Zu den ökologischen Folgen des digitalen Booms

Heute ist wieder „Friday For Future“-Tag. Meine Meinung ist bekannt:

→ „Fridays For Future“: Demonstriert, aber bitte für Eure Zukunft!

Es wird Zeit, dass wir anders über das Thema Klimaschutz nachdenken. Gerade hier in Deutschland. Bei uns dominiert immer noch die Haltung, mit viel Geld und Verboten die Entstehung von Klimagasen wie CO2 zu verhindern. Effizienter wäre eine CO2-Steuer. Hinzu kommt, dass bestimmte „Prestige-Themen“ genommen werden wie Kohle und Auto, um damit Symbolpolitik zu betreiben. Sicherlich wäre es besser, über Anreize zu arbeiten und in Technologien zu investieren, die CO2 nutzen. Das wäre ökonomisch.

Denn, wenn man genauer hinblickt, sieht man, dass wir auch ein Problem in der Landwirtschaft haben. Deshalb ist es richtig, eine Begrenzung des Bevölkerungswachstums anzustreben. Genauso falsch ist es natürlich, auf ein Aussterben in den Industrieländern zu setzen, während vor unserer Haustür die Bevölkerung explodiert. Aber das ist ein anderes Thema.

Heute schaue ich auf die ökologischen Folgen des digitalen Booms. Bekanntlich ist schon das „Mining“ von digitalen Währungen Wahnsinn, doch damit nicht genug, wie die FINANCIAL TIMES (FT) beschreibt:

  • „Last time we checked in on the issue of digital carbon emissions (2014), the information and communications technology (ICT) sector was using 50 per cent more energy than global aviation. A new report by the carbon emission think-tank The Shift P roject out this week highlights that not much has changed since. ICT still contributes to about 4 per cent of global greenhouse gas emissions, which is still twice that of civil aviation. What is worse, its contribution is growing more quickly than that of civil aviation.“ – bto: Die Grünen haben vorgeschlagen, dass jeder nur noch dreimal im Jahr fliegen darf (hin/zurück) und wir uns dann die Flugrechte gegenseitig abkaufen (was zumindest etwas marktwirtschaftliche Aspekte hat!).

Konsequenterweise sollten sie dann auch die Zeit am Laptop/Handy/TV beschränken. Oder gleich Strom rationieren. Wobei, das kommt ohnehin, sobald bei uns das Stromnetz kollabiert.

  • „Much of the carbon intensity associated with the ICT sector isn’t even from consumer use (although data centres are bad) but rather from the production of digital devices. Here’s how the report breaks it down:“ – bto: ein neues Handy erst nach frühestens fünf Jahren. So gesehen ist es auch richtig, dass wir kein 5G machen!

Quelle: FT

  • Recharging frequency of our smartphones remains more or less constant despite the fact battery power has increased by 50 per cent in five years.“ – bto: weil wir mehr damit rumspielen.
  • Obsolescence issues are a key driver of production excess, as successive versions of operating systems are compatible with older generation of terminals only at the cost of degraded performance, or a significant reduction in the useful capacity of the battery.“ – bto: was aber daran liegt, dass wir auch immer mehr erwarten.
  • „The explosion of data traffic — especially video traffic from on demand streaming and cloud gaming — is occurring at a rate that surpasses energy efficiency gains in equipment, networks and data centres. These traffic forecasts are also regularly revised upwards:“ – bto: Ist klar. Wir haben keine DVD mehr, wir streamen etc.

Quelle: FT

  • „Most of the growth in the data flows is attributable to the consumption of services provided by Google, Apple, Facebook, Amazon and Chinese counterparts like Baidu, Alibaba, Tencent, Xiaomi. In some cases it can represent 80 per cent of the traffic carried on the networks of certain operators.“ – bto: Dahinter steht aber das Endnutzerverhalten.
  • „The traffic growth is so strong it raises the question as to the capacity available to ensure sufficient industrial production in terms of storage equipment by 2020.“ – bto: Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen!
  • „(…) the current trend for digital overconsumption in the world is not sustainable with respect to the supply of energy and materials it requires (…) Another critical point is that the energy intensity of the digital industry in the world is only increasing (4 per cent per year), contrary to conventional industrial growth, which is becoming less energy intensive by 1.8 per cent a year.“ – bto: Wir fragen mehr nach und es erfordert überproportional mehr Energie. Wow.
  • „(…) consuming one euro of digital technology in 2018 induces direct and indirect energy consumption 37% higher than what it was in 2010. This trend is the exact opposite of what is generally attributed to digital technology and runs counter to the objectives of energy and climatic decoupling set by the Paris Agreement.“ – bto: Ich finde, das ist ein Thema für unsere Politiker!
  • „(…) the most glaring statistic inadvertently revealed — in support of Robert Gordon’s and Robert Solow’s innovation theories — is the degree to which increasing digital expense is not contributing to global growth: Observation of the evolution of world GDP compared to that of digital expenses shows a significant difference in growth in favour of digital technologies. It has risen from 1.5 per cent in 2013 to 3 per cent since 2016 in the OECD zone, which coincides with the deployment of digital transition in these countries. However, whereas the growth of digital technologies has speeded up, the rate of economic growth has stagnated.“ bto: Also, wir konsumieren mehr und mehr, was immer energieintensiver wird und es bringt nichts für das Wirtschaftswachstum!

Quelle: FT

  • „The authors advocate a meaningful move towards digital sobriety. Notably, ‘returning to the individual and collective capacity to question the social and economic usefulness of our behaviours linked to purchasing and consuming digital objects and services, and to adapting them accordingly in order to avoid immoderation’.“ – bto: Ja, liebe Leser, da muss ich Sie nun also bitten, weniger im Internet zu surfen und nicht so viel auf meiner Seite zu lesen …
  • „Practically that means: limiting the renewal of terminals, purchasing the least powerful devices possible (be proud of your Nokia 3310!), changing phones as rarely as possible, avoiding multiplication of digital copies and segmenting our video uses to essential actions. Oh, and not mining cryptocurrencies, which weren’t mentioned in the report.“ – bto: klar, die Energiefresser schlechthin.

Fazit: Es wird Zeit, dass wir andere Strategien zum Klimaschutz angehen. Die Idee der Selbstkasteiung führt nur zu einem Verlust an internationaler Wettbewerbsfähigkeit und Wohlstand. Darüber nachzudenken lohnt!

