Und täglich … Schulden­erlass schon jetzt wie­der Thema

Was tun mit den (zu) vielen Schulden? Das ist eine, nein, es ist die entscheidende Frage in diesem Jahrzehnt. Auf Zeit spielen wie Japan, doch Inflation oder Pleiten und Konkurse? Geordnet ist immer besser, weiß nicht nur ich, sondern wissen auch die Experten in den Finanzmärkten. Kein Wunder also, dass schon am 4. Januar 2021 ein Beitrag in der FINANCIAL TIMES (FT) die Notwendigkeit eines Schuldenerlasses diskutiert:

  • The coronavirus pandemic has forced countries all over the world to spend money they do not have. Some governments are issuing debt at an astonishing rate. Others, particularly in the developing world, are struggling to keep up with payments on the debt they already have.“ – bto: Und wir reden hier wie so oft nur über die Staatsschulden, dabei sind die privaten Schulden mindestens ebenso ein Problem.
  • In Europe, soaring debt has led some senior Italian officials to ask the European Central Bank to ease debt burdens by forgiving sovereign bonds it owns. That proposal was quickly dismissed by Christine Lagarde and other central bankers and economists.“ – bto: Das haben wir im Dezember hier diskutiert. Mich stört mehr, dass die Italiener es für einen vergleichsweise geringen Anteil ihrer Schulden in das Gespräch gebracht haben, denn die EZB müsste erst noch viel mehr kaufen. Ebenso stört mich, dass es nur für Italien gemacht werden soll. Das führt zu einer Vermögensverschiebung zwischen den Ländern und deshalb sollten alle mitmachen.
  • Their rapid rejection of debt cancellation as part of the recovery from the pandemic misses one very obvious fact. In a world where a lot of sovereign debt is being bought by central banks, intrinsically, all we are doing is allowing the left hand of the government to owe the right hand of the government a lot of money. At some point they could just shake hands and throw the debt away.“ – bto: Das stimmt, solange es sich um Staaten mit eigener Währung handelt, die in der eigenen Währung verschuldet sind. Es ist auch ein Aspekt der MMT. Und zwar der, der m. E. zutreffend ist.  
  • The arrangement sounds potentially toxic but is it? When there is very little inflation, you could probably get away with doing some of this. Many commentators suggest that quantitative easing is effectively the same as printing money, but this is not the case. In fact, the process of having central banks buy up government bonds for cash is simply the creation of liabilities and the purchasing of assets. The main practical effect is to extend the maturity of debt.“ – bto: Dass QE nur ein Assettausch ist, stimmt. Es verkürzt allerdings die Laufzeit der Schulden in der Hand des Privatsektors. Die Banken haben Reserven bei der Notenbank statt Staatsanleihen. Der Punkt ist, dass über den Kauf die Zinsen sinken (sollen).
  • Debt cancellation would be something else entirely, a one-way exchange that is more akin to the unconventional monetary policy idea known as ‘helicopter money’. For example, consider what would happen if governments issued 10,000 year bonds at an interest rate of zero and the central banks then bought them up. That is effectively doing the same thing as cancelling the debt.“ bto: deshalb auch mein Vorschlag für den europäischen „Schuldentilgungsfonds”, der natürlich nicht tilgt.
  • There is precedent for debt cancellation and not just, I would emphasise, in countries that suffered from hyperinflation such as Zimbabwe or in Germany during the 1930s. There have been cases, such as Canada, which in the late 1930s effectively monetised its debt. This kind of policy shift is something that would need to be eased into.“ – bto: Das stimmt sicherlich. In der Eurozone ist es jedoch schwerer.
  • “Cancelling debt held by central banks does not, on paper, reduce government debt service costs because interest on those bonds is not counted in public sector finances. But it would answer the question about how QE can ever be unwound. For any country bold enough to consider such extreme action, there may also be a first-mover advantage, because the moment this takes place, borrowing costs should go up.“ – bto: Warum sollten die Zinsen steigen? Alle Schulden würden sicherer werden, und wenn man keinen inflationären Effekt sieht, dürften die Märkte glauben, es sei einmalig und letztlich keine Änderung, weil das Geld ja bereits geschaffen wurde.
  • I hasten to add that if a country does go down this route, safeguards are needed. Ideally the government would enshrine in its constitution that this is a one-off emergency response. It cannot continue to print money whenever it wants to do something. This may sound surprising from someone who invests in debt, but if those safeguards are in place, then maybe debt cancellation is an outcome that we should want to see.“ – bto: Das verstehe ich, erinnere aber daran, dass die Vertreter der MMT hier sagen würden, dass dies sicherlich nicht erforderlich sei.  
  • Institute for International Finance says debt among advanced nations has soared to 432 per cent of gross domestic product, an unsustainable figure. It is nonsensical to refuse to entertain the prospect of debt cancellation. When a fixed income asset manager like me is saying there is too much debt in the world, there must be something seriously wrong. Many EU countries have already breached the bloc’s fiscal rules on debt levels and there is little room for manoeuvre. Debt cancellation needs to be an option in the toolkit.“ – bto: Und wenn man es macht, dann gerecht. Das setzt voraus, dass die Politiker auch die Interessen des eigenen Landes vertreten …

ft.com (Anmeldung erforderlich): “BlueBay CIO: it’s time to think about debt cancellation”, 4. Januar 2021

Kommentare (54) HINWEIS: DIE KOMMENTARE MEINER LESERINNEN UND LESER WIDERSPIEGELN NICHT ZWANGSLÄUFIG DIE MEINUNG VON BTO.
  1. foxxly
    foxxly sagte:

    @ stöcker 11:57
    “”Ich habe Ihnen gegenüber dargelegt, warum eine Notenbank KEINEN Schuldenschnitt machen darf; und zwar weder für staatliche Anleihen geschweige denn für private Schulden. “”

    da wäre ich nicht so sicher, was die notenbanken machen darf, – siehe die staaten-finanzierung, – das dürfte sie auch nicht!
    bei einem schuldenschnitt hätte die n-bank einen verlust, – der ihnen im grunde nichts kostet, weil geld aus dem nichts gedruckt wurde.
    natürlich werden sie dies nicht, oder kaum machen, weil damit ihr eingenes system kontakariert würde.

    den voraussagen von klaus schwab zufolge, dürften 2030 alles vermögen demnach den banken und notenbanken gehören. dies würde auch genau dem umverteilungs-mechanismus des kreditgeldsystems, entsprechen.

    Antworten
  2. Michael Stöcker
    Michael Stöcker sagte:

    @ Dietmar Tischer

    „>am Ende>

    Davon redet NIEMAND, SIE verschieben wieder die Posten.“

    NIEMAND? Genau dieses Ende nimmt Frau SFR doch in ihrer Antwort an CA in den Blick, wenn Sie schreibt:

    „Allerdings haben Sie dann die gleichen Schulden, nur eben nicht mehr bei Ihrer Hausbank, sondern bei der Notenbank. Wenn diese dann aber einen allgemeinen Schuldenschnitt macht, der nicht nur die aufgekauften Staatsanleihen umfasst, sondern auch private Darlehen bei der Notenbank wie z.B. Ihr Darlehen, sind Sie theoretisch aus dem Schneider. Darauf wetten würde ich aber nicht.“

    Ich habe Ihnen gegenüber dargelegt, warum eine Notenbank KEINEN Schuldenschnitt machen darf; und zwar weder für staatliche Anleihen geschweige denn für private Schulden.

    „Privater und Geschäftsbank in Schwierigkeiten.

    Notenbank kauft der Geschäftsbank den Kredit ab.

    Geschäftsbank hat eine bessere Bilanz und kann dem Privaten wieder einen Kredit geben, damit dieser den Kredit – nun im Eigentum der Notenbank – bedienen kann (Zinszahlungen).“

    Was nutzt es, wenn die Geschäftsbank eine bessere Bilanz hat, aber der Private immer noch auf seinen alten Schulden sitzt? Der war, ist und bleibt auch zukünftig kreditunwürdig, SOLANGE seine alten Schulden noch in der Welt sind.

    „AD INFINITUM, geht doch, warum nicht bei den Privaten?“

    Weil die Privaten nicht ad infinitum leben. Machen Sie den Selbstversuch, Herr Tischer und fragen bei Ihrer Bank nach einem Kredit in Höhe von 200.000 EUR mit einer Laufzeit von 30 Jahren.

    „Weder Dr. Stelter, noch Frau Finke-Röpke, noch ich haben von EWIG oder ENDE gesprochen.“

    Ich rede davon, dass diese privaten Schulden HEUTE die Ausgaben bremsen, weil diese Schulden der privaten mit Zins und Tilgung zurückgezahlt werden müssen. Und wer dies nicht kann, der ist auch nicht mehr kreditwürdig und fällt somit für stabile oder gar ZUSÄTZLICHE Nachfrage im Hier und Jetzt aus.

    „Es geht NUR um die EINBEZIEHUNG der PRIVATSCHULDEN in die Schuldenerörterung.“

    Und genau das habe ich getan und hier nochmals für Sie dezidiert dargelegt.

    Antworten
    • Dietmar Tischer
      Dietmar Tischer sagte:

      @ Michael Stöcker

      „>am Ende>
      Davon redet NIEMAND, SIE verschieben wieder die Posten.“
      NIEMAND? Genau dieses Ende nimmt Frau SFR doch in ihrer Antwort an CA in den Blick,…“

      Richtig, das tut SIE mit ihrer Antwort an CA.

      Wenn Sie es für FALSCH halten, dass das ENDE mittels eines Schuldenschnitts DURCH die Notenbanken erfolgt, dann antworten Sie doch IHR.

      Sie antworten aber NICHT ihr, sondern MIR, der eine ANDERE Thematik diskutiert, nämlich NUR die, ob die privaten Schuldner EINBEZOGEN werden könnten in die Maßnahmen der Notenbanken – KÖNNTEN.

      Sie VERSCHIEBEN damit WIEDER und damit FORTWÄHREND die Pfosten.

      Zur Sache:

      Ich bin auch der Meinung, dass die Notenbank KEINEN Schuldenschnitt machen DARF.

      Sie WIRD auch keinen machen, obwohl sie EFFEKTE bewirken könnte, die einem gleich kommen würden.

      SELBSTVERSTÄNDLICH gibt es KEIN ad infinitum.

