Der Staat wird scheitern als Organi­sator von Wirt­schaft und Klima­wandel

In der aktuellen Ausgabe des manager magazins (Print) diskutiere ich mit Mariana Mazzucato – italoamerikanische Starökonomin an der UCL – über ihre Gedanken eines starken Staates. Ihre Thesen sind gerade en vogue in den politischen Zirkeln.

manager-magazin.de: „Die Zeitenwende: Wie sich das Verhältnis zwischen Staat und Markt grundsätzlich verschiebt“, 21. Mai 2021

Doch was ist schon meine bescheidene Meinung im Vergleich zu der kompetenten Kritik anderer Ökonomen. Die Highlights eines Artikels im Handelsblatt:

  • „Von ihrem Lehrstuhl am University College London aus propagiert Mariana Mazzucato die Rückkehr des starken Staates. Die Botschaft der gebürtigen Römerin: Die Rolle von Pionierunternehmen und privatem Kapital für Innovationen und Wirtschaftswachstum werde maßlos überschätzt. Wirklich Bahnbrechendes komme vor allem dann in die Welt, wenn der Staat sich kümmere – so wie beim Internet, das in den 50er-Jahren im Rahmen eines US-Militärforschungsprogramms entstand.“ – bto: Dabei ist das nur ein Teil der Wahrheit. Es geht natürlich vor allem um eine Nachfrage-Rolle. Unsere Politiker missverstehen das allerdings so, dass sie auch den Weg zur Lösung vorgeben wollen. Das muss scheitern.
  • „Mehr Staat wagen – dieses Motto ist rund um den Globus zum neuen ökonomischen Mainstream geworden, nicht nur in Hochschulen, sondern auch in Regierungszentralen und Notenbanken. In Washington startet Präsident Joe Biden das größte staatliche Investitionsprogramm seit Franklin D. Roosevelts New Deal. Ermutigt wird er durch einen umstrittenen neuen Blick auf die Geldpolitik, demzufolge sich Staaten praktisch unbegrenzt verschulden können.“ – bto: Es ist eine völlige Überschätzung der Akteure. Ich weiß natürlich, warum es gemacht wird. Es geht darum, die Wirtschaft mit aller Macht wieder zum Wachsen zu bekommen.
  • „Mit der Corona-Pandemie befindet sich die Politik nun binnen kurzer Zeit zum zweiten Mal in der Retterrolle. 1,4 Billionen Euro nimmt der deutsche Staat zur Rettung von Menschenleben, Unternehmen und Arbeitsplätzen in die Hand. So weit, so sinnvoll. Doch anders als nach der Finanzkrise begnügt sich der Staat nicht mehr mit der Rolle des Nothelfers, der sich nach der Krise wieder zurückzieht. In vielen Industriestaaten wollen Politik und Verwaltung auf Dauer wieder zu einer Wirtschaftsmacht werden.“ – bto: Und hier liegt das Problem. Corona war kein Marktversagen und die Lösung kam vom Privatsektor, nicht von Politikern und Bürokraten.
  • „Die Protegés des neuen starken Staates wollen Bürgern und Unternehmen die Richtung vorgeben, um die großen Herausforderungen unserer Zeit wie den Klimawandel zu bewältigen. In Anlehnung an Mazzucato wollen sie den Staat zu einem „Unternehmerstaat“ ausbauen, der bestimmt, wie viele E- Autos staatlich gefördert auf den Straßen sein sollen, dass Wasserstoff eine zentrale Ressource der Zukunft ist und welche Produkte tunlichst im Inland gefertigt werden müssen (…).“ – bto: Und genau das führt dann zu so grandiosen Flops wie mit der Fotovoltaik.
  • Nicht nur Vertreter linker Parteien, selbst ein Ökonom wie DIW-Chef Marcel Fratzscher findet, die Coronakrise sei so etwas wie der ‘letzte Sargnagel für den Neoliberalismus’.bto: Ich lach mich schlapp! Der einzige Unterschied ist, dass Fratzscher kein Parteibuch hat, er dürfte aber Ehrenmitglied der SPD sein und arbeitet hart am gleichen Status bei den Grünen.
  • „‘Werbung für die Vision eines unternehmerischen Staates war die staatliche Vorstellung während der Pandemie sicher nicht’, sagt der Düsseldorfer Ökonom Justus Haucap. Während das Robert Koch-Institut selbst nach einem Jahr montags keine belastbaren Zahlen über das Infektionsgeschehen liefert, weil nicht in allen Gesundheitsämtern am Wochenende gearbeitet wird, setzten die meisten Betriebe ruck, zuck Hygienekonzepte um. Während Unternehmen ihre Besprechungen innerhalb von Tagen weitgehend reibungslos auf Digitalplattformen wie Zoom oder Teams verlegten, verzweifeln die Schüler bis heute an andauernden Abstürzen der staatlichen Bildungsserver.“ – bto: Und mit diesem Qualitätsnachweis gestärkt, werden nun die Politiker das Konzept auf die gesamte Wirtschaft ausrollen.
  • „Und nachdem ein deutsches Start-up in Rekordzeit den weltweit ersten Corona-Impfstoff entwickelt hatte, erhielten die Bundesbürger die rettende Dosis erst mit wochenlanger Verspätung. Vor allem, weil die Bundesregierung Impfstoffzulassung und -einkauf an die EU delegierte, die sich der Sache mit ähnlicher Leidenschaft widmete wie dem Ausbau des europäischen Schlafwagennetzes.“ – bto: Das ist doch mal sehr schön formuliert. Danke.  
  • „Alle demokratischen Parteien außer der FDP sind sich einig darin, die Schuldenbremse im Grundgesetz auszuhebeln, um den Weg für gewaltige schuldenfinanzierte Ausgabenprogramme freizumachen. (…) So will die SPD die staatliche KfW-Bank „zu einer modernen Innovations- und Investitionsagentur weiterentwickeln“, um die Investitionen hoch zu halten. Die Grünen gehen sogar noch einen Schritt weiter. Dabei hatte Nachhaltigkeit für die Grünen lange nicht nur eine ökologische, sondern auch eine ökonomische Dimension.  Doch ihre vergleichsweise maßvolle Position, den Spielraum der Schuldenbremse von 0,35 auf ein Prozent der Jahreswirtschaftsleistung zu erhöhen, haben sie in den vergangenen Monaten still und leise geräumt. Denn ein Prozent reicht nicht mehr aus: Die Grünen wollen ihr Investitionsprogramm von 500 Milliarden Euro zu einem großen Teil über zusätzliche Schulden finanzieren. Dazu wäre eine Grundgesetzänderung notwendig. Wenn sie dafür keine Zweidrittelmehrheit zusammenbekommen, wollen die Grünen die Schulden über einen Trick aufnehmen: über sogenannte öffentliche Investitionsgesellschaften, bei denen die Aufnahme neuer Kredite nicht unter die Schuldenbremse fällt. (…) CDU-Kanzlerkandidat Armin Laschet bläst ins gleiche Horn und will einen ‘Deutschland-Fonds’ gründen.“ – bto: Hier ist es für mich eine Gratwanderung. Ich denke, dass es selten dämlich ist, in der Eurozone zu sparen, befürchte aber eine völlig falsche Verwendung der Mittel.  
  • „Dass Deutschland mehr Investitionen braucht, bestreitet dabei niemand. Mit Demografie, Digitalisierung und Klimawandel steht das Land vor gleich drei riesigen Herausforderungen. Zudem sind viele Straßen, Schienen und Brücken marode. (…) Fraglich ist bereits, ob die zusätzlichen Milliarden auch tatsächlich für Investitionen genutzt würden. Denn zumindest in der Vergangenheit hat die Große Koalition Mehreinnahmen meist umgehend für andere Zwecke verfrühstückt.“ – bto: Und dies wird auch jetzt wieder passieren. Soziales und mehr oder viel weniger sinnvolle „Umbauprojekte“ werden dominieren und den Wohlstand des Landes weiter reduzieren.
  • „Während das Sozialbudget in den beiden zurückliegenden Wahlperioden um mehr als 200 Milliarden Euro ausgeweitet wurde, stieg das Investitionsbudget um eher bescheidene 25 Milliarden Euro. Jeden Monat gibt der Staat mehr für Soziales aus als im gesamten Jahr für Investitionen.“ – bto: Ähnliche Zahlen habe ich auch aufbereitet. Es war ein politischer Entscheid, keine Folge mangelnden Geldes.
