Dient QE einem Ziel, wird es Zeit, es zu beenden

Die Kritik an Quantitative Easing (QE) wird lauter. The Economist fordert konsequenterweise eine offenere Kooperation der staatlichen Institutionen Notenbank und Finanzministerium:

  • “On august 26th central bankers will gather for their annual Jackson Hole jamboree with the shine having come off their record. (…) an inflation surge has made a mockery of the Federal Reserve’s forecasts; a parliamentary committee has said that the Bank of England has a ‘dangerous addiction’ to buying bonds; and everybody expects the European Central Bank (ecb) to undershoot, over a period of years, its shiny new ‘symmetric’ inflation target of 2%, unveiled in July.” – bto: Kurz gefasst haben die Notenbanken vermeintlich viel Macht und Kenntnis, beweisen diese in der Praxis jedoch nicht.
  • “(…) the trickiest challenge facing central banks is when and how to reverse the past year-and-a-half of quantitative easing (qe), the buying of long-term bonds using newly created money. On current forecasts rich-world central banks’ balance-sheets will have reached a combined $28trn in size by the end of the year, about two-fifths of which is attributable to qe during the pandemic. Critics says central banks face a ‘qe ratchet’ because their bond holdings only go in one direction (…).” – bto: So ist es und so muss es bleiben. Es wird schon schlimm genug, wenn die Geschwindigkeit der Käufe zurückgeht.
  • “(…) there is only weak evidence that accumulating or holding bonds helps economies much when, as now, financial markets are calm. The trouble is that investors have been encouraged to interpret decisions about qe as a signal about when central banks might raise interest rates, a policy whose effects are more tangible. The resulting sensitivity of interest-rate expectations to qe announcements makes the policy hard to unwind. (…) In the euro zone things are further complicated because qe has also had the side-effect of mutualising some of the debts of member states.” – bto: Schön, dass das The Economist so offen ausspricht. Die EZB sozialisiert die Staatsschulden zulasten der deutschen Steuerzahler. Ich denke, das Problem beginnt bereits bei einer Verlangsamung der Käufe!
  • “Buying bonds is an essential tool for stabilising financial markets in a crisis like that of spring last year. But it is increasingly clear that it should fall to government spending or tax cuts to rescue the real economy when interest rates have already reached zero. Today’s economic data bear that out: one reason America has a troublesome price surge while the ecb’s inflation target looks unfeasibly high is that America has had much more fiscal stimulus—cumulative qe, as a share of gdp, has been similar.” – bto: Und wir wissen, dass die Staatsverschuldung letztlich Geld schafft und damit die Grundlage für Inflation. Das hängt zusammen. QE ändert nur die Art dieser Schulden. Bankreserven statt Anleihen.
  • “One danger (…) is that bloated central-bank balance-sheets are a threat to the stability of the public finances. Purchases of long-term bonds are paid for by creating central-bank reserves—electronic cash which carries a floating rate of interest (commercial banks hold these reserves and receive any interest). Should policymakers need to raise interest rates to fight inflation, the new reserves will become costlier to service. Because central banks are owned by governments—Britain’s has explicitly underwritten qe—any such burden will ultimately fall on taxpayers.” – bto: Das ist eigentlich eine der geringsten Sorgen. Wir haben ein System, das keinen positiven Zins mehr verkraftet.
  • “(…) central bankers do not want to talk down their own firepower and do not see it as their job to take account of qe’s fiscal threat. Instead the state should take an integrated view of its finances. That may involve redesigning how institutions work, by giving governments the job of weighing up the policy’s costs and benefits. At the same time, central banks might be given an advisory role on the size of government deficit that would help stabilise economies in a downturn. As it is, the justifications for qe have become murky, as have the interactions between fiscal and monetary policies. It is time for transparency and a clear division of labour.” – bto: stimmt. Die Lösung wird die nicht nur faktische, sondern immer offensichtlichere Aufgabe der Unabhängigkeit der Zentralbanken sein. Natürlich nur für die “gute Sache”.

economist.com (Anmeldung erforderlich): „Central banks should make clear what QE is for, and then reverse it“, 21. August 2021

Kommentare (55) HINWEIS: DIE KOMMENTARE MEINER LESERINNEN UND LESER WIDERSPIEGELN NICHT ZWANGSLÄUFIG DIE MEINUNG VON BTO.
  1. Renée Menéndez
    Renée Menéndez sagte:

    @Stoertebekker 27. AUG 21 12:19

    Nicht so kompliziert: die Banken haben ihre Reserven bei der Zentralbank dazu genutzt, um dem Staat die Anleihen abzukaufen. Ergebnis: Schulden der ZB bei den Banken verringert, Schulden der ZB beim Staat erhöht. Verkaufen die Banken die Anleihen an die ZB ergibt sich: Schulden der ZB bei den Banken wieder gestiegen, während die Anleihen in den Bestand der ZB wandern. Die Banken haben nach dieser Transaktion nicht mehr Reserven als vorher, aber immerhin einen netten Provisionsgewinn gemacht. Übrig bleiben die gestiegenen Reserven des Staates, der diese dazu benutzt, um seine Käufe bezahlen zu können. Diese Reserven wandern dadurch wieder zu den Banken, die sich allerdings in dieser Höhe gegenüber den Nichtbanken verschulden müssen. Diese Depositen sind zwar kein Geld (genausowenig wie die Reserven), können aber dazu verwendet werden den Banken Weisungen zu erteilen entweder Bargeld auszuzahlen oder für einen Entschuldungserfolg (Überweisung) zu sorgen – deswegen sind Banken ja auch Zahlungsdienstleister.

    Fazit: die Durchleitung der Anleihen erzeugt für die Banken einen Provisionsgewinn aber keine Erhöhung der Reserven, die Käufe des Staates dagegen erzeugen bei den Banken sowohl einen Zuwachs ihrer Reserven (Aktivum) als auch eine Zunahme ihrer Depositenverbindlichkeiten (Passivum). Letzteres ist das, was von den Nichtbanken für Käufe verwendet werden kann, womit das “Geld” beim Publikum angekommen wäre.

    D.h. die Banken haben mit der Geldschöpfung NICHTS zu tun, was die machen ist lediglich das Geld, welches vom Staat (praktisch) bei der Zentralbank aufgenommen wurde, zu verwalten, sobald der Staat darüber verfügt.

    Was Ihre Grundfrage angeht: Bargeld ist Geld – das wars! Reserven sind Schuldverhältnisse, Giralgeld/Depositen sind Schuldverhältnisse, die mit Bargeld (in Papierform oder auch papierlos im Zuge von Aufrechnungen und Verrechnungen) beglichen werden müssen. Dabei gilt: Bargeld ist weder eine Verbindlichkeit noch eine Forderung, sondern diejenige von der Zentralbank autonom generierte Sache, die als Zahlungsmittel (Sache) Schuldverhältnisse (Schulden) zu tilgen vermag. Schuldrecht und Sachenrecht sind strikt auseinanderzuhalten, sonst gerät man unmittelbar in einen unauflösbaren argumentativen Schlamassel.

    Antworten
    • Stoertebekker
      Stoertebekker sagte:

      @RMenéndez

      Erstmal vielen Dank, dass Sie sich Zeit für eine ausführliche Erklärung genommen haben. Wenn Sie keine weitere Lust auf meine Nachfragen haben, ist das natürlich völlig ok.

      Zum Geld – das habe ich so verstanden und ist auch klar. Bezogen auf den Ursprungsgedanken („zunehmende Staatsverschuldung führt zu Inflation“) ist es doch aber so, dass zB auch Giralgeld (geschäftsbankliches Schuldverhältnis) nachfragewirksam werden und Inflation erzeugen kann.

      Zu den ZB-Reserven. Hier muss ich vermutlich nochmal tiefer einsteigen. Zum Einen muss ich mir die Begrifflichkeiten Reserven, Mindestreserven, ??? wohl mal ausführlich zu Gemüte führen. Zum Anderen (und das ergibt sich ja vielleicht aus diesem „zum Einen“) ist mir nicht klar, wie eine ZB-Reserve von den Banken genutzt und in potenziell inflationstreibende Geld-/Schuldverhältnisformen umgewandelt werden kann. Sind Reserven Guthaben/Kreditlinien/?ziehungsrechte/??? der Geschäftsbanken bei der ZB?

      PS Nochmal danke und auch danke an die vier Anderen, die es mit mir hier zu dem Thema versuchen…
      PS2 @DTischer ROtt: es geht mir im Augenblick NUR um Staatsverschuldung (das war der Ausgangspunkt bei @DStelter)

      Antworten
      • Tom96
        Tom96 sagte:

        @ Störtebecker
        Ist doch gerade “Wahl”kampf in MäcPom, fragen Sie doch mal die Parteipommeranzen, den Finzajunkie der Regierung, was da so Sache ist – Sie sind der Held im Lande mit Ihrem neuen Wissen!
        Gott und Springer sei Dank berichtete die Bild, daß in SH 965 Mio Coronakredite den Landeshaushalt blanko zum Verprassen der Politkschmonzetten zu Selbstgewährung zur Verfügung stehen,, wovon geringste Teile überhaupt noch belegt werden können – wieviel Corona braucht der Schuldenturm?
        Früher war das glatt strafbewährt, was da völlig desorientiert von der Bevölkerung zelebriert wird.
        Schlimmer geht immer, bis das Gebälk durchkracht oder die nächste Klimaflut noch mehr Schulden für Nichts in die Schuldenbücher bzw. andere verschleierte Ausgabenpositionen wandern, um Manövriermasse über die Jährlichkeitspflicht hinwegt durchzuschieben.
        Ehrlich, klar, wahr ?