→ ft.com (Anmeldung erforderlich): „Just because it’s digital doesn’t mean it’s green“, 6. März 2019

48 Kommentare
  1. Avatar
    Heinz sagte:

    @alexander
    [Zitat]Ich bitte alle sich zu fragen in wie weit Sie diese Diskussion – aus dem einen Grund – ernst nehmen, weil Sie keine Vorstellung haben, wieviel Energie eine entwickelte Gesellschaft verbrät um überhaupt ihre Kapazitäten auszulasten, d.h. (faule) Altschulden bedienen zu können.[/Zitat]

    The averagehunter-gathererhasasociometabolismof 300 W, roughly three times their physiological metabolism. This includes direct extraction of food, and also use of materials for fuel. The pre-industrial agrarian human (18th-century agrarian Austria) has a sociometabolism of 2000 W, almost all derived from the colonization of the biosphere through agriculture. This is equivalent to the physiological metabolism of a 2.5-tonne rhino. A modern industrial human has a sociometabolism of 8000 W (or 12,000WifaNorthAmerican).Thisisequivalenttothephysiologicalmetabolism of a 10-tonne mammal (or a 15-tonne mammal in North America)..
    Aus:
    http://www.yadvindermalhi.org/uploads/1/8/7/6/18767612/malhi_2014_metabolism_of_a_human_dominated_planet.pdf

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    troodon sagte:

    @ Alexander
    Nur kurz zur Gymnasiallehrerin Brunschweiger:
    Es gab schon reichlich negative Kommentare dazu. Einen großen Aufschrei bedurfte es m.E. gar nicht, denn das würde der Frau nur noch mehr Aufmerksamkeit bringen. Die ist jetzt schon zu groß…

    Schlimm empfand ich hingegen zu erleben, wie in einem sozialen Netzwerk die „Nazi“ Keule rausgeholt wurde, wenn jemand eine abweichende Meinung zu Brunschweiger hatte, wo denn auf der Welt über das Thema Überbevölkerung stärker nachgedacht werden sollte als in D .

    Ein Mitarbeiter eines deutschen DAX Unternehmens, der es wagte sich generell negativ zu Brunschweiger zu äußern wurde als „Nazi“ verunglimpft. Das führte zwar dazu, dass das Konto derjenigen, die die Keule rausholte gelöscht wurde, aber der andere hat sein Konto auch gelöscht, denn man möchte seinen Klarnamen nicht in Verbindung mit einem „Nazi“ Vorwurf sehen, auch wenn er noch so unbegründet ist. Aber so funktioniert das offensichtlich, um abweichende Meinung zu diskreditieren und zum Schweigen zu bringen… Auch wenn es sich nur um einen Einzelfall handelt, definitiv keine gute Entwicklung.

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      Alexander sagte:

      @ troodon

      Die Bundesrepublik Deutschland bestand bis vor kurzem auf der Pflicht aller Eltern ihre Kinder bedingungslos zum Schulunterricht zu schicken. Durch Anstellung von Figuren wie Frau Brunschweiger verletzt der Staat seine Fürsorgepflicht gegen Minderjährige, weil dieses Gedankengut mit Erziehungsverantwortung nicht vereinbar ist.

      Frau Brunschweiger verkörpert die Spitze eines Misthaufens, der auch im konservativen Bundesland Bayern ausgebreitet wurde. Selbstverständlich ist Frau Brunschweiger das Opfer einer Agenda, die ihr als Studentin den letzten Schliff verlieh ..

      Geisteswissenschaften sind toxisch und was sich als Postmodernismus tarnt, erklärt der Psychologe und Person non-grata Prof. Jordan Peterson hier vortrefflich: https://youtu.be/9yixkMq_3yo

      Wenn Frau Brunschweiger (Jahrgang 1980) bereits Opfer ist und die friday for future Kinder das Ende der Fahnenstange – dann haben wir ein Problem.

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      Richard Ott sagte:

      Ach, die Nazi-Keule nutzt sich immer mehr ab, je öfter sie gebraucht wird.

      Ich fand es wirklich schockierend, als ich 2015 zum ersten Mal von Leuten, die ich früher für normal hielt oder die sogar meine Freunde waren, als „Nazi“ beschimpft wurde. Mittlerweile zucke ich nur noch mit den Schultern oder fange an zu lachen. „Du Nazi“ ist bloß noch eine leicht modernisierte Variante von „du Idiot“, wenn Sie einen Vertreter des linken juste millieu schön getriggert haben.

      Ich finde es gefährlich, wie beliebig der Gebrauch der Nazi-Bezeichnung mittlerweile geworden ist, aber das ist nicht meine Schuld.

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    Alexander sagte:

    @ Dietmar Tischer

    Sie verstehen mich fast ganz richtig.

    Ich will hier niemandes Besorgnis verunglimpfen, aber schon das Wort Besorgt-Bürger haben die politischen Deutungsführer negativ besetzt.

    Bevor Menschen an mutmasslichen Folgen von mutmasslich menschlich verursachter Klimaerwärmung aufgrund mitmasslich C O ², zugrunde gehen, darf ich keine Sorge haben, dass meine Heimat aufgrund illegal inszenierter Massenmigration in einen blutigen Bürgerkrieg fällt?
    Dabei definiere ich Bürgerkrieg als Ereignis, wo Menschen aufgrund ihrer Religion, Rasse, Geschlecht oder politischen Einstellung getötet werden….das geschieht seit 2015. ist Fakt.

    Dieselben Leute, welche sich meine Besorgnis dringend verbeten, zerstören unser alle wirtschaftliches Auskommen mit CO² Thesen, die absolut nur in der BRD so fanatisch verfolgt werden. Anton Hofreiter zum friday for future: https://youtu.be/XHkHGZoLroI

    Mein Hinweis auf die Relation von Energieverbräuchen und der Gefahr durch Geldpolitik und staatliche Eingriffe Strukturen am Leben zu halten, die nicht nur viel vom falschen produzieren – sondern auch die Umwelt zerstören (tatsächlich) war ernst gemeint.

