Wie endet die Schuldenblase? Inflationär, deflationär, geordnet?

Dies ist wohl die Frage, die ich am meisten gestellt bekomme, gefolgt davon, was man mit seinem Geld am besten machen sollte. Ehrlicherweise muss ich auf beide Fragen antworten, dass ich es letztlich auch nicht weiß. Es hängt nämlich zusammen.

Wenn man erkannt hat, dass wir uns dem Ende einer jahrzehntelangen Schuldenorgie nähern, in der wir Konsum vorgezogen und heftig spekuliert haben, ist die Frage nach dem „Was-nun?“ nur konsequent. Und dieses „Was-nun?“ ist dann auch relevant für die geeignete Lösung, mögliche Szenarien und damit auch für die richtige Strategie, um mit seinem Vermögen darauf zu reagieren, siehe „Eiszeit in der Weltwirtschaft“. Deshalb heute Martin Wolf von der FT. Ein unstrittig heller Kopf, der aber letztlich auch nur die Szenarien beschreiben und seiner Hoffnung Ausdruck verleihen kann:

  • Some warn that the world of high debt and low interest rates will end in the fire of inflation. Others prophesy that it will end in the ice of deflation. Others, such as Ray Dalio of Bridgewater, are more optimistic: (…) it will be neither too hot nor too cold, (…) at least in countries that have had the fortune and wit to borrow in currencies they create freely.“ bto: Letzteres bedeutet eine andere Art der Entwertung von Schulden und Forderungen. Wenn es stimmt, befinden wir uns im Euroraum, wie auch von mir immer wieder beschrieben, in einer wenig komfortablen Lage. Wir müssen 19 Länder unter einen Hut bringen und es wird eine Weile dauern, bis die deutsche Regierung einer Monetarisierung – und um die geht es auch Dalio – zustimmen wird. Und wohl noch länger werden wir darauf warten müssen, dass wir den Blödsinn der „schwarzen Null“ aufgeben.
  • „William White, former chief economist of the Bank for International Settlements, presciently warned of financial risks before the 2007-09 financial crisis. (…) warned of another crisis, pointing to the continuing rise in non-financial sector debt, especially of governments in high-income countries and corporations in high-income and emerging economies. Those in emerging countries are particularly vulnerable, because much of their borrowing is in foreign currencies.“ – bto: Und White ist sicherlich der smarteste. Hier ein paar seiner Beiträge auf bto:
  • Zunächst das Szenario Inflation: „Much of what is going on right now recalls the early 1970s: (…) a long period of stable and low inflation has calmed fears of an upsurge, even though unemployment has fallen to low levels. [In the US, it is at its lowest level since 1969.] Some suggest that the Phillips curve — the short-term relationship between unemployment and inflation — is dead, because low unemployment has not raised inflation. More likely, it is sleeping. (…) In some ways, a rise in inflation would be helpful. A sudden jump in inflation would reduce debt overhangs, notably of public debt, just as the inflation of the 1970s did.“ – bto: das sicherlich. Die Frage ist, ob der Vergleich passt. Damals hatten wir nicht den enormen Schuldenüberhang wie heute. Zwar waren auch damals Assets teuer, aber längst nicht so teuer wie gegenwärtig. Insofern ist es schwieriger, Inflation zu erzeugen.
  • Aber selbst die Inflation wäre nicht so schmerzfrei wie erhofft: „Yet higher inflation would also lead to a rise in long-term nominal interest rates, which tend to front-load the real burden of debt service. Short-term rates would also jump as they did in the early 1980s. Risk premia would rise. High-flying stock markets might collapse. Labour relations would become more strife-prone, as would politics. This disarray would hit unevenly, causing currency disorder. The loss of confidence in public institutions, notably central banks, would be severe. In the end, the likely stagflation would end in severe recession, as in the 1980s.“ – bto: Das unterstreicht, dass die Inflation nicht schmerzfrei ist. Vermutlich würde sie den ohnehin bestehenden Trend gegen das Kapital und die Besitzenden verstärken.
  • Nun zur Deflation (was wohl eher eine deflationäre Depression wäre): „This might begin with a sharp negative economic shock: a worsening trade war, a war in the Middle East or a crisis in private or public finance, possibly in the eurozone, where the central bank is relatively constrained.“ – bto: So ist es. Gerade bei uns braut sich das größte Problem zusammen aus einer Kombination einer dysfunktionalen Währungsunion, schlechter Demografie und noch schlechterer Politik.
  • „The result could be a deep recession, even a lurch into deflation, so worsening the debt overhang. The big difficulty would be knowing how to respond given that interest rates are already so low. Conventional policy (lower short-term rates) and conventional unconventional policy (asset purchases) might be insufficient. A range of other possibilities exist: negative rates from the central bank; lending to banks at lower rates than the central bank pays on their deposits (was nichts anderes al seine Subvention der Banken ist, kann man auch einfacher und effizienter organisieren); purchase of a much wider range of assets, including foreign currencies; monetisation of fiscal deficits; and ‚helicopter drops‘ of money.“ – bto: Ich denke, wir werden all dies erleben. Ich bin, vor die Wahl gestellt, mehr bei dem Deflationsszenario. Und die Instrumente werden schon vorbereitet.