  • „Seit Jahren stehen zudem Milliarden an Investitionsmitteln im Bundeshaushalt bereit, die gar nicht genutzt werden. Allein im Vorjahr blieb der Bund auf 21 Milliarden Euro sitzen, die eigentlich für Investitionen vorgesehen waren (…) Die Befürworter der Schuldenprogramme führen für diesen Investitionsstau zwei Gründe an. Erstens sei der Staat viele Jahre kaputtgespart worden und deshalb nicht in der Lage, das Geld auszugeben – zu wenige Beamten für zu viele Vorhaben. Zweitens fehle es Verwaltungen und Bauwirtschaft an Planungssicherheit. Erst wenn diese durch die langfristigen Ausgabenprogramme gesichert sei, könnten Bauverwaltungen und Bauwirtschaft mehr Leute einstellen.“ – bto: Diese Argumentation ist sicherlich nicht falsch. Aber es genügt nicht. Unsere Politiker denken nicht in der Kategorie der Zukunftssicherung für das Land.
  • „Der Investitionstau lässt sich auch nicht simpel mit kaputtgesparten Behörden erklären, eher mit falschen Prioritäten.‘Der Staat hat sich nicht verschlankt, sondern immer mehr Speck angesetzt’, sagt Holger Schäfer vom Institut der deutschen Wirtschaft (IW) und ätzt: ‘Echte Dynamik entfaltet der Staat nur, wenn es darum geht, neue Beamtenstellen zu schaffen.’“ – bto: und zwar in einem dramatischen Umfang!
  • „So ist zwischen 2009 und 2019 die Zahl der Beschäftigten bei Bund, Ländern, Kommunen und Sozialversicherungen – umgerechnet auf Vollzeitstellen – um 350.000 auf 4,3 Millionen gestiegen. (…) Auch die Bundesministerien rüsteten auf. Seit 2010 stieg die Stellenzahl von 17.080 auf aktuell 26.547, ein Plus von 55 Prozent.“ – bto: in der öffentlichen Diskussion gerne verdrängt, aber ein unstrittiges Indiz für die falsche Verwendung von Mitteln.
  • „Im Vor-Corona-Jahr 2019 lagen die Ausgaben des deutschen Staates in Relation zur Wirtschaftsleistung, lässt man Rettungspakete in der Finanzkrise mal außen vor, auf dem höchsten Stand seit 2003. Kaputtgespart sieht anders aus. (…) Dennoch wollen einige Politiker nun die nächste Staats-Ausbaustufe zünden. ‘Der deutsche Staat muss im Sinne der Ökonomin Mariana Mazzucato zu einem Unternehmerstaat werden und damit zu einem Zukunftsinvestor und Innovationsförderer’, fordert etwa SPD-Vordenker Matthias Machnig. Auch seine Partei ist ganz entzückt von der Idee.“ – bto: Das ganze Programm der SPD trieft nur so von Staatsprogrammen, die alles Mögliche bewirken sollen.
  • „Mazzucato stellt alte Weltbilder auf den Kopf. Der Irrglaube, wirtschaftliche Innovation sei am größten, wenn der Staat sich aus allem heraushalte, habe sie wütend gemacht, sagt Mazzucato. Ihren Zorn verarbeitete sie in Studien. Ihre Ergebnisse erschütterten alle Glaubenssätze: Nicht Unternehmer sorgen demnach für die großen Innovationen, sondern der Staat.“ – bto: Der Staat ist gut, wenn es darum geht, Nachfrage zu schaffen, aber er ist schlecht, wenn es darum geht, wie diese zu erfüllen ist.
  • „Die Regierungen müssten ‘die Richtung des Wachstums so beeinflussen, dass eine bessere Wirtschaft entsteht’. Seit Jahren wirbt Mazzucato daher für eine Erneuerung der Industriepolitik. Und ihre Ideen finden Anklang, auch und gerade in Deutschland. Ausgerechnet ein CDU-Wirtschaftsminister nahm ihre Vorschläge auf. Peter Altmaiers ‘Nationale Industriestrategie 2030’ ist genau das, was Mazzucato vorschwebt.“ – bto: Kann man sich jemanden vorstellen, der besser qualifiziert ist, Deutschlands Zukunft zu gestalten als Peter Altmaier? Also, mir fällt wirklich niemand ein …
  • „Die Unterschiede zwischen Staat und Unternehmen sind eben groß. Der Staat steuert zentralistisch, Wirtschaft ist dezentral. Der Staat ist vorsichtig, wirtschaftlicher Erfolg setzt Risikobereitschaft voraus. Ein Blick auf die Wirtschaftsgeschichte der vergangenen 100 Jahre sollte eigentlich ausreichen, um all jene eines Besseren zu belehren, die sich derzeit den Staat als Mikromanager zurück in die Wirtschaft wünschen.“ – bto: Aber genau darum geht es ja nicht! Ich denke, die Befürworter wissen das auch. Es geht ihnen aber um eine andere Gesellschaft und vor allem um eine starke Rolle (verbunden mit Einkommen und Privilegien) für ihre Kaste.
  • „Der Staat ist am stärksten dann, wenn er sich als entschlossener Schiedsrichter und Regelsetzer versteht und nicht selbst auf dem unternehmerischen Spielfeld mitdilettiert: Das war bereits das Credo der ersten Ordoliberalen. Deren theoretische Überlegungen geronnen in den 40er-Jahren zum politischen Programm der Sozialen Marktwirtschaft.“ – bto: Das sehe ich ganz genauso!
  • „Die erste große Wende hin zu mehr Staat folgte Ende der 60er-Jahre, nicht nur in Deutschland, sondern in vielen Industriestaaten (…) Es war die Ära des technokratischen Allmachtglaubens (…) Doch die Hoffnung, die zusätzlichen Staatsausgaben würden sich über zusätzliches Wachstum selbst finanzieren, bewahrheitete sich nicht. Bald stiegen in nahezu allen Industrieländern die Schuldenstände und die Inflationsraten.“ – bto: Diesmal wiegt es viel schlimmer, weil wir erfolgreiche Wettbewerber haben und zudem vor erheblichen Herausforderungen stehen.
  • „In Deutschland war es dann ausgerechnet die erste rot-grüne Regierung, die die Angebotspolitik auch hierzulande etablierte. (…) Das Nomura Research Institute hat 2013 errechnet, dass die Hartz-Reformen etwa die Hälfte des Wiederaufstiegs ausmachten, die andere Hälfte führen die Ökonomen auf die wachstumsfreundliche Geldpolitik der EZB zurück.“ – bto: Das klingt durchaus nachvollziehbar. Sicherlich spielt die EZB eine erhebliche Rolle beim Scheinboom.
  • „(…) sehen es viele Ökonomen skeptisch, dass der Staat nun in der Klimapolitik konkrete Technologiepfade vorgeben will, ob bei E- Autos oder Wasserstoff. Schließlich wisse niemand, was wirklich die Technologie der Zukunft in 20, 30 Jahren sei. ‘Die Vorstellung vom Staat als benevolenten Planer mit weiser Voraussicht, der alle künftigen Entwicklungen genau kennt, ist trügerisch. Genau deshalb möchte ich den Staat klein halten’, sagt IfW-Chef Felbermayr.“ – bto: vor allem weil es sehr um Ideologie geht bei den ganzen Ideen, die jetzt propagiert werden.
  • „‘Eine aktive Gestaltung des Transformationspfades wird das Tempo und die Kreativität beim Klimaschutz einbremsen statt beschleunigen’, warnt deshalb die Wirtschaftsweise Veronika Grimm. ‘Ich halte das Narrativ vom starken Staat für schwierig. Der Staat ist sehr wichtig, aber als Rahmengeber.’ Übersetzt auf den Klimaschutz bedeutet das: Der Staat gibt konkrete Ziele für die CO2-Reduzierung vor, die die Einhaltung der Klimaziele sicherstellen. Und von diesen Zielen lässt er sich dann auch von keinem Lobbyisten mehr abbringen – das wäre ein wahrhaft starker Staat im ordoliberalen Sinne des Schiedsrichters. In dieser Rolle wäre er auch weit wirksamer als in der des Großinvestors. Denn eines übersehen die Anhänger des starken Staats gern: Im Vorkrisenjahr 2019 investierte der deutsche Staat 86 Milliarden Euro (von denen ein erheblicher Teil nicht ausgegeben werden konnte) – die Privatwirtschaft aber über 660 Milliarden.“ – bto: Das kann man nur fett unterstreichen!
  • „‘Der Staat sollte sich darauf beschränken, Innovationen und Forschung stärker zu fördern, etwa indem er Abschreibungsmöglichkeiten oder Verlustvorträge verbessert’, so Haucap. Oder indem er mehr Geld in Grundlagenforschung steckt, von der der Fiskus später über Steuereinnahmen profitiert, wenn Unternehmen auf Basis dieser Forschung erfolgreich neue Produkte oder Prozesse entwickeln. Gerade die Coronakrise zeigt laut Haucap: Der Staat könnte etwas experimentierfreudiger sein und sich einiges von der Wirtschaft abgucken. Aber das bedeutet ganz gewiss nicht, dass der Staat selbst zum Unternehmer werden sollte.“ – bto: Dennoch ist genau dies die Haltung, die alle Parteien außer der FDP zur Bundestagswahl promoten. 

