<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	
	>
<channel>
	<title>
	Kommentare zu: The Telegraph: Sind die Euro-Notenbanken insolvent?	</title>
	<atom:link href="https://think-beyondtheobvious.com/stelters-lektuere/the-telegraph-sind-die-euro-notenbanken-insolvent/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>https://think-beyondtheobvious.com/stelters-lektuere/the-telegraph-sind-die-euro-notenbanken-insolvent/</link>
	<description>Daniel Stelter ist die unabhängige Stimme zur Finanzkrise</description>
	<lastBuildDate>Tue, 14 Mar 2017 17:55:32 +0000</lastBuildDate>
	<sy:updatePeriod>
	hourly	</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>
	1	</sy:updateFrequency>
	<generator>https://wordpress.org/?v=5.9.16</generator>
	<item>
		<title>
		Von: GeorgQuaas		</title>
		<link>https://think-beyondtheobvious.com/stelters-lektuere/the-telegraph-sind-die-euro-notenbanken-insolvent/#comment-22935</link>

		<dc:creator><![CDATA[GeorgQuaas]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 14 Mar 2017 17:55:32 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://think-beyondtheobvious.com/?post_type=stelterslektuere&#038;p=6843#comment-22935</guid>

					<description><![CDATA[Hier das Beispiel, das mir vorschwebte. 

Im ifo-Schnelldienst 23/2014, S. 3-4 widerlegt Hans-Werner Sinn die Selbstfinanzierungsthese, jedenfalls behauptet er das. Hier seine Argumentation:

„Gesetzt den Fall, wir erhöhen die Staatsausgaben permanent um ΔG, was das Sozialprodukt gemäß der keynesianischen Multiplikatorformel um ΔY vergrößert. Wenn t, 0 &#060; t &#060; 1, der marginale Steuersatz bezüglich des Sozialprodukts (oder Volkseinkommens) ist, steigt der Strom des Steueraufkommens T gemäß der Formel

(1) ΔT = t ΔY. 

Mit dem keynesianischen Multiplikator für Staatsausgabenerhöhungen m wird diese Formel zu 

(2) ΔT = t m ΔG.

Dabei gilt, wie sich leicht zeigen lässt,… 

(3) m = 1/(1 – (1 – t) c), 

wobei c, 0 &#060; c &#060; 1, die marginale Konsumquote der Haushalte bezüglich ihres verfügbaren Einkommens nach Steuern ist. 

In dem so spezifizierten keynesianischen Modell kann es nicht zu einer Selbstfinanzierung der Staatsausgaben kommen. Vielmehr gilt ΔT  0 für jede Periode, während Y auf dem neuen, um ΔY höheren Niveau verbleibt. Da die Schulden pro Periode um das Defizit steigen, wächst die Schuldenquote im Zeitablauf grenzenlos an. 

Beweis

Wegen (2) ist ΔT &#060; ΔG gleichbedeutend mit 

(4) t m &#060; 1. 

Das ist wegen (3) genau dann der Fall, wenn 

(5) t &#060; 1 – (1 – t)c 

bzw. 

(6) t &#060; 1 – c + c t

bzw. 

(7) t (1 – c) &#060; 1 – c

bzw., wie schon angenommen,

(8) t &#060; 1,

qed.“

Herr Sinn hätte beweisen müssen, dass stets ΔT &#060; ΔG gilt. Wie man sieht, ist das der erste Satz seines „Beweises“. Er steckt also hinein, was er rausbekommen will. Der zweite Fehler passiert mit (4). Diese Gleichung folgt aus – nichts. Darüber hinaus ist sie falsch. Empirisch ist die marginale Konsumneigung c in Deutschland im Durchschnitt etwa 0,9, der Multiplikator also 10. Die von Sinn implizit unterstellte Flattaxrate t ist ca. 0,15. Folglich ist t m nicht kleiner, sondern größer als 1. Richtig unverschämt ist dann das stolze „q.e.d.“ am Ende dieses verunglückten Beweises, als ob man in der Ökonomik dieselbe Stringenz erlangen kann wie in der Mathematik. 

Das Wort „primitiv“ mag nicht ganz zutreffend sein, aber es war die mildeste Qualifizierung, die mir dazu eingefallen ist.   

Da ich Herrn Sinn natürlich auch sehr schätze (besonders „Kaltstart“), habe ich dann versucht, diese Überlegungen mit etwas mehr Theorie und Empirie durchzuführen – mit einem völlig anderen Ergebnis (Wirtschaftsdienst 2015/15,350-358).]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Hier das Beispiel, das mir vorschwebte. </p>
<p>Im ifo-Schnelldienst 23/2014, S. 3-4 widerlegt Hans-Werner Sinn die Selbstfinanzierungsthese, jedenfalls behauptet er das. Hier seine Argumentation:</p>
<p>„Gesetzt den Fall, wir erhöhen die Staatsausgaben permanent um ΔG, was das Sozialprodukt gemäß der keynesianischen Multiplikatorformel um ΔY vergrößert. Wenn t, 0 &lt; t &lt; 1, der marginale Steuersatz bezüglich des Sozialprodukts (oder Volkseinkommens) ist, steigt der Strom des Steueraufkommens T gemäß der Formel</p>
<p>(1) ΔT = t ΔY. </p>
<p>Mit dem keynesianischen Multiplikator für Staatsausgabenerhöhungen m wird diese Formel zu </p>
<p>(2) ΔT = t m ΔG.</p>
<p>Dabei gilt, wie sich leicht zeigen lässt,… </p>
<p>(3) m = 1/(1 – (1 – t) c), </p>
<p>wobei c, 0 &lt; c &lt; 1, die marginale Konsumquote der Haushalte bezüglich ihres verfügbaren Einkommens nach Steuern ist. </p>
<p>In dem so spezifizierten keynesianischen Modell kann es nicht zu einer Selbstfinanzierung der Staatsausgaben kommen. Vielmehr gilt ΔT  0 für jede Periode, während Y auf dem neuen, um ΔY höheren Niveau verbleibt. Da die Schulden pro Periode um das Defizit steigen, wächst die Schuldenquote im Zeitablauf grenzenlos an. </p>
<p>Beweis</p>
<p>Wegen (2) ist ΔT &lt; ΔG gleichbedeutend mit </p>
<p>(4) t m &lt; 1. </p>
<p>Das ist wegen (3) genau dann der Fall, wenn </p>
<p>(5) t &lt; 1 – (1 – t)c </p>
<p>bzw. </p>
<p>(6) t &lt; 1 – c + c t</p>
<p>bzw. </p>
<p>(7) t (1 – c) &lt; 1 – c</p>
<p>bzw., wie schon angenommen,</p>
<p>(8) t &lt; 1,</p>
<p>qed.“</p>
<p>Herr Sinn hätte beweisen müssen, dass stets ΔT &lt; ΔG gilt. Wie man sieht, ist das der erste Satz seines „Beweises“. Er steckt also hinein, was er rausbekommen will. Der zweite Fehler passiert mit (4). Diese Gleichung folgt aus – nichts. Darüber hinaus ist sie falsch. Empirisch ist die marginale Konsumneigung c in Deutschland im Durchschnitt etwa 0,9, der Multiplikator also 10. Die von Sinn implizit unterstellte Flattaxrate t ist ca. 0,15. Folglich ist t m nicht kleiner, sondern größer als 1. Richtig unverschämt ist dann das stolze „q.e.d.“ am Ende dieses verunglückten Beweises, als ob man in der Ökonomik dieselbe Stringenz erlangen kann wie in der Mathematik. </p>
<p>Das Wort „primitiv“ mag nicht ganz zutreffend sein, aber es war die mildeste Qualifizierung, die mir dazu eingefallen ist.   </p>
<p>Da ich Herrn Sinn natürlich auch sehr schätze (besonders „Kaltstart“), habe ich dann versucht, diese Überlegungen mit etwas mehr Theorie und Empirie durchzuführen – mit einem völlig anderen Ergebnis (Wirtschaftsdienst 2015/15,350-358).</p>
]]></content:encoded>
		
			</item>
		<item>
		<title>
		Von: Renée Menéndez		</title>
		<link>https://think-beyondtheobvious.com/stelters-lektuere/the-telegraph-sind-die-euro-notenbanken-insolvent/#comment-22674</link>

		<dc:creator><![CDATA[Renée Menéndez]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 02 Mar 2017 16:34:17 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://think-beyondtheobvious.com/?post_type=stelterslektuere&#038;p=6843#comment-22674</guid>

					<description><![CDATA[Als Antwort auf &lt;a href=&quot;https://think-beyondtheobvious.com/stelters-lektuere/the-telegraph-sind-die-euro-notenbanken-insolvent/#comment-22612&quot;&gt;Renée Menéndez&lt;/a&gt;.

