Die Zentrifugal­kräfte der Euro­zone

Jürgen Stark, ehemaliges Mitglied des Direktoriums und des Rates der Europäischen Zentralbank (EZB) äußerte sich im Interview mit der WELT kritisch zur Lage der Eurozone. Hier die Kernaussagen:

  • “Die Corona-Pandemie hat eine Schulden-Pandemie zur Folge. Angesichts der unkontrollierten Explosion der Staatsschulden im Euroraum bleiben Forderungen nach Schuldenstreichung, der Änderung des europäischen Vertragswerks und nach der Umwidmung der ESM-Mittel natürlich nicht aus. Daran ist nicht viel Neues. Aber jetzt nimmt man die katastrophale Finanzlage infolge der Corona-Krise in Ländern mit chronisch unsoliden Finanzen zum Anlass, diese Forderungen mit noch mehr Nachdruck zu erheben. Hier zeigt sich erneut, dass wir politisch und ökonomisch unqualifizierte Mitgliedstaaten in die Währungsunion aufgenommen haben.” – bto: Hundert Prozent Zustimmung. Die Frage ist, wie wir damit intelligent umgehen.
  • “Das darf aber nicht Anlass sein, die EU und die Wirtschafts- und Währungsunion dauerhaft in diese Richtung umzubauen. Damit würden die entscheidenden Prinzipien der Solidität und Stabilität mit Eigenverantwortung und Haftung der Mitgliedstaaten aufgegeben. Dies würde nicht nur zu erheblichen Akzeptanzproblemen in den nördlichen Staaten führen, sondern zu neuen Konflikten und zur tieferen Spaltung Europas.” – bto: und zwar durch enttäuschte Hoffnungen bei den Empfängern und Verärgerung bei denen, die zahlen, obwohl man ihnen jahrelang anderes versprochen hat! Gerade hier in Deutschland!
  • “Betrachtet man sie gemeinsam mit der US-amerikanischen Fed, der Bank of England und der Bank of Japan, haben diese vier Zentralbanken ihre Bilanzen auf zusammen 20 Billionen Euro ausgedehnt und viele Risiken übernommen. Damit verändern sie natürlich auch den Charakter der großen Volkswirtschaften.” – bto: Ja, sie haben das Risiko aus den Märkten genommen und damit massive Fehlanreize gesetzt.
  • “(Das Versprechen von Mario Draghi) war der Gamechanger. Ab da war klar: Hier gibt es eine Institution, die den Euro-Raum zusammenhalten wird – um jeden Preis. Politisch kann man das verstehen. Die Frage ist jedoch: Ist es noch im Rahmen des Mandats einer Zentralbank, eine solche Garantie abzugeben, oder hätte man nicht an die Politik verweisen und sagen können: Der Ball ist in eurem Feld!” – bto: Das sehe ich nicht so. Eine Notenbank muss auch ihre eigene Existenz verteidigen. Richtig ist, dass die Politik letztlich handeln muss, was sie nun tut, wenn auch in die falsche Richtung.
  • “(…) es findet eine gewaltige Umverteilung von Gläubigern zu Schuldnern statt. (…) Wir sind in einer neuen Episode, in der die Unabhängigkeit der Zentralbanken nicht mehr gewährleistet ist. (…) In der Tat manifestiert sich diese Entwicklung in der personellen Besetzung bei vielen Zentralbanken. Nehmen wir den EZB-Rat. Europäische Regierungen benennen für die Posten an der Spitze ihrer nationalen Notenbanken tendenziell dafür nicht mehr Fachleute für Geldpolitik, sondern Politiker. Das haben wir in fünf Fällen: EZB-Präsidentin Christine Lagarde, ihr Vize Luis de Guindos, Olli Rehn, Peter Kazimir, und Mario Centeno, der frühere Eurogruppenchef. (…) Das ist ein sichtbares personifiziertes Zeichen für die Politisierung der EZB.” – bto: mit einem klaren Ziel: die Notenbank so zu dominieren, dass wir MMT umsetzen, ohne zuvor die Verteilungswirkung dieser Maßnahmen durchdacht und korrigiert zu haben.
  • “Die niedrigen Zinsen verschleiern die Risiken. Griechenland zahlt weniger als die USA für ihre Treasuries. Das zeigt deutlich, dass man hier zu weit gegangen ist. Es ist ein Anreiz für die schon hoch verschuldeten Regierungen, sich noch mehr zu verschulden. Dabei waren die Staatsfinanzen in vielen Ländern schon vor der Krise nur bedingt tragfähig. Das gilt auch für Deutschland, wie der diesjährige 5. Tragfähigkeitsbericht des Bundesfinanzministeriums gezeigt hat. Natürlich erforderte die aktuelle Krisensituation besondere Zentralbankmaßnahmen, aber ob nun eine Verdoppelung des Pandemie-Notfall-Programms (PEPP) von 750 Milliarden auf 1,35 Billionen Euro oder sogar eine weitere Erhöhung gerechtfertigt ist, das bezweifele ich.” – bto: Hier spricht Stark die verdeckten Staatsschulden an, nur lösbar durch Monetarisierung.
  • “Als die USA in den 2. Weltkrieg eingetreten ist, verpflichtete sich die Fed, den Zinssatz für langfristige Papiere nicht über 2,5 Prozent steigen zu lassen. Diesen Kurs, mit dem sie die sogenannte Zinsstrukturkurve kontrolliert hat, hat sie von 1942 bis 1951 gehalten. Das hat nach dem Krieg dazu geführt, dass die Schulden der USA relativ zur Wirtschaftsleistung deutlich gesunken sind. Erst als die Inflation auf über zehn Prozent gestiegen ist, ist die Fed aus dieser Geldpolitik ausgestiegen. Mit diesem Modell der finanziellen Repression oder Fiskaldominanz über die monetäre Dominanz hat man die Zeit genutzt, um die Schulden zurückzuführen (…).” – bto: Das ist der Weg gewesen. Aber heute ist es ungleich schwerer, dies zu erreichen. Es fehlt schlichtweg am realen Wachstum.
  • Frage: Ist ein Szenario denkbar, in dem die Notenbanken die Kontrolle über die Zinsstrukturkurve verlieren? – “Ja, das ist denkbar, wenn das Vertrauen in die Zentralbanken verloren geht, dass sie das wirklich auf lange Zeit durchhalten, insbesondere wenn die Inflationsrisiken steigen. Die Finanzmärkte könnten höhere Risikoaufschläge verlangen oder ein Land könnte völlig den Marktzugang verlieren.” – bto: womit wir beim entscheidenden Punkt sind. Es geht um das Vertrauen, und unsere Politiker tun so, als wäre dieses stabil. Ist es aber nicht.
  • Frage: Die EZB verweist darauf, dass der natürliche Zins über die letzten 30 Jahre kontinuierlich gesunken sei und sie selbst sich nicht so weit von diesem Satz entfernt findet bei null Prozent. – “Das stimmt. Aber der natürliche Zins ist ja nicht direkt beobachtbar, sondern die Werte sind modellbasierte Schätzungen. Es gibt viele Ökonomen, etwa der Stanford-Ökonom John Taylor, die sagen, der natürliche Zins ist gesunken, aber die Bedeutung dieses Absinkens wird überinterpretiert.” – bto: Und wenn man das glaubt, dann muss man auch einen Anstieg erwarten aufgrund der demografischen Entwicklung.

welt.de (Anmeldung erforderlich): „Wir haben politisch und ökonomisch unqualifizierte Mitgliedstaaten aufgenommen“, 26. November 2020

Kommentare (97) HINWEIS: DIE KOMMENTARE MEINER LESERINNEN UND LESER WIDERSPIEGELN NICHT ZWANGSLÄUFIG DIE MEINUNG VON BTO.
  1. Michael Stöcker
    Michael Stöcker sagte:

    @ Dietmar Tischer

    „Es gibt kein zivilisatorisches „Urverbrechen“.“

    Sehe ich auch so.

    „Sie wird NICHT gelöst, sondern mit der Stabilisierung werden ANDERE Probleme – hier am Blog mit einigem Konsens verstanden als INFLATION, vielleicht auch HYPERINFLATION – geschaffen.

    Und, meine Meinung:

    UNABWENDBAR so.“

    Inflation vielleicht, Hyperinflation ist doch sehr unwahrscheinlich. Es wäre schon viel gewonnen, wenn die Zentralbanken – mittels Unterstützung der Lohn- und Fiskalpolitik – überhaupt ihr Inflationsziel erreichen. Zur Meinungsbildung vier Links:

    Must see: Bernanke, King, Trichet und Fischer: https://youtu.be/DGzwtXC79Vc

    Antworten
    • Horst
      Horst sagte:

      „…mittels Unterstützung der Lohn- und Fiskalpolitik…“

      Bei wem sollen die Löhne nach der Pandemie erhöht werden, wenn sich wieder viele um einen Arbeitsplatz prügeln und sich gegenseitig unterbieten?

      Nach der Pandemie ist vor der Pandemie. Frei nach Herberger.

      Das könnte Ihnen auffallen, wenn Sie den Worten unserer Funktionseliten, frei nach Luhmann, folgen.

      Antworten
      • Dietmar Tischer
        Dietmar Tischer sagte:

        @ Horst, @ M. Stöcker

        Ich will nichts prognostizieren und schon gar nichts prophezeien.

        Nur zwei Punkte zum Inflationsthema, hier schon des Öfteren diskutiert:

        1. Der demografische Trend wird zukünftige Inflationstendenzen UNTERSTÜTZEN.

        2. Es kommt auf das VERHÄLTNIS von Warenangebot zur Nachfrage an.

        Die Nachfrage kann mit kontinuierlichen Geldzuweisungen des Staats – z. B. Bürgergeld oder BGE etc. – hoch gehalten werden oder sogar in Gang kommen.

        Die Wirkmechanismen sind bekannt.

        Für steigende Inflation ist jedenfalls NICHT erforderlich, dass die Arbeitseinkommen steigen.

      • Alexander
        Alexander sagte:

        @Dietmar Tischer

        Rückfrage – Inflation.

        Bisher erlebten wir eine Vermögenspreisinflation durch billiges Geld und Anlagenot zugleich. Vermögenspreise versprachen sichere Rendite bei hoher Marktliquidität.

        Die Voraussetzung für Teilhabe am asset price circus war “Verschuldungsfähigkeit”.

        Wie Verschuldungsfähigkeit ist jemand, der auf staatliche Transfers (BGE, covid Hilfen etc.) angewiesen ist?
        Befähig der Erhalt von BGE sogar erst zur Verschuldung?

        Bringt der Umbruch der Ökonomie stabile Verhältnisse als Basis für Neuverschuldung -> liquide Märkte -> Nachfrage nach Vermögensanlagen -> Inflation dieser Preise?

        Wann soll die noch ausstehende HyperDeflation von Inflation abgelöst werden, wenn potentielle Käufer von Arbeitslosigkeit und Altschulden (Überschuldung) bedroht sind?

        Demographisch steigt das Angebot aus vergangenen Inflationsrunden, wenn Pensionäre ihre Gewinne realisieren wollen – für Anschaffungen, Unterstützung von in Not geratenen Kindern, Flucht vor Vermögens-Erbschaftssteuern oder Umschichtung in sicherere Häfen als immobile….

        An eine Inflation der Lebensmittelpreise mag ich nicht glauben, denn diese sind durch internationale Subventionen so stranguliert, dass freie Preise erst gar nicht angedacht werden könnten. Eine Verdopplung würde Hunger in letzten Welten bedeuten und mehr Konsumverzicht im Westen….. Verzicht heißt nicht Inflation….sondern illiquide Märkte, trotz der Geldschwemmen.

        Für die Folgen der Politik von 2020 ff sehe ich den Verlust von Verschuldungsfähigkeit der Privaten und einen Staat der sich gar nicht traut “bedingungslos” 30k€ pro Jahr pro Nase zu verschenken…dagegen spricht der Neid politischer Kleinbürger… und zu erwartende Zuwanderungswellen.

        Die Gleichung zur Inflation richtet sich immer noch an ein Gefühl und bleibt die Herleitung schuldig?

      • Dietmar Tischer
        Dietmar Tischer sagte:

        @ Alexander

        >Wie Verschuldungsfähigkeit ist jemand, der auf staatliche Transfers (BGE, covid Hilfen etc.) angewiesen ist?

        Befähig der Erhalt von BGE sogar erst zur Verschuldung?>

        Es kommt auf die ART der Transfers an.

        Wenn die Transfers durch Gesetzgebung DAUERHAFT gesichert sind, dann BEFÄHIGT der Erhalt dieser Transfers zur Verschuldung.

        Beispielhaft:

        Mit die besten Schuldner sind die Rentner.

        Denn deren Einkommen ist gesichert, somit auch die Bedienung eines Kredits. Das Interessante dabei: Die Rentner müssen KEINE Sicherheiten für den Kredit stellen.

        Allerdings:

        Es muss in der Regel eine Restschuldversicherung abgeschlossen werden, weil Rentner es in nicht verhindern können, auch während der Kreditlaufzeit zu sterben und nicht jeder das Erbe annehmen wird, wenn Schulden darauf lasten.

        Bei Hartz IV-Empfängern dürfte das anders sein.

        Denn da hängt das Einkommen auch vom VERHALTEN der Menschen ab, die bedacht werden.

        >Bringt der Umbruch der Ökonomie stabile Verhältnisse als Basis für Neuverschuldung ->

        Wir reden hier NICHT von Vermögenspreisinflation, sondern von der Inflation der Verbraucherpreise.

        Der Umbruch der Ökonomie, verursacht vor allem durch die Energiewende und die Digitalisierung, bringt m. A. n. schon so etwas wie stabile Verhältnisse bei den Einkommen derer, die durch den Rost fallen:

        Der Staat wird deren Einkommen STABILISIEREN, um ihnen SICHERHEIT zu verschaffen.

        Denn:

        Dieser Umbruch ist STRUKTURELL, nicht konjunkturell, bei diesen Menschen NICHT mit einem nur vorübergehenden, sondern DAUERHAFTEN Einkommensverlust verbunden.

        Daher, so denke ich, wird dies – wenn die kritische Masse von Menschen erreicht ist – in einem BGE enden.

        >An eine Inflation der Lebensmittelpreise mag ich nicht glauben, denn diese sind durch internationale Subventionen so stranguliert, dass freie Preise erst gar nicht angedacht werden könnten.>

        UNSERE Lebensmittelpreise werden steigen. Zum einen werden die Bauern gesetzlich mehr und mehr gezwungen werden, von den kostensenkenden Skaleneffekten der Massenproduktion Abschied zu nehmen und zum anderen werden die Konsumenten mehr „gesund“ und „regional“ nachfragen. Das sind in der Regel teurere Produkte. In den Supermärkten werden die Bio-Regale immer länger.

        Wer da durch Importe reinpfuschen will, wir durch Zölle abgewiesen (auf EU-Basis natürlich).

        >Für die Folgen der Politik von 2020 ff sehe ich den Verlust von Verschuldungsfähigkeit der Privaten …>

        Teilweise ja.

        Mitentscheidend wird sein, wie die Pleitewelle absorbiert wird.

        Da steht die erste Welle noch aus und eine zweite kann es durchaus auch geben.

        >… und einen Staat der sich gar nicht traut „bedingungslos“ 30k€ pro Jahr pro Nase zu verschenken… >

        Ja, im Augenblick ist das so.

        Aber nicht auf ewig.

        Im Programm der Grünen ist es ja als LEITIDEE angedacht und die CDU hatte auch schon mal gerechnet.

        >…bleibt die Herleitung schuldig?>

        Nein.

        Die Mechanismen für ZUNEHMENDE Inflation, nicht jedoch für AUTOMATISCHE Hyperinflation sind benennbar:

        Entweder ein sich SELBSGT nährendes BGE

        oder

        eine kontinuierlich abwertende Währung.

        Der TREIBER für beides ist eine STEIGENDE Staatsverschuldung, die im politischen Wettbewerb der Parteien nicht zu vermeiden ist.

