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	Kommentare zu: &#8220;Was die Inflation am Boden hält&#8221;	</title>
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	<description>Daniel Stelter ist die unabhängige Stimme zur Finanzkrise</description>
	<lastBuildDate>Sat, 17 Aug 2019 10:02:07 +0000</lastBuildDate>
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		<title>
		Von: ruby		</title>
		<link>https://think-beyondtheobvious.com/stelters-lektuere/was-die-inflation-am-boden-haelt/#comment-81463</link>

		<dc:creator><![CDATA[ruby]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 17 Aug 2019 10:02:07 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Als Antwort auf &lt;a href=&quot;https://think-beyondtheobvious.com/stelters-lektuere/was-die-inflation-am-boden-haelt/#comment-81366&quot;&gt;Michael Stöcker&lt;/a&gt;.

Herr Stöcker, 
die private Geldschöpfung des zweistufigen Geldsystems wäre ohne die ständige Ablagerung und Neuausschüttung in der ersten Stufe bereits in Überschuldung und Illiquidität. Daher ist es und ihre Verteidigungsargumentation Vergangenheit und nicht mehr zukunftsfähig, eine nette historische Anekdote, in der die Aufhebung der eigenen Rechnungslegunggrundsätze erzählt wird.
Steve Keen führt seine Modellrechnungen mit dem Ergebnis der Konzentration bei den wenigen Finanzakteuren. Nur wird die Realwelt der Restlichen diese unnatürlichen Monopolisierungen bei Privatgeldschöpfern und Öffentlichen Zentralbank- oder Staats-/Fiskalnachfinanzierern nicht nachhaltig für Tragfähigkeit dieser Systematik sorgen.
Wir können das erklären und erläutern indem wir Verständnis schaffen und nicht mit einem Weiter so schreiend  und der Fahne in der Hand in die Schlacht ziehen. Am Ende werden die Überreste verwertet, eine sehr unangenehme Aufgabe, wenn diese überhaupt gewollt ist. Ein natürliches Mahnmal ist Antwort der Naturgewalten. Vielleicht haben sich die Gebildeten überschätzt und leben in der Endlosschleife.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Als Antwort auf <a href="https://think-beyondtheobvious.com/stelters-lektuere/was-die-inflation-am-boden-haelt/#comment-81366">Michael Stöcker</a>.</p>
<p>Herr Stöcker,<br />
die private Geldschöpfung des zweistufigen Geldsystems wäre ohne die ständige Ablagerung und Neuausschüttung in der ersten Stufe bereits in Überschuldung und Illiquidität. Daher ist es und ihre Verteidigungsargumentation Vergangenheit und nicht mehr zukunftsfähig, eine nette historische Anekdote, in der die Aufhebung der eigenen Rechnungslegunggrundsätze erzählt wird.<br />
Steve Keen führt seine Modellrechnungen mit dem Ergebnis der Konzentration bei den wenigen Finanzakteuren. Nur wird die Realwelt der Restlichen diese unnatürlichen Monopolisierungen bei Privatgeldschöpfern und Öffentlichen Zentralbank- oder Staats-/Fiskalnachfinanzierern nicht nachhaltig für Tragfähigkeit dieser Systematik sorgen.<br />
Wir können das erklären und erläutern indem wir Verständnis schaffen und nicht mit einem Weiter so schreiend  und der Fahne in der Hand in die Schlacht ziehen. Am Ende werden die Überreste verwertet, eine sehr unangenehme Aufgabe, wenn diese überhaupt gewollt ist. Ein natürliches Mahnmal ist Antwort der Naturgewalten. Vielleicht haben sich die Gebildeten überschätzt und leben in der Endlosschleife.</p>
]]></content:encoded>
		
			</item>
		<item>
		<title>
		Von: Michael Stöcker		</title>
		<link>https://think-beyondtheobvious.com/stelters-lektuere/was-die-inflation-am-boden-haelt/#comment-81369</link>

		<dc:creator><![CDATA[Michael Stöcker]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 16 Aug 2019 15:04:37 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[@ Claus

Ja, als Laie hat man es schwer, aber auch die Profis scheitern immer wieder, weil sie mit den falschen Modellen arbeiten (Stichwort Geldschöpfungsmultiplikator).

Sie sollten sich darüber im Klaren werden, dass durch den Aufkauf lediglich ein zinstragendes Bestands-Asset (Anleihe) in ein zinsloses (Zentralbankgeld) umgewandelt wird. Damit wurden in aller Regel Kursgewinne realisiert, da die Anleihen aufgrund der gesunkenen Zinsen stark im Wert gestiegen sind. 

War die Anleihe zuvor in der Bilanz einer Geschäftsbank, so ändert sich an der relevanten Geldmenge M1/M2/M3 NICHTS. Geld entsteht durch Kreditvergabe und wird durch Kredittilung wieder vernichtet. Das passiert alles auf der Ebene der Geschäftsbanken.

Insofern kommt es nicht darauf an, ob eine Zentralbank solche Bestands-Assets aufkauft und somit dem Markt Liquidität zuführt, sondern wie hoch die Kreditexpansion (ZUSÄTZLICHE Neuverschuldung) insgesamt ist und ob diese Mittel nachfragewirksam in der Realwirtschaft werden. Und dann müssen diese Mittel auch noch auf knappe reale Ressourcen treffen, damit es tatsächlich zu inflationären Entwicklungen kommen kann. Ich sehe hier weit und breit keine Anzeichen für eine Inflation und alle Warner lagen fundamental falsch (so z. B. Thomas Straubhaar 2009: https://www.focus.de/finanzen/boerse/finanzkrise/thomas-straubhaar-star-oekonom-rechnet-mit-horror-inflation_aid_373180.html)

Anders sieht die Geschichte aus, wenn die Babyboomer zukünftig einen Teil dieser Assets liquidieren möchten/müssen, um die geschliffene gesetzliche Rente durch diese Art der privaten Zusatzvorsorge (Riester &#038; Co.) zu ergänzen, damit auch im Alter genügend Essen auf dem Tisch ist. Ob es aber dann inflationär werden wird ist ebenfalls zweifelhaft, da Industrie 4.0 viele Arbeitskräfte freisetzen wird. Wenn allerdings keiner mehr Handwerker werden möchte, dann wird es hier weiterhin hohe Preisschübe geben. Das ist aber mAn lediglich ein Nachholen vergangener unterlassener Lohnerhöhungen. Tendenziell rechne ich wegen der Demografie in 10 bis 15 Jahren mit deutlich höheren Inflationsraten zwischen 3 und 5 Prozent. Aber wirklich wissen kann das keiner. Oder um mit von Hayek zu sprechen: Das wäre Anmaßung von Wissen.

