrage dient wenn nicht zur Erzielung von Zinsgewinnen oder Provisionen aus dem &quot;Verleih&quot; von T-Bills oder ähnliche Geschäfte. Man muß sich doch kein Kollateral kaufen, um damit an Geld zu kommen, denn das Geld hatte man ja schon vorher. Irgendwie beißt sich hier die Katze in den Schwanz. Ist wie gesagt mehr spekulativ, aber insgesamt halte ich es für unzulässig, aus einem Partialeffekt einen globalen Trend abzuleiten. Vermutlich wäre es angemessen, die Validität solcher Thesen anhand der Logik der Saldenmechanik zu überprüfen, ob danach noch etwas davon übrigbleibt - ich hätte da so meine Zweifel.

&quot;Es gibt aber keine irgendwie geartete Verschwörung und die FED ist an einer tatsächlichen Stabilisierung des Systems interessiert – allein sie hat keine funktionierenden Instrumente dafür in der Hand.&quot;

Das ist durchaus fraglich, denn wie oben angedeutet haben sich die Zentralbanken ihre Gestaltungsmacht aus der Hand nehmen lassen, indem sie zu einer wachsweichen &quot;Zinssteuerung&quot; übergegangen sind. Vielleicht ist es aber auch nur die Kapitulation angesichts der Tatsache, daß die Defizite der Staaten es ohnehin zu einer vergeblichen Übung machen auf das Volumen der Schuldverhältnisse Einfluß zu nehmen. Das liegt letztlich daran, daß keine Zentralbank dieser Welt dazu übergehen würde, die Anleihen des eigenen Staates nicht mehr als Kollateral für eine geldmarktpolitische Operation zu akzeptieren. Das hat zur Folge, daß es daraufhin ein ständig steigendes Volumen an &quot;Nettoliquidität&quot; gibt, welches von der Zentralbank auch nicht mehr neutralisiert werden kann (siehe unten die naive Vorstellung von Schacht, daß die MeFo-Wechsel ja auch irgendwann mal bezahlt werden sollten).
Es hat aber auch was mit der Zielrichtung zu tun, denn wenn das Ziel eine Geldmengensteuerung ist, hätte die Zentralbank durchaus wirksame Instrumente, ist es aber die Steuerung des Verschuldungsvolumens, steht sie von vornherein auf verlorenem Posten. Verschärft wird diese Geschichte noch dadurch, daß ja immer wieder behauptet wird, die Banken würden das Geld erzeugen, denn dann müßte eine Zentralbank ja auf die Kreditvergabe der Geschäftsbanken einwirken können. Um die Verwirrung komplett zu machen wuselt ja immer noch die Geschichte vom &quot;Geldschöpfungsmultiplikator&quot; herum, die ja bis heute die Rechtfertigung für QE abgibt, damit die Banken mehr Kredite vergeben.
Eine Zinssteuerungspolitik beruht dagegen auf einem Partialeffekt, nämlich der steigenden Rentabilität von Investitionen bei sinkenden Zinssätzen. Daß dieser Partialeffekt auf der Globalebene ebenso wirksam ist, ist überhaupt nicht gesagt, im Gegenteil lassen sich aus kreislauftheoretischen Gründen Argumente finden, die so ähnlich gelagert sind wie die These von Carl Föhl, daß es nicht möglich sei effektiv Gewinne zu besteuern - solange es nicht Typen wie den seinerzeitigen Finanzminister Julius gibt, die für den Neuaufbau der Bundeswehr tatsächlich in erheblicher Höhe Finanzmittel thesauriert hat. Man braucht nicht lange darüber nachzudenken um zu wissen, daß Föhl keine Chance hatte, seine These zu einer akzeptierten Lehre zu machen.