handelsblatt.com: „Die Zeitenwende: Wie sich das Verhältnis zwischen Staat und Markt grundsätzlich verschiebt“, 21. Mai 2021

Kommentare (49) HINWEIS: DIE KOMMENTARE MEINER LESERINNEN UND LESER WIDERSPIEGELN NICHT ZWANGSLÄUFIG DIE MEINUNG VON BTO.
  1. foxxly
    foxxly sagte:

    ……. irgendwie ist es ein rätsel, wie staat, wirtschaft und gesellschaft sich weiter verhalten und entwickeln.
    zumindest machen wir selber, noch mehr rätsel daraus, als es ohnehin schon ist.

    wenn wir die jüngere vergangenheit der letzten 10 bis 20 jahre betrachten, dann können wir schon sehr viel ableiten was in etwa kommen wird.
    zumindest einige richtungen weisen den weg:

    wir erinnern uns noch an die TTIP-verträge, sie sind gott sei dank nicht gekommen.
    aber die wirkungen sind trotzdem im anmarsch.
    beispiel jetzt corona:

    die pharma, das großkapital hat längst alle wichtigen stellen “unterwandert!.
    zb WHO und RKI. (zu corona)
    eine “nichtregierungsorganisation who” bestimmt den sehr zweifelhaften pandemi-fall, weltweit.
    das rki (auch fremdbestimmt) sagt der regierung die pandemi-fakten (?).
    die regierung zeigt machtstärke und setzt mit ihren lockdown-maßnahmen alles um, was angst bei der bevölkerung auslöst. ist natürlich gewollt!

    dieser “corona-vorgang” ist ein exemplarisches beispiel wie heute bereits das großkapital ihren willen durchsetzt.

    diesen mechanismus werden wir vermehrt in allen bereichen zukünftig erleben. dazu braucht es dann einen pandemie mehr.

    also, das großkapital (natürlich incl den konzernen) bestimmt, was sie zu ihren wachstum brauchen.
    sie liefert gleich die maßnahmen mit, welche (jede) neue und nachfolgende regierung umzusetzen hat.

    dies ist sogar sehr bequem für die polit-führer, weil die lobbyisten gleich die lösungen, die art und weise, den weg, für ihr wachstum gleich mitliefern. aber auch die maßnahmen liefern, wenn der bürger nicht so spurt.

    so sieht unsere zukunft aus, zumindest verstärkt der weg dahin.

    dabei werden die auswirkungen für die gesellschaft immer schwieriger und schlechter werden, denn
    das wachstum dieser wirtschafts-herrscher, kann und wird auf kosten unserer arbeitsleistungen und dem entsparen unserer vermögen sein.

    die auferlegten maßnahmen zwingt die besitzenden zu deren entreicherung durch auflagen und mehr oder weniger zwangsabgaben.

    damit wird die aussage von klaus schwab klar: ….. und wir werden glücklich sein wenn wir nichts mehr zu besitzen.

    die große frage wird sein, ob der bürger und wähler noch eine andere regierungskonstellationen herstellen kann und überhaupt geistig in der lage ist, dies zu tun

    denn die medien sind eindeutig auf der anderen seite.
    ja, kapital, medien und regierung auf der gleichen seite; – nennt man faschismus.
    wir sind bereits mitten drinn. vielleicht noch nicht in beton gegossen, aber kaum noch uns zu befreien!