    Wollte man darüber hinaus etwas gegen CO² unternehmen, ist die Landwirtschaft ebenso gefragt, wie die Forstwirtschaft, aber kein Geldhandel mit CO² Zertifikaten. Wer profitiert von dem Schmoo

    Ich darf daran erinnern, dass Teile der Menschheit schon vor Jahren ertrunken sein sollten, aber die Höhe der Meeresspiegel das einfach nicht bestätigen will….von 2007: https://www.achgut.com/artikel/gunnar_heinson_meeresspiegelhoehe_und_weltbevoelkerung/

    Was mir bleibt ist der Geschmack, dass an allem wie uns Politik ihre Entscheidungen schmackhaft machen will, etwas faules ist. Man finanziert Forschung, nicht erst seit dem Waldsterben, aber nicht objektiv sondern zieldienend einer Agenda nach. Die tolldreisten Lügen werden immer greifbarer, aber die Furcht etwas falsch zu machen, lässt die demokratische Mehrheit zögern.

    Niall Fergusson hat der NZZ dazu ein vielsagendes Interview gegeben.
    https://www.nzz.ch/feuilleton/niall-ferguson-als-rechter-bist-du-ein-potenzieller-nazi-sozialisten-und-kommunisten-hingegen-sind-moralisch-einwandfreie-sozialdemokraten-ld.1467954

    Als letzte Woche eine Lehrerin aus Regensburg und ihr Buch beworben wurden, dass Babys eine Umweltsünde seinen, wegen CO² ist mir klar geworden, das Ziel dieser Politik ist das Ende dieser Republik. Aufschrei gab es von keiner Seite, auch nicht von Müttern….

    Wenn das so ist, will ich alles noch ein wenig genießen..Schuldgefühle habe ich keine ;o)…so werdet ihr @alle nämlich gefangen:

    Es sitzt ein Vogel auf dem Leim,
    er flattert sehr und kann nicht heim.
    Ein schwarzer Kater schleicht herzu,
    die Krallen scharf, die Augen gluh.
    Am Baum hinauf und immer höher
    kommt er dem armen Vogel näher.

    Der Vogel denkt: Weil daß so ist
    und weil mich doch der Kater frißt,
    so will ich keine Zeit verlieren,
    will noch ein wenig quinquillieren
    und lustig pfeifen wie zuvor.
    Der Vogel, scheint mir, hat Humor.
    (Wilhem Busch)

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    Dietmar Tischer sagte:

    @ Alexander

    Ihre Position ist schlüssig, wie mit folgender Analogie veranschaulicht:

    Die Titanic fährt auf den Eisberg zu, kann nicht hinreichend umsteuern, um ihm auszuweichen und zu stoppen ist sie auch nicht. Sie kann auch nicht während der Fahrt umgebaut werden, um als anderes Schiff am Eisberg vorbeizukommen.

    Den Eisberg kann man nicht wegschieben.

    Also kann man nur noch zuschauen, wie die Katastrophe abläuft.

    Schlüssig zu argumentieren heißt nicht, dass Diskussionen, wie wir sie hier führen, nicht ernst zu nehmen seien.

    Wer auf Ihrer Position verharrt, verkennt Folgendes:

    Die Gesellschaft (genauer: ein besorgter, aktiver Teil), diskutiert über tiefgreifende Veränderungen (hier: Energiewende), um etwas zu bewirken bzw. ein Ziel zu erreichen (hier: Begrenzung der Erderwärmung).

    Wenn man mit guten Gründen der Meinung sein kann, dass das Ziel nicht zu erreichen ist, dann MUSS man sich an einer Diskussion über die Veränderung, d. h. den möglichen SCHADEN, den diese anrichtet, beteiligen – wenn man sich und andere als das ansieht, was sie sind: Betroffene.

    Ihre Position schließt das aus.

    Deshalb statt:

    >Schuldgefühle einstellen und sich am Frühling freuen.>

    diese Position einnehmen:

    Ohne Schuldgefühle mit diskutieren, damit die Frühlinge der Zukunft mit Blütenduft erfreuen statt durch den Modergeruch der Selbstzerstörung bedrücken.

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    Alexander sagte:

    @ all

    Ich bitte alle sich zu fragen in wie weit Sie diese Diskussion – aus dem einen Grund – ernst nehmen, weil Sie keine Vorstellung haben, wieviel Energie eine entwickelte Gesellschaft verbrät um überhaupt ihre Kapazitäten auszulasten, d.h. (faule) Altschulden bedienen zu können.

    Jetzt also auch noch Schuldgefühle wegen digitalem Konsum von Nichttigkeiten.

    Zitat v. 2016 im Zusammenhang von chinesischen Zombieunternehmen und Energieverbrauch:
    https://www.fuw.ch/article/nmtm-walking-dead-china/
    „China sitzt nun auf riesigen Überkapazitäten. Allein die brachliegende Kapazität in den chinesischen Stahlwerken ist grösser als der gesamte Stahlausstoss aller Hersteller in den USA, Japan und Europa zusammen.“

    Pro 1000kg Stahl werden 5.600kWh benötigt.
    Pro 1000kg Primäraluminium <15 MWh
    Pro 1000kg Zement 1MWh
    Quelle: https://eneff-industrie.info/quickinfos/energieintensive-branchen/daten-zu-besonders-energiehungrigen-produktionsbereichen/

    Zitat link oben, FuW:
    "Allein in den Jahren 2011 und 2012 wurde in China mehr Zement produziert als in den USA im ganzen 20. Jahrhundert.."

    Weltproduktion von Stahl:
    https://de.statista.com/statistik/daten/studie/311503/umfrage/wichtigste-laender-nach-rohstahlproduktion/

    Wenn die ganze BRD einmal verschwunden sein wird, weil man grüne Dummheit nicht essen kann, wird das diese Welt nicht gerettet haben. Bis dahin greift auch die ehrwürdige FT in die Trickkiste von Aufregerthemen ohne Bedeutung.

    Zum Umweltschutz: Zombieunternehmen platt machen, faule Kredite ausbuchen/Arbeit einstellen und alle grünen Schwätzer einer selbsttragenden Arbeit fern von staatlicher Alimentation zuführen.

    + Schuldgefühle einstellen und sich am Frühling freuen.