Sie sehen, &quot;below the obvious&quot; gibt es eine Menge Dinge, welche die Thesen von Herrn Schneider nicht wirklich überzeugend aussehen lassen. Um darüber eine Klärung herbeizuführen wäre es nötig zu wissen, auf welcher theoretischen Grundlage seine Ansichten formuliert worden sind. Denn sich alleine die &quot;Realität&quot; anzuschauen um daraus Schlüsse ziehen zu wollen kann schnell in einem Desaster enden.
Vermutlich werden wir an dieser Stelle aber nicht weiterkommen!]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Als Antwort auf <a href="https://think-beyondtheobvious.com/die-bto-highlights-vom-dezember-und-2021/#comment-225208">Renée Menéndez</a>.</p>
<p>@Stoertebekker</p>
<p>&#8220;&#8230;niedrige Zinsen sind nicht Ausdruck von zu viel Geld im Markt sondern von Kollateralknappheit.&#8221;</p>
<p>Das mit dem Kollateral ist doch immer die Geschichte die aufgetischt wird, wenn es darum geht, dem (Bar-)Geld noch irgendeine Forderungseigenschaft anzudichten. Nun gut, hier muß das Kollateral dafür herhalten, daß aus der Nachfrage für eine einzelne Anlageklasse ein globaler Zinseffekt abgeleitet wird. Selbst wenn man der Meinung ist, alles hänge mit allem zusammen heißt das noch nicht, daß der unbestreitbar vorhandene Effekt auf einem anderen Marktsegment auch fühlbar sein muß. Denn hier hat man es mit dem beschissenen Thema der Substitutionselastizitäten zu tun, d.h. letztlich der Frage, wie hoch der Effekt der Zinsänderung in einem Markt auf einen anderen wirkt. Zum einen sind derartige Effekte manchmal nicht eindeutig, zum anderen ignoriert man die Vielzahl der anderen Einflußfaktoren auf das Zinsniveau. Darüber hinaus ist auch noch unverständlich wozu diese Kollateral-Nachfrage dient wenn nicht zur Erzielung von Zinsgewinnen oder Provisionen aus dem &#8220;Verleih&#8221; von T-Bills oder ähnliche Geschäfte. Man muß sich doch kein Kollateral kaufen, um damit an Geld zu kommen, denn das Geld hatte man ja schon vorher. Irgendwie beißt sich hier die Katze in den Schwanz. Ist wie gesagt mehr spekulativ, aber insgesamt halte ich es für unzulässig, aus einem Partialeffekt einen globalen Trend abzuleiten. Vermutlich wäre es angemessen, die Validität solcher Thesen anhand der Logik der Saldenmechanik zu überprüfen, ob danach noch etwas davon übrigbleibt &#8211; ich hätte da so meine Zweifel.</p>
<p>&#8220;Es gibt aber keine irgendwie geartete Verschwörung und die FED ist an einer tatsächlichen Stabilisierung des Systems interessiert – allein sie hat keine funktionierenden Instrumente dafür in der Hand.&#8221;</p>
<p>Das ist durchaus fraglich, denn wie oben angedeutet haben sich die Zentralbanken ihre Gestaltungsmacht aus der Hand nehmen lassen, indem sie zu einer wachsweichen &#8220;Zinssteuerung&#8221; übergegangen sind. Vielleicht ist es aber auch nur die Kapitulation angesichts der Tatsache, daß die Defizite der Staaten es ohnehin zu einer vergeblichen Übung machen auf das Volumen der Schuldverhältnisse Einfluß zu nehmen. Das liegt letztlich daran, daß keine Zentralbank dieser Welt dazu übergehen würde, die Anleihen des eigenen Staates nicht mehr als Kollateral für eine geldmarktpolitische Operation zu akzeptieren. Das hat zur Folge, daß es daraufhin ein ständig steigendes Volumen an &#8220;Nettoliquidität&#8221; gibt, welches von der Zentralbank auch nicht mehr neutralisiert werden kann (siehe unten die naive Vorstellung von Schacht, daß die MeFo-Wechsel ja auch irgendwann mal bezahlt werden sollten).<br />
Es hat aber auch was mit der Zielrichtung zu tun, denn wenn das Ziel eine Geldmengensteuerung ist, hätte die Zentralbank durchaus wirksame Instrumente, ist es aber die Steuerung des Verschuldungsvolumens, steht sie von vornherein auf verlorenem Posten. Verschärft wird diese Geschichte noch dadurch, daß ja immer wieder behauptet wird, die Banken würden das Geld erzeugen, denn dann müßte eine Zentralbank ja auf die Kreditvergabe der Geschäftsbanken einwirken können. Um die Verwirrung komplett zu machen wuselt ja immer noch die Geschichte vom &#8220;Geldschöpfungsmultiplikator&#8221; herum, die ja bis heute die Rechtfertigung für QE abgibt, damit die Banken mehr Kredite vergeben.<br />
Eine Zinssteuerungspolitik beruht dagegen auf einem Partialeffekt, nämlich der steigenden Rentabilität von Investitionen bei sinkenden Zinssätzen. Daß dieser Partialeffekt auf der Globalebene ebenso wirksam ist, ist überhaupt nicht gesagt, im Gegenteil lassen sich aus kreislauftheoretischen Gründen Argumente finden, die so ähnlich gelagert sind wie die These von Carl Föhl, daß es nicht möglich sei effektiv Gewinne zu besteuern &#8211; solange es nicht Typen wie den seinerzeitigen Finanzminister Julius gibt, die für den Neuaufbau der Bundeswehr tatsächlich in erheblicher Höhe Finanzmittel thesauriert hat. Man braucht nicht lange darüber nachzudenken um zu wissen, daß Föhl keine Chance hatte, seine These zu einer akzeptierten Lehre zu machen.</p>
<p>Sie sehen, &#8220;below the obvious&#8221; gibt es eine Menge Dinge, welche die Thesen von Herrn Schneider nicht wirklich überzeugend aussehen lassen. Um darüber eine Klärung herbeizuführen wäre es nötig zu wissen, auf welcher theoretischen Grundlage seine Ansichten formuliert worden sind. Denn sich alleine die &#8220;Realität&#8221; anzuschauen um daraus Schlüsse ziehen zu wollen kann schnell in einem Desaster enden.<br />
Vermutlich werden wir an dieser Stelle aber nicht weiterkommen!</p>
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			</item>
		<item>
		<title>
		Von: Stoertebekker		</title>
		<link>https://think-beyondtheobvious.com/die-bto-highlights-vom-dezember-und-2021/#comment-225349</link>

		<dc:creator><![CDATA[Stoertebekker]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 20 Jan 2022 22:59:57 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">https://think-beyondtheobvious.com/?p=24223#comment-225349</guid>

					<description><![CDATA[@R Menéndez, 22:48 

Kann mangels tieferen Wissens keine intensivere Diskussion anbieten. Trotzdem drei Anmerkungen.