LG Michael Stöcker]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>@ Claus</p>
<p>Ja, als Laie hat man es schwer, aber auch die Profis scheitern immer wieder, weil sie mit den falschen Modellen arbeiten (Stichwort Geldschöpfungsmultiplikator).</p>
<p>Sie sollten sich darüber im Klaren werden, dass durch den Aufkauf lediglich ein zinstragendes Bestands-Asset (Anleihe) in ein zinsloses (Zentralbankgeld) umgewandelt wird. Damit wurden in aller Regel Kursgewinne realisiert, da die Anleihen aufgrund der gesunkenen Zinsen stark im Wert gestiegen sind. </p>
<p>War die Anleihe zuvor in der Bilanz einer Geschäftsbank, so ändert sich an der relevanten Geldmenge M1/M2/M3 NICHTS. Geld entsteht durch Kreditvergabe und wird durch Kredittilung wieder vernichtet. Das passiert alles auf der Ebene der Geschäftsbanken.</p>
<p>Insofern kommt es nicht darauf an, ob eine Zentralbank solche Bestands-Assets aufkauft und somit dem Markt Liquidität zuführt, sondern wie hoch die Kreditexpansion (ZUSÄTZLICHE Neuverschuldung) insgesamt ist und ob diese Mittel nachfragewirksam in der Realwirtschaft werden. Und dann müssen diese Mittel auch noch auf knappe reale Ressourcen treffen, damit es tatsächlich zu inflationären Entwicklungen kommen kann. Ich sehe hier weit und breit keine Anzeichen für eine Inflation und alle Warner lagen fundamental falsch (so z. B. Thomas Straubhaar 2009: <a href="https://www.focus.de/finanzen/boerse/finanzkrise/thomas-straubhaar-star-oekonom-rechnet-mit-horror-inflation_aid_373180.html" rel="nofollow ugc">https://www.focus.de/finanzen/boerse/finanzkrise/thomas-straubhaar-star-oekonom-rechnet-mit-horror-inflation_aid_373180.html</a>)</p>
<p>Anders sieht die Geschichte aus, wenn die Babyboomer zukünftig einen Teil dieser Assets liquidieren möchten/müssen, um die geschliffene gesetzliche Rente durch diese Art der privaten Zusatzvorsorge (Riester &amp; Co.) zu ergänzen, damit auch im Alter genügend Essen auf dem Tisch ist. Ob es aber dann inflationär werden wird ist ebenfalls zweifelhaft, da Industrie 4.0 viele Arbeitskräfte freisetzen wird. Wenn allerdings keiner mehr Handwerker werden möchte, dann wird es hier weiterhin hohe Preisschübe geben. Das ist aber mAn lediglich ein Nachholen vergangener unterlassener Lohnerhöhungen. Tendenziell rechne ich wegen der Demografie in 10 bis 15 Jahren mit deutlich höheren Inflationsraten zwischen 3 und 5 Prozent. Aber wirklich wissen kann das keiner. Oder um mit von Hayek zu sprechen: Das wäre Anmaßung von Wissen.</p>
<p>LG Michael Stöcker</p>
]]></content:encoded>
		
			</item>
		<item>
		<title>
		Von: Michael Stöcker		</title>
		<link>https://think-beyondtheobvious.com/stelters-lektuere/was-die-inflation-am-boden-haelt/#comment-81366</link>

		<dc:creator><![CDATA[Michael Stöcker]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 16 Aug 2019 14:47:57 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[@ ruby

„Bei der Finanzierung der Unternehmung gibt es bei Tilgung und Zins keine „Negativen“.“

Das wird vermutlich auch so bleiben. Aber wir reden nicht von Finanzierung (Passivseite), sondern von der Aktivseite einer Bilanz; denn dort ist das Geld(vermögen) zu verorten. Und selbstverständlich können Aktiva auch „Lagerhaltungskosten“ erzeugen. Das gilt insbesondere dann, wenn man diese Negativzinsen vermeiden möchte und deshalb durch die Kosten der Bargeldlagerung substituiert. Dann haben Sie keine „Negativen“ mehr, dafür aber nun ein wenig Abschreibungsaufwand für Ihren Bargeldtresor. Nicht ganz zufällig wurden die 500er eingestellt, damit die Kosten der Bargeldhaltung steigen, da die Tresore nun 2,5 mal so groß sein müssen. 

„Wenn Zentralbankkontenführer freiwillig ihr Zentralbankgeld zurückgeben für nothing was ihnen die Zentralbank vorher geschenkt hat, dann können diese nicht mehr als rationale Wesen bezeichnet werden.“

Sie verwechseln hier mal wieder etwas. Es liegt keine Schenkung vor. Das Geld muss selbstverständlich zurückgezahlt werden, wie Sie ja auch selber schreiben. Alles völlig rational; auch dann, wenn es dank höherer Inflationsraten in der Vergangenheit noch nicht vorkam.

„Ja, Sie liegen richtig, daß die Mehrstufigkeit des Bankwesens die Abschiedsparty ausrichtet.“

Alle modernen Geldsysteme sind seit Einführung von Zentralbanken vor über 400 Jahren zweistufig. Das war also auch schon zu Bundesbankzeiten so.

„Ein einstufiges Zentralbankwesen mit Zweigstellen und Banknotenausgabe wie früher“

Wie bereits gesagt: Euro UND D-Mark sind bzw. waren schon IMMER ZWEI-Stufige Geldsysteme. 