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    • Gnomae
      Gnomae sagte:

      @ foxxly

      In Deutschland war das Staatsziel der Pandemiebekämpfung, das Gesundheitswesen nicht zu überlasten. Das Staatsziel ist legitim. Die Regierung hat bei der Pandemiebekämpfung einen weiten Ermessenspielraum, keinen engen. Viele Maßnahmen hatten gerichtlichen Bestand, dies ist fakt.

      Die Kritik am Gesundheitswesen ist berechtigt, da bereits seit mehr als 30 Jahren im Gesundheitswesen gespart wird und Krankenhauskapazitäten abgebaut wurden.

      Die WHO ist eine Sonderorganisation der Vereinten Nationen. Deutschland ist dort Mitglied.

      Das RKI ist eine selbständige Bundesoberbehörde, also dem Gesundheitsministerium untergeordnet und damit gegenüber dem Bundesminister / Ministerium weisungsgebunden. Waren die Maßnahmen wegen Corona der Weisheit letzter Schluss? Wir wissen es noch nicht. Inflationsmessung und Geldmengenwachstum wird man erst ende 2022 beurteilen können.

      Medien sind nicht unabhängig, auch wenn sie dies behaupten. Sie vertreten auch keine “neutrale” Meinung, bei ARD und ZDF nachgewiesen durch viele Studien.

      Ihre Kritik an der Pharmaindustrie ist pauschal und nicht real. Menschliche Gesundheit ist in großen Teilen auch dem Fortschritt in der Pharmaforschung geschuldet, unter Einsatz hohen Risikos und großer Kapitalien.

      Große Firmen müssen Gewinne erwirtschaften und diese steigern. Dies ist legitim.

      Weniger Staat und mehr Wettbewerb ist schöner als mehr Staat und weniger Wettbewerb.

      Antworten
      • Richard Ott
        Richard Ott sagte:

        @Gnomae

        “In Deutschland war das Staatsziel der Pandemiebekämpfung, das Gesundheitswesen nicht zu überlasten”

        Jaja, im Frühjahr 2020 dachten wir, dass Corona tatsächlich dazu in der Lage wäre, das Gesundheitssystem zu überlasten. Tatsächlich geschehen ist etwas ganz anderes.

        Das geniale ist nämlich: Unsere Krankenhaus-Intensivstationen in Deutschland waren immer zu ungefähr 80% ausgelastet, egal wie viele Corona-Infizierte es gerade gab!

        “Die Helios-Kliniken haben die Behandlungsabläufe von jeweils 30.000 Covid-Patienten in Deutschland und Spanien ausgewertet. In den deutschen Helios-Kliniken kamen demnach über 25 Prozent der Patienten auf die Intensivstationen, mehr als doppelt so viele wie in Spanien, wo die Helios ebenfalls tätig ist.”
        https://www.welt.de/wissenschaft/article231509963/Krankenhaussterblichkeit-in-Deutschland-hoeher-als-in-Spanien.html

        Möglicherweise lag das daran, dass die Krankenhäuser in Deutschland dank einer neuen Corona-Regelung Sonderzahlungen aus der Liquiditätsreserve des Gesundheitsfonds bekommen, wenn ihre Intensivbetten zu mehr als 75% ausgelastet sind? ;)

        Lesen Sie das„Gesetz zur wirtschaftlichen Sicherung der Krankenhäuser und zur Regelung der Krankenhauspflegesätze (Krankenhausfinanzierungsgesetz – KHG)“, §21.

        Was glauben Sie, wie hoch unsere Intensivbetten-Auslastung wäre, wenn wir doppelt so viele Intensivbetten hätten?

        Mein Tip: Immer noch 80%. Irgendeine Krankheit zum Behandeln findet sich immer, im Zweifelsfall beobachtet man dann halt asymptomatische Corona-Fälle auf der Intensivstation. Sicher ist sicher. Sie wissen schon, es geht doch um Menschenleben…

        Oder, auch elegant, man baut Intensivbetten ab, damit man über die Auslastungsgrenze kommt und wieder Sonderzahlungen einstreichen kann.

        So funktionieren perverse Anreize.

      • foxxly
        foxxly sagte:

        @ gnomae 1. juni 23:05

        ….. ich muss, zu ihren einwendungen, meine aussagen nicht revidieren!!!!!!

  2. JürgenP
    JürgenP sagte:

    @ DS: „Der Staat wird scheitern als Organisator von Wirtschaft und Klimawandel“

    Der Überschrift/Aussage folgt eine Auflistung von Dingen, die belegen sollen, dass der Staat als Organisator von Wirtschaft und Klimaschutz scheitern wird, scheitern muss. Dabei gibt die private Seite aktuell auch ein so peinliches Bild ab, dass die nicht besser dran wäre.

    Wer ist der Staat, wer ist hier gemeint? Es können doch nur Akteure auf allen staatlichen Ebenen gemeint sein, die irgendwie mit „Organisation“ von Wirtschaft und Klimaschutz zu tun haben.

    Welche Organisations-Herausforderung steht vor diesen Akteuren? Sachinhalte sind klar. Wirklich? Nein, nicht einmal Sachinhalte sind klar. Ziele sind klar. Wirklich? Nein, nicht einmal Ziele sind klar. Es sind bestenfalls Teil-Sachinhalte oder Teil-Ziele bekannt bzw. formuliert. Selbst der schlaueste Professor dieses Landes vermag nicht einmal 1% dieser Teil-Sachinhalte und -Ziele so miteinander zu verknüpfen, dass nicht unendlich darum gestritten würde. Das ist aber nur das erste Problem.

    Das zweite Problem ist der mechanistische Ansatz, um Teil-Sachinhalte oder Teil-Ziele durch gewohnte Methoden zu bearbeiten, zu lösen und zu erreichen. Frei nach dem Motto: wenn wir hieran etwas drehen, ändert es sich automatisch dort wie gewünscht. Mit diesem Organisationsansatz soll nun Wirtschaft und Klima gewandelt werden?