1.) Als Unternehmer habe ich gut 7- bis knapp 8-stellige Jahresumsätze gehabt. Und neben dem normalen innereuropäischen Zahlungen zB Steuerrückzahlungen Kanada&#038;Dänemark angestoßen oder auch Transfers nach und von China und den VAE veranlasst. 

All dies ist (bis auf das Trinkgeld für den Pizzadienst) ohne Zentralbankgeld (=Bargeld) abgewickelt worden. Was genau die Banken untereinander gemacht haben, weiß ich nicht. Das „Schmiermittel“ für die Bezahlung meiner Leistung bezeichne ich in meinem Wirtschaftsverständnis aber als Geld. 

Das mag rechtlich als Schuldverhältnis o.ä. definiert sein, in seiner Wirkung konnte ich dieses Tauschmittel wertaufbewahrend sowie räumlich und zeitlich völlig frei für andere Transaktionen verwenden (natürlich nur solange die entsprechenden Banken den Geschäftsbetrieb nicht eingestellt haben). Für mich als Wirtschaftssubjekt hat das Giralgeld unabhängig von seiner rechtlichen Ausgestaltung die FUNKTION des wertaufbewahrenden Tauschmittels erfüllt.

2.) J Snider geht sehr tief in die Details und liest die FOMC-Protokolle, er zitiert daraus, aber auch aus den Reden von Greenspan, Bernanke, Volcker etc. Aus diesen Details kommt er zum Schluss, dass die FED in den 60er Jahren bereits verstanden hat, dass sie die Geldmenge nicht mehr kontrollieren kann, weil das Verständnis für das, was unregulierte Banken untereinander als Geld bzw. an Geldes statt für die Geschäftsabwicklung nutzten, nicht mehr transparent war. Deshalb die schrittweise Veränderung der Steuerungsmechanismen von Geldmengenziel zu Inflationsziel etc. 

3.) Soweit ich das beurteilen kann, hat J Snider mit seinen Überlegungen begonnen, als es zur Diskrepanz zwischen angekündigter Wirkung von ZB-Maßnahmen und zu beobachtenden Effekten kam. QE hat begonnen, als die Zinsen bereits niedrig waren, QE hat damit zu keiner Zinssenkung (bzw. nur marginal) geführt. Japan hat seit 2003 trotz diverser QE-Läufe die Inflation nicht in Gang bekommen. 

Der USD wertet auf statt ab, obwohl die Unmengen an QE eigentlich zum Überangebot führen müssten. Usw. Und dann versucht er schrittweise, die beobachteten Phänomene mit Erklärungen zu versehen. Schritt für Schritt trifft er dabei auf neue Probleme und versucht wiederum Erklärungen zu finden. 

Dann schaut er in historische Daten, um diese Erklärungen zu validieren. Und erkennt dabei zB dass in Zeiten der großen Depression die Löhne/Gehälter nicht gefallen sind. Komplett counter-intuitive. Erklärungsversuch: potenzielle Arbeitnehmer haben sich vollkommen aus dem Arbeitsmarkt verabschiedet, weil es keine Arbeit gab. Die verbleibenden waren die, auf die man nicht verzichten konnte. Parallele zu heute? Gegeben.