Ihnen fehlen leider die absoluten Basics. Besuchen Sie doch einfach mal den Online-Kurs von Michael Paetz von der Uni Hamburg: https://was-ist-geld.de/einfuehrung/ 

LG Michael Stöcker]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>@ ruby</p>
<p>„Bei der Finanzierung der Unternehmung gibt es bei Tilgung und Zins keine „Negativen“.“</p>
<p>Das wird vermutlich auch so bleiben. Aber wir reden nicht von Finanzierung (Passivseite), sondern von der Aktivseite einer Bilanz; denn dort ist das Geld(vermögen) zu verorten. Und selbstverständlich können Aktiva auch „Lagerhaltungskosten“ erzeugen. Das gilt insbesondere dann, wenn man diese Negativzinsen vermeiden möchte und deshalb durch die Kosten der Bargeldlagerung substituiert. Dann haben Sie keine „Negativen“ mehr, dafür aber nun ein wenig Abschreibungsaufwand für Ihren Bargeldtresor. Nicht ganz zufällig wurden die 500er eingestellt, damit die Kosten der Bargeldhaltung steigen, da die Tresore nun 2,5 mal so groß sein müssen. </p>
<p>„Wenn Zentralbankkontenführer freiwillig ihr Zentralbankgeld zurückgeben für nothing was ihnen die Zentralbank vorher geschenkt hat, dann können diese nicht mehr als rationale Wesen bezeichnet werden.“</p>
<p>Sie verwechseln hier mal wieder etwas. Es liegt keine Schenkung vor. Das Geld muss selbstverständlich zurückgezahlt werden, wie Sie ja auch selber schreiben. Alles völlig rational; auch dann, wenn es dank höherer Inflationsraten in der Vergangenheit noch nicht vorkam.</p>
<p>„Ja, Sie liegen richtig, daß die Mehrstufigkeit des Bankwesens die Abschiedsparty ausrichtet.“</p>
<p>Alle modernen Geldsysteme sind seit Einführung von Zentralbanken vor über 400 Jahren zweistufig. Das war also auch schon zu Bundesbankzeiten so.</p>
<p>„Ein einstufiges Zentralbankwesen mit Zweigstellen und Banknotenausgabe wie früher“</p>
<p>Wie bereits gesagt: Euro UND D-Mark sind bzw. waren schon IMMER ZWEI-Stufige Geldsysteme. </p>
<p>Ihnen fehlen leider die absoluten Basics. Besuchen Sie doch einfach mal den Online-Kurs von Michael Paetz von der Uni Hamburg: <a href="https://was-ist-geld.de/einfuehrung/" rel="nofollow ugc">https://was-ist-geld.de/einfuehrung/</a> </p>
<p>LG Michael Stöcker</p>
]]></content:encoded>
		
			</item>
		<item>
		<title>
		Von: Susanne Finke-Röpke		</title>
		<link>https://think-beyondtheobvious.com/stelters-lektuere/was-die-inflation-am-boden-haelt/#comment-81295</link>

		<dc:creator><![CDATA[Susanne Finke-Röpke]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 16 Aug 2019 08:23:36 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Als Antwort auf &lt;a href=&quot;https://think-beyondtheobvious.com/stelters-lektuere/was-die-inflation-am-boden-haelt/#comment-81083&quot;&gt;Michael Stöcker&lt;/a&gt;.

Lieber Michael Stöcker,

vielen Dank für Ihre ausführliche Replik, die ich teilweise bzgl. der Äußerungen zur Verbraucherpreismessung richtig, teilweise aber falsch finde.

Warum? Ich beschränke mich auf wenige Punkte, um das Ganze hier nicht aufzublähen:

Erstens verfügt nicht die &quot;übergroße Mehrheit&quot; der Bevölkerung nicht über Immobilienvermögen, sondern nur die rund 55 % Mieter (wenn man jetzt vereinfachend den Anteil für den Eigenbedarf mietender Kapitalanleger in Wohnraum herauslässt). Also betrifft es knapp die Hälfte.

Zweitens geht es nicht nur um den aktuellen Besitz, sondern um den potentiellen. Der Rentner in seiner Eigentumswohnung ist natürlich nicht vom geldpolitisch induzierten Anstieg der Immobilienpreise negativ betroffen, im Gegenteil. Er kann beim Wechseln ins Seniorenheim einen größeren Betrag durch den Wohnungsverkahf erzielen. Aber die nächste Generation von potentiellen Eigenheimbesitzern sieht in die Röhre. Und wirtschaftlich betrachtet ist es egal, ob Sie die Miete oder den Kapitaldienst in die Inflationsmessung einbeziehen, denn Wohnen ist nach Maslow zurecht ein Grundbedürfnis. Sie können im Gegensatz zu einer Spielekonsole oder einem Golfschläger aufgrund der menschlichen Natur bzw. des hiesigen Klimas nicht frei darüber entscheiden, ob Sie wohnen WOLLEN.

Drittens: Die Bundesbank. Hier zitiere ich nur die Vizepräsidentin Frau Buch zu den Problemen der deutschen Banken (aktuelle website der Bundesbank):

&quot;Sicher spielt auch die Geldpolitik eine Rolle. Aber dieser Effekt dürfte im Vergleich zu den strukturellen Faktoren (hier meint sie wohl die unzureichende Vorbereitung der Banken auf die Digitalisierung bzw. den Personal- und Filialüberhang), nur eine geringe Bedeutung haben.&quot;

Mit Verlaub, das ist irreführend. Die gedrückte Zinsstrukturkurve ermöglicht keine vernünftigen Erträge mehr durch Fristentransformation. Und die Zinserträge sind in konventionellen Banken (ohne Investmentbanking) die Haupteinnahmequelle einer Bank. Das ist der Elefant im Raum.

Zu den Targetsalden äußere ich mich nicht umfassend, denn Sie sind nach meiner Schätzung ausweislich Ihres Fotos in diesem Blog jung genug, um den Ausfall weiter Teile dieser Forderungen selbst noch zu erleben und Ihre Meinung korrigieren zu können. Allerdings gestehe ich zu, dass die Bundesbank über die Inflationsrisiken aus den Targetsalden nicht berichten kann, denn dann müsste man ja ohne Not jetzt schon zugeben, dass sie oder die EZB diese Forderungen in der Krise inflationswirksam monetarisieren wird. Außerdem besteht ja theoretisch immer noch die Möglichkeit eines deflatorischen Schocks mit bail-in der Sparer bei Insolvenz der Banken. Ob es für den Normalbürger allerdings beruhigend sein wird, dass anstelle massiver Preiserhöhungen bei den Verbraucherpreisen sein geringes Sparguthaben einem echten Kapitalschnitt unterzogen wird, wage ich zu bezweifeln. Der Effekt ist sowieso der Gleiche: ob sich die Warenpreise verdoppeln oder die Ersparnisse halbieren, ist egal. Der Bürger ohne jede Ersparnisse ist allerdings bei Bankpleiten im deflatorischen Schock im Vorteil, das möchte ich gerne zugestehen. Die sog. Einlagensicherung habe ich weggelassen, denn sie ist auf kleine Einzelpleiten vorbereitet, nicht auf ein großflächiges Bankensterben.