      >Ich rede davon, dass diese privaten Schulden HEUTE die Ausgaben bremsen, weil diese Schulden der privaten mit Zins und Tilgung zurückgezahlt werden müssen. Und wer dies nicht kann, der ist auch nicht mehr kreditwürdig und fällt somit für stabile oder gar ZUSÄTZLICHE Nachfrage im Hier und Jetzt aus.>

      Das ist der Normalfall, den ich – als NORMALFALL – NICHT bestreite.

      Die REALITÄT ist mit Blick auf die hoch VERSCHULDETEN UNTERNEHMEN bereits eine ANDERE:

      WER dies nicht mehr kann, nämlich Zins und Tilgung zu bezahlen, ist zwar nicht mehr kreditwürdig – RICHTIG –, bekommt aber noch Kredite und kann so NOCH Nachfrage generieren.

      Auch richtig, das gilt NICHT für Privathaushalte – die hält der Staat auch bei fehlender Kreditwürdigkeit SOLVENT (nachdem diese ihre Assets weitgehend verloren haben) –, aber für Unternehmen, die AUCH private Schuldner ist auch PRAXIS:

      ZOMBIFIZIERUNG, die, soweit ich sehe, längst niemand mehr ernsthaft bestreitet.

      Die Auffassung von Frau Finke-Röpke und auch meine ist, dass die Notenbanken den dargelegten Mechanismus AUFRECHT erhalten und VERSTÄRKEN könnten, wobei die Geschäftsbanken mitspielen müssten und auch würden.

      Es besteht ERKENNBAR die Absicht der Notenbanken, dies TENDENZIELL zu tun.

      Die Aufkäufe deuten darauf hin, auch wenn die Geldpolitik den Geschäftsbanken gegenüber diffus ist.

      Das ist wiederum ein anderes Thema, am Blog auch schon besprochen (Negativzinsen).

      Antworten
      • Michael Stöcker
        Michael Stöcker sagte:

        @ Dietmar Tischer

        „Sie antworten aber NICHT ihr, sondern MIR, der eine ANDERE Thematik diskutiert, nämlich NUR die, ob die privaten Schuldner EINBEZOGEN werden könnten in die Maßnahmen der Notenbanken – KÖNNTEN.“

        Ich habe zuerst Frau SFR geantwortet, und DANACH haben Sie sich in die Diskussion eingeschaltet. Ich habe Ihren Punkt (privaten Schuldner EINBEZOGEN) bereits in meiner Antwort an SFR hinreichend beantwortet. Ich hatte dazu geschrieben:

        „Die Privaten werden in jedem Fall WENIGER Ausgaben tätigen können, da ja der private Kreditimpuls nun fehlt und ZUGLEICH auch noch die Kredite aus den laufenden Einnahmen zurückgezahlt werden müssen.“

        Es ist also REALwirtschaftlich völlig egal, ob die Notenbank diese Kredite aufkauft oder nicht. Der einzige Vorteil der sich hieraus ergäbe, wäre eine Bereinigung der Bankbilanzen und somit die Risikoübertragung auf die Notenbank und somit eine Verbesserung der Kreditvergabemöglichkeit dieser Banken. Es muss dann aber auch neue kreditwürdige und vor allem kreditWILLIGE Schuldner geben. Warum es die nicht geben wird, hatte ich bereits dargelegt.

        „Ich bin auch der Meinung, dass die Notenbank KEINEN Schuldenschnitt machen DARF.“

        Schön, dass wir uns einig sind.

        „Sie WIRD auch keinen machen, obwohl sie EFFEKTE bewirken könnte, die einem gleich kommen würden.“

        ???

        „SELBSTVERSTÄNDLICH gibt es KEIN ad infinitum.“

        Schön, dass Sie sich in diesem Punkt korrigiert haben.

        „Die REALITÄT ist mit Blick auf die hoch VERSCHULDETEN UNTERNEHMEN bereits eine ANDERE:

        WER dies nicht mehr kann, nämlich Zins und Tilgung zu bezahlen, ist zwar nicht mehr kreditwürdig – RICHTIG –, bekommt aber noch Kredite und kann so NOCH Nachfrage generieren.“

        Letztlich sind immer die privaten Haushalte die Nachfrager. Insofern wäre eine Produktion auf Halde kein tragfähiges Konzept. Ich hoffe nicht, dass die Banken dermaßen kurzfristig denken.

      • Dietmar Tischer
        Dietmar Tischer sagte:

        @ Michael Stöcker

        >„Sie antworten aber NICHT ihr, sondern MIR, der eine ANDERE Thematik diskutiert, nämlich NUR die, ob die privaten Schuldner EINBEZOGEN werden könnten in die Maßnahmen der Notenbanken – KÖNNTEN.“

        Ich habe Ihren Punkt (privaten Schuldner EINBEZOGEN) bereits in meiner Antwort an SFR hinreichend beantwortet. Ich hatte dazu geschrieben:

        „Die Privaten werden in jedem Fall WENIGER Ausgaben tätigen können, da ja der private Kreditimpuls nun fehlt und ZUGLEICH auch noch die Kredite aus den laufenden Einnahmen zurückgezahlt werden müssen.“>

        Sie haben MEINEN Punkt NICHT hinreichend beantwortet, da Sie auf – Ihrer Sicht nach – mögliche KONSEQUENZEN hinweisen, WENN die privaten Schuldner einbezogen WÜRDEN.

        Eine „Was ist, wenn“-Aussage ist KEINE Antwort auf die Frage, ob es „MÖGLICH ist, dass…“

        Sie KÖNNEN oder WOLLEN das nicht verstehen.

        Suchen Sie sich aus, was besser zu Ihrer Rechthaberei passt.

        Eine Diskussion, wie Sie sie führen ist SINNLOS, wenn man Klärung sucht.

        >„Sie WIRD auch keinen machen, obwohl sie EFFEKTE bewirken könnte, die einem gleich kommen würden.“

        ???>

        Wenn die Notenbank von SICH aus KEINE Zinsen und KEINE Tilgung für die von ihr aufgekauften Kredite verlangen WÜRDE – UND (!) – es ihr ERLAUBT würde, SO zu handeln, hätte es natürlich den EFFEKT eines Schuldenschnitts.

        Das ist GEDACHT so NICHT zu widerlegen.

        Es wird aber NICHT erfolgen, weil der STAAT, d. h. die jeweilige REGIERUNG bzw. das PARLAMENT der Notenbank eine solche Entscheidung NICHT überlassen wird, sondern – wenn sie denn infrage käme – SELBST entscheiden würden.

        Klar, dass Sie da NUR Fragezeichen setzen können, weil sie diese einfachen Überlegungen NICHT nachvollziehen können.

        >„SELBSTVERSTÄNDLICH gibt es KEIN ad infinitum.“

        Schön, dass Sie sich in diesem Punkt korrigiert haben.>

        Ich muss mich nicht korrigieren.

        SIE haben von ad infinitum mit Bezug auf die Revolvierung von Staatsschulden gesprochen und ich habe das aufgenommen als IHRE Auffassung.

        Daraus schließen Sie FÄLSCHLICH, dass ich mich korrigieren muss.

        >Letztlich sind immer die privaten Haushalte die Nachfrager. Insofern wäre eine Produktion auf Halde kein tragfähiges Konzept. Ich hoffe nicht, dass die Banken dermaßen kurzfristig denken.>

        Der erste Satz ist richtig.

        Der zweite ist auch richtig, aber ein NON-SEQUITUR.

        Niemand verlangt, dass nicht mehr kreditwürdige Unternehmen, die DENNOCH Kredite erhalten, also die Zombie-Unternehmen, auf HALDE produzieren sollten oder müssten.

        Sie könnten mit den Krediten u. a. auch das NICHTSTUN ihrer Arbeitnehmer bezahlen.

        Sie können hoffen, was Sie wollen, die Banken haben HINREICHEND gute GRÜNDE, kurzfristig zu denken, nämlich die eigene Insolvenz durch die Vermeidung von Abschreibungen DADURCH zu verhindern, dass sie Unternehmen ZAHLUNGSFÄHIG halten, obwohl diese pleite SIND.

        Die BETROFFENEN Unternehmen und der Staat – der wegen drohender Massenarbeitslosigkeit – haben ebenfalls HINREICHEND gute GRÜNDE dafür, dass so verfahren wird.

        Die GESAMTGESELLSCHAFTLICH erheblichen NEGATIVEN Konsequenzen sind bekannt.

        Ich gehe davon aus, dass wir darin übereinstimmen.

        Wie auch immer:

        Wenn dieses KURZFRIST-Handeln durchgehalten wird, ist es solange ein LANGFRIST-Handeln, bis ein ENDE eintritt – durch wen auch immer, es muss NICHT durch die so handelnden Banken eintreten.

  3. Hans Severin
    Hans Severin sagte:

    Johann Schartig: “die Welt ist ein slaughterhouse”.

    Meist geht es in der Welt friedlich zu. Die Kriege stellen nur eine zeitliche Unterbrechung da. Der Mensch ist kein Raubtier, dafür ist er nicht geschaffen, er hat die nicht die Stärke, die Klauen oder Zähne eines Löwen. Mehr das Gemüt einer Büffelherde, die auch lange braucht um sich gemeinsam zur Wehr zu setzen. Büffel sind in der großen Überzahl, Raubtiere sind nur wenige, dadurch ist das Überleben beider gesichert.

    Der Mensch ist kein Herdentier, obwohl er sich oft so verhält und es ihm “von oben” so anempfohlen wird. Jeder wird alleine geboren und geht auch alleine. Was er in seinem Erdendasein erlebt hängt nicht allein von ihm ab, aber wie er das erlebt, das hängt nur von ihm ab.

    Jemand kann bettelarm und glücklich sein, oder reich an Geld, Macht und Besitz und unglücklich. Das Innenleben ist ausschlaggebend und da Gott (?) sei Dank – bestimmt er jeder Mensch das allein. Daher das Sprichwort: Jeder ist seines Glückes Schmied.

    Man sollte und braucht sich nicht damit zu trösten, dass es den “Bösewichtern” in ihrem Innenleben oder dereinst schlecht gehen wird, dadurch wird mein Innenleben nicht besser, denn Schadenfreude ist nicht wirklich Freude.

    Die frohe Botschaft ist somit: selbst in diesen Zeiten, wo es nach Lage der Dinge noch so viel verrückter werden wird, sollte meine Hauptanliegen sein, meine wahre Freude zu mehren und die Furcht als unberechtigt zu sehen, das jemand, die Umstände, die Politik oder was auch immer, darauf Einfluss nehmen kann.

    Antworten
  4. troodon
    troodon sagte:

    “Ideally the government would enshrine in its constitution that this is a one-off emergency response.”

