Was die Krise von Evergrande wirk­lich bedeutet

Die Welt ist ziemlich ruhig angesichts des sich abzeichnenden Margin Calls in China. O. k., wir haben ja eine sehr weit verbreitete Staatsgläubigkeit, aber selbst für China dürfte es nicht leicht sein, die längerfristigen Probleme so einfach zu lösen. Die FINANCIAL TIMES (FT):

  • “There is much debate around the ‘Is this another Lehman?’ question — the implications for the Chinese (and global) financial system of an Evergrande restructuring. I personally side with those who think the Chinese government has deep enough pockets to bail out whoever it wants, and can therefore contain the wider repercussions of real estate losses that lie behind failures such as Evergrande. Whether it will is another question.” – bto: also erst einmal die (Selbst-)Versicherung, dass schon alles gut gehen wird. Vorerst.
  • “(…) 29 per cent of China’s gross domestic product is made up of real estate activities (construction and related services). That number comes from new research by Kenneth Rogoff and Yuanchen Yang. Their paper is worth reading in because it contains some really frightening statistics.

Quelle: FT

  • As the chart above shows, China’s dependence on real estate is historically unprecedented — only Spain in 2006 came near. It is not just the share of output, but employment too: real estate and construction employ nearly 20 per cent of China’s urban workforce. Land sales account for one-third of local government revenue.” – bto: Daran hängt auch ein guter Teil der deutschen Exporte. Nur mal so, wenn jetzt die Politik wieder davon träumt, aus allen Problemen herauswachsen zu können.
  • “China has one of the world’s highest housing vacancy rates, at more than 20 per cent. More than 90 per cent of urban households already own their home. In the researchers’ latest year of data (2018), 87 per cent of new home sales went to buyers who already owned a dwelling. Nationally, it would take about two years for all unsold housing to be sold at current sale rates.” – bto: Was für eine schöne Blase!

That leads to a couple of observations about the real Chinese economy — none of them reassuring, even if the purely financial fallout is contained.

  • “The first is that China’s past growth may not be all that it seemed. On Rogoff and Yang’s numbers, real estate’s share of GDP increased by almost 10 percentage points (or about half the starting share) in the five years following the global financial crisis, and then stayed flat near 30. On a rough approximation, that means these activities contributed nearly half of China’s strong GDP growth in those years, and a continuing near-30 per cent or so of growth in the ensuing years.” – bto: Das bedeutet, die Politik hat Zeit gekauft. Nicht mehr und nicht weniger.
  • “Given the signs of oversupply, one has to wonder about the actual economic value of those contributions to GDP. Did all this activity really added value — something that constitutes Chinese prosperity? Or was some of it more what we may call ‘pseudo-income, which shows up in the numbers but does not reflect anything that is actually valuable so to speak on the ground? The stories about Chinese ‘ghost cities’ that have circulated for more than a decade — and more recently, reports of demolition of never-occupied buildings — suggest the answer is no. And given the sheer size of real estate’s importance, China’s real prosperity may be much lower than what growth rates and GDP levels have measured.” – bto: und damit die Stabilität der Führung und auch die Stabilität als Anker der Weltwirtschaft.
  • “(…) there has clearly been a gross misallocation of capital and economic activity, which has created little or no economic value while there are great unmet needs. But fixing this — essentially ensuring better conditions for the rural poor — would have required the kinds of interventions in the economy, implying radical levelling of status and power differences, that most nominally communist dictatorships have been far too conservative to contemplate.” – bto: Genau diese Regierungen haben das Ganze doch unterstützt, denn es hat die Illusion von Reichtum gefördert.
  • “Third, what happens next? It is very hard to fill the gap in economic activity that even a slight contraction in the real estate sector will leave if it shrinks permanently. Rogoff and Yang estimate that a ‘20 per cent fall in the housing sector and related activities (if one did occur), could lead to a roughly 5-10 per cent decline in the level of output’.” – bto: Ich denke aber, dass die Chinesen alles daran setzen werden, genau das zu verhindern. Das Problem dabei: Derartige Stabilisierungsmaßnahmen kaufen nur Zeit.
  • “Chinese rulers have long wanted to ‘rebalance’ their economy. But towards what? Consumption is difficult to boost with extreme inequality and a large population in poverty — unless, again, the government is willing to be radical in overturning current social and economic hierarchies. Export-led growth of the size needed is China’s past but unrealistic as its future. So perhaps investment is still the right horse to back. If so, Beijing must find policies to promote the quality and not just the quantity of investment.” – bto: Und da sind sie doch auf gar keinem so schlechten Weg? Technologie hat in China eine Zukunft.