Und damit würde ich die Debatte hierzu auch gerne beschließen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Als Antwort auf <a href="https://think-beyondtheobvious.com/stelters-lektuere/was-die-inflation-am-boden-haelt/#comment-81083">Michael Stöcker</a>.</p>
<p>Lieber Michael Stöcker,</p>
<p>vielen Dank für Ihre ausführliche Replik, die ich teilweise bzgl. der Äußerungen zur Verbraucherpreismessung richtig, teilweise aber falsch finde.</p>
<p>Warum? Ich beschränke mich auf wenige Punkte, um das Ganze hier nicht aufzublähen:</p>
<p>Erstens verfügt nicht die &#8220;übergroße Mehrheit&#8221; der Bevölkerung nicht über Immobilienvermögen, sondern nur die rund 55 % Mieter (wenn man jetzt vereinfachend den Anteil für den Eigenbedarf mietender Kapitalanleger in Wohnraum herauslässt). Also betrifft es knapp die Hälfte.</p>
<p>Zweitens geht es nicht nur um den aktuellen Besitz, sondern um den potentiellen. Der Rentner in seiner Eigentumswohnung ist natürlich nicht vom geldpolitisch induzierten Anstieg der Immobilienpreise negativ betroffen, im Gegenteil. Er kann beim Wechseln ins Seniorenheim einen größeren Betrag durch den Wohnungsverkahf erzielen. Aber die nächste Generation von potentiellen Eigenheimbesitzern sieht in die Röhre. Und wirtschaftlich betrachtet ist es egal, ob Sie die Miete oder den Kapitaldienst in die Inflationsmessung einbeziehen, denn Wohnen ist nach Maslow zurecht ein Grundbedürfnis. Sie können im Gegensatz zu einer Spielekonsole oder einem Golfschläger aufgrund der menschlichen Natur bzw. des hiesigen Klimas nicht frei darüber entscheiden, ob Sie wohnen WOLLEN.</p>
<p>Drittens: Die Bundesbank. Hier zitiere ich nur die Vizepräsidentin Frau Buch zu den Problemen der deutschen Banken (aktuelle website der Bundesbank):</p>
<p>&#8220;Sicher spielt auch die Geldpolitik eine Rolle. Aber dieser Effekt dürfte im Vergleich zu den strukturellen Faktoren (hier meint sie wohl die unzureichende Vorbereitung der Banken auf die Digitalisierung bzw. den Personal- und Filialüberhang), nur eine geringe Bedeutung haben.&#8221;</p>
<p>Mit Verlaub, das ist irreführend. Die gedrückte Zinsstrukturkurve ermöglicht keine vernünftigen Erträge mehr durch Fristentransformation. Und die Zinserträge sind in konventionellen Banken (ohne Investmentbanking) die Haupteinnahmequelle einer Bank. Das ist der Elefant im Raum.</p>
<p>Zu den Targetsalden äußere ich mich nicht umfassend, denn Sie sind nach meiner Schätzung ausweislich Ihres Fotos in diesem Blog jung genug, um den Ausfall weiter Teile dieser Forderungen selbst noch zu erleben und Ihre Meinung korrigieren zu können. Allerdings gestehe ich zu, dass die Bundesbank über die Inflationsrisiken aus den Targetsalden nicht berichten kann, denn dann müsste man ja ohne Not jetzt schon zugeben, dass sie oder die EZB diese Forderungen in der Krise inflationswirksam monetarisieren wird. Außerdem besteht ja theoretisch immer noch die Möglichkeit eines deflatorischen Schocks mit bail-in der Sparer bei Insolvenz der Banken. Ob es für den Normalbürger allerdings beruhigend sein wird, dass anstelle massiver Preiserhöhungen bei den Verbraucherpreisen sein geringes Sparguthaben einem echten Kapitalschnitt unterzogen wird, wage ich zu bezweifeln. Der Effekt ist sowieso der Gleiche: ob sich die Warenpreise verdoppeln oder die Ersparnisse halbieren, ist egal. Der Bürger ohne jede Ersparnisse ist allerdings bei Bankpleiten im deflatorischen Schock im Vorteil, das möchte ich gerne zugestehen. Die sog. Einlagensicherung habe ich weggelassen, denn sie ist auf kleine Einzelpleiten vorbereitet, nicht auf ein großflächiges Bankensterben.</p>
<p>Und damit würde ich die Debatte hierzu auch gerne beschließen.</p>
]]></content:encoded>
		
			</item>
		<item>
		<title>
		Von: Richard Ott		</title>
		<link>https://think-beyondtheobvious.com/stelters-lektuere/was-die-inflation-am-boden-haelt/#comment-81288</link>

		<dc:creator><![CDATA[Richard Ott]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 16 Aug 2019 07:38:20 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">https://think-beyondtheobvious.com/?post_type=stelterslektuere&#038;p=15666#comment-81288</guid>

					<description><![CDATA[Als Antwort auf &lt;a href=&quot;https://think-beyondtheobvious.com/stelters-lektuere/was-die-inflation-am-boden-haelt/#comment-81160&quot;&gt;Michael Stöcker&lt;/a&gt;.

@Horst

&quot;Vor 50 Jahren war dieser auch so groß wie ein Einfamilienhaus (vor 75 Jahren so groß wie ein Mehrfamilienhaus) und heute so klein wie Ihr Thalamus… (folge ich der Qualität Ihrer Kommentare).&quot;

Vor 75 Jahren gab es noch gar keine Computerchips - deren Produktion ging erst in den 1960ern los. Vorher gab es nur tatsächlich schrank- bis hausgroße elektronische Schaltungen, die aber jeweils aus mehreren einzelnen Bauelementen zusammengesetzt waren. Aber bitte, erzählen Sie mir doch noch mehr darüber, wie blöd ich angeblich bin. 