@Bagehot

Sie haben ein gutes und zutreffendes Referat über die Abläufe bei einer T2-Transaktion geliefert, sich aber der eigentlichen Frage - namentlich meine No. 2 - nicht gestellt. Sie behandeln die Transaktion BI -&#062; EZB -&#062; BB im Hinblick auf die strukturelle Komponente wie eine normale inländische Überweisung, bei der das &#039;settlement&#039; durch die Zentralbank vorgenommen wird. Im Inlandsfall handelt es sich dabei um das Zusammenspiel der Nicht-Zentralbankebene mit der Zentralbank, wobei der Transfer des Geldes üblicherweise durch eine Umbuchung auf den Zentralbankkonten der beteiligten Geschäftsbanken erfolgt. Diese strukturelle Hierarchie ist auf der Ebene der T2-Transaktion nicht gegeben, denn hier handelt es sich um Abgleichungsprozesse zwischen Zentralbanken.

Immerhin hat mich Ihr Kommentar auf eine Idee gebracht, die ich in den nächsten Tagen auf meinem Blog vorstellen möchte. Insofern muß ich Sie an dieser Stelle noch vertrösten...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Als Antwort auf <a href="https://think-beyondtheobvious.com/stelters-lektuere/the-telegraph-sind-die-euro-notenbanken-insolvent/#comment-22612">Renée Menéndez</a>.</p>
<p>@Bagehot</p>
<p>Sie haben ein gutes und zutreffendes Referat über die Abläufe bei einer T2-Transaktion geliefert, sich aber der eigentlichen Frage &#8211; namentlich meine No. 2 &#8211; nicht gestellt. Sie behandeln die Transaktion BI -&gt; EZB -&gt; BB im Hinblick auf die strukturelle Komponente wie eine normale inländische Überweisung, bei der das &#8216;settlement&#8217; durch die Zentralbank vorgenommen wird. Im Inlandsfall handelt es sich dabei um das Zusammenspiel der Nicht-Zentralbankebene mit der Zentralbank, wobei der Transfer des Geldes üblicherweise durch eine Umbuchung auf den Zentralbankkonten der beteiligten Geschäftsbanken erfolgt. Diese strukturelle Hierarchie ist auf der Ebene der T2-Transaktion nicht gegeben, denn hier handelt es sich um Abgleichungsprozesse zwischen Zentralbanken.</p>
<p>Immerhin hat mich Ihr Kommentar auf eine Idee gebracht, die ich in den nächsten Tagen auf meinem Blog vorstellen möchte. Insofern muß ich Sie an dieser Stelle noch vertrösten&#8230;</p>
]]></content:encoded>
		
			</item>
		<item>
		<title>
		Von: Christian Müller		</title>
		<link>https://think-beyondtheobvious.com/stelters-lektuere/the-telegraph-sind-die-euro-notenbanken-insolvent/#comment-22651</link>

		<dc:creator><![CDATA[Christian Müller]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 01 Mar 2017 18:39:24 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://think-beyondtheobvious.com/?post_type=stelterslektuere&#038;p=6843#comment-22651</guid>

					<description><![CDATA[Wenn Italien austritt, wird die BdI ihre Verpflichtungen bei der EZB in neue Lira umschreiben, da schliesslich auch ihre Aktiva (italienische Staatsanleihen) in neue Lira umgeschrieben werden.  Sie wird also versuchen, den voraussichtlichen Abwertungsverlust weiterzureichen.
Die Frage wird sein, wer den Abwertungsverlust trägt. Man wird versuchen, ihn den Kapitalfluchtkontoinhabern weiterzureichen. Das wird vermutlich nicht so einfach sein, aber es ist der einzige gangbare Weg. Kapitalverkehrskontrollen sind hierfür natürlich Voraussetzung.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wenn Italien austritt, wird die BdI ihre Verpflichtungen bei der EZB in neue Lira umschreiben, da schliesslich auch ihre Aktiva (italienische Staatsanleihen) in neue Lira umgeschrieben werden.  Sie wird also versuchen, den voraussichtlichen Abwertungsverlust weiterzureichen.<br />
Die Frage wird sein, wer den Abwertungsverlust trägt. Man wird versuchen, ihn den Kapitalfluchtkontoinhabern weiterzureichen. Das wird vermutlich nicht so einfach sein, aber es ist der einzige gangbare Weg. Kapitalverkehrskontrollen sind hierfür natürlich Voraussetzung.</p>
]]></content:encoded>
		
			</item>
		<item>
		<title>
		Von: Dietmar Tischer		</title>
		<link>https://think-beyondtheobvious.com/stelters-lektuere/the-telegraph-sind-die-euro-notenbanken-insolvent/#comment-22641</link>

		<dc:creator><![CDATA[Dietmar Tischer]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 01 Mar 2017 13:22:58 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://think-beyondtheobvious.com/?post_type=stelterslektuere&#038;p=6843#comment-22641</guid>

					<description><![CDATA[Als Antwort auf &lt;a href=&quot;https://think-beyondtheobvious.com/stelters-lektuere/the-telegraph-sind-die-euro-notenbanken-insolvent/#comment-22637&quot;&gt;Bagehot&lt;/a&gt;.

Das habe ich doch gesagt und begründet.
 
&#062;Der Brexit ist ein FAKTISCHES Beispiel für einen eruptiven Austritt.

Die Regierung in GB hat nicht gesagt, wir verhandeln mit den anderen EU-Ländern einmal darüber, wie wir einen Austritt organisieren können und was nach einem Austritt aus der EU wäre –und entscheiden DARAUFHIN, ob wir austreten oder nicht.&#062;

Letzteres wäre kein eruptiver Austritt, weil ALLES, auch der Austritt selbst, am Ende aufgrund von RATIONAL zustande gekommenen Erwägungen entschieden  würde. 

Der Brexit ist eindeutig nicht derart erfolgt. 

Dass NACHDEM er beschlossen wurde, verhandelt wird, weil das in den Verträgen so vorgesehen und auch rational ist, kann doch nicht darüber hinweg täuschen, dass er quasi aus dem NICHTS kam: Cameron hielt die Abstimmung darüber für politisch opportun und deshalb kam es, wie es gekommen ist – Brexit als ENTSCHEIDUNG durch eine Volksabstimmung OHNE monatelange Verhandlungen darüber, ob es ihn gibt oder nicht.  

Sagen Sie mir doch bitte einmal, wer darüber verhandelt hat, dass es einen Brexit als ENTSCHEIDUNG für den Austritt geben oder nicht geben solle. Meines Wissens hat niemand darüber verhandelt. 

Warum soll das in Italien bezüglich des Austritts aus der Eurozone nicht möglich sein?

Weil es nicht rational wäre?

Glauben Sie weiter, was Sie glauben wollen.