    Als wenn das “einmalig” nicht in der nächsten Krise wieder geändert werden könnte …

    Antworten
    • Richard Ott
      Richard Ott sagte:

      @troodon

      Man kann es auch machen wie in den sozialistischen Staaten des 20. Jahrhunderts, wo die Bestimmungen der Verfassung von Anfang an das Papier nicht wert waren, auf das sie gedruckt wurden.

      Beispiel:
      Verfassung der DDR [hier die Fassung von 1974]
      http://www.documentarchiv.de/ddr/verfddr.html
      Artikel 8:
      “(2) Die Deutsche Demokratische Republik wird niemals einen Eroberungskrieg unternehmen oder ihre Streitkräfte gegen die Freiheit eines anderen Volkes einsetzen.”

      [Da lachen die Protagonisten des “Prager Frühlings” nur bitter…]

      Artikel 19
      “(2) Achtung und Schutz der Würde und Freiheit der Persönlichkeit sind Gebot für alle staatlichen Organe, alle gesellschaftlichen Kräfte und jeden einzelnen Bürger.
      (3) Frei von Ausbeutung, Unterdrückung und wirtschaftlicher Abhängigkeit hat jeder Bürger gleiche Rechte und vielfältige Möglichkeiten, seine Fähigkeiten in vollem Umfang zu entwickeln und sein Kräfte aus freiem Entschluß zum Wohle der Gesellschaft und zu seinem eigenen Nutzen in der sozialistischen Gemeinschaft ungehindert zu entfalten. So verwirklicht er Freiheit und Würde seiner Persönlichkeit. Die Beziehungen der Bürger werden durch gegenseitige Achtung und Hilfe, durch die Grundsätze sozialistischer Moral geprägt.”

      Artikel 20
      (1) “Jeder Bürger der Deutschen Demokratischen Republik hat unabhängig von seiner Nationalität, seiner Rasse, seinem weltanschaulichen oder religiösen Bekenntnis, seiner sozialen Herkunft und Stellung die gleichen Rechte und Pflichten. Gewissens- und Glaubensfreiheit sind gewährleistet. Alle Bürger sind vor dem Gesetz gleich.”

      Eine lächerlich naive Vorstellung, dass sich eine MMT-Planwirtschaft nach der Streichung aller Schulden noch an irgendwelche aufgeschriebenen Verfassungsgrundsätze halten würde.

      Antworten
    • Thomas M.
      Thomas M. sagte:

      @troodon: “Ideally the government would enshrine in its constitution that this is a one-off emergency response.”

      Wenn ich Sätze mit “idealerweise” beginne oder höre, kommt danach meistens die Erklärung, warum es in der Praxis dann doch anders ist :)

      Da je nach Definition kein Mangel an Krisen besteht und es immer etwas zu bekämpfen oder retten gibt, lassen sich auch die “one-off emergency responses” beliebig multiplizieren.

      1+1+1+1+1+1…

      Pro Krise 1x “one-off”. Ist dann noch nicht mal gelogen…

      Antworten
    • Dietmar Tischer
      Dietmar Tischer sagte:

      @ troodon

      Wer „IDEALERWEISE“ so wie hier verwendet, WEISS, dass die „einmalige“ Reaktion als eine zumindest potenziell DAUERHAFT einsetzbare angesehen wird.

      Auch die Politiker wissen das.

      Daher schreibt niemand etwas in die Verfassung, weil dies nur Schwierigkeiten verursachen würde.

      Beispiel:

      Die EUR 750 Mrd. für den Recovery Fund werden von NIEMANDEM als Verpflichtung zur EIMALIGKEIT verstanden und daher auch nicht so qualifiziert in die UNIONSVERTRÄGE aufgenommen.

      Dass die EUR 750 Mrd. mit „NextGenerationEU“ als zeitlich BEFRISTETES Aufbau-Instrument ausgewiesen werden, ist richtig, weil diese Summe nur für eine kurze Zeit reichen wird.

      Das Beschaffungsverfahren kann bei nächst bester Gelegenheit problemlos WIEDERHOLT werden, weil die MISSACHTUNG des Einmaligen bereits im VERZICHT eines verpflichtenden Bekenntnis besteht und JEDER weiß, dass die NextGenerationEU keine EINMAL-EU-Generation sein wird.

      Der Artikel ist nicht verkehrt, aber für die PRAKTISCHE Politik unerheblich.

      Man weiß, wie’s geht.

      Antworten
  5. Gnomae
    Gnomae sagte:

    Die Stoßrichtung ist klar: Die Zentralbank soll verzichten, weil sie die einzige Institution ist, die Verluste theoretisch unbegrenzt absorbieren kann. Käme ein genereller Schuldenerlass / Teilerlass, träfe es alle Marktteilnehmer, d.h. auch Banken, Versicherungen und institutionelle Anleger. In einer Problemlage mit privater Verschuldung, deren Tilgung potentiell gefährdet ist und mit staatlicher Verschuldung, deren Tilgung gefährdet ist, würde die Situation schnell außer Kontrolle geraten. Daher besteht wohl Einigkeit, dass diese Gemengelage fiskalpolitisch gelöst wird, d.h. mit der Ausgabe neuer Anleihen, sei es durch die Staaten direkt oder durch überstaatliche Institutionen (Rettungsschirme etc.), deren Anleihen dann wieder von den jeweiligen Zentralbanken angekauft werden können. Damit ist sichergestellt, dass das Zinsniveau gewünscht niedrig verweilt. Das ideale Instrument hierfür sind “ewige Anleihen”, d.h. ohne Tilgung, oder ggf. ohne Zinscoupon und mit geringer Tilgung, z.B. 0,5 % p.a. (≙ 200 Jahre Laufzeit). Unter der Prämisse, dass bis Ende April die Pandemie wieder beherrschbar ist, die Impfungen planmäßig ausgerollt werden, und der private Konsum dann wieder anrollt, könnte dies ein erfolgreicher Lösungsweg sein. Die
    WHO muss allerdings dafür sorgen, dass die gesamte Weltbevölkerung geimpft werden kann. Zur Solidarität im Staatswesen gehört auch, dass die Bürger ihren Beitrag leisten, und zwar alle und weltweit.

    Antworten
  6. Susanne Finke-Röpke
    Susanne Finke-Röpke sagte:

    bto: “Und wir reden hier wie so oft nur über die Staatsschulden, dabei sind die privaten Schulden mindestens ebenso ein Problem.”

    Nur solange die Notenbank die nicht auch zum Nominalwert kauft. Dann sind sie kein großes Problem mehr, vor allem, wenn die Notenbank zusätzlich auch Aktien überschuldeter Unternehmen kauft.

    Antworten
    • Richard Ott
      Richard Ott sagte:

      @Frau Finke-Röpke

      … und für die Hungrigen druckt die Notenbank wahlweise Brot oder Kuchen, dann sind alle glücklich. ;)

      Antworten
      • Susanne Finke-Röpke
        Susanne Finke-Röpke sagte:

        @Herrn Richard Ott:

        Genau so ist es! Sie haben es durchschaut. Nicht vom Wohlwollen des Bäckers, Metzgers, Brauers – ach so, dass war Adam Smith. Total old school. Nur vom Wohlwollen des Zentralbankers…

        In letzter Konsequenz übernimmt dann die Notenbank auch die Bäckereien, Backketten, Brotfabriken und Co und Sie können wie in jedem sozialistischen Land die Freuden staatlicher Lebensmittelerzeugung genießen. Das Problem mit dem Übergewicht geht zurück, Cholesterin, Fettleber oder Kniegelenksprobleme werden weniger. Von Venezuela lernen heißt siegen lernen!

        Panikmache? Vielleicht. Aber die geldpolitischen sozialistischen Experimente sind inzwischen überall so zahlreich, dass ich der Politik selbst diese Selbstüberschätzung inzwischen zutraue.

    • Michael Stöcker
      Michael Stöcker sagte:

      @ Susanne Finke-Röpke

      „Nur solange die Notenbank die nicht auch zum Nominalwert kauft.“

      Das ist nicht das Problem. Das eigentliche Problem hoher privater Verschuldung ist der Kreditzyklus. Auch mit zunehmender privater Verschuldung wird die Konjunktur und somit das Wachstum angetrieben. Wer diese private Verschuldung ignoriert (privat ist ja IMMER gut) und sich einseitig auf die Staatsverschuldung kapriziert (staatlich ist ja IMMER schlecht), der kommt dann wie im Falle von Spanien zu den völlig falschen Schlüssen. Vor der Finanzkrise sank die spanische Staatsverschuldung und alle priesen dieses Land als Stabilitätsanker, WEIL die Staatsverschuldung von über 65 % (1996) auf 35,8 % in 2007 gesunken war. Das war aber unmittelbare Folge des privaten Immobilien-Kreditbooms. Dann kam der große Einbruch und der Privatsektor war mit Schuldenrückzahlung beschäftigt (Deleveraging) und konnte somit weniger Ausgaben tätigen, was zu weniger Einnahmen bei den anderen führte; so eben auch beim Staat, und die Verschuldung schnellte innerhalt von 7 Jahren auf über 100 % nach oben. Ob eine Notenbank solche privaten Assets nun zu 70, 80 oder 90 % ankauft: So what! Die Privaten werden in jedem Fall WENIGER Ausgaben tätigen können, da ja der private Kreditimpuls nun fehlt und ZUGLEICH auch noch die Kredite aus den laufenden Einnahmen zurückgezahlt werden müssen.

      Hätte man den Blick seinerzeit nicht nur auf die Staatsverschuldung, sondern zugleich auch auf die Leistungsbilanz gerichtet, dann wäre schnell klar geworden, dass dieser private Kreditboom nicht nachhaltig sein kann, da zeitsynchron zu diesem Kreditboom die Leistungsbilanz immer weiter ins Minus geriet; und zwar von -0,9 % (1996) auf -9,4 % (2007).

      Um es nochmals klar und deutlich zu sagen: Ein isolierter Blick allein auf die Staatsverschuldung ist für eine makroökonomische Gesamtanalyse völlig unzureichend. Es ist für den Privatsektor auch völlig egal, ob eine ZB so etwas aufkauft. So oder so sind diese Menschen weder kreditwillig (und werden es auch nie wieder sein; gebranntes Kind…) noch kreditwürdig, solange die alten Schulden nicht getilgt wurden.