&quot;Der Computerchip als pars pro toto für alle Produktionssegmente?&quot;

Nicht als pars pro toto, aber als ganz typisches und wichtiges Beispiel. Ist es wirklich so schwer für Sie zu kapieren, wie diese Entwicklungen eine deflationäre Wirkung entfalten? Sie klingen ja so wie jemand, der noch nie eine Fabrik von innen gesehen hat, sich auch nicht dafür interessiert, wie waren überhaupt produziert werden, aber ganz selbstverständlich erwartet, dass &quot;der Sozialimus&quot; alle seine materiellen Bedürfnisse befriedigt.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Als Antwort auf <a href="https://think-beyondtheobvious.com/stelters-lektuere/was-die-inflation-am-boden-haelt/#comment-81160">Michael Stöcker</a>.</p>
<p>@Horst</p>
<p>&#8220;Vor 50 Jahren war dieser auch so groß wie ein Einfamilienhaus (vor 75 Jahren so groß wie ein Mehrfamilienhaus) und heute so klein wie Ihr Thalamus… (folge ich der Qualität Ihrer Kommentare).&#8221;</p>
<p>Vor 75 Jahren gab es noch gar keine Computerchips &#8211; deren Produktion ging erst in den 1960ern los. Vorher gab es nur tatsächlich schrank- bis hausgroße elektronische Schaltungen, die aber jeweils aus mehreren einzelnen Bauelementen zusammengesetzt waren. Aber bitte, erzählen Sie mir doch noch mehr darüber, wie blöd ich angeblich bin. </p>
<p>&#8220;Der Computerchip als pars pro toto für alle Produktionssegmente?&#8221;</p>
<p>Nicht als pars pro toto, aber als ganz typisches und wichtiges Beispiel. Ist es wirklich so schwer für Sie zu kapieren, wie diese Entwicklungen eine deflationäre Wirkung entfalten? Sie klingen ja so wie jemand, der noch nie eine Fabrik von innen gesehen hat, sich auch nicht dafür interessiert, wie waren überhaupt produziert werden, aber ganz selbstverständlich erwartet, dass &#8220;der Sozialimus&#8221; alle seine materiellen Bedürfnisse befriedigt.</p>
]]></content:encoded>
		
			</item>
		<item>
		<title>
		Von: Claus		</title>
		<link>https://think-beyondtheobvious.com/stelters-lektuere/was-die-inflation-am-boden-haelt/#comment-81244</link>

		<dc:creator><![CDATA[Claus]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 15 Aug 2019 17:27:53 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">https://think-beyondtheobvious.com/?post_type=stelterslektuere&#038;p=15666#comment-81244</guid>

					<description><![CDATA[Als Antwort auf &lt;a href=&quot;https://think-beyondtheobvious.com/stelters-lektuere/was-die-inflation-am-boden-haelt/#comment-81163&quot;&gt;Michael Stöcker&lt;/a&gt;.

@Stöcker: Es ist eine Sache, die ich nicht verstehe: Kann eine Zentralbank durch QE ihre Bilanz bis ins Unermessliche aufblasen, ohne das das irgendwann zu einer Inflation führt? Es gab doch in der Weltgeschichte diverse Inflationsereignisse, die durch eine Überschuldung ausgelöst wurden, wobei mir der Mechanismus, wie eine Überschuldung letztendlich zu einer Inflation führt, als Laie nicht bekannt ist, bzw. ich nicht verstehe. Ist dabei vielleicht der entscheidene Punkt, ob ein Staat bei der eigenen Bevölkerung verschuldet ist (wie in Japan) oder eine Fremdverschuldung vorliegt?]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Als Antwort auf <a href="https://think-beyondtheobvious.com/stelters-lektuere/was-die-inflation-am-boden-haelt/#comment-81163">Michael Stöcker</a>.</p>
<p>@Stöcker: Es ist eine Sache, die ich nicht verstehe: Kann eine Zentralbank durch QE ihre Bilanz bis ins Unermessliche aufblasen, ohne das das irgendwann zu einer Inflation führt? Es gab doch in der Weltgeschichte diverse Inflationsereignisse, die durch eine Überschuldung ausgelöst wurden, wobei mir der Mechanismus, wie eine Überschuldung letztendlich zu einer Inflation führt, als Laie nicht bekannt ist, bzw. ich nicht verstehe. Ist dabei vielleicht der entscheidene Punkt, ob ein Staat bei der eigenen Bevölkerung verschuldet ist (wie in Japan) oder eine Fremdverschuldung vorliegt?</p>
]]></content:encoded>
		
			</item>
		<item>
		<title>
		Von: Dietmar Tischer		</title>
		<link>https://think-beyondtheobvious.com/stelters-lektuere/was-die-inflation-am-boden-haelt/#comment-81228</link>

		<dc:creator><![CDATA[Dietmar Tischer]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 15 Aug 2019 15:57:15 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">https://think-beyondtheobvious.com/?post_type=stelterslektuere&#038;p=15666#comment-81228</guid>

					<description><![CDATA[Als Antwort auf &lt;a href=&quot;https://think-beyondtheobvious.com/stelters-lektuere/was-die-inflation-am-boden-haelt/#comment-81163&quot;&gt;Michael Stöcker&lt;/a&gt;.

@ Michael Stöcker

&#062;„Durch die ungleiche Einkommensverteilung wird zu viel gespart – die Reichen konsumieren nicht genug (These von Hobson).“&#062;

Das schlichtweg falsch.

Die Reichen konsumieren doch mehr als ihnen gut tut bis hin zu obszön.

IHNEN kann man doch nicht zuschreiben, dass nicht genug konsumiert wird.

ANDERE konsumieren nicht genug, z. T. weil sie es nicht wollen, z. T. weil sie es nicht können. 

Das Nicht-genug-Konsum ist KEIN Reichenproblem.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Als Antwort auf <a href="https://think-beyondtheobvious.com/stelters-lektuere/was-die-inflation-am-boden-haelt/#comment-81163">Michael Stöcker</a>.</p>
<p>@ Michael Stöcker</p>
<p>&gt;„Durch die ungleiche Einkommensverteilung wird zu viel gespart – die Reichen konsumieren nicht genug (These von Hobson).“&gt;</p>
<p>Das schlichtweg falsch.</p>
<p>Die Reichen konsumieren doch mehr als ihnen gut tut bis hin zu obszön.</p>
<p>IHNEN kann man doch nicht zuschreiben, dass nicht genug konsumiert wird.</p>
<p>ANDERE konsumieren nicht genug, z. T. weil sie es nicht wollen, z. T. weil sie es nicht können. </p>
<p>Das Nicht-genug-Konsum ist KEIN Reichenproblem.</p>
]]></content:encoded>
		
			</item>
		<item>
		<title>
		Von: Michael Stöcker		</title>
		<link>https://think-beyondtheobvious.com/stelters-lektuere/was-die-inflation-am-boden-haelt/#comment-81225</link>

		<dc:creator><![CDATA[Michael Stöcker]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 15 Aug 2019 15:46:11 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">https://think-beyondtheobvious.com/?post_type=stelterslektuere&#038;p=15666#comment-81225</guid>

					<description><![CDATA[Als Antwort auf &lt;a href=&quot;https://think-beyondtheobvious.com/stelters-lektuere/was-die-inflation-am-boden-haelt/#comment-81160&quot;&gt;Michael Stöcker&lt;/a&gt;.