ft.com (Anmeldung erforderlich): „The real meaning of China’s Evergrande problem”, 30. September 2021

Kommentare (22) HINWEIS: DIE KOMMENTARE MEINER LESERINNEN UND LESER WIDERSPIEGELN NICHT ZWANGSLÄUFIG DIE MEINUNG VON BTO.
  1. Alexander
    Alexander sagte:

    Technologie setzt Bildung voraus, deren Erfolg gesellschaftliche Grundlagen voraussetzt, die China nicht im Ernst erfüllt https://youtu.be/G8yP0Rd6z00. Das ist allen Schwellenländern gemeinsam und es tröstet nicht die BRD auf dem gleichen Weg zu sehen….vgl. Heinsohn
    ( webcache.googleusercontent.com/search?q=cache:1WTt73Mam9AJ:https://www.derhauptstadtbrief.de/pdfs/HSB_133_Doppelseiten.pdf+&cd=1&hl=de&ct=clnk&gl=de&client=firefox-b-d Seite 11 )

    Antworten
  2. Wolfgang Selig
    Wolfgang Selig sagte:

    Die Chinesen lassen wenigstens die Luft aus der Blase, bevor sie noch größer wird. Bei uns lässt man die Blase hübsch weiter wachsen…

    Antworten
  3. Dietmar Tischer
    Dietmar Tischer sagte:

    China im Krisenmodus – anscheinend AUCH noch in diesem.

    Hier:

    https://www.welt.de/wirtschaft/plus234288766/Evergrande-Der-Immobiliengigant-ist-nicht-Chinas-Hauptproblem.html

    Daraus:

    >…. eine weitere Belastung dazu kommt (zur Immobilienkrise, D. T.), und diese ist für Jörg Wuttke, den Chef der Europäischen Handelskammer in China, sogar noch viel bedeutender.

    „Evergrande ist das kleinere Problem für China“, sagt er. „Die Energieknappheit ist ein viel größeres.“ Diese sei im Wesentlichen selbst verursacht. Ein Grund: Auch China will CO2-neutral werden, wenn auch erst 2060.

    „Doch schon jetzt wird daher weniger in den Kohlenabbau investiert“, sagt Wuttke. Zuletzt kam es zudem zu Unfällen in den Minen, so dass einige geschlossen werden mussten. Derzeit habe das Land daher nur noch Kohlereserven für etwa zwölf Tage, normalerweise sind es 25.

    Doch damit nicht genug. Den Import von Kohle aus Australien hat Peking aus politischen Gründen gestoppt. Indonesien kann derzeit wegen schwerer Regenfälle weniger Kohle nach China exportieren. Im Südwesten Chinas, wo die meisten Wasserkraftwerke liegen, blieb der Regen aus, und dort, wo die meisten Solarpaneele stehen, fehlt es an Sonne – derzeit kommt einfach alles zusammen.>

    Ist kein Thema für uns.

    Denn wir werden UNGEBREMST die Gewinnung erneuerbarer Energie ausbauen – selbst schuld, wer erst 2060 CO2-neutral werden will ;)

    Aber wirklich doof die Chinesen, werden sie uns vielleicht auch noch schädigen:

    >Immerhin schätzt Wuttke, dass die Energieknappheit in China Anfang kommenden Jahres überwunden sein dürfte. Bis dahin vergehen noch fast drei Monate. Das würde REICHEN, um in dieser Zeit den HIESIGEN Aufschwung zu ZERSTÖREN.>

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    • Richard Ott
      Richard Ott sagte:

      Tja, jetzt gehts los, der deutsche Stromanbieter “immergrün!” macht schrittweise dunkel.

      “Wegen der aktuell hohen Strompreise stellt der Billigstromanbieter Immergrün in Teilen von Hessen und Bremen die Belieferung von Hunderten Kunden ein.

