Fünf Millionen An- und Ungelernte drücken die Produktivität

Erinnern Sie sich noch an die heftige Diskussion im Jahre 2015? Damals gehörte ich zu den wenigen, die laut und deutlich den wirtschaftlichen Nutzen der Zuwanderung in Zweifel zogen. Auslöser war die hanebüchene „Studie“ von DIW-Chef Marcel Fratzscher, der die Zuwanderung als großen Gewinn für Deutschland pries. Dabei handelte es sich um einfache Propaganda, was leicht festzustellen war. Seine Annahmen zu den Kosten der Integration waren viel zu gering angesetzt. Seine Annahmen zu Erwerbsbeteiligung und Gehältern waren völlig überzogen:

→ Der DIW-Faktencheck – Teil 1 (Einführung und Zusammenfassung)

Und in der Diskussion unterstellte er mir, ich sei gegen die Rechnung, weil mir „die Ergebnisse nicht passten“, da er seine Angaben faktisch nicht verteidigen konnte:

→ Streitgespräch Fratzscher – Stelter: „Ihre Botschaft ist fatal“

Wie schlimm sich die Zuwanderung gering Qualifizierter in der Produktivität und damit für unserem Wohlstand niederschlägt, zeigt dieser Bericht aus dem Handelsblatt. Wie immer geht es mir um die nüchterne wirtschaftliche Betrachtung und nicht um humanitäre Gesichtspunkte. Wir müssen halt nur im Hinterkopf haben, dass diese Zuwanderung nicht unsere Probleme der Alterung und damit der Sozialstaatsfinanzierung löst:

  •  „Manchmal werden sie dort ganz einfache Dinge gefragt, wo die Umkleide ist zum Beispiel – und können nur mit den Schultern zucken.‘ Keine Flüchtlinge, sondern Männer und Frauen, die oft schon viele Jahre bei uns leben, aber noch immer sehr schlecht Deutsch sprechen‘. Das macht selbst simple Formulare wie den Urlaubsschein zum Problem. 33 Mitarbeiter absolvierten daher nach der Schicht im Betrieb einen Grundbildungskurs.“ bto: Das zeigt zum einen, wie gut es ist, wenn auf betrieblicher Ebene gehandelt wird, es zeigt aber auch, dass wir schon seit Jahren eine Zuwanderung fördern, die ist für ein Hochindustrieland nicht geeignet.
  • Vielerorts herrscht quasi Vollbeschäftigung,zugleich steigen die Anforderungen auch für Ungelernte. Arbeiter in der Logistik, am Band oder in Reinigungsbetrieben müssen heute nicht nur deutsch kommunizieren, sondern ihre Arbeit auch auf Displays dokumentieren. Das können aber viele Helfer gar nicht, weil sie große Schwierigkeiten im Lesen und Schreiben haben‘, warnt der Bildungsexperte des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), Axel Plünnecke.“ – bto: Es sind also nicht nur Sprachkenntnisse, die fehlen, sondern es mangelt an den Grundlagen, die auch in der Muttersprache nicht vorhanden sind. Das ist ein sehr schlechtes Zeichen für das Qualifikationsniveau.
  • „Das Problem ist enorm: Nach der Leo-Studie gibt es in Deutschland mehr als sieben Millionen erwachsene, sogenannte funktionale Analphabeten, die nicht flüssig lesen und schreiben. (obwohl Migranten ohne gute Deutschkenntnisse nicht berücksichtigt wurden). 57 Prozent davon arbeiten trotzdem.“ – bto: Letzteres freut. Ersteres zeigt, dass es eben eine wichtige Rolle spielt, wer zuwandert.
  • „Manche Migranten sprechen nur so viel Deutsch, dass es für den Alltag reicht. Aber auch viele in Deutschland Aufgewachsene verlassen die Schule nur halbgebildet. Laut den Pisa-Tests erfüllt rund ein Fünftel der 15-Jährigen beim Lesen, Schreiben und Rechnen nicht die Mindestanforderungen.“bto: Das ist ein Armutszeugnis für unser Land und ein sehr schlechter Indikator für künftigen Wohlstand!
  • „Zudem wächst die Bedeutung von Geringqualifizierten sogar: Noch immer hat ein Viertel der Erwerbstätigen keinen Berufsabschluss. Im Zuge des Booms ist die Zahl der an- und ungelernten Erwerbstätigen laut IW zwischen 2013 und 2017 um fast 900.000 auf gut fünf Millionen gewachsen.“bto: Und die stehen im Abschwung zuerst auf der Straße!
  • „Und zwei Drittel der Unternehmen erwarten, dass der Bedarf an Grundbildung der Mitarbeiter künftig noch steigt (…).“ – bto: natürlich. Was den Druck auf die Ungebildeten erhöht und damit die Kosten für die Gesellschaft.