        Inflation ist daher m. A. n. UNABWENDBAR, erfolgt aber nicht klassisch als Lohn-Preis-Spirale.

      • Alexander
        Alexander sagte:

        @Dietmar Tischer

        Wenn die Inflation der Vermögenspreise keine Rolle spielen wird, ist der Zeitraum einer Preisstagnation nur vorübergehend bis es zum Preisverfall kommt. Auslöser ist der Totalumbau der Luftfahrt-,Reise-, Automobil-,Bau-,Maschinenbau- u.w. Industrien bzw. die Wechselwirkung(!) aus dem Abriß heraus…

        Ackerland profitierte wie Wald von der Vermögenspreisinfla und hob die Beleihungskapazität der Halter. So mancher Kuhstall wurde daraufhin zuletzt noch modernisiert – goodwill pur…

        Altschulden lasten selbstredend auf der Landwirtschaft und beschränken neue Experimente finanziell, ganz egal was Berlin einfällt. Die Nerven liegen blank, auch in meinem Umfeld.
        https://www.tichyseinblick.de/gastbeitrag/bauer-willi-ueber-das-schuldbekenntnis-eines-landwirts/

        Meine Herleitung über Deflation schließt die Einhaltung von Regeln genauso ein, wie den totalen Regelbruch – weil sich private Schulddienstverpflichtungen nicht brechen lassen.
        Umgekehrt sehe ich, dass sich Ihre Inflations Herleitung an Regeln orientiert – z.B. Zölle, gesetzliche Vorgaben.

        Warum sollte Berlin teurere Lebensmittelproduktion gesetzlich vorschreiben ohne die Höchstpreise zu bestimmen, vgl. Mietpreisdeckel? Seinen Hof aufzugeben (s.link oben) ist letzte Freiheit eines Bauern, der kein Auskommen mehr findet.

        Betriebsaufgaben wirken deflationär, weil andere Bauern dieselben Höchstpreise und Produktionsvorschriften einhalten müssen. Höhere Preise quittiert der Verbraucher mit Fleischverzicht – wie zu Kriegszeiten. Ein Fernziel der grüner Veggiedayaner ohnehin.

        Das BGE kommt spätestens, wenn die Rentensysteme nicht mehr umlagefinanzierbar sind. Ein “selbst nährendes” BGE müssen sie mir bitte erklären, denn es gibt kein “selbstnährendes BIP” – wo sich unser Schuldgeldsystem von der PRIVATEN Ablösung / Prolongation / Neuverschuldung nährt & aus (Vermögens-)Pfandpreisen, der Bonität der Schuldner (Verschuldungsfähigkeit) und der Liquidität der Märkte…..

        Auch das BGE in Verbindung mit Eingriffen in Lebensmittelmärkte führt aus meiner Sicht zur Planwirtschaft und in der Folge zu Mangel bis zum Hunger….. Tauschwirtschaft zur Deckung unter Geld ohne Wertaufbewahrungscharakter bei gesetzlich verbotener Hyperinfla.

      • Johann Schwarting
        Johann Schwarting sagte:

        @ Alexander

        “Altschulden lasten selbstredend auf der Landwirtschaft und beschränken neue Experimente finanziell, ganz egal was Berlin einfällt. Die Nerven liegen blank, auch in meinem Umfeld. https://www.tichyseinblick.de/gastbeitrag/bauer-willi-ueber-das-schuldbekenntnis-eines-landwirts/

        Ihr Beitrag zeigt, dass die Machtzessionen und damit der Machtkreislaufes des Geldes der Be- und Entmächtigungen zurückgenommen werden: Die Zahl der von Inhabern auf der Grundlage von Eigentum geführten Unternehmen in der Landwirtschaft, im Handel und in der mittelständischen Industrie usw. ist aus debitistischen Gründen rückläufig. Eine breit besicherte Kreditvergabe mit einer möglichst langen wachsenden Basis des Systems verschwindet. Der Konzentrationsprozess ist unvermeidbar, sogar global über die nationalen Grenzen hinweg. Das bedeutet, dass die Art der Demokratie, wie wir sie bis heute kennen und jetzt nur noch ohne politische Grundlegung als Spektakel erleben, nicht mehr vorfinanzierbar ist und ihr Ende findet.

        Das erinnert an den ‘Römischen Bürgerkrieg’ – der hundertjährigen Epoche zwischen 133 und 30 v. Chr. -, in denen die Römische Republik zunächst in eine schwere Krise geriet und schließlich unterging. Octavian gelang es, eine neue, dauerhafte Staatsform an ihre Stelle der Republik zu setzen: Das Prinzipat war eine verschleierte Monarchie, in der die alten republikanischen Institutionen und Ämter bestehen blieben, der Princeps aber alle entscheidenden Gewalten in seiner Person vereinigte.

        Ich denke, dass wir in diesen Jahren das Ende des 150-jährigen ‘Europäischen Bürgerkrieges’ beginnend mit der Ausrufung des Deutschen Reiches im Spiegelsaal von Versailles, mit dem Geschehen auf dem Schlachtfeld von Verdun und der Kesselschlacht in Stalingrad an den Ufern der Wolga sehen. Dem Cäsarismus eines Kaiser Augustus, der eine neue Gesellschafts- und Regierungsform auf der Grundlage einer charismatischen Einzelperson markiert, entspricht heute der weltweit zu beobachtenden ‘Trumpismus’ als eine populistische politische Methode, die auf komplexe politische, wirtschaftliche und soziale Probleme einfache Antworten hat und auf die Verlierer der zunehmenden – aus debitistischen Gründen unvermeidbaren – sozialen Ungleichheit setzt. Nur im Aktien- und Immobilienmarkt ist noch wegen der Überschuldung die debitistisch hohe Beleihungsfähigkeit vorhanden, was Dottore in “Der Kapitalismus-Ein System, das funktioniert” als Blow Off beschrieben hat.

      • Dietmar Tischer
        Dietmar Tischer sagte:

        @ Alexander

        Die Inflation der Vermögenspreise spielt schon eine Rolle.

        Es gibt, wie Sie richtig andeuten, einen Verfall von Vermögenspreisen durch die Entwertung „schmutzigen Vermögens“ aufgrund der Energiewende und weitreichender einen bei anziehender Inflation der Verbraucherpreise und DANN auch steigende Zinsen.

        Ich habe lediglich gesagt, dass es im Kontext der Diskussion von M. Stöcker, Horst und mir um die Inflation der Verbraucherpreise geht.

        >Altschulden lasten selbstredend auf der Landwirtschaft und beschränken neue Experimente finanziell, ganz egal was Berlin einfällt. Die Nerven liegen blank,…>

        Richtig, die großen landwirtschaftlichen Betriebe sind hoch verschuldet, weil Landwirtschaft hochgradig MASCHINELL betrieben wird.

        Nur:

        Selbstverständlich gibt es „neue Experimente“, wenn man darunter durch die Politik ERZWUNGENE Änderungen der Düngung und Tierhaltung versteht.

        Kompensation erfolgt durch Geld.

        Auch das treibt die Staatsverschuldung hoch, genauso wie andere Kompensationsmaßnahmen im Rahmen des Sozialstaats.

        Da Dr. Stelter Recht hat, wenn er sagt, dass die Besteuerung der Arbeitnehmer schon am Anschlag ist und daher da nicht mehr viel zu holen ist, eine höhere Unternehmensbesteuerung die Unternehmen aus Deutschland vertreiben würde und mit wiederum höheren Kosten den Staat wegen steigender Arbeitslosigkeit belasten würde, sowie m. A. n. auch Vermögenssteuern nicht hinreichend sind, die Löcher zu stopfen:

        Noch mehr Staatsverschuldung.

        Zum Mechanismus eines sich „selbstnährenden BGE“:

        Ein BGE wird dazu führen, dass UNATRAKTIVE Arbeitsplätze – Prototyp ist die Müllabfuhr, obwohl sie keineswegs sehr unattraktive Arbeitsplätze bietet – gemieden werden. Die Leistungen können aber nicht gemindert werden, so dass HÖHER entlohnt werden MUSS, um die Leistungen wie gewohnt erbringen zu können. Das wiederum erfordert höhere Preise, um die teurere Leistungserbringung zu finanzieren. Betroffen sind praktisch alle Haushalte und damit auch die Menschen, die ÜBERWIEGEND oder VOLLSTÄNDIG vom BGE leben. Damit sich ihre Lage nicht verschlechtert, muss das BGE ERHÖHT werden.

        Das wiederum macht WEITERE Arbeitsplätze unattraktiv – das BGE muss erhöht werden.

        Erweitert man dies über die gesamte Volkswirtschaft – was zugegeben nicht so einfach ist und dem Ergebnis nach von vielem abhängt –, dann gilt tendenziell:

        Eine ALIMENTATIONS-Preisspirale wird in Gang gesetzt und steigende Inflation generiert.

        Die Arbeitsmärkte im sich wandelnden Kapitalismus sind ursächlich dafür und zwar NICHT durch eine Lohn-Preisspirale, sondern durch Arbeitsplatzverluste; der Staat verschärft die latente Beschäftigungskrise durch die Energiewende, sorgt aber gleichzeitig für Kompensation – erst durch Ausweitung des konventionellen Sozialstaats, dann „flächendeckend“ für die gesamte Bevölkerung mit einem BGE u. dgl.

        Seine Verschuldung wächst so stark, dass sie durch die Märkte nicht mehr finanziert werden kann, sondern nur noch durch die Notenbank – Monetäre Staatsfinanzierung.

        Dies führt dem Mechanismus nach letztlich zu immer stärker steigender Inflation und, wenn vorher nichts passiert, zu Hyperinflation.

        Das ist mein Verständnis.

        Es schließt EIN, dass am Ende des Tages die PFÄNDER in der Volkswirtschaft nicht mehr die Kreditschöpfung decken.

        Insofern argumentiere ich nicht gegen den Debitismus.

        Ich sage nur, dass der MECHANISMUS ein anderer ist als der Debitismus es behauptet (so wie ich ihn verstehe).

        Damit ist es aber hier aber jetzt mal genug.

      • Alexander
        Alexander sagte:

        @Dietmar Tischer

        Erlauben Sie die Pointe vor dem Schlusspunkt…

        Das BGE wird nur unter finanziellem Druck eingeführt, wenn Zwangsbeiträge der Transfersysteme an ihre Grenzen stoßen.

        Zur Finanzierung des BGE steht kein monilitisches BIP zur Verfügung, dessen Grundlage das Kreditgeldsystem definiert.
        Erbschafts- und Vermögenssteuern reichen nicht hin um über Dekaden leistungslose Einkommen zu gewähren, untergraben aber gleichzeitig die Grundlage zukünftigen BIP´s.

        Zur mittelfristigen Finanzierung von BGE muss sich der Staat monetär über sein Geld-/Gewaltmonopol durch seine ZB bedienen, nachdem er seine konventionelle Geldquellen restlos erschöpft hat. Diese Erschöpfung findet ihre Ursache in der Deflation fauler Kreditpfänder, scheiternder privater Schuldner = Depression. (vgl. Heinsohn, Deflationsbekämpfung letzten Standes https://www.malik-management.com/de/deflationsbekaempfung-letzten-standes-von-prof-dr-gunnar-heinsohn/ )

        Ihre Logik über die Aufwärtsspirale von Preisen lebt von der Annahme, dass sich der “Müllfahrer” zu Schade für den öffentlichen Dienst ist und etwas besseres findet… seit den Hartzreformen ist das keine Option mehr, es herrschaft Arbeitszwang unter Sanktionsdruck.
        Echte Deflation lässt Chefingenieure chancenlos als Müllfahrer konkurrieren, weil man keine Erfahrung hat – wie in den 1990ern nach der Grenzöffnung, als man nach jungen (=billigen) Ingenieuren mit 30 Jahren Praxis suchte.

        Einen Probelauf zu dieser meiner Behauptung werden wir sehen, wenn “Autoingenieure” keine neue Wirkungsstätte finden, weil man “Verbrenner” verboten hat – und das Alter eine Umschulung wie Verrentung unrentabel macht.

        Hochqualifiziert für jeden Job wegen des AHA* Effekt
        (* Arbeit weg, Haus weg, Alles weg)

        Eine Inflation kann man gesetzlich verbieten -> die Deflation lebt davon. Vor der Hyperinflation müssten alle Privaten entschuldet sein, weil deren Massenpleiten jedes System in die Deflation stürzen.

      • Alexander
        Alexander sagte:

        @Johann Schwarting

        Macht lässt Finanzierungsketten entstehen und finanziert sich darüber. Überschuldung erzwingt Kostendruck, Nullzins sucht die faulen Ketten zu retten und damit die sich daraus speisende Macht?

        Nullzins vernichtet zugleich privates Wirtschaften, denn Preisfindung lebt von der Bonität der das Geldmonopol gewährenden Zentralmacht? Unendliche Bonität bedeutet unendliche Macht bedeutet das Ende privaten Eigentums, weil zur Verteidigung desselben nicht genug erwirtschaftet werden kann?

        Von der Landwirtschaft angefangen sterben alle Sektoren ohne Protektion der Zentralmacht ab und der Staat oder seine Konzerne schließen die Nachfragelücke.

        Erfolgreiche Berufswahl ist keine Frage des freien Potentiales mehr, sondern die Suche nach Nähe zu den protektionierten Einkommen staatlicher Macht. Bis zum Ausbruch der Krise galt das auch für die Kfz Industrie, Luftfahrt ….

        “Wären alle Zinssätze auf Null, wäre eine wie auch immer ausgestaltetes Zwangsabgabensystem nicht mehr vorstellbar. Die dann einkommenden Null-Steuern könnten dann nur noch durch Konfiskationen bei den Bürgern direkt auf über Null gehoben werden. ” (Debitismus, PCM)

        An der Stelle sind wir durch die Pandemie angekommen, die Monarchie mit demokratischer Legitimation hat sich als Technokratie getarnt – und wird von technokratischen Darstellern ohne Kompetenz erledigt (s. Inzidenz, Infektion, Infizierte …. u.a.m.).

        An der Stelle kommen mir die ersten Zweifel über die Beratergremien mit debitistischem Verstand. Es zeichnen sich zusätzliche Schauplätze ab, welche die Welt seit dem Altertum begleiten…

        Aus den Gründen der unsäglichen europäischen Bürgerkriege wäre ich immer noch für europäische Einigung, aber ohne die alles bestimmenden Kreise unsterblicher Aristrokratie. Gefesselt von Finanzierungsketten kann niemals etwas neues beginnen…

        -> Danke

      • Dietmar Tischer
        Dietmar Tischer sagte:

        @ Alexander

        Sie haben mich fast, aber nicht ganz verstanden:

        >Ihre Logik über die Aufwärtsspirale von Preisen lebt von der Annahme, dass sich der „Müllfahrer“ zu Schade für den öffentlichen Dienst ist und etwas besseres findet… >

        Nein, das ist nicht die Annahme.

        Er muss und will NICHTS Besseres finden.

        Die Annahme ist, dass er WENIGER arbeitet und das auch KANN, denn er hat ja als Grundsicherung das BGE.

        Damit wird die Arbeit TEURER und setzt die Spirale in Gang.

      • Alexander
        Alexander sagte:

        @Dietmar Tischer

        Dieses können und nicht wollen ist ein Phänomen, welches ich bei bestimmten “LINKEN” häufiger beobachte, aber nicht als Standard eines familiär orientierten Patriarchen erkennen kann.

        Der Antrieb es den “Seinen” -recht- machen zu wollen ist universal, habitueller Fleiß hat Gründe…

        Von daher unterscheiden sich unsere Erwartungen…

      • Johann Schwarting
        Johann Schwarting sagte:

        @ Alexander

        Genauso

        “Gefesselt von Finanzierungsketten kann niemals etwas Neues beginnen…”

        ist es. Carl Friedrich Gauß, der schon im Alter von 16 Jahren Vermutungen über Erweiterungen zu einer nicht-euklidischen Geometrie angestellt hatte – nach Zweifeln bzgl. der euklidischen Geometrie als 12-Jähriger -, veröffentlichte nur einen Bruchteil seiner Entdeckungen, weil er das ‘Geschreie der Boeoter’ der anderen Gelehrten fürchtete, wie aus einem Briefwechsel mit Friedrich Wilhelm Bessel (Seite 490) zu entnehmen ist.