      Mehr dazu hier: https://www.hayek-verein-dresden.de/aktuell-einzelanzeige/michael-stoecker-serie-3-ueber-den-sinn-und-zweck-von-staatsschulden.html

      LG Michael Stöcker

      Antworten
      • foxxly
        foxxly sagte:

        @ stöcker 12:23
        es freut mich diesen text von ihnen zu lesen!

        zunehmend, meist noch indirekt, kommen texte, die meiner aussage ähnlich sind!

      • Dietmar Tischer
        Dietmar Tischer sagte:

        @ Michael Stöcker

        Frau Finke-Röpke ANTWORTET bto:

        >bto: „Und wir reden hier wie so oft nur über die Staatsschulden, dabei sind die privaten Schulden mindestens ebenso ein Problem.“

        Nur solange die Notenbank die nicht auch zum Nominalwert kauft.>

        Heißt:

        Wenn die Notenbank, die privaten Schulden kauft, sind sie – die BESTEHENDEN Schulden – KEIN Problem.

        Sie sagen zu Frau Finke-Röpke:

        >Das ist nicht das Problem. Das eigentliche Problem hoher privater Verschuldung ist der Kreditzyklus>

        Heißt:

        Die ENTSTEHUNG hoher privater Verschuldung ist das Problem.

        DAS mag ein Problem sein, sogar das eigentliche, ist aber nicht das Problem, um das es bei bto und Frau Finke-Röpke geht.

        Wieder einmal:

        Sie verstellen die Pfosten und verhindern damit, dass eine sinnvolle Diskussion weitergeführt wird.

        Das hat NICHTS damit zu tun, ob Ihre Aussagen richtig oder falsch sind.

        >Ein isolierter Blick allein auf die Staatsverschuldung ist für eine makroökonomische Gesamtanalyse völlig unzureichend.>

        Das ist richtig und zugleich belanglos, da weder bto. noch Frau Finke-Röpke mit einer makroökonomische Gesamtanalyse befasst sind.

        Hinter der Aussage, dass das eigentliche Problem hoher privater Verschuldung der Kreditzyklus ist, setze ich ein Fragezeichen.

        Das Problem ist m. A. n. KEIN konjunkturelles, sondern ein STRUKTURELLES.

        Es ist daher auch nicht konjunkturell zu lösen.

      • Susanne Finke-Röpke
        Susanne Finke-Röpke sagte:

        @Herrn Dietmar Tischer:

        Vielen Dank für Ihre Ausführungen, dem möchte ich nichts hinzufügen. Trifft den Nagel auf den Kopf.

      • Horst
        Horst sagte:

        „Um es nochmals klar und deutlich zu sagen: Ein isolierter Blick allein auf die Staatsverschuldung ist für eine makroökonomische Gesamtanalyse völlig unzureichend. Es ist für den Privatsektor auch völlig egal, ob eine ZB so etwas aufkauft. So oder so sind diese Menschen weder kreditwillig (und werden es auch nie wieder sein; gebranntes Kind…) noch kreditwürdig, solange die alten Schulden nicht getilgt wurden.“

        Eine interessante finite Feststellung, so dass ich mich uns Sie frage, ob diese (zukünftig auch) für (mittelständische) Unternehmen und das Ausland Gültigkeit aufweisen werden wird?

      • Richard Ott
        Richard Ott sagte:

        @Horst

        “Eine interessante finite Feststellung, so dass ich mich uns Sie frage, ob diese (zukünftig auch) für (mittelständische) Unternehmen und das Ausland Gültigkeit aufweisen werden wird?”

        Selbst für mich als Hardcore-Kapitalisten nicht nachvollziehbar, da hat Herr Stöcker ja Auffassungen wie aus dem Mittelalter.

        Wer Pleite gegangen ist, hat es eine Zeit lang danach (zu Recht) sehr schwer, wieder neuen Kredit zu bekommen, aber die Ideen von *ewiger* Schuldnerhaftung haben wir doch eigentlich schon seit Jahrhunderten überwunden. Es wäre auch sehr schlecht für jegliches Unternehmertum, wenn wir sie wieder einführen wöllten.

      • Michael Stöcker
        Michael Stöcker sagte:

        @ Dietmar Tischer

        „Wenn die Notenbank, die privaten Schulden kauft, sind sie – die BESTEHENDEN Schulden – KEIN Problem.“

        Und das ist FALSCH!

        Die bestehenden privaten Schulden sind solange ein Problem, bis in einem GEORDNETEN Insolvenzverfahren am Ende die RESTschulden erlassen werden. Solange muss der Kredit im Rahmen der Insolvenzordnung bedient werden und solange ist auch das Ausgabe-/Konsumverhalten massiv eingeschränkt.

        „Wieder einmal:

        Sie verstellen die Pfosten und verhindern damit, dass eine sinnvolle Diskussion weitergeführt wird.“

        Wieder einmal fällt dieser Vorwurf auf Sie selber zurück. Seit wann ist die EZB für einen Schuldenerlass zuständig? Das war, ist und bleibt in einem demokratischen Gemeinwesen immer noch eine parlamentarische Entscheidung. Das gilt übrigens auch für die Staatsschulden. Die werden nicht von der eigenen ZB erlassen, sondern ad infinitum revolviert. Falls nämlich die Inflation irgendwann wieder anspringen sollte, MUSS die ZB diese wieder in den Markt geben, weil ansonsten die Flucht aus dieser Währung ansetzt und es zu einem Kollaps des Wechselkurses kommen kann/wird.

        Insofern ist auch die Antwort von SFR weiter unten auf CA nochmals zu überdenken.

      • Dietmar Tischer
        Dietmar Tischer sagte:

        @ Michael Stöcker

        >Die bestehenden privaten Schulden sind solange ein Problem, bis in einem GEORDNETEN Insolvenzverfahren am Ende die RESTschulden erlassen werden>

        >am Ende>

        Davon redet NIEMAND, SIE verschieben wieder die Posten.

        >Solange muss der Kredit im Rahmen der Insolvenzordnung bedient werden und solange ist auch das Ausgabe-/Konsumverhalten massiv eingeschränkt.>
        RICHTIG – solange, BIS zum Ende.

        Muss er und kann er.

        Der Mechanismus, hat Frau Finke-Röpke in der Antwort an Herrn Anders dem Verfahren nach bereits dargelegt:

        Privater hat Kredit bei seiner Geschäftsbank aufgenommen, kann aber die Zinsen nicht mehr zahlen.

        Privater und Geschäftsbank in Schwierigkeiten.

        Notenbank kauft der Geschäftsbank den Kredit ab.

        Geschäftsbank hat eine bessere Bilanz und kann dem Privaten wieder einen Kredit geben, damit dieser den Kredit – nun im Eigentum der Notenbank – bedienen kann (Zinszahlungen).

        Kann der Private wieder nicht leisten, dann das Spiel noch einmal etc., etc.

        Wo kommt hier eine INSOLVENZORDNUNG vor?

        Kommt nicht vor, weil sie keiner braucht.

        Und da auf diese Tour das Konsumverhalten natürlich nicht anspringt, kann der Staat sich auch etwas Geld besorgen, wie Sie so schön sagen und wir doch vorgestern durchdekliniert haben:

        >… gilt übrigens auch für die Staatsschulden. Die werden nicht von der eigenen ZB erlassen, sondern ad infinitum revolviert.>

        AD INFINITUM, geht doch, warum nicht bei den Privaten?

        Ach so, die INFLATION.

        Richtig, die kann IRGENDWANN wieder anspringen.

        Und dann kann VIELES passieren, sind wir in einem ANDEREN Spiel.

        DANN, und erst DANN, können wir die Pfosten versetzen.

        Einfach mal zur KENNTNIS nehmen:

        Weder Dr. Stelter, noch Frau Finke-Röpke, noch ich haben von EWIG oder ENDE gesprochen.

        Es geht NUR um die EINBEZIEHUNG der PRIVATSCHULDEN in die Schuldenerörterung.

    • Christian Anders
      Christian Anders sagte:

      @SFR

      Das ergibt für mich aber nur dann Sinn, wenn ein Aufkauf privater Schulden durch die ZB auch zu einem Wegfall an Rückzahlungsverprflichtungen der Privaten an deren jeweilige Geschäftsbanken führt.

      Ergibt sich das zwangsläufig, wenn eine ZB den Geschäftsbanken private Schulden abkauft?

      Antworten
      • Susanne Finke-Röpke
        Susanne Finke-Röpke sagte:

        @Herrn Christian Anders:

        Vielen Dank für Ihre Frage. Das kommt natürlich darauf an, ob die Notenbank den Schuldenerlass hinterher nur beim Staat macht oder auch privat. Wenn Sie 1 Mio. € Bankschulden haben und die Notenbank kauft Ihrer Hausbank dieses Darlehen zu 1 Mio. ab, hat Ihre Hausbank einen riskanten Schuldner weniger und Sie statt eines privaten einen öffentlichen Gläubiger. Allerdings haben Sie dann die gleichen Schulden, nur eben nicht mehr bei Ihrer Hausbank, sondern bei der Notenbank. Wenn diese dann aber einen allgemeinen Schuldenschnitt macht, der nicht nur die aufgekauften Staatsanleihen umfasst, sondern auch private Darlehen bei der Notenbank wie z.B. Ihr Darlehen, sind Sie theoretisch aus dem Schneider. Darauf wetten würde ich aber nicht.

        Generell lässt sich sagen, dass – militärische Abenteuer außen vor gelassen – die wahrscheinlichste Variante ist, dass es hinterher zu irgendwie gearteten politischen Entscheidungen kommen wird, die so etwas ähnliches wie Gerechtigkeit herstellen sollen, da die Guthabenbesitzer vermutlich politischen Druck machen werden, dass die Darlehensbesitzer nicht die alleinigen Nutznießer sind und die Guthabenbesitzer nicht die alleinigen Verlierer. Historische Vorbilder wie Lastenausgleich, Hypothekengewinnabgabe, Vermögensteuer, unterschiedliche Umtauschkurse von Guthaben und Verbindlichkeiten usw. sind dabei sicher von jedem Bürger mit ins Kalkül zu ziehen.

      • Christian Anders
        Christian Anders sagte:

        @SFR

        Danke für die Antwort.

        Das liest sich in Kurzform so: Die Zentralbank kauft faule Kredite damit die Politik Zeit hat zu entscheiden, wer wann was verlieren muss, damit sich möglichst alle gleich schlecht behandelt fühlen ;-).

