Mit Hunderten Milliarden in­effizient und in­effektiv gegen den Klimawandel

Die heiße Phase des Wahlkampfs: Zeit für Studien, die Stimmung machen. Letzten Freitag stellte ich die DIW-Studie zu den Klimaschutzaspekten der Wahlprogramme vor. Heute nun eine weitere, die aufzeigt, wie viel Geld wir mobilisieren müssen, um das Klima zu retten.

Auftraggeber der Studie ist unter anderem das Forum New Economy, was seit Jahren für mehr Staat, höhere Steuern und mehr Schulden wirbt. Das Forum kommentiert die Studie so:

“Wer auf die Wunderwirkung des Marktes setzt, wird die Frage nach den Kosten der Klimarettung einfach zu beantworten wissen: mit Verweis auf den Markt, der den CO2-Preis schon bestimmen wird. Dass es so einfach nicht ist, lassen all die Dinge vermuten, die zum Wirken des Marktes offenbar erst einmal gewährleistet sein müssen. Etwa eine Ladeinfrastruktur oder Anlagen zum Transport von Wasserstoff. Also Dinge, die aller Erfahrung nach dann doch öffentlich vorgelegt werden müssen. Auch scheint so manche private Investitionsentscheidung eingangs finanzielle Anreize zu brauchen. Umso bemerkenswerter ist, dass es bislang nur wenig Schätzungen darüber gab, was da an öffentlichem Finanzbedarf alles in allem auf Deutschland zukommt. Genau das versucht die Studie, die Tom Krebs und Janek Steitz im Auftrag von Forum New Economy und Agora Energiewende erstellt und diese Woche vorgestellt haben. Danach liegt der gesamte Bedarf über die nächsten zehn Jahre bei 460 Milliarden Euro, wenn bis dahin die verschärften Klimaziele erreicht werden sollen – deutlich mehr als andere Studien bislang veranschlagten. Allein in den nächsten fünf Jahren bräuchte es dafür bis zu drei Mal so viel Geld wie bisher von der Bundesregierung veranschlagt. Die Summe klingt ‘gigantisc’ (SPIEGEL), ist bei näherer Betrachtung aber vor allem eine Herausforderung für Fiskalregel-Fans. Aufs Jahr gerechnet geht es um 46 Milliarden Euro; das sind dann rund 1,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts – viel Geld, aber für ein Land wie Deutschland nicht umwerfend. Der Haken ist: Es ist nur halt mehr, als nach gängigem Verständnis die Schuldenbremse erlauben würde. Aber da muss man dann womöglich ran an die Regel, dafür werden wir ja das Klima jetzt nicht kollabieren lassen. Oder? Auflösung folgt – in Teil zwei der Studie. Demnächst.”

Kleine Anmerkung von bto an dieser Stelle: stimmt, 46 Milliarden sind nicht viel, kommt halt nur on top zu anderen Ausgabenpositionen. Und der Klimakollaps kommt unabhängig von dem, was wir hier so tun.

Einer der Autoren ist Tom Krebs, SPD-naher Ökonom, den ich schon vor einigen Wochen mit seinen Überlegungen an dieser Stelle kommentierte:
“Sozial-liberale Klimapolitik” als Prog­ramm der De­industria­lisierung?

Damit wissen wir auch, was die Studie ergeben wird: Der Staat muss viel Geld ausgeben, um ein großes Problem zu verhindern. Und dafür müssen die “Reichen” bezahlen und natürlich müssen wir endlich Schulden machen. Das habe ich jetzt geschrieben, bevor ich die Studie gelesen habe.