So, ich kann und will ja nur Lust darauf machen, sich mit dem Podcast auseinanderzusetzen, wenn man Interesse hat. Hab mir das alles angetan und fand das für mich sehr erhellend. Gerade weil wir hier bei Beyond the Obvious sind. Mehr nicht.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>@R Menéndez, 22:48 </p>
<p>Kann mangels tieferen Wissens keine intensivere Diskussion anbieten. Trotzdem drei Anmerkungen.</p>
<p>1.) Als Unternehmer habe ich gut 7- bis knapp 8-stellige Jahresumsätze gehabt. Und neben dem normalen innereuropäischen Zahlungen zB Steuerrückzahlungen Kanada&amp;Dänemark angestoßen oder auch Transfers nach und von China und den VAE veranlasst. </p>
<p>All dies ist (bis auf das Trinkgeld für den Pizzadienst) ohne Zentralbankgeld (=Bargeld) abgewickelt worden. Was genau die Banken untereinander gemacht haben, weiß ich nicht. Das „Schmiermittel“ für die Bezahlung meiner Leistung bezeichne ich in meinem Wirtschaftsverständnis aber als Geld. </p>
<p>Das mag rechtlich als Schuldverhältnis o.ä. definiert sein, in seiner Wirkung konnte ich dieses Tauschmittel wertaufbewahrend sowie räumlich und zeitlich völlig frei für andere Transaktionen verwenden (natürlich nur solange die entsprechenden Banken den Geschäftsbetrieb nicht eingestellt haben). Für mich als Wirtschaftssubjekt hat das Giralgeld unabhängig von seiner rechtlichen Ausgestaltung die FUNKTION des wertaufbewahrenden Tauschmittels erfüllt.</p>
<p>2.) J Snider geht sehr tief in die Details und liest die FOMC-Protokolle, er zitiert daraus, aber auch aus den Reden von Greenspan, Bernanke, Volcker etc. Aus diesen Details kommt er zum Schluss, dass die FED in den 60er Jahren bereits verstanden hat, dass sie die Geldmenge nicht mehr kontrollieren kann, weil das Verständnis für das, was unregulierte Banken untereinander als Geld bzw. an Geldes statt für die Geschäftsabwicklung nutzten, nicht mehr transparent war. Deshalb die schrittweise Veränderung der Steuerungsmechanismen von Geldmengenziel zu Inflationsziel etc. </p>
<p>3.) Soweit ich das beurteilen kann, hat J Snider mit seinen Überlegungen begonnen, als es zur Diskrepanz zwischen angekündigter Wirkung von ZB-Maßnahmen und zu beobachtenden Effekten kam. QE hat begonnen, als die Zinsen bereits niedrig waren, QE hat damit zu keiner Zinssenkung (bzw. nur marginal) geführt. Japan hat seit 2003 trotz diverser QE-Läufe die Inflation nicht in Gang bekommen. </p>
<p>Der USD wertet auf statt ab, obwohl die Unmengen an QE eigentlich zum Überangebot führen müssten. Usw. Und dann versucht er schrittweise, die beobachteten Phänomene mit Erklärungen zu versehen. Schritt für Schritt trifft er dabei auf neue Probleme und versucht wiederum Erklärungen zu finden. </p>
<p>Dann schaut er in historische Daten, um diese Erklärungen zu validieren. Und erkennt dabei zB dass in Zeiten der großen Depression die Löhne/Gehälter nicht gefallen sind. Komplett counter-intuitive. Erklärungsversuch: potenzielle Arbeitnehmer haben sich vollkommen aus dem Arbeitsmarkt verabschiedet, weil es keine Arbeit gab. Die verbleibenden waren die, auf die man nicht verzichten konnte. Parallele zu heute? Gegeben.</p>
<p>So, ich kann und will ja nur Lust darauf machen, sich mit dem Podcast auseinanderzusetzen, wenn man Interesse hat. Hab mir das alles angetan und fand das für mich sehr erhellend. Gerade weil wir hier bei Beyond the Obvious sind. Mehr nicht.</p>
]]></content:encoded>
		
			</item>
		<item>
		<title>
		Von: Renée Menéndez		</title>
		<link>https://think-beyondtheobvious.com/die-bto-highlights-vom-dezember-und-2021/#comment-225339</link>

		<dc:creator><![CDATA[Renée Menéndez]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 20 Jan 2022 21:48:32 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">https://think-beyondtheobvious.com/?p=24223#comment-225339</guid>

					<description><![CDATA[Als Antwort auf &lt;a href=&quot;https://think-beyondtheobvious.com/die-bto-highlights-vom-dezember-und-2021/#comment-225208&quot;&gt;Renée Menéndez&lt;/a&gt;.

@Stoertebekker

Vielen Dank, daß Sie sich die Mühe gemacht haben, Ihre Eindrücke der Podcasts aufzuschreiben - wenn einem der Kopf schwirrt ist das umso schwieriger.

&quot;Es ist vollkommen unklar, was alles als Geld (im Sinne von lubricating the economy, nicht im legalen Sinne) fungiert.&quot;