      Das berichtet das “Handelsblatt” [aber hinter Paywall]. Die Zeitung habe demnach die Kündigungsschreiben vorliegen, die das Unternehmen an die betroffenen Kunden versandt habe.”

      https://www.focus.de/finanzen/news/hohe-strompreise-fordern-tribut-billiganbieter-immergruen-stellt-versorgung-in-teilen-von-hessen-und-bremen-ein_id_24317588.html

      Dabei klingt es auf der Firmenwebseite noch so toll und nachhaltig und klimaneutral:

      “Bei immergrün! erhalten Sie umweltfreundlichen Strom zu einem günstigen Preis. Unser nachhaltiger Ansatz wird bereits bei Ihrem Wechsel zu immergrün! deutlich, denn Sie können jederzeit ganz einfach online abschließen – ohne überflüssigen Papierkram oder Erzeugung von CO2-Emission.”

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      • JürgenP
        JürgenP sagte:

        @RO Handelsblatt (hinter Paywall), wer liest das schon. Die Tagesschau wird’s auch nicht melden. Könnte den zukünftigen Sponsoren öffentlich-rechtlicher Berichterstattung schwer auf die Nerven gehen, gerade jetzt, wo man sich zum “Energiewenden” aufstellt. Auffallen wird es doch erst, wenn beim fast pleite gegangenen immergrünen Fussballclub “Werder” in der 70 Minute beim Elfmeter die “Immergrünen” Stadionlichter ausgehen. Energiewende live bei Sky. Ups, Bildschirm schwarz.

      • Dietmar Tischer
        Dietmar Tischer sagte:

        @ Richard Ott

        Es geht hier ein spezielles Problem, denn IMMERGRÜN! ist ein BILLIGANBIETER.

        Dieses Unternehmen hatte offensichtlich nicht kapiert, dass man als Anbieter, der in der Energiewende angekommen ist, nur als TEUERANBIETER eine Chance hat.

        Billig war gestern.

        Man erkennt einmal mehr, was der Markt kann:

        Er sortiert aus.

        Die Energie muss hierzulande noch viel TEURER werden, damit die Anbieter und ihre Kunden davon profitieren ;)

      • Richard Ott
        Richard Ott sagte:

        @Thomas M.

        “Endlich kommt mal Leben in die Bude :> Zum Glück gibt’s die Grundversorgung, sonst müssten nachher noch die Verbraucher die Konsequenzen des Billigeinkaufs tragen.”

        Wenn ich das Geschäftsmodell dieses Anbieters richtig verstehe, dann war der Einkauf nicht per se “billig” sondern – und das ist das wesentliche Merkmal – sehr “kurzfristig”.

        Und wenn der Strompreis am Spotmarkt durch die Decke geht, dann funktioniert das mit dem “billig einkaufen” natürlich nicht mehr, und der Anbieter muss seine Kunden loswerden, so schnell er kann.

        Andere Anbieter, die kurzfristig einkaufen aber gleichzeitig langfristige Lieferverträge eingegangen sind, werden wahrscheinlich bald pleite gehen. Da wäre die Übertragung des “Hypo Real Estate”-Geschäftsmodells auf den Strommarkt, bei schnellen Preisanstiegen (oder wie bei der HRE damals schnellen Zinsanstiegen für kurzfristige Liquidität) endet das immer gleich, egal welche Branche.

        Und letztendlich werden alle Stromkunden die Konsequenzen mit tragen, für die Kunden der jeweils für die Grundversorgung zuständigen Versorger werden die Preise sehr bald steigen, denn der Strom für die ehemaligen Immergrün-Kunden muss ja ab nächster Woche auch irgendwoher zusätzlich beschafft werden.

      • Thomas M.
        Thomas M. sagte:

        @Hr. Ott: Ich hätte noch präziser schreiben sollen: “Zum Glück gibt’s die Grundversorgung, sonst müssten nachher noch die immergrün!-Verbraucher die Konsequenzen ihres Billigeinkaufs tragen.”

        Im Prinzip ist die Grundversorgungsregelung schon vernünftig. In solchen Fällen führt sie aber dazu, dass die “Strafe” doch sehr milde ausfällt. Allerdings ist immergrün! ja schon länger am Markt und vielleicht tat es das Businessmodell bislang auch ganz gut.

        Mir kam dazu folgender Gedanke: Die Stromverbraucher bekommen ja Verträge mit langer Preisbindung. Falls jetzt die Preise am Großhandelsmarkt zukünftig durch mehr regenerative Energie volatiler werden, dann müssen die Energieanbieter eigentlich ordentlich Puffer bei den Preisen einbauen oder gegüngend Finanzkraft haben, dass sie auch die (hoffentlich) vorrübergehend höheren Preise bezahlen können. Irgendwer entlang der Kette geht jedenfalls Risiko ein. Wenn der Versorger ein Riesenpaket für mehrere Monate einkauft, muss der Großhandelsverkäufer ja auch zuversichtlich sein, dass er das entsprechend liefern kann zum vereinbarten Preis.

