Kein Grund zur Panik beim Klima­wandel

In dieser Woche geht es in meinem Podcast unter anderem um die Energiewende. Deshalb fand ich es sehr interessant, in der Online-Zeitschrift ipg-journal der Friedrich Ebert Stiftung, einer Debattenplattform für Fragen internationaler und europäischer Politik, ein Interview mit dem Umweltaktivisten M. Shellenberger zu lesen, der die erwarteten Folgen des Klimawandels für übertrieben hält. Die Highlights:

  • „Seit über dreißig Jahren bin ich Umweltaktivist. Ich würde lieber weniger Klimawandel sehen als mehr. Sicherlich werden die Gefahren des Klimawandels mit steigenden Temperaturen höher. Allerdings sind die Aussagen, die in den letzten Jahren über den Klimawandel gemacht wurden, massiv übertrieben.“ – bto: Wer will nicht weniger Klimawandel sehen?
  • Eine der Sorgen ist, dass der Klimawandel zu mehr Naturkatastrophen führt. (…) Ein Hurrikan, der niemandem schadet, ist keine Katastrophe. Also wurden Naturkatastrophen insofern, dass die durch sie verursachten Todesfälle in den letzten hundert Jahren um 90 Prozent zurückgegangen sind, nicht schlimmer, sondern besser. Die Menschen wurden ihnen gegenüber sehr viel widerstandsfähiger, was teilweise an einfachen technologischen Lösungen wie Wettervorhersagen, Windschutz und besserer Infrastruktur – beispielsweise in Südasien – liegt.“ – bto: Und diese Lösungen könnten viel günstiger sein, als die Investitionen, um Naturkatastrophen zu vermeiden.
  • „Das zweite ist, dass wir uns mitten in einer Erdgasrevolution befinden, (…), das nur halb so viel Kohlenstoff emittiert wie Kohle. Daher ist es unwahrscheinlich, dass unsere Temperaturen um mehr als drei Grad Celsius ansteigen. Bei der Vorhersage zukünftiger Temperaturen herrscht eine große Unsicherheit. Grundsätzlich gilt, wenn man die atmosphärische Konzentration von CO2 von 280 Teilen pro Million auf 560 verdoppelt, erhöhen sich die Temperaturen dadurch um einen Wert, der zwischen zwei und 4,5 Grad liegt.“ – bto: Das bedeutet, dass die Maßnahmen abgewogen sein müssen.
  • „Ich habe die meisten der IPCC-Berichte über den Klimawandel gelesen. Keiner von ihnen sagt Tote voraus. Dies bedeutet nicht, dass der Klimawandel keine Folgen haben wird, aber es ist schwer vorstellbar, dass sich der langfristige Rückgang der Todesfälle durch Naturkatastrophen umkehren wird.“ – bto: Die Welt wird weiter besser werden.
  • „Die einzige Gefahr massiver Todesopfer könnte durch einen Rückgang der Nahrungsmittelproduktion entstehen, allerdings konnten wir unsere Nahrungsmittelüberschüsse in den letzten 200 Jahren dank der Industrialisierung der Landwirtschaft dramatisch steigern. Dafür, dass dies weiterhin passiert, ist es besonders wichtig, dass die armen Länder Zugang zu Bewässerung, Dünger, Traktoren und Ausrüstung bekommen. Eine gewisse Erhöhung der globalen Temperaturen wird die Vorteile von Modernisierung der Landwirtschaft in den armen Ländern nicht aufheben. Dass sich die langfristigen Trends hin zu längerer Lebenserwartung, weniger Toten durch Naturkatastrophen und größeren Nahrungsmittelüberschüssen umkehren, ist kaum zu erwarten.“ – bto: Das heißt, andere Hebel müssen bewegt werden, um in den Ländern mit explosiv wachsender Bevölkerung für die Menschen ein auskömmliches Leben zu ermöglichen.
  • „(…) wir (sind) solchen Katastrophen nicht passiv ausgeliefert. Wir können uns auf mehr Niederschläge, längere Waldbrandzeiten und intensivere Hurrikane vorbereiten. Auch wenn sie vielleicht nicht häufiger werden, dann womöglich doch intensiver. Wir können uns auf diese Dinge jedoch vorbereiten.“ – bto: Das  bedeutet eine deutlich bessere Verwendung der Ressourcen.
  • „Die Menschen in armen Ländern werden bei uns oft als Grund angegeben, etwas gegen den Klimawandel zu tun. (…) Die Menschen und ihre Ernte sind den natürlichen Elementen dort bereits jetzt sehr stark ausgeliefert. Entscheidend dafür, ob es im Kongo Nahrungsmittelüberschüsse gibt oder nicht, ist, ob die Menschen dort Bewässerung, Traktoren oder Dünger verwenden und Zugang zu Straßen und all den anderen Dingen haben, die man für eine moderne Landwirtschaft benötigt.“ – bto: Eine richtige Sichtweise, finde ich. Wir müssen dazu beitragen, dass diese Länder eine eigene Chance auf Entwicklung bekommen.
  • „Es gibt keine Wissenschaft, die die Idee vertritt, der Klimawandel werde zu massenhaften Hungersnöten führen. Ob arme Länder über Nahrungsmittelüberschuss verfügen oder nicht, ob sie unter erheblichen Überschwemmungen leiden oder nicht und ob Menschen an Hitzewellen sterben oder nicht, hängt vor allem davon ab, ob sie sich wirtschaftlich entwickeln, und dafür brauchen sie billige Energie.“ – bto: Ja, denn Energie ist der Schlüssel zu allem.
  • Frage IPG: „Sie kritisieren den Ansatz der ‘nachhaltigen Entwicklung’ der Industrieländer in Entwicklungsländern. Beispielsweise wird die Europäische Investitionsbank (EIB) bis 2021 keine Kredite mehr für fossile Energieprojekte vergeben. Warum sollte dies schlecht sein?“ – Antwort: „Sie fragen, warum es schlecht sein sollte, dass reiche Länder armen Ländern die Grundlage für ihren Wohlstand wegnehmen? (…) Deutschland, Frankreich und alle anderen von uns hängen von fossilen Energieträgern und modernen Energien ab. Jetzt sagt die EIB, dass sie in armen Ländern wie Mosambik und Kongo keine Stromerzeugung aus Erdgas mehr finanziert. Deutschland selbst setzt massiv auf Erdgas und Kohle.“ – bto: Und wir geben auch den Unternehmen, die in diese Energien investieren wollen,  keine Mittel mehr …
  • „Institutionen wie die Weltbank leiten jetzt im Grunde all das Geld, das wir früher für Entwicklung – Straßen, Stromversorgung, Überschwemmungsschutz, Staudämme – ausgegeben haben, in Dinge wie Demokratieseminare, biologische Landwirtschaft, Solarzellen auf Hütten und Speicherbatterien um, die nicht genug Energie liefern, um damit produzieren zu können. Will man arme Länder arm lassen, muss man nur die momentane Politik der europäischen Entwicklungsdienste fortführen. Dies finde ich unethisch und ganz klar scheinheilig.“ – bto: Ich finde es ideologisch verblendet.
  • „Alle reichen Länder wurden dadurch reich, dass sie ihr Land entwaldeten, um Landwirtschaft zu betreiben und fossile Energien zu nutzen. Jetzt, wo wir dies getan haben, treten wir den anderen die Leiter weg. Wir sagen ihnen, so reich zu werden wie wir ist unmoralisch. (…) Ich finde das abstoßend, und ich glaube, es spiegelt eine Art religiösen Eifer der Menschen wider.“ – bto: Das ist auch mein Eindruck, wenn ich das Thema anspreche und auf die Reaktionen blicke.
  • Die Erneuerbaren waren der Treibstoff der vorindustriellen Völker. Europa konnte von der Holzverbrennung nur dadurch wegkommen, dass es fossile Energien in Form von Kohle verwendete. Ohne Kohle hätte es keine industrielle Revolution gegeben. Das Problem mit den modernen Erneuerbaren ist das gleiche wie mit den primitiven: Die Energiedichte der Träger, in diesem Fall Sonne und Wind, ist zu gering. Um dieselbe Menge Strom aus einer Solarfarm zu gewinnen wie aus einem Gas- oder Kernkraftwerk, ist letztlich über 400-mal so viel Land erforderlich. Industrielle Windkraftanlagen sind aus einem anderen Grund schädlich: Ihre Rotoren töten Insekten, Fledermäuse und Vögel, was erhebliche ökologische Probleme verursacht. Wenn uns etwas an der natürlichen Umwelt liegt, müssen wir unsere Energieerzeugung und Landwirtschaft verdichten und dürfen sie nicht auf immer größere Flächen ausdehnen.“ – bto: Auch das klingt einfach logisch.
  • Der Wunsch nach erneuerbaren Energien stammt aus einem romantischen Naturverständnis. Es wird angenommen, Solarparks und industrielle Windkraftwerke seien natürlicher als Erdgas oder Kernkraftwerke. Dies ist offensichtlich Blödsinn, da Solarzellen und Windgeneratoren genauso künstlich und unnatürlich sind. Diese industriellen Erneuerbaren wurden im Namen des Naturschutzes gefördert, hatten aber in Wirklichkeit einen zerstörerischen Einfluss auf die Landschaft und die Tierwelt.“ – bto: Hier spricht ein engagierter Umweltschützer!
  • Frage IPG: „In Ihrem Buch kritisieren Sie den Weg, den Deutschland gegangen ist. Das Land wird bis 2022 seine Kernkraftwerke und spätestens bis 2038 seine Kohlekraftwerke abschaffen. Letztes Jahr hat erstmals der Anteil der Erneuerbaren an der Nettostromerzeugung den Anteil der fossilen Energieträger übertroffen, und es gab immer noch einen Exportüberschuss an Elektrizität. Die Wirtschaft wuchs trotzdem um 0,6 Prozent. Ich sehe in diesem Ansatz kein Problem. Sehen Sie eins?“ – Antwort: „Aber ja. Betrachten wir Frankreich und Deutschland, die man gut vergleichen kann. Der deutsche Strom ist zehnmal so kohlenstoffintensiv wie der französische. Die Deutschen geben 1,7-mal mehr für ihren Strom aus als die Franzosen. Offensichtlich ist Frankreich größtenteils nuklear aufgestellt, während Deutschland die Kernkraft abschafft und die Erneuerbaren fördert. Kein Land in der Welt hat so stark auf erneuerbare Energien gesetzt wie Deutschland. Allerdings ist die Stromrechnung der Deutschen in dieser Zeit um 50 Prozent gestiegen. Es wird erwartet, dass das Land bis 2025 über 500 Milliarden Euro für erneuerbare Energien und ihre Infrastruktur ausgibt.“ bto: Nicht „das Land“, sondern unsere Politiker geben unser Geld dafür aus. Die 500 Milliarden sind ja nicht weg, sondern bei den Betreibern der Anlagen.
  • Wäre dieser Betrag in die Kernkraft geflossen, hätte er die fossilen Brennstoffe im Strommix völlig ersetzt und könnte für das gesamte Transportwesen emissionsfreien Strom liefern.“ – bto: Das ist das große Tabu bei uns. In Japan wird weiter auf Atomkraft gesetzt.
  • „Vaclav Smil, der als einer der weltgrößten Energieexperten gilt, hat ausgerechnet, dass der Übergang hin zu hundert Prozent erneuerbarer Energie bedeuten würde, die Fläche, die wir in den reichen Ländern zur Energieerzeugung verwenden, von etwa einem halben Prozent auf 25 oder gar 50 Prozent zu erhöhen. Dafür, was Erneuerbare leisten können, gibt es also inhärente physische Grenzen.“ – bto: Sicherlich werden wir irgendwann mal die Technologien haben, aber heute eben noch nicht.
  • „Wenn jemand überhaupt hundert Prozent Erneuerbare verwirklichen kann, dann die Deutschen, und sie haben es nicht geschafft, weil Wind und Sonne so unverlässlich sind. Man braucht diese riesigen Überlandleitungen und erhebliche Back-up-Kapazitäten. Die neue Mode ist jetzt Wasserstoff, aber jedes Mal, wenn man Energie umwandelt, also Strom in Wasserstoff und zurück, muss man erhebliche Verluste in Kauf nehmen. (…) Ich glaube, Deutschland ist der Beweis dafür, dass eine moderne Industriegesellschaft nicht mit erneuerbaren Energien betrieben werden kann.“ – bto: Und es wird dennoch versucht, wohl mit der Idee, auf diese Art und Weise die hiesige Deindustrialisierung zu beschleunigen.
  • Frage IPG: „Die meisten Menschen – insbesondere in Deutschland – betrachten Kernkraft als Gefahr für die öffentliche Sicherheit. (…) Verstehen Sie angesichts der Katastrophen in Tschernobyl und Fukushima vor weniger als zehn Jahren in einem Industriestaat nicht, dass die Leute Angst haben? Antwort: „(…) es scheint, dass an der Katastrophe in Tschernobyl über etwa 80 Jahre hinweg etwa 200 Menschen sterben werden – weniger als 50 an dem Unfall direkt, und der Rest an Schilddrüsenkrebs, der zwar normal tödlich ist, aber auch leicht behandelt werden kann. Normalerweise sterben die Menschen daran in hohem Alter. (…) Bei der Kernenergie sieht man ein interessantes Paradox: Obwohl es eine viel mächtigere Energieform ist als die Verbrennung petrochemischer Energieträger, hat sie tatsächlich geringere Auswirkungen auf das menschliche Leben. Berücksichtigt man, dass Nuklearenergie ein Ersatz für fossile Brennstoffe ist, die über die Verschmutzung der Luft das Leben der Menschen verkürzen, hat sie letztlich bereits über zwei Millionen Leben gerettet, indem sie diese Verschmutzung verhindert hat. Einer ihrer Vorteile ist, dass wir mit ihr die ökologischen Folgeschäden der Energieerzeugung beinahe auf null reduzieren können.“ – bto: Und wir wissen, dass der nächste Schritt die Kernfusion ist. Schon in den kommenden Jahrzehnten dürfte sie Realität werden.