        “Inzwischen werde ich wohl noch lange nicht dazu kommen, meine sehr ausgedehnten Untersuchungen darüber zur öffentlichen Bekanntmachung auszuarbeiten, und vielleicht wird dies auch zu meinen Lebzeiten nie geschehen, da ich das Geschrei der Boeoter scheue, wenn ich meine Ansicht ganz ausspreche.”

        Quelle: https://gauss.adw-goe.de/handle/gauss/77

        Böotien ist der Name einer griechischen Landschaft, in der in der Antike Rinder weideten. Bei den Athenern bedeutete ‘Böotier’ abwertend so viel wie ‘ländlich grobes, ungebildetes Volk’ – wie es halt auch in den Witzen über die Ostfriesen oder die Sch’tis zum Ausdruck kommt. Le boétien = der sture Kopf, der blutige Laie ist heute noch französischer Sprachgebrauch. Gauß veröffentlichte erst dann etwas, wenn es die von ihm angestrebte vollkommene Form hatte. Erst wenn eine Theorie seiner Meinung nach dem Zustand der Vollkommenheit erreicht hatte – gemäß seines Grundsatzes ‘Pauca sed matura’ (‘Wenig aber Reifes’) – war er bereit, sie zu veröffentlichen.

        @ Ashitaka ‘setzt sich aufs Spiel’ (Jean Baudrillard) – er fürchtet das ‘Geschreie der Boeoter’ nicht!

        “Kommt gut durch diese alles Vertraute aufbrechende Zeit (Chesed vor Geburah) und versucht erst gar nicht eure innere Balance in diesen Zeiten zu halten. Die Stimmung wird hin und her gerissen sein. Freunden wir uns doch lieber mit der Unsicherheit und dem Verlust des Vertrauten an, halten die Arme weit offen und nehmen das die Welt und uns Aufbrechende als das einzig Sichere der nächsten Jahre an. Die Welt(wirtschaft) wird nicht untergehen! Ganz im Gegenteil.”

        Quelle: https://www.dasgelbeforum.net/index.php?id=547522

  2. Dietmar Tischer
    Dietmar Tischer sagte:

    @ Johann Schwarting, @ Alexander

    Sie haben Positionen, ich habe eine Position bezüglich des Schuldgeldsystems.

    Es gibt fundamentale Unterschiede zwischen Ihnen und zwischen Ihnen und mir.

    Ich will sie darlegen.

    Sie, Johann Schwarting:

    > … die sich aus der Notwendigkeit der Vorfinanzierung der staatlichen Instanzen zwecks Staatsgründung und aus der sich die Aufgabe und der Sinn aller Zivilisationen ergeben, kann einerseits gedeutet werden als das zivilisatorische ‚Urverbrechen‘ >

    Sie DEUTEN.

    Sie deuten darüber hinaus ALLES, wenn sich aus der Staatsgründung, die Aufgabe und der Sinn aller Zivilisationen ergebe.

    Das halte ich für eine NON SEQUITUR aus der unbestreitbaren Tatsache, dass vorfinanziert werden MUSS. Dass die Vorfinanzierung staatliche Instanzen betrifft, die zumindest in komplexeren Gemeinschaften unabdingbar sind für gesellschaftliche Funktionalität sind, berechtigt aber nicht dazu.

    Sie begehen einen Fehler NICHT in der Einschätzung der Vorfinanzierung als funktionaler Notwendigkeit, d. h. mit Initiierung des Schuldgeldsystems das Setzens einer BEDINGUNG.

    Ihr Fehler liegt darin, dass Sie aus der gesetzten Bedingung einen DETERMINISMUS für zivilisatorische GESTALTUNG mit „Aufgabe und Sinn aller Zivilisationen“ ableiten.

    Es gibt kein zivilisatorisches „Urverbrechen“.

    Diese Deutung ist RELIGION, nichts anderes als das christliche „Urverbrechen“, einen Apfel vom Baum der Erkenntnis gepflückt zu haben.

    Sie, Alexander:

    >Legitimation durch unerfüllbare Versprechen … Schließlich geht es nicht um Verschuldung allein, sondern um das Potential für „Wachstum“ aus der Kreditschöpfung>

    Das ist richtig – es geht AUCH darum.

    Wenn so, was ist daraus zu schließen?

    Sicher nicht das, was Johann Schwarting daraus schließt.

    Vielmehr muss der MECHANISMUS „Legitimation durch Versprechen, anhand derer das Wachstum der Kreditschöpfung und der REALEN Wertschöpfung erreicht werden sollen“ BEWERTET werden.

    Meine Bewertung lautet in der Schlussfolgerung:

    Man wird nicht nur die von Ihnen genannten Versprechen, zuletzt von Baerbock: „Recht auf Arbeit“ bemühen, sondern auch das System auch massives lebensweltliches EINGREIFEN zu stabilisieren suchen. Ich meine die Energiewende, die mit einem Rettungsversprechen legitimiert wird.

    Meiner Einschätzung nach wird das Projekt scheitern, jedenfalls wenn es an der Zielsetzung gemessen wird.

    Es kann aber noch über LÄNGERE Zeit stabilisierend WIRKEN.

    Entscheidend:

    Es wird sich anhand der lebensweltlichen WIRKUNGEN der Energiewende ergeben, ob das System als ein „umkonfiguriertes“ anderes stabilisierend existiert oder zerfällt.

    Völlig klar, in welcher Variante auch immer die Entwicklung verläuft, sie verläuft MIT dem Schuldgeldsystem und seinen Modifikationen. Es setzt Bedingungen für OPTIONEN.

    Aber das Schuldgeldsystem determiniert mit dieser Funktionalität NICHT die zivilisatorische Entwicklung.

    Menschen determinieren sie aufgrund ihrer lebensweltlichen ERFAHRUNGEN.

    Antworten
    • Alexander
      Alexander sagte:

      @Dietmar Tischer

      “Aber das Schuldgeldsystem determiniert mit dieser Funktionalität NICHT die zivilisatorische Entwicklung. ”

      Doch genau das geschah, denn die Lösung des Vorfinanzierungsproblemes (incl. Macht) durch “Buchungen aus dem Nichts” = gegen Eigentums”pfand”….war die Innovation, zu der monarchistische Lehenssysteme nicht fähig waren. Trotz Gelddeckung verschand der Hunger und Bildungsmangel binnen 100 Jahren in Europa ABER schwerste Kriege lehrten die Menschen das Fürchten.

      Genau wie man zur Kriegsfinanzierung die Golddeckung aufhob, betrachte ich die Abschaffung bestehender Regeln bei Kreditgeldschöpfung (gegen erstklassiges Pfand) zur Finanzierung des “großen Sprunges” = new green deal – als zivilisatorische Gefahr.

      In Russland und China u.a. bewirkten solche Eingriffe genozidales Massensterben wie niemals unter Lehenssystemen.

      Wollte man einen friedlichen Wandel hätte man behutsam durch Steuerpolitik die bilanziellen “Eigenkapital”voraussetzungen geschaffen um per frischem Pfand die Investition in neue zu entwickelnde Technologien zu fördern – ohne obligatorische gesetzliche Verbote.

      Greta will Radikalismus und wird angehört….

      Nun wird die Pandemie als Initial für einen Totalumbau benutzt, wo man noch gar nicht weis, wieviele Eigentümer den Markt illiquide machen werden….

      Was uns hier als Wandel verkauft wird, ist revolutionär. Gertrud Höhler nannte die Energiewende vor vier Jahren schon eine Operation am offenen Herzen der deutschen Wirtschaft….und mahnte an die Menschen nicht zu überfordern….

      Mit Umsicht könnte man noch etliche Runden aus dem System generieren, aber die Eile bei der Rettung der Welt vor dem Untergang duldet keinen Aufschub…..

      Groenemeyer , “Kinder an die Macht – denn sie berechnen nicht was sie tun”: https://youtu.be/oW1XlohEEdE

      Antworten
      • Dr. Lucie Fischer
        Dr. Lucie Fischer sagte:

        @Alexander
        “genozidales Massensterben”:
        Der Stand der naturwissenschaftliche-technischen Forschung bestimmt die jeweilige Form von Gewaltanwendung/Krieg durch Staaten:
        Das human-genom-Projekt hat die Verheissungen ( ” Krebs besiegen”) für medizinische Anwendungen enttäuscht. Die Gentechnik beherrscht aber jetzt die Manipulation des biologischen Genpools, bis hin zur Möglichkeit, künstliche Viren von ungekannter Toxizität künstlich zu erschaffen & zu designen:
        Viren, gegen die evolutionäre Immunsysteme keine Chance hätten / haben/ sind Gegenstand militärischer Forschung.
        Biologische Kriegsführung halte ich für DIE Kriegs-Technik unseres Jahrhunderts. Leises Töten, leises Sterben, Nachweise ohne Spezial-Labore unmöglich.
        ( Navalny, z.B- false-flag-Operationen sind so einfach wie nie mit dieser Technik)

        Gunnar Heinsohn ist m.W. der Einzige Forscher, der diese Optionen ohne Angstblockade öffentlich denkt:
        https://www.youtube.com/watch?v=eIYivoc6CYO
        ( Von Morgenröten, die noch nicht geleuchtet haben) ,
        dort ab Min. 36: ” das leise Töten”.

        Greta, ich höre nicht auf, das zu erwähnen, wurde bereits intra-uterin durch Alk-Konsum ihrer Mutter toxisch geschädigt. Die Misshandlung wird weiter fortgesetzt, jetzt im Gewand von emotionalem Missbrauch, gegen den sich die entwicklungs-redardierte Jugendliche nicht wehren kann.
        Würde man Greta auch nur ein einziges Mal in einer Gruppe Gleichaltriger ( ohne Aufsicht & Wollmütze/ Zöpfe, die den ” Knopf-im-Ohr” verbergen) beobachten können, würde jedem Sozialarbeiter sofort die kognitiv-emotionale Behinderung des Mädchens auffallen.
        Es ist die Kontext-Abhängigkeit des verbreiteten Fachhochschul-Niveau-Wissens, das verhindert, Sachverhalte ausserhalb des Kontextes, in dem man sie ” gelernt” hat, wieder zu erkennen. Dieser Mangel an Transfervermögen ist die mentale Behinderung der Greta-Anhänger*innen. ( &Papst & UN & Presse..)

        Groenemeyer anhören/ sehen/ zu müssen ist wiederum sadistisch- akustisch-optische Folter.
        Ich flehe Sie an, die choreatischen Darbietungen von Herrn G. nicht mehr ansehen/ hören/ zu müssen, Ihre Fan-Gemeinde wird Ihnen dann ewig dankbar sein!).

      • Alexander
        Alexander sagte:

        @ Dr. Lucie Fischer

        Trump war der Einzige westliche Führer, der sich NICHT mit Greta abgeben wollte. Für die Betroffenen spielt es keine Rolle ob Greta so missbraucht wird wie seinerzeit Nayirah. Warum Experten wie Bhakdi oder Heinsohn nicht angehört werden und das Entsetzen über inszenierte https://www.voltairenet.org/article188622.html Ereignisse ins grenzenlose gesteigert wird…bleibt ein Rätsel unserer freiheitlich pluralistischen Medienlandschaft.

        Welche gesellschaftlichen Perspektiven eröffnen sich eigentlich, wenn man Rationalität durch Emotion ersetzt? Welche Rolle spielen dabei emotionale Propagandisten wie Grönemeyer, die sich heute nicht schenieren offenen Hass zu propagieren?

        Wenn das Feindbild der Gegenwart – alter, weißer Mann – zugleich der Hauptgläubiger ist + seine Abhängigkeit vom System mit jedem Jahr wächst..könnte einem schon Angst werden, wenn ALLES nur eine Frage der Gelegenheit ist
        tichyseinblick.de/daili-es-sentials/sondern-bekommen-eine-sterbebegleitung/

        (Danke für Ihre Einblicke in psychologische Hintergründe..)

      • Johann Schwarting
        Johann Schwarting sagte:

        @ Alexander

        Darauf

        “… und das Entsetzen über inszenierte https://www.voltairenet.org/article188622.html Ereignisse ins grenzenlose gesteigert wird…bleibt ein Rätsel unserer freiheitlich pluralistischen Medienlandschaft.”

        hat Guy Debord Antworten gegeben.

        Er sieht sowohl im Sozialismus als auch im Kapitalismus die Vorherrschaft des wirtschaftlich gewollten Spektakels (= Ereignisses) als Legitimation der Herrschaft. Die Fetischisierung der Ware wird ins Extrem getrieben, indem sie den Menschen Bilder und Vorstellungen präsentiert, statt authentische Erlebnisse zu ermöglichen – in Jean Baudrillard Worten: “Die Bilder über die Dinge sind wichtiger als die Dinge selbst.” Aus Baudrillards Logik folgt z. B., dass Leasing- und Streamingangebote ständigen Verbrauch und Verfügbarkeit versprechen ohne die Belastung des Besitzes.

        Guy Debord schreibt in ‘Die Gesellschaft des Spektakels:

        Nr. 7: “Die Sprache des Spektakels besteht aus Zeichen der herrschenden Produktion, die zugleich der letzte Zweck dieser Produktion sind.”

        Nr. 8: “Ins Spektakel tritt die Wirklichkeit ein, und das Spektakel ist wirklich. Diese gegenseitige Entfremdung ist das Wesen und die Stütze der bestehenden Gesellschaft.”

        Nr. 14: “Im Spektakel, dem Bild der herrschenden Wirtschaft, ist das Endziel nichts, die Entwicklung alles.”

        Nr. 19: “Es verwirklicht nicht die Philosophie, es philosophiert die Wirklichkeit.”

        Nr. 28: “Das auf die Vereinzelung gegründete Wirtschaftssystem ist eine zirkuläre Produktion der Vereinzelung. Die Vereinzelung begründet die Technik und der technische Prozess vereinzelt rückwirkend. Alle durch das spektakuläre System ausgewählten Güter, vom Auto bis zum Fernsehen sind auch seine Waffen, unbeständig die Vereinzelungsbedingungen der “einsamen Massen” zu verstärken. Das Spektakel findet immer konkreter seine eigenen Voraussetzungen wieder.”

        Nr. 47: “Der wirkliche Konsument wird zu einem Konsumenten von Illusionen; Die Ware ist diese wirkliche Illusion und das Spektakel ihre allgemeine Äußerung.”

        Nr. 51: “Der Sieg der autonomen Wirtschaft muss zugleich ihr Untergang sein.”

        Quelle: file:///C:/Users/Lenovo/Downloads/Guy%20Debord%20-%20Die%20Gesellschaft%20des%20Spektakels-Bittermann%20(1996).pdf

        Die Demokratie mit ihren 24/7-Orgien der Kommunikation dient der Herrschaftslegitimation zwecks Dissimulation der ‘hidden engine’ des Systems.

      • Alexander
        Alexander sagte:

        @Johann Schwarting

        Danke ****

        Als Einstiegshilfe zur Welt von Jean Baudrillard mag dieser podcast hilfreich sein: https://www.ardaudiothek.de/wissen/jean-baudrillard-und-die-kultur-der-simulation/53999356

        Wie perfekt unser Spektakel ist zeigt, wie besinnungslos sich Mitmenschen in ökonomische Risiken stürzen, aus Angst etwas zu versäumen. Durch den Verlust von Orientierungsmöglichkeit wird der Mensch grenzenlos manipulierbar. (@Dr. Lucie Fischer – das Interview mit dem russischen Intellektuellen über “-” Propaganda)

        “Das Ende der Simulation endet mit dem Tod”
        Jean Baudrillard

      • ruby
        ruby sagte:

        @ Alexander & andere
        “Tod”:
        Es ist die Beherrschungs dieses Tods. Womit die Gewalt, das Militär, Krieger stehen, die nicht nur Zwang sondern alles durchsetzen können, natürluch nur, wenn sie in good shape sind.
        Und für die USA erfolgt der Einsatz bis nach Frankfurt, Bruxelles, Wien…
        Das wird die Lehrstunde zur Befreiung von den bisher geupdateten Simulationen.
        Das ist kein Reset sondern eine ganz “neue” herrschende Konstruktion : Hardware & Software.