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        Richard Ott sagte:

        Jaja, Unternehmen „plattzumachen“ ist voll Nazi-Jargon. Schon 1992 schrieb die berüchtigte Rechtsaußen-Postille „Neues Deutschland“:

        Industrie plattmachen, Land für Westwaren öffnen
        Mit der „weltweit ersten Tagung der Privatisierer“ klopfte sich Treuhand-Chefin Birgit Breuel am Freitag voriger Woche auf die Schulter. 300 Verantwortliche aus Osteuropa waren nach Berlin eingeladen worden, den Tips der Westverkäufer zu lauschen. (…)

        https://www.neues-deutschland.de/artikel/351648.industrie-plattmachen-land-fuer-westwaren-oeffnen.html

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        Richard Ott sagte:

        @Peter Pan

        Nein, ich kann den Unterschied im Gebrauch der Wendung nicht erkennen. Worin genau besteht er?

        Oder wollen Sie darauf hinaus, dass es für Sie überhaupt nicht relevant ist, was jemand sagt, sondern nur, ob Sie mit demjenigen ideologisch auf einer Linie sind?

        Hier noch ein Beispiel:
        Gauland sagt nach der Bundestagswahl 2017, seine Partei werde „Frau Merkel jagen“ – ganz böse, Grenzüberschreitung, aggressive Rhetorik, und so weiter.
        Ludger Volmer von den Grünen sagt nach der Bundestagswahl 1994, seine Partei werde „den Kanzler jagen“ – das hält Der Spiegel damals für einen frechen Spruch der Opposition (der eine tolle Überschrift abgibt) aber sonst regt sich niemand darüber auf: http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13683714.html

        Ich kann auch kein Problem bei dem Vorschlag erkennen, weltfremde Grünen-Funktionäre in eine produktive, wertschaffende Tätigkeit zu vermitteln. Bei den DDR-Bürgerrechtlern 1989 klang das allerdings griffiger, damals hieß der Slogan: „Stasi in die Produktion“ – und wurde leider viel zu selten umgesetzt.

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        Peter Pan sagte:

        Er hat in diesem Forum auch schon seine Bewunderung für Kriegsherren und Massenmörder zum Ausdruck gebracht, lesen Sie es ruhig nach, aber für einen Moment lege ich gerne meine Brille mit Vorurteilen beiseite und setze meine Rosarote-WirsinddochallesDemokraten-Brille auf.

        Und lese den Absatz nochmal.

        Tja, liest sich immer noch wie ein Björn-Höcke-Zitat. Ist ja auch ein ganz Lieber. Eigentlich. Und hat es auch ganz anders gemeint. Also im Grunde total menschenfreundlich.

        Und nein, „vermitteln“ und „zuführen“ ist nicht dasselbe.

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        Richard Ott sagte:

        @Peter Pan

        Anders als offenbar Sie führe ich keine Dossiers über die anderen Kommentatoren hier, in denen sämtliche ihrer Äußerungen verzeichnet sind.

        Was stellen Sie sich denn konkret darunter vor, wenn jemand „einer selbsttragenden Arbeit fern von staatlicher Alimentation zugeführt“ wird? Glauben Sie, derjenige kommt dann in ein Konzentrationslager und muss Zwangsarbeit verrichten? Und wieso denken Sie ausgerechnet an Björn Höcke wenn Sie den Satz lesen?

        Sie können gerne so eine böswillige Interpretation konstruieren, aber ich werde sie nicht übernehmen und auch Ihren Distanzierungsforderungen nicht nachkommen. Vielleicht würde es Ihnen helfen, mit weniger Vorurteilen und auch mit weniger Hysterie auf die ganze Sache zu schauen?

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    Udo Werninger sagte:

    @Hr. Tischer: Könnten Sie drei Ideen zur „Gegenwehr“ ausführen, da ich mir lediglich „Luftnummern“ vorstellen kann, die kein wirklich erfolgreiches Paket bieten (vor dem Hintergrund der m.A.n. kurzsichtigen und nachvollziehbar egoistischen Wählerinteressen).

    Vielen Dank an Sie und zusätzlich an meine Kommentatorenfavoriten Hrn. Selig, Hr. Ott, Hr. Remmlinger, Alexander.

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      Dietmar Tischer sagte:

      @ Udo Werninger

      Danke für die Blumen.

      Ich bemühe mich engagiert und die anderen Genannten sowie weitere Kommentatoren ganz sicher auch.

      In meinem Kommentar hatte ich Einstellungen aufgezeigt und damit verbundene Tendenzen dargelegt.

      Mit „Gegenwehr“ will ich sagen:

      Es wird nicht so kommen bei uns in Deutschland und Europa.

      Die wachsende Zustimmung zu rechtsnationalen Parteien – ich nenne sie einmal pauschal so, bitte keine Diskussion um eine irgendwie sprachlich ganz genaue Verortung – ist den Erkenntnissen nach in aller Regel zugleich ein Widerstand gegen die Energiewende. Siehe die jüngsten Wahlen in den Niederlanden.

      Drei Ideen zur Gegenwehr:

      1. Petitionen, Volksbegehren und anderes auf der kommunikativen Ebene. Wenn das Momentum groß genug ist, würde es bei der Politik nicht nur Aufmerksamkeit, sondern auch eine gewisse Wirkung zeigen. Der verinnerlichte Opportunismus gibt das bei ihnen her.

      2. Mobilisierung durch Verbände und auch Parteien – die SPD ist zumindest ihrer derzeitigen Lage nach zu allem fähig, wenn sie Stimmen wittert –, Großkundgebungen und wiederholte Massendemonstrationen. Es muss, denke ich, hierzulande nicht so weit wie mit den Gelbwesten in Frankreich kommen, damit bei der Regierung Besinnung einkehrt und Umsteuern einsetzt.

      3. Bei extremer Verhärtung der Standpunkte würde ich allerdings auch Sabotage und Gewalt nicht ausschließen.

      Fazit:

      Wenn es um die Wurst auf dem Butterbrot geht, sind die Malediven weit weg. Eine Vielzahl von Katastrophen-Bildern im TV sind auch dann nicht schön, aber es werden möglicherweise nicht mehr ganz so viele zu sehen sein und möglicherweise wird uns nicht mehr ganz so penetrant eingeredet werden, dass WIR am Elend dieser Welt schuld seien.