      • Renée Menéndez
        Renée Menéndez sagte:

        ZB-Reserven sind für die Banken grundsätzlich (bis auf eine Ausnahme) dasselbe wie das Giralgeld für das Nichtbankenpublikum. Über Letzteres gab es ja hier schon eine breite Diskussion:
        https://think-beyondtheobvious.com/was-ist-giralgeld/
        Die Ausnahme betrifft den Umstand, daß Zentralbanken die Schulden in ihrer selbst emittierten Währung jederzeit in beliebiger Höhe mit Bargeld – welches sie selbst autonom erzeugen – begleichen können. Aus diesem Grund sind die Schulden der Zentralbanken SO GUT WIE Bargeld, auch wenn sie trotz der jederzeitigen Auszahlbarkeit kein Geld, sondern – wie Giralgeld – Schuldverhältnisse sind. Der Begriff der Reserve ist eher historisch zu erklären, da in früheren Zeiten Goldbestände zur Abwendung eines bank-run erforderlich waren. Als Konsequenz daraus ergibt sich, daß letzten Endes die Reserven das eigentliche Zahlungsmittel waren und die Banknoten lediglich Forderungspapiere auf Gold, Silber was auch immer darstellten.

        Früher waren Reserven ein bei der Zentralbank vorhandener Goldbestand, der wie jeder ordentliche Bestand ein Aktivum darstellt. Heute sind Reserven ein aktivischer (Forderungs-)Bestand bei den Banken, während der passivische Teil der Reserven die Schulden der Zentralbanken sind. Reserven sind damit heute nichts anderes als Schuldverhältnisse, die auf das aktuelle Zahlungsmittel lauten. Schuldverhältnisse kann man aber nicht “ausleihen”, d.h. Reserven ebenso wie Giralgeld können nicht Sachgegenstand eines Kreditvertrages sein (schon deshalb, weil es keine Sachen im sachenrechtlichen Sinne sind). Was Banken tatsächlich tun können ist, ihre Verfügungsrechte über Geld bei der Zentralbank einem Nichtbank-Kreditnehmer zur Verfügung zu stellen (Kreditvertrag), wobei sie als Zahlungsdienstleister die angewiesenen Zahlungen durchführen und dadurch dem Kreditnehmer die Kaufkraft vermitteln, die er sich vom Kredit erwartet. Die Reserven der Banken (= ihre Verfügungsrechte) werden also dafür benötigt, um die Anweisungen des Bankenpublikums – Kreditnehmer oder Guthabenbesitzer – ausführen zu können.

        Im Fall der Staatsverschuldung erhalten durch die Käufe des Staates die Nichtbanken-Verkäufer (Lieferanten oder Staatsangestellte) eine Gutschrift auf ihrem Konto bei ihrer Bank, die das nur deshalb macht (sich verschulden) wenn sie eine Kompensation erhält, nämlich eine gleichhohe Forderung gegen die Zentralbank, d.h. gegen eine Erhöhung ihrer Reserven, die im Gegenzug dem Staat abgezogen werden. Die Banken haben in diesem Fall mit der Erhöhung des Volumens an “Giralgeld” nichts zu tun, denn dieses entsteht allein durch die Käufe des Staates. Die Verwendung dieser Weisungsrechte für Käufe ist dann (neben dem Staatsnachfrageimpuls) der (sekundäre) inflationäre Impuls, der sich aus der Staatsverschuldung ergeben soll. Ob und inwieweit es dazu kommt ist ein unerquickliches Thema für sich…

      • Tom96
        Tom96 sagte:

        Der Begriff des Schatzkanzler
        https://de.wikipedia.org/wiki/Schatzkanzler
        macht es sehr schön deutlich, daß vom Aktivum (Goldschätze, Silberschätze) hin zum Passivum (Kreditaufnahmegenehmigungen) ein Wandel weg vom Staat direkt hin zu einer privaten oder öffentlichen Zentralbank nur noch Kreditverpflichtungen mit Ausgabeermächtigungen erfolgen.
        Sir Francis Drake startete mit seinen drei Schiffen kam aber nur mit einem an einem geheimen Hafen an der Westküste Englands nachhause und brachte bei seiner gefährlichen Weltreise über mehrere Jahre laut wiki und Fernsehdokus wie folgt geschätzte Aktiva zur Queen Elizabeth.
        “Im April 1581 wurde der Gesamtwert der Ladung auf 600.000 Pfund geschätzt. Das wäre fast das zweieinhalbfache der jährlichen Steuereinnahmen des Königreiches England zur damaligen Zeit gewesen. Der Schriftsteller Edmund Howes behauptete einige Jahre später, dass Drakes Beute gereicht hätte, sieben Jahre lang Krieg mit den Spaniern zu führen. Lewis Roberts erklärte im 17. Jahrhundert, dass er Dokumente gesehen habe, die bewiesen, dass die Aktionäre, welche sich an Drakes Unternehmen beteiligt hatten, einen Profit von 4.700 % eingestrichen hätten. Demnach hatte jeder an dem Unternehmen beteiligte Teilhaber des Londoner Konsortiums für jeweils 100 investierte Pfund 4.700 Pfund ausgezahlt bekommen.”
        Vorfinanzierung durch Tilgungs- und Zinsversprechen und Freibeuterische Briefe zur Plünderung der Welt wurden nachfinanziert plus erklägliche Gewinnaufschläge sowohl für Privatiers und Staatskasse/Schatzamt.
        Da sind wir heute einen Schritt weiter sofortige Plünderung der Staatskassen und Gewinnausschüttungen und Leistungen irgendwann, irgendwie, irgendwo oder auch garnicht sowie einfach Anschreiben oder Revolvieren bis die Geldmengentrommel in die Pampas rolliert.
        Könige sind heute der Kreditaufnahmekanzler und der Anschreibezentralbanker – as you like i / wie es euch gefällt.

      • Stoertebekker
        Stoertebekker sagte:

        @RMenéndez

        > Was Banken tatsächlich tun können ist, ihre Verfügungsrechte über Geld bei der Zentralbank einem Nichtbank-Kreditnehmer zur Verfügung zu stellen (Kreditvertrag), wobei sie als Zahlungsdienstleister die angewiesenen Zahlungen durchführen und dadurch dem Kreditnehmer die Kaufkraft vermitteln, die er sich vom Kredit erwartet.<

        (Hinweis: das folgende ist wohl eher ein Selbstgespräch zur Gedankensortierung. Mit obiger Erklärung meine ich aber den Grundwirkmechanismus verstanden zu haben. Nochmals VIELEN DANK.)

        Ok. Und damit werden die Reserven für die Realwirtschaft NUR wirksam, wenn die Bank dem Kreditwilligen tatsächlich einen Kredit gewährt. Dh (vereinfacht) ist das wirtschaftliche Umfeld euphorisch, wird sie tendenziell mehr Kredite ausreichen, ist es depressiv, tendenziell weniger. Dazu kommen noch die Regulierungszwangsjacken (Basel usw.) – die ja durchaus sinnvoll sein können.

        Dh doch aber, dass ein inflationärer Impuls nicht per se durch eine Erhöhung der Reserven (=KreditbereitstellungsPOTENZIAL) entsteht. Sondern ausschließlich durch die KreditvergabeBEREITSCHAFT (sprich „das Sentiment“) der Banken.

        Und damit wäre QE über den Hebel Reservenerhöhung nur dann das richtige Mittel, wenn es massive ungedeckte Kreditnachfrage gäbe. Immer höhere Reserven bringen aber gar nichts, wenn sie nicht über Kreditgewährung „ans Arbeiten“ gebracht werden.

        Damit schließt sich für mich der Kreis – QE birgt KEINE Inflationsgefahren, wenn die Banken (aufgrund ihrer Lagebeurteilung und der regulatorischen Vorgaben) KEINE neuen Kredite im Volumen der zusätzlichen Reserven ausgeben. Da mir dies im Moment nicht so zu sein scheint, bleibe ich bei meiner neutralen Inflationserwartung.

        (Und wenn das Sentiment gut ist/wäre, kann/könnte die Bank ihre ZB-Reserven anzapfen ODER bei Sparern ZB-Geld (Banknoten) einsammeln. Letzteres wird im Übrigen auch immer schwieriger – hab gerade an nem Bankschalter gesehen, dass ich bei Bareinzahlungen ab 10k€ einen Herkunftsnachweis erbringen muss…)

      • Dietmar Tischer
        Dietmar Tischer sagte:

        @ Stoertebekker

        >QE birgt KEINE Inflationsgefahren, wenn die Banken (aufgrund ihrer Lagebeurteilung und der regulatorischen Vorgaben) KEINE neuen Kredite im Volumen der zusätzlichen Reserven ausgeben. Da mir dies im Moment nicht so zu sein scheint, bleibe ich bei meiner neutralen Inflationserwartung.>

        Neue Kredite der Banken ist KEINE notwendige Bedingung für Inflation.

        Angebot und Nachfrage nach Gütern und Dienstleistungen entscheiden darüber, ob es Inflation gibt (der Verbraucherpreise, um die es hier geht).

        Wenn die Banken VERMEHRT angewiesen werden, von den Konten des Bankpublikums – Danke R. Menéndez für die elegante Formulierung – Zahlungen zu leisten, die Vergütung für erbrachte oder noch zu erbringender Nachfrage sind, entsteht Inflation.

        Das kann z. B. dann der Fall sein, wenn Häuslebauer in Baden-Württemberg vermehrt Eigenkapital einsetzen, weil sie per REGULIERUNG eine Solaranlage aufs Dach setzen MÜSSEN.

        Dieser Fall ist natürlich nur beispielhaft gemeint, weil er nur punktuelle Wirkung hat, aber es sollte verständlich sein, was ich sagen will.

        Inflationstreibend breiter wirken die Verschmutzungszertifikate, die ebenfalls ein regulatives Instrument sind.