      • Alexander
        Alexander sagte:

        @ruby

        Die “wall” UNSERER Simulation ist für Migranten aus Kriegsgebieten (*) leicht auszumachen. Ich verstehe darin einen gewichtigeren Grund für Verweigerung von Integration als bildungsferne.

        (* Ex Jugoslawien, GUS, Türkei, Naher Osten, Afghanistan, Nordafrika, Zentralafrika)

        Mit großer Spannung suche ich schon länger nach Anzeichen für den Bruch mit der Simulation bei unserem Hegemon. Bruchlinien zeichnen sich ab, ob sie mehrheitsfähig sind….werden wir sehen.

        Die Macht der Medien wird überschätzt, fake news/crisis actors sind nicht erst seit Ulfkottes “gekaufte Journalisten” Normalität.

  3. Bakwahn
    Bakwahn sagte:

    Verehrte Autoren, Kommentatoren, Streiter, Mitstreiter, Echauffierer,

    was uns Jürgen Stark als neue Erkenntnis präsentiert:
    „Hier zeigt sich erneut, dass wir politisch und ökonomisch unqualifizierte Mitgliedstaaten in die Währungsunion aufgenommen haben.“
    ist ein uralter Hut. Mit dieser Analyse und einer darauf aufbauenden Argumentation haben bereits vor über 20 Jahren ca. 190 Ökonomen – an ihrer Spitze Wilhelm Hankel – gegen den bevorstehenden Euro argumentiert. Stark kommt jetzt erst – 20 Jahre später – zu diesem „bahnbrechenden“ Ergebnis. Und auch erst, nachdem der Euro 2/3 Drittel seiner Lebenszeit nur im Rettungsmodus mit Billionen frisch gedruckter Euronen überleben kann.

    Die Diskussion zwischen Foxxly, Selig, Tischer, Ott, Bauer dreht sich im Kreis und ist letztlich unergiebig.Wir haben das tausendmal durchgekaut.
    Ganz besonders die deutsche Politik ist fest entschlossen, am Euro festzuhalten.
    Alle sich ankündigen größere und kleinere Krisen bei Banken, Firmen, Staaten etc. wird mit Geld der EZB zugeschissen.Ein Ende ist nicht abzusehen.
    Man wird für die nächsten 8 bis 10 Jahre weiterhin mit einem siechen Euro leben müssen.

    Live aus Buxtetown am Esteriver – 30.11.2020 – 22 Uhr Ortszeit
    Felix Haller – seit 2013 alternativ

    Antworten
    • Wolfgang Selig
      Wolfgang Selig sagte:

      @bakwahn: „mit einem siechen Euro leben müssen“…?

      Das wäre ja noch halbwegs erträglich. Aber Sie glauben doch nicht im Ernst, dass der Euro überlebt, wenn erst das Vertrauen in die Bonität der Bundesrepublik weg ist? So naiv sind Sie nicht, bitte um Verzeihung. Diese Debatte hier im Forum wird doch erst spannend, wenn sie Thema in der Kantine jedes Betriebes zur Mittagspause ist. Davon sind wir noch meilenweit entfernt.

      Antworten
    • foxxly
      foxxly sagte:

      @ bakwahn
      ich denke, sie unterschätzen die “fliehkräfte”! die fliehkräfte sind im privatem, im kommunalen, im regionalen, in den ländern und global; – also überall und sie nehmen an geschwindigkeit zu. meiner überzeugung nach ist das kreditgeldsystem zu einem sehr, sehr hohen anteil daran ursächlich.
      die historie hat gezeigt, dass bisher niemals dieses schuldgeldsystem als ursache benannt wurde. dies wird auch diesmal so sein. die corona-krise könnte als ablenkung der erste schritt sein. die folgen werden nun sehr viel schneller und in kürzeren abständen aufbrechen und sichtbar werden. was, wann passiert kann man nicht genau einschätzen. der weg der zerstörung ist mit diesen geldsystem vorgezeichnet!

      Antworten
      • Bakwahn
        Bakwahn sagte:

        Foxxly, Selig,
        meine schnelle Antwort – ohne daß ich für bestimmte Behauptungen noch einmal lange und gründlich recherchiert habe.
        Stelter hat – so scheint es mir ab 2019 etwa – das Denken in Crashkatekategorien und Zusammenbruchsphantasien aufgegeben. Spätestens nach der „Italienrettung“war ihm klar : Vorläufig wird es keinen „Knall, Crash, Austritt, Zusammenbruch, Vor-die-Wand-fahren“ etc. geben. Damals haben sich alle Crashvorhersagen (z.B. Italien breche 2018/2019 zusammen) als falsch erwiesen. Italien hat seinen ca. 300 / 350 Milliarden Euro Refinanzierungsbedarf quasi aus der Portokasse bezahlt oder besser refinanziert.
        Das war und ist auch immer meine Kritik an den Großmeistern der Crashpropheten Weik, Friedrich, Kralle u.a. Sie denken und analysieren genau bis zu dem Punkt, an dem die Krise, der Zusammenbruch, die Apokalypse, das Fiasko oder was auch immer einsetzen muß und übersehen sehr großzügig und möglicherweise auch absichtsvoll die vielfältigen Möglichkeiten der Abwehr durch die Personen und Institutionen, Systeme und Subsysteme die dafür zuständig sind. Sie unterstellen diesen Personen und Institutionen Dummheit, Unprofessionalität und Handlungsunfähigkeit. Das ist aber keineswegs der Fall. So wenig es 2018 eine Italienpleite gegeben hat, so wird es in diesem Jahr 2020 und auch die ersten 4 Monate 2021 keine Bankenkrise geben; jedenfalls nicht so, wie sich das Kralle denkt; die Krise wird gelöst mit Geld der EZB (stark vereinfacht gesagt).
        Stelter hat seit knapp zwei Jahren eine Strategie der Analyse und der Kritik an den Europroblemen geändert. Er hat sich auf die Seite der Eurobefürworter und Eurobewahrer geschlagen und macht in diesem Sinne Vorschläge und übt Euro-affirmative Kritik; wohlgemerkt im vollem Bewußtsein der schleichenden negativen Auswirkungen dieser Geldschöpfungs- und Rettungspolitik auf unsere Volkswirtschaft.
        Es wird spätestens im Frühjahr Schuldenschnitte geben; und zwar fortlaufend. Als Laie formuliere ich etwas vereinfacht: Die Staatsschulden der Euroländer werden dadurch so weit abgesenkt, daß die Staaten ihre Schulden auch dann noch tragen können, wenn die EZB die Zinsen wieder anheben muß.
        Vergeßt nicht: in Deutschland sind Wahlen im Herbst. Da will man Ruhe an der Eurofront.

      • Richard Ott
        Richard Ott sagte:

        @Bakwahn

        “Stelter hat seit knapp zwei Jahren eine Strategie der Analyse und der Kritik an den Europroblemen geändert. Er hat sich auf die Seite der Eurobefürworter und Eurobewahrer geschlagen und macht in diesem Sinne Vorschläge und übt Euro-affirmative Kritik”

        Wiederum keine Wertung, sondern eine Beobachtung von mir:

        Das ist übrigens auch die einzige verbliebene Art von Kritik, mit der man als Kritiker der europäischen Währungspolitik überhaupt noch in die deutschen Mainstream-Medien eingeladen und gehört wird. Außer vielleicht als Watschenmann in eine der hinlänglich bekannten öffentlich-rechtlichen “alle Gäste plus Moderator gegen einen Bösen”-Talkrunden.

      • Dietmar Tischer
        Dietmar Tischer sagte:

        @ Bakwahn

        >… übersehen sehr großzügig und möglicherweise auch absichtsvoll die vielfältigen Möglichkeiten der Abwehr durch die Personen und Institutionen, Systeme und Subsysteme die dafür zuständig sind.>

        Stimme Ihnen zu:

        Es gibt KEINEN Zweifel an der Krisenkonfiguration des Systems.

        Es gibt aber AUCH keinen Zweifel daran, dass mit ALLEN Mitteln und Maßnahmen versucht wird, das System nicht zerfallen zu lassen.

        Die Notenbanken sind dabei der WIRKMÄCHTIGSTE Spieler – auch das sehe ich so wie Sie und übrigens auch Dr. Stelter.

        Es hat einige Zeit gebraucht, das zu begreifen.

        QE konnte man sich vor nicht allzu langer Zeit einfach nicht vorstellen. Ich jedenfalls nicht.

        >die Krise wird gelöst mit Geld der EZB (stark vereinfacht gesagt).>

        Ich sage ebenfalls stark vereinfacht:

        Sie wird NICHT gelöst, sondern mit der Stabilisierung werden ANDERE Probleme – hier am Blog mit einigem Konsens verstanden als INFLATION, vielleicht auch HYPERINFLATION – geschaffen.

        Und, meine Meinung:

        UNABWENDBAR so.

      • Johann Schwarting
        Johann Schwarting sagte:

        @ Bakwahn

        Genauso

        “Das ist aber keineswegs der Fall.”

        ist es. Wir müssen das gegenwärtige Geschehen im Lichte der Währungsreform1948 aus debitistischer Sicht betrachten und auf die nächsten Jahre anwenden. @Ashitaka – ein sehr kenntnisreicher weltweit tätiger Konzern- und Bilanzprüfer aus dem Weltinnenraum des Kapitals (Peter Sloterdijk) – hat dazu in letzter Zeit im DGF einige Ausführungen gemacht, z. B. in

        https://www.dasgelbeforum.net/index.php?id=545328

        Die Grundlage der in der Westzone erlassenen Währungsgesetze waren der amerikanische ‘Colm-Dodge-Goldsmith-Plan’ von 1946, der in dem Konklave von Rothwesten unter strenger Geheimhaltung ohne wesentliche Veränderung durch die deutschen Teilnehmer durchgesetzt wurde.

        Er beinhaltete die anglo-amerikanische Auffassung, dass die Essenz der Kapitalismus nur von der Verschuldung und dem Kredit her zu denken ist und dass alles ökonomische Handeln aus diesem Verständnis heraus zu folgen hat. Sie formulierten unter dem Vorsitz von Edward Adam Tenenbaum in deutscher Sprache die nötigen Gesetze und Verordnungen für die Einführung des neuen Geldes, dessen Name ‘Deutsche Mark’ auf Tenenbaum zurückgeht.

        Die Summe des bekannten ‘Kopfgeldes’ wurde in der Währungsreform vom Staat mithilfe der Bank deutscher Länder (BdL) an die Bevölkerung verteilt. Die nachfolgende Bundesbank verbuchte das Kopfgeld als Passivum und dagegen aktiv eine ‘Ausgleichsforderung’ gegen den Staat, die im Rahmen des Vertrages von Maastricht in den Nullerjahren (m.W. 2006) getilgt und bis dahin mit 1 % p.a. verzinst wurde. Da der Staat nicht bilanziert, müsste er diese AGlF der nachfolgenden Bundesbank gegenüber passiv verbuchen. Die AGlF als ‘Kredit’ der BdL an den Staat erzeugt kein Nettogeld, sondern wird später nach Umwandlung in eine Staatsanleihe ein Teil der gesamten Staatsverschuldung.

        Die Währungsreform führt zu einem Geldsystem, das immer auf Krediten aufgebaut ist (und diese wiederum auf Krediten, usw. usf.) bis man nach einer eventuellen theoretischen Rückabwicklung auf die Erstaustattung zurückkommt – eben die AGlF. Für die Kreditinstitute sind die notenbankfähigen Sicherheiten die Grundlage der Kredite für den Erhalt des Geldes durch die Zentralbanken. Zu Beginn der BdL gilt: AGlF gegen den Staat (aktiv), ‘Kopfgeld’ für die Bevölkerung (passiv). Die Bundesrepublik ist von Beginn an Gläubiger und Schuldner in einer Entität! Die AGlF ist im Wesentlichen der Kern, um den herum sich die deutsche lokale ‘Kreditpyramide’ (= das ‘Wirtschaftswunder’) aufgebaut hat. Ohne die einprozentige Verzinsung des ‘Kopfgeldes’ hätte es aus debitistischen Gründen nach der Währungsreform keine Preise, deren Freigabe gegen viele Widerstände Ludwig Erhards spezielles Anliegen war, gegeben.

        Paul C. Martin schreibt am 11.06.2001:

        “Bei einem lupenreinen Kreditgeldsystem (also ohne jemals eine ‘Ware’ als Basis zu haben) kann ich die betreffenden Forderungen nicht nur zedieren (bei Banknoten = sog. ‘Geldumlauf’), sondern ihrerseits immer neu beleihen, und dies im Rahmen ihrer Fristigkeit. So entstehen die bekannten ‘Kreditpyramiden’, die zutreffend bezeichnet sind.”

        https://archiv.dasgelbeforum.net/ewf2000/forum_entry.php?id=66245

        Dieser historische Ablauf zeigt deutlich, dass Geld aus einem Machtakt mithilfe der bevollmächtigten Notenbank entsteht und nicht per Kredit. Die Kreditforderung, die an der Basis der Ökonomie gegen Pfänder entsteht, stellt gleichzeitig die Basis der notenbankfähigen Sicherheiten zwecks Emission des Geldes dar. Sie ist wie die übrigen zentralbankfähigen Sicherheiten das Mittel der Kreditinstitute für den Erhalt des Geldes von den Zentralbanken. Geld ist also ein Derivat der Macht!

        Das ‘Goldene Zeitalter des Kapitalismus’ im 3. Viertel des letzten Jahrhunderts wurde in Westdeutschland und Österreich ‘Wirtschaftswunder’, in Frankreich ‘Trente Glorieuses’, in Spanien ‘Milagro español ‘und in Italien ‘Miracolo economico italiano’ genannt. Die Wunder lassen sich mithilfe der Gesetze des debitistischen Codes entschlüsseln.

        Es gibt Beratungsgesellschaften (WP Slang: “Deloitte hat geloitet”), die den Zentralbanken auf der Grundlage ihres umfangreichen debitistischen Wissens nahelegen, ausschließlich in Schulden mit Finanzierungs- und Refinanzierungszeiträumen und Kapitaldiensten und wegen des ‘Vorher-Nachher-Problems’ in Weiterverschuldung und in Erweiterung der Haftungsräume zu denken und zu handeln. Sie wollen eine debitistisch neue globale Kreditpyramide konstruieren, die sich um die alten lokalen Kreditpyramiden herum, die ihre guten Dienste geleistet haben, aufbauen zwecks Gewinnung von Zeit für Wirtschafts- und Wohlstandswachstum ab 2022 bis weit über die Mitte des Jahrhunderts hinaus.

      • Dietmar Tischer
        Dietmar Tischer sagte:

        @ Johann Schwarting

        Ich bestreite nicht, dass es ohne Verschuldungsmechanismus keinen Kapitalismus gäbe – was u. a. Marx nicht begriffen hat, weil er sich durchweg nur mit den „Produktivkräften“ und den „Produktivverhältnissen“ als seiner Meinung nach einzigen GESELLSCHAFTLICHEN Determinanten der historischen Entwicklung befasst hat.

        Ich bestreite auch nicht, dass die Notenbanken und der Staat bedeutende Akteure sind, in gewissem Maß auch die Akteure, die realwirtschaftliche Prozesse erst möglich machen.

        Ich bin aber der Meinung, dass Sie eine grundsätzlich richtige Auffassung ÜBERZIEHEN.

        Sie sagen:

        >Die Kreditforderung, die an der Basis der Ökonomie gegen Pfänder entsteht, stellt gleichzeitig die Basis der notenbankfähigen Sicherheiten zwecks Emission des Geldes dar.
        Sie ist wie die übrigen zentralbankfähigen Sicherheiten das Mittel der Kreditinstitute für den Erhalt des Geldes von den Zentralbanken. >

        Dem stimme ich zu.