        Am besten und relevant für das immergrün!-Beispiel ist folgender Satz aus der unten verlinkten Website. Den fand ich klasse zur Zusammenfassung:

        “Die zugrundeliegenden Rohstoffmärkte führen immer wieder zu starken Preisschwankungen an den Strom-Termin- und Spotmärkten. Wird der Strombedarf für die nächsten Jahre zu einem einzigen Zeitpunkt am Markt gedeckt, so hat das einen mehr oder weniger zufälligen Strompreis zur Folge. Die Höhe des Strompreises ist dann vor allem davon abhängig, in welcher Marktphase die Beschaffung erfolgte.”

        https://www.eha.net/blog/details/handel-mit-strom.html

        Preisbindung für Endkunden mit zufälligen Einkaufspreisen sind… schwierig .)

        Hmmm… vielleicht ist Strom irgendwann wie Sprit an der Tanke? Da muss man auch damit klar kommen, dass der Preis bei jedem Einkauf etwas anders ist.

      • Dietmar Tischer
        Dietmar Tischer sagte:

        @ Thomas M.

        >Falls jetzt die Preise am Großhandelsmarkt zukünftig durch mehr regenerative Energie volatiler werden, dann müssen die Energieanbieter eigentlich ordentlich Puffer bei den Preisen einbauen oder gegüngend Finanzkraft haben, dass sie auch die (hoffentlich) vorrübergehend höheren Preise bezahlen können.>

        EIGENTLICH.

        „eigentlich“ ist aber nicht möglich, wenn ein durch VERGLEICHSPORTALE angetriebener PREISWETTBEWERB für ein HOMOGENES Produkt, das keine Preisunterschiede aufgrund von unterschiedlichen Produkteigenschaften zulässt, herrscht.

        Richtig, genügende Finanzkraft, d. h. Eigenkapital, beleihungs- oder verkaufsfähige Assets, sind ein Puffer und somit eine Alternative.

        Die dritte Alternativ ist folgende:

        Die Stromverbraucher sind an EINEN Anbieter gebunden, z. B. an einen städtischen, derart, dass sie NICHT zu irgendeinem günstigsten wechseln können.

        Das gibt es bereits.

        Sie bezahlen HÖHERE Preise als in Niedrigpreisphasen andere Anbieter verlangen, sind aber DADURCH in Hochpreisphasen preislich weitgehend geschützt – wenn diese nicht zu lange anhalten.

        >Irgendwer entlang der Kette geht jedenfalls Risiko ein.>

        So ist es.

        Wenn man den Verbraucher in die Kette einbezieht, sind es diejenigen Verbraucher, die NUR auf den GÜNSTIGSTEN Preis schauen und dabei die VERSORGUNGSSICHERHEIT außer Acht lassen.

        Ihre Rechnung geht in unserer Gesellschaft allerdings vielfach auf, da der STAAT das RISIKO übernimmt, d. h. die Steuerzahler für umfassende Versorgungssicherheit sorgen.

        In der bevorstehend BESCHLEUNIGTEN Energiewende wird sie deutlich ZUNEHMEND der Fall sein.

    • JürgenP
      JürgenP sagte:

      @DT Was macht ein Land mit Problemen im Inneren, meinetwegen frierenden Bürgern, darbender Industrie wegen fehlendem Strom oder gar Durst und Hunger von ein paar hundert Millionen Menschen?

      Klar: es schafft sich Probleme mit seinen Nachbarn, um sich das Mangelnde dort zu holen.

      Hoffentlich regnet es bald in Chinas Südwesten, statt in Indonesien. Es sollte auch die Sonne strahlen auf der demnächst winterlichen Nordhalbkugel. Besser wäre es.

      Und: nicht vergessen, die bundesdeutsche Fregatte Bayern sollte schnell Leine ziehen, um nicht versehentlich den Tank leergepumpt zu bekommen (im besten Falle).