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        Ulrich Remmlinger sagte:

        Herr Tischer, ich möchte noch einen Punkt ergänzen: Politiker richten sich offensichtlich nach Umfragewerten und die Stimmung in der Bevölkerung hängt zwar auch von den Medien ab, man unterschätze aber nicht den Einfluß des persönlichen Umfelds.
        Wenn ich heute gefragt werde, was ich gewählt habe, dann druckse ich nicht mehr herum, sondern vertrete offensiv meine Wahl der AfD. Nach meinem „coming out“ habe ich ganz erstaunliche Erfahrungen gemacht. Wenn man ganz sachlich bleibt und nur Argumente aufzählt, ohne beleidigend oder abwertend zu sein, kann man bei einigen Mitmenschen Nachdenklichkeit erzeugen. Das werden nicht viele sein, aber jede Stimme zählt.
        Man unterschätze nicht die Wirkung von Sympathie und persönlichen Beziehungen. Eine Reaktion, die ich von einem Linken bekommen habe, war: „zum ersten mal habe ich einen sympathischen AfD-Wähler erlebt“. Das änderte zwar noch kein Wahlverhalten, aber wenn er dann mit seinem Diesel nicht mehr nach Stuttgart fahren darf, kommt er vielleicht ins Grübeln.

      • Avatar
        Thomas sagte:

        Diesen Brief hat Sherman VOR dem Bürgerkrieg geschrieben. Er hat das Kräfteverhältnis richtig eingeschätzt.
        Ich habe das Gefühl das die meisten Deutschen (traditionell) nicht in der Lage sind die Realität zu erkennen. In den USA kollabiert die Symbiose von Globalisten/Mainstreammedien/radikalen Demokraten vor unseren Augen.

        Die schweigende Mehrheit ist ein Riese der gerade geweckt wird.

        „You people of the South don’t know what you are doing. This country will be drenched in blood, and God only knows how it will end. It is all folly, madness, a crime against civilization! You people speak so lightly of war; you don’t know what you’re talking about. War is a terrible thing!
        You mistake, too, the people of the North. They are a peaceable people but an earnest people, and they will fight, too. They are not going to let this country be destroyed without a mighty effort to save it …
        Besides, where are your men and appliances of war to contend against them? The North can make a steam engine, locomotive, or railway car; hardly a yard of cloth or pair of shoes can you make. You are rushing into war with one of the most powerful, ingeniously mechanical, and determined people on Earth — right at your doors.
        You are bound to fail. Only in your spirit and determination are you prepared for war. In all else you are totally unprepared, with a bad cause to start with. At first you will make headway, but as your limited resources begin to fail, shut out from the markets of Europe as you will be, your cause will begin to wane. If your people will but stop and think, they must see in the end that you will surely fail.“

        – William T. Sherman, letter to a Southern friend at the outset of the war

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    Michael Logies sagte:

    Daß das BIP-Wachstum nicht durch das ICT-Wachstum gefördert werde, zeigt m. E. nur, daß das BIP als Indikator für Konsum und Lebensqualität in digitalen Zeiten nichts taugt. Ich habe z. B. einige Zeitungsabonnements abbestellt, lese stattdessen fast nur noch Beiträge aus Feeds über einen (kostenpflichtigen) RSS-Aggregator (Inoreader, am PC wie auf dem Smartphone). D. h., das BIP ist dadurch gesunken, aber meine Lebensqualität gestiegen, und vermutlich ist es auch noch energieeffizienter (sofern der niedrige Preis meiner Lösung dafür ein Indikator ist). Und statt deutscher Journalisten mit der Gieskanne fördere ich jetzt gezielt Leute, die mich interessieren (z. B. Steve Keen über Patreon), was auch die generelle Effizienz steigern sollte, denn die vielen, eher untalentierten Journalisten, die nur Agenturmeldungen ein bißchen umschreiben, brauchen wir nun wirklich nicht, daß ist entbehrlich oder kann KI schon besser (was aber auch wieder BIP-senkend wirken wird, weil die KI billiger ist als die Journalistenlöhne, die nicht mehr ausgegeben werden können, weil verlorengegangen).

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    Dietmar Tischer sagte:

    Für mich ergibt sich daraus Folgendes bezüglich der großen Transformation ins digitale Zeitalter.

    Die Schwellenländer mit wachsender Wirtschaft:

    Sie sind Produzenten und Nutzer von IT-Hardware und somit starke Treiber des Energieverbrauchs.

    Sie werden mit massiver Steigerung konventioneller Energieerzeugung zu den wichtigsten Produzenten von CO2.

    Die entwickelten Länder mit quasi stagnierender Wirtschaft:

    Sie sind überwiegend bis ausschließlich Konsumenten bzw. Erwerber von IT-HW und somit ebenfalls starke Treiber des Energieverbrauchs.

    Sie verringern CO2 durch Abbau konventioneller Energieerzeugung sowie Entwertung bis Aufgabe konventioneller Wertschöpfung.

    Wenn man das ansatzweise als Regelkreis betrachtet, muss man – meine ich – zu folgender Feststellung kommen:

    Das GESAMT-System (Schwellenländer und entwickelte Länder) mutiert zum SUB-System ( nur Schwellenländer) hinsichtlich bzw. basierend auf IT.

    Das ist so, weil sich die entwickelten Länder SELBST der Interaktion mit den Schwellenländern entziehen. Sie könnten zwar konventionelle Wertschöpfung durch digitalisierte Komponenten aufwerten, werden es aber nicht oder nicht hinreichend tun, weil sie diese tendenziell aufgeben wollen. Wenn konsequent durchgeführt, fällt damit auch der IT-Hardwareerwerb, nicht zuletzt auch im Konsumgüterbereich.

    Der von ihnen erzeugte klimatische Effekt: minimal.

    Die Schwellenländer wachsen weiter, weil sie sowohl als Produzenten wie auch Konsumenten im Kontext der Digitalisierung agieren.

    Der von ihnen erzeugte klimatische Effekt wird stark durch die Zunahme von CO2 bestimmt.

    Alles natürlich sehr vereinfacht und schematisiert, aber schon erstaunlich:

    Für das Ziel der Klimarettung verschreiben wir uns dem Projekt Energiewende, mit dem wir zwar nicht das Klima retten können, aber uns letztlich in die Verarmung treiben werden (allerdings mit massiver „Gegenwehr“ wie ich annehme).