  • In der Studie ‘Klimaneutrales Deutschland 2045’ wurde ein ambitionierter und umsetzbarer Transformationspfad für Deutschland entwickelt, dessen Implementierung eine THG-Minderung in Höhe der neuen Ziele der Bundesregierung bewirkt. Diese THG-Minderungsziele können jedoch nur mit einer modernen Klimapolitik erreicht werden, in dessen Zentrum die Ausweitung der gesamtwirtschaftlichen Investitionen in klimaneutrale Infrastrukturen und Technologien in den Bereichen Energie, Industrie, Verkehr, Gebäude und Landwirtschaft steht. Denn ein klimaneutrales Wirtschaften wird nur möglich sein, wenn der Kapitalstock der deutschen Volkwirtschaft durch Klimainvestitionen schrittweise hin zur Klimaneutralität modernisiert wird. Darüber hinaus stärken solche Zukunftsinvestitionen die Wachstumspotenziale und schaffen gut bezahlte Arbeitsplätze. Anders gesagt: Klimainvestitionen legen den Grundstein für ökologisch nachhaltiges Wachstum und verbinden so Klimaschutz mit Wohlstand.“ – bto: Die hier genannte Studie wird uns in Kürze noch beschäftigen. Was wir hier haben, ist die selbstreferenzielle Arbeitsweise. Man zitiert sich gegenseitig und bleibt in seiner Blase. Tatsächlich wurde als Referenz an dieser Stelle bereits auf das oben besprochene Papier von Krebs verwiesen. Man behauptet also jeweils gegenseitig alles richtig zu machen.
  • „(…) öffentliche Investitionen in klimafreundliche Infrastruktur sind in vielen Bereichen eine Voraussetzung für die erfolgreiche Umsetzung privater Klimainvestitionen – ohne öffentliche Klimainvestitionen wird es in vielen Bereichen keine privaten Klimainvestitionen geben. Zudem ist die zielgenaue öffentliche Förderung privater Klimainvestitionen ein zentrales Politikinstrument, weil sich die Nutzung klimafreundlicher Zukunftstechnologien, die zur Erreichung der vereinbarten THG-Minderungen notwendig ist, oftmals aus betriebswirtschaftlicher Sicht noch nicht lohnt. Eine solche Klimapolitik, welche – neben der Bepreisung von CO2-Emmisssionen – die Infrastrukturpolitik (öffentliche Klimainvestitionen) und Industriepolitik (Förderung privater Klimainvestitionen) in den Mittelpunkt rückt, ist ökonomisch sinnvoll und gesamtgesellschaftlich wünschenswert.“ – bto: Ist es ökonomisch sinnvoll, Dinge zu fördern, die sich nicht betriebswirtschaftlich rechnen? Ja, wenn es darum geht, eine falsche betriebswirtschaftliche Rechnung zu korrigieren. Aber ist diese wirklich falsch? Denn wir sparen CO2 dort, wo es am teuersten ist.
  • Die Studie teilt den zu schätzenden Finanzbedarf der öffentlichen Hand in drei Komponenten auf, die wirtschafts- und finanzpolitisch unterschiedliche Aufgaben erfüllen. Die erste Komponente ist der öffentliche Mittelbedarf zur Finanzierung öffentlicher Klimainvestitionen des Bundes, die zweite Komponente ist der Mittelbedarf zur Finanzierung öffentlicher Klimainvestitionen der Kommunen (und Länder). (…) Die dritte Komponente ist der öffentliche Finanzbedarf, der zur Förderung privater Klimainvestitionen erfüllt werden muss. Dazu gehören zum Beispiel die Finanzmittel zur Förderung der energetischen Sanierung, die Förderung der Erneuerbaren Energien und die Unterstützung der industriellen Transformation durch Klimaschutzverträge.“ – bto: Das ist natürlich die Folge von planwirtschaftlichen Eingriffen. Wenn man über einen Preis agieren würde, wäre das anders, aber nicht ganz anders. Denn weil es in vielen Bereichen auch bei einem höheren Preis nicht betriebswirtschaftlich ist, die Investitionen zu tätigen, müssen wir vonseiten der Steuerzahler subventionieren. Damit ist es Konsum, nicht Investition. Und deshalb ist es auch fraglich, dass es einen wirtschaftlichen Boom auslöst. Denn der basiert auf einer Verbesserung des Produktionspotenzials.
  • Die öffentlichen Finanzbedarfe für Klimainvestitionen im Zeitraum 2021–2030 werden in einem Bottom-up-Ansatz ermittelt. Die Abschätzungen der Finanzbedarfe basieren auf verschiedenen existierenden Studien, welche die öffentlichen Investitions- und Finanzbedarfe für die einzelnen Sektoren und Investitionsarten ermittelt haben. Die Liste der ermittelten Bedarfe hat keinen Anspruch auf Vollständigkeit (…) Die Schätzungen der Bedarfe beziehen sich hinsichtlich des technischen Transformationspfades überwiegend auf die Modellierungsergebnisse des Szenarios KN2045 von Prognos et al.“ – bto. Dieses Szenario selbst ist höchst fragwürdig, wie wir im Laufe der Woche noch sehen werden.  
  • Die vorliegende Bedarfsschätzung legt den Fokus auf Modernisierungsinvestitionen, die den Kapitalstock der deutschen Volkswirtschaft transformieren und klimaneutral gestalten. Reine Ersatzinvestitionen, die nur den Erhalt des bestehenden Kapitalstocks gewährleisten, werden nicht berücksichtigt.“ – bto: Es handelt sich also um „Investitionen“, die nicht erforderlich wären oder aber noch nicht anstünden.
  • Das Gesamtergebnis der Schätzung der öffentlichen Finanzbedarfe für Klimainvestitionen 2021–2030 ist in Tabelle 1 dargestellt. (…) In den meisten Fällen liegen die in Tabelle 1 gezeigten Werte am unteren Ende des Spektrums der möglichen Finanzbedarfe; es handelt sich also um eine eher vorsichtige Abschätzung. (…) Zudem werden solche Maßnahmen nicht berücksichtigt, für die entweder keine belastbaren Schätzungen vorliegen oder für die die Schätzungen aufgrund von technischen, makroökonomischen oder politischen Gründen mit zu großer Unsicherheit verbunden sind. Beispiele hierfür sind die Finanzbedarfe für den Aufbau eines Wasserstoff-Tankstellennetzes oder eines Lkw-Oberleitungsnetzes. Auch werden keine Finanzbedarfe für Maßnahmen zur Anpassung an Klimaschutzfolgen berücksichtigt.“ – bto: Wäre es nicht besser, erst mal Geld für die Klimafolgenbewältigung auszugeben, weil der Klimawandel so oder so stattfindet, auch wenn wir das hier skizzierte Programm umsetzen.

Abb: 460 Milliarden

 