    Einen anderen Ansatz haben die Akteure des Staates nicht gelernt. Die Nichtstaatlichen allerdings auch nicht. Die gingen in dieselbe Schule.

    Allerdings:

    Die aktuelle Herausforderung für Wirtschaft und Klimawandel zwingt zur konsequenten Abkehr vom mechanistischer Organisation, genauer vom mechanistischen Management.

    „Das jahrzehntelang vorherrschende Bild vom Unternehmen als Maschine, die mit den linearen Gesetzen von Ursache und Wirkung beliebig gesteuert werden kann, blockiert den so notwendigen Fortschritt.

    Das hilfreichere Bild ist das Unternehmen als lebendiger Organismus in seinem evolutionären Umfeld. Management ist dann die Befähigung von Organisationen zur Selbstorganisation und Selbstregulierung, dort, wo viele und immer mehr Menschen zusammenwirken, um gemeinsame Ziele zu erreichen.

    Und zwar auch jene Ziele, die vielleicht noch „im Nebel“ liegen. Entgegen verbreiteter Befürchtungen gibt genau das den Menschen erstmals die Freiheit, in den digitalen Welten ihre Intelligenz, Kreativität und gestalterischen Fähigkeiten neu und besser zu entfalten.

    An die Stelle des autokratischen Befehlens und Gehorchens treten neue Formen des Zusammenwirkens und des komplexitätsgerechten Steuerns und Lenkens, des Gestaltens durch Nutzung von Vielfalt, der soft und implicit controls. Zu den neuen Aufgaben gehören der intelligente Umgang mit Wahrscheinlichkeit, Ungewissheit und Unvorhersehbarkeit, sowie die Fähigkeiten des kreativen Vernetzens und koordinierenden Orchestrierens.

    Das neue Ziel ist die über die Nachhaltigkeit hinausgehende adaptive Lebensfähigkeit einer flexiblen Organisation. Robuste und funktionierende Lebensfähigkeit umfasst für Organisationen per Definition auch die empfängerorientierte Leistungserfüllung sowie für Wirtschaftsunternehmen die wie auch immer definierte Profitabilität.

    Umbrüche öffnen neue Möglichkeiten, indem sie Altes verdrängen und Neues schaffen. An neuen Möglichkeiten mangelt es nicht. Jedoch muss dafür Bahnbrechendes getan werden. Was zu tun ist, ist erkannt – das Wie und Womit leistet systemkybernetisches Management. So wird Management zu jener gesellschaftlichen Funktion, die Menschen befähigt, Möglichkeiten und Chancen wirksam zu nutzen“.

    Ich erlaube mir den Hinweis, dass der in „“ gesetzte Text einer Webseite entstammt. Titel: Organisationen wie lebendige Organismen. Autor: ein gewisser F. Malik am Freitag, 20.05.2016 um 20:50 Uhr hat es geschrieben.

    Antworten
  3. Hans Severin
    Hans Severin sagte:

    Aus einer philosophischen Diskussion, kurz und schlüssig spricht der Text für sich selber, daher verzichte ich erst Mal auf eigene Anmerkungen:

    WIE KANN MAN AUF DER POLITISCH-ÖKONOMISCHEN EBENE EINE ÄNDERUNG ERREICHEN?

    „Wenn man nur an die Gesellschaft denkt, dann ist das Problem „da drüben“.
    Keiner versteht, dass wir selbst die Gesellschaft sind.
    Wenn man ein Problem in der Gesellschaft erkennt, spiegelt das nur wieder,
    was in uns vorhanden ist.
    Die Gesellschaft – ja (= muss sich ändern). Aber wir auch.
    Dann ist es einfach, äußerst einfach.

    Wenn Frieden (Klarheit) an erster Stelle steht,
    dann fangen wir an, einander etwas anders wahrzunehmen.
    Denn im Moment achte ich nur darauf, inwiefern Sie anders sind als ich.
    Nicht wie wir uns ähneln, sondern wie wir uns unterscheiden.
    Die Welt zwingt mir das auf, bis ich erkennen kann,
    dass Sie so sind wie ich.

    Wenn ich das nicht so sehe, wie soll ich Empathie für Sie spüren.
    Unmöglich.
    Und wenn ich ohne Empathie bin, wie kommen wir dann je miteinander aus?
    Vom ständigen Streiten verstehen wir etwas, von Empathie nicht.
    Und ohne Empathie können wir nicht anfangen, etwas zu tun,
    was uns selber stärker macht und unser Gemeinwesen auch.

    Die Probleme, die wir heute in der Welt sehen, sind offensichtlich
    Zeichen einer schwachen Gesellschaft. Regierungen sind schwach.
    All die Organisationen, die uns helfen und unterstützen sollten,
    werden immer schwächer und schwächer. Was bleibt uns da noch?

    Antworten
    • Dietmar Tischer
      Dietmar Tischer sagte:

      @ Hans Severin

      Was Sie hier vorbringen, ist kalter Kaffee.

      Denn dem Ansatz nach Ähnliches ist schon vor knapp 2500 Jahren von Platon in der POLETEIA diskutiert und vertreten worden.

      Wir übersetzen das Werk mit DER STAAT.

      Er wollte es verstanden wissen als Gesetzmäßigkeiten, nach denen eine “wohlgeordnete Seele“ und strukturell korrespondierend dazu ein „wohlgeordnetes Gemeinwesen“ die Voraussetzungen dafür sind, ein gelungenes Leben führen zu können. Es geht ihm also um eine Konstitution des Guten, zu der man durch DENKEN – nicht als instrumentelles Verstehen von Funktionalität, sondern als REFLEKTIERENDE Vernunft verstanden – kommen könne. Abgeleitet davon könnte man Konstitution als Grundordnung einer solchen Gesellschaft verstehen.

      Meisterhafte Argumentation mit höchstem Anspruch, Maßstab für nahezu alles, was danach folgte quasi als Fußnote.

      Ergebnis:

      SCHEITERN in der REALITÄT und SCHEITERN seines eigenen Denkens, was sich in seinem Spätwerk DIE GESETZE zeigte.

      Also:

      NAIV und höchst ÜBERFLÜSSIG, um einen gesellschaftlichen Wandel herbeizuführen.

      Antworten
      • Axel
        Axel sagte:

        @Dietmar Tischer

        “Er wollte es verstanden wissen als Gesetzmäßigkeiten, nach denen eine “wohlgeordnete Seele“ und strukturell korrespondierend dazu ein „wohlgeordnetes Gemeinwesen“ die Voraussetzungen dafür sind, ein gelungenes Leben führen zu können. Es geht ihm also um eine Konstitution des Guten, zu der man durch DENKEN – nicht als instrumentelles Verstehen von Funktionalität, sondern als REFLEKTIERENDE Vernunft verstanden – kommen könne. Abgeleitet davon könnte man Konstitution als Grundordnung einer solchen Gesellschaft verstehen.