    Wie kann man nur dazu fähig sein?

    Ich biete als Erklärung an, dass wir zu WOHLHABEND sind.

    Nur weil wir es sind, können wir uns auf „Rettung“ kaprizieren.

    Menschen, die zu Wohlstand kommen wollen, können und werden sich diesen „Luxus“ nicht leisten.

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    Christian Hu sagte:

    Eine einfache Google-Suche nach dem Begriff „Digitales Ökosystem“ hätte gereicht, um das eigene Unwissen zu verbergen, etwas Neues zu lernen und von stumpfen Beleidigungen abzusehen.

    Wenn auch Sie in die Welt der digitalen Plattformen und Ökosysteme einsteigen möchten, empfehle ich Ihnen, sich mit Android Auto oder dem erfolglosen deutschen Pendant CarPlay auseinander zu setzen. Für ganz großen Informationshunger empfehle ich das Buch „Platform Revolution“ oder entsprechende Onlinekurse: https://www.edx.org/course/platform-strategy-business-bux-qd505x

    In Zukunft wird das Auto ein großer fahrender Computer sein. Entscheidend für die Fahrzeugwahl wird sein, welches Auto am besten mit meinen anderen Devices und Services kompatibel ist (z.B. Android oder iOS), damit ich auch unterwegs nahtlos mein SmartHome bedienen und meine Google Maps Favoriten bedienen kann.

    Wenn unsere Autobauer den direkten Kundenkontakt verteidigen möchten tun sie gut daran, sich in starke bestehende Ökosysteme einzubringen – ansonsten werden sie zum Hardwarehersteller degradiert und dürfen ihre Marge ins Silicon Valley oder nach China abdrücken.

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        Peter Pan sagte:

        Zunächst einmal habe ich Sie nicht beleidigt, auch nicht stumpf.

        Und warum sollte ich oder sonst jemand hinterhergooglen, was Sie möglicherweise mit „Es ist leichter, ein Auto in Android zu integrieren als ein Android für Autos aufzubauen.“ gemeint haben? Es liegt doch in Ihrer Verantwortung sich klar und verständlich auszudrücken.

        Und zu guter Letzt, warum sollte ich meine Unwissenheit verbergen? Ist das hier ein Verbergewettbewerb oder ein Forum, in welchem jeder zum Besten geben darf, dass er die Jugend, die Mathematik und/oder die Rechtschreibung gering schätzt?

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        Peter Pan sagte:

        Nicht zu vergessen die hiesigen Foristen, die sich Krieg herbei sehnen, sich aus erzieherischen Gründen ein Finanzarmageddon wünschen, Andersdenkende am liebsten ausgrenzen oder Schmerzen zufügen würden (statt was Neues dazu lernen zu wollen) oder die Leere in ihrem Leben versuchen zu begegnen, indem sie andere belehren.

        Und sich dann wundern, wenn sie von ihrer Umwelt als politisch rechts aussen wahrgenommen werden. :-)))

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        Christian Hu sagte:

        natürlich haben nicht Sie das geschrieben, der Faden oben war eine Kommentierung an Gregor_H, welche Sie aufgegriffen hatten.

        Mir ist weiterhin nicht klar, welcher Teil davon unverständlich sein soll und fühle mich auch nicht für digitale Grundbildung verantwortlich – im Zweifel einfach die Kinder und Enkel fragen und keine Dinge kommentieren, die ich nicht verstehe

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        Peter Pan sagte:

        Sie sollten nicht alles glauben, was Sie denken. Ich zum Beispiel denke, dass das Posting von Gregor_H Alexanders Stil ist. Nachdem Sie den Gregorschen Faden nun aber aufgenommen haben, statt ihn entgegen Ihren eigenen Empfehlungen einfach links liegen zu lassen, glaube ich, dass Sie den Gregorschen Post vielleicht selber abgesetzt haben, um sich als Opfer stumpfer Beleidigungen zu inszenieren und von der Sachebene abzulenken. Wissen kann das aber nicht mal der Admin des Forums, weil „Gregor“ schlichtweg jede Emailadresse hinterlegt haben könnte.

        > und fühle mich auch nicht für digitale Grundbildung verantwortlich

        Doch, doch, Ihre Beiträge erwecken den Eindruck, dass sie der Digitalerklärbär schlechthin sind. Ist ja auch ok, auch solche Leute braucht das Land.

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    Andreas Seidel sagte:

    Für Sie sicherlich interessant. Unterdem Titel „Digitalisierung als informatisierte Energie“ habe ich mich auch mit dem Problem befasst (https://www.researchgate.net/publication/330452215_Digitalisierung_als_informatisierte_Energie_Uber_Risiken_der_digitalen_Zukunft_im_Kontext_der_Energiewende und aktuell im Buch „MENSCHpunktNULL“ https://www.researchgate.net/publication/331939667_MENSCHpunktNULL_Gestaltungsansatze_fur_die_digitale_Gesellschaft). Da habe ich auch mal hochgerechnet, wie viel Strom Digitalisierung bis 2030 verbrauchen wird und wie groß die Lücke zur offiziellen Energieplanung sein wird. Wir können uns gerne dazu austauschen!

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    MFK sagte:

    Nachtrag: Was Niall Ferguson in der als neurechts gescholtenen NZZ schreibt, trifft auch auf die Umweltdebatte zu:

    https://www.nzz.ch/feuilleton/niall-ferguson-als-rechter-bist-du-ein-potenzieller-nazi-sozialisten-und-kommunisten-hingegen-sind-moralisch-einwandfreie-sozialdemokraten-ld.1467954

    „Der Rahmen des Sagbaren im akademischen und öffentlichen Raum hat sich in den letzten Jahren drastisch verengt. Evidenzbasierte Argumente spielen keine Rolle mehr. Es gewinnt, wer die lautesten Unterstützer hat, und es verliert, wer um seine Reputation fürchten muss.“

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      MFK sagte:

      @Dr Stöcker. Das Greta Syndrom zeigt doch woran es mangelt. Small minds discuss people, average minds discuss events, great minds discuss ideas. Die wissenschaftliche Diskussion über den Klimawandel erscheint mir wie im Mittelalter und findet nicht mehr statt. Jeder der als Laie verlangt, auch einmal die Gegenseite anzuhören wird als Klima Leugner und Ketzer verteufelt. Und Laien sind 99% der Leute, die sich zu diesem Thema äußern, insbesondere Journalisten und Politiker.