→ ipg-journal.de: „Kein Grund zur Panik“, 4. August 2020

Kommentare (68) HINWEIS: DIE KOMMENTARE MEINER LESERINNEN UND LESER WIDERSPIEGELN NICHT ZWANGSLÄUFIG DIE MEINUNG VON BTO.
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    Dr. Stefan Lehnhoff sagte:

    Hier wird ja viel über Wahrheit geschrieben.
    Nun ist klar, es gibt keine Final beweisbaren Fakten, davor schützen uns Konzepte von Matrix bis zum Gödelschem Unvollständigkeitssatz.
    Praktisch können wir aber mit wenigen Axiomen der Mathematik eben doch etwa im Falle Gallileo richten: Wer auf dieser Basis sorgfältig prüfte, konnte beweisen, dass die alten Schriften falsch und Galileos Thesen wiederspruchsfrei waren – mit damaligem Wissen.
    Diese Masstäbe gelten für Klimahysteriker und Energiewendeexperten nachweislich nicht ( und bitte: Wer Leute wie Quaschnik hier als Zeugen benennt beleidigt die Nutzer dieses Blogs).
    Die meisten Wissenschaftler hatten immer schon starke Probleme mit wissenschaftlichem Denken (nur nicht so starke wie der Rest der Bevölkerung), Heute werden die wenigen anderen politisch, ideologisch und ökonomisch ausgegrenzt.
    Die Postmoderne ist auch längst eine post- aufklärerische Epoche geworden.

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      Dietmar Tischer sagte:

      @ Dr. Stefan Lehnhoff

      >… es gibt keine Final beweisbaren Fakten,>

      Darum geht es nicht.

      Wer WILL denn BEWEISEN, ob Sie z. B. ein oder zwei Hände haben, mit denen Sie den Lesern dieses Blogs am 10. August 2020, veröffentlicht mit Uhrzeit 23:55, einen Text geschrieben haben oder hätten schreiben können, wenn Sie ihn nicht geschrieben haben sollten?

      Niemand, noch nicht einmal Sie selbst.

      Es geht darum, ob und wenn so, aus welchen Gründen was zu BEZWEIFELN ist und entsprechend damit gegebenenfalls ein Urteil über was der Fall ist oder nicht der Fall gefällt werden kann.

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      Christian Anders sagte:

      @Dr Stefan Lehnhoff

      Es würde (mir zumindest) in allen Debatten reichen, wenn sicher falsifizierte Dinge aus dem Rennen wären, sodass man darüber diskutiert, WAS von den übrig bleibenden nicht falsifizierten Konzepten WIESO (z. B. logische Schlüssigkeit) nicht als unwahr gelten kann. Da bleibt dann weder beim Klimawandel noch bei der Energiewende viel übrig – und aus diesem Wenigen kann man dann politische Schlüsse ziehen, über die man sich naturgemäß immer noch „die Köpfe einschlagen“ kann.

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        Dr. Stefan Lehnhoff sagte:

        @ Herren Tischer und Anders:
        Genau so sehe ich dass, außer dass es eben jede Menge Leute, statt „niemand„ gibt, die etwas beweisen wollen, es aber nicht mal gut belegen können.
        Das führt zu den Problemen im politischen wie im ökonomischen Raum.
        Es ist übrigens ein Aspekt, den ich bei Dr Stelter sehr angenehm finde, nicht obwohl sonder weil er ein kluger Kopf ist mit viel Wissen dazu, drückt er sich immer so aus, dass klar wird, dass Ökonomie alles andere als eine exakte Wissenschaft ist.

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    Bauer sagte:

    @ D. Tischer

    >> „Sie stellt damit natürlich NICHT fest, was ALS Mehrheitsmeinung gilt und was nicht.“

    Das ist nun wirklich Haarspalterei. Ich weiß, Sie lieben das.

    Wenn die Mehrheit der Naturwissenschaftler zu dem Schluss kommen würde, dass das perpetuum mobile möglich ist, dann ist eben die Mehrheit auf dem Holzweg und weiterer Diskussionsaufwand ist überflüssig. Das mag im Falle des perpetuum mobile nicht weiter schlimm sein, solange der Staat nicht Milliarden für die Suche danach hinauswirft. Aber in der Klimafrage passiert eben genau das.

    Wohl bekomm’s!

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      Christian Anders sagte:

      @Bauer

      Der Unterschied ist, dass ein Perpetuum Mobile bekannten physikalischen Grundsätzen widerspricht, während dies bei „der Klimafrage“ im umgekehrten Fall der Erfüllung physikalischer Grundsätze entspricht.

      Deshalb wird sich keine Mehrheit der Wissenschaftler für Erstes finden lassen, für Zweites aber sehr wohl.

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        Alexander sagte:

        @Christian Anders

        *** „Mehrheit der Wissenschaftler“ ***

        Was ist die Mehrheit? Mehrheit ist der Unsinn.
        Verstand ist stets bei wenigen nur gewesen.
        Bekümmert sich ums Ganze, wer nichts hat?
        Hat der Bettler eine Freiheit, eine Wahl?
        Er muß dem Mächtigen, der ihn bezahlt,
        um Brot und Stiefel seine Stimm‘ verkaufen.
        Man soll die Stimmen wägen und nicht zählen.
        Der Staat muß untergehn, früh oder spät,
        wo Mehrheit siegt und Unverstand entscheidet.
        Demetrius I. (Sapieha)
        Friedrich Schiller

        Nicht nur Verfassungsgerichte sondern auch Wissenschaftler sind mehr als nur ihrem Gewissen unterworfen und eine demokratische Zusammensetzung der Entscheidungsorgane kein Schutz gegen die Unfreiheit ihrer Darsteller, auch wenn Fehlentscheidungen haftungsfrei bleiben.

        In einer Welt ohne Rendite als Leistungsbarometer kann der Kampf um die Gnade der zu besetzenden Stellen nur noch durch Unterwerfung gewonnen werden. Darin unterschieden sich die Karrieren im Schutz staatlicher Hoheit zu keiner Zeit.
        https://www.textlog.de/tucholsky-karrieren.html

        Die Entscheidung um die Deutungshoheit der „KlimaFrage“ (Zitat @C.A.) war keine wissenschaftliche sondern ist immer noch nur politische Zielsetzung.

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        Christian Anders sagte:

        @Alexander

        „Die Entscheidung um die Deutungshoheit der „KlimaFrage“ (Zitat @C.A.) war keine wissenschaftliche sondern ist immer noch nur politische Zielsetzung.“

        Die Entscheidung darüber, ob und wie man worauf genau reagieren soll, ist politisch.

        Die Frage, ob der Klimawandel menschgemacht ist und was der missverständlich benannte „atmosphärische Treibhauseffekt“ ist, ist naturwissenschaftlich.

        Das Wissenschaftler in einer Doppelrolle als „Politiker“ (was SOLLTEN wir erreichen WOLLEN, Klimaabkommen etc.) unterwegs sind, stimmt. Erstaunt aber nicht – mich zumindest nicht.
        Mich erstaunen ja auch keine Politiker, die sich mit naturwissenschaftlichen Statements (bzw. dem, was sie dafür halten) hervortun. Korrigiert gehören Sie dennoch, wenn sie Unsinn erzählen.

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        Alexander sagte:

        @Christian Anders

        „Die Frage, ob der Klimawandel menschgemacht ist und was der missverständlich benannte „atmosphärische Treibhauseffekt“ ist, ist naturwissenschaftlich.“ (*)

        Man kann mit Simulationen alles darstellen, wenn man sich „mehrheitlich“ auf gemeinsame Parameter einigt, die entscheidenden Einfluss haben und keineswegs naturwissenschaftlich bewiesen sind.
        Wären sie bewiesen gäbe es keinen Streit. Der Nachweis von „richtig“ oder „falsch“ ist wissenschaftliche Arbeit, gemäß Max Weber.