      Antworten
  4. Dietmar Tischer
    Dietmar Tischer sagte:

    > “Given the signs of oversupply, one has to wonder about the actual economic value of those contributions to GDP. Did all this activity really added value — something that constitutes Chinese prosperity?>

    Die Antwort liegt nicht bei „value“ – sei es „actual economic value“ oder „added value“.

    Es geht in der Tat vielmehr darum, ob dieses „something“, nämlich die chinesische Immobilienblase WOHLSTAND geschaffen hat.

    Hat sie das?

    Sie hat Wohlstand geschaffen durch BESCHÄFTIGUNG und EINKOMMEN, denn:

    >… real estate and construction employ nearly 20 per cent of China’s urban workforce.>

    Man kann natürlich darüber diskutieren, ob der Bausektor die OPTIMALE Plattform war, Ressourcen in diesem Umfang zu binden und Beschäftigung in diesem Ausmaß zu schaffen.

    Es dürfte jedoch schwierig sein, unter den Bedingungen der Boomjahre Alternativen zu benennen, die REALISTISCHE und zudem noch BESSERE gewesen wären.

    Wie auch immer:

    Man sollte sich an Keynes erinnern, der empfahl, Flaschen zu vergraben und sie wieder ausgraben zu lassen, um BESCHÄFTIGUNG zu SCHAFFEN, ohne dass DABEI irgendein MATERIELLER Wert entstehen musste. Die Grabungen haben lediglich Erde bewegt.

    Auch wenn Keynes die Flaschen vorm Vergraben mit Geld gefüllt haben wollte und daher die Analogie ein wenig hinkt, wenn man sie nicht modifizierend verfeinert, ist sie doch bemerkenswert. Denn natürlich war auch beim chinesischen Immobilienboom Geld im Spiel.

    Es scheint so zu sein, dass die chinesische Regierung JETZT die Beschäftigung mehr auf dem Feld von Forschung und Entwicklung sieht. Auch die schafft wie Immobilien Werte – in Sackgassen endend nicht verwertbare, aber etwa auch Patente, die genutzt werden und Rendite erzielen.

    Wir werden sehen, wie erfolgreich sie damit ist.

    Jedenfalls scheinen die VORAUSSETZUNGEN dafür besser als vor Jahren zu sein, weil das BILDUNGSSYSTEM eine Basis dafür gelegt hat.

    Antworten
    • Dietmar Tischer
      Dietmar Tischer sagte:

      @ Michael Stöcker

      Soweit ich chinesische Probleme nachvollziehen kann, meine ich auch, dass dies ein sehr guter Artikel zur „Lage“ ist.

      Für mich ist folgende Aussage die bemerkenswerteste daraus:

      >…. beginning again next year, the regulators will once again face the impossible contradiction between rapid GDP growth and stable debt. The point is that until Beijing learns to accept much lower—but healthier—GDP growth rates, it will not be able to stabilize the growth in debt.>

      Abgesehen davon, dass ich nicht “impossible contradiction” sagen würde – so ausgedrückt wäre es kein Widerspruch –, sondern das Problem als „nicht lösbaren Widerspruch“ bezeichnen würde, gilt:

      China muss WÄHLEN zwischen hohen Wachstumsraten und stabiler Verschuldung.

      Beides zusammen ist nicht möglich.

      Auf hohes Wachstum zu setzen, lässt auch das VERSCHULDUNGRISIKO wachsen und diese zu verringern heißt, auf WACHSTUM zu VERZICHTEN.

      Die Loyalität der Bevölkerung zu Regierung und Regierungsform hängt von der Beschäftigung ab und diese wiederum vom Wachstum.

      China wird daher m. A. n. nicht auf relativ hohes Wachstum verzichten und wie die entwickelten Volkswirtschaften zunehmender Verschuldung wegen INSTABILER werden – diesen zwar verspätet, aber unausweichlich folgend.

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  5. foxxly
    foxxly sagte:

    auch china zeigt, dass kein land der erde diesen wachstumszwang, wegen diesen kreditgeldsystem, entkommt.
    mit diesen geldsystem sitzen wir alle in der falle des schnellen kurzen wohlstandes, aber auch der zerstörung des selben.

    china wird, wie wir im westen auch sich weiter verschulden müssen, zu lasten von,
    -staatsschulden
    -ausbeutung der arbeiter und menschen
    -starker umverteilung zum elitenreichtum
    -mit anschließender implosion der gesellschaft

    china wird aufgrund der staatsideologie partiell einen anderen weg dahin einnehmen
    der westen gibt seine regierungsmacht bereits an die großkapitalisten ab.

    am ende dürften beide systeme im ähnlichen desaster enden.

    beide systeme werden zur verschleierung der wirklichen ursachen dieser entwicklung (das schuldgeldsystem) von dem aktuellen wirtschaftskrieg in einem heissen zerstörungs-krieg übergehen.

    die weltweiten herde werden dazu stets am kochen gehalten!