        Meisterhafte Argumentation mit höchstem Anspruch, Maßstab für nahezu alles, was danach folgte quasi als Fußnote.”

        Ob Platon ein rein rationaler Denker war, oder ob doch etwas mehr dahinter stand, darf zumindest angezweifelt haben. Woher hatte der Philosoph denn die Einsicht (Höhlengleichnis), daß unsere Welt nur ein Abbild einer tieferen Wirklichkeit ist? Tieferes nachbohren lohnt sich, wenn man der Inspitationsquelle der metaphysischen Dimension der alten Griechen auf die Spur kommen will…hier zum Einstieg:

        https://de.wikipedia.org/wiki/Mysterien_von_Eleusis

      • Dietmar Tischer
        Dietmar Tischer sagte:

        @ Axel

        >Woher hatte der Philosoph denn die Einsicht (Höhlengleichnis), daß unsere Welt nur ein Abbild einer tieferen Wirklichkeit ist?

        Die Einsicht hatten Denker, die man als Vorsokratiker bezeichnet, lange vor Platon. Sie besagt, dass es in der Welt etwas INTELLIGIBLES gibt, das jenseits der sinnlichen Wahrnehmung liegt.

        Beispielsweise Heraklit ca. 500 v. Chr.:

        „Diese Weltordnung (Logos, D. T.), dieselbe für alle Wesen, schuf weder einer der Götter noch der Menschen, sondern sie war immerdar und ist und wird sein ewig […]“.

        DIESE Weltordnung hat eine REALITÄT, die es zu entdecken galt für Platon als Welt der Ideen, die unverändert und ewig sind und im Gegensatz zu der sinnlich erfahrbaren Welt des Veränderlichen steht.

        Es war für ihn klar und kann auch nicht anders sein, dass die Welt der Ideen nicht durch Empirie, sondern nur geistig zu erfassen ist.

        Heißt:

        „Wissen“ durch die RATIONALITÄT des Entdeckens.

        Daher MUSSTE Platon ein RATIONALIST sein.

        Erst zu seiner Zeit entwickelte sich eine ANDERE Sicht auf die Wirklichkeit.

        Es waren die Sophisten, einflussreichster wohl Protagoras, von dem überliefert ist

        „Aller Dinge Maß ist der Mensch, der seienden, dass (wie) sie sind, der nicht seienden, dass (wie sie nicht sind). – Sein ist gleich jemanden Erscheinen.

        Wenn das so ist, dann – im anderen Ende mentaler Aktivität – GESTALTET der Mensch durch sein Denken die „Weltordnung“ KONSTITUTIV setzend.

        Bis heute:

        Wissen wir, dass die Welt so und nicht anderen ist, NUR indem wir sie ENTDECKEN?

        Oder ist unsere Erkenntnis dessen, was von uns als so seiend verstanden wird, AUCH durch uns gedanklich GESETZT?

        Wie auch immer, mit Mysterien, die Sie mit ihrer Verlinkung aufgerufen haben, hat das alles nichts zu tun.

      • Axel
        Axel sagte:

        @Dietmar Tischer

        “Es war für ihn klar und kann auch nicht anders sein, dass die Welt der Ideen nicht durch Empirie, sondern nur geistig zu erfassen ist”

        Richtig! Aber die geistige Erfassung ist m.E. nicht auf einen reinen Denkprozeß zurückzuführen. Woher hatte denn Aristoteles seinen areligiösen Gottsbegriff von der “letzten Ursache”? Wieso konnten sich Platon und Sokrates so läßig über die Einheit der Dinge unterhalten und warum war Sokrates so relaxt, als man ihm den Schierlingstrank reichte? Woher hatte Demokrit schon ca 400 v.Chr. die Idee, “daß da nur nur Atome und Leere sind”?
        Wieso äußerte sich Sophokles so überschwenglich über Eleusis und Platon in seinem Phaidon so ehrfürchtig?
        Glauben Sie allen Ernstes, die haben sich ihre Pholosophien einfach mal so aus den Fingern gesogen?
        Ich empfehle als einführende Lektüre, um liebgewonnene Ideen aufzubrechen:

        https://www.amazon.de/Weg-nach-Eleusis-Geheimnis-Mysterien/dp/3518382586/ref=sr_1_1?__mk_de_DE=%C3%85M%C3%85%C5%BD%C3%95%C3%91&crid=2RPTYI11UL4TX&dchild=1&keywords=der+weg+nach+eleusis&qid=1622623280&sprefix=der+weg+nach+ele%2Caps%2C155&sr=8-1

        “Wissen wir, dass die Welt so und nicht anderen ist, NUR indem wir sie ENTDECKEN?

        Oder ist unsere Erkenntnis dessen, was von uns als so seiend verstanden wird, AUCH durch uns gedanklich GESETZT?”

        Ist wahrscheinlich die philosophische Kernfrage schlechthin.
        Man sollte sich aber immer bewußt sein, daß wir ja nicht “die Welt” oder “die Wirklichkeit” wahrnehmen, sondern uns nur unserer Wahrnehmung und ihrer geistig/intellektuellen Verarbeitung gewahr sind, und das wir auf Grund unserer Wahrnehmung nur bedingt Rückschlüße auf die Wirklichkeit vornehmen können. Nur weil wir z.b. die Dinge getrennt wahrnehmen, heißt es ja nicht, dasß sie auch wirklich getrennt sind. Es ist erst unsere Wahrnehmung, die die Trennung vornimmt und uns “die Welt der 10.000 Dinge (buddhistische Terminologie)” vorgaukelt. Eine Täuschung, die in Eleusis wohl temporör Rückgängig gemacht werden konnte…auf welchen Wege auch immer…

        Ganz so einfach, wie es der Philosophieunterricht in der Schule oder der Akademie uns weiß machen will, ist die Sache nämlich nicht, auch wenn sich der Intellekt hier an seiner eigen Selbstherrlichkeit berauschen kann…
        Wenn Sie wirklich an einem tieferen Verständnis ihrer eigenen Natur interessiert sind, empfehle ich Stanislav Grof’s “Topographie des Unbewußten”. Die Lektüre wirft auch eine moderne Interpretation auf die “Tod / Wiedergeburt” Thematik des eleusynischen Mythologie…
        Nichts für schwache Nerven, aber erhellend…

      • Dietmar Tischer
        Dietmar Tischer sagte:

        @ Axel

        >Aber die geistige Erfassung ist m.E. nicht auf einen reinen Denkprozeß zurückzuführen.>

        Das hat niemand behauptet.