  7. Alexander
    Alexander sagte:

    Wenn Zinssenkungen verpuffen werden müssen Schulden erlassen werden um Zombies am Leben zu halten. Staatliche Zombies helfen ihren systemischen Industriekonzernen & man nimmt das Sterben der ehrlichen Kaufleute billigend in Kauf….. die Marktbereinigung zugunsten der Schwachen gehört zur politischen Agenda unserer Demokratien.

    Antworten
    • Johann Schwarting
      Johann Schwarting sagte:

      @ Alexander

      Genauso

      “… die Marktbereinigung zugunsten der Schwachen gehört zur politischen Agenda unserer Demokratien.”

      ist es.

      Im vermeintlich ‘optimalen’ Machtsystem der Demokratie, die nichts anderes ist, als die ultimativ mögliche Zession / Diffusion von Macht-Teilen an die Bevölkerung, gelten eben die Sätze, die Alexander Fraser Tytler, Lord Woodhouselee (1747 – 1813) schon vor 200 Jahren – wohl mit Alexis de Tocqueville’s und B. Disraeli’s späteren Ergänzungen – auf der Grundlage der damaligen Gegebenheiten aussprach:

      “A democracy cannot exist as a permanent form of government. It can only exist until the voters discover that they can vote themselves money from the public treasure. From that moment on the majority always votes for the candidates promising the most money from the public treasury, with the result that a democracy always collapses over loose fiscal policy followed by a dictatorship.”

      Antworten
      • foxxly
        foxxly sagte:

        @ J. schwarting 10:57 u alexander

        wenn ein system im laufe der zeit immer mehr schwache produziert, dann überlebt kein system!
        man sollte schon ein, oder zwei schritte weiterdenken!

      • Dr. Lucie Fischer
        Dr. Lucie Fischer sagte:

        @Johann Schwarting
        Vielen Dank für Ihre Literaturempfehlung und Ausführungen , die die ungeheuere Macht menschlich-destruktiver Potenz im Bewusstsein hält. Sie erklärt auch, warum Nomaden-Stämme/ Ethnien/, die mit ihren Weidetieren und sehr mobilem Besitz jeder Staatsmacht ein Ärgerniss bleiben . Frieden kann nur gehalten werden, wenn es genug Weidegründe gibt und man Konflikten / Rivalität/ Neid/ Gier/ Ambivalenz aus dem Weg gehen kann. Dass in unserem Traumerleben/ archische Mordlust persistiert, hat -unerschrocken-S. Freud beschrieben, unerreicht seine seine im 2. WK 1915 veröffentliche Arbeit ” Zeitgemässes über Krieg und Frieden”. Die Säuglingsforschung beginnend mit Rene Spitz, unterstreicht die elementare Bedeutung sicherer und konstanter Objektbeziehungen in der Kindheit, nur so können elterliche Werte und Hemmung/ Schuldgefühle gegenüber Aggression und Gewalt internalisiert werden. Schlechte Aussichten für Gesellschaften, die ihre Kleinkinder fremdbetreut viel zu früh in Krippen abliefert und auf kreativen, emotional stabilen Nachwuchs hofft. Die Dunbar -Zahl ist ein magischer Schlüssel für friedliche Optionen.

      • Alexander
        Alexander sagte:

        @Dr. Lucie Fischer

        Gefühle zeigen weckt Emphatie, die Hypermoral der Gedankenlosen legitimiert umgehend alles – sogar *.* Brüche aller Art, wenn man sich nur keine Schuld aufbürdet.

        Beschämung als das Universalpestizid für “vereinzelte Massen ohne Potential” jeden Abend frisch aus der Glotze. Der Simulation dieser Realität entgeht kein Konsument…
        Propaganda als Kunst… voltairenet.org/article193061.html

        @Johann Schwarting

        Wenn unsere freiheitichen Demokratien nur Diktaturen im Wartestand sind und sich der Souverän durch Wahlen nur vorübergehend den Schlachthäusern entziehen vermag……dann wollen Sie am Ende behaupten, dass Regierungschefs ihre Anteilnahme und Fürsorge gar nur heucheln? Dass Absichten verfolgt werden, Wähler nur ahnen /fühlen können, Betroffene oder Voyeure später zeitnah erleben, quasi in der ersten Reihe?
        https://youtu.be/xcRewTT2n68 …. nein, nein es geht um Frieden, Weltklima und die sichere Rente.

    • @Dr. Lucie Fischer
      @Dr. Lucie Fischer sagte:

      @Alexander
      Ihre prägnante Zusammenfassung beschreibt W. Buffet in seinem Interview mit Ben Stein , 26. Nov. 2006 NYT:
      “There´s class warfare, all right, but it´s my class, the rich class, that´s making war, and we are winning.”
      Seit der monopl-artigen Privatisierung der Medien wird nüchterne Analyse, von einfachen Lesern geäussert, entweder zensiert oder als paranoide Verschwörungs-Idee verurteilt. So lange es sich Bürger gefallen lassen, z.B. als ” Herde” bezeichnet zu werden, wartet das slauter house. Die Präzision sprachlicher Begriffe wieder her zu stellen , wäre ein winziger Schritt zur Erkenntnis von Gefahren . They shoot horses, don´t they?

      Antworten
      • ruby
        ruby sagte:

        @ Dr. Lucie Fischer
        Mein Opa hat mir vom Schlachthof in Chicago erzählt und kürzlich gab es einen Film über die Geschichte der Stadt und des Staates Michigan vom See und Fluß vom Boot aus …

      • Alexander
        Alexander sagte:

        @Dr. Lucie Fischer

        Dieselbe Macht, die eine Neubewertung der Kreditpfänder nach Ausbuchung untilgbarer (privater + staatlicher) Kredite verhindert, nutzt diese ihre Macht für Deutungshoheit aller gesellschaftlich relevanten Themen und beschämt Opposition bis zur individuellen Vernichtung – was sonst?

        Allein das ändert nichts an dem Berg von unbedienbaren Forderungen der Gemeinwesen gegen ihre Generalmonopolisten “Staat” und zedierten Machtstrukturen der Finanz- und Industriekonzerne.

        Im Zuge der Krise müssen diese Forderungen gemeinwohl beschränkt werden, unter Belassung der Machtstrukturen.

        So verstehe ich den anstehenden Kollaps der (Sozialversicherungs)Systeme als Einstieg zur Einführung von Grundrente, Grundversorgung, Grundmedizin unter Verlust der Einzahlungen in Staatsanleihen (Schuldenerlaß) oder zwangsfinanzierte Beitragssysteme….. und als Legitimation für Veränderungen der Steuersysteme (Erbschaft-, Vermögen- Lastenausgleiche etc…)

        Die asset price deflation gegen @alle macht gefügig und legitimiert weitere Regierungsrunden….

        Inzwischen läuft die Unterhaltung derselben Konzerne auf Touren:
        https://youtu.be/-1dqKamo3FY

      • Johann Schwarting
        Johann Schwarting sagte:

        @ Dr. Lucie Fischer

        “So lange es sich Bürger gefallen lassen, z.B. als “Herde” bezeichnet zu werden, wartet das slauter house.”

        Zunächst gilt es zu verstehen, dass mit der Entstehung von Zentralmachtordnungen nach der neolithischen Revolution im Übergang von Stammesgemeinschaften hin zu zivilisatorischen Gesellschaften jenseits der Dunbar Zahl nicht so sehr das Schwert im Vordergrund steht und die entscheidende Rolle spielt, sondern die Worte der sich entwickelnden Sprachen durch charismatische Führer mit ihrer Entourage. Die Untertanen unterliegen in ihrer Deutung der Welt immer den Vorgaben der Zentralmacht – sie haben außerhalb des Systems selbst keinen eigenen Bezugspunkt. Sie sind im System gefangen.

        Wolfgang Sofsky, in dessen Schriften die Analyse der Formen sozialer Macht, der Gewalt und des Terrors steht, zeigt in seinem Standardwerk (‘Traktat über die Gewalt’, 1996), dass es in modernen Gesellschaften nicht um ein ‘menschliches Miteinander’, sondern nur um Gewalt und nicht um die Gedanken des Friedens und der Freiheit geht.

        “Zum Kernbereich der materiellen Kultur gehört die Herstellung von Waffen. Kaum ein anderes Artefakt hat mehr Forscherdrang auf sich gezogen als die Waffe. … Die Waffentechnologie ist kein Nebenprodukt der Kultur. Sie ist eines ihrer bevorzugten Experimentierfelder. … Die Zwischenzeiten der Friedfertigkeit sind nur Episoden. … In den Annalen der Kultur und Gesellschaft sind sie nichts als leere Blätter.”

        Paul C. Martin am 30.07.2006:

        “Wo ist der Unterschied zwischen dem, was die letzten hundert Jahre zu bieten haben, und dem was die Israeliten mit Jericho machten, die Athener mit den Meliern, die Römer mit Karthago, Karl der Große mit den Sachsen, die Wikinger mit den Bewohner umliegender Gebiete (Lindisfarne), die Konquistadoren mit den Praekolumbianern (die ihrerseits auch keine Chorknaben waren), die Europäer insgesamt mit der Neuen Welt, die Engländer in Indien, die Jakobiner (Vendée) mit den nicht französisch Sprechenden, die Deutschen mit den Hereros, die Sowjets mit den Kulaken (und anderen ‘Regimegegnern’), die Türken mit den Armeniern – kurzum eine Endlosreihe.”

        Nach dem Neolithikum hat es geschätzt in über 14400 Kriegen mehr als 3,5 Milliarden Kriegstoten gegeben. Die Welt ist ein ‘Slaughterhouse’.

      • Dr. Lucie Fischer
        Dr. Lucie Fischer sagte:

        @Alexander, 14:27
        Die weinenen Stars mit passender Musik/ es geigt/ können schnell dechiffriert werden mit Wissen, das Paul Ekman entwickelt hat: ( wird leider bereits militärisch eingesetzt)
        P. Ekmann, Emotions Revealed : Understanding Emotions & Feelings.
        Es ist aber sinnvolles, schützendes Wissen, um Blender ( E. Musk!) und falsches Weinen/ Lachen zu erkennen und im banalen Alltag Zeit nicht zu verschwenden mit fake-people. Heul doch! / Konzern-Unterhaltung/
        “Emotional rescue” nur mit denen, die Vertrauen verdienen.

    • ruby
      ruby sagte:

      Danke!
      Wer die Verbindungen bis ins Heute kompakt nachspüren möchte, dem sind die Seiten 372 f, 376 f und 394 f des dtv-Atlas Geschichte Sonderauflage 2. Okt. 2001 empfohlen, wo auf drei Doppelseiten kompakt die Zeitalter US Bürgerkrieg, Hochkapitalismus und Imperialismus ausgeblättert werden – mit vielfältigen weiteren Brainstorming.

