Wiederaufbau­fonds – viel­leicht doch nützlich?

In den letzten Tagen habe ich mich kritisch mit dem EU-Wiederaufbaufonds auseinandergesetzt. Die Risiken für Deutschland sind erheblich, die Schulden- und Transferunion kann den Euro nicht retten und wird nur eines sicher bringen: einen Verlust für Deutschland.

Aber vielleicht bin ich ja zu skeptisch. Die FINANCIAL TIMES (FT) berichtet von optimistischen Ökonomen:

  • “Morgan Stanley estimates the EU project will boost eurozone gross domestic product by 3.5 per cent and (…) this would help the bloc to ‘get back through the pre-pandemic trend of growth’.” – bto: Andere Beobachter halten den Impuls für zu gering und vor allem über zu lange Zeit gestreckt.
  • “Economists’ forecasts vary widely, but most who have examined the national plans submitted to Brussels so far believe they will produce a substantial boost to growth likely to be greater than either the EU or the countries themselves have predicted. ‘There are conservative assumptions being made by EU governments on how much of a fiscal multiplier these investments will have,’ said Marion Amiot, senior European economist at S&P Global Ratings, the credit rating agency. ‘So there may well be some upside risk.’ While most countries have assumed that every €100 invested would produce a €40 uplift to GDP, S&P assumed the money would generate at least a one-to-one uplift, possibly more.” – bto: Fangen wir mit den 40 für 100 an. Kein so tolles Geschäft, da es nichts anderes bedeutet, als dass die Schuldenquoten – wenn es denn Landes-Staatsschulden wären – weiter steigen würden. Keine gute Performance. Und auch die 100 für 100 wären ja nur Geldwechseln. So viel zum Thema “Multiplikator”.
  • “S&P forecast the almost €400bn of grants from the EU would boost the region’s GDP by between 1.5 and 4.1 per cent over the next five years, depending on how much of the funds are actually spent and how well they are used. (…) In addition, several countries are supplementing the money from Brussels with funds from their national budgets, including about €60bn in France and just over €30bn in Italy.” – bto: Für beide Staaten ist das eine willkommene Möglichkeit, nochmals Schulden zu machen. Im Falle von Italien nachvollziehbar, bei Frankreich einfach nur die Fortsetzung der ohnehin problematischen Politik, die darauf setzt, dass es einen anderen Schuldner gibt, der einsteht für die Schulden. Guess who?
  • “The IMF added only a ‘relatively conservative’ 0.75 percentage point GDP boost in its latest European forecast to cover the EU funding. But it said ‘the real GDP impact could be twice that or more if the money is well spent and accompanied by needed structural reforms’.” – bto: Strukturreformen? Hm. Nicht so richtig viele zu sehen. In Italien definiert, aber wir können mal abwarten, ob da wirklich etwas draus wird.
  • “(…) some of the biggest uncertainties over the programme included how effectively and how much of the money would be spent. In the six years to 2020, EU countries on average only spent just over half the money they were allocated by Brussels. But the so-called absorption rate of EU funding was closer to 90 per cent in the six years after the 2008 financial crisis, suggesting countries are better at putting funds to work in downturns similar to the current one.” – bto: Es ist schön, dass nun das Geld besser ausgegeben wird, doch beweist dies noch nicht den Nutzen der Ausgabe für das langfristige Wachstumspotenzial.
  • “With European vaccination campaigns accelerating after a shaky start to the year and lockdowns easing in some countries, recent surveys of EU businesses and households have found their confidence rebounding to well above pre-pandemic levels. As a result, economists are watching to see if the commission upgrades its forecast for EU growth of 3.7 per cent in 2021 and 3.9 per cent in 2022.” – bto: Das wird sie mit Freude tun und sich dabei selbst loben. Doch dabei geht völlig unter, wie sehr die strukturelle Wachstumsschwäche verfestigt wird.
  • “For some, such as Spain and Italy, reforms include overhauls to government procurement rules ensuring the cash is well spent. But the programme comes at a time of mounting worries about corruption and the rule of law in some member states. For example, spending scandals in recent years linked to European funds have included the EU’s anti-fraud office calling on Hungary to repay money for a metro line because of fraud and corruption concerns.” – bto: Jetzt kommt hier Ungarn. Dabei gibt es starke Befürchtungen, dass die Mafia in Italien der große Profiteur sein wird.