      • Stoertebekker
        Stoertebekker sagte:

        @RMenéndez

        PS Heute morgen bin ich aufgewacht und hab – glaube ich – mein bisheriges Problem erkannt: Staatsanleihen können von den Banken auf ZWEI Arten verwendet werden.

        1.) Sie bleiben bei der Bank, stärken damit die Bilanz und erhöhen das regulatorische/substanzielle Kreditvergabepotenzial (gemessen in besseren Stresstest-Ergebnssen).
        (NACH der Entscheidung für die Vergabe des Kredits an einen Kreditnehmer benötigt die Bank dann die Reserven bei der ZB, um die ZB-Liquidität technisch bereitzustellen). ODER

        2.) Sie geben die Staatsanleihen an die ZB weiter und erhöhen damit ihre eigenen Möglichkeiten der ZB-Geld-Liquiditätsbeschaffung. Gleichzeitig BERAUBEN sie sich damit aber der Möglichkeit, MEHR Kredite auf ihre eigene Bilanz zu nehmen.

        Dh die Banken machen mit den Staatsanleihen lieber ein Provisionsgeschäft als ihre Bilanzen zu stärken (um mehr Kredite vergeben zu können). Dadurch wachsen die ZB-Reserven, die aber gar nicht genutzt werden, weil die Banken kein zusätzliches bilanzielles Kreditvergabepotenzial haben bzw. keine Lust haben/keine Chancen in neuen Krediten sehen.

        Fazit: QE verpufft wirkungslos als Makler-Provisionsgeschäft der Banken zwischen Staat und ZB.

        Das liefert mir endlich die inhaltliche Erklärung der Jeff Snyderschen Beschreibungen zu den Phänomenen der Realität (Zinssenkungen funktionieren nicht, Wirtschaft wird nicht angekurbelt usw.)

        MEIN großes Verständnisproblem rührte aus der Doppelfunktion von Staatsanleihen als sowohl bilanzstärkende KreditSCHAFFUNGSgrundlage als auch ZB-Geld-schaffende KreditERFÜLLUNGSgrundlage (letzteres NUR liquiditätsbezogen). Und beide Funktionen gleichzeitig gehen nicht.

        In meiner Schritt-für-Schritt-Denke hieße das

        1.) Bank kauft Staatsanleihen. Damit kann sie zwei Dinge tun. Entweder

        2.a) Sie stärkt ihre Bilanz und kann MEHR Kredite vergeben. ODER
        2.b) Sie macht ein Provisionsgeschäft mit der ZB und diese Transaktion ist neutral bzgl. ihrer Kreditvergabemöglichkeiten.

        3.a) Wenn sie mehr Kredite vergibt, benötigt sie Reserven bei der ZB, um die Liquidität dieser neuen Kredite dem Kreditnehmer zur Verfügung zu stellen.
        [Über die von ihr aufgerufenen Kreditzinssätze kann sie selbst steuern, dass ihr eigenes Kreditangebot (bilanziell/regulatorisch vorgegeben) mit ihren Liquiditäts-Reserve-Möglichkeiten in Einklang steht.]
        3.b) Die Bank macht einen Gewinn und kann zufrieden das Geld an ihre tollen “Leistungsträger” ausschütten.

        4.a) Die zunehmende Kreditvergabe führt zu zunehmender Nachfrage und darüber entstehen (abhängig von der Auslastungssituation) ggfs. inflationäre Impulse.
        4.b) Die zunehmende Nachfrage der gesättigten Banker führt zu inflationsähnlichen Impulsen bei Superyachten, Kleinhubschraubern, Luxus-Uhren-Marken usw.

        5.) QE führt damit lediglich zu einer Aufblähung der Reserven bei der ZB, aber NICHT zu einer Ankurbelung der Wirtschaft. (Ausnahme: Luxusgütersektor)

        Darüber hinaus führt QE (das technisch die Voraussetzung für MEHR ZB-Liquidität schafft) ironischerweise zu einem Entzugvon Kollateral (Bunds, Treasuries) im Repo-Markt und damit dort zu LiquiditätsNOT.

        Falls das alles so ist wie ich mir das gerade zusammenbaue – vielen Dank, liebe ZBs für die völlig unsinnigen Interventionen. Gewinner: Banker, die gar keine Kredite an die Wirtschaft vergeben wollen (oder regulatorisch eingeschränkt gggfs. auch gar nicht dürfen)

      • Stoertebekker
        Stoertebekker sagte:

        @RMenéndez

        Hatte beim Aufwachen einen Gedanken, der mein Problem aufgrund Ihrer Erklärungen ENDLICH gelöst hat. Dies auch aufgeschrieben, dann aber einen Fehler in der eingetippten email-Adresse gehabt. Hoffe, dass der Beitrag vom Moderator bald freigegeben wird…

    • Stoertebekker
      Stoertebekker sagte:

      @RMenéndez, auch @MStöcker

      Hab die Essenz des Gedanken nun nochmal aufgeschrieben. Ggfs. steht’s hier dann halt zweimal.

      Mein Grundproblem ist die “Doppel”verwendungsmöglichkeit der Staatsanleihen a) bilanzstärkend und damit Kreditschöpfungspotenzial erhöhend und b) das von Ihnen beschriebene Liquiditätsbereitstellungspotenzial über die Reserven bei der ZB. Durchdekliniert heißt das:

      1.) Die Bank kauft Staatsanleihen. Damit kann sie nun zweierlei tun.

      1.a) In die Bilanz nehmen und damit mehr Kreditschöpfungspotenzial erzeugen (Höhe ergibt sich aus regulatorischen Vorgaben).
      1.b) An die ZB durchreichen und ein Provisionsgeschäft machen.

      2.) Das hat dann die Folgen

      2.a) Die Bank kann mehr Kredite ausreichen, weil das Kreditschöpfungspotenzial gestiegen ist.
      2.b) Die Bank macht Provisions-Gewinn. Kreditschöpfungspotenzial bleibt völlig unberührt.

      3.) Konsequenz

      3.a) Für die Bereitstellung der Kreditliquidität beim Kreditnehmer braucht die Bank nun die Reserven. Die Balance zwischen Kreditschöpfungspotenzial (bilanziell) und Liquiditätsbereitstellungspotenzial (Reserven bei der ZB) kann sie über Bilanzsteuerung und Zinshöhen (Angebot-/Nachfrage) der ausgereichten Kredite hinbekommen.
      3.b) Kreditschöpfungspotenzial bleibt unverändert (ggfs. marginal höher, wenn die Gewinne nicht ausgeschüttet werden). Liquiditätsbereitstellungspotenzial steigt immer weiter und läuft mangels Kreditnachfrage komplett ins Leere.

      4.) Inflationäre Auswirkungen

      4.a) Bei entsprechend umfangreicher Ausreichung von Krediten kommt ggfs. tatsächlich ein inflationärer Impuls ins System.
      4.b) Bei Gewinnausschüttung an die saturierten Banker kommt es zu einem inflationären Impuls bei Superyachten, Luxusuhren, Kleinhubschraubern usw. Sonst nix.

      5.) Fazit

      5.a) Das funktioniert NUR, wenn die Banken einen höheren Anreiz haben, Kredite auszugeben statt ein Provisionsgeschäft mit der ZB einzugehen. Im Moment nicht gegeben.
      5.b) Das ist QE so wie wir’s erleben und bringt überhaupt keine Ausweitung des Kreditvolumens. Und damit auch keine inflationären Impulse.
      (Zinswirkung lasse ich hier mal raus, habe im Dialog mit @Thomas M. aber schon mal Daten(zeit)reihen verlinkt, die KEINE Zinswirkung von QE zeigen.)

      Ironie der Geschichte:
      – QE führt zur technischen Bereitstellung von immer MEHR ZB-Liquidität, die aber nicht abgerufen wird.
      – Gleichzeitig führt das zu immer WENIGER Liquidität im Repo-Markt. WEIL die ZBs über QE die für Repo nötigen Kollaterale einziehen (1a-Staatsanleihen; 1a hier NUR bzgl. der Liquidität der einschlägigen Märkte gemeint).

      PS Für alle eventuell noch folgenden Diskussionen wäre es super, in obiger Struktur zu diskutieren, also mir Punkt 2.a) oder 4.b) um die Ohren zu hauen.
      PS2 Es geht hier AUSSCHLIESSLICH um die Kette Staatsanleihen/QE/inflationäre Impulse.
      PS3 Mit dem Gefühl von deutlich mehr Klarheit und Struktur in den Gedanken geht’s in ein schönes Wochenende 😀👍😉

      Antworten
      • Richard Ott
        Richard Ott sagte:

        @Stoertebekker

        “5.b) Das ist QE so wie wir’s erleben und bringt überhaupt keine Ausweitung des Kreditvolumens. Und damit auch keine inflationären Impulse.”

        Doch! Natürlich tut es das, und zwar bei den Krediten an den Staat!

        Hier beispielhaft für die USA die “Ausweitung des Kreditvolumens”, QE auch mit Staatsanleihen gibts seit dort seit dem 4. Quartal 2008:
        https://fred.stlouisfed.org/series/GFDEBTN/

  2. Michael Stöcker
    Michael Stöcker sagte:

    „bto: Kurz gefasst haben die Notenbanken vermeintlich viel Macht und Kenntnis, beweisen diese in der Praxis jedoch nicht.“

    In der Tat ist diese „Macht und Kenntnis“ VERMEINTLICH und somit das, was vermeintlich auch bedeutet; nämlich „irrtümlich“, „fälschlich vermutet“, „scheinbar“. Wobei: Die Ausgabe barer Scheine ist eine der zentralen Aufgaben einer ZB. OK, wenn es nach Rogoff geht, selbstverständlich auch nur scheinbar.

    Tatsächlich sind die Zentralbanken weitgehend machtlos. Insofern ist das obige „beweisen diese in der Praxis jedoch nicht“ ein non sequitur.

