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	Kommentare zu: EMU deflation is the final betrayal of southern Europe	</title>
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	<description>Daniel Stelter ist die unabhängige Stimme zur Finanzkrise</description>
	<lastBuildDate>Mon, 26 Jan 2015 16:50:49 +0000</lastBuildDate>
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		<title>
		Von: Dr. Gördes		</title>
		<link>https://think-beyondtheobvious.com/stelters-lektuere/emu-deflation-is-the-final-betrayal-of-southern-europe/#comment-9152</link>

		<dc:creator><![CDATA[Dr. Gördes]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 11 Jan 2015 19:26:59 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Als Antwort auf &lt;a href=&quot;https://think-beyondtheobvious.com/stelters-lektuere/emu-deflation-is-the-final-betrayal-of-southern-europe/#comment-9140&quot;&gt;Daniel Stelter&lt;/a&gt;.

Lieber Herr Stelter,

vielen Dank für Ihre ausführliche Antwort. Dass das heutige Buchgeld nicht im wörtlichen Sinn &quot;gedruckt&quot; wird, dürfte allen klar sein. Eugene Fama argumentierte hier (https://youtu.be/ZyPYo1GOnMg ) übrigens ganz ähnlich wie Sie. QE sei &quot;no big deal&quot;. Die Frage warum die Notenbanken unter diesen Umständen überhaupt QE machen und warum wir dies nicht schon viel früher bzw. für immer machen sollten, beantwortet er allerdings nicht. Japan ist in dieser Art von Finanzierung noch viel weiter fortgeschritten und wir dürfen gespannt sein, wie sich die japanische &quot;Blaupause&quot; entwickeln wird. Ewig kann das &quot;schlechte&quot; Gleichgewicht nicht halten.

Dass in den vergangenen vier einhalb Jahren ein Großteil des jährlichen Haushaltsdefizit der US-Regierung über den Umweg der Geschäftsbanken letztendlich aber durch die Notenbank finanziert wurde, wird von dem von Ihnen zitierte Steve Keen übrigens nicht bestritten (http://youtu.be/d1Mug1EPaAo?t=11m00s ). Leider ist das Video zu Ende, als Steve Keen über das &quot;Unwinding&quot; beginnt zu sprechen. Eugene Fama sagt, dass das FED die Anleihen einfach auslaufen lassen wird. Gleichzeitig sind die von den Geschäftsbanken aufgehäuften &quot;excess reserves&quot; nichts anderes als monetarisierte Schulden. Die &quot;bereits vorhandenen Anleihen&quot; wären unter normalen Umständen ganz anderes be-preist, d.h. die Notenbanken sind nicht nur an der Finanzierung beteiligt, sie greifen auch aktiv in den Preisfindungsmechanismus ein. Was nun die von Zerohedge und anderen Autoren beschworenen &quot;unintended consequences&quot; seien werden, wird sich noch zeigen müssen. Die Assetpreis-Inflation dürfte indes als &quot;intended&quot; gelten. Der Anstieg der Reserven zur Rekapitalisierung der Banken ebenfalls. Der &quot;moral hazard&quot; scheint seit der Pleite von Lehmann Brother kein Thema mehr zu sein.

Niemand profitiert davon so sehr wie der &quot;parasitäre&quot; Finanzsektor. Die leitenden Angestellten von Goldman Sachs et al. und die im Investmentbanking tätigen Kollegen reiben sich angesichts ihrer persönlichen Margen die Hände. Diese Menschen haben so viel finanzielle und politische Macht, dass man hier getrost von einem neuen Sozialismus sprechen kann. Der zweite Profiteur ist der militärisch-industrielle Komplex. Das US-Militär verbrennt jedes Jahr eine Trillionen US-Dollar (angelsächsischer Sprachgebrauch). Der Betrag entspricht in etwa dem Haushaltsdefizit der USA und man darf zu Recht die Frage stellen, warum China, Japan, Russland oder Asien dieses unter den gegebenen Umständen überhaupt finanzieren sollten?

Der Vollständigkeit halber möchte ich gerne einen Artikel von Human Minsky aus dem Jahr 1982 verlinken, der sich mit der Bankenkrise von 1966 beschäftigt: http://digitalcommons.bard.edu/hm_archive/155/

Ich schätze Ihr Blog sehr,  bin gespannt ob es noch einen weiteren deflationären Schock geben wird und verbleibe mit freundlichen Grüssen