  • Erstens ist der öffentliche Finanzbedarf für Klimainvestitionen 2021–2030 (Bund und Kommunen) mit insgesamt 460 Milliarden Euro (im Durchschnitt 46 Milliarden Euro jährlich) absolut gesehen sehr groß. Gleichzeitig entspricht der jährliche Gesamtbedarf etwa 6,3 Prozent der gesamtwirtschaftlichen Bruttoinvestitionen im Jahr 2019 und 1,3 Prozent des Bruttoinlandsproduktes im Jahr 2019. Aus makroökonomischer Perspektive erscheint der hier identifizierte Gesamtbedarf zwar groß, aber der Größe der Herausforderung angemessen.“ – bto: Nun haben wir einige Probleme. a) Wir investieren schon jetzt zu wenig in das Land. b) Unternehmen investieren lieber im Ausland und recht haben sie! c) Diese Investitionen müssten also parallel zu sonst auch steigenden Investitionen stattfinden, d) was aber wegen der Kapazitäten der Angebotsseite gar nicht funktionieren kann und e) deshalb überwiegend preissteigernd wirkt und damit nicht nur das Ganze noch teurer macht, sondern f) den privaten Konsum nachhaltig drückt. Klingt nach einem echten „Wohlstandsprogramm“.
  • “Zweitens entfällt der größte Anteil des Finanzbedarfs mit 200 Milliarden Euro (jährlich 20 Milliarden Euro) auf die öffentliche Förderung privater Klimainvestitionen. Dabei sind die Förderprojekte mit dem größten Finanzvolumen die energetische Gebäudesanierung mit 100 Milliarden Euro, die Förderung der E-Mobilität mit 30 Milliarden Euro sowie die ökologische Transformation der Industrie mit 25 Milliarden Euro. Diese Analyse spiegelt damit die in anderen Studien identifizierte erhebliche Finanzierungslücke für private Klimatechnologien, die in den nächsten Jahren noch keinen Business Case haben.  Der hohe öffentliche Förderbedarf sollte jedoch nicht davon ablenken, dass der gesamte private Investitionsbedarf bis 2030 den öffentlichen Förderanteil um ein Vielfaches übersteigt.“ – bto: Wir erhöhen den – so definierten – Investitionsanteil am BIP massiv. Wie das zu einer alternden und schrumpfenden Erwerbsbevölkerung passt, vermag ich nicht zu beurteilen. Mal abgesehen von den anderen sozialen Projekten, die dahinterstehen, Stichwort: „klimaneutraler sozialer Wohnungsbau“.
  • In der Studie ‘Klimapfade für Deutschland’ haben Gerbert et al (bto: Das ist die BDI-Studie, die meine Ex-Kollegen von BCG gemacht haben.) den gesamtwirtschaftlichen Investitionsbedarf für eine THG-Minderung von 95 Prozent bis 2050 auf jährlich etwa 70 Milliarden Euro geschätzt. Gerbert et al (2018) unterscheiden dabei nicht zwischen öffentlichen und privaten Investitionen, sondern schätzen nur den gesamten Investitionsbedarf, der für den Staat und die Prvatwirtschaft anfällt. Zudem wird nicht zwischen privatem Investitionsbedarf und öffentlichem Förderbedarf für private Investitionen unterschieden.“ – bto: Vor allem wird in der Studie angenommen, dass wir den effizientesten und effektivsten Weg beschreiten. Von dem sind wir aber weit entfernt, weil Politiker denken, sie wüssten es besser und weil Studien zweifelhafter Güte die Diskussion bestimmen (die BDI-Studie unterscheidet sich qualitativ positiv!).
  • Es lässt sich dennoch sagen, dass der in der vorliegenden Studie ermittelte öffentliche Finanzierungsbedarf für Klimainvestitionen im Zeitraum 2021–2030 von insgesamt 460 Milliarden Euro im Verhältnis zu dem von Gerbert et al (2018) geschätzten gesamtwirtschaftlichen Investitionsbedarf für einen Zehn-Jahres-Horizont von etwa 700 Milliarden Euro groß ausfällt. Einer der Gründe dafür ist das deutlich niedrigere Ambitionsniveau bei Gerbert et al (2018) verglichen mit dem Szenario KN2045, das die Grundlage der Berechnungen der vorliegenden Studie bildet. Zudem berücksichtigt die vorliegende Studie Finanzbedarfe für Klimainvestitionen, die bei Gerbert et al (2018) nicht Bestandteil der Analyse sind. Dazu gehören öffentliche Investitionen in die Weiterbildung und Bauämter, Investitionen zur Stärkung der Innovationsstärke privater Unternehmen sowie die öffentliche Förderung betrieblicher Mehrkosten klimafreundlicher Technologien im Energie- und Industriesektor.“ – bto: Letzteres kann ich mir nicht denken, die Stärkung der Innovationsstärke ist ein interessanter Punkt. Fließt Geld auch in den Ausbau der MINT-Studien und für Mathematik an den Schulen?
  • Und dann bringen die Autoren auch ein schönes Beispiel für den aktuellen Wahnsinn: „Gemäß den Berechnungen betragen die notwendigen EEG-Vergütungszusagen für den Zeitraum 2022–2030 circa 65 Milliarden Euro für Anlagen, die ab 2022 in Betrieb genommen werden. Abzüglich der prognostizierten Strommarkterlöse ergibt sich eine Deckungslücke für Neuanlagen von etwa 10 Milliarden Euro. Die EEG-Vergütungszusagen der öffentlichen Hand für den Zeitraum 2022-2030 sind aufgrund von Förderzusagen für bereits getätigte Investitionen (Altlasten) erheblich höher als 65 Milliarden Euro. Gemäß den Rahmendaten im KN2045-Szenario werden insgesamt rund 290 Milliarden Euro kumulierte EEG-Vergütungszusagen bis 2030 anfallen. Abzüglich der zu erwartenden Markterlöse der EEG-Anlagenbetreiber an der Strombörse, ergibt sich eine nominale EEG-Deckungslücke für Alt- und Neuanlagen von insgesamt circa 145 Milliarden Euro bis zum Jahr 2030. Dies ist im Falle der Abschaffung der EEG-Umlage ab dem Jahr 2022 der geschätzte Finanzierungsbedarf des Bundes.“ – bto: Das ist Planwirtschaft in der Arbeit! 145 Milliarden. Klar, man kann die EEG-Umlage als eine besondere Form der Steuer auch lassen, dann taucht der Finanzbedarf nicht im Bundeshaushalt auf. Für die Bürger ändert das nichts.
  • In der öffentlichen Debatte ist häufig der Einwand zu hören, dass die Bereitstellung zusätzlicher Finanzmittel für Investitionsprojekte nicht zu mehr realwirtschaftlichen Investitionen führen würde. Kurz gesagt: Mehr Geld bringt nichts. Als Beweis für diese Hypothese wird das Argument angeführt, dass vorhandene Investitionsmittel im Bundeshaushalt nicht abfließen würden. Dieses Argument greift aus zwei Gründen zu kurz. Erstens ist der Abfluss der Investitionsmittel im Bundeshaushalt relativ hoch und hat sich in den letzten Jahren sogar verbessert, obwohl die Investitionsausgaben stark gestiegen sind. Und auch der Mittelabfluss bei den Sondervermögen des Bundes ist nicht außergewöhnlich niedrig, wenn die Zeit für Planung, Genehmigung und Umsetzung von Investitionsprojekten berücksichtigt wird. Mehr Geld führt also zu mehr realwirtschaftlichen Investitionen. Zweitens ist die Bereitstellung zusätzlicher Finanzmittel eine notwendige Bedingung für eine erfolgreiche Investitionsoffensive, auch wenn es keine hinreichende Bedingung ist.“ – bto: Das mag sein. Ich bin skeptisch, wenn uns sogar schon die Lastwagenfahrer ausgehen.
  • Es gibt auch sonst mal Teile der Studie, die zum Schmunzeln anregen: „Weitere Finanzmittel für Klimainvestitionen werden im Zeitrahmen 2021–2030 über europäische Förderprogramme zur Verfügung stehen. Dies betrifft unter anderem die etwa 25 Milliarden Euro, die Deutschland aus der Aufbau- und Resilienzfazilität zustehen (BMF, 2021c). (…) Zusätzlich werden Mittel über das Forschungsrahmenprogramm Horizon Europe und den ETS Innovation Fund bereitgestellt, die zu großen Teilen in den Klimabereich fallen. (…) Eine optimistische Abschätzung der zusätzlichen Mittel aus europäischen Programmen im Zeitraum 2021-2025 beläuft sich auf rund 15 bis 30 Milliarden Euro: 5 bis 10 Milliarden Euro aus der Aufbau- und Resilienzfazilität und 10 bis 20 Milliarden Euro aus weiteren europäischen Klima- und Forschungsprogrammen.“ – bto: die wir zu über 100 Prozent selbst bezahlen. Das ist schon echt witzig. Denn in der Studie werden zusätzliche finanzielle Lasten für diese „europäische Solidarität“ nicht eingerechnet.
  • Die Analyse zeigt, dass über Bundesprogramme und europäische Programme im Zeitraum 2021–2025 Mittel zur Finanzierung von Klimainvestitionen von etwa 80 Milliarden bereitgestellt werden. Die Analyse in Abschnitt 3 hat einen öffentlichen Finanzbedarf für Klimainvestitionen von 460 Milliarden Euro ergeben, sodass sich der entsprechende Finanzbedarf im Zeitraum 2021-2025 auf 230 Milliarden Euro beläuft, wenn die Investitionsausgaben zeitlich in etwa gleichförmig verteilt sind. Für den Zeitraum 2021-2025 besteht somit eine öffentliche Finanzierungslücke von circa 150 Milliarden Euro (…).“ – bto: Das Gute an der Sache ist, dass man genauso gut eine andere Zahl annehmen könnte, denn es liegt an Effizienz und Effektivität und damit an der Kompetenz der Politiker. So wie es aussieht, dürfte es nicht bei diesen Beträgen bleiben.
  • Der Weg in die Klimaneutralität ist ein gewaltiges Transformationsprojekt für den Industriestandort Deutschland und verlangt ein umfassendes Investitionsprogramm – von öffentlichen und privaten Akteuren. (…) Trotz des erheblichen öffentlichen Finanzbedarfs für Klimainvestitionen ist die Schlussfolgerung der Analyse nicht, dass Klimaschutz aus ökonomischer Sicht zu teuer ist. Im Gegenteil: Verschiedene Studien zeigen, dass den Investitionskosten, welche die Transformation in Richtung Klimaneutralität mit sich bringt, mittel- bis langfristig gesamtwirtschaftliche und fiskalische Gewinne in mindestens gleicher Höhe gegenüberstehen.“ – bto: Diese Studien müssen wir uns mal genauer ansehen. Denn wir haben Teile des Umbaus, die technisch noch nicht gelöst sind, Stichwort „Speicher“. Deshalb ist das hier nicht so sicher.
  • Dabei sind in diesen Berechnungen zusätzliche Kosten, die durch die Folgen des Klimawandels entstehen, nicht berücksichtigt, sodass die gesamtwirtschaftliche Bilanz der Transformation hin zur Klimaneutralität noch positiver ausfällt. Anders gesagt: Klimainvestitionen legen den Grundstein für ökologisch nachhaltiges Wachstum und verbinden so Klimaschutz mit Wohlstand.“ – bto: Da unsere Maßnahmen das Weltklima nicht beeinflussen, stimmt der erste Teil der Aussage nicht. Die zweite ist eine Behauptung ohne Substanz.
  • Die vorliegende Studie betrachtet ausschließlich die Ausgabenseite. Einnahmeinstrumente finden in der Schätzung der Finanzbedarfe keine Berücksichtigung. Beispielsweise werden die Einnahmen der nationalen CO2-Bepreisung sowie des EU-ETS in den nächsten Jahren deutlich steigen. Solche und andere Einnahmen werden bei der Bedarfsschätzung nicht gegengerechnet, da die Verwendung der prognostizierten Einnahmen sehr ungewiss ist.“ – bto: Vor allem will man es doch den Bürgern zurückgeben. Oder?
  • In Anbetracht der erheblichen Finanzierungsbedarfe stellt sich die Frage, wie Bund, Länder und Kommunen die zusätzlichen Investitionen finanzieren können. Die Bekämpfung der Corona-Krise hat zum sprunghaften Anstieg der Staatsschulden geführt, die im Rahmen der nationalen Schuldenregeln ab 2023 schrittweise zurückgeführt werden müssen. Dies führt zu einer zusätzlichen Belastung des Bundeshaushalts in den nächsten Jahren und schränkt die Spielräume für die Finanzierung von Klimainvestitionen weiter ein (BMF, 2021). Die teils engeren Schuldenregeln auf Landesebene sowie der erhebliche bereits existierende kommunale Investitionsrückstand werfen zudem die Frage auf, wie der Finanzbedarf für Klimainvestitionen auf kommunaler Ebene finanziert werden soll. Die vorliegende Studie möchte insofern auch einen Anstoß geben, die Frage zu priorisieren, wie die öffentlichen Klimainvestitionen bis 2030 finanziert werden können.“ – bto: womit wir zu Pudels Kern kommen. Es geht darum, eine deutlich größere Rolle für den Staat zu definieren und Politikern mehr Geld an die Hand zu geben.
Kommentare (23) HINWEIS: DIE KOMMENTARE MEINER LESERINNEN UND LESER WIDERSPIEGELN NICHT ZWANGSLÄUFIG DIE MEINUNG VON BTO.
  1. Heinz
    Heinz sagte:

    Tja, da sich meine Bildung auf die eines Milchmädchen beschränkt; ich sämtlichen Kalkulationen, die ich nicht im Kopf ausrechnen kann misstraue und ich Excel hasse, will ich mal schauen, inwieweit meine Volksschulmathematik mich in dieser Sache bringt. Als Grundlage nehme ich den schon etwas erhöhten Finanzbedarf, wie ihn Herr Gerbert vorgeschlagen hat. In 30 Jahren können wir also 30 * 70 = 2100 Milliarden Euro investieren. Wie auch allgemein von Schönwetterökonomen zugeben wird, ist die Speicherproblematik, wohl der Knackpunkt der Energiewende. Also wird das Milchmädchen mal ausrechnen was es kostet entsprechende Speicher aufzustellen. Deutschland hat im Jahre 2020 ca. 610 TWh Strom erzeugt, d.s. 610 Milliarden kWh. Nehmen wir den von Schönwetterökonomen immer wieder ins Feld geführten Preis von 100 Euro pro KWh gespeicherte Energie. Was ja für Batteriespeicher bei Autos ja gar nicht gelogen ist. Außen vor wird natürlich die Infrastruktur Auto gelassen. Für kleine Privatanwender für mich, ist zwar schon 4 Jahre her, war das billigste Angebot für eine Anlage mit 1 MWh bei nicht ganz 2.000.000 Euro. Wenn man sich die Kalkulation für Moss Landing, den “größten” Batteriespeicher der Welt anschaut, landet man weit jenseits der 1000 Euro pro kWh(durchschnittlich 16.670$ für 13 kWh Quelle: energysage.com “How much do storage systems cost in Moss Landing, CA in 2021). Aber lassen wir diese Berechnungen, das macht dem Milchmädchen nur Kopfweh. Also 610 Milliarden kWh * 100 Euro/kWh = 61.000 Milliarden Euro. Also 61 Billionen Euro würde es kosten, die Jahresproduktion der deutschen Stromerzeuger zu speichern. Lt. Herr Gerbert müssen/werden wir für die Energiewende rund 2 Billionen Euro investieren, wenn es mit ihr klappen soll. Wenn wir diese nur für Speicher ausgeben, können wir 61 / 2,1 rund in Dreißigstel der Jahresproduktion speichern. 360 durch 30 sind nun Stromspeicher für 12 Tage Dunkelflaute. Das mag reichen oder nicht. Nach den holistischen, sophistischen Modellen unserer Schönwetterökonomen reicht das sicher, weil schließlich gibt es noch die Netzreserve in Form von Elektroautos. Deshalb hat das Milchmädchen auch versucht hier nachzurechnen. In Deutschland gibt es 60 Millionen Fahrzeuge. Wenn wir alles diese Fahrzeuge elektrifizieren und annehmen jedes dieser Fahrzeuge kann 100 kWh Strom speichern, dann ergibt das eine Stromspeicherkapazität von 6000 Millionen kWh oder 6 Milliarden kWh. Wenn also alle diese Fahrzeuge im Netz sind und voll geladen, können maximal 1 Hundertstel der in Deutschland erzeugten Strommenge gespeichert werden. Real wird es wohl für einige Minuten reichen.
    Nun fragt sich das Milchmädchen, wenn unter den optimistischen Annahmen der Schönwetterökonomen, die 2 Billionen gerade ausreichen um die Speicherproblematik der Energiewende zu lösen, woher das Geld herkommen soll, alle Dächer mit Solarpanels einzudecken und die Landschaft mit Windkrafträder zuzuspargeln.