        Da der Nachweis nicht so schnell erbracht werden kann, wie „man“ die Klimakatastrophe medial inszeniert (vgl. Meeresspiegelhöhe, Al Gore Doku) muss man seine Parameter durch eine demorkatische Mehrheit im „Weltklimarat“ IPCC zum DOGMA erklären und seine Gegner schon mal mit der TODESSTRAFE einschüchtern.

        Jetzt sind wir tatsächlich bei Galilei angekommen, dessen Wissenschaft gegen ein DOGMA verstieß.

        Dogmatiker gewinnen Zeit, wenn man unveränderliche Tatsachen schaffen will. Das gilt für die gesellschaftliche Energieversorgung, EU/Euro, Zuwanderung und zuletzt die Pandemie.

        * Ihre Satzkonstruktion passt genau zur Wortwahl der ausweichenden „KlimaFrage“.
        Ohne Aussage ist das nur ein Apell an das Gefühl der political correctness, bzw. an das Schuldgefühl.

        Die postmoderne Wissenschaft dekonstruiert sich selbst, so wie es die Pfaffen um Galilei taten. Die Geschwätzwissenschaften haben längst nach anderen Disziplinen metastasiert.

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        Christian Anders sagte:

        @Alexander

        Die beiden Dinge, die ich „naturwissenschaftlich“ nannte, haben NICHTS mit Simulationen oder Modellen zu tun.
        Es sind Messfakten.

        Zum Punkt „wären sie bewiesen, gäbe es keinen Streit“ kann ich nur wiederholen, was ich Hr. Tischer schon gesagt habe:

        Wäre die Welt so, dass es über erwiesene Dinge keinen Dissenz gäbe, gäbe es keine Impfgegner, keine Homöopathen, keine Flacherdler, usw. usf.

        Es GIBT die aber. Und sie streiten.

        Offensichtlich funktioniert die Welt so nicht.

      • Avatar
        Alexander sagte:

        @Christian Anders

        An welcher Stelle findet man ihre Messfakten – außer den Temperaturdaten, wie üblich bleiben Sie Quellen und Hintergründe schuldig -> appelieren an Gefühle.

        Ihre Ausflucht zu „…Impfgegner, …Homöopathen, … Flacherdler“ kommt zu früh.
        In Ihrem Manskript steht zuvor … die Kritiker seien allesamt gekauft – was man immer zu hören bekommt sobald man z.B. EIKE nennt oder H.W.Sinn bei „der Linken“, z.B.

        Die Diffamierung per Flacherdler ist eines der neuen Totschlagargumente seine Agenda ungehindet durchsetzen zu können, weil sich die Schäfchen vom Mangel an „akademischer Naturwissenschaft“ nicht mehr unterordnen wollen.

        Dabei sind die Schafe der flachen Erde einen Schritt weiter und trollen ihre intellektuellen Herrscher, wie es Trump so erfolgreich nachmacht. Die Empörung seitens der „Covidioten“ über „das Pack“ hilft der Polarisierung – die Geschichte nimmt Fahrt auf…..

        https://youtu.be/7Ga-wsPZeGw

      • Avatar
        Christian Anders sagte:

        @Alexander

        „An welcher Stelle findet man ihre Messfakten – außer den Temperaturdaten, […]“

        Z. B. hier:

        https://www.researchgate.net/publication/12065270_Increases_in_greenhouse_forcing_inferred_from_the_outgoing_longwave_radiation_spectra_of_the_Earth_in_1970_and_1997

        oder hier, MIT guten Erläuterungen: https://scienceofdoom.com/2011/04/03/understanding-atmospheric-radiation-and-the-%e2%80%9cgreenhouse%e2%80%9d-effect-%e2%80%93-part-ten/

        Dann sollten Sie mal nach HITRAN googlen.

        wie üblich bleiben Sie Quellen und Hintergründe schuldig -> appelieren an Gefühle.“

        Quellen haben Sie jetzt. Ist erweiterbar. Hintergründe dazu: Diese MESSDATEN zeigen etwas, was es je nach dem, welchen Skeptiker man fragt, entweder nicht gibt (wie wurde es dann gemessen?) oder was keine Wirkung auf die Temperatur hat (das bricht den Energieerhaltungssatz, also eine universelle Grundlage der Natur).

        Es ist eindeutig CO2 zuweisbar und das zusätzliche CO2 eindeutig der menschlichen Emission (das mit dem Isotopenverhältnis. Wenn Sie mögen, habe ich auch dazu Quellen).

        Mit diesen Infos appelliere ich an Ihren Verstand: Wie verknüpft er das logisch?

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      Dietmar Tischer sagte:

      @ Bauer

      Ich verstehe, dass Sie der Gesellschaft wünschen/empfehlen, sich darauf zu besinnen und daran zu orientieren, was wahr ist.
      Was wahr ist, weiß die Wissenschaft (wenn sie denn eine ist, die sich als Wissenschaft treu ist).

      Wenn die Gesellschaft dies befolgte, also auf die Wissenschaft hörte, wäre sie eine bessere, sogar eine gute Gesellschaft.

      Das ist zu kurz gesprungen und unterliegt einem fundamentalen Missverständnis.

      Ich glaube auch, dass sie besser sein würde, weil sie sich – Urteilsvermögen bezüglich wissenschaftlicher Aussagen unterstellt – nicht mehr an so vielen unsinnigen Vorstellungen orientieren würde.

      ABER:

      Gesellschaftliches WOLLEN ist immer auch WILLKÜRLICHES Wollen.

      Heißt:

      Auch wenn die Menschen sich in der wünschenswerten Weise an Wissenschaft orientieren würden, hätten sie FREIHEITSGRADE, deren Wahrnehmung nicht mehr wissenschaftlich „gedeckt“ bzw. einzufangen wäre.

      Dieses willkürliche Wollen wechselt nicht von heute auf morgen, ist morgen nicht das Gegenteil von heute, aber es WECHSELT und braucht dabei Wissenschaft NICHT zu missachten.

      Wenn ich Sie richtig verstehe, ist das ein DEFIZIT Ihrer Sichtweise auf die Gesellschaft.

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      • Avatar
        Bauer sagte:

        @ D. Tischer

        >> „Wenn ich Sie richtig verstehe, ist das ein DEFIZIT Ihrer Sichtweise auf die Gesellschaft.“

        Sie sind wirklich ein schwieriger Fall. Den zitierten Satz gebe ich Ihnen wortwörtlich zurück. Er passt dort wesentlich besser.

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        Dietmar Tischer sagte:

        @ Bauer

        >Sie sind wirklich ein schwieriger Fall.>

        Das glaube ich auch.

        Aber es wäre sehr hilfreich, wenn Sie mir konkret darlegen würden, WELCHE meiner Auffassungen oder WELCHES Denken und Wahrnehmen mich zu einem schwierigen Fall machen.

      • Avatar
        Bauer sagte:

        @ D. Tischer

        Ihre Worte: „Gesellschaftliches WOLLEN ist immer auch WILLKÜRLICHES Wollen.*

        Gesellschaftliches Wollen kommt aus dem Bauch, nicht aus dem Kopf. Damit erübrigt sich konstruktive Diskussion, zumindest wenn Naturwissenschaft entscheidend mit im Spiel ist.

      • Avatar
        Dietmar Tischer sagte:

        @ Bauer

        Danke – kurz, aber verständlich und konkret.

        >Gesellschaftliches Wollen kommt aus dem Bauch, nicht aus dem Kopf.>

        Lasse ich so stehen.

        >Damit erübrigt sich konstruktive Diskussion, zumindest wenn Naturwissenschaft entscheidend mit im Spiel ist.>

        Heißt:

        Lass die Gesellschaft doch machen, wir – vom Standpunkt der Naturwissenschaft – schauen nur zu.

        Die Einstellung kann man haben.

        Man muss sie aber nicht haben.

        Ich finde sie defätistisch, auch wenn mir klar ist, dass mit dem Kopf (Erkenntnis, Rationalität, zukunftsweisenden Prognosen …) wenn überhaupt etwas, dann nur sehr wenig erreicht werden kann.

        Wir, als Menschen, sind im Verlauf der Evolution nicht sehr weit damit gekommen, VERNÜNFTIG zu gestalten, aber doch weit genug – denke ich –, um nicht JEDE gesellschaftliche Unvernunft INAKTIV hinnehmen zu MÜSSEN.

        Aufgrund dieser Position BEFASSE ich mich mit gesellschaftlichen Wollen.

      • Avatar
        Bauer sagte:

        @ D. Tischer

        >> „Ich finde sie defätistisch …“

        Defätistisch kommt vom Französischen la defaite = die Niederlage. Das bin ich mit Bestimmtheit nicht. Fatalistisch passt dagegen.

        Ich verschwende meine Energie nicht an aussichtslose Unterfangen (hier; die öffentliche Meinung zu verstehen oder gar drehen zu wollen) und verwende sie lieber um mein Sach‘ (ein schöner alter Ausdruck für my tangibles) zu bewahren und zu mehren.

      • Avatar
        Dietmar Tischer sagte:

        @ Bauer

        Defätistisch kann auch hoffnungslos heißen, passt dann schon, denke ich.

        Ich verstehe und respektiere Sie.

        Wenn Sie unserem Dialog entnehmen könnten, dass es mir NICHT um Haarspalterei geht, sondern um ein Verstehen anderer, würde er aus meiner Sicht etwas geklärt haben.

  3. Avatar
    ruby sagte:

    Zwei wesentliche weiterzudenkende Wirklichkeiten:

    „Der Wunsch nach erneuerbaren Energien stammt aus einem romantischen Naturverständnis.

    Diese industriellen Erneuerbaren wurden im Namen des Naturschutzes gefördert, hatten aber in Wirklichkeit einen zerstörerischen Einfluss auf die Landschaft und die Tierwelt.“ – bto: Hier spricht ein engagierter Umweltschützer!“

    Die natürlichen Energien Kohle, Gas, Öl, sind regenerativ also erneuerbar, sie wurden durch Sonne, Wind, Pflanzen, Wasser, Boden, Druck, Luftabschluss gebildet enthalten alles was zur erneuerbaren Natur und ihrem Kreislauf gehört, durch diese regulativ gesteuert werden.
    Jedes Lebewesen braucht nicht irgendeine Wissenschaft, mit Beweisen, Korrelation, Kausaltät, Beobachtung, Vorhersage.