      Antworten
  8. Richard Ott
    Richard Ott sagte:

    Finanzminister Scholz hat noch am 06.01.2021 gesagt, wir “können den Lockdown noch lange durchhalten”, weil wir nämlich so gut gewirtschaftet haben. Völlig unverständlich, dass jetzt wieder so eine die Bevölkerung verunsichernde Diskussion über Schuldenschnitte hochkommt. Ist denn ein bisschen bedingungsloser Glaube an die Regierung wirklich zu viel verlangt?

    https://www.ardmediathek.de/daserste/video/morgenmagazin/finanzminister-scholz-koennen-den-lockdown-noch-lange-durchhalten/das-erste/Y3JpZDovL2Rhc2Vyc3RlLmRlL21vcmdlbm1hZ2F6aW4vNDFlZGNhN2UtZGY3ZS00YjRlLTgxZTUtY2ZkNjhlYjgwYTRm/

    Antworten
    • foxxly
      foxxly sagte:

      @ ott 09:11
      “” Ist denn ein bisschen bedingungsloser Glaube an die Regierung wirklich zu viel verlangt? “”
      ja, weil das ganze bild nicht seriös erscheint!

      warum läßt die regierung die corona- bedürftigen unternehmer so jämmerlich mit der auszahlung, hängen?
      ich unterstelle hier eine gewisse taktik und absicht.

      dort, wo die regierung wirklich will und voll dahintersteht, werden die entscheidungen ruck-zuck umgesetzt! (ich nehme die maßgebliche verwaltung und die gesetzesauslegung, in einen topf!)

      bei dem beschleunigten umbau der gesellschaft und wirtschaft, ist es wohl absicht, dass viele klein- und mittelbetriebe, zu gunsten der großen, nicht überleben.

      die kumulation des kapitals in wenigeren händen, wird durch diese krise (wieder) massiv beschleunigt. kumulation bedeuten monopolisierung. und eine monopolisierung bedeutet noch mehr einfluß auf die regierung, gleichzeitig mehr beschädigung der demokratie!

      Antworten
      • Richard Ott
        Richard Ott sagte:

        @foxxly

        “bei dem beschleunigten umbau der gesellschaft und wirtschaft, ist es wohl absicht, dass viele klein- und mittelbetriebe, zu gunsten der großen, nicht überleben.”

        Genau. Für Amazon, Google, Netflix und Konsorten läuft es doch super – und mit denen können Politiker auch viel einfacher über Zuwendungen verhandeln (wobei mittlerweile nicht mehr ganz klar ist, wer da eigentlich wen zu Zugeständnissen erpressen kann, wenn es hart auf hart kommt…) als mit irgendwelchen kleinen Handerwerksmeistern aus dem Urnenpöbel, die nichtmal richtig gendern und auch keine interessanten und angemessen dotierten Pöstchen für die Anschlussverwendung entsorgter Politiker anzubieten haben.

      • troodon
        troodon sagte:

        @Richard Ott
        “Für Amazon, Google, Netflix und Konsorten läuft es doch super – und mit denen können Politiker auch viel einfacher über Zuwendungen verhandeln (wobei mittlerweile nicht mehr ganz klar ist, wer da eigentlich wen zu Zugeständnissen erpressen kann, wenn es hart auf hart kommt…) als mit irgendwelchen kleinen Handerwerksmeistern aus dem Urnenpöbel, die nichtmal richtig gendern und auch keine interessanten und angemessen dotierten Pöstchen für die Anschlussverwendung entsorgter Politiker anzubieten haben.”
        Da stimmen wir überein.
        Deshalb sollte der Lockdown in der AKTUELLEN Form auch NICHT verlängert werden.

      • Dietmar Tischer
        Dietmar Tischer sagte:

        @ Richard Ott, @ troodon

        Es erfolgt ein Umbau, d’accord.

        @ Richard Ott

        Sie fallen auf foxxly rein, obwohl auch Sie gemerkt haben, dass der keinen blassen Schimmer von der Realität hat.

        Der Umbau wird NICHT absichtlich von der Regierung betrieben, damit nur wenige GROSSE Unternehmen übrig bleiben, mit denen man einfacher und schneller VERHANDELN kann.

        Denn wer AUCH übrig bleiben würde, sind die WÄHLER.

        Wenn zu viele kleine Unternehmen und deren Mitarbeiter über die Wupper gehen, dann bekommt die Politiker, die gerade an der Macht sind – und das können theoretisch die jeder Partei sein – ein Riesenproblem:

        ABWAHL, i. e. ENTMACHTUNG.

        Amazon ist daher für die Politik auch ohne die Pandemie ein PROBLEM, weil es tendenziell den Einzelhandel dezimiert mit Folgeproblemen insbesondere für die Innenstädte.

        Beispiel eines großen HIESIGEN Unternehmens:

        Die BMW Group hatte 2020 insgesamt einen Absatzrückgang von 8,4 % zu verzeichnen. Während der Absatz in Europa und Amerika zweistellig eingebrochen ist, konnte er in China um 7,4 % zulegen. Damit absorbiert das Land mehr als einem Drittel des weltweiten Absatzes.

        Wenn DIESER Absatz und entsprechend der von Audi, Daimler und VW in China dramatisch einbrechen würde, sei es, weil China oder eine deutsche Regierung es will, dann kommt es zu Massenentlassungen weit über München hinaus und dann kann JEDE Regierung die schicken Verkäuferinnen aus der Münchener Maximilianstraße oder der Kö in Düsseldorf bei der Arbeitsagentur empfangen.

        Weil man das NICHT will, genauso WENIG wie das, was Amazon bewirkt, geht man DIFFERENZIERT mit den großen Unternehmen um.

        Einfacher Verhandeln zu könnnen, steht da NICHT ganz oben auf der Agenda.

        Einfach mal die Scheuklappen ablegen.

        @ troodon

        >Deshalb sollte der Lockdown in der AKTUELLEN Form auch NICHT verlängert werden.>

        Wenn er nicht verlängert werden sollte, dann NICHT aus den Gründen, die R. Ott nennt – einfacheres Verhandeln von Zuwendungen –, sondern weil zu viele KLEINERE Unternehmen in die Insolvenz rutschen und damit nicht zu kompensierende Arbeitslosigkeit weit über das Ende der Pandemie hinaus geschaffen wird.

      • Richard Ott
        Richard Ott sagte:

        @Herr Tischer

        “Wenn zu viele kleine Unternehmen und deren Mitarbeiter über die Wupper gehen, dann bekommt die Politiker, die gerade an der Macht sind – und das können theoretisch die jeder Partei sein – ein Riesenproblem”

        Nö, wieso? Die werden dann alle Lager-Einräumer bei Amazon oder Paket-Ausfahrer bei DHL. (also die ehemaligten Beschäftigten bei den kleinen Unternehmen, nicht die Politiker…) Wenn es kein Handwerk und keinen Einzelhandel vor Ort mehr gibt, muss die Internet-Bestell-Logistik noch viel größer werden.

        “Einfacher Verhandeln zu könnnen, steht da NICHT ganz oben auf der Agenda. Einfach mal die Scheuklappen ablegen.”

        Es ist schon ein bisschen mehr als nur “einfacher verhandeln können”. Wieso sollten sich Politiker um die Probleme des Provinz-Pöbels (englisch “deplorables”, deutsch “Dunkeldeutschland”) überhaupt kümmern? Das sie sich in Berlin, Brüssel, London und Washington DC nicht dafür interessieren, haben wir in den letzten Jahren oft genug gesehen. Einfach mal die Illusionen und die Sonntagsreden mit der Realität abgleichen.

      • troodon
        troodon sagte:

        @Dietmar Tischer
        ” weil zu viele KLEINERE Unternehmen in die Insolvenz rutschen und damit nicht zu kompensierende Arbeitslosigkeit weit über das Ende der Pandemie hinaus geschaffen wird.”
        Korrekt, mein “Deshalb” war falsch.

      • troodon
        troodon sagte:

        @Richard Ott
        “Einfach mal die Illusionen und die Sonntagsreden mit der Realität abgleichen.”
        NOCH ist aber die Masse nicht betroffen. Das ist ein gewaltiger Unterschied zu einer Situation mit z.B. 15-20% offizieller Arbeitslosenquote statt aktuell noch nur 5,9%.

      • Dietmar Tischer
        Dietmar Tischer sagte:

        @ Richard Ott, @ troodon

        >Das sie sich in Berlin, Brüssel, London und Washington DC nicht dafür interessieren, haben wir in den letzten Jahren oft genug gesehen.>

        RICHTIG:

        Sie haben sich nicht oder zumindest nicht hinreichend dafür interessiert.

        In WELCHEM Maß die Verantwortlichen es ZUKÜNFTIG tun werden, bleibt abzuwarten.

        Die LAGE ist jedenfalls schon mehr als potenziell DRAMATISCH.

        Ein Blick über den Atlantik genügt, um das zu erkennen.

        Vor der Pandemie hatten die USA die GERINGSTE Arbeitslosigkeit (3,9%) nach WKII mit Paket-Ausfahrern, bei McDonalds Beschäftigten, in den schlecht bezahlten Dienstleistungsberufen Tätigen …

        VOLLBESCHÄFTIGUNG also – und doch hatte die Hälfte der Bevölkerung Trump gewählt und den Regierenden (Obama-Nachfolgerin Clinton, Demokraten) einen mehr als herben Denkzettel verpasst.

        Die Folgen sind zu besichtigen.

        Es ist eher schlechter als besser geworden, was etwas, aber nicht gänzlich der Pandemie zuzurechnen ist.

        Meine Meinung:

        a) Die führenden Politiker unserer Parteien KENNEN das Problem, auch die Ausprägungen. Wir haben z. B. einen Ost-Beauftragten.

        b) Schon eine sich bei – sagen wir – 10% verfestigende Arbeitslosenquote würde bei vielen Politikern durchweg aller Parteien als KATASTROPHE verstanden werden (Schröder hatte vor 20 Jahren schon mit dieser Arbeitslosenquote zu tun, musste sie aber nicht als Katastrophe begreifen. Heute, auch nach der Pandemie, ist das anders.)

        c) Ich weiß nicht WANN, WAS und WIE – bin aber SICHER, dass die SCHÄDEN, die ein Lockdown im heutigen Umfang bis Ostern bewirken würde, eine ANDERE Republik hinterließen.