Was den Austritt aus der Eurozone betrifft, gibt es keine Vereinbarungen für einen direkten Austritt und Verhandlungen danach. Ich bestreite nicht, dass trotzdem mit großer Energie versucht würde, durch abgestimmtes Vorgehen das Allerschlimmste zu verhindern. Allerdings würden die Kapitalmärkte auf den Austritt Italiens aus der Eurozone sehr viel massiver reagieren, als beim Brexit. Dies, weil die italienische Bevölkerung viel erratischer reagieren würde als die in GB beim Brexit bisher reagiert hat. Ich meine damit nicht die Mentalität der Italiener, sondern ihr Verhalten z. B. bezüglich von Kapitalverkehrskontrollen und anderer Maßnahmen, die Italien verhängen würde. 

Er wäre  meiner Differenzierung entsprechend ein eruptives Ereignis soweit es die ENTSCHEIDUNG für einen Austritts betrifft und vermutlich ein deutlich eruptiveres als beim Brexit bezüglich der FOLGEN, wenn es zu einer solchen Entscheidung käme.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Als Antwort auf <a href="https://think-beyondtheobvious.com/stelters-lektuere/the-telegraph-sind-die-euro-notenbanken-insolvent/#comment-22637">Bagehot</a>.</p>
<p>Das habe ich doch gesagt und begründet.</p>
<p>&gt;Der Brexit ist ein FAKTISCHES Beispiel für einen eruptiven Austritt.</p>
<p>Die Regierung in GB hat nicht gesagt, wir verhandeln mit den anderen EU-Ländern einmal darüber, wie wir einen Austritt organisieren können und was nach einem Austritt aus der EU wäre –und entscheiden DARAUFHIN, ob wir austreten oder nicht.&gt;</p>
<p>Letzteres wäre kein eruptiver Austritt, weil ALLES, auch der Austritt selbst, am Ende aufgrund von RATIONAL zustande gekommenen Erwägungen entschieden  würde. </p>
<p>Der Brexit ist eindeutig nicht derart erfolgt. </p>
<p>Dass NACHDEM er beschlossen wurde, verhandelt wird, weil das in den Verträgen so vorgesehen und auch rational ist, kann doch nicht darüber hinweg täuschen, dass er quasi aus dem NICHTS kam: Cameron hielt die Abstimmung darüber für politisch opportun und deshalb kam es, wie es gekommen ist – Brexit als ENTSCHEIDUNG durch eine Volksabstimmung OHNE monatelange Verhandlungen darüber, ob es ihn gibt oder nicht.  </p>
<p>Sagen Sie mir doch bitte einmal, wer darüber verhandelt hat, dass es einen Brexit als ENTSCHEIDUNG für den Austritt geben oder nicht geben solle. Meines Wissens hat niemand darüber verhandelt. </p>
<p>Warum soll das in Italien bezüglich des Austritts aus der Eurozone nicht möglich sein?</p>
<p>Weil es nicht rational wäre?</p>
<p>Glauben Sie weiter, was Sie glauben wollen.</p>
<p>Was den Austritt aus der Eurozone betrifft, gibt es keine Vereinbarungen für einen direkten Austritt und Verhandlungen danach. Ich bestreite nicht, dass trotzdem mit großer Energie versucht würde, durch abgestimmtes Vorgehen das Allerschlimmste zu verhindern. Allerdings würden die Kapitalmärkte auf den Austritt Italiens aus der Eurozone sehr viel massiver reagieren, als beim Brexit. Dies, weil die italienische Bevölkerung viel erratischer reagieren würde als die in GB beim Brexit bisher reagiert hat. Ich meine damit nicht die Mentalität der Italiener, sondern ihr Verhalten z. B. bezüglich von Kapitalverkehrskontrollen und anderer Maßnahmen, die Italien verhängen würde. </p>
<p>Er wäre  meiner Differenzierung entsprechend ein eruptives Ereignis soweit es die ENTSCHEIDUNG für einen Austritts betrifft und vermutlich ein deutlich eruptiveres als beim Brexit bezüglich der FOLGEN, wenn es zu einer solchen Entscheidung käme.</p>
]]></content:encoded>
		
			</item>
		<item>
		<title>
		Von: Bagehot		</title>
		<link>https://think-beyondtheobvious.com/stelters-lektuere/the-telegraph-sind-die-euro-notenbanken-insolvent/#comment-22637</link>

		<dc:creator><![CDATA[Bagehot]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 01 Mar 2017 12:01:28 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://think-beyondtheobvious.com/?post_type=stelterslektuere&#038;p=6843#comment-22637</guid>

					<description><![CDATA[@ Tischer

&quot;Der Brexit ist ein FAKTISCHES Beispiel für einen eruptiven Austritt.&quot;

Wie bitte?

Eine Eruption ist für mich ein Vulkanausdruch. Das wäre nun das genaue Gegenteil von dem, was beim Brexit abläuft.

Als erstes hat die britische Regierung ein Referendum angesetzt. Die Abstimmung im Juni 2016 ging freilich anders aus als der gute Herr Cameron sich das vorgestellt hatte. Darauf hin trat der Premier zurück. Und es kam eine neue Regierung ins Amt - ganz nach den Spielregeln einer Demokratie.

Mehrere Monate lang wurde diskutiert, wie der Brexit denn vonstatten gehen soll. Im Januar 2017 verkündigte die neue Premierministerin Theresa May, dass der formelle Austrittsprozess bis Ende März gestartet werden solle. Danach muss dann laut den EU-Verträgen zwei Jahre lang über die Modalitäten verhandelt werden. 

Der Brexit wird also frühestens rund drei Jahre nach dem Referendum stattfinden - nach einem sorgfältigen, langwierigen, koordinierten, organisierten und abgestimmten Vorgehen. 

Ungefähr so stelle ich mir den Austritt eines Euro-Landes aus der Währungsunion vor. Nur dass dies wohl etwas länger als beim Brexit dauern könnte. 

Vulkanausbruch? Wo sehen Sie da einen Vulkanausbruch?]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>@ Tischer</p>
<p>&#8220;Der Brexit ist ein FAKTISCHES Beispiel für einen eruptiven Austritt.&#8221;</p>
<p>Wie bitte?</p>
<p>Eine Eruption ist für mich ein Vulkanausdruch. Das wäre nun das genaue Gegenteil von dem, was beim Brexit abläuft.</p>
<p>Als erstes hat die britische Regierung ein Referendum angesetzt. Die Abstimmung im Juni 2016 ging freilich anders aus als der gute Herr Cameron sich das vorgestellt hatte. Darauf hin trat der Premier zurück. Und es kam eine neue Regierung ins Amt &#8211; ganz nach den Spielregeln einer Demokratie.</p>
<p>Mehrere Monate lang wurde diskutiert, wie der Brexit denn vonstatten gehen soll. Im Januar 2017 verkündigte die neue Premierministerin Theresa May, dass der formelle Austrittsprozess bis Ende März gestartet werden solle. Danach muss dann laut den EU-Verträgen zwei Jahre lang über die Modalitäten verhandelt werden. </p>
<p>Der Brexit wird also frühestens rund drei Jahre nach dem Referendum stattfinden &#8211; nach einem sorgfältigen, langwierigen, koordinierten, organisierten und abgestimmten Vorgehen. </p>
<p>Ungefähr so stelle ich mir den Austritt eines Euro-Landes aus der Währungsunion vor. Nur dass dies wohl etwas länger als beim Brexit dauern könnte. </p>
<p>Vulkanausbruch? Wo sehen Sie da einen Vulkanausbruch?</p>
]]></content:encoded>
		
			</item>
		<item>
		<title>
		Von: Dietmar Tischer		</title>
		<link>https://think-beyondtheobvious.com/stelters-lektuere/the-telegraph-sind-die-euro-notenbanken-insolvent/#comment-22636</link>

		<dc:creator><![CDATA[Dietmar Tischer]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 01 Mar 2017 10:50:39 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://think-beyondtheobvious.com/?post_type=stelterslektuere&#038;p=6843#comment-22636</guid>

					<description><![CDATA[@ Bagehot

&#062;Eine Auflösung des Euro-Systems ist nur in organisierter, koordinierter und mit allen Beteiligten abgesprochener Form möglich. Sonst bricht an den Finanzmärkten das absolute Chaos aus mit völlig unabsehbaren Konsequenzen.&#062;

Das ist Ihre Logik – und sie ist ein Glaubensbekenntnis, nichts weiter. 