Quelle: FT

  • „Much of this would be technically or politically problematic, and would require close co-operation with the government. Meanwhile, if governments acted too slowly (or not at all) a depression might ensue, as in the 1930s, via mass bankruptcy and debt deflation.“ – bto: Ich denke, wir laufen in Europa ernsthaft in die Gefahr. Generell dürfte es aber so radikale Monetarisierung mit sich bringen, dass wir die Chance haben, dass es nicht so schlimm wird, wie in den 1930er-Jahren.
  • „Mr Dalio argues, a golden mean is possible. Fiscal and monetary policy would then co-operate to generate non-inflationary growth. Changes in fiscal incentives would discourage debt and encourage equity. Government policy would shift income towards spenders, reducing our current reliance on debt-fuelled asset bubbles for sustaining demand. (…) Even if real interest rates rose, perhaps because productivity growth strengthened durably, the impact of robust non-inflationary growth on the debt burden would almost certainly outweigh a move to somewhat higher interest rates.“ – bto: Ja, wer wünscht sich das nicht. Mehr Umverteilung hilft (in Ländern wo diese noch nicht funktioniert, wie in den USA), die Idee Eigenkapital besserzustellen und Schulden weniger attraktiv zu machen, bringt Assetpreise unter Druck und damit Schuldner. Gefährlich und deshalb unwahrscheinlich vor der Bereinigung. Danach eher. Woher das Produktivitätswachstum jetzt kommen soll, ist mir nicht klar.
  • „We would (…) be moving out of ‚secular stagnation‘ into something less bad. That shift might be tricky. But it would be to a better world. It is not necessary to repeat the mistakes of either the 1930s or the 1970s. But we have made enough mistakes already and are, collectively, making enough more right now to risk either outcome, possibly both. A breakdown of the global economic and political order seems conceivable. The impact on our debt-encumbered world economy and increasingly fraught global politics is impossible to calculate. But it could be horrendous.“ – bto: So ist es. Bleibt der Eindruck, dass Martin Wolf – wie jeder vernünftig denkende Mensch – auf Szenario 3 hofft, es aber nicht für das Wahrscheinlichste hält. Da geht es ihm dann so wie mir.
Kommentare (31) HINWEIS: DIE KOMMENTARE MEINER LESERINNEN UND LESER WIDERSPIEGELN NICHT ZWANGSLÄUFIG DIE MEINUNG VON BTO.
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    Peter A. sagte:

    In dem Artikel findet sich u.a. die Aussage „die Idee Eigenkapital besserzustellen und Schulden weniger attraktiv zu machen, bringt Assetpreise unter Druck und damit Schuldner. Gefährlich und deshalb unwahrscheinlich vor der Bereinigung.“. Der ist soweit auch nicht zu wiedersprechen. Es gäbe daaber einen naheliegenden (nicht schmerzfreien) Ausweg. Bei hoch- oder gar überschuldeten Unternehmen wäre es angebracht einen (teilweisen) Tausch Debt to Equity zu erzwingen. Das schwierigeste wäre dabei natürlich die Konditionen fair festzulegen. Begründung für eine solche Regelung. a) Die Schulden ertrücken die Unternehmen b) Eine einfache Schuldenreduktion wäre auch nicht fair und würde nachträglich praktisch hohe Schulden honorieren. c) Beim Tausch Debt to Equity haben einerseits die Gläubiger noch Anteil an den zukünfitgen Erfolgen, wenn die Schuldenlast reduziert ist. Andererseits gibt es einen gewissen Mallus wenn man die Überschuldung gefördert hat c) Die bisherigen Eigentümer verlieren (teilweise) Einfluss und Ertrag wenn sie eben bei denSchulden zu hoch gepokert haben.
    Natürlich rettet sowas auch keine Firma bei der es kein funktionierendes Geschäftsmodell gibt. Aber es hilft wenn das Kerngeschäft durchaus profitabel ist aber (nur) die Schuldenlast zu groß ist und auch jede sinnvolle Zukunftsinvestition verhindern.
    Lösung ist sicher problematisch, aber wahrscheinlich besser als die Alternativen.