Die steht zumindest bereit:

  • “Längst haben die verschiedenen Mafiaclans ihre Geschäfte auf ganz Italien ausgeweitet und starke Verbindungen ins Ausland aufgebaut. Das ist an sich nichts Neues. Doch in Kombination mit der Corona-Krise und den Milliarden, die Italien von der EU über den Corona-Hilfsfonds Next Generation EU (NGEU) erhalten wird, entsteht eine gefährliche Mischung. Vor ihr warnt nun auch die Direzione Investigativa Antimafia (DIA) – Italiens Behörde zur Bekämpfung organisierter Kriminalität. Im Interview mit WELT sagt ihr Direktor Maurizio Vallone: „Die Mafia musste wegen der Pandemie ihr Geschäftsmodell grundlegend verändern und investiert jetzt viel mehr Geld in Unternehmen, die bisher nichts mit der organisierten Kriminalität zu tun hatten.“ – bto: Natürlich, denn die Mafia ist ja nicht doof. Und nun, wo die Geldschleusen des Staates sich öffnen, sollte man doch zugreifen. Oder?
  • “(…), dass im Rahmen des EU-Corona-Wiederaufbaufonds NGEU in den kommenden Jahren Milliarden nach Italien fließen werden, einen besonders bitten Beigeschmack. Als größter Profiteur des Programms kann das Land bis zu 209 Milliarden Euro in Form von Krediten und Zuschüssen aus Brüssel erhalten, von denen ein Teil so potenziell in die Hände der Mafia gelangen könnte. ‘Aktuell ist sie besonders an jenen Unternehmen interessiert, die sich bald auf die Ausschreibungen bewerben können, bei denen es um das Geld von der EU gehen wird.’ Das sind einerseits Firmen, die im Gesundheitssektor aktiv sind, aber auch im Baugewerbe, traditionell ein Bereich, in dem die Mafia besonders stark vertreten ist.” – bto: ein Konjunkturprogramm für die Mafia, finanziert mit deutschen Steuergeldern. Ich finde, das hat was …
  • “Die Mafia geht dahin, wo das Geld ist und wohin sie Verbindungen hat.  Das gelte auch bei den NGEU-Fonds. Wahrscheinlich sei daher etwa die Infiltration des Sektors der Windenergie, weil die EU-Gelder für die Transition zu einer grüneren Wirtschaft eingesetzt werden sollen. Doch die Mafia werde auch neue Branchen für sich erschließen: ‘Heutzutage besteht die Mafia nicht mehr aus Männern mit Coppola auf dem Kopf und Lupara in der Hand, sondern auch aus jungen Männern, die an den besten Universitäten Europas studiert haben.’” – bto: Bildung lohnt. Im Prinzip ist das ja faszinierend, abgesehen davon, dass unsere Politiker dafür in Deutschland die Steuern und Abgaben erhöhen.

Damit steht wenigstens ein Gewinner fest.

ft.com (Anmeldung erforderlich): „Recovery fund set to drive EU rebound, say economists“, 10. Mai 2021

welt.de: „Wie Italiens Mafia den EU-Fonds plündern will“, 12. März 2021

Kommentare (20) HINWEIS: DIE KOMMENTARE MEINER LESERINNEN UND LESER WIDERSPIEGELN NICHT ZWANGSLÄUFIG DIE MEINUNG VON BTO.
  1. Heppi
    Heppi sagte:

    Herr Dr. Stelter, zu Ihrer eingangs erwähnten Skepsis:
    Sie sind mir letztens als „der moderatere EZB-Kritiker“ in dem Buch „Souverän Vermögen schützen“ von Gerd Kommer und Olaf Gierhake „begegnet“, Kapitel 3.4.4, Seite 118, Campus Verlag 2021.
    Immerhin wurden Sie nicht unter den Untergangspropheten eingeordnet.
    Gruß
    Heppi

    Antworten
  2. Hans Severin
    Hans Severin sagte:

    Wir sollten von einer Position der Stärke kommen, wenn wir etwas ändern wollen. Nicht von „mein“ und „dein“, sondern von „unser“ und uns. Wenn wir uns als „wir“ verstehen, können wir die Dinge zum Guten wenden. Die Menschheit hat in relativ kurzer Zeit so viel Zerstörung auf der Erde angerichtet, sie könnte auch die Kraft entwickeln, in kurzer Zeit sehr viel Aufbauendes zu schaffen.

    Sollen doch „die“ Franzosen „unser“ Geld bekommen, es wird eh dort nicht bei dem kleinen Mann landen, sondern bei denselben, die auch bei uns schon mehr als genug haben. Mag sein, dass dort oder in Italien die Menschen etwas wohlhabender als bei uns sind, dafür haben sie so viel mehr Arbeitslose und Arbeitslosigkeit ist nicht gerade gesundheitsfördernd. Wir können uns freuen, dass bei uns so viel Arbeit angeboten wird, lenkt zudem ab von unserem generell schlechterem Wetter.

    Dass das Ergebnis der Arbeit nicht unseren Wohlstand fördert, ist eine andere Sache, aber besser das Geld geht nach Frankreich als noch mehr in die Rüstung, den Ausbau weiterer Fahrradstraßen und all dem anderen unsinnigen Projekten, „planned obsolescence“ kann man auch noch erwähnen.

    Was die Migranten angeht, dito, es sind alles Menschen, keiner verlässt seine Heimat ohne Grund, und der Grund ist meistens, weil man sich hier ein besseres Auskommen verspricht. Ist doch total menschlich, wo steht denn geschrieben oder wo ist es in der Schöpfungsgeschichte festgelegt, dass es für immer eine „dritte“ Welt vorzugsweise südlich des Äquators geben muss, die uns im Norden den höheren Status einer „ersten“ Welt ermöglicht.

    Die Erde bietet für jeden Menschen ein gutes Auskommen. Wir sollten aufhören, mit dem Finger auf andere zu zeigen, drei Finger zeigen dann immer auf einen selbst. Stattdessen überlegen, was hält uns denn ab, die Dinge positiv zu ändern, Gier, Dummheit, Boshaftigkeit, sind diese Eigenschaften wirklich nur bei den anderen zu finden, oder könnte es sein, dass man damit bei sich selber anfangen kann aufzuräumen, und sich entsprechend in seiner Haut so viel wohler fühlt, unabhängig davon ob die anderen mitmachen oder nicht.

    Dies Leben lebt jeder für sich, wie ich mich fühle, hat nichts damit zu tun, wie die Gefühlslage in „Deutschland“ oder den oberen Zehntausend ist, jeder lebt sein Leben, und wenn man die doch sehr begrenzte Zeit die man als Mensch hat für das Gute nutzt, ist man definitiv derjenige der davon profitiert. Dies ist ein 100 % sicherer Anlagetipp.

    Antworten
    • foxxly
      foxxly sagte:

      @ h. severin 17:14

      …. da haben sie im prinzip schon recht,
      aber das größere problem ist die verteilung innerhalb eines landes!

      die arbeitsleistung wird durch
      -das kreditgeldsystem und konsum von unten nach oben umverteilt,
      -und durch ungerechte steuer und abgaben, bedingungen geschaffen,welche die “landes-eliten” für sich beanspruchen.

      mit diesen bedingen können die masse der menschen garnicht soviel helfen, wie neue not entsteht. das ist das entscheidende faktum.