    Nachhaltigkeitsprinzip bedeutet nicht Naturzerstörung sondern Umwelterhaltung!
    Das ist der Maßstab der Werdung, der eine Kombination mit der Menge/Quantität und Zulassigkeit der freien Einsetzung gebietet.
    Ähnlichkeiten zu vorhergehenden Infla-/Defla-Debatte scheinen offenkundig.
    Da fehlt das Niveau: Preis-, Wohlstands- versus Naturstandsniveau?
    Dieses variiert von lebendiggesund bis todkrank, von der anfänglichen Lebensentstehung bis zum abschliessenden Lebensende.
    Was für erhabene und bewundernswerte Aufgaben, die erreichbar sind.

    Es gibt keine Diskriminierung oder gar Verkrieglichung der Energiewende, diese sind Tricks, eine vorsätzliche Falle der Erfinder, die selbst Schuld und Erfüllung schaffen, um darüber unnatürlich zu wachen und zu gebieten.
    Das gesunde Leben und Wirtschaften geht sichtbar anders.
    Konfliktheorie…
    https://de.m.wikibooks.org/wiki/Soziologische_Klassiker/_Das_soziologische_Dorf/_Konflikttheorie

    Antworten
  4. Avatar
    Dietmar Tischer sagte:

    @ Susanne Finke-Röpke

    >Realität entsteht nicht, aber eine reale Gesellschaft entsteht.>

    Ich verstehe Sie und wir müssen nicht darüber streiten, ob eine reale Gesellschaft auch Realität ist oder nicht.

    Interessanter und diskussionswürdiger finde ich Ihre folgende Aussage:

    >Verzerrte Wahrnehmungen sind teilweise Realität. Es ist die moderne Variante des Inhaftieren Galileis … und aufgrund der Wichtigkeit des anklagenden Inquisitors gefälligst das Zentrum des Universums zu sein hat, wo kämen wir denn da hin?>

    Es ist einfach zu urteilen, wenn der Inquisitor im Spiel ist.

    Wenn er nicht im Spiel ist, dann wird es schwieriger.

    Ich lade Sie – und jede/n, die/der sich herausgefordert fühlt, gern auch die Physiker am Blog – ein, folgendes Gedankenexperiment mit mir durchzuführen.

    Galileo und ein „Schriftgelehrter“ vor einem FAIREN Zivilgericht – also KEIN Inquisitor – in Rom.

    Sie sind bitte die Richterin, die NICHT mit ihrem heutigen, sondern mit ihrem DAMALIGEN Wissen, von dem Sie sicher eine hinreichend Vorstellung haben, ENTSCHEIDEN muss, ob sich die Erde um die Sonne dreht oder die Sonne um die Erde.

    Hier sind die Beweisangebote der beiden Parteien:

    Galileo:

    „Frau Richterin, schauen Sie durch mein Fernrohr und Sie werden erkennen MÜSSEN, dass sich die Erde um die Sonne dreht. Ihr Schauen ist reine EMPIRIE.

    Schriftgelehrter:

    Frau Richterin, schauen Sie in die hier vorgelegten Bücher aus nahezu 2000 Jahren und Sie werden erkennen MÜSSEN, dass sich die Sonne um die Erde dreht. Ihr Schauen ist reine EMPIRIE.

    WIE würden Sie entscheiden – und DAMIT auch entscheiden, was als WISSENSCHAFT und NICHT-Wissenschaft („Religion“) zu GELTEN hat?

    Warum haben Sie so und nicht anders entschieden?

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      Christian Anders sagte:

      @DT

      „Warum haben Sie so und nicht anders entschieden?“

      Weil ich das, was ich sowohl in den Büchern als auch durch das Fernrohr sehe, anhand von Vorwissen und angeeigneter Denkmuster bewerte. Verstehe ich nicht, was das, was ich durch das Fernrohr sehe, aus der Perspektive eines Physikers bedeutet, hat Galilei verloren.

      Genau deshalb beschäftigen Gerichte Gutachter. Richter können die nötigen Perspektivwechsel samt Vorwissen gar nicht machen und haben. Geht nicht.

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        Dietmar Tischer sagte:

        @ Christian Anders

        Ist O.K., aber auch begging the question.

        Welches Vorwissen bzw. welche angeeigneten Denkmuster hätte ein Gutachter zum ZEITPUNKT dieses Prozesses haben KÖNNEN oder MÜSSEN, um eine richterliche Entscheidung in die eine oder andere Richtung begründen?

        Ich vereinfache daher die Situation so, dass kein Gutachter erforderlich ist:

        Die Richterin oder Sie sehen durch das Fernrohr des Galileo, dass sich die Erde um die Sonne dreht.

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        Christian Anders sagte:

        @DT

        Dann gibt es nur noch eine Randbedingung: Der Richter muss wissen, wie ein Fernrohr funktioniert und dass es keine Illusionen zeigt, sondern lediglich Vergrößerungen. Dann MÜSSTE er gegen die 2000 Jahre Schrift und für Galilei entscheiden.

        Ich merke an der Antwort selbst, dass mit dem Sein als NaWiSchaftler auch eine Lebenshaltung einhergeht.

      • Avatar
        Dietmar Tischer sagte:

        @ Christian Anders

        Alle Randbedingungen sind erfüllt – der Richter weiß u. a. auch, dass die Schriftzeichen und die Zeichnungen in den Büchern keine Illusionen sind.

        MÜSSTE er gegen die Schrift und für Galilei entscheiden?

        WARUM so und nicht gegenteilig?

        Tipp:

        Fragen Sie sich, welcher OBJEKTIVE Grund Sie als damaliger Richter HINDERTE, gegen Galilei zu entscheiden.

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        Christian Anders sagte:

        @DT

        WARUM…

        Weil eine Naturbeobachtung, von der man weiß, dass sie real ist, Aufzeichnungen über Vorstellungen davon, wie eben jene Realität sei, aussticht. Natürlich auch dann, wenn es reale Aufzeichnungen sind. Dass die Beobachtung tradiertem Wissen widerspricht, wäre ein SUBJEKTIVER Ablehnungsgrund.

        Ein objektiver fällt mir unter Erfüllung der Randbedingung nicht ein.

      • Avatar
        Dietmar Tischer sagte:

        @ Christian Anders

        >eine Naturbeobachtung, von der man weiß, dass sie real ist, Aufzeichnungen über Vorstellungen davon, …>

        Sie konnten DAMALS dieses Beispiel betreffend NICHT wissen, WAS real ist.

        Sie konnten daran ZWEIFELN, dass das, was in den Büchern steht, immer real ist (als Aussage darüber, was der Fall ist), weil so manches, was in ihnen steht, als offensichtlich NICHT real erkannt wurde.

        Das reicht aber nicht, die Realität der Bücher in jedem Fall, also auch in diesem zu verwerfen.

        Mein Urteilsspruch lautet daher:

        NICHT entscheidbar.

        Die Frage ist nun, WAS uns HEUTE berechtigt, OHNE den geringsten Zweifel zu entscheiden, dass die Empirie von Galilei die RICHTIGE ist.

        Es nicht ein Beweis, dass Empirie wie sie Galilei praktiziert hat, die richtige Empirie ist.

        Empirie ist nicht mit Empirie zu beweisen.

        Es ist vielmehr der ÜBERLEGENE NUTZEN, dem wir seinem Verfahren und aller DARAUF aufbauenden Verfahren zuschreiben.

        Die Mythologie war für die Griechen ein System von Erklärungen mit hohem Nutzen.

        Sie hat aber einen unsäglich geringen Nutzen verglichen mit beispielsweise wissenschaftlichen Wettervorhersagen, die es den Landwirten ermöglichen den bestmöglichen Erntezeitpunkt, d. h. den, der den HÖCHSTEN Ertrag verspricht, zu bestimmen.

        Mythologien haben keine Prognosefähigkeit, die Glaskugel nur eine grottenschlechte (um es vornehm auszudrücken).

        Kurzum:

        Was wir als wissenschaftlich verstehen, basiert auf einem lebensweltlichen PRAGMATISMUS, der sich am NUTZEN orientiert.

        Was als Nutzen GILT, kann sich ÄNDERN.

        Wenn das so ist, dann muss man es auch für MÖGLICH halten können, dass wir irgendwann auf der Basis eines anderen lebensweltlichen Pragmatismus, also ANDERER NUTZENORIENTIERTHEIT „weiblicher Physik“ den dominierenden Rang für „Bestimmung der Realität“ einräumen.

        Wer jetzt lacht, darf das.

        Er sollte sich aber fragen, mit WELCHER Befangenheit er das tut.

      • Avatar
        Christian Anders sagte:

        @DT

        „Sie konnten DAMALS dieses Beispiel betreffend NICHT wissen, WAS real ist.“

        Ähm… ja! Genau das war doch Galileis Argument: So lange ihr nicht durch’s Fernrohr guckt, könnt ihr es nicht wissen. Also! Guckt! Da! Durch!

        Galilei hat für eine ERWEITERUNG des Wissens plädiert BEVOR ein Urteil zu fällen ist.

        „Das reicht aber nicht, die Realität der Bücher in jedem Fall, also auch in diesem zu verwerfen.“

        Wieder „ähm…“ Doch. Wenn in den Büchern steht, dass die Sonne sich immer um die Erde dreht und ich gucke nach und sehe das Gegenteil, sehe ich entweder eine Fata Morgana (hatten wir ausgeschlossen), ODER was in den Büchern steht ist falsch.

        Die Möglichkeit, dass ich NICHTS von beidem wissen könnte, besteht dann gar nicht, wenn ich durch’s Fernrohr geschaut habe.

        „Was wir als wissenschaftlich verstehen, basiert auf einem lebensweltlichen PRAGMATISMUS, der sich am NUTZEN orientiert.“

        Nein. Nicht Nutzen. ERKLÄRKRAFT. Auch unnütze Dinge sind wissenschaftlich erklärbar, werden wegen unseres „lebensweltlichen Pragmatismus“ allerdings seltener erforscht.
        Es gilt das als wissenschaftliche „state of the art“, was logisch schlüssig Beobachtungen erklären kann, ohne dass es andere Beobachtungen gibt, die der Erklärung widersprechen würden.
        Damit hat man die am sichersten nichtfalsche Erklärung, die man zu diesem Zeitpunkt haben kann.

        Die eine Beobachtung, die das „bisher beste“ per Widerspruch falsifiziert hätte, wäre in Ihrem Beispiel der Blick durch Galileis Fernrohr gewesen. Damit wäre Galileis Erklärung an die Stelle der aus den Büchern getreten, da sie alle alten UND die neue Beobachtung konklusiv erfasst hätte. Damit wäre sie die bestmögliche Theorie den vorhandenen Beobachtungsraum betreffend gewesen.

      • Avatar
        Dietmar Tischer sagte:

        @ Christian Anders

        >Genau das war doch Galileis Argument: So lange ihr nicht durch’s Fernrohr guckt, könnt ihr es nicht wissen.>

        Das war KEIN für die damalige Zeit GÜLTIGES Argument.

        Es war:

        Ich, Galilei, schaue durch’s Fernrohr und sehe etwas ANDERES als in den Büchern zu sehen ist.