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      Thierry sagte:

      @ Peter A.

      Als Gedankenansatz nicht schlecht. Aber das hatten wir doch schon bei der Bankenrettung. Nur gibt es da die Bankenaufsicht, die das erzwingen kann durch Androhung noch härterer Massnahmen. Dieser Hebel fehlt in den übrigen Fällen. Und ob die Einsicht der Beteiligten soweit reicht, es freiwillig zu versuchen, kann man stark bezweifeln.

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        ruby sagte:

        Thierry, dominiert nicht eine Geldverfassung in der es für die Urheber der Rechtsgrundlagen gleich ist ob Eigenkapital oder Fremdkapital die Flußgrößen Verzinsungen (negativ oder positiv) in die Bilanzbestände füllt besonders, wenn Insolvenz nicht mehr zugelassen wird? Die Bankenaufsicht ist doch nur ein rechenkünstlerich-akademisches Feigenblättchen geworden?

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    troodon sagte:

    @ Susanne Finke-Röpke
    „Ein Vorteil hat eine Schuldenkrise auf jeden Fall: eine Menge Leute müssen sich aufgrund ihrer Arbeitslosigkeit und ihrer Mittellosigkeit Gedanken machen, wie es weitergeht. Und das fördert die Kreativität,…“
    Da sind Sie aber optimistisch…
    Kreativität ja, aber eher dahingehend welche sozialpolitischen Maßnahmen erschaffen werden sollen um die Auswirkungen einer Krise abzufedern.
    Ausnahmen davon würde es selbstverständlich auch geben

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      Horst sagte:

      „Ein Vorteil hat eine Schuldenkrise auf jeden Fall: eine Menge Leute müssen sich aufgrund ihrer Arbeitslosigkeit und ihrer Mittellosigkeit Gedanken machen, wie es weitergeht. Und das fördert die Kreativität,…“

      Ja, und ganz bestimmt auch die Kriminalität…

      Dann doch lieber ein BGE (das aufgrund des sozialen Drucks kommen werden muss), als in ständiger Sorge darüber zu sein, dass die nächsten Angehörigen „da draußen“ (im Stadtraum z.B.) sich in unsicheren Gefilden bewegen.

      Ich frage mich, wie man in Bezug auf eine Schuldenkrise mit dieser Konsequenz derartige Vorteile erkennen mag, resp. welches Menschenbild einer solchen conclusio zugrunde gelegt werden kann…

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        Richard Ott sagte:

        @Horst

        Sie haben selbst das viel gruseligere Menschenbild wenn Sie „in ständiger Sorge“ darüber sind, dass Ihre Angehörigen von Kriminellen ausgeraubt werden, wenn man denen kein „bedingungsloses Grundeinkommen“ zahlt.

        Oder wohnen Sie vielleicht in Bremen oder Berlin in der Nähe eines der vielfältigen und bunten Clan-Gebiete?

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        Susanne Finke-Röpke sagte:

        @Horst:

        Mein Menschenbild orientiert sich ganz klassisch an der hierzulande noch überwiegenden Form des Menschen, der versucht, auf legalem Wege mit seiner eigenen Hände (oder Kopf) Arbeit sich und seine Familie zu ernähren.

        Und jetzt muss man halt mal darüber reden, was Schuldenkrise für Sie heißt. Ich rede jetzt nicht davon, dass Städter wie 1946 auf dem Land den Bauern die Kartoffeln vom Acker klauen müssen. Es geht wie in meiner Antwort an Markus oben um die, die den bequemen und wenig innovativen Job gegen einen innovativen unbequemen tauschen müssen.

        Ein Horrorszenario wie aus einem apokalyptischen Film habe ich jetzt bewusst nicht betrachtet.