@ Dietmar Tischer

„Wir können nicht, sondern MÜSSEN – mit einem Teil der arbeitsfähigen Bevölkerung, die in der hochproduktiven Güterproduktion nicht mehr Beschäftigung findet – den Dienstleistungssektor ausweiten.“

Nein, das müssen wir nicht. Wir könnten auch die Arbeitszeit verkürzen und die Beschäftigten dort belassen, wo sie sind. Wir könnten auch ein BGE einführen und somit solche Tätigkeiten zurückverlagern in die Privatsphäre (selber kochen, Kinder betreuen, Eltern pflegen…). 

Da wir uns aber gegen die Arbeitszeitverkürzung ausgesprochen haben, ist/war eine Ausweitung des Niedriglohnsektors/DL-Sektors die zweitbeste Lösung. 

„Ausnahme sind u. a. Teile des Finanzsektors.“

Diese Ausnahme lässt noch auf sich warten, wird aber in den kommenden Jahren zwangsweise insbesondere bei den deutschen Banken stattfinden. Ansonsten teile ich die Einschätzung von Andy Haldane: „But bearing risk is not, by itself, a productive activity.” https://voxeu.org/article/what-contribution-financial-sector 

„Einer VIELZAHL von Menschen, die nicht mehr in der Produktion, sondern im Dienstleistungssektor beschäftigt sind – Varianten wie BS-Jobs oder „solidarisches Grundeinkommen“ in Berlin (Typus: „Quartierläufer“) – geht es DEUTLICH schlechter verglichen mit denen, die (noch) in der Produktion tätig sind.“

Wir sind einer Meinung. Ich wollte lediglich zum Ausdruck bringen, dass eine gering bezahlte Arbeit immer noch besser bzw. weniger schlecht ist als gar keine Arbeit ohne Expansion des DL-Sektors. Und wenn die Regierung sich endlich mal für Investitionen in Bildung und Infrastruktur entscheiden würde, dann bräuchten wir auch viel weniger BS-Jobs und hätten deutlich bessere Voraussetzungen für zukünftige Produktivitätssteigerungen bzw. Erhaltung des Produktivitätspotentials. 

Ich frage mich, wann das unsere Schuldenphobiker endlich mal begreifen werden. Ein Land, das bei seiner eigenen Bevölkerung verschuldet ist (also alle Länder mit ausgeglichener LB bzw. LB-Überschüssen), hinterlassen den kommenden Generationen keine Schulden, da ja nicht nur die Schulden vererbt werden, sondern in exakt gleicher Höhe die korrespondierenden Vermögen. Es gibt somit kein intergeneratives Schuldenproblem. Es war, ist und bleibt ein intrageneratives. Das kriegt weder ein Gabor Steingart, geschweige denn ein Paul Kirchhof auf die Reihe. Aber sogar ein Marcel Fratscher scheitert an dieser simplen Erkenntnis. Ich verlinke die Interviews im Beitrag von heute Nachmittag.

LG Michael Stöcker]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Als Antwort auf <a href="https://think-beyondtheobvious.com/stelters-lektuere/was-die-inflation-am-boden-haelt/#comment-81160">Michael Stöcker</a>.</p>
<p>@ Dietmar Tischer</p>
<p>„Wir können nicht, sondern MÜSSEN – mit einem Teil der arbeitsfähigen Bevölkerung, die in der hochproduktiven Güterproduktion nicht mehr Beschäftigung findet – den Dienstleistungssektor ausweiten.“</p>
<p>Nein, das müssen wir nicht. Wir könnten auch die Arbeitszeit verkürzen und die Beschäftigten dort belassen, wo sie sind. Wir könnten auch ein BGE einführen und somit solche Tätigkeiten zurückverlagern in die Privatsphäre (selber kochen, Kinder betreuen, Eltern pflegen…). </p>
<p>Da wir uns aber gegen die Arbeitszeitverkürzung ausgesprochen haben, ist/war eine Ausweitung des Niedriglohnsektors/DL-Sektors die zweitbeste Lösung. </p>
<p>„Ausnahme sind u. a. Teile des Finanzsektors.“</p>
<p>Diese Ausnahme lässt noch auf sich warten, wird aber in den kommenden Jahren zwangsweise insbesondere bei den deutschen Banken stattfinden. Ansonsten teile ich die Einschätzung von Andy Haldane: „But bearing risk is not, by itself, a productive activity.” <a href="https://voxeu.org/article/what-contribution-financial-sector" rel="nofollow ugc">https://voxeu.org/article/what-contribution-financial-sector</a> </p>
<p>„Einer VIELZAHL von Menschen, die nicht mehr in der Produktion, sondern im Dienstleistungssektor beschäftigt sind – Varianten wie BS-Jobs oder „solidarisches Grundeinkommen“ in Berlin (Typus: „Quartierläufer“) – geht es DEUTLICH schlechter verglichen mit denen, die (noch) in der Produktion tätig sind.“</p>
<p>Wir sind einer Meinung. Ich wollte lediglich zum Ausdruck bringen, dass eine gering bezahlte Arbeit immer noch besser bzw. weniger schlecht ist als gar keine Arbeit ohne Expansion des DL-Sektors. Und wenn die Regierung sich endlich mal für Investitionen in Bildung und Infrastruktur entscheiden würde, dann bräuchten wir auch viel weniger BS-Jobs und hätten deutlich bessere Voraussetzungen für zukünftige Produktivitätssteigerungen bzw. Erhaltung des Produktivitätspotentials. </p>
<p>Ich frage mich, wann das unsere Schuldenphobiker endlich mal begreifen werden. Ein Land, das bei seiner eigenen Bevölkerung verschuldet ist (also alle Länder mit ausgeglichener LB bzw. LB-Überschüssen), hinterlassen den kommenden Generationen keine Schulden, da ja nicht nur die Schulden vererbt werden, sondern in exakt gleicher Höhe die korrespondierenden Vermögen. Es gibt somit kein intergeneratives Schuldenproblem. Es war, ist und bleibt ein intrageneratives. Das kriegt weder ein Gabor Steingart, geschweige denn ein Paul Kirchhof auf die Reihe. Aber sogar ein Marcel Fratscher scheitert an dieser simplen Erkenntnis. Ich verlinke die Interviews im Beitrag von heute Nachmittag.</p>
<p>LG Michael Stöcker</p>
]]></content:encoded>
		
			</item>
		<item>
		<title>
		Von: Horst		</title>
		<link>https://think-beyondtheobvious.com/stelters-lektuere/was-die-inflation-am-boden-haelt/#comment-81219</link>

		<dc:creator><![CDATA[Horst]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 15 Aug 2019 14:40:46 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">https://think-beyondtheobvious.com/?post_type=stelterslektuere&#038;p=15666#comment-81219</guid>

					<description><![CDATA[Als Antwort auf &lt;a href=&quot;https://think-beyondtheobvious.com/stelters-lektuere/was-die-inflation-am-boden-haelt/#comment-81160&quot;&gt;Michael Stöcker&lt;/a&gt;.