        Und ich bin ÜBERZEUGT davon, dass das, was ich sehe, der Fall ist und sich daher die Erde um die Sonne dreht.

        Galilei hat die SICHTWEISE ERWEITERT, aber nicht das WISSEN (wohl aber den ANSTOSS dazu gegeben, was SPÄTER als Wissen gelten soll).

        Daher:

        >Wenn in den Büchern steht, dass die Sonne sich immer um die Erde dreht und ich gucke nach und sehe das Gegenteil, sehe ich entweder eine Fata Morgana (hatten wir ausgeschlossen), ODER was in den Büchern steht ist falsch.>

        ist das eine DAMALS nicht gerechtfertigte Aussage.

        Denn folgende Aussage war damals AUCH gerechtfertigt:

        Wer durch’s Fernrohr schaut, sieht etwas FALSCHES.

        Sie urteilen als HEUTIGER Wissender, NICHT als damaliger.

        Deshalb sind sie KEIN fairer Richter in jenem Verfahren.

        >Es gilt das als wissenschaftliche „state of the art“, was logisch schlüssig Beobachtungen erklären kann, ohne dass es andere Beobachtungen gibt, die der Erklärung widersprechen würden.>

        Das bestreite ich nicht, geht aber am Thema vorbei.

        WARUM befassen wir uns mit – siehe Zitat C. F. v. Weizsäcker – mit einer geradezu religiösen Hingabe mit Verfahren, die einem solchen „state of the art“ verpflichtet sind?

        Von mir aus ERKLÄRKRAFT, aber nur, weil WIR – wir, die Gesellschaft – sie als extrem NÜTZLICH ansehen.

        Wenn Niemand diese Verfahren als mit NÜTZLICHEN Ergebnissen verbunden ansehen würde, gäbe niemand einen Cent dafür, es wäre l’art pour l’art ausgeübt von Esoterikeren, die sich mit Schlüssigkeit und Widerspruchsfreiheit fassen würden, zugegeben Phänomina dieser Welt betreffend, aber eben uninteressanten Ergebnissen.

        Ihre QUALITATIVE Verortung von Wissenschaft ist VERFAHRENSBEDINGT unangreifbar.

        Die BEDEUTUNG des Verfahrens ist aber abhängig von zivilsatorisch-gesellschaftlichen Veränderungen und damit ist auch deren RELEVANZ – bis zu Null hin – zu anderen Zeiten eine möglicherweise andere, OHNE dass damit an der QUALITATIVEN Verortung der geringste Abstrich vorgenommen würde.

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        Christian Anders sagte:

        @DT

        „Denn folgende Aussage war damals AUCH gerechtfertigt:

        Wer durch’s Fernrohr schaut, sieht etwas FALSCHES.“

        Hatten wir per Nebenbedingung ausgeschlossen: Der Richter WEIß, dass ein Fernrohr eine Vergrößerung sichtbarer Beobachtungen zeigt, keine Illusionen.

        Unter dieser Nebenbedingung falsifiziert die Beobachtung den Inhalt der Bücher auch bei damaligem Wissen.

        Wenn der Richter sagt: „Ich kann nicht beurteilen, ob das, was ich als vergrößerten Ausschnitt der Realität durch ein Glasgerät sehe, wirklich ein Ausschnitt von Realität ist“

        wäre das aus Sicht eines damaligen Wissens verständlich. Die Nebenbedingung ist dann allerdings nicht erfüllt – mithin das SZENARIO ein anderes als ich bisher annahm.

      • Avatar
        Dietmar Tischer sagte:

        @ Christian Anders

        >Der Richter WEIß, dass ein Fernrohr eine Vergrößerung sichtbarer Beobachtungen zeigt, keine Illusionen.
        Unter dieser Nebenbedingung falsifiziert die Beobachtung den Inhalt der Bücher auch bei damaligem Wissen.>

        UMFORMULIERT wird Ihre Position so stark, dass sie nicht mehr erschüttert werden kann:

        Der Richter WEISS, dass der Blick durchs Fernrohr die REALITÄT zeigt.

        Das kann er aber NICHT wissen.

        Die damaligen SICHTBAREN Beobachtungen ZEIGEN doch, dass die Sonne morgens aufgeht und abends unter, die Sonne sich also um die Erde dreht.

        Bei DIESEM Verständnis – und ein anderes gab es NICHT bis zur Gerichtsverhandlung – kann die VERGRÖSSERUNG durch das Fernrohr beim Beobachten NICHTS anderes zeigen als das, was IMMER beim Beobachten sichtbar ist, wenn sie REALITÄT sichtbar machen will – dass sich die Sonne um die Erde dreht.

        Zeigt sie etwas anderes, ob Illusion erzeugend oder nicht, VERFÄLSCHT sie die Realität.

        >„Ich kann nicht beurteilen, ob das, was ich als vergrößerten Ausschnitt der Realität durch ein Glasgerät sehe, wirklich ein Ausschnitt von Realität ist“>

        NUR das kann der VORURTEILSLOS urteilende Richter aufgrund seines DAMALIGEN Wissens sagen und nur auf dieser Basis kann er urteilen.

        Auf was ich hinaus will:

        Was HEUTE als Wissen GILT – und GELTUNG ist entscheidend – ist nicht durch ein Event, sondern durch einen PROZESS entstanden, der eine stringente auf Empirie bezogene Methodik einschließt.

        Wir verbinden mit ihr in vielerlei Hinsicht so viel POSITIVES (Nutzen), d. h. ein unvergleichliches MEHR als die Irrfahrten der Wissenschaft, die es auch gibt, dass wir DIESE Methodik als Verfahren nicht nur nicht anerkennen, sondern als AUSSCHLIESSLICH für Erkenntnisgewinn ansehen.

        Diese Ausschließlichkeit ERLAUBT es aber NICHT, im RÜCKBLICK einem heute als Erkenntnis gewinnend angesehenem Teilverfahren wie dem Blick durch das Fernrohr unter ganz ANDEREN Voraussetzungen eine Wahrheit KONSTITUIERENDE Wirkung zuzuschreiben.

        Und der andere Punkt ist der, vielleicht der wichtigere:

        Wissenschaft – und ich meine WISSENSCHAFT, so wie Sie sie verstehen – besitzt zwar eine EXTREM hohe Relevanz für unsere Gesellschaft, ist aber letztlich eine für sie RELATIVE Determinante.

        NUR daher kann es morgen vielleicht eine „weibliche Physik“ geben, die sich welcher Methodik auch immer bedienend, ihr Wesen treibt.

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        Christian Anders sagte:

        @DT

        Aaah… Jetzt haben Sie mich abgeholt.

        Missverständnis: Ich ging davon aus, dass das, was man durch das Fernrohr sehen kann, sich von der Alltagsbeobachtung derart unterscheidet, dass man „Erde dreht sich um Sonne“ daraus schlussfolgern MUSS (warum sonst sollte Galileo sagen: „Guck durch!“ Wenn nicht zuvor Ungesehenes zu beobachten wäre?).

        Wenn man natürlich nur einen vergrößerten Ausschnitt der bekannten Alltagserfahrung sieht, kann die Beobachtung alleine keinen Erkenntnisgewinn bringen – weil die „Brille, durch die man blickt“ (in dem Fall Galileos Theorie) nicht Teil des Fernrohrs ist.

        Heißt konkret: Beobachtungen und empirische Daten sind ohne jegliches Paradigma, mithilfe dessen man sie betrachtet, erkenntnisfrei. Man kann sie weder einordnen noch klassifizieren. Selbst die Möglichkeit, Thesen empirisch zu falsifizieren, setzt eine These VOR jeglicher Empirie voraus.

        Müsste der Richter also Galileos These ERST akzeptieren, bevor er das, was er durch das Fernrohr sieht, als „Erde geht um Sonne statt umgekehrt“ deuten kann, kann er nicht mehr über die These urteilen, denn er wäre dann in zirkulärer Logik gefangen.

        Genau deshalb geht die Naturwissenschaft ja nach dem Ausschlussverfahren vor: Eigentlich gibt es nichts „Bewiesenes“ (wenn auch der Sprachgebrauch hier inkonsequent ist), sondern nur „Unwiderlegtes“.
        Dies ist das Zugeständnis daran, dass wir die Naturbeobachtungen „durch eine Brille“ aus unwiderlegten Zusammenhängen sehen und so überhaupt erst über sie befinden können.

        Anerkennen muss man, dass diese Brille seit Galileo wesentlich schärfer geworden ist – Jahrhunderte des Ausschlusses von Falschem und der Neuentdeckung von bisher Unwiderlegtem geben ein recht erkleckliches Regelwerk, um Beobachtungen und Daten zu analysieren.

        Das ist das, was ich in der Klimadebatte den – ich nenne sie mal „AGW-Skeptikern“ – vorwerfe: Ignoranz von Teilen dieses Regelwerks. Deshalb habe ich diese auch schon mit Science-Denialism benamst.
        Sie werden das selbst nicht so sehen, da sie auf das Thema mit eben einer Brille gucken, die ihre Position als sinnvoll erscheinen lässt.

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        Dietmar Tischer sagte:

        @ Christian Anders

        >Beobachtungen und empirische Daten sind ohne jegliches Paradigma, mithilfe dessen man sie betrachtet, erkenntnisfrei. Man kann sie weder einordnen noch klassifizieren. Selbst die Möglichkeit, Thesen empirisch zu falsifizieren, setzt eine These VOR jeglicher Empirie voraus.>

        So ist es.

        Wir erkennen IMMER und immer NUR mit einem „Vorverständnis“.

        Schauen Sie einfach mal rein, das „Gavagai-Gedankenexperiment“ reicht dafür, um dies JEDEM einsichtig werden zu lassen, aber für Sie als Physiker ist sicher auch „Unbestimmtheit der Theorie“ interessant“:

        https://www.philoclopedia.de/2018/06/13/quines-unbestimmtheitsthesen/

        >Genau deshalb geht die Naturwissenschaft ja nach dem Ausschlussverfahren vor: Eigentlich gibt es nichts „Bewiesenes“ (wenn auch der Sprachgebrauch hier inkonsequent ist), sondern nur „Unwiderlegtes“.>

        GENAU.

        Da wir aber zwischen „Unwiderlegten“ WÄHLEN müssen aus LEBENSPRAKTISCHEN Gründen, brauchen wir ein Kriterium, nach dem wir es tun.

        Meiner Meinung nach ist es der NUTZEN, den wir mit Unwiderlegtem X, Y oder Z verbinden können.

        Das gilt m. A. n. auch auf der HÖHEREN Ebene:

        Warum Naturwissenschaft und nicht Gefühl oder Glaskugel als das zu präferierende Unwiderlegte für die Entscheidungsfindung?