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      Richard Ott sagte:

      @Herr Stöcker

      Das ist von Christian Brandes, aka Schlecky Silberstein. Hat mit Böhmermann direkt nichts zu tun, wenn man davon absieht, dass er genau so ein zwangsgebührenfinanzierter Staatskomiker ist. Außerdem verstehe ich die Zielrichtung nicht. Wenn die Kritik an Greta wegen ihres eigenen umweltschädlichen Verhaltens im Kleinen in Lächerliche gezogen wird, wieso darf Greta dann gleichzeitig weiter ihre absurden Maximalforderungen von der kompletten „Dekarbonisierung“ der globalen Wirtschaft stellen, um den angeblichen Weltuntergang durch den bösen Klimawandel doch noch abzuwenden? Gelten hier plötzlich andere Standards? Wenn ja, aus welchem Grund? Oder sind unsere linksgrünen Klimafreunde einfach nur scheinheilig?

      PS: Ich freu mich einfach, dass die kleine Prophetin bald die Goldene Kamera verliehen bekommt bekommt. Wissen Sie zufällig, in welcher Kategorie? Bestes Drehbuch? Oder Beste Regie?

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    Thomas M. sagte:

    Der Produktivitätsgewinn für Nutzer durch
    Entwicklung 1: gar kein Telefon zu Telefon (mit Strippe und Operator)
    war ungleich höher als der Produktivitätsgewinn von
    Entwicklung 2ff: Telefon (mit Strippe und Operator) bis hin zu Internettelefonie (z.B. Skype)

    Letztlich ist auch ein Telefonat mit Skype nur ein Telefonat.

    Insofern sind die Produktivitätshübe in vielen Bereichen wohl eher gering, auch wenn alles immer „techier“ wird.

    Um bei der lockeren Analyse von oben zu bleiben. Ich könnte nicht sagen, dass die gestiegene Rechenpower mich in den letzten 20 Jahren im Büro deutlich produktiver gemacht hätte. Auch bei den Computergames ist man ähnlich produktiv geblieben bezogen auf die Zahl abgeschossener Aliens und Monster. In beiden Fällen sind die Tipp- und Klickgeschwindigkeiten limitierende Faktoren. Allerdings ist die Grafik heute höher-auflösender und schöner. Das ist zumindest eine positive qualitative Entwicklung.

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      Dietmar Tischer sagte:

      @ Thomas M.

      Habe mir Ihre Überlegungen schon vor Jahren zu eigen gemacht und bin anhand meines Berufslebens zu der Überzeugung gelangt, dass ich unglaubliche Produktivitätsschübe erlebt habe. Ich hatte viel zu schreiben. Hier die Entwicklung:

      Bis in die 80er Jahre wurde noch alles von Hand geschrieben (Ausnahme: Journalisten), abgetippt, die Kunden kritzelten ihre Korrekturen in den Text, es wurde wieder per Schreibmaschine ein sauberes Manuskript hergestellt – meistens übrigens von älteren Frauen, die sich auch im Rentenalter gern etwas dazuverdienten – bis der Text picobello in die Setzerei gehen konnte, wo er noch einmal per Hand eingetippt wurde (eine Druckvorstufe)

      Dann kam das Fax, was ein Schub in der Informationslogistik war.

      Dann, in den 90er Jahren wurde in den PC geschrieben und korrigiert, so wie es im Prinzip heute noch ist. Das war ein gigantischer Produktivitätsfortschritt, weil damit die Medienbrüche beseitigt worden waren. Die Tipp-Frauen verloren allerdings ihre Zusatzeinkünfte.

      Es gab aber weiter das Logistikproblem: Man musste eine Diskette zur Post bringen, damit der Empfänger an seinem PC ins Dokument hineinkorrigieren konnte.

      Dieses Problem wurde durch die Vernetzung und den E-Mail-Verkehr gelöst.

      Nebeneffekt:

      Es gibt einige Menschen, die schreiben den ganzen Sommer auf ihrem Boot im sonnigen Mittelmeer und bedienen hochproduktiv und sehr flexibel agierend andere, die in irgendwelchen eintönigen Bürohochhäusern bei grauer Witterung die ankommenden Texte verwerten.

      Ich will mein Berufsleben nicht verallgemeinern, bin aber sicher, dass durch die Digitalisierung und vor allem die Vernetzung insgesamt sehr hohe Produktivitätsgewinne zu verzeichnen sind.

      Aber natürlich nicht nur bei uns.

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        Thomas M. sagte:

        Eine schöne Zusammenfassung und Zeitreise. Ich spekuliere ja immer, dass es früher ruhiger zuging, weil nicht alles in Echtzeit passierte? Stimmt das eigentlich?

        Ich kann das recht gut nachvollziehen bzw. hab zumindest einen Teil (wenn auch sehr knapp) erlebt. Ich hab kurze Zeit (zuhause) als junger Jugendlicher auf der mechanischen Schreibmaschine getippt. Als Perfektionist eine ziemliche Qual, wenn man kurz vor Seitenende doch noch einen Fehler gemacht hat…

        Bei den ersten Nebenjobs gab es im Büro schon vernetzte Computer, aber Internet wurde noch nicht genutzt. Ich erinnere mich noch, wie der ITler den ersten internet-verbundenen PC in einem speziellen Raum aufbaute und diesen aus Sicherheitsgründen nicht im Firmennetzwerk einband. Man musste dann zum E-Mail-Schreiben in den Raum gehen.

        Ab dem Zeitpunkt fand ich die Weiterentwicklung aber wenig dynamisch, was Büroarbeiten betraf. Es waren weniger Sprünge als vielmehr sukzessive Optimierungen. (Es gibt auch Software, zu der versucht wird, Wartungspakete anzudrehen. Man soll regelmäßig ordentliche Summen bezahlen für kontinuierliche Updates. Die Software macht aber seit ca. 10-20 Jahren das gleiche!)