    Antworten
    • weico
      weico sagte:

      @foxxly

      “am ende dürften beide systeme im ähnlichen desaster enden.”

      Gut möglich.

      Die Frage ist nur, wer zuerst im Desaster endet.

      China ist ja erst am Anfang seines Aufstieges und im Westen ist der Abstieg, in manchen Ländern, wohl schon eingeläutet !

      Mal schauen ob die westlichen “Experten” wirklichrichtig liegen, dass das Immobilienproblem China wirklich heftige Bauchschmerzen bereitet…oder ob China das Immobilienproblem schlicht und einfach “verdaut”.
      Ich tippe auf “verdaut”..!

      Zurzeit geh es ja in China, trotz “Energiekrise” …, ja zu neuen Rekorden !

      “Nation’s foreign trade expected to hit new high”
      https://www.chinadaily.com.cn/a/202110/08/WS615f8620a310cdd39bc6d654.html

      Nebenbei:
      Wer sich mal durch die “Quasi-Partei-Zeitung” (…nach wikipedia) durchklickt ,sieht viele chinesische Entwicklungen/Forschung/Zahlen usw. die man in den westlichen öffentlichen Medien praktisch Nie zu Gesicht bekommt.

      Antworten
      • Richard Ott
        Richard Ott sagte:

        @weico

        “Wer sich mal durch die “Quasi-Partei-Zeitung” (…nach wikipedia) durchklickt ,sieht viele chinesische Entwicklungen/Forschung/Zahlen usw. die man in den westlichen öffentlichen Medien praktisch Nie zu Gesicht bekommt.”

        Fairerweise muss man sagen, dass es wahrscheinlich das gleiche Phänomen bei der Berichterstattung über Nordamerika und Europa in den chinesischen Medien gibt.

        Aber hier in unseren Medien wird es immer schlimmer. Wie wir mittlerweile sehen, schaffen die Journalisten hier es nicht einmal mehr, über Ereignisse in unseren direkten Nachbarländern vernünftig zu berichten ohne dass daraus gleich Briten- oder Polenhetze wird.

        Das Problem mit unseren Regierungspropagandamedien hier im Westen ist, dass sie immer noch viele Nutzer haben, die sich beim Konsumieren dieser staatlichen Propaganda objektiv informiert fühlen. Da sind die Chinesen und Russen aufgeklärter als wir, was in den offiziellen Presseorganen der Kommunistischen Partei Chinas verlautbart wird, nehmen wohl nur die ganz harten Kommunisten wirklich ernst…

      • weico
        weico sagte:

        @Richard Ott

        “Wie wir mittlerweile sehen, schaffen die Journalisten hier es nicht einmal mehr, über Ereignisse in unseren direkten Nachbarländern vernünftig zu berichten ohne dass daraus gleich Briten- oder Polenhetze wird.”

        Leider. Um das “EU-Endziel” zu erreichen, braucht es wohl diese mediale “Hetze” der Staatsmedien. Kennt man ja von früher…Ups…

        Bin schon auf die kommende “Polenschelte” gespannt.
        https://www.tagesschau.de/ausland/europa/polen-verfassung-eu-recht-103.html

      • foxxly
        foxxly sagte:

        @ weico
        >Die Frage ist nur, wer zuerst im Desaster endet.<
        …….. der imperialist sitzt mit dem rücken an der wand.
        das mach ihn gefährlich! gerade, wenn man weiß und berücksichtigt, dass dieser imperialist weltweit die meisten kriege vom zaun gebrochen haben , bzw ursächlich waren.

        die expansion der kapitalmacht war überwiegend der treiber zu diesen untaten.

        ja, die große frage wird sein, ob sich der imperialist die weltmacht von china so einfach nehmen läßt?

        ich befürchte, dass diese weltmacht vor nichts zurückschreckt um die macht zu halten. mit ihren atom-einsatz haben sie es schon bewiesen. auch, dass das kapital über leichen geht!

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