    Was aber wirklich schlimm ist: Sie haben keinen blassen Schimmer bei dem, was sie tun. QE, SOFR & Co. basieren auf den Allmachtsfantasien zur Zinssetzungshoheit. Dabei sollte mittlerweile eigentlich klar sein, dass ZBen weder das Zinsniveau determinieren, noch irgendwelche Geldmengen. Ihrer Hauptaufgabe (LOLR) können sie (insbesondere die Fed) zudem nicht gerecht werden, da der größte Teil des Geldmarktes (Eurodollar) überhaupt keinen Zugang zu den ZBen hat. Dort dominieren Bunds und USTs als Kollateral, die aber via QE diesem Markt auch noch entzogen werden. So wie schon 1929 versagen die ZBen zum wiederholten Male, weil sie KEINE Ahnung von der Funktionsweise unseres Geldsystems haben. 1929 entzogen sie dem Markt die Reserven, seit 2007 entziehen sie dem Markt das Kollateral. Insofern: We did it again: https://alhambrapartners.com/2021/06/02/when-you-arent-actually-a-central-bank-part-1-the-real-inflation/

    “bto: So ist es und so muss es bleiben. Es wird schon schlimm genug, wenn die Geschwindigkeit der Käufe zurückgeht.“

    Das ist das apostolische Glaubensbekenntnis des Mainstreams und so gar nicht bto.

    „bto: Schön, dass das The Economist so offen ausspricht. Die EZB sozialisiert die Staatsschulden zulasten der deutschen Steuerzahler.“

    Welche Last hat hierdurch der deutsche Steuerzahler zu tragen??? Die Zinsen sind bei null und die Schulden werden revolviert. Und dank weiterer LB-Überschüsse steigt das Geldvermögen der deutschen Steuerzahler.

    „bto: Und wir wissen, dass die Staatsverschuldung letztlich Geld schafft und damit die Grundlage für Inflation. Das hängt zusammen.“

    Es ist zugleich die Grundlage für die Verhinderung von Deflation sowie bei produktiver Verwendung die Basis für Wachstum und Beschäftigung. Am ZLB sollten wir besser auf Keynes hören. Richtig ist hingegen vermutlich: Zu spät und dann zu viel und zu unproduktiv und somit durchaus die Grundlage für zukünftig höhere Inflation.

    „bto: Das ist eigentlich eine der geringsten Sorgen. Wir haben ein System, das keinen positiven Zins mehr verkraftet.“

    Wir haben ein Nicht-System (Eurodollar ohne LOLR), ein Profitabilitätsproblem (Marx/Schumpeter) sowie demographische Herausforderungen. Insofern ist der Zins das Ergebnis von Marktkräften. Ändern sich die Marktverhältnisse, dann kann auch der Zins wieder steigen.

    „As it is, the justifications for qe have become murky, as have the interactions between fiscal and monetary policies. It is time for transparency and a clear division of labour.”

    Have become??? Sie waren es von Anfang an! Zumindest dann, wenn man ein grobe Ahnung von den zwei getrennten Geldkreisläufen hat und das eigenständige Denken nicht durch das akademische Ammenmärchen vom fraktionalen Reservesystem mit dem unsäglichen Geldschöpfungsmultiplikator vernebelt wurde.

    Dem ist leider nicht so. Letztes Beispiel ist das Allmachts-Stück von Malte Fischer in der letzten WiWo, in dem er zum wiederholten Male seine monetäre Ahnungslosigkeit zum Besten gibt und gar nicht versteht, dass Lagarde und Powell völlig nackt dastehen. Die Machtlosigkeit der Zentralbanken ist ebenso groß wie das fundamentale Missverständnis des Mainstream sowie zahlreicher Zentralbanker über unser Geldsystem.

    „ central bankers do not want to talk down their own firepower and do not see it as their job to take account of qe’s fiscal threat.”

    Auch sie sind immer noch in ihrem eigenen akademischen Glaubenssystem gefangen. Insofern ist dies immer noch mehr eine Frage des Könnens als des Wollens.

    LG Michael Stöcker

    Antworten
    • Alexander
      Alexander sagte:

      @Michael Stöcker

      “Welche Last hat hierdurch der deutsche Steuerzahler zu tragen???”

      …habe ich mich auch gefragt und ihren Gedankengang geteilt.

      ABER.

      Es versteht sich, dass der Zugriff auf Bürgereigentümer immer drängender wird, je weiter der Prozeß der Staatsverschuldung andauert und man den Moment des Neuanfangs aus guten Gründen aufschieben will.

      Explodierenden Staatsschulden muss man mit Zeitverlauf Einnahmen gegenüberstellen, wie die SPD und “die Linke” durch eine zuletzt diskutierte einmalige Vermögenssteuer beweisen. Themen gibt es genug, Flutkatastrophe, Schutzsuchende, Klimawandel…..und das Abschöpfen von privater Liquidität durch Erbschaftssteuern gehört zum Programm.

      Der Druck gegen ökonomische Zombies kommt nicht von innen, sondern von außen, gilt auch für Staatengemeinschaften.

      Für Eigentum gilt das GG unverändert, es verpflichtet.

      Antworten
    • Dietmar Tischer
      Dietmar Tischer sagte:

      @ Michael Stöcker

      Sie gehen mal wieder mit dem Rasenmäher über die Thematik – weit weg von der Wurzel der Dinge.

      >Tatsächlich sind die Zentralbanken weitgehend machtlos.>

      Der Satz ist UNSINN.

      Sie haben ENORME Macht, wenn Sie QE in dem Volumen betreiben, wie sie es tun, und das System vor dem Kollaps zu bewahren.

      Sie haben allerdings so gut wie keine Macht, das erreichen zu können, was sie VORGEBEN, erreichen zu wollen – Wirtschaftswachstum mit steigenden Zinsen.

      >QE, SOFR & Co. basieren auf den Allmachtsfantasien zur Zinssetzungshoheit.>

      Das behaupten Sie.

      Zentralbanker würden NIE davon sprechen, dass sie über die Zinssetzungshoheit verfügen. Noch nicht einmal unter vier Augen würden sie das.

      >… seit 2007 entziehen sie dem Markt das Kollateral.>

      So gesagt, ist das falsch.

      Richtig, sie entziehen dem Markt Kollateral, aber nicht DAS Kollateral.

      Aber es gibt genügend davon mit allerdings abnehmender Qualität (was für die Notenbanken kein Problem ist), um damit das SYSTEM mit der LIQUIDITÄT zu versorgen, die es braucht, um nicht zu kollabieren.

      >Wir haben ein Nicht-System (Eurodollar ohne LOLR), ein Profitabilitätsproblem (Marx/Schumpeter) sowie demographische Herausforderungen. Insofern ist der Zins das Ergebnis von Marktkräften.>

      Dem stimme ich zu, wobei ich sagen würde:

      Eurodollar ohne DIREKTES LOLR, aber MIT indirektem Einfluss über die Stabilisierung der Wertpapiermärkte, die das auch im Eurodollarsystem erforderlich Kollateral sichern.

      Was also ist zu tun?

      >Ändern sich die Marktverhältnisse, dann kann auch der Zins wieder steigen.>

      RICHTIG.

      Also ändern wir sie doch, ist doch einfach:

      Bankenregulierung ändern, Krediterfordernisse hochsetzen, so dass Unternehmen reihenweise pleitegehen.

      Das reduziert das Angebot und steigert die Profitabilität der übrig gebliebenen Unternehmen.

      Sie investieren und die Wirtschaft wächst mit steigenden Zinsen.

      Fragen Sie Herren Ott, der bestätigt Ihnen, dass dies ein Weg ist.

      Endlich wären Sie sich mal einig.

      Antworten
      • Michael Stöcker
        Michael Stöcker sagte:

        @ Dietmar Tischer

        „Sie haben ENORME Macht, wenn Sie QE in dem Volumen betreiben, wie sie es tun, und das System vor dem Kollaps zu bewahren.“

        Das Volumen ist dermaßen groß, dass sie das System gerade NICHT vor dem Kollaps bewahren, WEIL sie dem Eurodollarmarkt das Kollateral entziehen. Der Geldkreislauf der Banken mit ZB-Zugang ertrinkt in Reserven, während der Eurodollarmarkt immer weiter austrocknet. Wie da die Kreditvergabe wieder anspringen soll, das müssen Sie mir mal erklären.

        Mit QE kann man nur den Sonnenbankensektor stabilisieren, aber nicht den Schattenbankensektor/Eurodollar.

        „Zentralbanker würden NIE davon sprechen, dass sie über die Zinssetzungshoheit verfügen. Noch nicht einmal unter vier Augen würden sie das.“

        Unter vier Augen vielleicht nicht, offiziell ist aber das das akademische Mantra. Einfach mal bei den ZBen nachlesen, was die so zum Besten geben. Hatte trodoon doch so schön verlinkt: https://www.ecb.europa.eu/explainers/show-me/html/app_infographic.de.html

        Daraus: „In der Folge [von QE] sinken die Zinssätze auf breiter Front, und Kredite werden günstiger.“

        „Aber es gibt genügend davon mit allerdings abnehmender Qualität (was für die Notenbanken kein Problem ist), um damit das SYSTEM mit der LIQUIDITÄT zu versorgen, die es braucht, um nicht zu kollabieren.“

        Am Eurodollarmarkt interessieren keine Assets mit abnehmender Qualität sondern ausschließlich PRISTINE Collateral. Und das sind neben Bunds und wenigen anderen Staatsanleihen ausschließlich USTs. Und da der Eurodollarmarkt keinen Zugang zum Fed hat, kann auch KEINE Liquidität in dieses System gelangen. Das sollte so schwer nicht zu verstehen sein, wenn man einmal verinnerlicht hat, dass es zwei GETRENNTE Geldkreisläufe gibt.