Markus Gördes]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Als Antwort auf <a href="https://think-beyondtheobvious.com/stelters-lektuere/emu-deflation-is-the-final-betrayal-of-southern-europe/#comment-9140">Daniel Stelter</a>.</p>
<p>Lieber Herr Stelter,</p>
<p>vielen Dank für Ihre ausführliche Antwort. Dass das heutige Buchgeld nicht im wörtlichen Sinn &#8220;gedruckt&#8221; wird, dürfte allen klar sein. Eugene Fama argumentierte hier (<a href="https://youtu.be/ZyPYo1GOnMg" rel="nofollow ugc">https://youtu.be/ZyPYo1GOnMg</a> ) übrigens ganz ähnlich wie Sie. QE sei &#8220;no big deal&#8221;. Die Frage warum die Notenbanken unter diesen Umständen überhaupt QE machen und warum wir dies nicht schon viel früher bzw. für immer machen sollten, beantwortet er allerdings nicht. Japan ist in dieser Art von Finanzierung noch viel weiter fortgeschritten und wir dürfen gespannt sein, wie sich die japanische &#8220;Blaupause&#8221; entwickeln wird. Ewig kann das &#8220;schlechte&#8221; Gleichgewicht nicht halten.</p>
<p>Dass in den vergangenen vier einhalb Jahren ein Großteil des jährlichen Haushaltsdefizit der US-Regierung über den Umweg der Geschäftsbanken letztendlich aber durch die Notenbank finanziert wurde, wird von dem von Ihnen zitierte Steve Keen übrigens nicht bestritten (<a href="http://youtu.be/d1Mug1EPaAo?t=11m00s" rel="nofollow ugc">http://youtu.be/d1Mug1EPaAo?t=11m00s</a> ). Leider ist das Video zu Ende, als Steve Keen über das &#8220;Unwinding&#8221; beginnt zu sprechen. Eugene Fama sagt, dass das FED die Anleihen einfach auslaufen lassen wird. Gleichzeitig sind die von den Geschäftsbanken aufgehäuften &#8220;excess reserves&#8221; nichts anderes als monetarisierte Schulden. Die &#8220;bereits vorhandenen Anleihen&#8221; wären unter normalen Umständen ganz anderes be-preist, d.h. die Notenbanken sind nicht nur an der Finanzierung beteiligt, sie greifen auch aktiv in den Preisfindungsmechanismus ein. Was nun die von Zerohedge und anderen Autoren beschworenen &#8220;unintended consequences&#8221; seien werden, wird sich noch zeigen müssen. Die Assetpreis-Inflation dürfte indes als &#8220;intended&#8221; gelten. Der Anstieg der Reserven zur Rekapitalisierung der Banken ebenfalls. Der &#8220;moral hazard&#8221; scheint seit der Pleite von Lehmann Brother kein Thema mehr zu sein.</p>
<p>Niemand profitiert davon so sehr wie der &#8220;parasitäre&#8221; Finanzsektor. Die leitenden Angestellten von Goldman Sachs et al. und die im Investmentbanking tätigen Kollegen reiben sich angesichts ihrer persönlichen Margen die Hände. Diese Menschen haben so viel finanzielle und politische Macht, dass man hier getrost von einem neuen Sozialismus sprechen kann. Der zweite Profiteur ist der militärisch-industrielle Komplex. Das US-Militär verbrennt jedes Jahr eine Trillionen US-Dollar (angelsächsischer Sprachgebrauch). Der Betrag entspricht in etwa dem Haushaltsdefizit der USA und man darf zu Recht die Frage stellen, warum China, Japan, Russland oder Asien dieses unter den gegebenen Umständen überhaupt finanzieren sollten?</p>
<p>Der Vollständigkeit halber möchte ich gerne einen Artikel von Human Minsky aus dem Jahr 1982 verlinken, der sich mit der Bankenkrise von 1966 beschäftigt: <a href="http://digitalcommons.bard.edu/hm_archive/155/" rel="nofollow ugc">http://digitalcommons.bard.edu/hm_archive/155/</a></p>
<p>Ich schätze Ihr Blog sehr,  bin gespannt ob es noch einen weiteren deflationären Schock geben wird und verbleibe mit freundlichen Grüssen</p>
<p>Markus Gördes</p>
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		Von: Daniel Stelter		</title>
		<link>https://think-beyondtheobvious.com/stelters-lektuere/emu-deflation-is-the-final-betrayal-of-southern-europe/#comment-9140</link>

		<dc:creator><![CDATA[Daniel Stelter]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 09 Jan 2015 14:45:30 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Als Antwort auf &lt;a href=&quot;https://think-beyondtheobvious.com/stelters-lektuere/emu-deflation-is-the-final-betrayal-of-southern-europe/#comment-9138&quot;&gt;Dr. Gördes&lt;/a&gt;.