 → handelsblatt.com: „So kämpfen Betriebe gegen Analphabetismus und Rechenschwächen“, 19. März 2019

Kommentare (31) HINWEIS: DIE KOMMENTARE MEINER LESERINNEN UND LESER WIDERSPIEGELN NICHT ZWANGSLÄUFIG DIE MEINUNG VON BTO.
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    Reiner Flik sagte:

    Ich möchte ein Erlebnis, das mir klar gemacht hat, wovon Arbeitsproduktivität (auch) abhängt, erzählen. Ich arbeite in einem Lehrberuf. Vor einigen Wochen fuhr ich abends, in meiner Freizeit, zur Hochschule, um eine komplexe Grafik, die ich an der Tafel zu entwickeln pflege, vorzubereiten. Dauer: Ca. 20 Minuten. Es ist üblich, in so einem Fall in großen Lettern „Bitte, nicht wegwischen!“ dazu zu schreiben. Am darauffolgenden Morgen war die Tafel sauber geputzt. Ich kann der Dame, die meinen sorgfältig vorbereiteten Unterricht zu einem Improvisationsprojekt gemacht hat, nicht böse sein. Sie nimmt Ihren Auftrag sehr ernst. Aber sie stammt aus Bulgarien und kann kein Deutsch lesen.

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      Susanne Finke-Röpke sagte:

      Ein schönes Beispiel. Lässt sich mit „Achtung, frisch gestrichen!“, „Vorsicht, elektrische Spannung“, „Betreten nur für Personal“, „Steril“, „Vorsicht Dachlawinen“, „Schrittgeschwindigkeit fahren“ und anderen Kurzmitteilungen beliebig ergänzen.

      Eine mögliche Lösung wäre der japanische Weg, aber der gilt hierzulande als europa- oder gar ausländerfeindlich, wäre deutlich teurer und würde auch echte Lücken bei den unangenehmen Jobs reißen. Ich glaube, es gibt keinen Königsweg für dieses Problem.

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      Dietmar Tischer sagte:

      @ Reiner Flik

      Erhellend, was Sie berichten.

      Aber, mit Verlaub, Sie sehen das falsch:

      Der Fall, den Sie darlegen, hat dem vorherrschenden Verständnis nach nichts mit Produktivität zu tun, sondern allenfalls etwas mit Ihrer Menschenfreundlichkeit und Leidensfähigkeit.

      Einzelschicksal eben, selbst wenn man die improvisierte Lehrstunde als nicht optimal mit Blick auf das gewollte Lernziel der Studierenden hinzurechnet.

      Produktivität heißt der MASSGEBENDEN Auffassung nach:

      Alles andere gleich, wird unter Produktivität, genauer: einem Produktivitätszuwachs verstanden, dass z. B. eine Schraube X um EUR 0,00004 günstiger hergestellt wird, damit sie weiterhin verkauft werden kann und Arbeitsplätze sichert sowie abgeleitet davon Konsum, Steuereinnahmen und Abgaben für die Sozialsysteme erfolgen können.

      Kurzum:

      Es geht um die SYSTEMSTABILITÄT, nicht um Befindlichkeiten.

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        Richard Ott sagte:

        @Herr Tischer

        Doch, doch, das passt schon.

        Wie hoch ist denn die Produktivität einer Putzfrau, die vorbereitete Tafelbilder „wegputzt“ oder wichtige Unterlagen in den Müll wirft? Null? Oder negativ?

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        Dietmar Tischer sagte:

        @ Richard Ott

        Auf die HÖHE der Produktivität der Putzfrau kommt es im vorliegenden Fall nicht an.

        Sie kann so produktiv sein wie sie will, ebenso wie die von Herrn Flik, ohne dass sich DIREKT etwas ändert.

        Denn beider Gehälter sind vorfinanziert durch Staatseinnahmen und die Leistungen beider haben keine Konsequenzen mit Blick auf das, was ich genannt habe, ihren Konsum etc.

        Längerfristig ist das natürlich anders:

        Wenn in der Lehre zu viel improvisiert werden muss, dann wird sich das irgendwann auf die Produktivität derer niederschlagen, die in der „freien Wirtschaft“ absatzfähige Wertschöpfung erbringen müssen.