        „Dem stimme ich zu, wobei ich sagen würde:

        Eurodollar ohne DIREKTES LOLR, aber MIT indirektem Einfluss über die Stabilisierung der Wertpapiermärkte, die das auch im Eurodollarsystem erforderlich Kollateral sichern.“

        USTs sowie Bunds müssen und können nicht durch QE stabilisiert werden. Die Nachfrage nach diesen Assets als sicherer Hafen ist so groß, dass die Kurse hierfür auch schon vor QE nach oben geschossen sind. Ein völlig natürliches Marktereignis in unsicheren Zeiten (Flucht in die Sicherheit).

        „Bankenregulierung ändern, Krediterfordernisse hochsetzen, so dass Unternehmen reihenweise pleitegehen.“

        Das kann man machen NACHDEM via staatlicher Investitionen sowie QE4P wieder genügend NEUES Geld ins System fließt. Damit sollte zugleich klar sein: Auch in diesem Punkt werden Herr Ott und ich sicherlich nicht einer Meinung sein.

      • Dietmar Tischer
        Dietmar Tischer sagte:

        @ Michael Stöcker

        Ich will nicht das letzte Wort haben zu den Schattenbanken/Eurodollarmärkten haben.

        Aber vielleicht überprüfen Sie einmal Ihre Auffassung mit den Darlegungen hier:

        https://books.google.de/books?
        id=8JW2DwAAQBAJ&pg=PT168&lpg=PT168&dq=RP+fazilit%C3%A4t&source=bl&ots=l3IY67oVQf&sig=ACfU3U24I33ggI7i_a9ZgmEtV46m15kWig&hl=de&sa=X&ved=2ahUKEwjIq_aP6b_yAhWlQuUKHVtHDc0Q6AF6BAgUEAM – v=onepage&q=RP%20fazilit%C3%A4t&f=false

        Wenn Sie lieber hören als lesen, den Autor Juscha Wullweber gibt es auch auf YouTube.

        Namen bei Google eingeben, dann stoßen Sie von oben runter auf den Link.

        Sie sagen:

        >Und da der Eurodollarmarkt keinen Zugang zum Fed hat, kann auch KEINE Liquidität in dieses System gelangen.>

        Wullweber würde Ihnen nicht widersprechen, was den Zugang des Eurodollarmarkts zum Fed betrifft, aber darauf verweisen, was für andere Akteure bei der Fed möglich ist:

        >Seit der Schaffung sowohl der Overnight Reverse-Repo-Fazilität (ON RRP) als auch der Overnight-Repo-Fazilität (ON RP) bei der Fed können Schattenbankenakteure sowohl auf Staatsanleihen als auch auf Zentralbankgeld zugreifen>

        Er würde Ihnen aber Ihrer Aussage widersprechen, dass keine Liquidität in dieses Eurodollarmarkt-Sysstem gelangen kann, sondern behaupten, dass die Notenbanken an der Liquiditätsversorgung BETEILIGT sind, wenn auch NICHT direkt mit QE, sondern über Akteure, die Zugang zum Schattenbankensystem haben sagen.

        Es sind nach Wullweber die Banken, die mit Zentralbankonten Zugriff auf Zentralbankgeld haben UND sich auch im Schattenbankensystem engagieren können.

      • Richard Ott
        Richard Ott sagte:

        @Herr Stöcker
        >„Bankenregulierung ändern, Krediterfordernisse hochsetzen, so dass Unternehmen reihenweise pleitegehen.“
        “Das kann man machen NACHDEM via staatlicher Investitionen sowie QE4P wieder genügend NEUES Geld ins System fließt. Damit sollte zugleich klar sein: Auch in diesem Punkt werden Herr Ott und ich sicherlich nicht einer Meinung sein.”

        Ja, wenn wir meinen Weg gehen, dann stört das Ihre geruhsamen Ruhestandspläne, nicht wahr?

        Gut zu wissen, dass niemand Pleite gehen muss, wenn die Zentralbanken genug Geld für alle drucken.

        Sagen Sie mir auch, was man für das Geld dann noch kaufen kann?

  3. Alexander
    Alexander sagte:

    QE (und seine Formen) kommen einer Belagerung der Privatwirtschaft gleich, wenn es keine Inflation erzeugt und der Deflationsdruck Investitionen unrentabel macht. Damit leiden auch die Einkommensperspektiven von Arbeitnehmern, wenn Fachkräftemangel ausschließlich mieser Bezahlung geschuldet ist + die Kapitalanlegerherde in die Spekulation getrieben wird.

    Jede Belagerung endet durch Aufgabe, wenn die Ressourcen der Angreifer (=Zentralbanken) unendlich lange andauern.

    Rauschgiftsüchtige bekommen Ersatzdrogen, eine Entziehung unter Steigerung des Konsums harter Drogen gibt es nicht – es sei denn man will den Patienten töten.

    Wie es aussieht haben die Zentralbanken, Politik und Gesellschaften entschieden.

    Fixen aufhören leicht gemacht:
    https://youtu.be/TXqy7QbXNW8

    Antworten
    • Dr. Lucie Fischer
      Dr. Lucie Fischer sagte:

      @Alexander
      Sie thematisieren ” Entzug” , es versagen ALLE Versuche mit passageren Hilfs-Drogen kläglich. Für die gesamte Psychiaterschaar beschämend, dass nur ” kalter Entzug” mit Bereitschaft, durch alle Dante-Höllen zu gehen, Chancen auf Lebensverlängerung bietet.
      Entzug verlangt eisigen Verzicht auf Lustgefühle, wer das nicht durchhalten kann, wird rückfällig. Obwohl umstritten, hat m.W. nur die Organisation ” Synanon” Erfolge, konsequenter Verzicht auf Docs , Sozialarbeiter etc , nur Beistand ( = Kontrolle ) durch ehemalige Drogenabhängige und Bewusstsein von Gefährdung das ganze Restleben.
      Metapsychologisch bewirken Opiate psychosomatische Sensationen von intrauteriner Wunschlosigkeit & Regression, daher so gefährlich.
      Prä-letal allerdings ein Segen, ins -Jenseits- schweben- im -Glücksrausch. ( Morpheus Arme)
      Drogenfrei leben bedeutet für Süchtige die Qual täglicher Realitäts-Prüfung, wirklich eine Last, auch für ” Normale” .
      https://www.aerzteblatt.de/archiv/16268/Drogenselbsthilfegemeinschaft-Synanon-Eine-Alternative-zur-professionellen-Suchthilfe

      Antworten
      • Alexander
        Alexander sagte:

        @Dr.Lucie Fischer

        Wissen Sie warum es in jedem Krieg nicht aus das Töten ankommt, sondern auf möglichst viele schwer Verwundete (vgl.Minen)?

        Weil Verwundete viel mehr Kräfte binden als Tote, die man gegebenenfalls einfach liegen lässt.

        Erinnern Sie sich bei Ihren Runden auf den sozialen Schlachtfeldern unserer Gesellschaft…..

      • Tom96
        Tom96 sagte:

        @ Herr Ott
        Sie haben das Wort “ehemalige” nicht beachtet! So hat M. seine Group of 30 Mitgliedschaft nur “ruhen lassen” laut lobbypedia, somit hat keine Läuterung (Teil II Danthe’s Göttliche Kömodie) stattgefunden.
        Draghi war und ist jederzeit willig und voll stoned auf die Sucht tödliche Dosen Geld zu produzieren, insofern passt dieser Vergleich nicht, denn er geht always all in in.
        Die EU ist gar nicht fähig einen auf ewigen Entzug gewandelten EZB-Präsidenten auszuwählen : Systemerror stupid.
        Wer das verstanden hat ist immun gegen die Selbstzerstörung des Bürgerverrats durch dieses wahnhafte Ausweitungsmonster des bürokratischen Zentralismus, das nur mittels permanenter Risikotragung durch den Souverän und seine haushalterische Fnanzierung durch Zwangsabgaben überhaupt am Laufen gehalten werden kann, was bereits einen weiteren inhärenten Systembug im Programm darstellt.
        Eine Muster-Suchtkarriere von “more&more”
        https://youtu.be/V-rS174AUT0

      • Dr. Lucie Fischer
        Dr. Lucie Fischer sagte:

        @Richard Ott
        Ihr Denkfehler: ( passiert Ihnen sehr selten! )
        “Unser Problem ist, dass ehemalige Drogenbosse den Therapieplan geschrieben haben”
        Nein, Dealer ( daher auch Pharma-Dienstleister= Ärzte ) dürfen NICHT am Synanon Projekt teilnehmen, die gegenseitige Kontrolle der Ex-Drogen-(fiat-money)-Abhängigen dient ausschliesslich dazu, jeden ( jeden! ) Kontakt zu Dealern zu verhindern.
        Dealer sind aufreizend- verführerisch, ” hilfsbereit”/Gratis-Schuss/, omnipräsent, man erkennt sie wie Prostituierte beim ersten Blickkontakt.
        Dealer-Ziel ist lebenslange Abhänigkeit, wie Iatrogenik von Ärzten, nur mit chronisch Kranken sichere Einnahmen . Alle ” Zivilisations-Krankheiten” funktionieren als Quelle von Wohlstand für Ärzte, blumige Worte ändern das nicht.
        Zombie-Standesvertretungen.
        Totalversagen sämtlicher staatlicher Aufsichtsbehörden, Zuckerzusatz schon in Babynahrung.
        #Food-War. #

  4. Stoertebekker
    Stoertebekker sagte:

    >bto: Und wir wissen, dass die Staatsverschuldung letztlich Geld schafft und damit die Grundlage für Inflation. Das hängt zusammen. QE ändert nur die Art dieser Schulden. Bankreserven statt Anleihen.<

    Hab die Frage hier schon mehrfach gestellt, noch keine Antwort bekommen und es immer noch nicht verstanden: wie ist der TRANSMISSIONSMECHANISMUS von einer Bankreserve bei der ZB zur Inflation?