Ihre Begründung, dass die Konsequenzen die Auflösung des Euro-Systems verhindern könnten, ist jedenfalls REINES Wunschdenken, bestenfalls Hoffnung. 

Die Konsequenzen können nicht verhindern, dass es geschehen kann und möglicherweise auch geschieht. 

Was hätte es nicht alles nicht geben dürfen, wenn diese Begründung richtig wäre – keinen einzigen Krieg hätte es gebe dürfen. 

In Griechenland hat die Mehrheit der Bevölkerung – demokratisch übrigens –  dafür gestimmt, das Rettungspaket nicht anzunehmen und damit auch die Konsequenzen eines daraufhin möglich gewesenen Austritts zumindest implizit akzeptiert. 

Die Auflösung des Euro-Systems ist AUCH eruptiv möglich.

Der Brexit ist ein FAKTISCHES Beispiel für einen eruptiven Austritt.

Die Regierung in GB hat nicht gesagt, wir verhandeln mit den anderen EU-Ländern einmal darüber, wie wir einen Austritt organisieren können und was nach einem Austritt aus der EU wäre –und entscheiden DARAUFHIN, ob wir austreten oder nicht.  

Selbstverständlich sind die Konsequenzen eines Austritts aus der Eurozone chaotisch und unabsehbar. Wir müssen nicht darüber streiten, dass sie anders als im Falle der EU gerade für die Eurozone chaotisch und unabsehbar sein würden, weil die Finanzmärkte sofort extrem darauf reagierten. Kapitalverkehrskontrollen würden das Chaos m. A. n. nicht wirklich bändigen.

Selbstverständlich werden deshalb die Vernünftigen zu vermeiden trachten, dass es geschieht. Le Pen und Wilders werden trotz großer Stimmengewinne nicht an die Macht kommen. Aber durch ihre Stimmengewinne und die relative Macht, die sie gewinnen, werden sie das Regieren der Vernünftigen – „Notkoalitionen“ an sich gegensächlicher Parteien – erschweren, was wiederum nicht einschätzbare Reaktionen hervorrufen kann …

Wenn es doch zu einem Austritt bzw. einem Zusammenbruch kommt, wird selbstverständlich versucht werden, das Chaos durch Kooperation unter Kontrolle zu bringen. Ich sage auch nicht, dass man einen eruptiven Austritts Griechenlands nicht so in den Griff bekommen kann, dass das restliche Euro-System überleben kann. Italien ist allerdings eine andere Hausnummer.

Kurzum:

Ich habe nie einen eruptiven Zerfall der Eurozone prognostiziert und noch nicht einmal eine geordnete Auflösung empfohlen. Ich habe gesagt, dass die Kosten des Austretens und des Dabeibleibens (Dauertransfers) abzuwägen sind und DANN zu entscheiden ist, wobei ich auch darauf verwiesen habe, dass wir den Dauertransfers auch bei einem Austritt bzw. Zerfall nicht entkommen können. Sie wären uns allerdings nicht mehr RECHTLICH aufzuoktroyieren. 

Meine Meinung ist, dass es zu einem POLITISCH gewollten Austritt bzw. Zerfall kommen kann und vermutlich auch kommen wird.

Das schließen jedenfalls auch Leute wie W. Buiter, alles andere als ein Leichtgewicht, nicht aus.  

Und wenn Draghi den Brief schreibt, auf den Sie verwiesen haben, dann schließt der das auch nicht aus. 

Was Leute wie Buiter tun und diskutieren:

Was geschehe bzw. zu tun wäre, WENN der Austritt bzw. die Auflösung ERFOLGT ist.

Sie empfehlen nicht, DASS er bzw. sie herbeizuführen sind und  sie diskutieren nicht darüber, WIE sie HERBEIZUFÜHREN sind.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>@ Bagehot</p>
<p>&gt;Eine Auflösung des Euro-Systems ist nur in organisierter, koordinierter und mit allen Beteiligten abgesprochener Form möglich. Sonst bricht an den Finanzmärkten das absolute Chaos aus mit völlig unabsehbaren Konsequenzen.&gt;</p>
<p>Das ist Ihre Logik – und sie ist ein Glaubensbekenntnis, nichts weiter. </p>
<p>Ihre Begründung, dass die Konsequenzen die Auflösung des Euro-Systems verhindern könnten, ist jedenfalls REINES Wunschdenken, bestenfalls Hoffnung. </p>
<p>Die Konsequenzen können nicht verhindern, dass es geschehen kann und möglicherweise auch geschieht. </p>
<p>Was hätte es nicht alles nicht geben dürfen, wenn diese Begründung richtig wäre – keinen einzigen Krieg hätte es gebe dürfen. </p>
<p>In Griechenland hat die Mehrheit der Bevölkerung – demokratisch übrigens –  dafür gestimmt, das Rettungspaket nicht anzunehmen und damit auch die Konsequenzen eines daraufhin möglich gewesenen Austritts zumindest implizit akzeptiert. </p>
<p>Die Auflösung des Euro-Systems ist AUCH eruptiv möglich.</p>
<p>Der Brexit ist ein FAKTISCHES Beispiel für einen eruptiven Austritt.</p>
<p>Die Regierung in GB hat nicht gesagt, wir verhandeln mit den anderen EU-Ländern einmal darüber, wie wir einen Austritt organisieren können und was nach einem Austritt aus der EU wäre –und entscheiden DARAUFHIN, ob wir austreten oder nicht.  </p>
<p>Selbstverständlich sind die Konsequenzen eines Austritts aus der Eurozone chaotisch und unabsehbar. Wir müssen nicht darüber streiten, dass sie anders als im Falle der EU gerade für die Eurozone chaotisch und unabsehbar sein würden, weil die Finanzmärkte sofort extrem darauf reagierten. Kapitalverkehrskontrollen würden das Chaos m. A. n. nicht wirklich bändigen.</p>
<p>Selbstverständlich werden deshalb die Vernünftigen zu vermeiden trachten, dass es geschieht. Le Pen und Wilders werden trotz großer Stimmengewinne nicht an die Macht kommen. Aber durch ihre Stimmengewinne und die relative Macht, die sie gewinnen, werden sie das Regieren der Vernünftigen – „Notkoalitionen“ an sich gegensächlicher Parteien – erschweren, was wiederum nicht einschätzbare Reaktionen hervorrufen kann …</p>
<p>Wenn es doch zu einem Austritt bzw. einem Zusammenbruch kommt, wird selbstverständlich versucht werden, das Chaos durch Kooperation unter Kontrolle zu bringen. Ich sage auch nicht, dass man einen eruptiven Austritts Griechenlands nicht so in den Griff bekommen kann, dass das restliche Euro-System überleben kann. Italien ist allerdings eine andere Hausnummer.</p>
<p>Kurzum:</p>
<p>Ich habe nie einen eruptiven Zerfall der Eurozone prognostiziert und noch nicht einmal eine geordnete Auflösung empfohlen. Ich habe gesagt, dass die Kosten des Austretens und des Dabeibleibens (Dauertransfers) abzuwägen sind und DANN zu entscheiden ist, wobei ich auch darauf verwiesen habe, dass wir den Dauertransfers auch bei einem Austritt bzw. Zerfall nicht entkommen können. Sie wären uns allerdings nicht mehr RECHTLICH aufzuoktroyieren. </p>
<p>Meine Meinung ist, dass es zu einem POLITISCH gewollten Austritt bzw. Zerfall kommen kann und vermutlich auch kommen wird.</p>
<p>Das schließen jedenfalls auch Leute wie W. Buiter, alles andere als ein Leichtgewicht, nicht aus.  </p>
<p>Und wenn Draghi den Brief schreibt, auf den Sie verwiesen haben, dann schließt der das auch nicht aus. </p>
<p>Was Leute wie Buiter tun und diskutieren:</p>
<p>Was geschehe bzw. zu tun wäre, WENN der Austritt bzw. die Auflösung ERFOLGT ist.</p>
<p>Sie empfehlen nicht, DASS er bzw. sie herbeizuführen sind und  sie diskutieren nicht darüber, WIE sie HERBEIZUFÜHREN sind.</p>
]]></content:encoded>
		