        >Geld ist also ein Derivat der Macht!>

        Das ist eine Schlussfolgerung, die SIE NUR auf die Zentralbanken beziehen.

        Was ist, wenn die an der Basis der Ökonomie KEINE Kredite gegen Pfänder vergeben werden?

        Dann gibt es keine Sicherheiten für die Emission von Zentralbankgeld.

        Dann gibt es auch keine Emission von Zentralbankgeld.

        Dann ist es VORBEI mit der Macht der Zentralbank und auch des Staats.

        Fazit:

        Die BASIS der Ökonomie hat auch MACHT.

        Was dann, wenn die Zentralbanken so entmachtet werden?

        Meiner Ansicht nach MIT Zustimmung der Regierungen:

        Die Notenbanken werden Geld auch OHNE Sicherheiten emittieren.

        Wird das konsequent durchgezogen, endet es in Hyperinflation.

        Das ist der Mechanismus zur Entschuldung.

        Schafft das Schuldgeldsystem natürlich nicht ab, initiiert aber einen RESET.

        Die geschichtliche Erfahrung zeigt, dass der Staaten NICHTS dagegen tun können, wenn der Prozess eine hinreichende Eigendynamik entwickelt hat.

      • Alexander
        Alexander sagte:

        @Dietmar Tischer

        “Was ist, wenn die an der Basis der Ökonomie KEINE Kredite gegen Pfänder vergeben werden?”

        Das Eigentum der Bürger ist Pfand für monetäre Staatsfinanzierung, also Kreditschöpfung aus indirektem Pfand via zukünftigen Steuerzahlungen.

        Greift der Staat durch Vermögens- und Erbschaftssteuern durch, wie von Stöcker und Co. erträumt, herrscht Deflation für Private während sich dieselben Kreise vor Hyperinflation fürchten.

        Aus der Mausefalle gibt es kein entrinnen, private Eigentümer werden gegrillt und fallen schlussendlich an den Gewaltmonopolisten zurück.

        Es ist eben nicht wie nach dem ersten oder zweiten Weltkrieg.

      • Dietmar Tischer
        Dietmar Tischer sagte:

        @ Alexander

        >Greift der Staat durch Vermögens- und Erbschaftssteuern durch, wie von Stöcker und Co. erträumt, herrscht Deflation für Private während sich dieselben Kreise vor Hyperinflation fürchten.>

        Der Staat kann NICHT ewig durchgreifen.

        Wie schon der Volksmund weiß:

        Einem NACKTEN Mann kann man nicht in die Tasche greifen.

        Es gibt revolutionäre Zustände.

        Heißt:

        Am Ende ist der bestehende Staat entmachtet.

        Entschuldung und RESET.

      • Alexander
        Alexander sagte:

        @Dietmar Tischer

        Inmitten des 2. lock down kämpfen zahllose Einzelindividuen gegen den Trend der Vernichtung ihrer ökonomischen Existenzen. Man zieht dazu alles heran, was ein “kapitalistisch denkender Unternehmer ” niemals einsetzen würde. Alle Ersparnisse, auch der Eltern (Bürgschaften etc.) oder Kindersparbücher…., alle Versicherungssummen, Bausparverträge, Wohnimmobilie…..einfach alles. Das erfolgt automatisch und freundliche Bankberater machen auf Opportunitäten aufmerksam….um nicht vollstrecken zu müssen.

        So und so ähnlich dürfen Sie sich die Anstrengungen derjenigen vorstellen, die eine Vermögensabgabe auf ihr Häuschen zahlen müssen und dadruch nicht alles verlieren wollen.

        Alle Beteuerungen durch staatliche Machthaber können wir getrost vergessen oder erleben wir irgendeine Milde oder Gnade inmitten einer Pandemie historischen Ausmaßes?

        Das Prinzip Staatsdurchgriff = Sisyphos, am Ende gewinnt der Gewaltmonopolist, heutzutag demokratisch legitimiert.

        Bis zu den Revolutionen des Absolutismus vergingen Jahrhunderte von Leibeigenschaft in Ausbeutung, in den USA bis heute.

        Alte Transferabhängige tendieren zur Gefolgschaft und scheuen Revolte, auch nicht per Stimmzettel.

      • Johann Schwarting
        Johann Schwarting sagte:

        @ Alexander

        Genauso

        “Das Prinzip Staatsdurchgriff = Sisyphos, am Ende gewinnt der Gewaltmonopolist, heutzutage demokratisch legitimiert. Bis zu den Revolutionen des Absolutismus vergingen Jahrhunderte von Leibeigenschaft in Ausbeutung, in den USA bis heute. Alte Transferabhängige tendieren zur Gefolgschaft und scheuen Revolte, auch nicht per Stimmzettel.”

        ist es.

        Die neolithische Revolution als Übergang von Gemeinschaften der Jäger und Sammler zu sesshaften Ackerbau und Viehzucht betreibenden Bauern-Gesellschaften jenseits der ‘Dunbar Zahl’ als theoretische ‘kognitive Grenze’ der Anzahl an Menschen, mit der eine Einzelperson soziale Beziehungen unterhalten kann, markiert die entscheidende Wende in der Menschheitsgeschichte.

        Es ist der Übergang von egalitären und solidarischen Stammesgemeinschaften hin zu hierarchischen, auf Abgabenzwang beruhenden, überwiegend patriarchalischen Zivilisationsgesellschaften. Seit der Zerschlagung des gemeinschaftlichen Miteinanders auf der Grundlage des Gewohnheitsrechtes trägt der Mensch kein ‘eigenbestimmtes Potenzial’ mehr in sich, da sein Potenzial systematisch von einer zentralinstanziellen Ordnung geraubt und neu geordnet wird. Uwe Wesel zeigt in

        https://www.kj.nomos.de/fileadmin/kj/doc/1979/19793Wesel_S_233.pdf ,

        dass alle Rechte in dieser Ordnung auf Machtzessionen der Zentralmacht (z.B. Eigentumsrechte) – als Struktur einer Ordnung von Potenzialen und Möglichkeiten – beruhen. Die abgabenpflichtigen Untertanen befinden sich gegenüber der Zentralmacht letztendlich in einer Ohnmachtsposition der absoluten Unterlegenheit.

        Die entstehende neue Ordnung ist nicht das Ergebnis der sozialen Übereinkunft und des zwischenmenschlichen Konsenses der Untertanen, sondern wird durch Waffengewalt zentralinstanzlich durch die Worte charismatischer Führer mit ihrer Entourage erzwungen. ‘Gesellschaftsvertrag’, volonté géneral, ‘Verfassungen’, usw. sind nur schöne Märchenerzählungen. Dürfen wir die Verfassung für die zukünftigen VSE (= Brüsseler Prinzipat) selber bestimmen und einführen?

        Überlebenszeit und -fähigkeit der Ordnung können nur aus ‘auf Gewalt’ basierenden Verschuldungs- und Besicherungsfähigkeiten ableitet werden. Die den Bürgern mittels Machtzessionen eingeräumten Rechte (Rechtsstaat, ‘Wohlstand für alle’, usw.) sind Simulationen – sie dissimulieren nur die wahren Hintergründe des aus Gewalt hervorgegangenen und auf Gewalt beruhenden Systems. Sie haben aus debitistischen Gründen keinen dauerhaften Bestand. Dieser den Untertanen auferlegte Zwang zur Abgabeneinheit zwecks notwendiger Besicherung der debitistisch nicht tilgbaren Erstverschuldung, die sich aus der Notwendigkeit der Vorfinanzierung der staatlichen Instanzen zwecks Staatsgründung und aus der sich die Aufgabe und der Sinn aller Zivilisationen ergeben, kann einerseits gedeutet werden als das zivilisatorische ‘Urverbrechen’ – in Jean Baudrillards Sinne vielleicht als ‘perfektes Verbrechen’ – oder andererseits jenseits der ‘Dunbar Zahl’ als evolutionäre Notwendigkeit zur Sicherstellung der Tilgung der menschlichen Lebensnotwendigkeiten (Subsistenzen = alles, was materiell und sozial zum alltäglichen Überleben benötigt wird: Nahrung, Kleidung, eine Behausung sowie Fürsorge) im Sinne der von Paul C. Martin definierten individuellen ‘Urschuld’.

      • Alexander
        Alexander sagte:

        @Nachtrag…

        Legitimation durch unerfüllbare Versprechen:
        -Beschäftigungsgarantie
        -Arbeitsplatzgarantie
        -Bildungsanspruch
        -bedingungsloses Grundeinkommen
        = “die Würde des Menschen ist unantastbar”…..und sein (Besitz-)Eigentum verpflichtet.

      • Alexander
        Alexander sagte:

        @Johann Schwarting

        Wenn alles so ist, wie von Ihnen beschrieben, darf der Gewaltmonopolist ein paar Dinge nicht versuchen, ohne die “Systemstabilität” selbst in Frage zu stellen. Schließlich geht es nicht um Verschuldung allein, sondern um das Potential für “Wachstum” aus der Kreditschöpfung zur Streckung des Fristenproblemes… anstelle es zu kürzen.

        D.h. für mich,
        – dass kein Angriff auf Schlüsselindustrien stattfinden darf
        – möglichst viel Wertschöpfung im Gesetzgebungsraum verbleibt = Finanzierungsketten nicht globalisieren
        – Demographie & Bildung derselben Gesellschaft de facto zunehmen
        – die Homogenität der sich verschuldenden Gesellschaft gefördert wird
        – nicht über physikalisch erlogene Zusammenhänge einen technologischen Rückschritt zum Fortschritt umdeuten.

        Messbar ist das Ganze in Innovation und Produktivität + der Refinanzierungsfähigkeit der sozialen Transfersysteme, wenn die Alterspyramide tragfähig bleibt.

        Genau das Gegenteil ist der Fall, die Coronapandemie setzt dem Treiben gerade die Krone auf.

        So wenig Zentralbanken ihre Schuldner mit Innovationen und Pfändern versorgen können, können prügelnde Polizisten und Finanzbeamte für Bildungserfolge und Schulddienstfähigkeit sorgen.

      • Alexander
        Alexander sagte:

        @Johann Schwarting

        Nachtrag – Haftungsräume.

        Deutschland als Haftungsraum zu “einigen” musste man bayrischen Nationalismus durch deutschen Nationalismus ersetzen; Preußen gewann den Krieg gegen Bayern…1866.

        Deutscher Nationalismus wurde durch jenes preußische Konigshaus geprägt (vgl. später Wilhelminismus), welches zuvor noch das Französische der deutschen Sprache vorzog, im Zuge der Adaption französischen Absolutismus….
        Für 1871 sollte dieses Vorbild zum Erbfeind werden, was sich aus individueller Sicht eines pommerischen Bauern durch gar nichts begründen lässt als durch Propaganda.

        Den aktuellen Universalismus sehe ich in dieser Reihenfolge, die sich beliebig in die Vergangenheit zurück verfolgen lässt.

        Vom Menschenrecht in Frieden zu leben und in Ruhe gelassen zu werden, steht leider nichts bei den “Vereinten Nationen” zu lesen.

      • Johann Schwarting
        Johann Schwarting sagte:

        @ Alexander

        Das

        “Den aktuellen Universalismus sehe ich in dieser Reihenfolge, die sich beliebig in die Vergangenheit zurückverfolgen lässt.”

        gilt auch in der Vorwärtsbetrachtung unter besonderer Beachtung der Antwort des Heidelberger Staatswissenschaftlers Edward Baumstark im Jahre 1833 auf Paul C. Martins heutige Frage: “Was beherrscht den Staat?”

        “Politische Ruhe, Entfernung des Krieges ist das Ziel des Strebens der Politik aller europäischen Staaten. Sie hält die Volkswuth und den Absolutismus gefesselt, daß sie sich beide nicht zerfleischen. Nicht Ludwig Philipp, nicht Perrier, Soult, Dupin, Wellington, Grey oder Brougham ist Ministerpräsident in Frankreich oder England. Nicht Lord Palmerston leitet die Geschäfte der Londoner Conferenz. Nein, die Staatsschuld ist der Präsident aller Präsidenten, die Staatsschuld der Gesandte aller Gesandten, sie ist der absolute Monarch, der ganz Europa in Furcht und Zaum hält.”

        Quelle: https://archiv.dasgelbeforum.net/ewf2000/forum_entry.php?id=238655

        Warum überall diese Aufregung und das negative Denken – alles verläuft richtig gemäß der seit Anbeginn der Zivilisationen herrschenden historisch gültigen und belegbaren debitistischen Logik.

        Vor einigen Jahrzehnten wurden die Schulden der Stadt Göttingen unter zukünftiger Beachtung gewisser finanzieller Verhaltensweisen teilweise vom Land Niedersachsen als höhere staatliche Einheit übernommen. Ähnliches geschah mit Schulden des Stadtstaates Bremen und des Saarlandes, wegen ihrer Belastung durch die Häfen bzw. durch die Steinkohle. Der Bund übernahm teilweise ihre Schulden. Die Schulden wurden umgebucht auf schon existierende höhere staatliche Entitäten. Die immer noch erfolgreichen Bayern und Baden-Württemberger „haften“ für den Schlendrian in Bremen und im Saarland.

        Im Altertum waren Alexander der Große und die römischen Imperatoren wegen der Vorfinanzierungsproblematik ihrer Reiche und des ‘Vorher-Nachher-Problems’ mittels Kriege zur räumlichen Expansion gezwungen, um die Haftungsräume für ihre Verschuldung zu erweitern.

        Es geht immer darum, durch den Gewinn von Zeit das auf Implosion ausgerichtete Schuldgeldsystem hinauszuschieben. Eine räumliche Expansion ist in West-Europa nicht mehr möglich – also muss eine Expansion nach innen gesucht werden. Die Schuldenkrise einzelner EU-Staaten erzeugen den Zwang zur Entstehung einer europäischen Union als höhere staatliche Entität mit allem was dazu gehört – eines europäischen Haftungsraumes für die gemeinsame Verschuldung. Nebenbei: Ohne die wohlwollende Kreditvergabe an die Krisenländer in den letzten Jahrzehnten wäre Deutschland längst defizitär. Die Defizite einzelner Mitgliedstaaten werden durch ein auf alle Mitgliedstaaten verteiltes Schuldenwachstum umverteilt. Bei einem Ausfall der Südländer oder Austritt Deutschlands gäbe es unkontrollierte Abschreibungen von Forderungen. Die Bedingungen stellen in den nächsten Jahren und Jahrzehnten die VSE – dadurch werden sie geradewegs definiert:

        „Alle Staaten werden für alle Staaten, alle Notenbanken für alle Notenbanken haften, einschließlich Währungsfonds und Weltbank und vielen anderen internationalen Institutionen. Und alle Staaten werden für alle Banken geradestehen, aber auch alle Notenbanken für alle Staaten und alle Staaten für alle Notenbanken. Alle, alle, alle werden für alle, alle, alle da sein. Und alle wissen, dass keinem von allen etwas passieren darf, weil dann allen etwas zustößt.“

      • Alexander
        Alexander sagte:

        @Johann Schwarting

        “Nebenbei: Ohne die wohlwollende Kreditvergabe an die Krisenländer in den letzten Jahrzehnten wäre Deutschland längst defizitär.”

        Richtig, unsere freie Welt ist von Überlegungen durchsetzt, die gar nichts mit den Floskeln zu tun haben, auf deren Basis demokratische Legitimation erlogen wird.

        “„Politische Ruhe, Entfernung des Krieges ist das Ziel des Strebens der Politik aller europäischen Staaten. “”

        Ist auch so eine schöne Lüge, die durch keine historische Tatsache belegbar ist. Ununterbrochen wird gezündelt, intrigiert und Politik gemacht – nach innen und außen. Dabei profitieren Insider des Systemes viel mehr als ihre Anhänger im Glauben etwas vom Kuchen abzubekommen, z.B. durch Aktienschläue.