    Antworten
      • Stoertebekker
        Stoertebekker sagte:

        Da steht

        1.) Die EZB kauft Banken Anleihen ab.
        2.) Dadurch steigt zum einen der Kurs dieser Anleihen, zum anderen fließt Geld in das Bankensystem.

        Wo tauchen da die Bankreserven auf (bto: Bankreserven statt Anleihen)? Und wie kommt NEUES Geld ins System?

        Weiter ratlos. 🤷‍♂️

      • troodon
        troodon sagte:

        @Stoertebekker
        “wie kommt NEUES Geld ins System?”

        Indem die Banken, aufgrund der gesunkenen Zinsen, neue Kredite vergeben.
        Sicht der EZB wohlgemerkt…

        Hat also nichts mit “Reserven verleihen” oder so zu tun. So blöd sind die bei der EZB in diesem Punkt auch nicht ;)

      • Michael Stöcker
        Michael Stöcker sagte:

        @ Stoertebekker

        „Wo tauchen da die Bankreserven auf (bto: Bankreserven statt Anleihen)?“

        Sie haben es selber zitiert: „zum anderen fließt Geld in das Bankensystem.“

        Dieses „Geld“ ist Zentralbankgeld aka Reserven (=Asset-Swap).

        „Und wie kommt NEUES Geld ins System?“

        Jedenfalls nicht durch QE; denn hier werden lediglich im Geldkreislauf der Banken Reserven/Zentralbankgeld hinzugefügt. Da diese aber nicht verliehen werden können, können diese auch NIEMALS in den realwirtschaftlich relevanten Geldkreislauf der Privaten gelangen. Ebenso funktioniert nicht das Ammenmärchen vom Geldschöpfungsmultiplikator, da Reserven KEINEN Einfluss auf die Kreditvergabe haben. Von daher hatten ja einige Notenbanken auch die Mindestreserve abgeschafft.

        QE war, ist und bleibt ganz großes Puppentheater. Es wird Zeit für Malte & Co. sich dem Puppentheater zu entziehen und der realen Welt zuzuwenden. Alt genug sind sie ja eigentlich.

        Weiter ratlos? Dann noch einmal nachfragen.

        LG Michael Stöcker

      • Dietmar Tischer
        Dietmar Tischer sagte:

        @ Michael Stöcker

        >Ebenso funktioniert nicht das Ammenmärchen vom Geldschöpfungsmultiplikator, da Reserven KEINEN Einfluss auf die Kreditvergabe haben.>

        KEINEN?

        Auch wenn Reserven nicht verliehen werden können, haben sie einen Einfluss auf die Kreditvergabe.

        Und zwar so:

        Die Reserven entstehen dadurch, dass die Zentralbanken Wertpapiere (verbriefte Kredite in Form von ABS) von den Banken kaufen.

        Nicht die Reserven, sondern der Verkauf solcher Wertpapiere ist ENTSCHEIDEND für die Kreditvergabe der Banken.

        Denn DADURCH – weniger Kredite in der Bankbilanz – können die Banken ZUSÄTZLICHE Kredite vergeben, weil der Spielraum dafür im Verhältnis zu ihrem Eigenkapital regulativ GRÖSSER geworden ist.

        So kommt MEHR Liquidität in die Wirtschaft.

        Sie greifen zu kurz, wenn sie Zentralbankgeld NUR als Asset-Swap betrachten.

        Dieser Mechanismus der Kreditexpansion setzt allerdings voraus, dass die Zentralbanken die bei nicht wachsender Wirtschaft immer anfälligeren, d. h. ausfallgefährdeteren Kredite den Banken auch dann abkaufen, wenn sie nicht mehr den offiziellen Bonitätserfordernissen der Zentralbanken entsprechen.

        Das können die Zentralbanken problemlos, wenn sie es wollen.

        Sie werden es WOLLEN, weil die Systemstabilität an der Liquiditätsversorgung hängt.

        Und sie TUN es bereits, wenn Sie Staatsanleihen von Pleite-Staaten wie Griechenland kaufen.

      • Richard Ott
        Richard Ott sagte:

        @Stoertebekker

        “1.) Die EZB kauft Banken Anleihen ab.
        2.) Dadurch steigt zum einen der Kurs dieser Anleihen, zum anderen fließt Geld in das Bankensystem.

        Wo tauchen da die Bankreserven auf (bto: Bankreserven statt Anleihen)? Und wie kommt NEUES Geld ins System?”

        Die Bankreserven existieren jeweils nur zu einem bestimmten Zeitpunkt im Geldschöpfungs-QE-Zyklus.

        Der Ablauf geht so:

        1. Der Staat begibt Staatsanleihen, welche die Banken dem Staat abkaufen (die Bezahlung dafür nehmen sie aus ihren “Reserven”) und dafür die Anleihen als Inhaberschuldverschreibung erhalten.
        2. Die Banken verkaufen diese Staatsanleihen an die Zentralbank im Rahmen der QE-Programme und bekommen dafür wieder Geld auf ihren Konten bei der Zentralbank (“Reserven”) gutgeschrieben.
        3. siehe 1.

        Das ganze machen wir so oft und so lange, wie der Staat Finanzierungsbedarf durch Schuldenaufnahme hat, zum Beispiel um jeder Annalena 1000 EUR als Lastenfahrrad-Kaufprämie zu bezahlen oder um “Corona-Hilfen” auszubezahlen oder wofür auch immer.

        Dementsprechend legen die vom Staat gelenkten Zentralbanken das Kaufvolumen der QE-Programme fest.

        Da kommt ganz schön viel “neues Geld” zusammen, alleine in den USA über 4000 Milliarden US-Dollar in den letzten 18 Monaten.

      • troodon
        troodon sagte:

        @Richard Ott
        “Dementsprechend legen die vom Staat gelenkten Zentralbanken das Kaufvolumen der QE-Programme fest.”

        Noch ist es nicht so weit, dass die FED+EZB die Defizite aller Staaten komplett finanzieren. Bei Italien ist man wohl nach dran oder hat es erreicht, habe es nicht genau im Kopf, aber generell ist es (noch) nicht so.

        Interessant wird es dann werden, wenn die Inflationsziele der EZB erreicht wurden, egal was man von diesen hält, UND gleichzeitig die Euro-Zonen Staaten sich weiter massiv neu verschulden wollen. Inflation oder Klimatod ,)

      • Stoertebekker
        Stoertebekker sagte:

        @troodon, MStöcker, DTischer, ROtt

        Da haben wir nun vier Ideen/Erklärungen. Das sagt ja schon mal was zur Eindeutigkeit…

        Also, (ceteris paribus)
        a) die Banken geben Geld für Staatsanleihen an den Staat und bekommen im nächsten Tauschschritt für diese Staatsanleihen bei der ZB entsprechende Reserven.
        b) Dh sie haben (intern) Geld gegen Reserven bei der ZB getauscht.
        c) Diese Reserven können sie aber nicht zur Kreditschöpfung nutzen.

        Fazit:
        1.) Das Geld, dass der Staat von den Banken bekommen hat, war vorher auch schon da – bei den Banken.
        2.) Die Staatsanleihen, die bilanzstärkend für neue Kredite hätten wirken können, werden nur durchgereicht. Bringt also auch nix.
        3.) Es fließt kein NEUES Geld ins System – es fließt nur vorhandenes Geld von der Bank zum Staat.

        Immer noch ratlos. 🤷‍♂️

      • Richard Ott
        Richard Ott sagte:

        @troodon

        “Noch ist es nicht so weit, dass die FED+EZB die Defizite aller Staaten komplett finanzieren. Bei Italien ist man wohl nach dran oder hat es erreicht, habe es nicht genau im Kopf, aber generell ist es (noch) nicht so.”

        Das wird nicht nur für Italien gelten, sondern auch für die anderen 3 PIGS. Welcher geistig normale private Investor kauft denn zum Beispiel freiwillig 10-jährige griechische Staatsanleihen zu -0,2% nominaler jährlicher Verzinsung, es sei denn, um sie mit Gewinn an die Zentralbank weiterzuverkaufen?

        Ich hab gerade keine Lust, mich durch das Kleingedruckte auf der EZB-Webseite zu pflügen während ich die US-Quellen schon auswendig weiß, aber selbst für die USA als Emittenten des globlalen Top-Collateral, das angeblich die Banken unbedingt in riesigen Mengen brauchen um überhaupt ihre Geschäfte abzuwickeln, ist das Volumen der von der Zentralbank aufgekauften Staatsanleihen im Verhältnis zur Schuldenaufnahme im gleichen Zeitraum gigantisch:

        US-Staatsverschuldung 27. Februar 2020: 23422 Milliarden US-Dollar
        US-Staatsverschuldung 25. August 2021: 28427 Milliarden US-Dollar (= +5005 Milliarden US-Dollar)
        siehe https://treasurydirect.gov/govt/reports/pd/debttothepenny.htm

        Änderung der Bilanzsumme der US-Zentralbank im gleichen Zeitraum: +4184 Milliarden US-Dollar
        davon Änderung der Summe der von der US-Zentralbank gehaltenen “US Treasury Securities”: +2872 Milliarden US-Dollar
        (siehe FEDERAL RESERVE statistical release H.4.1, kommt jede Woche neu heraus)

        Über die Hälfte der US-Neuverschuldung der letzten 18 Monate ist von der US-Zentralbank aufgekauft worden und wird von ihr gehalten.