Also für meine Begriffe ist nichts leichter als das. Denn das einzige Zahlungsmittel, welches sogar einen gesetzlichen Schutz genießt ist das Zentralbankgeld, die Geldbases, M0 - you name it. Dabei sind streng genommen auch die Reserven kein Zahlungsmittel, weil ein Schuldverhältnis (den Reserven = Verbindlichkeiten der Zentralbank stehen unweigerlich Forderungen der Banken gegenüber) als Verpflichtung zwischen den beteiligten Geschäftspartnern definiert sind. Da es aufgrund der speziellen Konstruktion der Zentralbanken kein Liquiditätsrisiko gibt, ist es legitim die Zentralbankgeldmenge als das einzige Zahlungsmittel zu betrachten. Alles andere ist kein Zahlungsmittel mehr, auch wenn man beispielsweise Wertpapiere tauschen kann - wobei sich deren Bewertung anhand der zu erwartenden Zahlungsströme die mit ihnen verbunden sind richtet. Das bezieht sich auf den Gummibegriff &quot;lubricating the economy&quot;. Denn wie ich in meinem letzten Gastbeitrag ausgeführt habe, sind Wechsel ja auch als Schmiermittel des Geschäftsverkehrs geeignet, ohne daß sie deswegen schon zu den Zahlungsmitteln gehören würden. Diesen analytischen Kleinkram durchzukauen ist ein vergleichsweise undankbares Geschäft, hat aber den Vorteil, daß sich der Nebel, der durch das &quot;Schmiermittelkriterium&quot; versprüht wird, unmittelbar verzieht. Denn stellt man auf dieses &quot;Kriterium&quot; ab ist es selbstverständlich überhaupt nicht mehr klar, was als Geld angesehen werden kann und was nicht. Das liegt aber nicht daran, daß dieses Rätsel keine Lösung hätte, sondern liegt daran, daß das Kriterium nicht analytisch, sondern phänomenologisch orientiert ist. Daß man dabei auch schnell mal einer optischen Täuschung erliegt sieht man sehr schön daran, daß der Glaube daran, daß Giralgeld ein Zahlungsmittel sei, immer wieder fröhliche Urständ feiert. Daß (ehemalige) Kaupthing-Kunden aus leidvollen Erfahrungen heraus das anders - und damit korrekt - sehen, sieht man ja nicht.

&quot;Zentralbanken haben seit ca. 50 Jahren nichts mehr mit money supply zu tun.&quot;

Ich würde da mal komplett dagegenhalten, denn erst mit der Aufhebung des (offiziellen) Goldstandards haben die Zentralbanken das Recht bekommen, das ultimative Zahlungsmittel zu erschaffen. Die Banknoten der Vor-FIAT Ära waren ja letztlich Forderungspapiere, die auf einen Zahlungsmittelstandard lauteten, der durch die Zentralbanken nicht selbst geschaffen werden konnten. Denn die Sache mit der Transmutation &quot;niederer&quot; Metalle zu Gold war den Alchemisten als Erfolg nicht vergönnt. Daher mußten die Zentralbanken immer zusehen, wie sie zumindest den Glauben an eine ausreichende Goldreserve (hier ist der Ausdruck &quot;Reserve&quot; korrekt) aufrechterhalten konnten. Daß Gold und andere Metalle sich als Wertanker etablieren konnten liegt ja nicht unwesentlich daran, daß im asiatischen Fernhandel die europäischen Waren nur schlecht verkäuflich waren, so daß zum Erwerb von Tee, Seide, Porzellan und Gewürzen eben Gold mitgebracht werden mußte. Es kam wie es kommen mußte: das Defizit in der Zahlungsbilanz führte zu einer (fast) permanenten Knappheit von Gold, womit sich dieses Metall zum erst Wertmaß und dann zum Zahlungsmittelstandard entwickelte. Bretton Woods war letztlich die Installation des US-Dollar als gleichbedeutend mit Gold, womit sich alle Welt gezwungen sah US-Dollars zu erwirtschaften. Die Kalkulation dahinter war ja schließlich, daß die USA als einziger großer Anbieter damals einen strukturellen Leistungsbilanzüberschuß realisierten, der nach den damaligen Regeln einen Goldzustrom in die USA generiert hat. Deswegen hatte auch der Keynes/Bancor-Plan keine Chance. Daß sich die Lage drehte und die Leistungsbilanzdefizite immer größer wurden führte dann zu dem backlash, daß Länder wie Frankreich darauf bestanden, daß die USA ihr Versprechen der Dollarstabilität auch tatkräftig verwirklichen und Gold rausrücken. Seit der &quot;temporären Suspendierung&quot; der Goldkonvertibilität mußten die Zentralbanken von eben auf jetzt die Verantwortung für ihre Geldemission selbst übernehmen, wurden im Gegenzug auch davon befreit, ihre vormalig emittierten Forderungspapiere in Aktiva einzulösen - das was vorher schon so praktiziert wurde, wurde auf einmal zum Fakt. 
Warum sich inzwischen ganze Heerschafen von Mehr-oder-weniger-Spezialisten daranmachen zu propagieren, daß ja die Banken das Geld im Sinne von Zahlungsmitteln &quot;schöpfen&quot; würden, kann man nur spekulieren. Am ehesten wahrscheinlich ist, daß es sich um eine emotionale Prädisposition handelt, die durch Weltspartag, Sparbuch und Sparschwein schlachten hervorgerufen wird. Wer will sich schon freiwillig darüber klarwerden, daß das &quot;Geld auf dem Konto&quot; nicht auf dem Konto (das ist auch die falsche Bilanzseite) liegt, sondern im Eigentum und Verfügungsbereich der Bank ist? Daß das mit der Kreditschöpfung meist aber nicht immer gutgeht liegt doch eher daran, daß seit der Aufgabe der Geldmengenbeschränkung durch das Mengentenderverfahren den Banken von den Zentralbanken ein unbeschränkter Zugriff auf Liquidität gewährt wird - daß Zentralbanken in diesem Regime nur noch Erfüllungsgehilfen der Banken sind ist ja dann auch kein Wunder. Das könnte man im Grunde genommen als Arbeitsverweigerung der Zentralbanken interpretieren, die Ableitung dieser These steht auf einem (sehr viel größeren) anderen Blatt.