        “Die Schulden wurden umgebucht auf schon existierende höhere staatliche Entitäten. ”

        So einfach löst man eine schrumpfvergreisende Demographie mit auslaufenden systemischen Berufen? Nicht das Geldsystem ist das Problem, sondern der politische Murx viele Dekaden ungenutzt verstreichen zu lassen, um sich weiter geldwert mässten zu dürfen…

        Der Ersatz für die Leerstellen kommt heute aus Asien, aber China wird nicht ewig seine alternde Bevölkerung für frisierte Wechselkurse Exportartikel verschenken lassen. Man hat viel gelernt und benötigt kein zusätzliches Wissen mehr, man kann die joint ventures ablösen und selbstständig werden….wie es sich für eine Großmacht gehört.

        Wer glaubt Europa habe seinen Platz an der Sonne automatisch gepachtet irrt m.A.n. ganz entscheidend. Die Stornos auf solche Buchungen sind alle raus….. die Zustellung läuft.

    • foxxly
      foxxly sagte:

      @ bakwahn 11:22 ” vielfältigen Möglichkeiten der Abwehr durch die Personen und Institutionen, Systeme und Subsysteme die dafür zuständig sind. Sie unterstellen diesen Personen und Institutionen Dummheit, Unprofessionalität und Handlungsunfähigkeit. ”
      ja, all die personen haben dafür gesorgt bzw. unterlassen, dass wir in diese aussichtslosen lage stecken. diese haben keinen schutz verdient

      Antworten
  4. Horst
    Horst sagte:

    https://m.tagesspiegel.de/gesellschaft/panorama/aus-angst-vor-der-klimakatastrophe-warum-menschen-in-den-gebaerstreik-treten/26669452.html

    Die Sache mit dem langfristig gegen 0 tendieren Wert, u.a. determiniert durch die demographische Entwicklung, wird durch solche oder ähnliche Angstattacken zusätzlich gesteuert.

    In fünf Jahren werden die ersten Studien veröffentlicht werden, warum man sich gegen Kinder aufgrund der hohen Viruslast entscheidet.

    p.s. Wir konnten es uns leisten, in den vergangenen 20 Jahren, in denen GAVI 13 Millionen Kinder durch Impfungen gerettet hat, ca. 60 Mio. Kinder unter 5 Jahren aufgrund von Hunger krepieren zu lassen.

    Sind diese nach der Impfung an Hunger oder Mangelerscheinungen verstorben?

    Eine Schande.

    Antworten
      • Horst
        Horst sagte:

        Das ist Ihre Sache.

        Die innere Tragweite der skizzierten Bewegung ist nicht nur „no signal“, wenn sich junge gesunde Menschen gegen Nachwuchs aufgrund ihnen eingeflößter Angst- und Schreckensszenarien entscheiden.

        Nun tritt ein unsichtbares Virus auf den Plan und wird für weitere Entscheidungen dieser Art sorgen.

        Es trifft auf eine infantile und angstvolle Gesellschaft.

        Happy lockdown.

  5. Rolf Peter
    Rolf Peter sagte:

    Wie geht das alles weiter? Im Moment wird die stark gestiegene Geldmenge ja gehalten, also nachgefragt. Das sieht man auch an der im Laufe der Jahre gesunkenen Umlaufsgeschwindigkeit. Die Frage ist, was passiert, wenn die Leute versuchen, ihre Geldmenge irgendwann abzubauen. Dann kann es zur Inflation kommen. Ein derartiges Szenario halte ich fuer nicht unwahrscheinlich. Die ECB könnte dann aber versuchen, ihre Wertpapierbestände zu verkaufen und so die Geldmenge zu reduzieren. Gibt es bis dahin genügend Anhänger der MMT in unseren Ministerien, dann könnte auch versucht werden, die Geldmenge ueber Steuererhöhungen zu reduzieren. Es bleibt spannend.

    Einen interessanten Ansatz, solche politischen und ökonomischen Fragestellungen zu untersuchen, hat der Politikwissenschaftler Bruce Bueno de Mesquita (BBDM) entwickelt (Buecher: The Logic of Political Survival; The Dictator’s Handbook; The Predictioneer’s Game). Er untersucht mit einem spieltheoretischen Modell, wie sich die “Key Player” positionieren und welche Verhandlungslösungen zu erwarten sind. Sein Ansatz ist “meinungsfrei” und versucht, eine Prognose nur aus den Interessen der Beteiligten und seinem Modell abzuleiten. Es wuerde mich interessieren, zu welchen Ergebnissen er im Hinblick auf die ECB-Geldpolitik ueber die nächsten Jahre hinweg kommt.

    Antworten
  6. ruby
    ruby sagte:

    Wer denkt, das Recht gilt, der sollte sich seine Maske vom Gesicht reißen
    https://www.new-swiss-journal.com/artikel/Immunit%C3%A4t-f%C3%BCr-Bill-Gates-Impfallianz-GAVI?fbclid=IwAR0SRiZoWCiUoovV8HISsMw11v7wbxxoxAnNtagRT9H-TCNGqXwuZecq7Z8
    Und die französische Zentralbank wurde Samstag als Mahnung einfach angezündet!
    Sollte Präsident Macron das Militär um Hilfe rufen, werden diese zeigen, was sie von seiner Politik gegenüber dem Volk halten.
    Das Konstrukt EU +++ ist bereits in Auflösung.

    Antworten
    • der Kater
      der Kater sagte:

      Die Franzosen lassen, ließen und werden sich von ihren Regierungen nicht alles gefallen (lassen). Insbesondere ihre Grundrechte geben sie nicht kampflos auf. Der Deutsche vernadert spazierende Rentner im Park. (und fühlt sich auch noch gut dabei, den Auftrag der Amtsträger zur vollsten Zufriedenheit ausgeführt zu haben)

      Antworten
      • Horst
        Horst sagte:

        Ein tolles Fundstück in Bezug auf die Möglichkeiten privater Aktuere, sich qua Immunitäten der territorialen Rechtsprechung zu entziehen.

        Setze noch eins darauf (spannender als ein Krimi):

        “Grundgesetz der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich
        Nachdem die Signatarmächte des Haager Abkommens vom Januar 1930 einen Plan angenommen haben, der die Gründung einer Internationalen Bank (die den Namen Bank für Internationalen Zahlungsausgleich erhält) durch die Zentralbanken von Deutschland, Belgien, Frankreich, Grossbritannien, Italien, Japan und ein Finanzinstitut oder eine Gruppe von Banken der Vereinigten Staaten von Amerika vorsieht, und nachdem die genannten Zentralbanken und eine Bankgruppe, gebildet aus der Firma J. P. Morgan & Co., New York, der First National Bank of New York, New York, und der First National Bank of Chicago, Chicago, beschlossen haben, vorgenannte Bank ins Leben zu rufen und die Zeichnung ihres genehmigten Kapitals in Höhe von fünfhundert Millionen Schweizerfranken = 145 161290,32 g Feingold, aufgeteilt in zweihunderttausend Aktien, selbst zu garantieren oder für die Garantie Sorge zu tragen, und nachdem die Schweizerische Bundesregierung mit den Regierungen von Deutschland, Belgien, Frankreich, Grossbritannien, Italien und Japan ein Abkommen geschlossen hat, worin die Schweizerische Bundesregierung sich damit einverstanden erklärt, das vorliegende Grundgesetz der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich zu erlassen, ohne das Einverständnis der vorgenannten Mächte weder dieses Grundgesetz aufzuheben, noch es abzuändern, noch ihm etwas hinzuzufügen, noch den in Ziffer 4 des Grundgesetzes erwähnten Abänderungen der Statuten der Bank Rechtskraft zu verleihen, wird verfügt…”

        https://www.admin.ch/opc/de/classified-compilation/19300004/index.html

        Siehe auch das nachfolgende Protokoll über die Immunitäten der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich
        Abgeschlossen in Brüssel am 30. Juli 1936
        In Kraft getreten für die Schweiz am 24. Mai 1937

      • Richard Ott
        Richard Ott sagte:

        @Horst

        Warum so weit zurückblicken? Das geht auch aktueller:

        VERTRAG ZUR EINRICHTUNG DES EUROPÄISCHEN STABILITÄTSMECHANISMUS (ESM)
        ARTIKEL 35

        Persönliche Immunitäten

        (1) Im Interesse des ESM genießen der Vorsitzende des Gouverneursrats, die Mitglieder des Gouverneursrats, die stellvertretenden Mitglieder des Gouverneursrats, die Mitglieder des Direktoriums, die stellvertretenden Mitglieder des Direktoriums sowie der Geschäftsführende Direktor und die anderen Bediensteten des ESM Immunität von der Gerichtsbarkeit hinsichtlich ihrer in amtlicher Eigenschaft vorgenommenen Handlungen und Unverletzlichkeit hinsichtlich ihrer amtlichen Schriftstücke und Unterlagen.

        (2) Der Gouverneursrat kann die durch diesen Artikel gewährten Immunitäten des Vorsitzenden des Gouverneursrats, der Mitglieder des Gouverneursrats, der stellvertretenden Mitglieder des Gouverneursrats, der Mitglieder des Direktoriums, der stellvertretenden Mitglieder des Direktoriums sowie des Geschäftsführenden Direktors in dem Maße und zu den Bedingungen, die er bestimmt, aufheben.

        (3) Der Geschäftsführende Direktor kann diese Immunität hinsichtlich eines jeden Bediensteten des ESM außer seiner selbst aufheben.

        (4) Jedes ESM-Mitglied trifft unverzüglich alle Maßnahmen, die erforderlich sind, um diesen
        Artikel in seinem eigenen Recht in Kraft zu setzen, und unterrichtet den ESM entsprechend.

        http://www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/Standardartikel/Themen/Europa/Stabilisierung_des_Euro/Finanzhilfemechanismen/2012-01-27-esm-anl.pdf?__blob=publicationFile&

      • Horst
        Horst sagte:

        Ottchen:

        Unterstelle, die EZB ist keine “private oder semi-private Organisation”.

        Hierin aber ist der Unterschied zu den genannten Akteuren zu finden.

        GAVI ist eine juristische Person, Anteile werden von natürlichen Menschen mit Renditeambitionen gehalten.

        Warum die BIS gegründet, müssen Sie selbst herausfinden, interessant ist die Tatsache, dass die USA (als Nationalstaat) nicht an der Gründung beteiligt waren, sondern DREI PRIVAT GEFÜHRTE Finanzinstitute, die fortan mit Nationalstaaten in einem BOOT sitzen.

        Die BIZ wird auch genannt: Die Zentralbank der Zentralbanken.

        Diesen Gründungsakt habe ich in der Form auch nicht bei Ahamed Liaquat oder bei Tobias Straumann gelesen (auf die ich mehrfach verwiesen habe).

        Ich halte diesen für sehr BEDEUTSAM.

    • Dr. Lucie Fischer
      Dr. Lucie Fischer sagte:

      @ruby:, danke für die Quelle!
      Für die EZB-Mitarbeiter gelten ähnliche Privilegien & rechtliche Immunität-
      ist es naiv zu fragen, warum NIE öffentlich/ in ” talk”-shows/ die Bedeutung dieser rechtsfreien Räume diskutiert und in Frage gestellt werden?
      ( Nachruf: ” nach langer Untätigkeit segnete das BVG das Zeitliche, RIP.”)
      Feudalismus hatte transparentere Machtverhältnisse, Herr und Knecht waren durch Kleider-Vorschriften von einander zu unterscheiden.
      Der kluge Ernst Wolf spricht zu Recht davon, dass der Staat zur Beute gemacht wurde.
      Auf dem franz. TV-Sender BFMTV war mit ruhiger Kamera zu sehen, wie der Eingangsbereich der franz. Nationalbank in Paris angezündet wurde & in Flammen stand. Merkwürdig nur, dass sich fast eine Stunde weder Gendarmerie noch pompiers / Feuerwehr/ blicken liessen, adventliches Abfackeln von PKW`s / Zaun der Bastillie / zeitlupenförmig & ruhig. Die Prügeleien mit der Polizei fanden später statt. Ich sehe die Gefahr von ” false-flag- Aktionen”, um eskalierende- diktatorisch-staatliche Massnahmen zu begründen.
      Immerhin , trotz Dauerpropagande, möchte sich nur ein Bruchteil der Bevölkerung mit dem Vektor-Imfpstoff impfen lassen, das MIsstrauen gegenüber sämtlichen staatlichen Massnahmen wächst . Heimliche Sabotageakte gegen staatliche Symbole nehmen zu, nächtliche Ausgangsperre ab 21 h gilt weiter. Tagsüber Passierschein-Pflicht.

      Antworten
      • ruby
        ruby sagte:

        @Dr. Lucie
        Auch ich frage mich, ob eine Entscheidung von Gerichten Politik noch Grenzen setzt und ob die Richter selbst antworten wollen?
        Gegen den PCR Test läuft ein Rückruf durch Wissenschaftler, die diesen zerlegt haben.

      • Dietmar Tischer
        Dietmar Tischer sagte:

        @ ruby

        Die Dinge laufen nicht nur „wissenschaftlich“ aus dem Ruder, sondern im ganz normalen, ja geradezu banalen Leben auseinander.

        Nicht dabei gewesen, aber glaubhafte Versicherung:

        Ein Anwalt hat eine Richterin gebeten – oder beantragt nach der Prozessordnung? –, wegen Ansteckungsgefahr die Verhandlung in einen GRÖSSEREN Raum zu verlegen.

        Sie hat das abgelehnt.

        Daraufhin hat der Anwalt STRAFANZEIGE gegen diese Richterin erstattet, wegen versuchter VORSÄTZLICHER Körperverletzung.

        Mein Fazit vom Kleinen auf das Große schließend:

        Das System, hier das Rechtssystem, setzt sich SELBSTREFERENTIELL Schach matt.

      • Horst
        Horst sagte:

        “Das System, hier das Rechtssystem, setzt sich SELBSTREFERENTIELL Schach matt.”

        Das klingt ein wenig nach Luhmann, auf den ich vor Kurzem verwiesen habe.

    • jobi
      jobi sagte:

      @ruby

      Schöne neue Welt.

      Während unsere Regierung wohl noch einmal 10 Jahre benötigt, um alle Klassenzimmer mit WLAN auszustatten, ist das internationale Geflecht der NGO’s – im Schatten aller parlamentarischen Kontrollinstanzen – schon wesentlich weiter.

      Beispiel ID2020: gegründet von den üblichen Philanthropen dieser Welt. Gründungsmitglied auch GAVI.
      https://www.srf.ch/kultur/gesellschaft-religion/digitale-identitaet-die-blockchain-weiss-alles-kommt-die-totale-ueberwachung

      Und das alles zu einem Zeitpunkt, wo sich investigativer Journalismus abgeschafft zu haben scheint.

      Antworten
      • foxxly
        foxxly sagte:

        @ jobi 19:16
        nicht nur die wirtschaft wird runter gefahren. vielleicht gilt dies auch für die bildung? alles planmäßig, oder? deutschland runter und, es lebe groß-europa mit seiner zentralregierung!

      • ruby
        ruby sagte:

        @jobi
        Das Problem des “investigativen Journalismus” / Verpflechtung und Zensur wird von Trump und den USA nach Paneueropa und Deutschland switchen.

      • Dr. Lucie Fischer
        Dr. Lucie Fischer sagte:

        @jobi:
        Wenn die ärztliche Schweigepflicht durch Zwangs-Daten-Dokumentationen & –
        Sammler vernichtet wird, gibt es kein Halten mehr:
        https://www.eurotopics.net/de/250046/finnland-erpressung-mit-geklauten-patientendaten
        Patientendaten des Zentrums für Psychiatrie Vastaamo/ Helsinki wurden gehackt, sowohl Patienten selbst als auch die Klinik erpresst.
        Niemand ist von lebenslang geschützt vor psychischen Krisen, Depression z.B. kann oft ( nicht immer) als Fähigkeit des differenzierten Selbst gesehen ( und behandelt werden) , nicht als strukturellles Defizit. ( Wenn gute innere Objekte verloren wurden gilt es, diese in der Therapie wieder zu finden und zu stärken).
        Dass Quantencomputer kein Detail je vergessen, wird tödlich sein für jede Form von Kreativität, die immer auch eine Spur” Verrücktheit” / foolness/ voraussetzt.
        Gegenüber Kostenträgern konnten wir blanko ( durch Deckung des Klinikchefs)
        ” nervöse Störung” angeben & verschlüsseln ,mehr Infos rückten wir nie raus.
        ” Normale” Adolseszenkrisen können, einmal dokumentiert, Lebensläufe zerstören.
        ” white- punks-on-dope”, ziemlich dunkele Prognose. Big pharma ist entschieden zu mächtig geworden. Danke für den link.