&quot;Schauen Sie sich mal an, wie sich die Produktivität bei der Herstellung von Computerchips und die Preise von Computern in den letzten 50 Jahren entwickelt haben.&quot;

Und nun? Der Computerchip als pars pro toto für alle Produktionssegmente?

Vor 50 Jahren war dieser auch so groß wie ein Einfamilienhaus (vor 75 Jahren so groß wie ein Mehrfamilienhaus) und heute so klein wie Ihr Thalamus... (folge ich der Qualität Ihrer Kommentare).]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Als Antwort auf <a href="https://think-beyondtheobvious.com/stelters-lektuere/was-die-inflation-am-boden-haelt/#comment-81160">Michael Stöcker</a>.</p>
<p>&#8220;Schauen Sie sich mal an, wie sich die Produktivität bei der Herstellung von Computerchips und die Preise von Computern in den letzten 50 Jahren entwickelt haben.&#8221;</p>
<p>Und nun? Der Computerchip als pars pro toto für alle Produktionssegmente?</p>
<p>Vor 50 Jahren war dieser auch so groß wie ein Einfamilienhaus (vor 75 Jahren so groß wie ein Mehrfamilienhaus) und heute so klein wie Ihr Thalamus&#8230; (folge ich der Qualität Ihrer Kommentare).</p>
]]></content:encoded>
		
			</item>
		<item>
		<title>
		Von: Richard Ott		</title>
		<link>https://think-beyondtheobvious.com/stelters-lektuere/was-die-inflation-am-boden-haelt/#comment-81201</link>

		<dc:creator><![CDATA[Richard Ott]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 15 Aug 2019 12:43:51 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">https://think-beyondtheobvious.com/?post_type=stelterslektuere&#038;p=15666#comment-81201</guid>

					<description><![CDATA[Als Antwort auf &lt;a href=&quot;https://think-beyondtheobvious.com/stelters-lektuere/was-die-inflation-am-boden-haelt/#comment-81160&quot;&gt;Michael Stöcker&lt;/a&gt;.

@Horst

&quot;Steigende Produktivität wirkt normalerweise deflationär und nicht inflationär.&quot;

Schauen Sie sich mal an, wie sich die Produktivität bei der Herstellung von Computerchips und die Preise von Computern in den letzten 50 Jahren entwickelt haben. Das ist ein Beispiel für die deflationäre Entwicklung, die ich meine - sie werden nicht umhin kommen, die anzuerkennen, auch wenn Sie schon wieder eine zähe rot-grüne Pampe anrühren und dabei Korrelation und Kausalität lustig vermischen. 

PS: Wissen Sie übrigens, was eine der großartigsten Leistungen des DDR-Sozialismus war? Die Mikrochips aus der DDR waren die größten auf der ganzen Welt!]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Als Antwort auf <a href="https://think-beyondtheobvious.com/stelters-lektuere/was-die-inflation-am-boden-haelt/#comment-81160">Michael Stöcker</a>.</p>
<p>@Horst</p>
<p>&#8220;Steigende Produktivität wirkt normalerweise deflationär und nicht inflationär.&#8221;</p>
<p>Schauen Sie sich mal an, wie sich die Produktivität bei der Herstellung von Computerchips und die Preise von Computern in den letzten 50 Jahren entwickelt haben. Das ist ein Beispiel für die deflationäre Entwicklung, die ich meine &#8211; sie werden nicht umhin kommen, die anzuerkennen, auch wenn Sie schon wieder eine zähe rot-grüne Pampe anrühren und dabei Korrelation und Kausalität lustig vermischen. </p>
<p>PS: Wissen Sie übrigens, was eine der großartigsten Leistungen des DDR-Sozialismus war? Die Mikrochips aus der DDR waren die größten auf der ganzen Welt!</p>
]]></content:encoded>
		
			</item>
		<item>
		<title>
		Von: Horst		</title>
		<link>https://think-beyondtheobvious.com/stelters-lektuere/was-die-inflation-am-boden-haelt/#comment-81199</link>

		<dc:creator><![CDATA[Horst]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 15 Aug 2019 12:31:10 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">https://think-beyondtheobvious.com/?post_type=stelterslektuere&#038;p=15666#comment-81199</guid>

					<description><![CDATA[Als Antwort auf &lt;a href=&quot;https://think-beyondtheobvious.com/stelters-lektuere/was-die-inflation-am-boden-haelt/#comment-81160&quot;&gt;Michael Stöcker&lt;/a&gt;.

&quot;Wieso? Steigende Produktivität wirkt normalerweise deflationär und nicht inflationär.&quot;

Von ca. 1970 - 1982 waren die Inflationsraten in Deutschland relativ hoch, ebenso das Produktivitätswachstum und das Lohnwachstum (aufgrund geringer Arbeitslosenquoten).

Heute: Geringe Inflationsraten, geringes Produktivitätswachstum, geringes Lohnwachstum (unter der Prämisse, dass die Reallohnentwicklung der vergangenen Jahre auf einem Nachholeffekt aufgrund des Unterlassens der vergangenen 20 Jahre beruhte). 