      -warum wird die beirtagsbemessungsgrenze zur sozialversicherung nicht abgeschafft?
      weil dadurch ein aufheulen der besser-privelegierten stattfindet und jeder ansatz einer änderung erstickt wird. nicht mal die gewerkschaften wollen dies, – komisch oder? weil es die bosse nicht wollen.

      -warum zb.gibt es steuerobergrenzen?

      Antworten
    • Richard Ott
      Richard Ott sagte:

      @Hans Severin

      “Sollen doch „die“ Franzosen „unser“ Geld bekommen (…) Wir können uns freuen, dass bei uns so viel Arbeit angeboten wird, lenkt zudem ab von unserem generell schlechterem Wetter.”

      Meinen Sie das ernst oder wollen Sie uns ein bisschen veralbern?

      “Dass das Ergebnis der Arbeit nicht unseren Wohlstand fördert, ist eine andere Sache, aber besser das Geld geht nach Frankreich als noch mehr in die Rüstung, den Ausbau weiterer Fahrradstraßen und all dem anderen unsinnigen Projekten, ‘planned obsolescence’ kann man auch noch erwähnen.”

      Sie sehen doch am zitierten Mafia-Beispiel aus dem Artikel, dass über den “Wiederaufbaufonds” verschenktes Geld keineswegs für Projekte ausgegeben wird, die sinnvoll sind oder Ihnen aus ideologischen Gründen gefallen. Die organisierte Kriminalität gibt übrigens auch eine Menge Geld für Waffen aus, allerdings sind die meist eine Nummer kleiner als die Waffensysteme, die für Armeen eingekauft werden…

      “Was die Migranten angeht, dito, es sind alles Menschen, keiner verlässt seine Heimat ohne Grund, und der Grund ist meistens, weil man sich hier ein besseres Auskommen verspricht. Ist doch total menschlich”

      Jaja, es sind alles Menschen, das stellt auch keiner hier in Abrede.

      Wenn wir alle diejenigen unqualifizierten Migranten ins Land lassen und alimentieren, die gerne aus diesem Grund nach Deutschland einwandern wollen, dann brechen allerdings unsere Sozialsysteme zusammen. Und dann wird hier fast niemand mehr ein gutes Auskommen haben. “Unmenschlich”, ich weiß, aber es ist leider so.

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  3. Alexander
    Alexander sagte:

    Solange die menschengemachte Zerstörung anhält ist es ziemlich dreist aus Wideraufbauplänen so eine Hoffnung zu schöpfen, die ausgerechnet gelähmte private Kräfte reaktivieren soll https://www.zeit.de/news/2021-05/24/merkel-warnt-vor-naechster-pandemie

    Die Relation zwischen staatlicher Kreditaufnahme und Wirtschaftswachstum ist nicht berechenbar, solange den Privaten höhere Strafen drohen als Imfplinge Umsätze versprechen….dasselbe gilt für Konsumfreudige im Dickicht der Einschränkungen und Inzidenzen.

    Der Wideraufbaufond dient allein der Deckung staatlicher Ausgaben und kommt einem unkontrollierten Raubzug gleich, solange alle staatlichen Gewalten gleich geschaltet sind.

    Staatliche Haushaltslöcher dürften im Laufe des Jahres noch wesentlich größer ausfallen, wenn die betrieblichen Zahlen durch die Einkommen-Versteuerung gelaufen sind. Steuererhöhungen helfen dann nur bedingt, weil man Nackten nicht in die Tasche greifen kann…..und Substanzbesteuerung vom Verfassungsgericht erst legitimiert werden muss.

    Antworten
    • Tom96
      Tom96 sagte:

      Die Verachtung der Massen von Peter Sloterdjik ist aktueller denn je.
      Eine gesellschaftliche Menschlichkeit ist mit solchen Individuen kaum vorstellbar, einzig die “Ich mach da nicht mit” Kämpfer haben Persönlichkeit zur Gestaltung von Gemeinschaft, weil wir so mit ihnen gelebt haben – im Herzen angekommen, wie mit den Worten!