        Ganz sicher spielen SINNLICHE Erfahrungen eine ganz wesentliche Rolle bei den Prozessen, die im Gehirn ablaufen und u.a. das auslösen, was wir Denken nennen.

        Auf WAS das Denken in Griechenland zurückzuführen ist, bleibt ein RÄTSEL, soweit es die URSPRÜNGE des Denkens an der kleinasiatischen Küste und von da aufs griechische Festland betrifft.

        Die damaligen Griechen hatten offensichtlich anders als andere Bevölkerungen ihrer Zeit ein großes BEDÜRFNIS nach Erklärungen dessen, was ist und sich der Erfahrung nach veränderte.

        Sicher hat auch das Konzept Ursache/Wirkung eine Rolle gespielt, wenn die Erklärung nicht sein sollte, dass alles zufällig erfolgt – was dann keine Erklärung oder nur eine der Unordnung wäre.

        Da kam vieles zusammen, ganz am Anfang sicher auch Mystisches, letztlich dominierend die Mythologien, insbesondere das, was von Homer und Hesiod überliefert ist, von letzterem u. a. das Werk „Die Entstehung der Götter“ (aus dem Chaos) und daraus folgend, dass es die Erde gibt.

        Was fehlte, war die SYSTEMATISCHE Erforschung der Natur, was nicht selektive Naturerkenntnis ist, die es z. B. in der Medizin gab.

        Daher ist die Antwort auf ihre Frage:

        Woher hatte denn Aristoteles seinen areligiösen Gottsbegriff von der “letzten Ursache”?

        Er musste eine letzte URSACHE haben und weil er KEINE andere haben KONNTE, waren es auch für ihn die Götter, oder spezieller, um die Bewegungen zu erklären ein „unbewegter Beweger“.

        Deshalb ist Ihre Frage völlig daneben:

        >Glauben Sie allen Ernstes, die haben sich ihre Pholosophien einfach mal so aus den Fingern gesogen?>

        Wie ich bereits gesagt habe, gibt es BEZÜGE zu den Vorgängern, aber auch NEUES Denken.

        Das betrifft Sokrates bezüglich seines FRAGENS und DISKUTIERENS sowie Platon und Aristoteles als “SYSTEMDENKER”.

        Kant hat sich nichts aus den Fingern gesogen, sondern er hat David Hume gelesen und empfand dessen Erklärungen als unbefriedigend.

        Daher hat er einen NEUEN Ansatz der Erklärung gefunden und ihn in seinen Kritiken dargelegt.

        So geht es bis heute, kleinkarierter allerdings.

        Was die Philosophie betrifft:

        Sie nimmt zur KENNTNIS, was geschrieben und damit BEHAUPTET wird, versucht es zu VERSTEHEN, was nicht immer einfach ist – die damaligen Griechen hatten z. B. nicht unser Konzept einer Willensentität, der zufolge aus sich heraus Entscheidungen getroffen werden – und BEURTEILEN es mit Blick auf das jeweilige Realitätsverständnis, Erfahrungen und die Logik.

        Was die maßgebenden Denker wie Sokrates, Platon und Aristoteles betrifft, gibt es in ihren Schriften Bezüge zu den Göttern und den Mythen, aber KEINE maßgebenden zu MYSTIK.

        Eine REDUKTION darauf ist völlig daneben.

        Philosophen müssen sich nicht dafür interessieren.

        Für die Mystik im antiken Griechenland gibt es andere Wissenschaften.

      • Axel
        Axel sagte:

        @Dietmar Tischer

        “Was die maßgebenden Denker wie Sokrates, Platon und Aristoteles betrifft, gibt es in ihren Schriften Bezüge zu den Göttern und den Mythen, aber KEINE maßgebenden zu MYSTIK.

        Eine REDUKTION darauf ist völlig daneben”

        Natürlich nicht. Es war bei Todesstrafe verboten, über das Eleusinische Mysterium zu reden. Warum wohl? Nur weil sie ein bißchen gefastet, getanzt und einen Minztee getrunken haben?
        Sicherlich nicht. Es muß dort etwas stattgefunden haben, was ihnen über alle Maßen heilig war.

        Das eigentliche Mysterium fand im (abgedunkelten) Tempel statt. Es wurde ein Trank gereicht. Dann geschah des eigentliche “Wunder”. Etwas das nur geschaut, aber nicht ausgesprochen werden konnte.

        Alles philosophieren danach, zumindest im metaphysischen Bereich, waren m.E. nichts weiter als intellektualisierungsversuche, um die “geschauten” Erfahrungen” dem Verstand oder dem Umfeld verdaulich zu machen.

        “Kant hat sich nichts aus den Fingern gesogen, sondern er hat David Hume gelesen und empfand dessen Erklärungen als unbefriedigend”

        Ich rede ja hier von den alten Griechen und nicht von Kant. Man kann sich sicher einem gewißen Grad intellektuel dieser Einsicht nähren und es ist unbekannt, ob Kant als Initialzündung seiner Denkbemühung (wie z.b. Wittgenstein) einen “hellen Moment” (bei Kindern, mit ihrer geistigen Durchläßigkeit z.b. gar nicht so selten!) gehabt hat. Es sind jedoch natürlich 2 völlig unterschiedliche Welten, ob man sich etwas erdenkt, was angezweifelt werden kann, oder ob etwas als unmittelbar und der Existenz fundamental zugrunde liegendes am eigenen Leibe erfährt….

        Ich will Sie auch gar nicht weiter überzeugen…ein jeder bleibt bei seiner, dem persönlichen Erfahrungshorizont geschuldetem, Betrachtungsweise. Sollten Sie jedoch einmal in ihrer Freizeit ein bißchen über “Mysterien von Eleusis”, bzw. “eleusinische Mysterien” googeln, bin ich mir sicher, daß ihre Interpretation der Philosophiegeschichte zumindest Riße bekommt. Oder etwa nicht? Es wäre ja auch unerhört, würde die Basis unserer abendländischen Philosophie und Wertekanons auf chemisch induzierten Bewußtseinsveränderungen beruhen. Wie profan wäre das denn? Dann könnte doch ein jeder kommen und…
        Und die Geschichte müßte umgeschrieben werden, weil man den Wesenskern der antiken Philosophie einfach unterschlagen hat…
        Das wäre doch unerhört. Ein Skandal. Ein Raunen der Empörung weht durch die altehrwürdigen Flure der Klöster und Lehrsääle…All die jahrhundertelange geistige Selbstbefriedigung wäre völlig am Thema vorbeigelaufen…peinlich, peinlich…

        Oder um es flappsiger mit der taz (lese ich sonst nicht!!!) auszudrücken:
        https://taz.de/!1719303/

      • Dietmar Tischer
        Dietmar Tischer sagte:

        @ Axel

        Ich bestreite doch nicht, dass es MYSTERIEN-Erfahrungen gibt und nach dem verlinkten Buch ist das in vielen Kulturen so.