Ottchen: Ab in den Rat der Wirtschaftsweisen... Mit Frau Palmer.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Als Antwort auf <a href="https://think-beyondtheobvious.com/stelters-lektuere/was-die-inflation-am-boden-haelt/#comment-81160">Michael Stöcker</a>.</p>
<p>&#8220;Wieso? Steigende Produktivität wirkt normalerweise deflationär und nicht inflationär.&#8221;</p>
<p>Von ca. 1970 &#8211; 1982 waren die Inflationsraten in Deutschland relativ hoch, ebenso das Produktivitätswachstum und das Lohnwachstum (aufgrund geringer Arbeitslosenquoten).</p>
<p>Heute: Geringe Inflationsraten, geringes Produktivitätswachstum, geringes Lohnwachstum (unter der Prämisse, dass die Reallohnentwicklung der vergangenen Jahre auf einem Nachholeffekt aufgrund des Unterlassens der vergangenen 20 Jahre beruhte). </p>
<p>Ottchen: Ab in den Rat der Wirtschaftsweisen&#8230; Mit Frau Palmer.</p>
]]></content:encoded>
		
			</item>
		<item>
		<title>
		Von: Dietmar Tischer		</title>
		<link>https://think-beyondtheobvious.com/stelters-lektuere/was-die-inflation-am-boden-haelt/#comment-81193</link>

		<dc:creator><![CDATA[Dietmar Tischer]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 15 Aug 2019 11:32:14 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">https://think-beyondtheobvious.com/?post_type=stelterslektuere&#038;p=15666#comment-81193</guid>

					<description><![CDATA[Als Antwort auf &lt;a href=&quot;https://think-beyondtheobvious.com/stelters-lektuere/was-die-inflation-am-boden-haelt/#comment-81160&quot;&gt;Michael Stöcker&lt;/a&gt;.

@ M. Stöcker 

&#062;Die geringen Produktivitätszuwächse wiederum sind FOLGE vergangener hoher Produktivitätszuwächse.&#062;

Ich habe weiter unten dargelegt, was auch eine Folge der vergangenen hohen Produktivitätszuwächse ist – fehlende Nachfrage aufgrund von weitgehender Gütersättigung, die auch Sie mit einbeziehen. Über diesen Teilaspekt sind wir uns einig. 

Sie verweisen auf etwas anderes:

&#062;WEIL wir so produktiv sind, können wir uns nun vermehrt so ganz unproduktiven Dingen zuwenden, die zuvor gar nicht im BIP erfasst wurden; insbesondere viele Tätigkeiten im Dienstleistungssektor.&#062;

Das ist so NICHT richtig.

Richtig ist vielmehr:

Wir können nicht, sondern MÜSSEN – mit einem Teil der arbeitsfähigen Bevölkerung, die in der hochproduktiven Güterproduktion nicht mehr Beschäftigung findet – den Dienstleistungssektor ausweiten. 

Sie verbinden damit:

&#062;Im Durchschnitt werden wir somit unproduktiver, weil wir insbesondere in der Industrieproduktion produktiver geworden sind ...&#062;

Richtig, wir werden damit im Durchschnitt unproduktiver, weil die Produktivität im Dienstleistungssektor bei weitem nicht so hoch ist und auch nicht die Steigerungsraten aufweist. 

Ausnahme sind u. a. Teile des Finanzsektors.

&#062;und dabei geht es zugleich vielen auch deutlich besser.&#062;

Das ist NICHT richtig.

Vielmehr:

Vergleichsweise WENIGEN mit hohem Einkommen, die  qualifizierte Dienstleister bezahlen können, geht es besser bis deutlich besser. 

Einer VIELZAHL von Menschen, die nicht mehr in der Produktion, sondern im Dienstleistungssektor beschäftigt sind – Varianten wie BS-Jobs oder „solidarisches Grundeinkommen“ in Berlin (Typus: „Quartierläufer“) – geht es DEUTLICH schlechter verglichen mit denen, die (noch) in der Produktion tätig sind. 

Das ist eine Dimension der Spaltung der Gesellschaft, mit der die Umverteilungsmaschine am Laufen gehalten wird. 

Der &quot;Ruhigstellungseffekt&quot; nimmt dabei ab, die Gesellschaft wird instabiler und die Produktivität nimmt damit natürlich auch nicht zu.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Als Antwort auf <a href="https://think-beyondtheobvious.com/stelters-lektuere/was-die-inflation-am-boden-haelt/#comment-81160">Michael Stöcker</a>.</p>
<p>@ M. Stöcker </p>
<p>&gt;Die geringen Produktivitätszuwächse wiederum sind FOLGE vergangener hoher Produktivitätszuwächse.&gt;</p>
<p>Ich habe weiter unten dargelegt, was auch eine Folge der vergangenen hohen Produktivitätszuwächse ist – fehlende Nachfrage aufgrund von weitgehender Gütersättigung, die auch Sie mit einbeziehen. Über diesen Teilaspekt sind wir uns einig. </p>
<p>Sie verweisen auf etwas anderes:</p>
<p>&gt;WEIL wir so produktiv sind, können wir uns nun vermehrt so ganz unproduktiven Dingen zuwenden, die zuvor gar nicht im BIP erfasst wurden; insbesondere viele Tätigkeiten im Dienstleistungssektor.&gt;</p>
<p>Das ist so NICHT richtig.</p>
<p>Richtig ist vielmehr:</p>
<p>Wir können nicht, sondern MÜSSEN – mit einem Teil der arbeitsfähigen Bevölkerung, die in der hochproduktiven Güterproduktion nicht mehr Beschäftigung findet – den Dienstleistungssektor ausweiten. </p>
<p>Sie verbinden damit:</p>
<p>&gt;Im Durchschnitt werden wir somit unproduktiver, weil wir insbesondere in der Industrieproduktion produktiver geworden sind &#8230;&gt;</p>
<p>Richtig, wir werden damit im Durchschnitt unproduktiver, weil die Produktivität im Dienstleistungssektor bei weitem nicht so hoch ist und auch nicht die Steigerungsraten aufweist. </p>
<p>Ausnahme sind u. a. Teile des Finanzsektors.</p>
<p>&gt;und dabei geht es zugleich vielen auch deutlich besser.&gt;</p>
<p>Das ist NICHT richtig.</p>
<p>Vielmehr:</p>
<p>Vergleichsweise WENIGEN mit hohem Einkommen, die  qualifizierte Dienstleister bezahlen können, geht es besser bis deutlich besser. </p>
<p>Einer VIELZAHL von Menschen, die nicht mehr in der Produktion, sondern im Dienstleistungssektor beschäftigt sind – Varianten wie BS-Jobs oder „solidarisches Grundeinkommen“ in Berlin (Typus: „Quartierläufer“) – geht es DEUTLICH schlechter verglichen mit denen, die (noch) in der Produktion tätig sind. </p>
<p>Das ist eine Dimension der Spaltung der Gesellschaft, mit der die Umverteilungsmaschine am Laufen gehalten wird. </p>
<p>Der &#8220;Ruhigstellungseffekt&#8221; nimmt dabei ab, die Gesellschaft wird instabiler und die Produktivität nimmt damit natürlich auch nicht zu.</p>
]]></content:encoded>
		
			</item>
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