Sehr geehrter Herr Gördes,

dies ist eine sehr gute Frage. Der Kauf von bereits vorhandenen Anleihen führt zunächst nur zu einem Besitzertausch. Wenn die Verkäufer das Geld dazu nutzen um andere Assets nachzufragen, zum Beispiel Unternehmensanleihen, so steigt deren Preis bzw. der Zins sinkt. Dies soll dann indirekt die Wirtschaft beleben. Sobald die EZB Anleihen kauft die neu ausgegeben werden (egal ob nun direkt oder über die Banken) steigt das gesamte Kreditvolumen in der Volkswirtschaft. Die Staaten könnten mehr nachfragen mit dem neuen Geld und so die Wirtschaft beleben und auch indirekt die Inflation treiben. Doch solange es unterausgelastete Kapazitäten gibt, hat auch dies keine inflationären Effekte. Erst wenn die Nachfrage immer mehr steigt - auch wenn Leute Vertrauen in Geld verlieren - kommt es zu einer Inflation. Bei den Assetpreisen haben wir natürlich die Inflation schon. Nur nicht auf Konsumenten/Produzentenebene.

Sobald die EZB nachhaltig in die Finanzierung der Staaten eintritt ist es nur eine Frage der Zeit bis es deutliche Inflation gibt. Jetzt ist es nur ein asset tausch. Sehr gut dazu übrigens Steve Keen: http://think-beyondtheobvious.com/stelters-lektuere/qe-ist-kein-geld-drucken-erklaert-mit-doppelter-buchfuehrung/

Danke für Ihr Interesse!

DSt]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Als Antwort auf <a href="https://think-beyondtheobvious.com/stelters-lektuere/emu-deflation-is-the-final-betrayal-of-southern-europe/#comment-9138">Dr. Gördes</a>.</p>
<p>Sehr geehrter Herr Gördes,</p>
<p>dies ist eine sehr gute Frage. Der Kauf von bereits vorhandenen Anleihen führt zunächst nur zu einem Besitzertausch. Wenn die Verkäufer das Geld dazu nutzen um andere Assets nachzufragen, zum Beispiel Unternehmensanleihen, so steigt deren Preis bzw. der Zins sinkt. Dies soll dann indirekt die Wirtschaft beleben. Sobald die EZB Anleihen kauft die neu ausgegeben werden (egal ob nun direkt oder über die Banken) steigt das gesamte Kreditvolumen in der Volkswirtschaft. Die Staaten könnten mehr nachfragen mit dem neuen Geld und so die Wirtschaft beleben und auch indirekt die Inflation treiben. Doch solange es unterausgelastete Kapazitäten gibt, hat auch dies keine inflationären Effekte. Erst wenn die Nachfrage immer mehr steigt &#8211; auch wenn Leute Vertrauen in Geld verlieren &#8211; kommt es zu einer Inflation. Bei den Assetpreisen haben wir natürlich die Inflation schon. Nur nicht auf Konsumenten/Produzentenebene.</p>
<p>Sobald die EZB nachhaltig in die Finanzierung der Staaten eintritt ist es nur eine Frage der Zeit bis es deutliche Inflation gibt. Jetzt ist es nur ein asset tausch. Sehr gut dazu übrigens Steve Keen: <a href="http://think-beyondtheobvious.com/stelters-lektuere/qe-ist-kein-geld-drucken-erklaert-mit-doppelter-buchfuehrung/" rel="nofollow ugc">http://think-beyondtheobvious.com/stelters-lektuere/qe-ist-kein-geld-drucken-erklaert-mit-doppelter-buchfuehrung/</a></p>
<p>Danke für Ihr Interesse!</p>
<p>DSt</p>
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		<title>
		Von: Dr. Gördes		</title>
		<link>https://think-beyondtheobvious.com/stelters-lektuere/emu-deflation-is-the-final-betrayal-of-southern-europe/#comment-9138</link>

		<dc:creator><![CDATA[Dr. Gördes]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 09 Jan 2015 11:33:25 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Sehr geehrter Herr Stelter,

warum führt Ihrer Ansicht nach das Aufkaufen von Staatsanleihen durch die Zentralbank nicht zur Inflation bzw. steigenden Verbraucherpreisen? Historisch gesehen, war das bisher immer der Todesstoss für ein Zahlungsmittel. Mal ging der Sterbeprozess schneller, mal langsamer. Und sagen Sie nicht, für Inflation bzw. Vertrauensverlust benötige es Krieg. Wir befinden uns dauerhaft im Krieg in oder mit unterschiedlichen &quot;Schurken&quot;-Staaten.

Mit freundlichen Grüssen

Markus Gördes]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Sehr geehrter Herr Stelter,</p>
<p>warum führt Ihrer Ansicht nach das Aufkaufen von Staatsanleihen durch die Zentralbank nicht zur Inflation bzw. steigenden Verbraucherpreisen? Historisch gesehen, war das bisher immer der Todesstoss für ein Zahlungsmittel. Mal ging der Sterbeprozess schneller, mal langsamer. Und sagen Sie nicht, für Inflation bzw. Vertrauensverlust benötige es Krieg. Wir befinden uns dauerhaft im Krieg in oder mit unterschiedlichen &#8220;Schurken&#8221;-Staaten.</p>
<p>Mit freundlichen Grüssen</p>
<p>Markus Gördes</p>
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