        >Anerkennen muss man, dass diese Brille seit Galileo wesentlich schärfer geworden ist – Jahrhunderte des Ausschlusses von Falschem und der Neuentdeckung von bisher Unwiderlegtem geben ein recht erkleckliches Regelwerk, um Beobachtungen und Daten zu analysieren.>

        Wieder Zustimmung – hatte ich Prozess genannt.

        Fazit:

        Wenn mein Blick nicht getrübt ist, sind wir uns einig.

        Was wir GLEICHERMASSEN sehen, ist (unsere) WAHRHEIT mit dem ANSPRUCH, dass VERNÜFTIGE Menschen bis auf weiteres KEINE andere sehen würden.

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      ruby sagte:

      Richter ruby:
      Leute, was macht ihr hier vor meinem Zivilgericht!
      Geht nachhause, schreibt schöne Schriften und schaut ferne Bilder am Himmel.
      Und kommt ja nicht wieder vorbei, eure drei Dukaten Gebühren legt in die Schaale.

      Ja, Herr Tischer, so hätte ich damals geurteilt.

      Antworten
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        Dietmar Tischer sagte:

        @ ruby

        Sie als ein SOLCHER Richter – WO würde das enden?

        Beurteilen Sie sich selbst.

      • Avatar
        Thomas M. sagte:

        Richter Ruby praktiziert doch nur konsequent mittelalterliches Recht im Fall „Sterngucker vs. Kirche“ – so verstehe ich seinen Hinweis denn: „Im Leben eines kleinen Mannes war durchaus wahrscheinlich, dass er vor Gericht gegen einen gesellschaftlich Höhergestellten den Kürzeren zog oder der Richter den Fall erst gar nicht verhandeln wollte.“

        Und da wäre der Teleskop-Gucker auch noch gut davon gekommen: „Strafwürdig waren nach dem mittelalterlichen Weltbild auch Dinge wie Hexerei, Gotteslästerung und Ehebruch.“

        Allerdings hatte Herr Tischer das schon bedacht und vorsorglich geschrieben „vor einem FAIREN Zivilgericht – also KEIN Inquisitor – in Rom“.

        Insofern vertagen wir uns doch am besten und richten ein ander mal ;)

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      Namor sagte:

      „Die Wahrheit ist den Menschen zumutbar.“

      Behaupten meist jene, die vom Problem Wahrheit keine Ahnung haben. „Was ist Wahrheit?“, fragte schon Pontius Pilatus.

      Vielleicht muss die Richterin mit damaligen „Wissen“ darüber entscheiden, und nicht über Physik. Das Grundthema bei Dostojewskis Großinquisitor, anders verpackt.

      Mit nie da gewesenen Broten und Spielen, dazu potente Schmerzmittel, profssesionelle Hospize, Massenschlachthöfe weit abseits vom Endverbraucher, etc. verliert das Leben so manche „ewige“ Frage aus dem Blick.

      „Nur ein Gott kann uns retten“, so Heidegger. Vielleicht reicht ja Prosec um einen tanzenden Stern zu gebären. Man muss die Latte nur tief genug legen.

      Antworten
    • Avatar
      Richard Ott sagte:

      @Herr Tischer

      „Es ist einfach zu urteilen, wenn der Inquisitor im Spiel ist.“

      Die Großinquisitoren sind doch längst zurückgekehrt. Heute tragen sie aber kein Purpur mehr sondern das viel modischere grüne Mäntelchen der „Nachhaltigkeit“ und der „Menschlichkeit“.

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      Susanne Finke-Röpke sagte:

      @Herrn Dietmar Tischer:

      Vielen Dank für den Vorschlag des Gedankenexperiments. Ich hätte mich wohl gar nicht darauf eingelassen, Richter zu spielen, aber angenommen, das wäre mein Amt gewesen.

      Dann hätte mir die Kompetenz gefehlt. Aber ich hätte mir die 4 Jupitermonde im Fernrohr angeschaut und überlegt, dass das schon eine ungewöhnliche Sache ist, d.h. ich hätte zu zweifeln begonnen. Und dann hätte ich es abgelehnt eine Entscheidung zu treffen und mich an den alten Rechtsgrundsatz der Römer erinnert, der auch damals schon bekannt war: „In dubio pro reo“. Im Zweifel für den Angeklagten. Aber Sie wollten ja den Inquisitor außen vor lassen und eine Wahrheitsentscheidung herbeiführen.

      Neben den beiden Möglichkeiten „A hat recht“ oder „B hat recht“ gibt es aber auch noch die Möglichkeit zu sagen: „Ich weiß es nicht und lehne es ab, darüber entscheiden zu müssen, denn es ist nicht zwingend erforderlich, durch das Gericht eine Entscheidung zu treffen.“ Das hätte ich gemacht. So wie ein Arbeitsgericht es ablehnt, über einen Verkehrsunfall zu entscheiden – nicht zuständig. Nicht jede Sache ist gerichtstauglich.

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        Dietmar Tischer sagte:

        @ Susanne Finke-Röpke

        >Und dann hätte ich es abgelehnt eine Entscheidung zu treffen …>

        Sie BEWERTEN damit den Fall genauso wie ich:

        >NICHT entscheidbar.>

        Zwar verständlich, aber nicht ganz so bravourös finde ich:

        >„Ich weiß es nicht und lehne es ab, darüber entscheiden zu müssen, denn es ist nicht zwingend erforderlich, durch das Gericht eine Entscheidung zu treffen.“ Das hätte ich gemacht.>

        Sie haben sich hier am Blog schon viel zu oft als KOMPETENTE „Richterin“ gezeigt, als dass Sie diesen Ausweg suchen müssten.

        „Nicht entscheidbar“ ist ein akzeptables URTEIL – jedenfalls in Diskussionen wie diesen.

        Ihr Hinweis ist auf dem Punkt:

        >Aber ich hätte mir die 4 Jupitermonde im Fernrohr angeschaut und überlegt, dass das schon eine ungewöhnliche Sache ist, d.h. ich hätte zu zweifeln begonnen.>

        Zweifeln ja, aber NICHT hinreichend für ein Urteil pro-Galilei.

        Denn NICHT Wahrheit wurde durch das Fernrohr des Galilei etabliert, sondern ZWEIFEL war gesät worden durch die neuartige SICHTWEISE des Galilei, die von anderen aufgenommen wurde und die Welt revolutioniert hat.

        Das ist die Erkenntnis aus diesem imaginären Verfahren.

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    Jazzer sagte:

    Keine Folgen beim Klimawandel, hmm da fragen Sie mal die Bürger in Sibirien:
    https://www.sueddeutsche.de/wissen/klimawandel-sibirien-braende-hitzewelle-1.4951925
    Methan was da freigesetzt wird, verändert übrigens das Klima um ein vielfaches
    https://www.quarks.de/umwelt/klimawandel/darum-sollten-wir-ueber-methan-sprechen/
    Auch das Auflösen der Permafrostböden dort ist für die bisherigen Lebensverhältnisse ein ziemliches Problem, denn die Häuser brechen ein und andere Gebäude auch.

    Das Sie sich einen Kohlelobbyisten einladen und dieser ihre Position bestätigt und der mit nur dem einzigen Argument des nicht vorhanden Speichers kommt ist geschenkt so kommt man wenigstens auf die Positionen von Energiewendeskeptikern, aber das Sie nicht kritisch hinterfragen, ob die technologische Entwicklung vielleicht auch noch weiter gegangen ist und man in keinem Fall jedes MW Solar- bzw. Windenergie 1:1 rückspeichern muss, sollte Ihnen als querdenkenden Menschen mittlerweile bewusst sein. Allein durch das Lastenmanagement können so einige % an Energie jederzeit ausgeglichen werden.
    Das es in der Erneuerbaren Branche besonders in Deutschland da derzeit die Tendenz gibt, dieses Problem eher kleinzureden, liegt an den wie von Ihnen erwähnten hohen Kosten, aber selbst der EE-Papst V.Quaschnig hat von einer Vertausendfachung der bisherigen (Stand 2015) Kapazitäten gesprochen. Wieviel wirklich benötigt wird, weiß bisher niemand, da auch kaum dazu geforscht wird, da dieses als nicht existentes Problem angesehen wird, da von einigen Instituten (DIW, Agora) propagiert wird, dass es bis ca. 80% EE kaum Speicher benötigt wird. Hierdurch entstehen zwei Probleme, erstens das das Problem erst in 10 Jahren und später angegangen wird und zweitens das Deutschland hier einen Trend komplett verschläft, der in anderen Ländern für sehr viele Arbeitsplätze sorgen wird:
    https://www.forbes.com/sites/jamesconca/2019/08/26/energys-future-battery-and-storage-technologies/#17e29a7244cf
    Was mich bei dem Gespräch noch sehr gestört hat, war die nicht sehende Weiterentwicklung der Technologie, die von ihrem Gesprächspartner ja nahezu in Abrede gestellt worden ist, was aber alleine bei PV in den letzten Jahren zu einem gravierenden Aufschwung kam, wodurch die Kosten für die EEG Umlage auf absehbare Zeit auch sinken werden, da gerade dort die Förderung in den ersten 10 Jahren des EEG sehr hoch war und die Effizienz sehr niedrig, aber diese fallen ja nun aus der Förderung raus!
    Auch diese eine Formel das Sie mit der Energiedichte kommen, die nicht mehr erhöht werden kann, wodurch die installierte Leistung an Energiekapazität gestiegen ist und kaum fossile Kraftwerke deinstalliert worden sind, ist sehr entwicklungsfeindlich, denn die Leistung von Windkraftanlagen haben sich in den letzten zwanzig Jahren von 500 KW auf 14 MW fast verdreissigfacht und das Ende ist noch nicht abzusehen.
    Das bedeutet im Umkehrschluss, dass zwar noch mehr Anlagen installiert werden müssen, aber aufgrund dessen, dass auch Anlagen deinstalliert (repowered) werden wodurch die Leistung am gleichen Standort sich vervielfacht.

    Falls Sie noch jemanden suchen, mit dem Sie ihre Thesen besprechen können, dann nehmen Sie Dr. Björn Peters https://deutscherarbeitgeberverband.de/Suche/Suche.html?PR_Suche=bj%F6rn+peter , ist wenigstens kein Lobbyist einer aussterbenden Energieform.

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  6. Avatar
    Dietmar Tischer sagte:

    Kein Grund zur Panik.

    Na gut, aber schon ein Grund darüber nachzudenken, WELCHES die Konsequenzen sind, wenn die Auffassungen von M. Shellenberg umgesetzt würden sozusagen als Strategie der reichen Länder.

    Eine Konsequenz:

    Die Annäherung der unterentwickelten Weltbevölkerung an unseren Wohlstand ist mit wachsendem Energiebedarf und STEIGENDEM CO2-Ausstoss verbunden, wenn man nicht konsequent und umfassend auf Atomenergie setzt.

    Umfassender Einsatz von Atomenergie ist nach Lage der Dinge nicht realisierbar.

    Die Erderwärmung würde also steigen.