        Dann, in der Folge, wird sich das wiederum auf die Lehrtätigkeit auswirken, weil der Staat weniger Steuern einnimmt:

        Möglicherweise muss noch mehr improvisiert werden mit wiederum längerfristig negativen Konsequenzen etc.

        Ist schon klar, was ich meine mit „der maßgebenden Auffassung nach“.

        Oder?

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    Thierry sagte:

    Wir sind uns doch einig, dass Wirtschaftswachstum nur durch Mengenzuwachs oder durch Erhöhung der Produktivität nachhaltig entstehen kann. In den entwickelten westlichen Volkswirtschaften ist ganz überwiegend nur mehr letzteres möglich.

    Der Staat ist per Verfassungsauftrag für das Wohlergehen seiner Bevölkerung verantwortlich (sollte er doch?). Er könnte sich also bemüssigt fühlen, für Produktivitätszuwachs durch direkte Eingriffe in die Wirtschaft (Stamokap) zu sorgen. Dieses Modell ist bekanntlich kläglich gescheitert. Die Wirtschaft bleibt besser frei und sorgt selbst für Produktivitätszuwachs.

    Der Staat hat dabei jedoch nicht nur eine Zuschauerrolle, sondern muss geeignete Vorausstzungen schaffen, als da sind Rechtssicherheit, Bildung, Infrastruktur, stabile Währung und vernünftige Beziehungen zu anderen Staaten. Was gern übersehen wird, aber auch enorm wichtig ist, er sollte seine Bürger nicht über Gebühr mit administrativem Übereifer und Regulierungswahn belästigen und von produktiver Arbeit abhalten. Seit der Staat nun auch IT für sich entdeckt hat, kommt es da zunehmend zu erheblichen Exzessen.

    Es wird übersehen, dass jede neue Regulierung und jeder zusätzliche fleissige Staatsbedienstete Spieler auf der anderen Seite des Netzes benötigt, die ihm die Bälle zeitgerecht und treffsicher zurückspielen. Grob gesagt bindet dadurch jeder zusätzliche Staatsdiener im Durchschnitt vielleicht zwei oder sogar mehr Beschäftigte in der Wirtschaft, deren Kosten zwangsläufig die Produktivität drücken.

    Die Wirtschaft und die wachsamen Ökonomen beklagen den Rückgang der Produktivität und suchen dafür Gründe, an denen es gewiss nicht mangelt. Aber dass der oben dargestellte Sachverhalt da eine ganz wesenliche Rolle mitspielt, habe ich so noch nicht gelesen. Wenn sich da nichts ändert, wird man künftiges Produktivitätswachstum künftig wohl anderen überlassen müssen.

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    Dietmar Tischer sagte:

    Man kann nicht alles immer nur an der Produktivität festmachen. Auch nicht die Beschäftigung.

    Ich empfehle, sich auf die VERÄNDERUNG des Systems zu konzentrieren.

    Nur mal kurz angerissen:

    >Im Zuge des Booms ist die Zahl der an- und ungelernten Erwerbstätigen laut IW zwischen 2013 und 2017 um fast 900.000 auf gut fünf Millionen gewachsen.“>

    Wenn es mit dem Boom vorbei ist, werden viele dieser Erwerbstätigen in die Sozialsysteme entlassen.

    >gibt es in Deutschland mehr als sieben Millionen erwachsene, sogenannte funktionale Analphabeten, die nicht flüssig lesen und schreiben. (obwohl Migranten ohne gute Deutschkenntnisse nicht berücksichtigt wurden). 57 Prozent davon arbeiten trotzdem.“>

    Viele von ihnen werden ihren Job verlieren,

    a) wenn der Boom vorbei ist

    b) weil die Anforderungen steigen

    c) weil die Produktion hierzulande keine Anforderungen mehr hat, wenn sie ins Ausland verlegt wird. Eine hochautomatisierte Produktion kann man im Amazonasbecken ansiedeln, vorausgesetzt man bekommt ein paar Fachleute dorthin, damit nichts zusammenbricht und die Logistik wird gelöst.

    Einige, die ihren Job verloren haben, werden Bullshit Jobs im Öffentlichen Dienst erhalten:

    Jeden Grashalm dreimal umdrehen bei der Parkpflege… so nimmt man den Druck aus der Arbeitslosenstatistik und deshalb braucht man auch eine Fiskalpolitik à la M. Stöcker.

    >zwei Drittel der Unternehmen erwarten, dass der Bedarf an Grundbildung der Mitarbeiter künftig noch steigt (…).>

    Der Bedarf steigt, weil sie ausbilden MÜSSEN.