        Und verkauft haben die Staatanleihen die gleichen Primary Dealer Banken, die jetzt über die angebliche Collateral Shortage herumheulen…

        “Interessant wird es dann werden, wenn die Inflationsziele der EZB erreicht wurden, egal was man von diesen hält”

        Dann wird natürlich das Inflationsziel der Zentralbank so angepasst, dass es erst bei noch höherer Inflation erreicht wird. ;)

        Und das meine ich nicht einmal zynisch, das ist die postmoderne Philosophie. Ein Problem existiert nur genau dann, wenn wir darüber reden. Insofern definitiv keine “Inflation”, sondern eindeutig Klimatod durch schwere Erderhitzung – bis zu dem Tag, an dem die Klimadiktatur eingeführt wird und alles in Ordnung gebracht wird. Und zur Feier des Tages bekommt dann jeder eine Schubkarre voll Bargeld (die Schubkarre bitte wieder abliefern), um sich nach der großen Parade eine vegane Bockwurst kaufen zu können.

      • Richard Ott
        Richard Ott sagte:

        @Stoertebekker

        “Fazit:
        1.) Das Geld, dass der Staat von den Banken bekommen hat, war vorher auch schon da – bei den Banken.
        2.) Die Staatsanleihen, die bilanzstärkend für neue Kredite hätten wirken können, werden nur durchgereicht. Bringt also auch nix.
        3.) Es fließt kein NEUES Geld ins System – es fließt nur vorhandenes Geld von der Bank zum Staat.”

        Das “Geld”, was die Banken von der Zentralbank auf ihren Konten gutgeschrieben bekommen, wenn sie ihr die Staatsanleihen im Rahmen von QE verkaufen, war vorher aber noch nicht da. Sie gucken die ganze Zeit auf die falsche Transaktion, wenn Sie “die Geldschöpfung” suchen.

        Und wenn Ihr “3.” stimmen würde, wieso wächst dann die Bilanzsumme der Zentralbank durch QE? Dass es so ist, können Sie zum Beispiel hier sehen, das ist die Entwicklung der Bilanzsumme (hier Betrachtung des Asset-Seite) der US-Zentralbank: https://www.federalreserve.gov/monetarypolicy/bst_recenttrends.htm

      • Dr. Lucie Fischer
        Dr. Lucie Fischer sagte:

        @Richard Ott, 9:26
        Für die vegane Wurst werden die Rohstoffe leider zu teuer sein,
        eher wird Dröhnung für alle per Corona-Verordnung legalisiert.
        Im Badischen gaben Bäuerinnen ihren Säuglingen mit Mohnsaft & Honig & Schnaps getränkte Leinenschnuller, um in Ruhe auf dem Feld arbeiten zu können: ” Pacyfeier”: Ruhe ist die erste Bürgerpflicht:
        https://www.google.com/search?client=firefox-b-d&q=pacyfeier

      • troodon
        troodon sagte:

        @Richard Ott
        Klar, dass auch in den USA ein großer Teil der neuen Staatsverschuldung von der FED aufgekauft wird.
        Trotzdem sind eben knapp 60% keine 100%. Und zumindest bei mir suggerierte ihre Aussage “Dementsprechend…”, dass es 100% wären. Brauchen wir nicht weiter diskutieren.

        “Dann wird natürlich das Inflationsziel der Zentralbank so angepasst, dass es erst bei noch höherer Inflation erreicht wird. ;)”
        Das wird man eben sehen… Es würde das System noch instabiler machen, noch näher an den Abgrund bringen.

      • troodon
        troodon sagte:

        @Stoertebekker
        Das Geld kommt in das System ,
        1) wenn der Staat mit den aufgenommenen Schulden tatsächlich Ausgaben tätigt
        2) indirekt über QE, falls QE Zinsen senkt und dadurch die Kreditvergabe der Banken angekurbelt wird

      • Richard Ott
        Richard Ott sagte:

        @troodon

        Oh, war es zu sehr vereinfacht? Mir ging es darum, für Stoertebekker das Grundprinzip zu erklären. In der Sache kein Dissens.

        Wir können uns auch noch die andere Hälfte von QE, also den Unternehmensanleihen-Aufkauf angucken, aber dann wird es viel komplizierter, weil Unternehmen deutlich weniger Verschuldungskapazitäten haben als der Staat und die Unternehmensanleihen auch nicht als “risikolos” gelten, anders als zum Beispiel griechische Staatsanleihen…

        Da muss man die einfache Erklärung dann mit noch mehr Bedingungen und Qualifizierungen versehen als im Staatsanleihen-Beispiel.

        “Das wird man eben sehen… Es würde das System noch instabiler machen, noch näher an den Abgrund bringen.”

        Klar, aber das hat bei den bisherigen “Rettungsmaßnahmen” auch niemanden gestört.

        Eine elegante Lösung wäre es, wenn die Inflation einfach durch geschickt gewählte Messmethoden verschleiert werden könnte, wodurch erstmal nicht auffällt, dass es überhaupt welche über dem Inflationsziel gibt.

        Im Verbraucherbereich gibt es ja schon das Thema “Shrinkflation”, wo die Produktmengen immer kleiner werden, aber der Preis gleich bleibt. Das müssten die Ersteller der Inflationsstatistik aber merken, wenn sie noch nicht vollkommen verblödet sind.

        Mir würde stattdessen vorschweben, die Qualität der Produkte zu verschlechtern, aber die verkaufte Menge konstant zu lassen. Wussten Sie zum Beispiel, dass ein als “Schokopudding” bezeichnetes Produkt in Deutschland mindestens 1% Kakao enthalten muss?
        https://www.youtube.com/watch?v=_uTfNSxqf7Q

        Das sollte die Regierung schnell ändern, 0,25% von dem sauteuren Kakao reichen sicher auch, den Rest machen Farbstoffe und Füllstoffe. So ginge Shrinkflation ohne die Produkte zu verkleinern. Das geht viel länger gut als ein höheres offizielles Inflationsziel, so lange, bis der Pöbel merkt, welchen Müll er gefüttert bekommt. ;)

      • Stoertebekker
        Stoertebekker sagte:

        @ROtt 09:33

        Tja, ich hab ja nicht bestritten, dass QE die ZB-Bilanz verlängert oder dass die Geschäftsbanken bei der ZB mehr Bankreserven haben.

        DAS ist in meinem Verständnis aber noch KEIN Geld. (Insbesondere keines, das die Inflation antreibt.) Mir fehlt genau dieses Verständnis der Transmission von ZB-Reserven zu NEUEM Geld, das NACHFRAGEWIRKSAM wird.

        Die überwiegende GeldSCHÖPFUNG im System findet doch bei den Geschäftsbanken statt. Deren (durch Kreditgewährung geschaffenes) Geld wird nachfragewirksam. Über Privatpersonen/Unternehmen. Bzw. obigen Staatsanleihen-Mechanismus über den Staat.

        PS und damit sind wir bei der ebenfalls unbeantworteten Grundfrage – was ist überhaupt alles Geld? Fragen über Fragen… Und noch immer keine befriedigende Antwort.

      • Stoertebekker
        Stoertebekker sagte:

        @troodon 12:07

        1.) Das ist doch das ALTE Geld der Banken, mit dem sie die Staatsanleihen gekauft haben. Nix NEUES.
        2.) Auch bei niedrigen Zinsen geben Banken doch nur an vertrauenswürdige Schuldner Kredite. Gegen Kollateral. Das hat doch auch nix mit QE zu tun. Sondern mit der Risikoneigung und der Bilanz der Banken (+Basel-Regelungen und sonstige Regulierung)

      • troodon
        troodon sagte:

        @Stoertebekker
        ” Das ist doch das ALTE Geld der Banken, mit dem sie die Staatsanleihen gekauft haben.”
        Nein.

        Die Banken kaufen mit “alten” Reserven die Anleihen ja. Asset Swap. Der Staat parkt das Geld auf seinem Konto bei der Buba. Bis dahin hat sich “reservemäßig” nichts geändert, wenn man das Guthaben des Staates bei der BuBa berücksichtigt und es ebenfalls als Reserve zählt. Keine Ahnung, wie das tatsächlich “gezählt” wird.
        DANN überweist der Staat dem Stoertebekker 1 Mio auf das Konto bei der Bankrott Bank. Erst jetzt ist es im “privaten” Geldkreislauf angekommen. Die Reserven haben sich nicht geändert (Bankrott Bank inkl. Staatsguthaben bei der BuBa (wegen +1 Mio und -1 Mio)

        Aber evtl. bin ich einfach unfähig es richtig zu erklären :( Oder ich liege tatsächlich falsch, was ich bei diesem Gedöns nicht ausschließen kann ,)

        Zu Ihrem 2)
        Je geringer der Zins desto leichter die Rückzahlung (Alles andere bleibt gleich)
        Natürlich schaut die Bank auf die Bonität/Sicherheiten. Trotzdem ist es leichter einen Kredit mit 1% zurückzuzahlen statt mit 10%.

        Evtl. kann es @Michael Stöcker insgesamt besser erklären oder mich korrigieren.

      • troodon
        troodon sagte:

        @ Richard Ott
        “die Qualität der Produkte zu verschlechtern, ”

        Ich dachte, das wäre schon so…
        Klar immer rechnen, dass 2% rauskommt, ist auch ein Möglichkeit. Kann doch sowieso die Masse nicht ernsthaft nachprüfen.
        Irgendwann ist aber Schluss…
        “Man kann das ganze Volk eine Zeit lang täuschen und man kann einen Teil des Volkes die ganze Zeit täuschen, aber man kann nicht das ganze Volk die ganze Zeit täuschen.”

      • Richard Ott
        Richard Ott sagte:

        @Stoertebekker

        ” Mir fehlt genau dieses Verständnis der Transmission von ZB-Reserven zu NEUEM Geld, das NACHFRAGEWIRKSAM wird.”

        Wenn der Staat das Geld aus diesem Finanzierungskreislauf auf seinem Konto hat und dann ausgibt, wird es nachfragewirksam. Das geht direkt in “G” rein, also in die staatlichen Ausgaben aus der Grundindentität in der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung:
        Output = Consumption (privat) + Investment + Government spending + Net eXports

        Wenn Sie das nicht für “nachfragewirksam” halten, was müsste denn dann zusätzlich noch passieren, damit es nachfragewirksam wird?