    Shellenberg hält dem entgegen:

    Mit DEREN Folgen können wir umgehen.

    Schlussfolgerung:

    Daher müssen wir uns darum kümmern statt mit unseren Ressourcen den Klimawandel kontraproduktiv aufzuhalten.

    Es ist eine WETTE darauf, dass es TECHNOLOGISCH möglich ist.

    UNABHÄNGIG davon:

    >„Alle reichen Länder wurden dadurch reich, dass sie ihr Land entwaldeten, um Landwirtschaft zu betreiben und fossile Energien zu nutzen. Jetzt, wo wir dies getan haben, treten wir den anderen die Leiter weg.>

    Frage an Shellenberg:

    Wenn das so ist, wie Sie richtig feststellen, was gibt Ihnen die ZUVERSICHT, dass Länder die reich sind und NOCH reicher werden wollen, anderen nicht IMMER WIEDER die Leiter wegtreten?

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    • Avatar
      Bauer sagte:

      @ D. Tischer

      >> „Die Erderwärmung würde also steigen.“

      Solange diese Hypothese als unumstößliche Wahrheit verkauft und geglaubt wird, werden wir mit der Aufarbeitung der daraus abgeleiteten weiteren ebenso hypothetischen Zwänge nie weiter kommen.

      Es ist nur zu hoffen, dass Mr. Shellenberger auch in diesem Punkt sich vom Paulus zurückverwandelt in den Saulus. Er hätte das Gewicht, vielleicht gehört zu werden.

      „Daher müssen wir uns darum kümmern statt mit unseren Ressourcen den Klimawandel kontraproduktiv aufzuhalten.*

      Daran wird sich die Menschheit übernehmen. Anpassung ist weit ökonomischer, was ja auch Mr. Shellenberger deutlich ausspricht.

      Ende der Klimadebatte – für heute. Sein Thema ist ja die Dritte Welt.

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        Dietmar Tischer sagte:

        @ Bauer

        Einverstanden, auch ich will das Klimathema nicht weiter treiben.

        Mir geht es nur darum, die hier von Herrn M. Shellenberger vertretene Meinung argumentativ zu bewerten.

        Deshalb sage ich statt

        > „Die Erderwärmung würde also steigen.“>

        nun:

        Die Erderwärmung würde nach Auffassung einer Mehrheit von Wissenschaftlern also steigen.

        Meine Bewertung würde seiner Auffassung würde sich dadurch nicht ändern.

      • Avatar
        Bauer sagte:

        @ D.Tischer

        << "… nach Auffassung einer Mehrheit von Wissenschaftlern …"

        O je, in der Naturwissenschaft gibt es keine Mehrheitsmeinung, sonst würde sich die Sonne immer noch um die Erde drehen.

        Aber vielleicht in der Ökonomie. Drum haben wir ja die Krise, die zur Dauerkrise wird und zum crash führt.

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        Dietmar Tischer sagte:

        @ Bauer

        >O je, in der Naturwissenschaft gibt es keine Mehrheitsmeinung,>

        Sorry, das ist schlichtweg falsch.

        Es hat immer Mehrheitsmeinungen gegeben und wird sie vermutlich auch zukünftig geben.

        Was Sie MEINEN, ist etwas anderes, nämlich dies:

        Die Naturwissenschaft stellt fest, WAS der Fall ist und was nicht.

        Sie stellt damit natürlich NICHT fest, was ALS Mehrheitsmeinung gilt und was nicht.

        DAS ergibt sich mit dem DISKURS unter den Naturwissenschaftlern.

        Dieser ist etwas anderes.

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    Max Buchmann sagte:

    Ist denn Kernkraft überhaupt wirtschaftlich? Seit der Liberalisierung des Strommarktes (ein FDP-Thema) wurde in Deutschland kein Atomkraftwerk mehr gebaut, eben weil es sich nicht rentiert, wenn man auch noch für die Entsorgung zuständig ist. Kommen die Kraftwerksbetreiber in anderen Ländern ohne Subventionen aus? Und wenn ja, wie?

    Über den Witz mit der Fusionskonstante habe ich mich sehr gefreut. Ich kenne ihn mit 50 Jahren statt 30.

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      Skeptiker sagte:

      Dazu ein Datenpunkt: https://www.theguardian.com/business/2019/jan/17/hitachi-set-to-scrap-16bn-nuclear-project-anglesey-wales

      Hitachi beendet die Planung für den Meiler in Wylfa. Zwei Monate vorher hat Toshiba die Plaungen für Mooreside aufgegeben. Beides Mal der selbe Grund, nämlich nicht wirtschaftlich. Ebenso gibt es für die Firmen Abschreibungen von hunderten von Millionen Pfund deswegen.

      Hinkley Point C dagegen wird gebaut. Leute, die nicht wegen Ideologie gegen Kernenergie sind, empfinden Hinkeley Point C als pure Abzocke für britische Stromkunden. Für 35 Jahre werden Strompreise versprochen, die weit über aktuellen Marktpreisen liegen und auch noch inflationsindexiert sind.

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        Richard Ott sagte:

        @Skeptiker

        „Hinkley Point C dagegen wird gebaut. Leute, die nicht wegen Ideologie gegen Kernenergie sind, empfinden Hinkeley Point C als pure Abzocke für britische Stromkunden. Für 35 Jahre werden Strompreise versprochen, die weit über aktuellen Marktpreisen liegen und auch noch inflationsindexiert sind.“

        Wenn die Alternative ein Stromausfall in UK ist, werden die Leute diese Preise gerne bezahlen.

        Russisches Erdgas stünde als CO2-arme Alternative auch bereit, aber das müsste man ja beim bösen Putin einkaufen…

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    Richard Ott sagte:

    „die Beförderer der Energiewende wollen ja grundsätzlich etwas Gutes, nämlich die Umwelt bewahren, während die V-Waffen nur für Tod und Zerstörung gemacht waren.“

    Die Nationalsozialisten glaubten auch, dass sie die Guten waren. Aus deren Sicht waren die V-Waffen Vergeltung für die vorherigen Angriffe auf die Zivilbevölkerung in deutschen Städten. Glauben Sie, so viele Millionen hätten bei dem ganzen Projekt Nationalsozialismus mitgemacht, wenn Hitler nur „Tod und Zerstörung“ versprochen hätte?

    „über die Sinnhaftigkeit der Analysen, Schlussfolgerungen und Maßnahmen so mancher Umweltbewegter lässt sich m.E. trefflich streiten, nicht aber über deren Ziele. Aber offenbar sehen Sie das völlig anders.“

    Ich halte den überwiegenden Teil der „Umweltbewegten“ für verblendete Fanatiker.

    Da haben wir wohl tatsächlich völlig unterschiedliche Auffassungen.

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    Alexander sagte:

    Meeresspiegelhöhe trotz zusätzlicher Konsumenten fossiler Brennstoffe (=Bevölkerungswachstum) quasi unverändert.
    https://www.achgut.com/artikel/gunnar_heinson_meeresspiegelhoehe_und_weltbevoelkerung

    Am Klimawandel durch menschliche Eingriffe in Form von Zerstörung natürlicher Kreisläufe (z.B. 3sat Brasilien geht das Wasser aus: https://www.youtube.com/watch?v=gAbIHpPjPPI ) gibt es keinen Zweifel, Ursache/Wirkung sind direkt nachvollziehbar ohne Annahmen von Wissenschaftlern gegenüberliegender Erdhalbkugeln.

    Den Dissens der Wissenschaft mache ich an der Inflation der Wissenschaftler fest, wenn Massen von Akademikern auf besetzte Stellen in den Instituten treffen um dort für industrielle Aufträge zu konkurrieren/betteln oder unter den Auswirkungen staatlicher Austerität zu leiden. Man versammelt sich auch gerne entlang der politischen Sozialisation um neben dem Einkommen auch seiner Agenda zu frönen.
    Meine Beobachtung erstreckt sich durch alle Wissenschaften von Klimawandel (Phyisk), Zuwanderung (Geschichte/Sozialwissenschaft) über Geldpolitik/Ökonomie (VWL/BWL) bis zu den Ingenieuren, wo viel angekündigt wird von Professoren – die ehemals z.B. als Zeitarbeiter keine Stelle in der Industrie ergattern konnten….und nun Experten für Emobilität / Erneuerbare Energien abgeben -> an einer „B“ techischen FachHochschule..

    It´s economy.

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      Richard Ott sagte:

      @Alexander

      “ bis zu den Ingenieuren, wo viel angekündigt wird von Professoren – die ehemals z.B. als Zeitarbeiter keine Stelle in der Industrie ergattern konnten….und nun Experten für Emobilität / Erneuerbare Energien abgeben -> an einer „B“ techischen FachHochschule.“

      Wenn die richtiges Expertenwissen hätten, wäre das ja gar nicht schlecht! Der Trend geht leider eher zum feministischen Marxismus-Schwachsinn, sogar in der Eisenbahntechnik:

      „Wie kann der Entwicklungsprozess von Radprofilen mit feministischen Methoden gestaltet werden ohne in dem Dilemma zwischen Transformation und Assimilation gefangen zu sein?”

      https://twitter.com/Markus_Krall/status/1292403269667565570/photo/1

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        Susanne Finke-Röpke sagte:

        @Herrn Richard Ott:

        Herrn Dr. Krall muss man einfach lieben, keiner findet so schöne Belege für den weithin umgreifenden Schwachsinn wie er. Ich musste jetzt nach dem Lesen des Tweets 2 Minuten lang nur noch lachen. Gibts jetzt schon eine weibliche Physik? Das ist ja die direkte Fortsetzung der „Deutschen Physik“ der Nazis nach Philipp Lenard in abgewandelter Form. Noch besser kann man nicht beweisen, dass die internationalen Sozialisten den nationalen Sozialisten hemmungslos die Ideen klauen. Holla die Waldfee!

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        Dietmar Tischer sagte:

        @ Richard Ott, @ Susanne Finke-Röpke

        „weibliche Physik“ wie sie hier anhand von Radprofilen „angedacht“ wird, ist ein Teil der gesellschaftlichen REALITÄT, auf die ich immer wieder verweise.

        Dafür werden Steuergelder ausgegeben, das wird publiziert, darüber wird es Seminare geben, irgendwann wird irgendwo – dort, wo man besonders FORTSCHRITTLICHE sein will – ein Lehrstuhl für weibliche Physik eingerichtet …

        Die Gesellschaft toleriert das, die Politik nickt es ab.

        So entsteht REALITÄT.

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        Susanne Finke-Röpke sagte:

        @Herrn Dietmar Tischer:

        Realität entsteht nicht, aber eine reale Gesellschaft entsteht. Gut, dass ist in Nordkorea genauso, da nennt sich das im Zeitablauf „Großer Führer“, „Geliebter Führer“ und aktuell „Oberster Führer“.