			</item>
		<item>
		<title>
		Von: Bagehot		</title>
		<link>https://think-beyondtheobvious.com/stelters-lektuere/the-telegraph-sind-die-euro-notenbanken-insolvent/#comment-22633</link>

		<dc:creator><![CDATA[Bagehot]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 01 Mar 2017 08:24:12 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://think-beyondtheobvious.com/?post_type=stelterslektuere&#038;p=6843#comment-22633</guid>

					<description><![CDATA[Als Antwort auf &lt;a href=&quot;https://think-beyondtheobvious.com/stelters-lektuere/the-telegraph-sind-die-euro-notenbanken-insolvent/#comment-22627&quot;&gt;Dietmar Tischer&lt;/a&gt;.

@ Tischer

&quot;Sie gehen davon aus, dass nach einem Austritt bzw. nach einer Auflösung, die Dinge so geregelt werden wie in einem intakten System.
Das halte ich im vorliegenden Fall für völlig ausgeschlossen.&quot;

Ganz im Gegenteil halte ich dies für die einzig vernünftige Strategie und damit auch für relativ wahrscheinlich. 

Eine Auflösung des Euro-Systems ist nur in organisierter, koordinierter und mit allen Beteiligten abgesprochener Form möglich. Sonst bricht an den Finanzmärkten das absolute Chaos aus mit völlig unabsehbaren Konsequenzen. 

Verglichen mit einem unkontrolliertem Zerfall der Eurozone wäre Lehman ein Kindergeburtstag. Dies dürften auch die entschiedensten Gegner des Euros rasch einsehen, sobald sie an der Regierung sind. 

Voraussichtlich wird es nach der Wiedereinführung nationaler Währungen auch keine flexiblen Wechselkurse geben, zumindest nicht für die absehbare Zukunft. Die Freigabe der Wechselkurse würde zunächst eine sehr hohe, unberechenbare Volatilität hervorrufen, die niemand (außer Spekulanten) wünschen kann. 

Um dies zu verhindern, würden die europäischen Staaten vermutlich so etwas Ähnliches beschließen wie den Europäischen Wechselkursmechanismus (der von 1973 bis 1978 bestand) oder die europäische Währungsschlange (1979 bis 1998). 

Das heißt, es würden fixe Wechselkurse festgelegt, bei denen  allerdings gewisse Abweichungen erlaubt sind. Erst wenn die Kurse den fixierten Korridor verlassen, würden die Notenbanken  intervenieren (und zwar gemeinsam und abgestimmt). 

Selbst wenn die Regierungen sich nicht auf ein solches Wechselkurs-Regime einigen könnten (was ich für ziemlich unwahrscheinlich halte), könnte sich auch spontan eine Währungsschlange bilden.

In diesem Fall würden die kleineren Länder ihre Währungen an jene ihre wichtigsten Handelspartner binden. So ist die Dänische Krone heute fest liiert mit dem Euro, so wie sie es zuvor mit der D-Mark war. 

Es würde sich also rasch ein mitteleuropäischer Währungsblock bilden, zu dem neben Deutschland voraussichtlich die Benelux-Länder, Österreich, Tschechien, Polen und Dänemark gehören würden.

An diesen Block würden sich alsbald auch andere europäische Länder anflanschen. Über kurz oder lang hätten wir in Europa eine Art von neuer Gemeinschaftswährung - den &quot;Euro light&quot;

Durch alle Wirtschafts-Blogs rauscht die Vorstellung, nach der Auflösung des Euro würde es nationale Währungen geben, die frei gegeneinander ab- und aufwerten könnten. Ich halte dies für ein Ammenmärchen. Denn in der gesamten Geschichte hat es innerhalb Europas niemals freie Wechselkurse gegeben.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Als Antwort auf <a href="https://think-beyondtheobvious.com/stelters-lektuere/the-telegraph-sind-die-euro-notenbanken-insolvent/#comment-22627">Dietmar Tischer</a>.</p>
<p>@ Tischer</p>
<p>&#8220;Sie gehen davon aus, dass nach einem Austritt bzw. nach einer Auflösung, die Dinge so geregelt werden wie in einem intakten System.<br />
Das halte ich im vorliegenden Fall für völlig ausgeschlossen.&#8221;</p>
<p>Ganz im Gegenteil halte ich dies für die einzig vernünftige Strategie und damit auch für relativ wahrscheinlich. </p>
<p>Eine Auflösung des Euro-Systems ist nur in organisierter, koordinierter und mit allen Beteiligten abgesprochener Form möglich. Sonst bricht an den Finanzmärkten das absolute Chaos aus mit völlig unabsehbaren Konsequenzen. </p>
<p>Verglichen mit einem unkontrolliertem Zerfall der Eurozone wäre Lehman ein Kindergeburtstag. Dies dürften auch die entschiedensten Gegner des Euros rasch einsehen, sobald sie an der Regierung sind. </p>
<p>Voraussichtlich wird es nach der Wiedereinführung nationaler Währungen auch keine flexiblen Wechselkurse geben, zumindest nicht für die absehbare Zukunft. Die Freigabe der Wechselkurse würde zunächst eine sehr hohe, unberechenbare Volatilität hervorrufen, die niemand (außer Spekulanten) wünschen kann. </p>
<p>Um dies zu verhindern, würden die europäischen Staaten vermutlich so etwas Ähnliches beschließen wie den Europäischen Wechselkursmechanismus (der von 1973 bis 1978 bestand) oder die europäische Währungsschlange (1979 bis 1998). </p>
<p>Das heißt, es würden fixe Wechselkurse festgelegt, bei denen  allerdings gewisse Abweichungen erlaubt sind. Erst wenn die Kurse den fixierten Korridor verlassen, würden die Notenbanken  intervenieren (und zwar gemeinsam und abgestimmt). </p>
<p>Selbst wenn die Regierungen sich nicht auf ein solches Wechselkurs-Regime einigen könnten (was ich für ziemlich unwahrscheinlich halte), könnte sich auch spontan eine Währungsschlange bilden.</p>
<p>In diesem Fall würden die kleineren Länder ihre Währungen an jene ihre wichtigsten Handelspartner binden. So ist die Dänische Krone heute fest liiert mit dem Euro, so wie sie es zuvor mit der D-Mark war. </p>
<p>Es würde sich also rasch ein mitteleuropäischer Währungsblock bilden, zu dem neben Deutschland voraussichtlich die Benelux-Länder, Österreich, Tschechien, Polen und Dänemark gehören würden.</p>
<p>An diesen Block würden sich alsbald auch andere europäische Länder anflanschen. Über kurz oder lang hätten wir in Europa eine Art von neuer Gemeinschaftswährung &#8211; den &#8220;Euro light&#8221;</p>
<p>Durch alle Wirtschafts-Blogs rauscht die Vorstellung, nach der Auflösung des Euro würde es nationale Währungen geben, die frei gegeneinander ab- und aufwerten könnten. Ich halte dies für ein Ammenmärchen. Denn in der gesamten Geschichte hat es innerhalb Europas niemals freie Wechselkurse gegeben.</p>
]]></content:encoded>
		
			</item>
		<item>
		<title>
		Von: Dietmar Tischer		</title>
		<link>https://think-beyondtheobvious.com/stelters-lektuere/the-telegraph-sind-die-euro-notenbanken-insolvent/#comment-22628</link>

		<dc:creator><![CDATA[Dietmar Tischer]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 01 Mar 2017 00:38:48 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://think-beyondtheobvious.com/?post_type=stelterslektuere&#038;p=6843#comment-22628</guid>

					<description><![CDATA[@ Deutelmoser 

&#062; … aber in Demokratien ist es eigentlich auch so, dass es „offziell“ nicht möglich ist, dass – wie Herr Bohle richtig schreibt – die größte wirtschaftspolitische Frage unserer Zeit vollkommen außerhalb des demokratischen Rahmens verhandelt wird.&#062;

Die Auffassung, dass gegen den Willen des Volkes oder außerhalb des demokratisch Rahmens verhandelt oder entschieden würde, beruht auf einem Missverständnis.