        “PS und damit sind wir bei der ebenfalls unbeantworteten Grundfrage – was ist überhaupt alles Geld?”

        Die grundsätzliche Diskussion über diese Frage heben wir uns besser für einen anderen Tag auf. Aber solange Sie zustimmen können, dass Euro-Geldscheine und auf Euro laufende Forderungen an Geschäftsbanken oder an den Staat “Geld” sind, müssten Sie mir folgen können, oder?

        “Auch bei niedrigen Zinsen geben Banken doch nur an vertrauenswürdige Schuldner Kredite. Gegen Kollateral. ”

        Am Beispiel Staatsanleihen lässt es sich wieder am einfachsten erklären, dadurch erspare ich mir den Exkurs in die Welt der “Covenants”, also der Kreditnebenbedingungen bei der Kreditvergabe an Unternehmen:

        Staatsanleihen sind immer unbesichert und Staaten gelten laut der von eben diesen Staaten geschriebenen (hihi) Finanzregulierungs-Regeln immer als vertrauenswürdige Schuldner.

        Die Anhänger der Gelddruck-Fraktion werden jetzt einwenden, dass Kredite an den Staat implizit ja immer dadurch “besichert” sind dass der Staat in seinem Staatsgebiet Steuern und Abgaben erheben kann, oder notfalls einfach die Leute enteignet, aber wie viel diese Annahme in der Praxis tatsächlich wert ist, sehen Sie ja beispielsweise alle paar Jahre, wenn mal wieder Argentinien pleite ist.

      • Dietmar Tischer
        Dietmar Tischer sagte:

        @ Stoertebekker

        Nicht DAS Geld, aber Geld kommt ins System

        DIREKT:

        1. @ troodon, 12:07

        Ihre Replik 12:24 ist zwar richtig, übersieht aber dass der Staat DAMIT Nachfrage generieren kann und so Geld in die Realwirtschaft kommt – kein „neues“ zwar, aber „aktiviertes“.

        2. Der Staat gibt Anleihen aus, die von den Banken, die sie gekauft haben, an die ZBs weiter verkauft werden. Mit dem Geld, das der Staat damit erhält – letztlich aus dem Nichts geschöpft von den ZBs – kann er Nachfrage generieren, d. h. Geld kommt in die Realwirtschaft

        INDIREKT:

        1. Ich verweise darauf, was erfolgt, wenn die Zentralbanken den Banken Wertpapiere abkaufen, darunter mit Kollateral unterlegte Wertpapierkredite:

        Die Bank erhält nicht nur eine Gutschrift auf ihrem Zentralbankkonto, sondern ihre Bilanz ÄNDERT sich und zwar derart, dass sie NEUE Kredite vergeben kann (bei gleich gebliebenen Eigenkapital).

        Das ist genau der Punkt, auf den Sie verweisen:

        >Die überwiegende GeldSCHÖPFUNG im System findet doch bei den Geschäftsbanken statt. Deren (durch Kreditgewährung geschaffenes) Geld wird nachfragewirksam. Über Privatpersonen/Unternehmen. Bzw. obigen Staatsanleihen-Mechanismus über den Staat.>

        Das hatten wir beide schon einmal diskutiert mit Bezug auf den Mechanismus der Zombifizierung, der Insolvenzen verhindert, aber keine Investitionen auslöst.

        2. Was das Schattenbankensystem betrifft, hatte ich @ Stöcker, gestern, 20:29 auf die Darlegungen von Wullweber verwiesen, der nicht Ideologiekritik betreibt, wenn er über den „Zentralbankkapitalismus“ schreibt, sondern TRANSAKTIONEN erklärt.

        Ich bin nicht im Schattenbanksystem tätig und kann das daher nicht wirklich beurteilen.

        Fazit:

        QE ist NICHT nur ein Asset Swap.

  5. Dietmar Tischer
    Dietmar Tischer sagte:

    >It is time for transparency and a clear division of labour.”>

    Transparenz wird nicht auf dem Tablett servierte, die muss man sich – soweit es überhaupt möglich ist – erarbeiten.

    Die Arbeitsteilung funktioniert:

    Die Zentralbanken werden QE faktisch nur in geringem Umfang zurückfahren, weil die labile Situation des Finanzsystems nichts anderes erlaubt.

    Daher:

    bto: So ist es und so muss es bleiben. Es wird schon schlimm genug, wenn die Geschwindigkeit der Käufe zurückgeht.

    Die Fiskalpolitik wird dagegen ein immer STÄRKERES Gewicht erlangen, nicht zuletzt wegen des Kampfes gegen den Klimawandel.

    Heißt:

    Subventionen für erneuerbare Energien und transformationsbedingt vermehrte Sozialleistungen werden die Staatsausgaben hochschießen lassen.

    Die Haushaltsdefizite können nur mit Verschuldung ausgeglichen werden.

    Folge:

    bto: Und wir wissen, dass die Staatsverschuldung letztlich Geld schafft und damit die Grundlage für Inflation. Das hängt zusammen. QE ändert nur die Art dieser Schulden. Bankreserven statt Anleihen.

    Ich sehe es funktional etwas anders mit der Inflation, aber im Ergebnis genauso:

    Die Staatsverschuldung induziert NACHFRAGE insbesondere nach Fachkräften für den energetischen Umbau der Wirtschaft, die letztlich zu Inflation führt zusammen mit der Verteuerung durch die Verschmutzungszertifikate und Einfuhrzöllen für „unsauber“ hergestellte Importe.

    Bei nachhaltiger Inflation WERDEN die Zinsen steigen.

    Die spannende Frage ist dann, WIE die Notenbanken darauf reagieren werden.

    Antworten
  6. Maik Poetzsch
    Maik Poetzsch sagte:

    Sehr geehrter Herr Stelter,

    ich verstehe folgenden Punkt nicht: “One danger (…) is that bloated central-bank balance-sheets are a threat to the stability of the public finances. Purchases of long-term bonds are paid for by creating central-bank reserves—electronic cash which carries a floating rate of interest (commercial banks hold these reserves and receive any interest)”.
    Wenn die Zentralbank Staatsanleihen kauft, liegen diese doch nicht bei den Geschäftsbanken, oder?! Wenn ein Zins fällig wird, zahlen die Staaten diesen an die Zentralbank, die den so erwirtschafteten Gewinn wieder an die Staaten als Eigner der Zentralbank ausschüttet. So erklärt es zumindest Andreas Beck. Wenn die Zentralbank Anleihen kauft, ist der effektive Zins also immer null, egal welcher Coupon ausgeschrieben wird.

    Vielen Dank und mit freundlichen Grüßen
    Maik Poetzsch

    Antworten
    • troodon
      troodon sagte:

      @Maik Poettzsch

      ZB bekommen langlaufende Anleihen mit festem, aktuell sehr niedrigem Zinssatz. Dafür haben die Banken ZB-Guthaben, die AKTUELL niedrig oder gar negativ verzinst werden. Kurzfristig also ein gutes Geschäft für die ZBs…Wobei z.B. die EZB auch TLTRO Kredite zu -1% vergibt …
      Werden nun aber die kurzfristigen Zinsen aufgrund nachhaltig steigender Inflationsraten angehoben, kehrt es sich das um, zum Nachteil der ZB, somit auch zum Nachteil der Staaten und Steuerzahler. Sprich Reserven müssen evtl. deutlich höher verzinst werden als die im Bestand befindlichen Staatsanleihen.

      Lasse mich gerne korrigieren… ;)

      Antworten
    • Thomas M.
      Thomas M. sagte:

      @Kleinanleger: Sehr interessante Info, so sie richtig ausgerechnet ist. Ich halte die Motivableitung im Artikel allerdings für falsch. Powell hat sein Portfolio entsprechend der aktuellen Begebenheiten und zukünftig wahrscheinlichen Entwicklungen aufgebaut.

      60/40-Portfolios machen aktuell kaum noch Sinn aufgrund niedriger Zinsen. Warum sollte er dann jetzt eines haben? Und wenn er eines hätte, würde er erst recht die Zinsen nicht anheben (einmal ignorierend, dass das nicht alleine seine Entscheidung ist; Fed hat ein Board mit verschiedenen Einflussgruppen), weil sonst seine Staatsanleihen im Portfolio in den Keller gehen.

      Es ist einfach nur eine Bestätigung, dass auch er davon ausgeht, dass von US-Staatsanleihen nicht mehr viel zu erwarten ist. Das alleine ist schon interessant genug.

      Antworten
      • Dietmar Tischer
        Dietmar Tischer sagte:

        @ Thomas M

        >Es ist einfach nur eine Bestätigung, dass auch er davon ausgeht, dass von US-Staatsanleihen nicht mehr viel zu erwarten ist.>

        Sehe ich auch so.

        Darüber hinaus:

        Es ist KEINE Bestätigung dafür, dass Powell bei seinen 60% Equity WEITERE Werteigerungen sieht.

        Eher, vielleicht (auch):

        … dass er bei 60% Equity GERINGERE Wertverluste sieht als bei 40% US-Staatsanleihen, eben weil er glaubt, dass die Verbraucherpreise steigen werden und daher die Fed-Zinsen nicht auf dem jetzigen Niveau bleiben können.

        Der aus meiner Sicht geringe Anteil von nur 3% Real Estate könnte auch ein Indikator in dieser Richtung sein.

        Das Problem für Powell ist eben, dass er als Anleger eine Einschätzung haben MUSS.

        Die Konsequenzen, die er daraus zieht, KÖNNEN auch Anlagen zur Verlustminimierung sein.

Ihr Kommentar

An Diskussion beteiligen?
Hinterlassen Sie einen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar zu Maik Poetzsch Antworten abbrechen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.