        Dabei rede ich noch nicht einmal von dem, was dann evtl. von außerhalb Eurozone/EU hereinschwappen könnte.

        d) Meine Überzeugung ist, dass die Regierenden, die ab Sept. an die Macht kommen – egal, in welcher Parteienkonstellation und mit welchen Führungsfiguren –, die sich DANN auftürmenden Probleme NICHT auf einem die Gesellschaft zum BESSEREN führenden, d. h. auf einem sie stabilisierenden Weg lösen können.

        e) Es wird aber vermutlich auch nicht alles zusammenfallen – der Staat/die Staaten können bis auf weiteres über BELIEBIGE Mengen Geld verfügen. Der dafür erforderliche Mechanismus mit integrierter Notenbankfinanzierung funktioniert wie geschmiert.

      • Dr. Lucie Fischer
        Dr. Lucie Fischer sagte:

        @Dietmar Tischer, 13:40
        Lieber , sehr geehrter Herr Tischer,
        Sie gehen davon aus, dass Politiker Wähler fürchten- können Sie sich vorstellen, dass Politiker in Post-Demokratien vor dem Wählervotum KEINE Angst mehr haben, weil- nur als Beispiel, das ich 2021 möglich halte – Wahlen / Virusbedingt/ einfach verschoben werden? unlimited, wie z.B. aktuel der “Lock-down”. ( googeln Sie mal den neurologischen Begriff “locked-in-Syndrom” , kein Zufall, die zynische Wortwahl) .
        Durch meine Arbeit in Psychiatrischen Kliniken bin ich davon überzeugt, dass es Menschen gibt, die ganz bewusst, ohne Schuldgefühle, ihren destruktiven Impulsen nachgehen und das zu rationaliseren wissen- vor Gerichten und späteren Gutachtern, mein Job. Da sitzen dann ganz geordnete, intelligente, ” normale” Typen in Anzügen , die plaudern und Komplimente machen, dabei haben sie- keineswegs im Affekt- ihre Partnerin getötet oder Kleinkinder sexuell missbraucht . Vorsätzlich, ohne von RA von Schirach beschriebenen Feinheiten. Es finden sich in deren Denken dann Abwehrmechanismen, die als ” Spaltung” bezeichnet werden, die aber erfolgreiche soziale Anpassung & Aufstieg ermöglichen. Sie hören Mozart ,besuchen ( mit neuer Freundin/ die keine Ahnung hat) die Oper oder gehen auf Rock-Konzerte. Sie berechnen und organisieren umsichtig / ohne Konflikte / ihre Taten.
        Richter können´s oft , nicht verstehen. Dass die Davos -Gruppe ganz dezidierte globale Pläne hat, ist in Schwabs Buch ” Der grosse Umbruch” finden, ich lese es gerade.
        Und wissenschaftlich-VORSÄTZLICHEN Betrug habe ich an der Freiburger Uniklinik /renommierte Ärzte & ” Forscher”/ life erlebt:
        da schwebten Prof. Mertelsman mit Bach & Hermann in blütenweissen Chefarztkitteln über die Flure, gefolgt von ehrfürchtigen Assistezärzten mit kurzlaufenden Verträgen, die in den Seminaren keinen kritischen Muks machten-
        Die Forschungen: Fake, Konsequenzen: Null, Schaden für Patienten: maximal.
        Ich konnte damals meinen ” bullshit-detector” fortbilden, war aber als Konsiliarin unabhängig genug, um meine Ansichten zu vertreten. ( Ich würde lieber bei Aldi freundlich an der Kasse als mich solchen Hierarchieen zu unterwerfen).
        Wenn es um Macht, Geld und Karriere geht, werden von solchen Menschen keine Regeln oder Gesetze befolgt, die gehen immer davorn aus, nicht erwischt zu werden und verhalten sich arrogant/ verächtlich/ gegenüber den “kleinen Leuten”.
        Und, weil ich darauf wette, dass auch der Drosten-PCR-Test ein für Deutschland ( weil Haftung, wer sonst!) ein globaler Skandal & finanzielle Katastrophe wird, gestern gefunden bei Dr. Markus Krall:
        https://2020 news.de/20-gegen-drosten-neues-kapitel-im-retraction-prozess/

        Rechtsanwalt Dr. Reiner Fuellmich wird gegen das RKI & Drosten klagen, die ausführlichen Begründugen finden Sie auf Youtube. Der menschliche und ökonomische Schaden ist aber irreversibel.

      • namor
        namor sagte:

        Ich habe mir gestern den Wikieintrag zu Epstein durchgelesen. Ein Greenberg hatte ihn entdeckt. Greenberg suchte PSD “Poor-Smart- Desire to become rich”.
        Vielleicht sucht der Geheimdienst ja auch so ähnlich PSD 2.0 “Pädo-Smart-Desire to not become arrested” (wobei jede potentiell länger drohende Haft reicht, Pädo nur pars pro toto wegen Epstein). Und schon hat man Marionetten am Global Chessboard, ein paar Renteanlagen zum verwalten, ein paar Geheimdiensttipps um zb Wirecard zu shorten und zack haben die Marionetten Durchschlagskraft.

        FAANG sind der Jackpot für einen Geheimdienst, Zahlungsströme, Kommunikation, anrüchige Suchanfragen, Alexa, … man braucht keine Tonnen an Papier mehr, keine Techniker die Telefonhörer verwanzen mit dem Risiko des entdeckt werdens, etc. Nein man verdient noch Geld damit. Und als Jackpot-Zusatzzahl kann man noch Propaganda in nie dagewesenen Ausmaß betreiben. Die negativen Bidenvideos verschwinden von Youtube, Reichweitenstarke Opposition wird gesperrt, Suchergebnisse werden gerankt – keine unerwünschten Coronastudien mehr auf den ersten Ergebnisseiten. Nun noch die FAANG kontrollieren, am besten wenn man schon früh die seine PSD dort positioniert und dafür sorgt, dass sich diese Unternehmen durchsetzen.

        Der WK hat 70Mio Tote gefordert, schon Metternich hatte in jeder nennenswerten Lokalzeitung einen Mitarbeiter gestellt, der kontrollierte aber auch gratis mitarbeitete und deshalb wohl gelitten war. Man muss sich nichts vormachen, Macht ist skrupellos.

        Buffet hat recht, “Wir/Sie haben gewonnen.” Ob Buffet wirklich zum innern Zirkel gehört, ich denke eher nicht.

      • Dietmar Tischer
        Dietmar Tischer sagte:

        @ Dr. Lucie Fischer

        Ich glaube NICHT, dass HEUTE Politiker Angst vor dem Wählervotum haben.

        Sie müssen hart arbeiten (in die „richtige“ Richtung), damit es nicht zu ihren Ungunsten aus dem Ruder läuft.

        Machen sie, siehe CDU/CSU:

        16% AfD für den Bundestag nach dem Migrationsdesaster 2015 haben diese beiden Parteien relativ schnell auf Linie gebracht, das Thema zu entschärfen.

        Ist bis auf weiteres gelungen.

        Richtschnur:

        Die MASSE macht’s.

        Es ist die Masse der KLEINEN Leute.

        WIE es in POST-Demokratien sein wird, weiß ich nicht.

        Ich kann mir aber VORSTELLEN, dass sich Menschen soweit aufgegeben haben könnten, dass sie sich rundum OHNE Widerstand „füttern“ lassen mit BGE u. dgl.

        Bis DAHIN – das ist die FRAGE.

        Es wird hinter den Kulissen gerechnet und kalkuliert, sicher auch zu der Frage, an die ich überhaupt noch nicht gedacht habe und die Sie aufwerfen:

        Wahlen, es wären erst einmal Landtagswahlen, mit der Lockdown-Begründung zu verschieben suchen?

        Mein Gefühl sagt mir:

        Nach HEUTIGEM Stand (Ansteckungen) gäbe es ein riesiges Geschrei.

        Ich würde es aber auch NICHT als TOTAL abwegig ausschließen.

        Ihr letzter Punkt:

        Ich habe KEINE praktische Erfahrung mit Gerichtssälen und mit Strafprozessen schon gar nicht.

        Daher kann ich zu dem, was Sie berichten, nichts sagen – weder bestätigen, noch widersprechen.

        Ich befasse mich jedoch mit INTENTION, das heißt dem unserem Wollen ABSTRAKT hinterlegtem BEABSICHTIGEN, was dem Kontext nach etwas anderes ist als das RECHTLICH bedeutsame VORSÄTZLICH.

        Dabei tauche ich auch in die Neurologie ein, d. h. in die Libet-Experimente und folgende, sowie damit zusammenhängend in die Thematik der Willensfreiheit, die wir uns INTUITIV als im Bewusstsein ERFAHRBARE Freiheit bedingungslosen Handelnkönnens zuschreiben.

        Das beiseitegelassen, glaube ich:

        Ja, Menschen können RATIONAL motiviert BETRÜGEN.

        Ich bin aber mehr denn je überzeugt, gerade auch mit Blick auf die Neurologie, dass viel, wenn nicht das allermeiste aufgrund von EMOTIONALEM Antrieb erfolgt.

        Wir drapieren es allerdings als rational, d. h, rationalisieren, um uns verständigen zu können.

        Meine „Heldin“ diesbezüglich ist die Medea in der Tragödie des Euripides:

        Vierfache Mörderin, eingeschlossen ihre zwei Kinder.

        Warum das?

        Ihr Mann sich von ihr getrennt und eine andere geheiratet, banale Geschichte an sich.

        Aber nicht für sie, weil eine Frau, die in “Liebesglut” entbrannt ist, das nicht mal eben so durchgehen lässt.

        Sie tötet ihn nicht, sondern sorgt mit GEZIELTER Rache – Emotionalität ODER Rationalität? – dafür, dass er, der griechischen Elite angehörend, den Rest seines Lebens kinderlos im Land umherbetteln muss.

        Nach den Morden emigriert sie auch noch unbestraft und wird First Lady in Athen.

        Das ist der Schock für JEDEN Rationalisten, für die in den Logos vernarrten Griechen der Antike sowieso.

        Ich argumentiere zwar RATIONAL, um zu klären.

        Aber an RATIONALES Handeln glaube ich immer weniger, auch bei den Betrügern.

        Auch hier:

        Wir müssen rationalisieren, um erklären zu können und erklären können, um zu wissen und wissen, um BEURTEILEN und gegebenenfalls auch VERURTEILEN zu können.