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  2. Hans Severin
    Hans Severin sagte:

    @ Susanne Finke-Röpke “zu dämlich” … könnte man den flaschensammelnden Rentnern auch zurufen, die über ihre 48 % Rente jammern: hättet ihr doch rechtzeitig in Aktien investiert!
    Oder den Rechten: hättet ihr doch rechtzeitig in Immobilien gemacht, dann sähet ihr die Zuwanderer mit ganz anderen Augen.

    Der Staat war schon immer an erster Stelle für die “Reichen” da, aber nun hat er die “Armen” bald ganz aus den Augen verloren und das wird auch den “Reichen” letztendlich auf die Füße fallen.

    Denken wir doch mal oder wieder mehr in Clanstrukturen: auch die unteren Schichten sind Teil des Volkes und verdienen die Fürsorge des Staates. Um die Reichen wird sich gekümmert: da erhöht z.B. ein Vermieter die Miete und bekommt (bislang) nicht Besuch vom Vermieter auf eine Art, dass er die Erhöhung erschrocken zurücknimmt. Da garantiert/e) der Staat Recht und Rechtssicherheit…

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    • Susanne Finke-Röpke
      Susanne Finke-Röpke sagte:

      @Herrn Hans Severin:

      Flaschensammelnde Rentner? Das ist billige Polemik und das wissen Sie. Diese Leute können nichts umschichten, weil nichts zum Umschichten da ist. Das sind die verzweifelte Wähler der Linkspartei und das ist schon in Ordnung. Sie wissen, dass ich die nicht meine.

      Die von mir kritisierte Gruppe kann ich klar definieren. Es sind die Leute, die bei der Präsentation des liberalen Wahlprogramms der Union 2005 zur SPD umgeschwenkt sind, was Frau Merkel fast die erste Kanzlerschaft gekostet hätte und sie weit nach links getrieben hat. Es sind die Abonnenten von Spiegel und Süddeutscher Zeitung, die die verbotene Staatsfinanzierung durch die EZB nicht durch die Wahl der Lucke-AFD 2013 bestraft haben. Es sind die, die immer noch zu viel auf dem Girokonto bunkern und am 26.9. einen Kanzlerkandidat der großen Parteien wählen, obwohl alle 3 inflationäre Geldpolitik billigen.

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    • Richard Ott
      Richard Ott sagte:

      @Hans Severin

      “Oder den Rechten: hättet ihr doch rechtzeitig in Immobilien gemacht, dann sähet ihr die Zuwanderer mit ganz anderen Augen.”

      Als Rechter mit ganz hübschem Immobilienaktien-Portfolio kann ich Ihnen erklären, dass mich kurzfristiger Profit nicht besonders interessiert, wenn ich das ganze Land langfristig zu einem neuen Libanon machen muss, um ihn zu erzielen.

      Ich wäre auch dann nicht für die unbeschränkte Zuwanderung von Unqualifizierten in unser Sozialsystem, wenn mir ganze Stadtviertel gehören würden.

      “Denken wir doch mal oder wieder mehr in Clanstrukturen: auch die unteren Schichten sind Teil des Volkes und verdienen die Fürsorge des Staates.”

      Sie verstehen nicht, was “Clans” eigentlich sind. Deren Mitglieder sind viel alle viel enger miteinander verwandt als die Mitglieder eines Volkes. Clan und Volk beziehungsweise Nation sind vollkommen unterschiedliche Konzepte.