    • Dietmar Tischer
      Dietmar Tischer sagte:

      @ ruby

      >Wer denkt, das Recht gilt, der sollte sich seine Maske vom Gesicht reißen…>

      Fakt ist:

      Die Schweiz hat Recht GESCHAFFEN und es GILT.

      Der Punkt ist ein anderer:

      In Zeiten, in denen die KONFLIKTE zunehmen und die RISIKEN für die Konflikteindämmer bzw. -beseitiger STEIGEN, wird eine Ressource immer KOSTBARER:

      IMMUNITÄT.

      So ist das querbeet.

      Wer FOLTERT, um Informationen zu erhalten, erhält Immunität von den militärischen Geheimdiensten.

      Wer mit GEWALT Proteste eindämmt, erhält Immunität, durch Identifikationsverhinderung bzw. entsprechender Informationsverbreitung (Polizei in Frankreich).

      Wer mit Impfstoffen experimentiert – ich lasse das mal so nebulös stehen -, braucht anscheinend auch Immunität (Doppelsinn nicht zu verhindern).

      Ich weiß nicht, wie das ausgeht.

      Habe gerade in den Nachrichten gehört, dass der härteste Paragraph des französischen „Polizisten-Immunitäts-Gesetzes“ nach den gestrigen Protesten in Frankreich ÜBERARBEITET werden soll.

      Die Leute nehmen offensichtlich NICHT mehr ALLES hin.

      Macron wackelt bereits, ein Streichholz scheint zu genügen, und dann brennt mehr als die Eingangstür zur Nationalbank.

      Für ewige Ruhe hierzulande lege ich nicht meine Hand ins Feuer.

      Angesagtes Geld, das nicht ankommt, beruhigt nicht nur nicht, sondern verschafft Leuten, die ihre Existenz aufgeben müssen, eine Menge Zeit, bei anderen Dingen auch mal auf unkonventionelle Weise Hand anzulegen.

      Ein eigentümliche Stimmung liegt überm Land.

      Ein Hauch von Irrealem.

      Antworten
      • Horst
        Horst sagte:

        „Ein Hauch von Irrealem.“

        Eher ein Sturm von Kafkaeskem.

        Auch in der juristischen Betrachtung.

      • Dietmar Tischer
        Dietmar Tischer sagte:

        @ Horst

        Nix Kafkeskem.

        REAL.

        Hier:

        https://www.welt.de/politik/deutschland/article221417122/Angela-Merkel-Was-braut-sich-da-zusammen-fragt-ein-Polizist.html

        Daraus:

        Die junge Polizeibeamtin Lorena Grube aus Osterode in Harz führte als Beispiel einen Einsatz in Göttingen im Juni an, der bundesweit für Schlagzeilen gesorgt hatte. Dort war das Coronavirus in einem Wohnkomplex mit 700 Bewohnern ausgebrochen, viele davon rumänischer Abstammung.

        Das Gebäude sollte unter Quarantäne gestellt und abgesperrt werden. Etwa ein Drittel der Bewohner habe versucht, diese Absperrung zu stürmen. „Wir wurden mit Glasflaschen und Backsteinen beworfen“, erzählte Grube. Ein Stein traf sie an der Hand, wodurch sie sich ihren Mittelfinder brach. Vor dem Haus hatten sich auch Demonstranten aus linken Kreisen versammelt, die die Gewaltausbrüche mit Applaus begleiteten.

        „Ja, das ist dramatisch“, sagte Merkel.

        Wenn Merkel sagt, dass es dramatisch ist, dann IST es DRAMATISCH.

        Diese Frau übertreibt nicht, wenn sie etwas sagt.

      • ruby
        ruby sagte:

        @ D. Tischer & Horst
        Es sei auf das Datum 2009 erinnert also vor Schweinegrippe und jetzt den RNA Veränderungen im Impfverfahren ohne wissenschaftliche Dokumentation offenzulegen. Mit weltweiten Einsatz hat die erfolgreiche Hackergemeinde heute damit begonnen.

      • Richard Ott
        Richard Ott sagte:

        @Herr Tischer

        Tja, so “dramatisch” kann es zugehen, wenn “das Zusammenleben täglich neu ausgehandelt wird”. Denn: “Wir stehen vor einem fundamentalen Wandel. Unsere Gesellschaft wird weiter vielfältiger werden, das wird auch anstrengend, mitunter schmerzhaft sein.” (Aydan Özoguz, damals “Integrationsbeauftragte der Bundesregierung” und stellvertretende SPD-Vorsitzende)

        Das kann ganz konkret auch mal ein paar Knochenbrüche bei Polizisten bedeuten.

      • Dr. Lucie Fischer
        Dr. Lucie Fischer sagte:

        Lieber, sehr geehrter Herr Tischer,
        Ihre Beschreibung ist präzise & elegant, die Gefahr einer Eskalation in unbekannter Richtung& Ausmass liegt hier in der Luft, ist physisch spürbar. Auch Verunsicherung
        ( der Corona-verängstigten Kleinbürger) , die franz. Regierung hat noch Munition:

        Freitag, 19.11.2020, L´EST RE´PUBLICAIN Bourgogne-franche-compté , S 6:

        Für Februar/ März seinen längere Unterbrechungen der Elektrizitäts-Versorgung zu erwarten wegen notwendiger Wartungsarbeiten. Industrielle Gross-Abnehmer könnten ebenso betroffen sein wie private Haushalte, Krankenhäuser und sensibele Einrichtungen würden aber bevorzugt. Es wird dringend aufgefordert, im Winter Energie zu sparen, eine Glühbirne pro Haushalt weniger sei schon hilfreich, entspreche dem Verbrauch einer Grosstadt wie Toulouse oder Marseille. Ein Zusammenhang mit der erzwungenen Abschaltung des KKW Fessenheim wird nicht ausgeschlossen.

        In meiner Gegend sind Strom-& Internet-Ausfall zu jeder Jahreszeit an der Tagesordnung, auf dem Land hat fast jeder ein Notstromaggregat& Sprit/ Diesel/als Vorrat, Städte werden ” kalt” überrascht werden.
        Kerzenromantik tröstet nur kurz, mich sorgt am meisten die Gefahr von ungerichteter Gewalt & Plünderungen. Florian Phillippot hat analytisch-strategische Kompentenz, wird aber konsequent aus den Medien verbannt. Es fehlt magnetische Bündelung von resistance, die Orientierungslosigkeit ist politisch gewollt& wird durchgesetzt.
        ( Fällt der PCR-Test, fällt Europa ) .

    • Rolf Peter
      Rolf Peter sagte:

      Wir sollten hier mal die Kirche im Dorf lassen.
      Diese Impfallianz hat eben in der Schweiz den Status einer internationalen Organisation erhalten. Da sitzt ein Vertreter der Gates-Stiftung im Board, der Rest sind Unabhängige und Vertreter verschiedener internationaler Organisationen. Es ist zwar schön, das jetzt knallhart zu entlarven, aber das Problem sehe ich nicht. Es gibt Schlimmeres als von reichen Privatleuten unterstützte Organisationen, die Impfungen fuer Kinder durchführen.
      Was die EZB betrifft, so steht ja schon im Gesetz, dass sich die Immunität auf in “amtlicher Eigenschaft vorgenommene Handlungen” bezieht. Das dürfte fuer diese supranationalen Institutionen normal sein. Ein rechtsfreier Raum wird da nicht geschaffen.

      Antworten
      • Horst
        Horst sagte:

        „Ein rechtsfreier Raum wird da nicht geschaffen.“

        Ich bin froh, dass ein solch arrivierter Stiftungsrechtler wie Sie in diesem Forum zugegen ist.

  7. Arda Sürel
    Arda Sürel sagte:

    ‘Die Frage ist jedoch: Ist es noch im Rahmen des Mandats einer Zentralbank, eine solche Garantie abzugeben, oder hätte man nicht an die Politik verweisen und sagen können: Der Ball ist in eurem Feld’.

    Im Mandat der Zentralbank ist besagte Garantieabgabe vielleicht nicht. In der Sinnhaftigkeit und im Existenzzweck einer Zentralbank jedoch auf jeden Fall. Ob sich diejenigen, die da Mandate erteilt haben, sich über Sinn und Zweck einer Zentralbank vollstaendig im Klaren waren, ist eine andere Frage.

    Das mit dem Ballverweis an die Politik scheint mir an Naivitaet kaum überbietbar zu sein.

    Antworten
    • foxxly
      foxxly sagte:

      @ sürel
      brüssel und deutschland, haben in den vergangenen jahren schon genug ihre eigenen gesetze gebrochen. nun muss die notenbank weiter hilfestellung leisten. wenn sie alle dies nicht täten, dann wäre diese politik und ihre handler und gönner, schon lange am ende. konkursverschleppung , na und? die tragik ist, dass jede weitere zeit ohne konkurs, die folgen dramatisch erhöhen. wir befinden uns vergleichsweise, jetzt in einen finanz-wirtschaftlichen krieg!

      Antworten
    • Dietmar Tischer
      Dietmar Tischer sagte:

      @ Arda Sürel

      >Das mit dem Ballverweis an die Politik scheint mir an Naivitaet kaum überbietbar zu sein.>

      Richtig, es ist an Naivität kaum überbietbar, wenn man GLAUBT, dass bei Befolgung die EZB wieder ihrer EIGENTLICHEN Aufgabe, nämlich nur einer Geldpolitik im „Rahmen des Mandats“ nachkommen könne.

      Es scheint so, dass Stark das meint, wenn er sagt:

      >„(Das Versprechen von Mario Draghi) war der Gamechanger. Ab da war klar: Hier gibt es eine Institution, die den Euro-Raum zusammenhalten wird – um jeden Preis.>

      Das Versprechen von Draghi war KEINE grundlegende Veränderung der Eurozone.

      Schon bevor er das Versprechen abgab, war die Eurozone in einem eindeutig dysfunktionalem Zustand, erkennbar an der Krisensituation Griechenlands ab 2009/10, die nicht der Finanzkrise zuzurechnen ist.

      Sie ist es seitdem, allerdings am Rettungsseil der EZB.

      TROTZDEM ist es RICHTIG, auf die Politik zu verweisen.

      Denn die Eurozone ist ein POLTISCHES Projekt, keines einer ihrer Institutionen, also auch keines der EZB.

      Die VERANTWORTUNG für die Eurozone liegt bei der Politik.

      Bis zum Versprechen Draghis hat sie diese Verantwortung zumindest bei „Reparaturaufgaben“ wahrgenommen:

      a) mit der brutalen KONDITIONALITÄT, die dem ESM – ein POLITISCHES Finanzierungskonstrukt der Kreditgewährung – als „Rettungspaket“ angeheftet wurde, hat sie Griechenland, Portugal, Spanien sowie Irland AUSTERITÄT auferlegt, die von den Bevölkerungen z. T. Unsägliches abverlangt hat.

      und

      b) mit dem von Merkel abgeschmetterten Vorschlag von Schäuble, Griechenland aus der Eurozone zu entlassen, was übrigens auch die griechische Bevölkerung GEWOLLT hatte, ohne dass die sich über die Kurzfristfolgen klar zu sein schien.

      Das ist heute nicht mehr zu machen.

      Wenn z. B. Italien die Eurozone verließ, wären die Folgen vermutlich nicht nur für dieses Land, sondern auch für die Eurozone und die EU nicht mehr kontrollierbar.

      Insofern:

      Noch ganze VIER Wochen, dann ist U. K. aus der EU, aber es verlässt nicht die Eurozone, d. h. den WÄHRUNGSRAUM, weil es eine eigene Währung hat.

      Auch ohne die Pandemiesituation nicht auszudenken, wenn U.K. die Eurozone verlassen würde.

      Antworten
    • Dr. Lucie Fischer
      Dr. Lucie Fischer sagte:

      @ruby, 13:45″ der-fake-ist-zu-ende” / PCR
      Wenn das stimmt, gebe ich eine Runde aus für unsere Mitstreiter im blog ( & Edward Snowden) -what ever it takes!
      Diese Stellungnahme könnte Gladwells “Tipping-point ” sein, mal sehen, wie lange die Medien noch volles Rohr/ Bazooka/ PCR-Test-Panik verbreiten können. Ansonsten hoffe ich auf schlaue Hacker / moderne brave hearts / die angstfei bleiben.

      Antworten
      • ruby
        ruby sagte:

        @ Dr. Lucie “Lady” Fischer
        Weihnachten werden wir eine biblische schöne Zeit verbringen mit jenem, was sich jeder gerne wünscht – davon gehe ich ganz fest aus!
        Für mich bitte den Bazooka-Punsch heiß, kalt oder lauwarm eintragen.
        Salut à Noël

  8. Dietmar Tischer
    Dietmar Tischer sagte:

    >… zeigt sich erneut, dass wir politisch und ökonomisch unqualifizierte Mitgliedstaaten in die Währungsunion aufgenommen haben.“>

    WIR haben aufgenommen?

    WIR sind BEIGETRETEN.

    Die ANDEREN waren schon bei der Gründung, also von ANFANG an in der MEHRHEIT.

    Es bringt NICHTS, die anderen als UNQUALIFIZIERT abzustempeln.

    Das können die Anderen genauso gut zu uns sagen.

    Jeder ist qualifiziert für das, was er tut bzw. unterlässt, wenn er es nicht kann.

    >„Das darf aber nicht Anlass sein, die EU und die Wirtschafts- und Währungsunion dauerhaft in diese Richtung umzubauen.>

    Dann machen Sie, Herr Stark, doch mal einen Vorschlag, WIE umgebaut werden könnte.

    Da kommt NICHTS, überhaupt NICHTS, nur die alten Kamellen, die längst durchgekaut sind:

    >„(Das Versprechen von Mario Draghi) war der Gamechanger. Ab da war klar: Hier gibt es eine Institution, die den Euro-Raum zusammenhalten wird – um jeden Preis. Politisch kann man das verstehen. Die Frage ist jedoch: Ist es noch im Rahmen des Mandats einer Zentralbank, eine solche Garantie abzugeben, oder hätte man nicht an die Politik verweisen und sagen können: Der Ball ist in eurem Feld!“>

    Der Politik kann man jede Menge Bälle ins Feld legen – es nützt nichts.

    Denn sie kann sich in ihrer AUFSTELLUNG nicht wirklich etwas gewinnen, sondern muss immer aufpassen, dass der Ball nicht ins eigene Tor rollt und der Schiedsrichter dann das Spiel mit einer saftigen Schlappe abpfeift.

    Deshalb – Mandat hin oder her – MUSS die EZB den Laden zusammenhalten, wenn die Euro-Mannschaft, begleitet von Tätlichkeiten der enttäuschten Zuschauer nicht direkt in die Kreisklasse absteigen will.

    Stark hat das nicht verstanden und jammert hinterher.

    Alter weißer Mann, einer von gestern.

    Antworten
    • Bauer
      Bauer sagte:

      @ D. Tischer

      >> “WIR sind BEIGETRETEN.”

      Nein, noch besser. Wir DURFTEN wie schon vorher bei Montanunion, EWG und EU beitreten. Das war eine Gnade, dass Deutschland mit den Siegern an einem TIsch sitzen durfte und nicht mehr im Vorzimmer darauf warten musste, was drinnen beschlossen worden war. Ich habe es life miterlebt , und wie Adenauer gefeiert wurde, dass er das zustande brachte.

      Antworten
      • Dietmar Tischer
        Dietmar Tischer sagte:

        @ Bauer

        Sie sind hier am Blog der Senior (unter den Kommentierenden) und haben das authentische Verständnis.