    Das müssen sie, weil sie aus den unterschiedlichsten Gründen die Betriebe nicht einfach zu den irgendwo in der Welt gut Ausgebildeten verlagern können.

    Ergänzung (grob gerastert):

    Spitzenleute in den High Tech-Industrien haben gute Job-Chancen.

    Spitzenleute in den Orchideenfächern der Unis gehen in den Staatsdienst und bilden dort Orchideen-Studenten aus

    ODER, da der Staat nicht alle absorbieren kann:

    Sie sortieren als freiberuflich Tätige Autoreifen oder Fahrradsättel für die Internetangebote. Wird ab EUR 5/h bezahlt. Promovierte sollen schon dabei sein.

    Andere, die einigermaßen Deutsch beherrschen und mit Menschen umgehen können, werden in den Servicebranchen für relativ geringe Bezahlung Arbeit finden und sie auch annehmen (müssen).

    Die Pflegebranche ist eine WACHSTUMSBRANCHE in Deutschland!

    Allerdings:

    Die Abgaben für die Finanzierung wachsen nicht in gleichem Maß mit.

    Deshalb wachsende Staatsverschuldung à la M. Stöcker erforderlich.

    Ich rede hier über die REALITÄT in Deutschland und nicht über Bildchenmalerei zum Thema, wie schön wir alles hinkriegen könnten in Deutschland, wenn …

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    Alexander sagte:

    Umverteilung nach unten ist Konsens.

    Umveteilung nach oben, hin zu akademisch ausgebildeten Menschen, deren Einkommenspreise nicht der Markt (Export, Wissenschaft/Entiwicklung) sondern der Staat macht ist kein Thema. Genau wie bei Sozialhilfeempfängern werden Bedarf für auskömmliches Leben und sozialen Stand errechnet und die Gewinne ausgehandelt. Ich bleibe Beispiele schuldig um hier keinen Aufschrei aus zu lösen.

    Diese Elite kann sich die Energiewende ebenso leisten wie Fahrverbote oder strenge Beschäftigungsbedingungen, Produktivität kümmern so wenig wie steigende Lebenshaltungskosten, weil man automatisch den Ausgleich bekommt.

    Für diese Elite klingt eine vielfältige Gesellschaft verheißungsvoll, weil man höchstens billige Putzfrauen braucht und für seine liebe Albanerin durchs Feuer ginge…..und zwar auch dann, wenn diese Muslima privat Kopftuch trägt. Säkular ist Geschäft.

    Die Eltie bestimmt aufgrund ihres sozialen Standes die Meinung und nimmt Einfluss durch Deutungshoheit – „weil“ „wer“ sonst, wenn nicht die Klugen und Wohlhandenden.

    Für diese Elite bietet sich ein Fratscher so an, wie Prantl in der SZ Argumentationshilfen publiziert.
    Man begegnet sich in subventionierten Theatern und bestätigt sich gegenseitig die Systemrelevanz.

    Diese Leute leben das Märchen vom reichen Deutschland, weil jeder der nur ein wenig mit dem Markt zu tun hat – ein bisschen Furcht spürt, der Traum könnte enden

    …ach ja, und deren Vermögen wurde durch die Zentralbankeingriffe gerettet, vermehrt, gesichert.

    Zitat Michael Stöcker posting bei bto:
    „Competition for loosers“

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      Thierry sagte:

      @Alexander

      Das ist grob, aber wahr.
      Ich schliesse mich an und erspare es mir, weitere Beispiele zu beschreiben.

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      Michael Stöcker sagte:

      @ Alexander

      „Zitat Michael Stöcker posting bei bto:
      „Competition for loosers“

      Hier liegt wohl ein fundamentales Missverständnis vor. Zum einen handelt es sich hierbei nicht um meine Meinung, sondern um die von Peter Thiel, die ich hier schon des Öfteren als NEGATIV-Beispiel gepostet habe, und zum anderen lautet das Original aus seinem Buch „Zero to One“: „Competition is For Losers“.

      Als bekennender Libertärer müsste Peter Thiel Ihren Vorstellungen zu Staat und Gesellschaft eigentlich viel näher kommen als meinen Vorstellungen.

      Warum Thiel mit seinen Rezepten der Totengräber des Kapitalismus ist, das hatte ich vor längerem hier dargelegt: https://think-beyondtheobvious.com/stelter-in-den-medien/das-muesste-peter-thiel-zu-deutschland-sagen/#comments

      LG Michael Stöcker

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    Ulrich Remmlinger sagte:

    Mit der Argumentation über die wirtschaftlichen Kosten können Sie leider den größten Teil der Bevölkerung nicht erreichen. Für diese Leute sind Sie ein „Nützlichkeitsrassist“.