      Antworten
  4. Dietmar Tischer
    Dietmar Tischer sagte:

    Der EU-Wiederaufbaufonds ist NÜTZLICH, insoweit er die Nationalstaaten STABILISIERT.

    Da er nicht bzw. nicht hinreichend für STRUKTURREFORMEN eingesetzt wird, ist er das, was staatlicher Verschuldung durchweg immer war: Finanzierung, um Konjunktureinbrüche zu glätten und gesellschaftliche Instabilität zu verhindern.

    Es sind Keynesianische Strohfeuer, die immer wieder angefacht werden müssen.

    So auch auf EU-Ebene.

    Eine andere Konfiguration, aber nichts Neues.

    Antworten
  5. Uwe Nowotnick
    Uwe Nowotnick sagte:

    Als Steuerberater kann ich nur den Kopf schütteln, wenn man in einem Land, dass die zweithöchste Steuer- und Abgabenlast verzeichnet (ergo seine Bürger bereits ordentlich zur Ader lässt), die Steuern erhöhen will. Ich kann Ihnen nur danken Herr Stelter, dass auch Sie dies immer mal wieder ansprechen.

    Man muss aber auch konstatieren, dass die Bürger eines solchen Landes im Durchschnitt sehr ungebildet sein müssen. Wer wählt denn solche Politiker? Am Ende ist es wohl eine Mischung aus Romantik, Weltverbesserer sein wollen und schlechter wirtschaftlicher Ausbildung begleitet von Medien, die schon lange ihren Auftrag vergessen haben und einem Bildungssystem, das Bildung nur noch im Namen führt, die einen Selbstmord auf Raten begünstigt. Schade für meine Kinder.

    Antworten
    • Richard Ott
      Richard Ott sagte:

      @Uwe Nowotnick

      “Als Steuerberater kann ich nur den Kopf schütteln, wenn man in einem Land, dass die zweithöchste Steuer- und Abgabenlast verzeichnet (ergo seine Bürger bereits ordentlich zur Ader lässt), die Steuern erhöhen will. (…) Man muss aber auch konstatieren, dass die Bürger eines solchen Landes im Durchschnitt sehr ungebildet sein müssen. Wer wählt denn solche Politiker?”

      Natürlich alle Profiteure dieser Politik, also Beamte, beamtenähnliche Beschäftigte in öffentlichen Einrichtungen (einschließlich Staatsmedien), Rentner und Hartzer. Zusammengenommen ein wesentlicher Teil der Bevölkerung.

      Wenn deren Einkommen nicht mehr reichen, weil die Steuern erhöht wurden (oder es massive Inflation gibt), dann werden halt die Bezüge, Renten beziehungsweise Transfereinkommen erhöht. ;)

      Interssant wird es dann, wenn die verschiedenen parasitären Geschäftsmodelle sich so weit ausweiten, dass das Überleben des Wirts bedroht ist, zum Beispiel durch die “Energiewende” oder eine “einladende Migrationspolitik auch für Unqualifizierte”.

      Ob die oben beschriebene Klientel so dumm ist, dann immer noch die gleichen Parteien zu wählen?

      Antworten
      • Gnomae
        Gnomae sagte:

        @ Richard Ott

        “einladende Migrationspolitik auch für Unqualifizierte”

        Migration hat auch eine Bringschuld, nämlich die deutsche Sprache richtig zu lernen. Das Völkerrecht verbietet meines Erachtens nicht, die Leute ordentlich zu integrieren und auch Anforderungen zu stellen. Dies scheint ein kommunikatives Problem zu sein, da die Anforderungen nicht klar von der Politik definiert werden.

      • Richard Ott
        Richard Ott sagte:

        @Gnomae

        ” Das Völkerrecht verbietet meines Erachtens nicht, die Leute ordentlich zu integrieren und auch Anforderungen zu stellen.”