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      Susanne Finke-Röpke sagte:

      @troodon:

      Und genau da sprechen Sie im Gegensatz zu manchem Mitforisten den eigentlichen Knackpunkt an: Wie geht die Gesellschaft, wie geht der Staat mit der Krise um? Geht es nur um sinnlose Umverteilung wie aktuell bei der „Respekt-Rente“ der SPD? Oder analog zum „New Deal“ in den USA mit der Errichtung von Wasserkraftwerken oder High Ways unter Roosevelt in den 30ern, die enorme Vorteile für die USA in späteren Jahrzehnten nach sich zogen? Ich hoffe auf die „New-Deal-Variante“, aber die Zeichen dafür stehen m.E. in Deutschland politisch und gesellschaftlich eher auf Sozialpolitik. Und das alleine wäre schlecht.

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    Susanne Finke-Röpke sagte:

    bto: „Woher das Produktivitätswachstum jetzt kommen soll, ist mir nicht klar.“

    Wie immer durch nicht vorhersehbare Technologiesprünge (Landnahmen und andere politische Ereignisse lasse ich jetzt mal außen vor), die natürlich auch ausbleiben können. Die Dampfmaschine war ein solcher technischer Sprung, die Elektrizität und der Verbrennungsmotor auch. Eventuell wird KI so einer und dann wird man weitgehend unabhängig von der Geldpolitik und der aktuellen Verschuldung damit Gewinne machen können. Allerdings muss das dann schon in einer anderen Liga passieren als z.B. jetzt gerade mit den Mährobotern für den Rasen, vielleicht etwa beim selbstfahrenden KFZ (inkl. LKW), beim 3-D-Druck und/oder in der Robotik.

    Niemand weiß es, denn der PC hat etwa nicht den Produktivitätsfortschritt gebracht, den man sich erwartet hat und auch die politische Änderungen (inkl. Liberalisierungen) sind in etlichen Nationen und Regionen nicht wirklich erfolgreich gewesen (z.B. in Süditalien). Es müssen also anscheinend unterschiedliche Faktoren zusammentreffen, u.a. auch der Bildungswillen einer Nation und deren aktuelle Einstellung zum Privateigentum. Und hier können selbst ganze Staaten auseinanderdriften (z.B. Nord- und Südkorea, BRD und DDR, nördliches und südliches Ex-Jugoslawien, etc.) bzw. auf- und absteigen (z.B. Singapur nach oben oder Argentinien runter).

    Ein Vorteil hat eine Schuldenkrise auf jeden Fall: eine Menge Leute müssen sich aufgrund ihrer Arbeitslosigkeit und ihrer Mittellosigkeit Gedanken machen, wie es weitergeht. Und das fördert die Kreativität, denn man muss beruflich mehr riskieren als in „langweiligen“ Zeiten.

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      Horst sagte:

      „z.B. Nord- und Südkorea, BRD und DDR, nördliches und südliches Ex-Jugoslawien“

      Es war im zeitlichen Verlauf keine freie Entscheidung dieser Staaten, „auseinanderzudriften“. Vielmehr sind diese genannten Staaten aufgrund geo-strategischer Überlegungen (gewaltsam) „auseinandergedriftet“ worden.

      Zum Balkan insbesondere: Gerhard Herm: Der Balkan – Das Pulverfass Europas

      Was also genau möchten Sie zum Ausdruck bringen?

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        Susanne Finke-Röpke sagte:

        @Horst:

        Geostrategische Überlegungen und gewaltsames Auseinanderdriften spielen natürlich eine Rolle, aber das alleine ist es nicht. Wenn die Nordkoreaner beispielsweise heute beschließen würden, dem chinesischen Modell zu folgen, ist m.E. ein neues Wirtschaftswunder dort ziemlich sicher. Ganz ohne Geostrategie. Und da wird sich vermutlich geostrategisch keiner einmischen, denn ein Land mit Atomwaffen und potentieller Hungersnot will keiner haben.

        Was ich damit sagen wollte: Hr. Dr. Stelter fragt, wo die Produktivitätsfortschritte herkommen sollen. Die Antwort lautet: die können sie nur für die eine Hälfte, nämlich die Rahmenbedingungen (z.B. Investitionen in MINT-Ausbildungen, planen. Der Rest ist mehr oder weniger unvorhersehbar, wie z.B. die Entwicklung der Dampfmaschine oder des Internets. Vielleicht sitzt heute schon ein Student irgendwo an DER genialen Idee der nächsten technischen Revolution und man fragt sich hinterher, warum das keiner vorhergesehen hat. Vor 30 Jahren war das Internet noch gar nicht geboren und heute pflügt es ganze Wirtschaftszweige um. So etwas können Sie nicht wirklich vorhersagen, planen oder steuern.