In Demokratien wird Regierungen die Macht erteilt, im Rahmen des ihnen rechtlich Erlaubten ALLES zu verhandeln, was sie verhandeln wollen und Realität werden zu lassen, wenn sie die dafür erforderliche Mehrheit der Volksvertreter (Parlamente) erhalten. Was rechtlich erlaubt ist, ist manchmal strittig. Das wird dann im Karlsruhe beim BVerfG geklärt. 

Keine Regierung muss in diesem Prozess irgendwelche Fragen verhandeln – ich verstehe nicht, was das bedeuten soll –, Probleme zur Sprache bringen, Ratschläge einholen, das Volk zu irgendetwas zu bewegen etc.   

Es wird NIE gegen den Willen des Volkes entschieden.

Denn der WILLE des Volkes war – durch freie, geheime etc. Wahl MANIFESTIERT –, dass die Regierung (oder eine aufgrund des Wahlausgangs mögliche) qua Amt das tut, was sie wie oben gesagt für richtig hält.

Umfragen sind bedeutungslos, weil nicht bindend für die Regierung. Sie drücken die Meinung des Volkes aus, aber nicht seinen Willen. Dies auch dann nicht, wenn die Mehrheit zum Zeitpunkt der Umfrage eine andere Regierung wählen würde.

Wenn eine neue Regierung gewählt wird, wiederholt sich das Gesagte:

Es reiht sich Volkswille an Volkswille …

Das Drama ist ein anderes:

Es besteht darin, dass wir als Bürger sehr wichtige Fragen nicht so umfangreich und so kenntnisreich erörtern, dass a) die Regierungen nicht fortwährend mit vorgeschobenen Tatsachen oder durch Schweigen die Gründe ihres Handelns verschleiern können und b) sie nicht merken, was das Volk bewegt und was sie daher besser beachten sollten, wie sie was entscheiden, wenn sie nach den nächsten Wahlen noch an der Macht sein wollen. 

Deshalb werden in vielen Fällen von den Regierungen die unter den Umständen „bequemsten“ Entscheidungen getroffen, statt diejenigen, die aufgrund reflektierter Problematik vom Volk mehrheitlich seinem Interessenverständnis nach als die für es besten angesehen werden.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>@ Deutelmoser </p>
<p>&gt; … aber in Demokratien ist es eigentlich auch so, dass es „offziell“ nicht möglich ist, dass – wie Herr Bohle richtig schreibt – die größte wirtschaftspolitische Frage unserer Zeit vollkommen außerhalb des demokratischen Rahmens verhandelt wird.&gt;</p>
<p>Die Auffassung, dass gegen den Willen des Volkes oder außerhalb des demokratisch Rahmens verhandelt oder entschieden würde, beruht auf einem Missverständnis.</p>
<p>In Demokratien wird Regierungen die Macht erteilt, im Rahmen des ihnen rechtlich Erlaubten ALLES zu verhandeln, was sie verhandeln wollen und Realität werden zu lassen, wenn sie die dafür erforderliche Mehrheit der Volksvertreter (Parlamente) erhalten. Was rechtlich erlaubt ist, ist manchmal strittig. Das wird dann im Karlsruhe beim BVerfG geklärt. </p>
<p>Keine Regierung muss in diesem Prozess irgendwelche Fragen verhandeln – ich verstehe nicht, was das bedeuten soll –, Probleme zur Sprache bringen, Ratschläge einholen, das Volk zu irgendetwas zu bewegen etc.   </p>
<p>Es wird NIE gegen den Willen des Volkes entschieden.</p>
<p>Denn der WILLE des Volkes war – durch freie, geheime etc. Wahl MANIFESTIERT –, dass die Regierung (oder eine aufgrund des Wahlausgangs mögliche) qua Amt das tut, was sie wie oben gesagt für richtig hält.</p>
<p>Umfragen sind bedeutungslos, weil nicht bindend für die Regierung. Sie drücken die Meinung des Volkes aus, aber nicht seinen Willen. Dies auch dann nicht, wenn die Mehrheit zum Zeitpunkt der Umfrage eine andere Regierung wählen würde.</p>
<p>Wenn eine neue Regierung gewählt wird, wiederholt sich das Gesagte:</p>
<p>Es reiht sich Volkswille an Volkswille …</p>
<p>Das Drama ist ein anderes:</p>
<p>Es besteht darin, dass wir als Bürger sehr wichtige Fragen nicht so umfangreich und so kenntnisreich erörtern, dass a) die Regierungen nicht fortwährend mit vorgeschobenen Tatsachen oder durch Schweigen die Gründe ihres Handelns verschleiern können und b) sie nicht merken, was das Volk bewegt und was sie daher besser beachten sollten, wie sie was entscheiden, wenn sie nach den nächsten Wahlen noch an der Macht sein wollen. </p>
<p>Deshalb werden in vielen Fällen von den Regierungen die unter den Umständen „bequemsten“ Entscheidungen getroffen, statt diejenigen, die aufgrund reflektierter Problematik vom Volk mehrheitlich seinem Interessenverständnis nach als die für es besten angesehen werden.</p>
]]></content:encoded>
		
			</item>
		<item>
		<title>
		Von: Dietmar Tischer		</title>
		<link>https://think-beyondtheobvious.com/stelters-lektuere/the-telegraph-sind-die-euro-notenbanken-insolvent/#comment-22627</link>

		<dc:creator><![CDATA[Dietmar Tischer]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 01 Mar 2017 00:32:48 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://think-beyondtheobvious.com/?post_type=stelterslektuere&#038;p=6843#comment-22627</guid>

					<description><![CDATA[Als Antwort auf &lt;a href=&quot;https://think-beyondtheobvious.com/stelters-lektuere/the-telegraph-sind-die-euro-notenbanken-insolvent/#comment-22626&quot;&gt;Bagehot&lt;/a&gt;.

Danke für die Richtigstellung und Ihren Hinweis, dass genaues Lesen ungemein dem Verständnis hilft, unterschreibe ich blind. 

Sie sind um diese Zeit ganz offensichtlich besser drauf als ich. 

Ich frage anders:

Wenn die italienische ZB private Eigentümer hat, warum schreibt dann Draghi an irgendwelche Abgeordnete? 

Wenn schon, dann hätte er wohl an die Eigentümer schreiben müssen.

Sie sagen:

&#062;Den nötigen politischen Willen vorausgesetzt, können die Target-Verbindlichkeiten der Banca d’Italia eindeutig und vollständig erfüllt werden.&#062;

Also hängt es vom politischen Willen ab, ob die Verbindlichkeiten erfüllt werden oder nicht. 

Das meine ich ja auch, wenn ich vom Austritt aus der Eurozone bzw. deren Zerfall rede. 

Wenn das eine oder andere stattfindet aufgrund von demokratischen Mehrheitsentscheidungen, werden m. A. n. bei den hier in Rede stehenden Beträgen und anderen Umständen nicht mehr Privateigentümer darüber entscheiden, ob die Verpflichtungen erfüllt werden oder nicht. 

Es wird jedenfalls kein Rückzahlungsplan über die gesamten Verbindlichkeiten vereinbart werden, da bin ich sicher.