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    • Wolfgang Selig
      Wolfgang Selig sagte:

      @Herrn Severin:

      Sehr geehrter Herr Severin,

      ich befürchte, dass Sie das mit den Clanstrukturen ernst meinen. Ich hoffe doch, dass Ihnen bewusst ist, dass in echten Clanstrukturen auf diesem Globus die Regeln des jeweiligen Clans idR über dem nationalen Gesetz stehen. Das wäre dann auch in Deutschland so. Erste Ansätze mit einigen libanesischen Clans in Berlin lassen sich aus der Polizeiberichterstattung herauslesen. Sie propagieren den offenen Zerfall des staatlichen Gewaltmonopols. Es ist Ihnen hoffentlich klar, was das für Konsequenzen hätte. Wir hätten Clanchefs und im schlimmsten Falle Warlords in jedem Stadtviertel; das ist Ihnen bewusst, oder? Ihre Thesen lassen sich mit einer freiheitlich-demokratischen Grundordnung schwerlich in Einklang bringen. Bitte überdenken Sie noch einmal Ihre Aussagen!

      Antworten
      • Richard Ott
        Richard Ott sagte:

        @Wolfgang Selig

        Möglicherweise ist das ein interessanter Blick auf einen blinden Fleck. Wenn viele Deutsche so ein naives Konzept von “Clans” haben, erklärt das die großartigen Erfolge unserer Außenpolitik in Afghanistan und auch in Syrien.

        Ich hab mich schon lange gefragt, wie Leute, die nicht selbst Islamisten sind, ernsthaft die Erwartung haben können, dass irgendwelche in primitiven Clanstrukturen organisierten militanten Islamisten dort eine demokratische Gesellschaft aufbauen werden, aber wenn man “Clan” bloß für ein Synonym für “Volk” hält, ergibt es schon ein bisschen Sinn.

  3. JürgenP
    JürgenP sagte:

    • Auslöser der Agora-Studie:
    „Die vorliegende Studie SCHÄTZT den öffentlichen FINANZBEDARF für Klimainvestitionen, die zum Errei chen des 2030-Klimaziels der Bundesregierung im Zeitraum 2021-2030 verwirklicht werden müssen“.
    • Fragestellung der Agora-Studie:
    „Die Ziele sind also gesetzt, doch WIE können sie erreicht werden?“
    • Methode der Agora-Studie:
    „Die öffentlichen Finanzbedarfe für Klimainvestitionen im Zeitraum 2021-2030 werden in einem Bot tom-up-Ansatz ermittelt“.
    • Reichweite der Agora-Studie:
    „Die vorliegende Studie betrachtet nur die AUSGABENseite“.

    Es ist nicht zu fassen: eine Studie die den Finanzbedarf von Bund, Ländern und Kommunen klären soll, kennt nur die KOSTEN, nicht die Erlösseite. Zusammengerechnet werden „geschätzte“ Kosten nach der Schulkindermethode 1+1=2, 2+2=4, 4+4=8 > dann muss 8+8=16 sein. Das Land hat mit der Umstellung der Wirtschaft das komplexeste der Komplexität vor und die Bevölkerung wird mit Rechenmethoden aus der Grundschule vorgeführt.

    Die Rolle der [Politik] muss es sein, den [Bürger] mit einem klaren, transparenten, holistischen Kostensteuerungsprozess in allen Entscheidungen zu führen und die Konsequenzen hinsichtlich Investitionskosten und Wertminderung bzw. Wertsteigerung, besonders bezüglich der RENDITE bei Änderungen der Anforderungen/Ansprüche, über den Lebenszyklus aufzuzeigen (in Anlehnung an Prof. Dr.-Ing. Gerhard Girmscheid, ETH Zürich, in Bauingenieur 11/2007).

    Die Studie basiert auf einem falschen methodischen Ansatz der Ermittlung der öffentlichen (und privaten) Finanzbedarfe. Es ist das Papier nicht wert, auf dem es gedruckt wird. Es ist reine Zeitverschwendung sich damit inhaltlich zu beschäftigen.

    Geeignete Kostenkalkulations- und -steuerungsmethoden sind entwickelt und in der Praxis im Einsatz. Auch für Vorhaben mit extrem hoher Komplexität.

    Warum werden Kostenaussagen mit gigantischen Dimensionen (und Verantwortung) nur solchen Anfängern überlassen? Haben die Akteure keine Hemmschwelle mehr oder nur keine Ahnung?

    Das Gefährliche ist, dass Wähler von solchen Blendwerken in die Hände von Parteien/Politiker getrieben werden, die ihre Programme und Handlungen dankbar auf solche „Informationen“ aufsetzen, aktionsgetrieben in großer Hektik die falschen Weichen stellen und hinterher ihr Scheitern mit Verweis auf solche “Studien” bei der nächsten Wahl entschuldigen.

    Antworten
    • Dietmar Tischer
      Dietmar Tischer sagte:

      @ JürgenP

      >Es ist nicht zu fassen: eine Studie die den Finanzbedarf von Bund, Ländern und Kommunen klären soll, kennt nur die KOSTEN, nicht die Erlösseite.>

      a) Zur ERLÖSSEITE

      Es ist zu fassen, wenn man die PRÄMISSE er Betrachtung zugrunde legt.

      Sie ist:

      Das ZIEL ist Carbonneutralität 2050.

      Wenn man das Ziel erreichen will, MUSS man nach den Mitteln fragen.

      Dass die Mittel NICHT freiwillig von der Privatwirtschaft zur Verfügung gestellt werden – sie stellt Mittel prinzipiell NUR für das Ziel größtmögliche RENDITE zur Verfügung – dann muss jemand anders die Mittel zur Verfügung stellen:

      Der STAAT.

      Um dies zu tun, muss er die FINANZIEREN, die die materiellen Mittel haben, das Ziel zu erreichen – selbstverständlich ihnen dabei Rendite zu GARANTIEREN.

      Das ist die Privatwirtschaft.

      Entscheidend für das Verständnis: sie benennt nicht das Ziel, hat aber die materiellen Mittel in Richtung Zielerreichung voranzukommen (ohne dafür garantieren zu können, dass das Ziel auch zu erreichen ist).

      Der Staat hat also einen Finanzierungsbedarf – jedenfalls einen ANFÄNGLICHEN.

      Insofern ist die Studie STIMMIG (was etwas anderes ist als richtig im Sinne von „tragbar“, realisierbar oder wohlstandsfördernd).

      b) Zur Rolle der POLITIK

      >Die Rolle der [Politik] muss es sein, den [Bürger] mit einem klaren, transparenten, holistischen Kostensteuerungsprozess in allen Entscheidungen zu führen und die Konsequenzen hinsichtlich Investitionskosten und Wertminderung bzw. Wertsteigerung, besonders bezüglich der RENDITE …>

      Diese Forderung verkennt das Projekt.