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      Markus sagte:

      @SFR:
      Das mit der Kreativität in Krisenzeiten würde ich jetzt nicht so unterschreiben. Nach dieser Logik bringt man am besten maximalen Termindruck in SW-Projekte, um beste Qualität zu erreichen. Oder Schwarzafrika müsste extrem innovativ sein.

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        Susanne Finke-Röpke sagte:

        @SFR: Ich rede nicht von Qualität. Und in Schwarzafrika fehlt bildungstechnisch einfach jede Basis für technische Innovationen und das wissen Sie auch.

        Ich rede beispielsweise von dem Ingenieur, der statt einen sicheren und gut bezahlten Job in der Dieselmotorenentwicklung von Daimler zu beginnen, gezwungen ist, sich in einem innovativen Start-up zu bewähren, obwohl er das sonst gar nicht machen würde, weil der Job unsicherer und schlechter bezahlt ist und im Gegenzug die Arbeitszeiten länger sind..

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      Kermit der Laubfrosch sagte:

      Frau Finke-Röpke,
      da Sie es ja offensichtlich kaum erwarten können, bis der Laden auseinander kracht, gehe ich dann mal davon aus, dass Sie die von Ihnen so hoch gelobten „Vorteile“ voll auskosten werden und sich an vorderster Front in die „Menge Leute“ einreihen wollen.
      Doch nicht? Dann sollten Sie vielleicht Ihre Aussage noch einmal überdenken.

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        Richard Ott sagte:

        @Kermit

        Klar, dass Linksradikale nervös werden, wenn dem Staat in der Krise das Geld anderer Leute zum Verteilen ausgeht – das ist schließlich das einzige Feld, auf dem sie irgendwelche Kreativität besitzen.

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        Horst sagte:

        „…das Geld anderer Leute…“

        Jedes Geld ist das Geld anderer Leute – Ihre Art der Argumentation ist auf einfachste Effekthascherei ausgelegt kombiniert mit egozentrischen liberalen Wahnvorstellungen, Sie Liberal-Radikaler.

      • Avatar
        Susanne Finke-Röpke sagte:

        @Kermit: Das ist – mit Verlaub – einfach nur falsch. Ich würde mir wünschen, dass der Laden nicht auseinanderkracht, aber wenn die Weichen falsch gestellt sind, wäre es illusorisch zu glauben, das Ganze löst sich einfach in Wohlgefallen auf.

        Aber es ist nun einmal Tatsache, dass die großen Entdeckungen und Erfindungen stets nicht von wohlhabenden und materiell satten Leuten gemacht wurden, sondern von ehrgeizigen und materiell hungrigen Leuten gemacht wurden. Und ich habe nicht von „Vorteilen“ gesprochen, sondern nur von diesem einen Vorteil, der das einzig positive in einer Flut von Negativmeldungen sein wird.

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        Richard Ott sagte:

        @Horst

        Was ist denn bitte ein „Liberal-Radikaler“? Haben Sie ein mit Begriffskärtchen gefülltes Jutesäckchen und ziehen daraus immer die neuesten Beschimpfungen für mich?

        PS: Ihr Geld ist sicherlich nicht mein Geld, oder? Es sei denn natürlich, ich nehme es Ihnen weg…

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        Kermit der Laubfrosch sagte:

        @SFR, dann sollten Sie vielleicht vorsichtiger formulieren. Zum Missverständnis gehören zwar immer zwei, aber es waren nun keine Gedankenverenkungen notwendig, um in Ihrer Aussage, das was Sie nicht sagen wollten, zu verstehen. Ist ja nun klar gestellt.
        Was die Erfindungen angeht, bin ich mir nicht sicher, ob Sie die materiellen Aspekte nicht etwas überbewerten – vielen Erfindern geht es doch vor allem darum, etwas Neues auszuprobieren oder zu schaffen. Ob sich das gut verkauft, stellt sich erst später heraus.

      • Avatar
        Horst sagte:

        „PS: Ihr Geld ist sicherlich nicht mein Geld, oder?“

        Verstehe, Sie schaffen sich also Ihr eigenes Zahlungsmittel, den Ottchen-Taler…

        Sie sind also nicht auf Transaktionen „von außen“ angewiesen (z.B. bei der Auszahlung Ihrer BMW-Dividenden (die Sie nur erhalten können, weil andere Menschen diese Fahrzeuge nachfragen))?