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      Contumax sagte:

      Ein Teil „dieser Leute“ wird wohl nie verstehen (wollen?), warum ihre Lebensumstände sich drastisch verschlechtern. Ein anderer, wirtschaftlich schwächerer Teil, wird ein bitteres Erwachen haben. Rufen „diese Leute“ dann nach Eurogendfor?

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      Axel sagte:

      @ Ulrich Remmlinger

      Ich schließe mich hier eigentlich dem Tenor des Autors an, der da schreibt :
      “ Wie immer geht es mir um die nüchterne wirtschaftliche Betrachtung und nicht um humanitäre Gesichtspunkte.“
      Und, ja, ich bekenne mich. Ich bin mir am nächsten!

      Ich sehe nicht ein, warum ich im Alter mit Almosen abgespeist werde, während andere, die sich nicht einmal die Minimalmühe gemacht haben, einen Schulabschluß/Deutschkurs zu absolvieren, z.b. gratis die Leistung von Ärzten, die unter jahrelangen Mühen ihren Doktor gemacht haben, abschöpfen können.
      Oder Anspruch auf eine komplett ausgestatte Wohnung haben.
      Es widerspricht meinem Gerechtigkeitssinn, daß diese Gelder nicht denjenigen zugeführt werden, die ihr Leben lang gearbeitet haben!

      Meines Erachtens wird die ganze Humanität sowieso überbewertet! Als gesellschaftliche Leitlinie ganz OK, als moralischer Kompass für mich aber inakzeptabel. Für mich ist Humanismus letzten Endes nichts weiter als der intellektualisierte Selbsterhaltungstrieb des Menschen.
      Der Mensch macht einen riesen Pohei um sich, wegen seiner besonderen Stelle in der Welt und seiner Beziehung zu Gott und…Bli Bla Blub.
      Und alle anderen Tiere landen im Wok und werden aufgefressen. Tolle Wurst!
      Krokdile machen im Prinzip auch nichts anderes. Sich selbst verschonen sie und alles Andere wird verspeist. Der Mensch sollte sich nicht auf ein so hohes Roß stellen, das täte ihm ganz gut.
      Tiere werden aus Mitgefühl eingeschläfert, um ihnen das Leiden zu ersparen. Menschen werden mit Verweis auf die „Humanität“ teils jahrelang röchelnd und bettlägerig maschinell am Leben erhalten. Totaler Schwachsinn!!!
      Der Mensch kann bloß auf Grund seines Intellektes geistige Konstrukte formulieren, warum wir wie miteinander umzugehen haben (natürlich auch aus Eigeninteresse), um uns nicht selbst zu zerfleischen.
      Wie dünn die Schicht der Zivilisierung ist, wird jedoch im Krieg deutlich, wenn die Beißhemmung durch wegfallende Sanktionen hinfällig wird.

      Natürlich hat uns die Natur so gestrickt, daß wir Mitgefühl gegen Unsergleichen empfinden, und wir sollten dieser Eigenschaft Rechnung tragen, um seelisch nicht zu verkrüppeln.
      So sollte jeder in sich die eigene Balance von Verstand und Gefühl finden und sich nicht mit Verweis auf „Inhumanität“ (Wer hat überhaupt die Deutungshoheit über diesen Begriff?) Scheuklappen oder Maulkörbe verpassen laßen!

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        Richard Ott sagte:

        Es geht doch nicht um Humanität, es geht um Umsatz. Beispiel: Ein sogenannter „unbegleiteter minderjähriger Asylbewerber“ („UMA“) verursacht pro Monat in Deutschland Betreuungskosten in Höhe von ungefähr 5000 bis 6000 Euro, zu zahlen vom Staat an die jeweiligen Jugendhilfeeinrichtungen, die dann Sozialarbeiter, Erzieher und so weiter beschäftigen.

        Stellen Sie sich mal vor, wie schrecklich es für die Betreuungsindustrie wäre, wenn so ein UMA hier in Deutschland zufällig seine Eltern wieder fände! Eine Katastrophe wäre das! Da brechen ja über 50000 EUR Jahresumsatz weg!

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        Dietmar Tischer sagte:

        @ Richard Ott

        Es geht AUCH um Humanität und nicht nur um Umsatz.