        Natürlich nicht. Aber wieso sollte das auch verboten sein? In der Genfer Flüchtlingskonvention (aus der ein Staat übrigens auch austreten kann, wenn die ihm zu weit geht) steht sogar drin, dass Personen auch mit Flüchtlingsstatus aus dem Aufnahmeland wieder rausgeschmissen werden dürfen, wenn die dort wegen Straftaten verurteilt werden…

        “Dies scheint ein kommunikatives Problem zu sein, da die Anforderungen nicht klar von der Politik definiert werden.”

        Wieso kommunikativ? Wir kommunizieren doch klar “wir nehmen jeden” und “in Deutschland gibt es die höchsten Sozialleistungen” – und dann spricht sich auch noch “wer einmal in Deutschland ist, wird nur selten wieder abgeschoben” herum.

        Das alles führt zu einer Negativauslese bei den Migranten. Die Intelligenten und Fähigen gehen lieber in die USA oder nach Kanada oder UK oder in die Schweiz, da zahlen sie auch weniger Steuern als hier…

        Das Problem ist scheinbar ein Verständnisproblem und vermutlich in Wirklichkeit ideologisch. Die Grünen schreiben in ihrem Wahlprogramm 2021 zum Beispiel:

        “Wir wollen ein modernes Einwanderungsgesetz beschließen, das neue Zugangswege
        für Bildungs- und Arbeitsmigration schafft – auch im gering- und unqualifizierten Bereich” (Seite 98)

        Wir brauchen aber keine “neuen Zugangswege” für unqualifizierte Zuwanderer, solange es in der EU Staaten mit Massenarbeitslosigkeit gibt und solange von den seit 2015 zugewanderten Migranten aus Afrika und Nahem Osten ungefähr zwei Drittel Hartz4 bekommen!

        Anscheinend ist das aber zu schwer zu begreifen (was ich kaum glauben kann) – oder die Zuwanderung von Unqualifizierten wird in Wirklichkeit politisch gewollt, zum Vorteil der Asylindustrie und anderer gesellschaftlicher Gruppen und zum Nachteil aller derjenigen, die einen Großteil der Steuern und Sozialabgaben in Deutschland erwirtschaften…

      • Axel
        Axel sagte:

        @Richard Ott

        ” Das Völkerrecht verbietet meines Erachtens nicht, die Leute ordentlich zu integrieren und auch Anforderungen zu stellen.”

        Da leben sie aber weit hinter dem Mond.
        Lesen Sie doch mal:
        https://www.amazon.de/Die-offene-Gesellschaft-ihre-Freunde/dp/3596297710
        Die “offene Gesellschaft” ist nicht bloß ein Schlagwort, sondern eine Ideologie, die eine Welt ohne nationale Grenzen postuliert. Eine Welt, in der jeder Erdenbürger sich seinen Wohnort auf unserem Planeten frei aussuchen darf!
        Die Forderungen der Vertreter der offenen Gesellschaft gehen sogar so weit, daß schon die bloße Aufforderung zur Integration und kultureller/sprachlicher Anpassungsleistung unter Strafe zu stellen ist, da dies einen gesetzwidrigen Eingriff in die Persönlichkeitsrechte darstellen würde… !!!

        “…oder die Zuwanderung von Unqualifizierten wird in Wirklichkeit politisch gewollt, zum Vorteil der Asylindustrie und anderer gesellschaftlicher Gruppen und zum Nachteil aller derjenigen, die einen Großteil der Steuern und Sozialabgaben in Deutschland erwirtschaften…”