      Das Ziel 2050 wird DADURCH gerechtfertigt, dass NUR dessen ERREICHUNG sicherstellt, auf breiter Basis – letztlich in globaler Dimension – die VORAUSSETUNGEN zu garantieren, die „Wertminderungen“ in Form von unvorstellbaren Wohlstandsverlusten verhindern.

      Kurzum:

      Das Projekt wird von seinen BEFÜRWORTERN als eines verstanden, das BEDINGUNGEN setzt.

      Es ist diesem Verständnis nach KEINES, das sich an ÜBERLEGUNGEN seiner Rendite zu orientieren hat.

      Ihre Ausführungen und teilweise auch die von Dr. Stelter sind insoweit für die Kämpfer gegen den Klimawandel IRRELEVANT.

      Was man natürlich tun kann und getan werden MUSS, aber etwas ganz ANDERES ist:

      Aufzeigen, WELCHE Konsequenzen der Einsatz der Mittel für die avisierte Zielerreichung hat.

      Das ist vielen nicht einmal annähernd bewusst.

      Weil wir die Konsequenzen der Sache nach nicht sonderlich genau kennen (können) und die Menschen kein hinreichendes Bewusstsein bezüglich der Konsequenzen des Umbaus haben, kann das Projekt SO dargestellt werden, wie es dargestellt wird:

      Es im Wesentlichen auf den Finanzbedarf REDUZIEREND.

      Antworten
  4. weico
    weico sagte:

    Deutsche Klimapläne sind »ungenügend«

    https://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/vor-uno-klimagipfel-in-glasgow-klimaziele-reichen-nicht-fuer-paris-abkommen-a-d3510cea-0e6c-4c5a-9bb9-68c9b3d06031

    Im Vorfeld zum Glasgow-Gipfel trommeln die Klimagläubigen wieder die “Trommeln”.

    Nur “Rot-Rot-Grün” kann jetzt Deutschland noch ,mit vollem Einsatz und unbeschränkten Geldmitteln, wohl vor dem ultimativ kommenden Klimadebakel retten .Ups…

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  5. Dietmar Tischer
    Dietmar Tischer sagte:

    >Der Staat muss viel Geld ausgeben, um ein großes Problem zu verhindern. Und dafür müssen die “Reichen” bezahlen und natürlich müssen wir endlich Schulden machen. Das habe ich jetzt geschrieben, bevor ich die Studie gelesen habe.>

    Man braucht nichts zu lesen, um DIESEN Satz bedenkenlos schreiben bzw. unterschreiben zu können.

    Man braucht nur auf das zu hören, was jeden Tag als programmatisches WOLLEN der Parteien verkündet und mit unterschiedlicher Gewichtung (Wahlergebnis) von der Bevölkerung LEGITIMIERT sowie in der einen oder anderen Form (Koalitionsvertrag) als Realisierung ANGESTREBT werden wird.

    >bto: Wäre es nicht besser, erst mal Geld für die Klimafolgenbewältigung auszugeben, weil der Klimawandel so oder so stattfindet, auch wenn wir das hier skizzierte Programm umsetzen.>

    Das ist ein DEFENSIVER Ansatz, der ein FALSCHES Verständnis dessen offenbart, was das mehrheitliche gesellschaftliche Wollen betrifft.

    Wir sind im KAMPF gegen den Klimawandel mit dem Ziel Carbonneutralität 20150 – deshalb muss man angreifen, auch wenn man absehbar den Kampf verlieren wird.

    Daran orientiert sich die maßgebende Politik-Logik in Deutschland.

    Ihr wird alles UNTERORDNET.

    Entwertung von Produktivvermögen, Investitionen oder Konsum, Finanzierung durch Steuern und/oder Schulden, Arbeitslosigkeit oder Inflation betreffen die Umsetzung und sind insoweit NACHGEORDNET.

    Rechnerei kann nur die Dimensionen andeuten, am Lauf der Dinge ändert sie NICHTS.

    Was kommt wird, ist nicht im Detail festgelegt.

    Diesbezüglich wird sich eine Eigendynamik entwickeln, die auf technologischen Möglichkeiten, Interessen und Präferenzen beruht – kurzum dem MACHBAREN.

    Auf dieser Ebene werden Diskussion um das WIE einsetzen.

    Es werden bis auf weiteres KEINE Grundsatzdiskussionen im Sinne von gesellschaftlicher RICHTUNGSBESTIMMUNGEN geben, sondern lediglich UMSETZUNGSDISKUSSIONEN.

    Wissenschaft und Straße werden die Treiber des Geschehens sein.

    Antworten
  6. weico
    weico sagte:

    Heutiger Indubio-Podcast über das Thema “Klimawandel”…

    Indubio Folge 162 – Tausend Jahre Klimawandel
    Der Geowissenschaftler Sebastian Lüning spricht mit Burkhard Müller-Ullrich über die Temperaturmodellpolitik des Weltklimarates IPCC, über wissenschaftliche Scheuklappen und unwissenschaftlichen Aktivismus sowie über den deutschen Traum von einer Energiewende, die vom Atomstrom der Nachbarländer abhängig ist.

    https://www.achgut.com/artikel/indubio_folge_162_tausend_jahre_klimawandel

    Antworten
  7. foxxly
    foxxly sagte:

    die gesamte wirtschaft steht vor ein riesen problem:
    sie muss weiter wachsen. das wachstum von vor wenigen jahren reicht nicht um kosten und gewinnerwartungen weiter bedienen zu können.
    auch ein wachstum von morgen reicht nicht für übermorgen.

    das gesamte system und gesellschaft geht an den wachstumszwang zu grunde; – und wir sind in dieser beschleunigungsphase.

    klima-krise; – corona-pandemie; und vieles mehr, sind willkommende anlässe um gelder locker zu machen, die märkte damit zu fluten etc. es geht um den umbau; – so das einvernehmliche credo
    der umbau ist zu einen selbstzweck geworden, bzw. nahezu überlebenswichtig. aber ohne wirklich nachhaltig zu sein.
    geht ja auch nicht: eine nachhaltigkeit würde den zuwachs verlangsamen.