        Was zuletzt aber noch einen richtig großen Produktivitätshub gebracht hat, sind die automatischen Übersetzungen. deepl – von dem ich hier erfahren hatte – hat bei uns dazu geführt, dass wir unsere Texte jetzt maschinell ins Englische übersetzen und nur noch einmal kurz gegenchecken. deepl kann meinem Eindruck nach schon richtig gutes Englisch. Manchmal versteht es etwas falsch, aber wenn ich z.B. die Übersetzung von juristischen Phrasen lese, muss ich sagen: Dass kann deepl definitiv nicht nur schneller, sondern auch sprachlich besser.

        Früher ging das häufiger an Übersetzer. (Also wie sie oben beschrieben haben: Die Übersetzer verlieren ein Teil der einfachen Übersetzungsarbeiten. Kurioserweise meinte mein Kollege: Wir können die Sachen natürlich weiterhin an den Übersetzer schicken, aber vermutlich würde er das auch bei deepl reinkopieren…)

        Was ich mir noch wünschen würde, wäre eine KI, die Diagramme und PowerPoint-Folien automatisch hübsch macht. Letztlich gibt es eine Reihe von Regeln, wie etwas solide-gut, wenn auch vielleicht nicht kreativ gestaltet ist. In der Praxis ist man aber viel mit manuellem „Zuppeln“ beschäftigt. Ich schätze jedoch, dass so etwas nicht von Microsoft kommen wird :)

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        Dietmar Tischer sagte:

        @ Thomas M.

        Sie spinnen den Faden weiter mit einem abermals signifikanten Produktivitätsschub:

        automatische Übersetzungen.

        Habe selbst schon mit deepl gearbeitet und und kann für Deutsch/Engl. und meine Zwecke sagen:

        Übersetzen ist damit produktiv und die Qualität erfüllt durchweg meine nicht gerade bescheidenen Ansprüche.

        Ich bin an Ihrem folgenden Satz hängengeblieben:

        >… wenn ich z.B. die Übersetzung von juristischen Phrasen lese, muss ich sagen: Dass kann deepl definitiv nicht nur schneller, sondern auch sprachlich besser.>

        Ist sprachlich besser auch fachlich besser?

        Ich habe von einem Mitarbeiter einer zwar nicht ganz kleinen, aber doch kleineren Kanzlei gehört, dass diese deutsche juristische Texte in andere Sprachen automatisch übersetzen lässt. Die Kanzlei übernimmt die Übersetzungen in Schriftsätze, ohne dass sie auf ihre juristische Qualität hin überprüft worden sind.

        Große internationale Kanzleien lassen vermutlich auch automatisch übersetzen. Aber sie haben die Profis, die Übersetzungen prüfen können und das auch müssen. Es sind Juristen, die z. B. in USA studiert und dort ihr Examen abgelegt haben. Diese Spitzenleute – Einstiegsgehälter nach dem Studium deutlich über EUR 100.000 – schauen mit Argusaugen auf Punkt und Komma. Die Mandanten, oft international tätige Großkonzerne, verlangen das, weil juristisch schlampige Schriftsätze vor einem Gericht auch schon mal sehr, sehr teuer werden können.

        Was ich damit sagen will:

        Produktivitätssteigerungen durch Automatisierung sind eine Sache, eine andere ist die damit verbundene STANDARDISIERUNG von Qualität.

        Ich meine, erkennen zu können, dass sich die Normierung von Mittelmaß ausbreitet.

        Das gilt u. a. auch für die Gestaltung von Websites.

        Ein studierter Grafiker mit ein paar Jahren Erfahrung kann das besser als das beste Programm.

        Wenn dies allerdings die Betrachter der Website nicht merken – und bei vielen Websites merken es sehr viele nicht, weil ihnen das Urteilsvermögen fehlt –, dann tut das nichts weiter zur Sache.

        Es ist dann Zufriedenheit mit der Stimmigkeit des Mittelmaßes.

        Damit sind wir schon wieder bei einem anderen Thema, das wir hier nicht weiter vertiefen müssen.

        Ist vielleicht auch nicht sonderlich interessant.

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      Thomas sagte:

      Wenn das Schneeballsystem zusammenbricht, und das ist unvermeidlich, ist die Herrschaft von Merkel und Co schlagartig beendet. Dann werden ganz neue Kräfte aufsteigen. Da das Establishment das weiss werden sie bis zur letzten Patrone kämpfen um ihre Herrschaft so lange wie möglich aufrechtzuerhalten. Erst wenn Deutschland vollkommen verwüstet und ausgeplündert ist wird sich substantiell etwas ändern. Aber dann radikal.

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    Thomas sagte:

    Das Märchen vom menschengemachten (man wird es nie beweisen können) Klimawandel dient als Herrschaftsinstrument und als Geldmaschine (allein Al Gore hat über 300 Mio Dollar damit gemacht). Auch die political correctness ist nichts anderes als ein Herrschaftsinstrument.
    Ich glaube Technologie und know how ist der beste Umweltschutz, siehe die Gewässerqualität heute im Vergleich zu den 60ern.
    Der beste Umwelt und Klimaschutz wäre es die Bevölkerung in Deutschland von jetzt 85?, steigend, sich auf natürliche Weise um die 65 Mio einpendeln zu lassen.
    Das lässt unser Schneeballsystem aber nicht zu und so werden ohne Ende noch mehr Menschen nach Deutschland gepresst, die Klima und Umwelt belasten, nur um den Kollaps des Ponzi Schemas noch um ein paar Jahre in die Zukunft zu verlegen.

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  14. Avatar
    Richard Ott sagte:

    „Die Grünen haben vorgeschlagen, dass jeder nur noch dreimal im Jahr fliegen darf (hin/zurück) und wir uns dann die Flugrechte gegenseitig abkaufen (was zumindest etwas marktwirtschaftliche Aspekte hat!).“

    Das gilt natürlich nur für den normalen Wahlpöbel. Grüne Abgeordnete, Parteikader und Klimaschutz-Aktivisten sind so wichtig, dass sie unbegrenzt fliegen dürfen, zum Beispiel auch zum Eisessen nach Kalifornien oder zum weihnachtlichen Kurztrip nach Chile.
    https://www.tichyseinblick.de/daili-es-sentials/katharina-schulze-zum-eis-essen-nach-kalifornien/

    In der Waldsiedlung von Wandlitz, wo die DDR-Nomenklatura lebte, waren auch nie die Bananen knapp…

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