      • Richard Ott
        Richard Ott sagte:

        @namor, Dr. Fischer

        “Ich habe mir gestern den Wikieintrag zu Epstein durchgelesen. Ein Greenberg hatte ihn entdeckt. Greenberg suchte PSD „Poor-Smart- Desire to become rich“.
        Vielleicht sucht der Geheimdienst ja auch so ähnlich PSD 2.0 „Pädo-Smart-Desire to not become arrested“ (wobei jede potentiell länger drohende Haft reicht, Pädo nur pars pro toto wegen Epstein)”

        Zum Thema Psychopathen und dem Erpressungspotential von Pädo-Kompromat habe ich eine kleine Anekdote:

        Vor einigen Jahren hatte ich “dank” einiger gemeinsamer Bekannter aus Studienzeiten und dem Facebook-Algorithmus eine Diskussion mit einem Herrn namens “Alexander Djerassi”, trotz fast noch jugendlichen Alters war der eine Zeit lang in einflussreicher Position in einer Abteilung des amerikanischen Außenministeriums (Chef des “Bureau of Near Eastern Affairs”, zuständig für den Nahen Osten, inklusive Syrien und Libyen) unter der damaligen Außenministerin Hillary Clinton. Der Typ blieb mir in Erinnerung, weil er selbst für US-Außenpolitik-Verhältnisse ganz außergewöhlich dumm und selbstgerecht auftrat und meine Aufzählung aller Misserfolge in der amerikanischen Libyen-Intervention mit den immer gleichen Phrasen beantwortete und weiter stur als außenpolitischen Erfolg der US-Regierung verkaufen wollte. Ich sagte ihm, er sei geradezu schockierend inkompetent, er antwortete mir, ich sei eine der unangenehmsten Personen mit denen er je geredet hätte (was mir damals sehr geschmeichelt hat).

        Damals fragte ich mich, wie so eine offensichtliche Pfeife im US-Außenministerium Abteilungsleiter werden konnte, dachte mir aber, tja, so ist halt die amerikanische Politik.

        Im Sommer 2020 las ich dann zufällig diese Meldung:

        https://www.zerohedge.com/political/hillary-clinton-gave-ghislaine-maxwells-nephew-very-powerful-position-state-department

        Alexander Djerassi ist der Neffe von Ghislane Maxwell, und die wiederum war bekanntlich die Freundin/Gespielin/Rekrutierin neuer minderjähriger Opfer für Jeffrey Epstein und dessen illustre Gäste auf der Pädo-Insel, zu denen bekanntlich auch Hillary Clintons Ehemann Bill mehrfach gehörte, zu seinen US-Präsidentenzeiten sogar unerhörterweise ohne die sonst übliche Eskorte aus Personenschützern des US Secret Service.

        Sicher alles nur ein verrückter Zufall.

      • Thomas M.
        Thomas M. sagte:

        @Hr. Tischer:
        Sie schreiben: “Aber an RATIONALES Handeln glaube ich immer weniger, auch bei den Betrügern.”

        Studieren Sie ein bisschen die Sozialpsychologie. Experimente noch und nöcher zum Thema. Danach brauchen Sie nicht mehr glauben, sondern *wissen*, dass der Mensch nicht rational, sondern oft rationalisierend ist.

        Ein schönes Beispiel: Sind Sie mal auf einer Demo gegen oder für irgendwas mitgelaufen? Falls ja: Haben Sie da auch was an sich selbst gemerkt? Wer frei und möglichst neutral denken will, sollte Gruppen fernbleiben! Hat schon seinen Grund, warum die Führer ihre Leute gerne in Uniformen und soziale Programme stecken.

      • Dietmar Tischer
        Dietmar Tischer sagte:

        @ Thomas M.

        Nein, nicht noch Sozialpsychologie.

        Glaube es Ihnen auch so.

        Ich war auf einer einzigen Demo in meinem Leben und das war auf einer gegen den Vietnam-Krieg.

        Meine Erinnerung daran:

        Wir, viele gleichaltrige draft dodgers, die aus den Staaten emigriert waren,
        haben uns als FREI empfunden und – so meine ich – auch überwiegend
        NEUTRAL gedacht – GEDACHT, ohne Steine in der Hand.

        Die einzige Uniform waren wohl die langen Haare.

      • Richard Ott
        Richard Ott sagte:

        @Herr Tischer

        “VOLLBESCHÄFTIGUNG also – und doch hatte die Hälfte der Bevölkerung Trump gewählt und den Regierenden (Obama-Nachfolgerin Clinton, Demokraten) einen mehr als herben Denkzettel verpasst. Die Folgen sind zu besichtigen.”

        Da sehen Sie, dass insbesondere gefeuerte Arbeitnehmer aus nicht mehr existirenden, früher gutbezahlten Industriejobs wie im deindustrialisierten amerikainischen “Rust Belt” nicht besoders zufrieden damit sind, wenn sie eine Anschlussverwendung als Amazon-Lagerist, Mc-Jobber oder Walmart-Tütenpacker bekommen. Und auch ohne diesen Hintergrund sind die Arbeitsbedingungen und die Bezahlung mehrerer kleiner einfacher Dienstleistungsjobs nicht so gut als dass Sie damit Unterstützer der Wirtschaftspolitik unserer transnatioalen Globalisierer produzieren – die sitzen alle in den wirtschaftlichen Zentren der Ostküste und Westküste, in London und Frankfurt oder gleich bei der Regierung in den jeweiligen Hauptstädten.

        Das gibt noch eine große Überraschung für die Grünen, wenn die ihre Deindustrialisierungskampagne weiter durchziehen, insbesondere in den Braunkohle-Regionen – falls es tatsächlich soweit kommt.

        “a) Die führenden Politiker unserer Parteien KENNEN das Problem, auch die Ausprägungen. Wir haben z. B. einen Ost-Beauftragten.”

        Haben Sie schonmal ein Interview mit dem Ost-Beauftragten gelesen? Dieser Marco Wanderwitz (der Mann heißt wirklich so) ist ein Totalausfall. Er scheint zu glauben, dass er mit Wählerbeschimpfung irgendwen überzeugen könnte, seine letzter großer Beitrag zur Interessenvertretung des Ostens war die These, dass ein hoher Wähleranteil für die böse AfD in einer Region der Grund für hohe Corona-Inzidenzzahlen sei. Das die ersten betroffenen Landkreise (übrigens auch in Bayern, was nun wirklich keine AfD-Hochburg ist) alle an der Grenze zu Tschechien lagen, wo es schon im Oktober eine Infektionswelle gab, interessiert ihn nicht. Gibt in Berlin und bei den Gesinnungsmedien sicher viel Applaus für solchen Blödsinn, für den Osten selbst bringt das überhaupt nichts. Der Wanderwitz müsste es eigentlich besser wissen, er stammt aus Hohenstein-Ernstthal, aber langjähige CDU-Sozialisiation hat offensichtlich seinen Kontakt zur Realität zerstört und jetzt ist er einer von Muttis vielen Speichelleckern.

        https://www.n-tv.de/politik/Haben-AfD-Hochburgen-mehr-Corona-Faelle-article22215253.html

        Der Vorgänger von Wanderwitz als Ostbeauftragter wurde übrigens von Merkel rausgeschmissen, weil er im Februar Kemmerich gratuliert hatte, nachdem der zum Ministerpräsidenten in Thüringen gewählt wurde. Das gefiel der großen Vorsitzenden gar nicht, Sie wissen ja, dieses Wahlergebnis war “unverzeihlich” und musste unbedingt rückgängig gemacht werden. Ein völlig nachvollziehbarer Vorgang, aber nur dann, wenn man den “Demokratie”-Begriff der SED zugrunde legt.

      • Thomas M.
        Thomas M. sagte:

        @Hr. Tischer: Verstehe :) Ich war übrigens auch nur einmal auf einer Demo; gegen Studiengebühren (ziemlich lahm im Vergleich zu Ihrer…). War halbherzig bei der Sache, weil ich eh fast fertig studiert hatte. Wir wurden dann irgendwann von der Polizei gestoppt. (Ich war in einem Abschnitt, der den vorgeschriebenen Pfad verlassen hatte – wusste ich zu dem Zeitpunkt nicht einmal.) Als man so eingekesselt da stand, lag schon was in der Luft und ich begreife seit damals das Wort “Kampfeslust”. Es ist tatsächlich ein Lust-Gefühl. Ist aber nix passiert: Wir waren sicherlich nicht ansatzweise verzweifelt, als dass wir uns blaue Flecken geholt hätten.

        @Hr. Ott: “Wanderwitz”… das sind die Momente, in denen ich denke, wir sitzen alle in einer scripted Reality-Show.

      • Dietmar Tischer
        Dietmar Tischer sagte:

        @ Richard Ott

        >Da sehen Sie, dass insbesondere gefeuerte Arbeitnehmer aus nicht mehr existirenden, früher gutbezahlten Industriejobs wie im deindustrialisierten amerikainischen „Rust Belt“ nicht besoders zufrieden damit sind, wenn sie eine Anschlussverwendung als…>

        GENAU DAS ist doch meine Rede, wieder und wieder:

        Wenn die Menschen, eben auch die VERSCHULDETEN Privaten ihre gut bezahlten Jobs verlieren, dann wird es DRAMATISCH – auch wenn der Sozialstaat sie alimentiert.

        Die Schufa sagt nein zum nächsten Kredit, dann muss das Auto verkauft werden und die Eigentumswohnung ist auch weg, schon davor oder erst danach spielt keine Rolle, wenn sie weg ist, ist sie weg.

        Das ist das DYNAMIT, das sich POLITISCH entwickelt.

        Überall ist das so, in USA am offensichtlichsten, weil am weitesten vorangeschritten und nur von Träumern wie Frau Baerbock nicht begriffen:

        Was soll ein Recht auf Arbeit wert sein, wenn die Menschen keine LEBENSPERSPEKTIVE haben?

        Es ist ALLES wert, wenn die Menschen am Verhungern sind.

        Es ist NICHTS wert, wenn sie am Verlieren sind.

        Der OSTBEAUFTRAGTE der Regierung ist eine ALIBIFIGUR.

        Könnte man die tatsächlichen oder die aus überhöhten Ansprüchen resultierenden Probleme LÖSEN, bräuchte man keinen Ostbeauftragten.

        Umkehrschluss:

        Man braucht ihn, weil man die Probleme NICHT lösen kann.

        So sieht’s aus.

        Ist allerdings mit einem FEHLER behaftet:

        REALISTISCHE Sicht der Dinge.

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