&quot;Banken außerhalb der Reichweite der FED können USD schaffen, ohne dass dies irgendwo „registriert“ wird.&quot;

Ich würde mal ganz stark vermuten, daß Sie keine valide Begründung für diese These im gesamten Podcast finden werden - weil es die nicht gibt. Ein paar schwammige Andeutungen vielleicht, aber das wars dann auch schon. Was Banken und andere Finanzinstitute machen können ist Schuldverhältnisse eingehen und diese nach Lust und Laune auszugestalten. Kredite, Swaps oder Repos sind alles nur Varianten von Schuldverhältnissen, die durch ein genau definiertes Schuldentilgungsmittel gekennzeichnet sind. Dabei muß es sich nicht unbedingt um US-Dollar Liquidität handeln - es kommen auch Wertpapiere der verschiedensten Arten in Frage - d.h. es geht da wahrscheinlich zu wie auf einem orientalischen Basar: &quot;Gib Du mir Gewürze, ich geb Dir Kaffekännchen.&quot; Jetzt kann man sich aussuchen, was das &quot;Schmiermittel&quot; ist, das Kännchen oder die Gewürze. Kommt es dann zum settlement zwischen Optionen und T-Bills gibt es dann doch kein Vertun mehr: da sind dann US-Dollar gefragt und zwar nicht als Versprechen, sondern entweder cash oder als Zuwachs an Dispositionsrechten bei dem vom Gläubiger bestimmten Zahlungsdienstleister. Und der dürfte dann doch wieder an das FED-Konstrukt angekoppelt sein. Meine These von Zentralbankgeld als Saldenausgleichstandard wird auch durch den Eurodollarmarkt gestützt. Vielleicht schauen Sie sich mal die entsprechenden Passagen im Podcast nochmal an, es würde mich wundern, sollte es zu einem anderen settlement-Verfahren gekommen sein. Daß man nicht weiß, welches Volumen dieser Wust von Kreditverflechtungen, Optionsgeschäften und Leverage-Konstrukten aufweist muß man aber dennoch nicht dahingehend interpretieren, es sei unbekannt, wie viel Zentralbankgeld im Umlauf sei. Wie viele Schulden-Forderungspaare damit eingegangen worden sind ist eine völlig andere Frage und hat mit der Frage nach Zentralbankgeld nur mittelbar was zu tun.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Als Antwort auf <a href="https://think-beyondtheobvious.com/die-bto-highlights-vom-dezember-und-2021/#comment-225208">Renée Menéndez</a>.</p>
<p>@Stoertebekker</p>
<p>Vielen Dank, daß Sie sich die Mühe gemacht haben, Ihre Eindrücke der Podcasts aufzuschreiben &#8211; wenn einem der Kopf schwirrt ist das umso schwieriger.</p>
<p>&#8220;Es ist vollkommen unklar, was alles als Geld (im Sinne von lubricating the economy, nicht im legalen Sinne) fungiert.&#8221;</p>
<p>Also für meine Begriffe ist nichts leichter als das. Denn das einzige Zahlungsmittel, welches sogar einen gesetzlichen Schutz genießt ist das Zentralbankgeld, die Geldbases, M0 &#8211; you name it. Dabei sind streng genommen auch die Reserven kein Zahlungsmittel, weil ein Schuldverhältnis (den Reserven = Verbindlichkeiten der Zentralbank stehen unweigerlich Forderungen der Banken gegenüber) als Verpflichtung zwischen den beteiligten Geschäftspartnern definiert sind. Da es aufgrund der speziellen Konstruktion der Zentralbanken kein Liquiditätsrisiko gibt, ist es legitim die Zentralbankgeldmenge als das einzige Zahlungsmittel zu betrachten. Alles andere ist kein Zahlungsmittel mehr, auch wenn man beispielsweise Wertpapiere tauschen kann &#8211; wobei sich deren Bewertung anhand der zu erwartenden Zahlungsströme die mit ihnen verbunden sind richtet. Das bezieht sich auf den Gummibegriff &#8220;lubricating the economy&#8221;. Denn wie ich in meinem letzten Gastbeitrag ausgeführt habe, sind Wechsel ja auch als Schmiermittel des Geschäftsverkehrs geeignet, ohne daß sie deswegen schon zu den Zahlungsmitteln gehören würden. Diesen analytischen Kleinkram durchzukauen ist ein vergleichsweise undankbares Geschäft, hat aber den Vorteil, daß sich der Nebel, der durch das &#8220;Schmiermittelkriterium&#8221; versprüht wird, unmittelbar verzieht. Denn stellt man auf dieses &#8220;Kriterium&#8221; ab ist es selbstverständlich überhaupt nicht mehr klar, was als Geld angesehen werden kann und was nicht. Das liegt aber nicht daran, daß dieses Rätsel keine Lösung hätte, sondern liegt daran, daß das Kriterium nicht analytisch, sondern phänomenologisch orientiert ist. Daß man dabei auch schnell mal einer optischen Täuschung erliegt sieht man sehr schön daran, daß der Glaube daran, daß Giralgeld ein Zahlungsmittel sei, immer wieder fröhliche Urständ feiert. Daß (ehemalige) Kaupthing-Kunden aus leidvollen Erfahrungen heraus das anders &#8211; und damit korrekt &#8211; sehen, sieht man ja nicht.</p>
<p>&#8220;Zentralbanken haben seit ca. 50 Jahren nichts mehr mit money supply zu tun.&#8221;</p>