        Um Humanität geht es meiner Einschätzung nach vor allem bei denen, die sie sich LEISTEN können. Die Spendenaufrufe bei Katastrophen wie jetzt in Afrika bewirken Hilfe auf Basis von Mitgefühl, was auch der Humanität zuzuordnen ist.

        Klar, geht es auch um Umsatz.

        Diejenigen, auf die Sie verweisen, profitieren von der gesellschaftlich verordneten Humanität (Herbst 2015 ff.) und haben das beste Gewissen, wenn sie profitieren.

        Denn sie tun ja etwas Gutes.

        Probleme haben diese Leute nicht, denn die KOSTEN, die auch ihnen aufgebürdet werden, sind dem Verständnis nach ALLGEMEINKOSTEN, die sozusagen anfallen.

        Um eine derartige Allgemeinkostenanalyse der GESELLSCHAFT bemühen sich nur Leute wie Dr. Stelter, der vom Consulting kommt und besser als wir alle hier weiß, wie Unternehmensberatungen insbesondere in den 90er Jahren damit Geld verdient haben – bei den Unternehmen, nicht beim Staat.

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        Johannes sagte:

        @ RO: “ Ein sogenannter „unbegleiteter minderjähriger Asylbewerber“ („UMA“) verursacht pro Monat in Deutschland Betreuungskosten in Höhe von ungefähr 5000 bis 6000 Euro,…)

        Die VOLLKosten liegen tatsächlich noch höher. Eine Anfrage unserer AfD-Kreistagsfraktion letztes Jahr führte zur der Antwort, dass die VOLLkosten für einen UMF in unserer Region bei ca. 8200,- monaltlich liegen.

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      Dietmar Tischer sagte:

      @ Axel

      Sie können Humanität einordnen, wie Sie wollen. Das ist o.k.

      Aber nicht jede Einordnung ist richtig.

      Diese ist nicht richtig:

      >Für mich ist Humanismus letzten Endes nichts weiter als der intellektualisierte Selbsterhaltungstrieb des Menschen.>

      Zumindest für Menschen, die in einem relativen ÜBERFLUSS leben und sich um ihre elementaren Bedürfnisse nicht sonderlich sorgen müssen, ist Humanität etwas ANDERES als der wie immer ausgeprägte Selbsterhaltungstrieb.

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        Axel sagte:

        @ Dietmar Tischer

        Ich meine damit den Aspekt, daß sich der Humanismus u.a. auf die Herausbildung der „edelsten“ menschlichen Charakterzüge bezieht. Welches auch immer diese sein mögen.
        Es geht mir also nicht um die praktische Auslegung eines gutsituierten Bürgers in einer gegebenen Situation, sondern um den theoretischen Überbau!
        Es ist traurig, wenn ich mich z.b. erst des Humanismus besinnen muß, um einen Ertrinkenden aus dem Meer zu retten. Bei mir reicht da einfaches Mitgefühl aus!

        Die Frage die ich mir stelle, ist, warum um den Humanismus so ein Pohei gemacht wird und wir uns mit unserem „edlen“ humanen Charaktereigenschaften schmücken, während wir auf der anderen Seite Kühe und Schweine, einen Bolzen in den Kopf jagen, ihnen den Bauch aufschlitzen und in Stücke zerhacken, ohne daß jemand mit der Wimper zuckt. Es scheint ein völlig normaler Vorgang zu sein, während der abgeschlagene Kopf eins Dschihadisten als nicht zu überbietende Grausamkeit proklamiert wird.
        Beim Tier völlig OK, beim Menschen ein Akt der Barbarei?
        Mir drängt sich da eben bloß der biologische Trieb der Art- und Selbstbehauptung als Beurteilungsmaßstab auf. Wir fühlen bei Menschen eben anders und möchten nicht, daß uns das gleiche Schicksal wiederfährt.
        Vielleicht ist der Humanismus ja auch bloß eine Monstranz, die wir vor uns hertragen und an der wir uns in narzistischer Selbstgefälligkeit selbst berauschen können. Ist halt gut fürs Ego und Selbstwertgefühl.
        Meist wird der Begriff „Humanität“ übrigens von Politikern gebraucht, um die Massen zu leiten. Ein Treppenwitz, wenn man weiß, welche Bedeutung „Humanität“ im politischen Alltag besitzt.