        Nein. Es ist doch viel simpler!
        Kennen Sie Ephraim Kishons “Der Blaumilchkanal”?
        Es ist das gleiche Prinzip: Im Grunde wißen Alle, daß sie einen irreversiblen Fehler historischen Ausmaßes fabriziert haben. Aber zugeben? Niemals! Das könnte Köpfe und schlaflose Nächte kosten. Da hilft dann nur noch die Flucht nach vorne. Das Ereignis muß (ich wiederhole mich), rhetorisch moralinsauer flankiert, positiv umgedeutet werden. Unter dem Deckmantel schöner Worte kann man sich unangreifbar machen, und bei genügend Innbrunst und gegenseitiger politischer, medialer und klerikaler Rückversicherung, sich selbst sogar soweit verleugnen, bis man selbst von der Richtigkeit des Handelns überzeugt ist. (“Umdeutung” ist ein bekanntes Phänomen in der Psychologie, um das Gewissen zu entlasten)
        Ebenso müßen Kritiker der unkontrollierten Migration mit den stärksten Schwertern bekämpft werden, welche den Delinquenten zu Verfügung stehen: Der Nazikeule und der Vorwurf des (hoch)Verrates unseres christlich humanitären Wertefundamentes. Was blieb denn der Regierungsmaschienerie sonst auch übrig?
        Alles Andere wäre doch einfach politischer Harakiri gewesen…

  6. foxxly
    foxxly sagte:

    die ganzen maßnahmen der politischen ausführenden/regierungen, dienen nur dazu der geld- und machteliten zu dienen und deren interessen zu steigern.
    das kreditgeldsystem ist dabei ein super werkzeug diese handler.

    durch neue kredite werden alle noch abhängiger, als davor.
    die kreditnehmer haben keine chance mehr aus diesen abwärtsstrudel herauszu kommen.

    die politischen entscheider halten aber die kreditnehmer bei laune, damit sie dabei bleiben; – wissentlich, dass jeder dieser maßnahmen noch schlimmer enden wird.

    unsere demokratie verkommt zu farce. sie wird ausgehebelt, wo es nur geht, und im volke,-bei niemanden leuchten die roten warnlampen; – perfekt gemacht!

    klaus schwab hat uns nur gesagt, was wir sowieso zu erwarten haben. da braucht das ewf garnichts selber dazutun.

    wir befinden uns in einer phase, in der die handler aus politik und großkapital, nur noch grob, massiv, kriminell (teils legalisierte -) hinterlistig etc. das volk täuschen und ausnehmen.

    die endphase dieser epoche nach dem WKII mit seinen aufbau etc., ist längst erreicht.
    vor der zerstörung kommt, der durch die politik legalisierte raub,- gegen den besitzenden und arbeitenden.

    jeder neue kredit verstärkt diese negativen wirkungen! die schlagzahl wird ständig erhöht.

    die masse der bürger begreift dies erst, wenn wir vollens im neuen arbeitslager uns befinden, vorher nicht!
    wenn wir nichts mehr besitzen, dann ist es bereits geschehen.

    wer jetzt noch glaubt, ein bedingungsloses grundeinkommen, sei die lösung und sowas wie eine pardiesische zukunft, der hat längst schon seinen verstand abgegeben.

    Antworten
    • Gnomae
      Gnomae sagte:

      @ foxxly
      “die ganzen maßnahmen der politischen ausführenden/regierungen, dienen nur dazu der geld- und machteliten zu dienen und deren interessen zu steigern.
      das kreditgeldsystem ist dabei ein super werkzeug diese handler.”

      Hier verkennen Sie klar die Ursache und die Wirkung. Ein Kredit als solcher bewirkt kein wirtschaftliches Wachstum. Zuerst entsteht eine Idee / ein Plan / eine Unternehmung, die in der Umsetzung hierfür Fremdmittel benötigt. Diese Fremdmittel sind zu verzinsen. Dies liegt in der Natur der Sache, da die Bank / der Kreditgeber das Kreditrisiko trägt. Der Zins ist also nicht Selbstzweck. Aus dem Zinsertrag sind die Geschäftsunkosten und das Risiko zu tragen, der Zins verbleibt also nur zu einem geringen Teil bei den Bankaktionären.

      In einer zyklischen Wirtschaft wird es immer Boom- und Bust-Phasen geben, mit entsprechender Rückwirkung auf Börsen und Banken.