<p>Ich würde da mal komplett dagegenhalten, denn erst mit der Aufhebung des (offiziellen) Goldstandards haben die Zentralbanken das Recht bekommen, das ultimative Zahlungsmittel zu erschaffen. Die Banknoten der Vor-FIAT Ära waren ja letztlich Forderungspapiere, die auf einen Zahlungsmittelstandard lauteten, der durch die Zentralbanken nicht selbst geschaffen werden konnten. Denn die Sache mit der Transmutation &#8220;niederer&#8221; Metalle zu Gold war den Alchemisten als Erfolg nicht vergönnt. Daher mußten die Zentralbanken immer zusehen, wie sie zumindest den Glauben an eine ausreichende Goldreserve (hier ist der Ausdruck &#8220;Reserve&#8221; korrekt) aufrechterhalten konnten. Daß Gold und andere Metalle sich als Wertanker etablieren konnten liegt ja nicht unwesentlich daran, daß im asiatischen Fernhandel die europäischen Waren nur schlecht verkäuflich waren, so daß zum Erwerb von Tee, Seide, Porzellan und Gewürzen eben Gold mitgebracht werden mußte. Es kam wie es kommen mußte: das Defizit in der Zahlungsbilanz führte zu einer (fast) permanenten Knappheit von Gold, womit sich dieses Metall zum erst Wertmaß und dann zum Zahlungsmittelstandard entwickelte. Bretton Woods war letztlich die Installation des US-Dollar als gleichbedeutend mit Gold, womit sich alle Welt gezwungen sah US-Dollars zu erwirtschaften. Die Kalkulation dahinter war ja schließlich, daß die USA als einziger großer Anbieter damals einen strukturellen Leistungsbilanzüberschuß realisierten, der nach den damaligen Regeln einen Goldzustrom in die USA generiert hat. Deswegen hatte auch der Keynes/Bancor-Plan keine Chance. Daß sich die Lage drehte und die Leistungsbilanzdefizite immer größer wurden führte dann zu dem backlash, daß Länder wie Frankreich darauf bestanden, daß die USA ihr Versprechen der Dollarstabilität auch tatkräftig verwirklichen und Gold rausrücken. Seit der &#8220;temporären Suspendierung&#8221; der Goldkonvertibilität mußten die Zentralbanken von eben auf jetzt die Verantwortung für ihre Geldemission selbst übernehmen, wurden im Gegenzug auch davon befreit, ihre vormalig emittierten Forderungspapiere in Aktiva einzulösen &#8211; das was vorher schon so praktiziert wurde, wurde auf einmal zum Fakt.<br />
Warum sich inzwischen ganze Heerschafen von Mehr-oder-weniger-Spezialisten daranmachen zu propagieren, daß ja die Banken das Geld im Sinne von Zahlungsmitteln &#8220;schöpfen&#8221; würden, kann man nur spekulieren. Am ehesten wahrscheinlich ist, daß es sich um eine emotionale Prädisposition handelt, die durch Weltspartag, Sparbuch und Sparschwein schlachten hervorgerufen wird. Wer will sich schon freiwillig darüber klarwerden, daß das &#8220;Geld auf dem Konto&#8221; nicht auf dem Konto (das ist auch die falsche Bilanzseite) liegt, sondern im Eigentum und Verfügungsbereich der Bank ist? Daß das mit der Kreditschöpfung meist aber nicht immer gutgeht liegt doch eher daran, daß seit der Aufgabe der Geldmengenbeschränkung durch das Mengentenderverfahren den Banken von den Zentralbanken ein unbeschränkter Zugriff auf Liquidität gewährt wird &#8211; daß Zentralbanken in diesem Regime nur noch Erfüllungsgehilfen der Banken sind ist ja dann auch kein Wunder. Das könnte man im Grunde genommen als Arbeitsverweigerung der Zentralbanken interpretieren, die Ableitung dieser These steht auf einem (sehr viel größeren) anderen Blatt.</p>
<p>&#8220;Banken außerhalb der Reichweite der FED können USD schaffen, ohne dass dies irgendwo „registriert“ wird.&#8221;</p>
<p>Ich würde mal ganz stark vermuten, daß Sie keine valide Begründung für diese These im gesamten Podcast finden werden &#8211; weil es die nicht gibt. Ein paar schwammige Andeutungen vielleicht, aber das wars dann auch schon. Was Banken und andere Finanzinstitute machen können ist Schuldverhältnisse eingehen und diese nach Lust und Laune auszugestalten. Kredite, Swaps oder Repos sind alles nur Varianten von Schuldverhältnissen, die durch ein genau definiertes Schuldentilgungsmittel gekennzeichnet sind. Dabei muß es sich nicht unbedingt um US-Dollar Liquidität handeln &#8211; es kommen auch Wertpapiere der verschiedensten Arten in Frage &#8211; d.h. es geht da wahrscheinlich zu wie auf einem orientalischen Basar: &#8220;Gib Du mir Gewürze, ich geb Dir Kaffekännchen.&#8221; Jetzt kann man sich aussuchen, was das &#8220;Schmiermittel&#8221; ist, das Kännchen oder die Gewürze. Kommt es dann zum settlement zwischen Optionen und T-Bills gibt es dann doch kein Vertun mehr: da sind dann US-Dollar gefragt und zwar nicht als Versprechen, sondern entweder cash oder als Zuwachs an Dispositionsrechten bei dem vom Gläubiger bestimmten Zahlungsdienstleister. Und der dürfte dann doch wieder an das FED-Konstrukt angekoppelt sein. Meine These von Zentralbankgeld als Saldenausgleichstandard wird auch durch den Eurodollarmarkt gestützt. Vielleicht schauen Sie sich mal die entsprechenden Passagen im Podcast nochmal an, es würde mich wundern, sollte es zu einem anderen settlement-Verfahren gekommen sein. Daß man nicht weiß, welches Volumen dieser Wust von Kreditverflechtungen, Optionsgeschäften und Leverage-Konstrukten aufweist muß man aber dennoch nicht dahingehend interpretieren, es sei unbekannt, wie viel Zentralbankgeld im Umlauf sei. Wie viele Schulden-Forderungspaare damit eingegangen worden sind ist eine völlig andere Frage und hat mit der Frage nach Zentralbankgeld nur mittelbar was zu tun.</p>
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		<item>
		<title>
		Von: Stoertebekker		</title>
		<link>https://think-beyondtheobvious.com/die-bto-highlights-vom-dezember-und-2021/#comment-225333</link>