        Ansonsten ist der Humanismus eben ein -ismus, d.h., eine Ideologie. Ebenso wie der Sozialis-mus, der Kommun-ismus, der Buddh-ismus, der Islam-ismus usw. Man kann sich einer Ideologie unterwerfen, muß man aber nicht.
        Auch wenn mir der Humanismus symphatischer als viele andere Ideologien ist, und ich seine durch das Christentum fundamentierten Werte als Kitt und Grundlage unserer Gesellschafft gar nicht mal so schlecht finde, sollte man aufpassen, daß man seine eigene Natur und Wesen nicht verbiegt, sollten sie mal mit den Werten dieser Ideologie kollidieren. Das macht auf Dauer wütend.
        Ansonsten ist diese Ideologie aber natürlich hervorragend dazu geeignet Menschen zu diskreditieren, sollten sie meiner Auslegung dieses Wertesystemes nicht beipflichten. Sie beeinhaltet mit ihrem Nimbus als Leuchtfeuer der Zivilisation ein moralisches Erpressungspotential ohnegleichen!

        Noch ein Wort zu den „edlen menschlichen Werten“ des Humanismuses. Wie sind diese edlen Werte mit einem Verhalten in Einklang zu bringen, wenn jemand sagt:“ Ich geh nicht arbeiten. Geh Du mal schön den Rücken krumm machen. Und danke für die Steuern, die Du zahlst. Davon mach ich mir dann mal einen Lauen“. Zugegeben ist das etwas platt formuliert, aber verläßt diese Person nicht die Basis der Humanität und verachtet diese sogar? Warum sollte man jemanden, der sich des „edlen menschlichen Miteinanders“ verweigert, aus humanitären Gründen durchs Leben schleifen?
        Fiese Frage, aber in vielen Ländern der Welt, z.b. Kanada, gelebte Realität. Leben da nur Monster oder haben die einfach noch ein bißchen mehr Verstand in der Hose als wir?

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      Axel sagte:

      @ Ulrich Remmlinger

      Für diese Leute sind Sie ein „Nützlichkeitsrassist“
      Richtig. Genauso wie alle Kanadier!

      Im Ernst, ich bin weit davon entfernt, alles über den Kamm der Nützlichkeit zu scheren.
      Ich wehre mich aber dagegen, mit dem Verweis auf die „humanitäre Verpflichtung“ mundtot machen und erpressen zu lassen.
      Bei so einem wichtigen Thema wie der Migration sollte man offen über alle Facetten berichten und der Grünenverblödung „Hurra, unsere Gesellschafft wird bunter“ , die nur auf ein angenehm riechendes Wohlfühlaroma abzielt, Fakten entgegenstellen.
      Welche Position man dann letztendlich bezieht, ist ja jedem selbst überlassen. Nur sollte man mit offenen Karten spielen…

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    Axel sagte:

    So wie ich es in Erinerung habe, sind es bloß die Einkommensstärksten 10%, die den Karren am laufen halten. D.h., daß 90% der Bevölkerung durchschnittlich mehr aus der Sozial-, Krankenversicherungs- und Rentenkasse erhalten, als sie im Leben eingezahlt haben.
    Das wiederum würde bedeuten, daß selbst bei Vollbeschäftigung von unqualifizierten Einwanderern mit einer BE- und nicht ENTlastung der Sozialkassen zu rechnen wäre.
    Also wie man es dreht und wendet: Ein Minusgeschäft!

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      troodon sagte:

      @Axel
      Trotzdem können die 10% nicht auf die Leistungen der unteren 90% komplett verzichten. Insofern empfinde ich die Aussage isoliert betrachtet als nicht besonders zielführend, denn sie eine Folge der Gestaltung unserer Sozialsysteme.
      Ändert selbstverständlich nichts daran, dass die Einwanderungspolitik in D rein wirtschaftlich gesehen eine Katastrophe ist und so nicht fortgesetzt werden darf.

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        Axel sagte:

        @trodoon

        Ich selbst gehöre auch zu den 90%, die von den Leistungsträgern profitieren!
        Natürlich sind Bäcker, Müllmänner, Krankenpfleger, Bauarbeiter und Installateure…nicht in irgendeiner Art und Weise minderwertiger als gut verdienende Investmentbanker, Immobilienmakler und Gangsterrapper.
        Vielleicht sind die Flaschensortierer ja für die wirtschaftliche Prosperität eines Unternehmens sogar unabdinglich und ermöglichen dem Brauereibesitzer erst seinen Gewinn, den er dann versteuern kann…

        Ich wollte nur auf den Aspekt hinweisen, daß laut der mir bekannten Statistik für unseren Sozialstaat die 10% steuerzahlender Großverdiener unabdinglich sind. Und genau hier könnte die Balance verloren gehen, zumahl ja auch immer wieder von Auswanderung gut ausgebildeter Fachkräfte ins Ausland die Rede ist.