      Die These der Existenz des Großkapitals erscheint klassenkämpferisch. Die Großindustrie als Aktiengesellschaft gehört meist einer Vielzahl von Aktionären, der Mittelstand mag oft in Familienbesitz sein. Lezteres bedeutet aber nicht, dass Kapital nicht gebunden ist in der Firma.

      Die Idee der sozialen Marktwirtschaft ist in der Tat unterwandert worden durch im Grunde nicht zurückzahlbare Versprechungen. Mit diesem Trend werden Sie leben müssen, da statistisch in der Bundesrepublik Deutschland eine Regierung zu erwarten ist, die bestenfalls den Status quo fortsetzt.

      Das Erfolgsrezept für Deutschland wäre aber eine noch stärkere Industrialisierung, auch durch Mittel des Wiederaufbaufonds.

      Antworten
      • foxxly
        foxxly sagte:

        @ gnomar 11:13
        >>Hier verkennen Sie klar die Ursache und die Wirkung. Ein Kredit als solcher bewirkt kein wirtschaftliches Wachstum. <<
        FALSCH!
        ein kredit bewirkt selbstverständlich wachstum, ob direkt oder indirekt.

        der kredit im unternehmen (was der größte anteil an krediten sein dürfte) bewirkt ein wachstum des BIP
        dies trifft sogar beim konsumkredit zu.

        am großkapital bemängle ich, dass sich ein beachtlicher anteil, außerhalb der realwirtschaft bewegt,

        aber noch viel mehr, dass dieses die regeln etc. in politik und gesellschaft bestimmen.

        zweck: wie kann die arbeitsleistung und das ersparte am besten und schnellsten in richtung großkapitals umverteilt werden

        ein system, egal welches, das die schieflagen von arm und reich, von macht und ohnmacht etc. fördert, spaltet, oder systemisch in sich trägt,
        kann doch niemals ein erstrebenswertes und schützenwertes sein, oder?

        ein system, welches ein exponentielles wachstum erzwingt und sich am ende selber zerstört und dies die "lenker" ganz sicher wissen, ist doch mehr als verrückt.

        es gibt seit rund 30 jahren einen neuen tatbestand im internationalen recht: "das verbrechen gegen die menschlichkeit"

        das kreditgeldsystem sollte unbedingt dazu gehören!

      • Richard Ott
        Richard Ott sagte:

        @Dagobert

        Solange Sie nich nicht in einem Bundesland leben, das von der SED mitregiert wird (Berlin, Thüringen), scheinen sich die Hausdurchsuchungen zur Schikane politischer Gegner noch in Grenzen zu halten…

      • Johannes
        Johannes sagte:

        @ Herrn Ott: In Thüringen scheint es der grüne Innenminister [hat seinen “(leib)”eigenen Geschäftsbereich = Staatsanwaltschaft] gewesen zu sein (sicher weiß man es natürlich nicht), der die Aktion beim Vorsitzendern der AfD in Thüringen sowie bei dem Richter mit dem “unwünschten” Corona-Urteil “angestoßen” hat.

      • Richard Ott
        Richard Ott sagte:

        @Johannes

        Ja, diese Erklärung habe ich auch schon gehört. Der “Hinweisgeber” für die Erwirkung des Durchsuchungsbeschlusses soll ausgerechnet ein Mitarbeiter des Thüringer Innenministeriums gewesen sein. Sehr interessant, wer anscheinend alles mit wem zusammenspielt, um eine Hausdurchsuchung bei einem Tatvorwurf zu erwirken, bei der die Tat selbst aus einer öffentlichen Äußerung besteht. Um normale “Beweissicherung” geht es dabei offensichtlich nicht.

        Der Innenminister von Thüringen ist allerdings SPD-Mitglied, und nicht bei den Grünen. Naja, diese Partei war ja in der DDR lange Zeit mit der SED fusioniert, vielleicht kennt man sich noch aus guten alten Zeiten…

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