        Ich habe zeitnahe Erinnerungen und will sie in den – wie ich meine – ANGEMESSENEN Kontext stellen:

        Deutschland hatte mit WK II unendliches Leid über Europa gebracht. Vor DIESEM Hintergrund war es nur zu verständlich, dass die schuldbeladenen Deutschen DANKBAR waren, von den anderen aufgenommen zu werden.

        Dass sich in den Jahrzehnten die Dinge so entwickelt haben, wie es der Fall war und wir HEUTE mit Eurozone/EU vor einem Konstrukt stehen, das per Saldo wohl mehr Wohlstand vernichtend als es schafft, ist etwas ANDERES und hat m. A. n. vielfältige Ursachen.

        Ich will es dabei lassen und möchte nicht eine Diskussion Sieger vs. Unterlegen, Gewinner vs. Verlierer etc. beginnen.

        Die Dinge sind so, wie sie sind.

        Damit müssen ALLE Beteiligten und Betroffenen klarkommen.

      • Richard Ott
        Richard Ott sagte:

        “Dass sich in den Jahrzehnten die Dinge so entwickelt haben, wie es der Fall war und wir HEUTE mit Eurozone/EU vor einem Konstrukt stehen, das per Saldo wohl mehr Wohlstand vernichtend als es schafft, ist etwas ANDERES und hat m. A. n. vielfältige Ursachen. ”

        Genau das ist das Problem. Wieder in gemeinsame europäische und transatlantische Strukturen aufgenommen zu werden, war nach dem 2. Weltkrieg ein großer strategischer und außenpolitischer Erfolg für die BRD, aber nach der Wiedervereinigung und dem Abschluss der 2+4-Verträge hat sich die Grundkonstellation entscheidend verändert und Deutschland ist weder geteilt noch isoliert.

        Von Montanunion bis EG gab es noch keinen gemeinsamen, dysfunktionalen Währungsraum in der EU. Die Situation war damals deutlich besser als die Entwicklung, welche die EG ab ungefähr 1990 hin zur “Europäischen Union” genommen hat.

        Ich glaube auch nicht, dass es tatsächlich irgendeine zwingende automatische Entwicklung von Montanunion bis Eurozone gab, auch wenn das unsere aktuellen EU-Bürokraten aus Eigeninteresse natürlich gerne suggerieren.

        Die EU war nicht immer so schlecht wie heute, aber vermutlich ist das entstandene politische Gebilde mittlerweile unreformierbar und kann nur noch unter heftiger Gegenwehr aller seiner Profiteure abgewickelt werden.

      • Bauer
        Bauer sagte:

        @ D. Tischer

        DEN Ball lasse ich pssieren. Hier ist nicht der geignete Ort, die Kriegsschuldfrage zu diskutieren.

    • Wolfgang Selig
      Wolfgang Selig sagte:

      @Herrn Tischer:

      Sehe ich ähnlich wie Sie. Wir haben nicht huldvoll irgendeinem Land die Aufnahme gewährt wie die Queen einem mehr oder weniger verdienten Untertanen bei der Verleihung eines Titels wie CBE, sondern wir sind wie die anderen freiwillig und gleichberechtigt beigetreten. Und Herr Stark trauert nur der Bundesbankautonomie hinterher; das bringt jetzt nichts mehr.

      Es braucht jetzt Lösungen. Die sind sowieso alle immer aus irgendeiner Perspektive ungerecht, aber bei einem Rettungsboot für 12 Personen und 50 Leuten, die auf dem offenen Meer ohne sonstige Hilfe im Wasser schwimmen, gibt es auch keine wirklich gerechten Lösungen. Ich hätte mir einen konstruktiveren Beitrag erwartet, Analysen gibt es schon genug.

      Antworten
      • Dietmar Tischer
        Dietmar Tischer sagte:

        @ Wolfgang Selig

        >Ich hätte mir einen konstruktiveren Beitrag erwartet, Analysen gibt es schon genug.>

        Ich auch und derartige Analysen braucht keiner mehr.

        Aber das, was Stark abliefert und welt.de unter die Leute bringt, ist letztlich auch GIFT:

        >… zeigt sich erneut, dass wir politisch und ökonomisch unqualifizierte Mitgliedstaaten in die Währungsunion aufgenommen haben.>

        Die ANDEREN sind NICHT politisch und ökonomisch UNQUALIFIZIERT.

        Die Anderen sind ANDERS.

        Solche Aussagen ergeben nur böses Blut.

        Das brauchen wir nicht auch noch.

      • Richard Ott
        Richard Ott sagte:

        “Die Anderen sind ANDERS.”

        Richtig. Sie sind sogar so sehr anders, dass eine Währungsunion zwischen uns und ihnen nicht funktioniert.

      • Wolfgang Selig
        Wolfgang Selig sagte:

        @Herrn Ott:

        Richtig, eine Währungsunion zwischen uns und den anderen funktioniert nicht. Das heißt aber nicht, dass diese Länder unqualifiziert sind. Vielleicht sind wir für eine permanente Monetarisierung unqualifiziert und müssten austreten. Herr Tischer hat trotzdem recht: böses Blut ist das letzte, was wir jetzt brauchen. Das kommt mit knapper werdendem Geld von alleine immer und überall auf.

        Ich habe die Lösung auch nicht und tendiere noch am ehesten zu einem Nordeuro und einem Südeuro, damit die jeweilige Währung für niemandem zu hart oder zu weich ist. Das Problem ist nur, dass Frankreich vermutlich dadurch isoliert würde, daher bin ich von meiner eigenen Meinung nicht zu 100 % überzeugt. Aber ohne einen respektvollen Umgang miteinander brauchen wir m.E. gar nicht anfangen, über eine Lösung nachzudenken.

      • Richard Ott
        Richard Ott sagte:

        @Herr Selig

        “Das heißt aber nicht, dass diese Länder unqualifiziert sind. Vielleicht sind wir für eine permanente Monetarisierung unqualifiziert und müssten austreten. Herr Tischer hat trotzdem recht: böses Blut ist das letzte, was wir jetzt brauchen”

        Mit der Feststellung, dass die Länder der Eurozone nicht zusammen passen, ist keine Schuldzuweisung verbunden.

        Wie immer im Leben gilt aber: Wer nicht zusammenpasst, sollte sich schnellstmöglichst trennen – sonst gibt es nur noch mehr böses Blut.

      • Dietmar Tischer
        Dietmar Tischer sagte:

        @ Richard Ott

        >Wer nicht zusammenpasst, sollte sich schnellstmöglichst trennen – sonst gibt es nur noch mehr böses Blut.>

        Trennung ist EINE Option – nicht mehr.

        Was ist, wenn die Trennung MEHR böses Blut schafft, als zusammenzubleiben?

        Dann bleibt man besser zusammen.

        Kurzum:

        Man kommt aus der Böses Blut-Situation NICHT heraus – griechische Tragödie.

        Was tun, wenn das so ist?

        Wenigstens eines:

        NICHT absichtlich oder durch Dummheit noch mehr böses Blut schaffen.

      • Richard Ott
        Richard Ott sagte:

        @Herr Tischer

        “NICHT absichtlich oder durch Dummheit noch mehr böses Blut schaffen.”

        Im Moment macht Deutschland doch das komplette Gegenteil davon. Die Bundesregierung und zwangsbeitragsfinanzierte Parteienrundfunk gehen auf jeden in Europa los, der die deutsche Moralführerschaft in eine für die EU selbstmörderische Energie- und Migrationspolitik nicht akzeptieren will.

        Fragen Sie mal die Polen, Ungarn oder Briten, was die von der deutschen Politik halten und ob sich deren Haltung zu Deutschland in den letzten 5 Jahren eher verbessert oder verschlechtert hat.

        PS: Was glauben Sie? Ist Merkel dumm oder macht sie das mit Absicht?

      • Dietmar Tischer
        Dietmar Tischer sagte:

        @ Richard Ott

        >Was glauben Sie? Ist Merkel dumm oder macht sie das mit Absicht?>

        Sie ist weder dumm, noch macht sie mit Absicht irgendetwas, das zu Schwierigkeiten führt .

        Die VERHÄLTNISSE ändern sich auf eine Weise, die KEINE Regierung im Griff hat.

        Beispiele:

        EU-Konflikt zu Recht und Verabschiedung des Haushalts und des Restrukturierungsfonds:

        Im EU-Parlament sitzen Leute, die in Polen, Ungarn und Tschechien eine bestimmte Rechtspolitik mit Sanktionen durchsetzen wollen. Kann man begründen und versuchen, muss man aber nicht, auch wenn die Verträge das hergeben.

        Polen, Ungarn und Tschechien sind beigetreten und haben einen Vertrag unterschrieben, der Einstimmigkeit vorsieht.

        Darauf bestehen die Regierungen dieser Staaten – zu Recht.

        Was nun, Frau Merkel?

        Sie kann nichts erzwingen, sondern nur verhandeln.

        In Deutschland steht gerade die Erhöhung der Rundfunk- und TV-Gebühren an.

        Sachsen-Anhalt ist als einziges Bundesland dagegen, weil die CDU-Fraktion dagegen ist.

        „Leider“ ist auch die dort starke AfD dagegen.

        Regierungskrise mit Verschiebungsakrobatik, damit die schwarzrotgrüne Koalition nicht auseinander fliegt, wenn die CDU-Abgeordneten mit denen von der AfD “gemeinsam” abstimmen.

        Was nun, Herr Haseloff?

        Er kann nichts erzwingen, sondern sich nur bis zu den Wahlen in ein paar Monaten retten.

        Fazit:

        Sie ÜBERSCHÄTZEN die Akteure, selbst die an der SPITZE.

        Sie haben Macht, können aber NICHT die BEDINGUNGEN ihrer Machtausübung wie gewollt verschieben.

        Ein wenig schon mit jeder Entscheidung, aber NICHT grundlegend.

  9. foxxly
    foxxly sagte:

    zunächst:
    alle finanzpolitischen vergleiche und maßnahmen mit den usa sind schon aus dem grund der dollar-geschenke durch rohstoffkäufe der übrigen welt, falsch, oder führen in die irre!
    EU zentrifugalkräfte:
    a, es gibt ein uraltes prinzip, wonach kapital, arbeit, industrie, etc. immer richtung ballungszentren strebt. dies ist in einer region, in einem lande, kontinet und global, der gleiche mechanismus. deutschland hatt (e ? ) jahrzehnte lang auch die “zonenrand- / strukturförderungen, um gebiete wie zb. bayerischer wald, wirtschaftlich nicht untergehen zu lassen.
    so auch in der EU. das heisst, auch ohne euro-einführung würde griechenland etc. ständig der hilfe bedürfen.
    b, im kreditgeldsystem haben kreditnehmer zusätzlich ein wirtschaftliches problem: sie müssen besser, effizienter und günstiger erzeugen und exportieren,als die geberländer, damit sie gegen deutschland etc., bestehen können.
    wie soll das gehen, schon wegen der sehr unterschiedlichen mentalen, ethnischen, sozialen auffassungen und einstellungen sowie strukturen, die vorhanden sind.
    diese länder konnten vor dem euro noch selber ihre währung abwerten und so damit wirtschaftlich nicht soweit abgehängt werden.
    nun, der euro macht dies zunichte und alle nachteile dieser “nehmer”-länder bekommen dies voll zu spüren. aber auch wir mit den riesen tranferzahlungen incl target.
    es hätte wahrscheinlich nur einen ausweg gegeben:
    ansiedlung von großindustrien in den “nehmerländern” zum zwecke eines exportes in die “geberländer”. nicht auszudenken, was dies für deutschland bedeutet hätte.
    oder vielleicht: abfluss-stopp von kapital, arbeitskräften und zinsen, aus den nehmerländern. aber wer gibt dann noch kredite? (wäre natürlich auch überlegenswert für afrika!?)
    ich denke, eine wirtschaftsgemeindschaft EWG, wäre schon schwer genug gewesen, aber möglich. eine gemeinsamer Euro spaltet langfristig mehr, als er sie einigt. dies wird zunehmend mit mehr zentralregierung brüssel, mit einer ebenso zunehmend dikatorischen und freiheits-beraubenden mitteln versucht durch zusetzen.
    zwangs-bündnisse sind langfristig immer zum scheitern verurteilt.
    alle bisherigen EU-maßnahmen, haben die fliehkräfte in der Eu nicht bändigen können. dies wird auch nicht gelingen!

    Antworten
    • Richard Ott
      Richard Ott sagte:

      @foxxly

      “a, es gibt ein uraltes prinzip, wonach kapital, arbeit, industrie, etc. immer richtung ballungszentren strebt. dies ist in einer region, in einem lande, kontinet und global, der gleiche mechanismus.”

      Stimmt nicht grundsätzlich. Die Hauptstadt von dem Land, in dem wir leben, also Berlin, saugt zum Beispiel nur Kapital aus dem Rest des Landes ab und hat größtenteils Bullshit-Jobs und kaum Industrie. Ohne Berlin wäre der Rest Deutschlands sogar reicher.

      https://www.statista.com/chart/11515/the-capitals-economic-power/

      Und wenn Ihr angebliches “uraltes Prinzip” schon so lange gelten würde: Wieso ist dann nicht sämtliches Kapital der Welt in einer Mega-Metropole konzentriert, die seit Jahrhunderten alles dominieren und immer weiter wachsen müsste?

      Antworten
      • foxxly
        foxxly sagte:

        @ott
        “uraltes prinzip” läuft doch ständig weiter!
        warum nicht alles, weil nicht alle menschen in eine city wollen, weil ihnen tratitionen noch viel wert sind, weil sie die city-fernen menschen mit weniger lohn zufrieden geben, weil es in der city teuerer ist zu leben.
        dieses regulativ trifft viel weniger für gewerbe/industrie zu, als für die menschen.

      • Richard Ott
        Richard Ott sagte:

        @foxxly

        Vielleicht liegt es auch daran, dass die Bewohner der “Cities” regelmäßig so dumme und dekadente Ideen haben, dass sie bei deren Umsetzung ihren Standortvorteil komplett verspielen und die große Stadt jeder Epoche deswegen untergeht?

      • foxxly
        foxxly sagte:

        @ ott 10:27
        alles wächst bis zu einer stufe bis die ineffizienz überhand nimmt.
        in einer ineffizienz nehmen dann ideologische elemente zu und die gesellschaft kippt; – oder firmen gehen langsam pleite.

      • Bill Miller
        Bill Miller sagte:

        Da würde mich interessieren inwieweit in die GDP-Anteile der Hauptstädte auch die ganzen Stellen in zentralisierten Verwaltungen mit eingerechnet wurden die im Grunde unproduktiv sind und aus dem flachen Land Ressourcen abziehen.

      • Richard Ott
        Richard Ott sagte:

        @Bill Miller

        Sämtliche Staatsausgaben zählen immer voll beim GDP mit, egal ob der Staat damit Sinnvolles oder Nutzloses bezahlt.

        Ich glaube nicht, dass bei der Auswertung irgendwelche besonderen Korrekturfaktoren für staatliche Verwaltung zur Anwendung gebracht wurden damit man nur die nicht-staatliche Wertschöpfung betrachten kann – wenn man es täte, sähe das Ergebnis für Berlin noch viel schlechter aus…

  10. Richard Ott
    Richard Ott sagte:

    “Hier zeigt sich erneut, dass wir politisch und ökonomisch unqualifizierte Mitgliedstaaten in die Währungsunion aufgenommen haben.”

    Da geht noch viel mehr, auch die Eurozone kann noch deutlich vielfältiger und bunter werden:

    10.04.2020 Bulgarien will den Beitritt zur Eurozone beschleunigen und begründet dies mit der Corona-Krise. Derzeit stelle die EZB zwar Geld bereit. Helfen würde das aber vor allem den Euroländern. (…) Der rasche Euro-Beitritt sei nötig, damit auch Bulgarien, das ärmste EU-Land, bei Krisen von den Vorteilen der Eurozone profitieren könne.
    https://www.tagesschau.de/ausland/bulgarien-eu-103.html

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