        Die Mär vom neuen Wirtschaftswunder durch Zuwanderer aus den arabischen/afrikanischen Ländern wäre somit widerlegt, bzw. entpuppt sich als reine Lüge und Volksverdummung, die nur dazu dient, die Gemüter zu beruhigen!

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        troodon sagte:

        @ Axel
        „Ich wollte nur auf den Aspekt hinweisen, daß laut der mir bekannten Statistik für unseren Sozialstaat die 10% steuerzahlender Großverdiener unabdinglich sind.“
        Definitiv benötigen wir die Leistungsträger, Eliten und dürfen diese nicht vergraulen.
        Und sinngemäß wollte ich genau auf diesen Aspekt hinaus:
        „Vielleicht sind die Flaschensortierer ja für die wirtschaftliche Prosperität eines Unternehmens sogar unabdinglich und ermöglichen dem Brauereibesitzer erst seinen Gewinn, den er dann versteuern kann…“
        Insofern liegen wir bei den Fakten wohl nicht auseinander, der Ton ist aber imho auch wichtig.
        Das war mein Anliegen. Ist somit geklärt.

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    Richard Ott sagte:

    Mich fasziniert am meisten, dass wir so viele Unqualifizierte in Deutschland haben (und immer noch mehr von ihnen importieren) und gleichzeitig „Künstliche Intelligenz“ und „Digitalisierung“ fördern wollen damit wir in Zunkunft noch mehr einfache Arbeiten automatisieren können.

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      Christian Hu sagte:

      man wird es ja schlecht weltweit verbieten können. Und vermutlich sind wir auch nicht bereit, das gegenwärtige deutsche Wohlstandsniveau auf immer festzuschreiben, während die Welt um uns herum sich weiterentwickelt

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        Richard Ott sagte:

        @Christian Hu

        „man wird es ja schlecht weltweit verbieten können.“
        Aber natürlich ginge das. Der böse Verbrennungsmotor soll doch auch weltweit verboten werden, um nichts Geringeres als die Rettung des Planeten zu erreichen. Fragen Sie mal Greta, Luisa und diesen anderen Funktionärs-Typen von der Grünen Jugend, der immer im Hintergrund bei Luisa auf den Fotos mit rumsteht. ;)

        Aber im Ernst: Ist es so schwierig, zu erkennen, dass ich darauf hinaus will, dass wir hier qualifizierte Zuwanderung brauchen und nicht unqualifizierte

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      Susanne Finke-Röpke sagte:

      @Herrn Richard Ott:

      „Wir“ wollen nicht unbedingt KI oder Digitalisierung fördern. Das fordern bisher nur bestimmte Gruppen im Land, z.B. die FDP oder die Piratenpartei. Und die Realität z.B. bei der SPD zeigt ja auch, dass Respektrente, Mietpreisbremse, Bestellerprinzip bei Maklern, Genderforschung, u.a. einen wesentlich größeren Raum einnehmen und höher gewichtet werden. Ausgenommen sind im „Digitalpakt“ digitale Daddelgeräte wie Tablets für jede Schule, damit der Lehrer nichts mehr an die Tafel schreiben muss und die Schüler und deren Eltern die Simulation guter Bildung vorgesetzt bekommen und brav den Fortschrittswillen der Mainstreamparteien auf dem Wahlzettel honorieren. Deswegen wird zwar keiner dieser Schüler verstehen, wie solche Geräte entwickelt und gebaut werden, denn das machen mathematisch und physikalisch vorgebildete Ostasiaten an der Westküste der USA und in ihren Heimatländern. Aber das macht ja nichts…:-)

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      TomK sagte:

      Das ist das Erfolgsmodell der Gewerkschaften und Sozialparteien. Automatisierung brauchen diese, denn irgendwer bzw. irgendwas muss das Geld zur Umverteilung an die Wählerklientel ja erwirtschaften. Das sind dann eben die Roboter. Deshalb halten die Stimmung pro Digitalisierung so hoch. Wirkt auch sehr hip.
      Nur die wandern gerade ab, wenn man z.B. die Meldung vom Daimler liesst, welche die unprofitable Smartproduktion nun nach China verlagert.

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  8. Avatar
    Thomas M. sagte:

    >Manche Migranten sprechen nur so viel Deutsch, dass es für den Alltag reicht.

    Wobei das m.E.n. aber auch auf nicht wenige englischsprechende Höhergebildete zutrifft, die bei uns leben ;)

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