        Beweis:

        Man befrage 100 Nordkoreaner innerhalb der Landesgrenzen nach ihrer Meinung zu o.g. Führern und dann in einer zweiten Runde nach deren Ausreise/Flucht ins Ausland noch einmal (wenn man genügend Leute zusammenbringt). Es gibt Unterschiede im Abstimmungsverhalten, die nicht durch die Alterung der Testpersonen bedingt sind. q.e.d.

        Nur weil sich keiner mehr an der Physikfakultät traut, Unfug „Unfug“ zu nennen, ist weibliche Physik noch nicht Realität. Verzerrte Wahrnehmungen sind teilweise Realität. Es ist die moderne Variante des Inhaftieren Galileis, der sich erdreistet hatte, 4 Monde um den Jupiter kreisen zu sehen, wo die Erde doch nur einen hat und aufgrund der Wichtigkeit des anklagenden Inquisitors gefälligst das Zentrum des Universums zu sein hat, wo kämen wir denn da hin?

        Daher ist diese Art Physik auch keine experimentell nachprüfbare Naturwissenschaft. Es ist eine Glaubensrichtung. Kann man machen, aber dann soll man einen Glauben auch Glauben nennen. Wie wäre es mit einem Wechsel der Mitglieder von der Naturwissenschaftlichen zur Theologischen Fakultät, Fachrichtung Anthroposophische Physik (Oder so ähnlich)?

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        Richard Ott sagte:

        Vergessen Sie nicht, dass jeder dieser Pioniere der feministischen Dekonstruktion der Ingenieurswissenschaften einem echten Ingenieur den Platz wegnimmt.

        Und das wird von den gleichen Leuten bejubelt, die den technologischen Fortschritt und damit verbundene „Effizienzsteigerungen“ als Lösung aller unserer Energiewende-Probleme ansehen.

        Das wird übel enden.

        @Frau Finke-Röpke

        „Noch besser kann man nicht beweisen, dass die internationalen Sozialisten den nationalen Sozialisten hemmungslos die Ideen klauen.“

        Da fällt mir noch ein schönes Beispiel ein – nicht für Ideenklau, aber doch für die verblüffende Kontinuität der Ideen bei Nationalsozialisten und Grünen: Homöopathie. Oder, wie es damals hieß, „Neue Deutsche Heilkunde“.

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      Dr. Lucie Fischer sagte:

      @ Alexander:
      In meinem Fachgebiet ( Kinder-und Jugendpsychiatrie) bestimmt jetzt Big -Pharma die Fortbildung der Assistenten:
      Durch Finazierung und inhaltlicher Ausrichtung, die Diagnose
      “ Hyperkinetisches Syndrom“ oder ADHS wird z.B. konsequent gestellt und medikamentös
      ( Ritalin) behandelt. Früher obligante Diagnostik der Familiendynamik entfällt ( zeitintensiv), dass motorische Unruhe bei Kindern meist somatisierte Angst / Traumatisierung bedeutet, spielt keine Rolle mehr. Ich behaupte zudem, dass durch die Genderisierung der Fächer sexualmedizinische Grundkenntnisse ( pädophile Perversionen, z.B., andere Deviationen) nicht mehr vermittelt werden : Psychiater sind hilf-und theorielos als Gutachter und versagen prognostisch bei Sexualstraftätern in Serie. Lediglich “ Verhaltens-Therapie“ wird noch vermittelt, eine primitive Theorie , die durch “ Lob “ ( Verstärkung) und “ Strafe“ zu wirken meint, allerdings nur Anpassung und Unterwerfung erzeugt. NIcht mal ein intelligentes Säugetier kann man so “ dressieren“, Kinder werden in Universitäts-Psychiatrien solchen Prozeduren aber ( wieder) unterworfen.
      „It`s economy“, stimmt!

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        Alexander sagte:

        @Dr. Lucie Fischer

        „Post-Moderne als Gegenprogramm hieß: die Moderne dekonstruieren. Ein Diskurs der Diversität erfasste die gesamte akademische Welt und ihre Antragsmaschinerie, dann die Multiplikatoren in Verlagen, Medien etc., die Intellektuellen und Diskursgeneratoren. Mittlerweile spricht man eher von Kultur- als von Geisteswissenschaften, aus der neuen Frauengeschichte wurden gender-Lehrstühle und das Fach Volkskunde heißt heute bezeichnenderweise, fallweise, vergleichende Kulturanthropologie. Viele Linksintellektuelle wurden im Zuge dessen von Marxisten, Maoisten, Stalinisten, Anarchisten, nach dem roten Jahrzehnt der 1970ern, zu Postmodernisten, zu Exegeten von Foucault und anderen sog. Neuen Philosophen in Frankreich. Jürgen Habermas hat das schon in den späten 80ern scharf kritisiert, den Abschied vom universalen Wahrheitsbegriff der Aufklärung als neuen Irrationalismus gegeißelt.“
        (Zitat aus dem Impulsvortrag, zweites „mutiges Gespräch“- Leitkultur, Ingolstadt 2016)

        Über die tabulose Dekonstruktion von allem eroberte man die totale Deutungshoheit. Das Umerziehungsmittel heißt Schuld und macht vor Kindern nicht halt, wobei Toxizität eine männliche Domäne bleibt.

        Kein Wunder, dass so viele verrückte Erwachsene herumlaufen…in dieser Realität.

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    Susanne Finke-Röpke sagte:

    bto: „Und wir wissen, dass der nächste Schritt die Kernfusion ist. Schon in den kommenden Jahrzehnten dürfte sie Realität werden.“

    Dazu gibt es einen alten Witz:

    Politiker zu Physiker: „Wann könnt Ihr die Kernfusion als billigen Stromlieferanten zum Einsatz bringen?
    Physiker: „In 30 Jahren!“

    30 Jahre später:

    Nächste Politikergeneration zu nächster Physikergeneration: „Wann könnt Ihr die Kernfusion als billigen Stromlieferanten zum Einsatz bringen?
    Nächste Physikergeneration: „In 30 Jahren!“
    Politiker: „Hey, warum habt Ihr Eure Meinung geändert?“ Physiker: „Wir haben unsere Meinung nicht geändert.“

    Als jemand, die sich in ihrer Ausbildung mit Kernfusion beschäftigen durfte (nicht tief genug für Expertenwissen), möchte ich davor warnen, die Nutzung von Fusionskraftwerken schon einzuplanen. Trotz ITER weiß heutzutage immer noch keiner, ob die Menschheit jemals funktionierende und wirtschaftlich zu betreibende Fusionskraftwerke haben wird. Hoffnung ist keine belastbare Planungsgrundlage.

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      Richard Ott sagte:

      Tja, der blinde Glaube an technische Wunderwaffen zur wundersamen Lösung aller Probleme ist in Deutschland schon seit den 1940er Jahren weit verbreitet…

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        Susanne Finke-Röpke sagte:

        @Herrn Richard Ott:

        Sie haben aber bei Ihrem Bezug auf die 1940er-Jahre, und das muss man den Deutschen denke ich zu Gute halten, schon registriert, dass die technischen Wunderwaffen nicht mehr V 1 oder V 2 heißen und gegen benachbarte Staaten eingesetzt werden, sondern gemeinsame Probleme lösen sollen, oder?^^ Es gibt also Fortschritte in die richtige Richtung.

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        Richard Ott sagte:

        Naivität und Fanatismus zusammen sind eine ganz schlechte Kombination und lösen nie irgendwelche Probleme. Besonders dann nicht, wenn auch alle benachbarten Staaten unbedingt von der eigenen Sicht bekehrt werden sollen.

        Dabei ist es egal ob man an die V2 oder an die „exponentielle Entwicklung“ bei den Speichertechnologien glaubt, die letztlich angeblich den Endsieg bringen.

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        Susanne Finke-Röpke sagte:

        @Herrn Richard Ott:

        Sie schreiben: „Dabei ist es egal ob man an die V2 oder an die „exponentielle Entwicklung“ bei den Speichertechnologien glaubt, die letztlich angeblich den Endsieg bringen.“

        Hier möchte ich entschieden widersprechen, Herr Ott! Die Franzosen etwa können heute und in Zukunft müde lächelnd die deutsche Energiewende ignorieren, ihre Atomkraftwerke behalten und im Zweifel aus dem europäischen Verbund der Stromnetze aussteigen (und aus dem internationalen Stromhandel), wenn es ihnen passt. Dir Briten – um das historische Gegenbeispiel zu nennen – hatten kein Mitspracherecht bei Raketenangriffen durch die Nazis in den 40er-Jahren auf ihr Land. Und auch die Motivation ist eine andere, denn die Beförderer der Energiewende wollen ja grundsätzlich etwas Gutes, nämlich die Umwelt bewahren, während die V-Waffen nur für Tod und Zerstörung gemacht waren.

        Nur über die Sinnhaftigkeit der Analysen, Schlussfolgerungen und Maßnahmen so mancher Umweltbewegter lässt sich m.E. trefflich streiten, nicht aber über deren Ziele. Aber offenbar sehen Sie das völlig anders.

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      Dietmar Tischer sagte:

      @ Susanne Finke-Röpke

      >Trotz ITER weiß heutzutage immer noch keiner, ob die Menschheit jemals funktionierende und wirtschaftlich zu betreibende Fusionskraftwerke haben wird. Hoffnung ist keine belastbare Planungsgrundlage.>

      RICHTIG.

      Der GROSSE Fehler von Wissenschaftlern und Ingenieuren:

      X ist machbar und es ist vorteilhafter als das Bestehende, also MUSS X realisiert werden.

      So funktioniert Gesellschaft nicht.

      Sie basiert auf dem SENTIMENT der Bevölkerung, gegenwärtig u. a. dem, dass Atomenergie KEINE Alternative sein darf und auf INTERESSEN, die Bestehendes so lange verteidigen, bis das Neue sich durchsetzt, sei es durch seine AKZEPTIERTEN Vorteile oder durch staatlichen ZWANG.

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        Richard Ott sagte:

        @Herr Tischer

        „X ist machbar und es ist vorteilhafter als das Bestehende, also MUSS X realisiert werden.“

        In diesem Fall wissen wir noch nicht einmal, ob „X“ überhaupt machbar ist. Der Versuch kann auch komplett scheitern, in diesem Maßstab wurde die Technologie noch nie ausprobiert. Das Experiment wird nicht automatisch gelingen, nur weil wir so viel Geld hineingesteckt haben. Die gleiche Situation haben wir beim Projekt „Corona-Impfstoff“.

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        RealTerm sagte:

        Beim schnellen Lesen glaubte ich, dass sie Jachim SchellnHUBER die Seiten gewechselt hätte, da ich fast jede Aussage unterschreiben könnte. Bis ich dann feststellen musste, dass es sich um Michael SchellenBERGER handelt.
        Welche Enttäuschung! Und ich hoffte schon, wir kämen in Deutschland ein Stück vorwärts!

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