		<dc:creator><![CDATA[Stoertebekker]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 20 Jan 2022 20:21:50 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">https://think-beyondtheobvious.com/?p=24223#comment-225333</guid>

					<description><![CDATA[Als Antwort auf &lt;a href=&quot;https://think-beyondtheobvious.com/die-bto-highlights-vom-dezember-und-2021/#comment-225208&quot;&gt;Renée Menéndez&lt;/a&gt;.

@D Tischer, @Joerg

Ich bin nicht J Snider, daher sind das alles nur Interpretationsversuche. Das Spannende ist aber, dass die Sniderschen Erklärungen die Realität beschreiben, während das beim Mainstream nicht der Fall ist (zB QE sollte die Inflation ankurbeln - in Japan seit knapp 20 Jahren vergeblich; der USD wertet aufgrund der massiven Gelddruckerei ab usw.)

Mein Verständnis der aktuellen Zinsentwicklung ist, dass die FED das QE-Programm wegen erkannter Wirkungslosigkeit beendet (hat). Damit wird Kollateral nicht weiter dem Repo-Markt entzogen und es kommt zu Entspannungen durch mehr Angebot.

Ob ALLE Zinsen in einer Volkswirtschaft an die Zinsen für die liquidesten Papiere gekoppelt sind, überblicke ich nicht. Könnte mir schon vorstellen, dass in einzelnen Teilen einer Volkswirtschaft der Preis für Geld (aufgrund anderer Arten von Kollateral [zB Immobilien, Forderungen aus Geschäftstätigkeit, …]) davon abweicht.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Als Antwort auf <a href="https://think-beyondtheobvious.com/die-bto-highlights-vom-dezember-und-2021/#comment-225208">Renée Menéndez</a>.</p>
<p>@D Tischer, @Joerg</p>
<p>Ich bin nicht J Snider, daher sind das alles nur Interpretationsversuche. Das Spannende ist aber, dass die Sniderschen Erklärungen die Realität beschreiben, während das beim Mainstream nicht der Fall ist (zB QE sollte die Inflation ankurbeln &#8211; in Japan seit knapp 20 Jahren vergeblich; der USD wertet aufgrund der massiven Gelddruckerei ab usw.)</p>
<p>Mein Verständnis der aktuellen Zinsentwicklung ist, dass die FED das QE-Programm wegen erkannter Wirkungslosigkeit beendet (hat). Damit wird Kollateral nicht weiter dem Repo-Markt entzogen und es kommt zu Entspannungen durch mehr Angebot.</p>
<p>Ob ALLE Zinsen in einer Volkswirtschaft an die Zinsen für die liquidesten Papiere gekoppelt sind, überblicke ich nicht. Könnte mir schon vorstellen, dass in einzelnen Teilen einer Volkswirtschaft der Preis für Geld (aufgrund anderer Arten von Kollateral [zB Immobilien, Forderungen aus Geschäftstätigkeit, …]) davon abweicht.</p>
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