        Da Sie so gerne mit dem Radikalismus-Begriff jeglicher Couleur operieren, überlasse ich es nun Ihrer ausgeprägten, da nachgewiesener, Kreativität, diesen so zu deuten, wie es Ihnen am besten passt – das halten Sie meiner Ansicht nach ja in jeder Diskussion so…

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        Richard Ott sagte:

        @Horst

        „Verstehe, Sie schaffen sich also Ihr eigenes Zahlungsmittel, den Ottchen-Taler…“

        Ich halte das Szenario, dass wir alle mit einem nach mir benannten Zahlungsmittel bezahlen zwar für ausgesprochen abwegig – aber selbst dann würden sogar Leute wie Sie wahrscheinlich sehr aggressiv, wenn ich einfach so herbei käme und die in Ihrem Besitz befindlichen Taler (vulgo „Ihr Geld“) einsacken würde.

        „Da Sie so gerne mit dem Radikalismus-Begriff jeglicher Couleur operieren, überlasse ich es nun Ihrer ausgeprägten, da nachgewiesener, Kreativität, diesen so zu deuten, wie es Ihnen am besten passt – “

        Nein. Für den Blödsinn, den Sie schreiben, sind Sie immer noch selbst verantwortlich.

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        ruby sagte:

        Für mich fasse ich die Gedankenwelten dialektisch so zusammen: dort die, die alle sieben Milliarden Menschen per Helikopter mit dem BGA versorgen und hier die Utilitaristen, die ihr Konto wachsen lassen, Realluxuslife zelebrieren und für die andere alles vorarbeiten und mal der eine oder eine zu ihnen stoßen sollte, weil sein Geschäftsmodell optimal agiert.
        Wissenschaften machen es sich einfach, sie bleiben angeblich wertneutral. Aber durchläuft ein Menschenleben nicht mehrere Phasen und sollte sich entscheiden können oder dürfen das nur eine begrenzte Zahl?
        Es geht auch, beide los zu werden, aber die Unterschiedlichkeiten bleiben. Eine räumliche Trennung dieser widerspricht der Globalisierung, deren Vertreter wollen ihr Menschenbild durchregieren.
        Die Aufklärung stößt an ihre Grenzen.

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    Richard Ott sagte:

    Hier ein besonders fieses Szenario:

    Wieso eigentlich entweder Deflation oder Inflation? Für Spekulanten maximal profitablel wäre ein Krisenzenario, bei dem sich Inflation und Deflation abwechseln. Also zum Beispiel erst eine Zeit lang hohe Inflation, die idealerweise auch noch viele skeptische Leute dazu verleitet sich doch noch zu verschulden, und dann der Zusammenburch (balance sheet recession) mit heftiger Deflation. Wer zu dem Zeitpunkt noch Eigenkapital hat, kann extrem billig auf Einkaufstour gehen.

    Das Timing ist natürlich sehr schwer, aber wenn man vorher weiß, wann genau die Inflation in Deflation übergeht (zum Beispiel weil ehemalige Banker-Kollegen in der Zentralbank sitzen…) dann kann man fette Profite einstreichen.

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      jobi sagte:

      @ Herrn Ott
      „Für Spekulanten maximal profitablel wäre ein Krisenzenario, bei dem sich
      Inflation und Deflation abwechseln“

      Aber genau dieses Szenario haben wir doch spätestens seit Greenspan und der dot-com-Blase.
      Die Insider würden vermutlich alles dafür tun, dieses Szenario in die 3.
      Verlängerung zu schicken ..
      Allerdings ist es wohl auch mitverantwortlich für die politischen Veränderungen
      in der Welt – und die zeigen nun mal in Richtung Konfrontation ..

      So etwas wie ein „Beautiful Deleveraging“ wäre nur möglich bei koordiniertem
      Vorgehen aller Gx Notenbanken UND Regierungen – ergo ein rein akademisches
      Wunschszenario.

      Für mich deshalb am plausibelsten:
      Eine deflationäre Krise – und potenzielle Trigger gibt es reichlich – wird zu
      hektischen Maßnahmen der Notenbanken und eher unkoordinierten Reaktionen der Regierungen führen.

      Ausgang vollkommen ungewiss.