Es wird allerdings verhandelt und vermutlich auch vereinbart werden, in welcher Höhe und in welchem Modus Verbindlichkeiten erfüllt werden. Dies vermutlich zwischenstaatlich, wenn es keine Eurozone und keine EZB mehr gibt.

Mein Problem mit Ihren Darlegungen:

Sie gehen davon aus, dass nach einem Austritt bzw. nach einer Auflösung, die Dinge so geregelt werden wie in einem intakten System. 

Das halte ich im vorliegenden Fall für völlig ausgeschlossen.

Wo ich Ihnen zustimme:

Es wird konstruktives Verhalten geben, weil ohne dieses die Märkte noch grausamer als grausam reagieren würden. 

Das heißt aber nicht, dass alle Verbindlichkeiten beglichen würden.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Als Antwort auf <a href="https://think-beyondtheobvious.com/stelters-lektuere/the-telegraph-sind-die-euro-notenbanken-insolvent/#comment-22626">Bagehot</a>.</p>
<p>Danke für die Richtigstellung und Ihren Hinweis, dass genaues Lesen ungemein dem Verständnis hilft, unterschreibe ich blind. </p>
<p>Sie sind um diese Zeit ganz offensichtlich besser drauf als ich. </p>
<p>Ich frage anders:</p>
<p>Wenn die italienische ZB private Eigentümer hat, warum schreibt dann Draghi an irgendwelche Abgeordnete? </p>
<p>Wenn schon, dann hätte er wohl an die Eigentümer schreiben müssen.</p>
<p>Sie sagen:</p>
<p>&gt;Den nötigen politischen Willen vorausgesetzt, können die Target-Verbindlichkeiten der Banca d’Italia eindeutig und vollständig erfüllt werden.&gt;</p>
<p>Also hängt es vom politischen Willen ab, ob die Verbindlichkeiten erfüllt werden oder nicht. </p>
<p>Das meine ich ja auch, wenn ich vom Austritt aus der Eurozone bzw. deren Zerfall rede. </p>
<p>Wenn das eine oder andere stattfindet aufgrund von demokratischen Mehrheitsentscheidungen, werden m. A. n. bei den hier in Rede stehenden Beträgen und anderen Umständen nicht mehr Privateigentümer darüber entscheiden, ob die Verpflichtungen erfüllt werden oder nicht. </p>
<p>Es wird jedenfalls kein Rückzahlungsplan über die gesamten Verbindlichkeiten vereinbart werden, da bin ich sicher.</p>
<p>Es wird allerdings verhandelt und vermutlich auch vereinbart werden, in welcher Höhe und in welchem Modus Verbindlichkeiten erfüllt werden. Dies vermutlich zwischenstaatlich, wenn es keine Eurozone und keine EZB mehr gibt.</p>
<p>Mein Problem mit Ihren Darlegungen:</p>
<p>Sie gehen davon aus, dass nach einem Austritt bzw. nach einer Auflösung, die Dinge so geregelt werden wie in einem intakten System. </p>
<p>Das halte ich im vorliegenden Fall für völlig ausgeschlossen.</p>
<p>Wo ich Ihnen zustimme:</p>
<p>Es wird konstruktives Verhalten geben, weil ohne dieses die Märkte noch grausamer als grausam reagieren würden. </p>
<p>Das heißt aber nicht, dass alle Verbindlichkeiten beglichen würden.</p>
]]></content:encoded>
		
			</item>
		<item>
		<title>
		Von: Bagehot		</title>
		<link>https://think-beyondtheobvious.com/stelters-lektuere/the-telegraph-sind-die-euro-notenbanken-insolvent/#comment-22626</link>

		<dc:creator><![CDATA[Bagehot]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 28 Feb 2017 23:23:12 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://think-beyondtheobvious.com/?post_type=stelterslektuere&#038;p=6843#comment-22626</guid>

					<description><![CDATA[@ Tischer

Sie schreiben:

&quot;(...) dann erklären Sie mir bitte einmal, WARUM Draghi die Banca d`Italia darauf hingewiesen hat, dass sie den Target-Saldo ausgleichen MÜSSE.

Wenn ich Ihren Kommentar richtig verstehe, war das völlig überflüssig.&quot;

Lieber Herr Tischer,

genaues Lesen hilft ungemein dem Verständnis. Ich hatte nicht geschrieben, dass Draghi die BANCA D&#039;ITALIA ermahnt hätte. Sein Brief richtete sich vielmehr an ABGEORDNETE. (Dabei handelte es sich wohl,. wenn mir recht ist, um Politiker der Chaoten-Partei Cinque Stelle.)]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>@ Tischer</p>
<p>Sie schreiben:</p>
<p>&#8220;(&#8230;) dann erklären Sie mir bitte einmal, WARUM Draghi die Banca d`Italia darauf hingewiesen hat, dass sie den Target-Saldo ausgleichen MÜSSE.</p>
<p>Wenn ich Ihren Kommentar richtig verstehe, war das völlig überflüssig.&#8221;</p>
<p>Lieber Herr Tischer,</p>
<p>genaues Lesen hilft ungemein dem Verständnis. Ich hatte nicht geschrieben, dass Draghi die BANCA D&#8217;ITALIA ermahnt hätte. Sein Brief richtete sich vielmehr an ABGEORDNETE. (Dabei handelte es sich wohl,. wenn mir recht ist, um Politiker der Chaoten-Partei Cinque Stelle.)</p>
]]></content:encoded>
		
			</item>
		<item>
		<title>
		Von: Bagehot		</title>
		<link>https://think-beyondtheobvious.com/stelters-lektuere/the-telegraph-sind-die-euro-notenbanken-insolvent/#comment-22625</link>

		<dc:creator><![CDATA[Bagehot]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 28 Feb 2017 23:16:40 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://think-beyondtheobvious.com/?post_type=stelterslektuere&#038;p=6843#comment-22625</guid>

					<description><![CDATA[Mir will es in keiner Weise einleuchten, dass hier so vehement behauptet wird, die italienische Notenbank sei pleite. Würde Italien aus dem Eurosystem ausscheiden, würden die anderen Notenbanken auf Schulden in dreistelliger Milliarden-Höhe sitzen bleiben, behauptet der Chor aus Kassandras, Unken und Schwarzmalern. 

Diese Behauptung ist von der Wahrheit so weit entfernt wie Sizilien von Schleswig-Holstein. 

Den nötigen politischen Willen vorausgesetzt, können die Target-Verbindlichkeiten der Banca d’Italia eindeutig und vollständig erfüllt werden.  

Ein mögliches Modell wäre die Aufspaltung der Banca d‘Italia in eine Lira-Zentralbank und in eine Euro-Bank. 

Letztere würde unter anderem die Target-2-Verbindlichkeiten aufnehmen, die sich Ende 2015 auf exakt 248,6 Milliarden Euro beliefen.  

Auf der Aktivseite würde die neue Euro-Bank mit verwertbaren Assets der Banca d’Italia befüllt, als da wären Wertpapiere, Gold und Sonderziehungsrechte des IWF. 

Diese Vermögenswerte müssten fair zwischen der Lira- und der Euro-Bank aufgeteilt werden. Möglicherweise müsste das Portfolio der Euro-Bank auch einen gewissen Anteil an den Geschäftsbankkrediten der Banca d’Italia aufnehmen. 

Die neue Lira-Zentralbank wäre recht schlank aufgestellt. Sie hätte mit den Altlasten der Banca d’Italia aus den Euro-Zeiten nichts mehr zu tun. Das Management könnte sich voll auf die Einführung der neuen Lira konzentrieren – gewiss keine leichte Aufgabe

Die Euro-Bank aber würde sich vor allem mit der Verwertung der übernommenen Assets befassen. Aus den Erlösen könnten schrittweise die Euro-Altschulden der Banca d’Italia abgestottert werden. 