    einen riesen gewinner haben wir nicht auf dem radar:
    es sind die geschäftsbanken und notenbanken, welche durch die “neue lage”, in zweistelliger inflationären geschwindigkeit, geld neu drucken und in den markt schleudern können.

    niemad macht sich gedanken, wie damit die vermögens- und eigentumsverhältnisse umverteilt werden, zu lasten der realwirtschaft, konsumenten und bürger.

    die realwirtschaft hat nahezu alle kosten der finanzierungen, steuern und abgaben zu tragen; – der finanzsektor dagegen kaum.

    weiter wichtig:
    die relationen von besitzenden bzw. eigentümern von der masse, hin zu den gelddruckern.
    die entwertung läuft nicht nach der offiziellen inflationsrate ,- etwa 3-4%, sondern in dem umfange, wie hoch die geldsumme insgesamt ist und weiter wächst. (z.z. etwa 15 bis 20%)

    zur erinnerung: die gesamte geldsumme auf der welt ist ein kredit!
    eine kreditschuld, aus der man bei besten willen nicht herauswachsen kann, bzw. durch leistung die kreditschuld nicht verringen kann!

    dieses system führt dazu, dass die masse in wenigen jahren nahezu kein eigentum mehr haben wird.
    dazu braucht es nicht die aussage von klaus schwab WEF. es geschied durch das geldsystem automatisch , – und wir haben auf diese entwicklung sogut wie keinen einfluss.

    dieser kapitalismus erzwingt einen sozialismus der dann nur noch dikatorisch beherrscht werden kann.

    was wir hier diskutieren, ist (verzeihung) stets nur eine ablenkung von den wirklichen/entscheidenden vorgängen.

    dieses schuldgeldsystem stürzt uns ins nächste vorprogramierte chaos, – und wir reden/diskutieren nicht mal darüber!

    Antworten
    • Hansjörg+Pfister
      Hansjörg+Pfister sagte:

      @Foxxly, ihre Schuldgeldtheorie, bzw. ihr Debitismus (um den es sich wohl handelt), klingt einerseits schon plausibel, andererseits erfordert sowas Durchblick und dementprechend zielgerichtetes Handeln seitens der Herrschenden. Ich erblicke dort aber nur Vollpfostentum. Irre ich mich? Klären Sie mich auf!

      Antworten
      • foxxly
        foxxly sagte:

        @ h +p
        da haben sie schon recht!
        dieses geldsystem ist ein machtinstrument der herrscher.
        ändern ließe es sich am ehersten, wenn das aktuelle system am boden liegt.
        dann sollte die politik gezwungen werden, entsprechende gesetze zu erlassen, welches ein anderes, ein “nicht-ausbeute-system” zulässt.

    • Gnomae
      Gnomae sagte:

      @ foxxly

      “einen riesen gewinner haben wir nicht auf dem radar:
      es sind die geschäftsbanken und notenbanken, welche durch die “neue lage”, in zweistelliger inflationären geschwindigkeit, geld neu drucken und in den markt schleudern können.”

      Angesichts der möglichen Belastungen aus der Covid-Wirtschaftsbremse dürften die “Geschäftsbanken” nicht der Riesengewinner sein (z.B. Commerzbank, Volks- und Raiffeisenbanken kämpfen mit Verlusten / Abschreibungen).

      Vielleicht ein Gewinner: Die Investmentbanken. Diese versorgen aber die Unternehmen mit Kapital / Syndizierung von Krediten / Anleihen, erfüllen also eine extrem wichtige Aufgabe für die Wirtschaft.

      Notenbanken sind in Bezug auf den “Nullzins” für Staaten auch wichtig. Ist sie deshalb ein Gewinner? Wohl nein aber sie schaffen zumindest, dass die Zinslast für die Staaten im Rahmen bleibt. Allein aus der obigen Tabelle lässt sich ein möglicher weiterer Finanzbedarf von 595 Mrd. EUR ableiten.

      Mögliche Staatsdefizite von 400 Mrd. EU seit Corona eingerechnet, sprechen wir hier über EUR zusätzlichen 1000 Milliarden Finanzbedarf für Deutschland. Zusätzliche Lasten für den Umbau der Infrastruktur (Hochwasserschutz etc.) sind hier nicht eingerechnet.

      Zinszahlungen auf die Staatsschulden sind also nicht realistisch, weil sie die Verschuldung weiter nach oben treiben.

      Das System bevorzugt also alle jene, die Zugang zu günstiger Refinanzierung haben und damit harte Assets erwerben (Immobilien, Firmen etc. ).

      Fazit: Klimawandel aufgeben und für 500 Mrd. EUR Sozialwohnungen bauen.

      Antworten
  8. Richard Ott
    Richard Ott sagte:

    “klimaneutraler sozialer Wohnungsbau”

    Wie viel mehr Sozialwohnungen könnten wir mit dem gleichen Budget eigentlich bauen, wenn wir sie nicht “klimaneutral” sondern mit maximaler Kosteneffizienz bauen würden?

    Antworten
    • Gnomae
      Gnomae sagte:

      @ Richard Ott

      Die “Heuschrecken” haben den Politikern eingeredet, frei finanzierter Wohnungsbau ist für den Staat besser. Die Politiker haben das Märchen geglaubt. So gehen jetzt unsere Mieten steuerfrei über Luxemburg nach New York. Deutsche Mieter sind “Zinssklaven” der Wall Street.

      Antworten
      • Susanne Finke-Röpke
        Susanne Finke-Röpke sagte:

        @Gnomae:

        Das ist falsch. Der Unterschied ist, dass das internationale Kapital früher den Wert deutscher Wohnimmobilien erkannt hat, weil die Deutschen für Geldanlagen zu dämlich sind. Wenn mehr Deutsche Interesse an Sachwerten und eigengenutzten Immobilien hätten, sähe es anders aus. Mit Sparbüchern, Festgeldern, Kapitallebensversicherungen, Anleihen, Rentenfonds, vollen Girokonten, Bargeld und Bausparverträgen wird das nichts. Das ist nicht die Schuld der Wall Street.

      • Dietmar Tischer
        Dietmar Tischer sagte:

        @ Susanne Finke-Röpke

        Viel zu kompliziert.

        Einfach ist richtig:

        Schuld sind IMMER die anderen ;)

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