      Antworten
  5. Avatar
    ruby sagte:

    Mensch Herr Tischer, da haben wir ja bei beide dasselbe mit verschiedenen Worten ausgedrückt.
    Läßt mich das nachdenklich werden Frage ich mich jetzt?

    Antworten
  6. Avatar
    ruby sagte:

    Meine persönliche Bobachtungen und Analysen seit 1973, dem Beginn der Kreditgeldgesellschaften wäre, die Inflationsphase beginnt mit den speziellen Angebots- und Nachfragespezifikationen der klassischen Lehren, in denen wir gerade voll hochfahren sowie dem verstärkten Bestreben Umsatzbesteuerungen durchzusetzen und danach der Deflationphase, die startet, wenn die neuen Instrumente der Virtual Wealth Pumpmaschiene die Konsumenten nicht erreichen, um den inflationären Sektorenentwicklungen zu folgen, was durch fehle Mobilität der Personen und Facilities begründet wird, bzw. durch politisch-staatliche Mißbilligung der erlösmindernden Migrationeinströme erst nachläufig gestoppt wird, und kein zielgenauen Produktionen und Konsumptionen mehr realisiert. Wie eine regionale Restrukturierung von Wirtschaftspolitik erfolgt, wird dann konkret und nicht durch Wirtschaftstheorie geleitet.
    Eruption statt/vor Evolution Ist mein Horizont.

    Antworten
  7. Avatar
    Dietmar Tischer sagte:

    Genaues weiß man nicht, kann man nicht wissen.

    Man kann nur Szenarien gewichten.

    Meine Einschätzung:

    Erstens:

    Die Schuldenblase lässt sich noch weiter aufblasen.

    Zweitens:

    Das Ende der Schuldenblase wird weder durch eine im Konsens zu erreichende Entschuldung mit Gläubigerverzicht erfolgen, noch wird man durch Wachstum aus der Verschuldung herauskommen können.

    Drittens:

    Von den beiden m. A. n. realistischen Szenarien gebe ich der Monetarisierung, d. h. Varianten von Helikoptergeld durchaus eine Chance, weil sie eine elegante, ohne großen institutionellen Aufwand zu verwirklichende Lösung sind, die durch Verschuldung geschaffen Geldmenge in Richtung abnehmender Bedeutung zu relativieren.

    Dieses Szenario würde m. A. n. in nicht mehr kontrollierbarer Inflation enden und daher gleichermaßen ein hohes Krisenpotenzial aufweisen.

    Das Szenario, das ich für sehr realistisch halte angesichts der Entwicklungen der letzten Jahre:

    Wenn STAGNATION das BESTMÖGLICHE Szenario vor allem bei fortschreitender Globalisierung und zunehmender demografischer Schieflage ist, aber auch durch andere Entwicklungen wie Digitalisierung und Migration bedingt wird, werden sich die Gesellschaften durch VERTEILUNGSKÄMPFE derart destabilisieren, dass institutionelle Rettungsmaßnahmen, etwa durch die Notenbanken nicht mehr greifen.

    Initialzündungen und Abläufe sind nicht vorherzusehen, sicher erscheint mir aber wegen der Verflochtenheit realwirtschaftlicher Prozesse UND der globalen Interdependenzen des Finanzsektors:

    Das System wird kollabieren.

    Der ENTSCHEIDENDE Unterschied zur Lehman-Krise und zukünftigen Krisen:

    Er ist die SPALTUNG der Gesellschaften, nicht die mehr oder weniger gelungene Stabilisierung des Finanzsystems.

    Antworten
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    Johannes sagte:

    Wie sind historisch gesehen, die bisherigen Prozesse, die zu Schuldenblasen führten zu Ende gegangen? Nach meinem Wissen, allesamt ungeordnet (mehr oder weniger). Warum sollte es DIESES Mal anders sein? Weil die Notenbanken massiv und weltweit koordiniert, das Platzen bislang verhindern konnten? Ich denke nicht. Hoffe lediglich, dass der Grad der Ungeorndetheit nicht allzu hoch und zerstörerisch ist.

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    • Avatar
      Beatosan sagte:

      Sie haben aber schon den Untertitel der Webseite gesehen: „World News Daily Report: Where facts don’t matter“.
      Siehe auch rechts die „Trending Now“ Beiträge…

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    • Avatar
      Richard Ott sagte:

      @General Schmauz

      Lassen Sie diese unglaublich billigen Diskreditierungsversuche doch in Zukunft einfach sein.

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