Dies dürfte freilich geraume Zeit dauern. Die Abwicklungsbank kann nicht plötzlich hunderte von Tonnen Gold auf den Markt werfen; das würde die Preise kaputt machen und die Erlöse gegen Null treiben.

Besonders diffizil dürfte sich der Verkauf der gewaltigen Menge an Staatsanleihen gestalten, die die Banca d’Italia heute in ihren Büchern hortet. Italien-Bonds notieren derzeit großenteils unter pari. Ein Verkauf würde daher Verluste bringen.

Aus diesem Grund halten Investoren solche Staatspapiere gerne bis zur Endfälligkeit. Werden die Papiere eingelöst, muss der Emittent in der Regel den Nominalwert zahlen.

Italienische Staatsanleihen haben oft extrem lange Laufzeiten bis zu 30 Jahren. Die Abwicklung der Euro-Bank und die völlige Rückerstattung der Target-Kredite können daher einige Jahrzehnte in Anspruch nehmen. 

Dies ist freilich nichts Außergewöhnliches, wie die fallierten deutschen Großbanken  West LB und Hypo Real Estate zeigen, für die im Zuge der Finanzkrise jeweils eine Bad Bank gegründet werden mussten. Es wird noch viele, viele Jahre dauern, bis diese beiden Abwicklungsinstitute ihre Tätigkeit werden einstellen können.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Mir will es in keiner Weise einleuchten, dass hier so vehement behauptet wird, die italienische Notenbank sei pleite. Würde Italien aus dem Eurosystem ausscheiden, würden die anderen Notenbanken auf Schulden in dreistelliger Milliarden-Höhe sitzen bleiben, behauptet der Chor aus Kassandras, Unken und Schwarzmalern. </p>
<p>Diese Behauptung ist von der Wahrheit so weit entfernt wie Sizilien von Schleswig-Holstein. </p>
<p>Den nötigen politischen Willen vorausgesetzt, können die Target-Verbindlichkeiten der Banca d’Italia eindeutig und vollständig erfüllt werden.  </p>
<p>Ein mögliches Modell wäre die Aufspaltung der Banca d‘Italia in eine Lira-Zentralbank und in eine Euro-Bank. </p>
<p>Letztere würde unter anderem die Target-2-Verbindlichkeiten aufnehmen, die sich Ende 2015 auf exakt 248,6 Milliarden Euro beliefen.  </p>
<p>Auf der Aktivseite würde die neue Euro-Bank mit verwertbaren Assets der Banca d’Italia befüllt, als da wären Wertpapiere, Gold und Sonderziehungsrechte des IWF. </p>
<p>Diese Vermögenswerte müssten fair zwischen der Lira- und der Euro-Bank aufgeteilt werden. Möglicherweise müsste das Portfolio der Euro-Bank auch einen gewissen Anteil an den Geschäftsbankkrediten der Banca d’Italia aufnehmen. </p>
<p>Die neue Lira-Zentralbank wäre recht schlank aufgestellt. Sie hätte mit den Altlasten der Banca d’Italia aus den Euro-Zeiten nichts mehr zu tun. Das Management könnte sich voll auf die Einführung der neuen Lira konzentrieren – gewiss keine leichte Aufgabe</p>
<p>Die Euro-Bank aber würde sich vor allem mit der Verwertung der übernommenen Assets befassen. Aus den Erlösen könnten schrittweise die Euro-Altschulden der Banca d’Italia abgestottert werden. </p>
<p>Dies dürfte freilich geraume Zeit dauern. Die Abwicklungsbank kann nicht plötzlich hunderte von Tonnen Gold auf den Markt werfen; das würde die Preise kaputt machen und die Erlöse gegen Null treiben.</p>
<p>Besonders diffizil dürfte sich der Verkauf der gewaltigen Menge an Staatsanleihen gestalten, die die Banca d’Italia heute in ihren Büchern hortet. Italien-Bonds notieren derzeit großenteils unter pari. Ein Verkauf würde daher Verluste bringen.</p>
<p>Aus diesem Grund halten Investoren solche Staatspapiere gerne bis zur Endfälligkeit. Werden die Papiere eingelöst, muss der Emittent in der Regel den Nominalwert zahlen.</p>
<p>Italienische Staatsanleihen haben oft extrem lange Laufzeiten bis zu 30 Jahren. Die Abwicklung der Euro-Bank und die völlige Rückerstattung der Target-Kredite können daher einige Jahrzehnte in Anspruch nehmen. </p>
<p>Dies ist freilich nichts Außergewöhnliches, wie die fallierten deutschen Großbanken  West LB und Hypo Real Estate zeigen, für die im Zuge der Finanzkrise jeweils eine Bad Bank gegründet werden mussten. Es wird noch viele, viele Jahre dauern, bis diese beiden Abwicklungsinstitute ihre Tätigkeit werden einstellen können.</p>
]]></content:encoded>
		
			</item>
		<item>
		<title>
		Von: Dietmar Tischer		</title>
		<link>https://think-beyondtheobvious.com/stelters-lektuere/the-telegraph-sind-die-euro-notenbanken-insolvent/#comment-22624</link>

		<dc:creator><![CDATA[Dietmar Tischer]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 28 Feb 2017 22:37:38 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://think-beyondtheobvious.com/?post_type=stelterslektuere&#038;p=6843#comment-22624</guid>

					<description><![CDATA[Als Antwort auf &lt;a href=&quot;https://think-beyondtheobvious.com/stelters-lektuere/the-telegraph-sind-die-euro-notenbanken-insolvent/#comment-22623&quot;&gt;Bagehot&lt;/a&gt;.

Ich bezweifle nicht Ihre Beschreibung der Folgen für die italienische ZB, wenn Italien aus der Eurozone austreten würde. 

&#062;Die Banca d’Italia sollte nicht einmal daran DENKEN, ihre Verpflichtungen gegenüber der EZB nicht zu erfüllen.&#062;

Das ist Ihre Empfehlung.

Frage:

Wenn Ihre sicher ernst zu nehmenden Gründe zutreffen und die sicher rational handelnden Verantwortlichen der italienischen ZB aufgrund dieser Gründe tatsächlich ihren Verpflichtungen der EZB gegenüber nachkommen WOLLEN – nur das kann ja die Schlussfolgerung Ihrer Darlegungen sein –, dann erklären Sie mir bitte einmal, WARUM Draghi die Banca d`Italia darauf hingewiesen hat, dass sie den Target-Saldo ausgleichen MÜSSE.  

Wenn ich Ihren Kommentar richtig verstehe, war das völlig überflüssig.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Als Antwort auf <a href="https://think-beyondtheobvious.com/stelters-lektuere/the-telegraph-sind-die-euro-notenbanken-insolvent/#comment-22623">Bagehot</a>.</p>
<p>Ich bezweifle nicht Ihre Beschreibung der Folgen für die italienische ZB, wenn Italien aus der Eurozone austreten würde. </p>
<p>&gt;Die Banca d’Italia sollte nicht einmal daran DENKEN, ihre Verpflichtungen gegenüber der EZB nicht zu erfüllen.&gt;</p>
<p>Das ist Ihre Empfehlung.</p>
<p>Frage:</p>
<p>Wenn Ihre sicher ernst zu nehmenden Gründe zutreffen und die sicher rational handelnden Verantwortlichen der italienischen ZB aufgrund dieser Gründe tatsächlich ihren Verpflichtungen der EZB gegenüber nachkommen WOLLEN – nur das kann ja die Schlussfolgerung Ihrer Darlegungen sein –, dann erklären Sie mir bitte einmal, WARUM Draghi die Banca d`Italia darauf hingewiesen hat, dass sie den Target-Saldo ausgleichen MÜSSE.  </p>
<p>Wenn ich Ihren Kommentar richtig verstehe, war das völlig überflüssig.</p>
]]></content:encoded>
		
			</item>
	</channel>
</rss>