        Es geht um die Philosophie.

        Die bewertet damals in Gesprächen jeweilige Auffassungen (Sokrates) und danach GESCHRIEBENES.

        Punkt und Ende.

        Dass es bei Todesstrafe verboten war, über die Eleusinischen Mysterien zu reden, heißt nicht, dass das, was Sokrates GESAGT sowie Platon und Aristoteles z. B. GESCHRIEBEN haben, in irgendeiner Weise Mystisch ist.

        Es geht bei ihnen um BEHAUPTUNGEN, die das REALE Leben von Menschen betreffen und darum, wie die vertretenen Auffassungen BEGRÜNDET sind, um evtl. als wahr akzeptiert zu werden.

        Parallel dazu, weil BESSER und ziemlich EINDEUTIG belegt:

        Die griechischen Tragödien entstammen den Dionysischen Festen, die – drastisch ausgedrückt – eine Art orgastisches Volksereignis waren und mutierten zu den attischen Tragödien, die Aufführungen mit immer noch hochemotionalem Inhalten waren, aber auf RATIONALES Handeln unter Extrembedingungen, die von den Göttern gesetzt wurden, abhoben.

        Wir kennen den dionysischen Hintergrund und Nietzsche hat ihn in der GEBURT DER TRAGÖDIE wertend thematisiert, befassen uns aber in den heutigen Theateraufführungen und in der wissenschaftlichen Diskussion nicht damit.

        Wir fragen vielmehr, worin die Tragik der handelnden Personen besteht.

        Hätten sie anders handeln können oder müssen, gab es einen unauflösbaren Konflikt etc.

        Deshalb:

        Die Interpretation der Philosophiegeschichte bekommt KEINE Risse, weil sie sich AUSSCHLIESSLICH auf die GESCHICHTE der Philosophie beschränkt und nicht vorgängige oder auch individuelle Erfahrungen der Philosophen einbezieht.

        Dass Sokrates homophile Neigungen hatte und Wittgenstein homosexuell war, spielt NICHT die geringste Rolle für die Philosophie.

        Ich lasse es dabei, weil auch das ein Thema ist, dass hier kaum interessieren dürfte.

  4. Carsten Pabst
    Carsten Pabst sagte:

    Aus aktuellem Anlass:
    https://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/ausbildung-es-gibt-weniger-lehrstellenangebote-und-noch-weniger-bewerber-/27245006.html
    Daraus:
    Generell sei mit Blick auf den drohenden Fachkräftemangel jedoch „eine Qualifizierungsinitiative dringend nötig“. Er (BA-Chef Detlef Scheel) habe aber „den Eindruck, dass die Bereitschaft der Unternehmen, die unversorgten Bewerber aus dem Jahr 2020 aufzunehmen, nicht besonders groß ist“.
    Ja woran wird das wohl liegen??? Aus eigener, täglicher Erfahrung:
    Unterirdische Noten
    Fehlzeiten während der Schulzeit, die für ein Berufsleben langen würden
    Warum sollte sich dies ein Unternehmer/in antun und UNTERVERSORGTE BEWERBER (Wer kommt auf solche Begriffe??) dieses Jahr ausbilden? Wegen 6000 Euro? Da lach ich mich schlapp. Das hat einen GRUND, warum die nicht genommen wurden!!
    Im Baugewerbe werden jetzt schon durch die SOKA- Bau dem Betrieb 17 Monate Ausbildungsvergütung erstattet. Am Geld liegt es wohl eher nicht, Geld ist in unseren Zeiten doch sowieso nicht das Problem, Heinrich Haffenlohers all überall.
    Das generelle Problem ist die fehlende Einstellung. Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit, Fleiß, Höflichkeit lehrt keine Qualifizierungsoffensive. Besonders nicht in einem Jahr. Da fehlen die 15 Jahre vorher im Elternhaus und Umfeld der jungen Menschen. Da fehlen Vorbilder. Keine Influencer, Youtuber und andere Artisten.
    Und warum gibt dieser Staat immer im Nachhinein Unsummen aus, um mit diversen Bildungsträgern das Kind aus dem Brunnen zu holen? Warum werden nicht Klassengrößen von 15 Schüler/in pro Lehrer/in gesetzlich verankert, zusätzlich ein Sozialarbeiter für die Härtnerfälle. Und viel mehr Praxisbezug. Betriebe besuchen, Unternehmer/innen in den Unterricht einbinden. Werkunterricht, welch altmodisches Wort. Sehe ich nirgendwo mehr in meinem Umfeld. Mal löten, feilen, ein Handy mal in seine Einzelteile zerlegen. Und wieder zusammenbauen. Alles beginnt damit, die Neugierde der Schüler/innen zu wecken. Beliebig fortsetzbar mit etwas Phantasie.
    Stattdessen flächendeckender Schulausfall, über ein Jahr. Und dann alles mit Geld zukleistern wollen. Forget it.
    Aber die Wahlplakate zum Thema Bildung werden wieder lustig! Mal gespannt, was da wieder tolles aus dem Hut gezaubert wird.
    Strukturell wird sich nichts ändern. Aber ich hoffe, ich liege falsch.

    Antworten
    • Dietmar Tischer
      Dietmar Tischer sagte:

      @ Jürgen Pabst

      Sie liegen mit NICHTS falsch.

      >Strukturell wird sich nichts ändern.>

      Nicht bei unseren UNVERSORGTEN.

      Da wird höchstens noch etwas mehr gepampert.

      Wer irgendwann ein BGE bezieht, wird keinen Beruf lernen wollen – für was?

      Um online-Bestellungen zu liefern, muss man keinen Beruf haben.

      Es wird sich aber natürlich bei den Unternehmen etwas ändern.

      Sie werden sich Leute aus dem Ausland holen, insbesondere aus Osteuropa, die AUSGEBILDET sind, WILLIG, Geld zu verdienen und sich sehr BEMÜHEN werden, die deutsche Sprache zu erlernen, falls sie das noch müssen.

      Ist einfach nur logisch, daran kommt auch die AfD nicht vorbei und daher NICHTS gegen DIESE Zuwanderung hat.

      Antworten
  5. MFK
    MFK sagte:

    Deutschland braucht mehr Investitionen? Woran liegt es? Die Sparquote betrug 2010 über 16% des verfügbaren Einkommens. Wohlgemerkt des verfügbaren Einkommens nicht des Einkommens. Dies bedeutet über 1 Billionen Euro.

    Also woran liegt es dass Deutschland Investitionen benötigt?

    Antworten
  6. Dietmar Tischer
    Dietmar Tischer sagte:

    Achtung: REALITÄT !

    Nur als kurzer Einwurf zu dem, was gerade läuft im Lande:

    https://www.welt.de/wirtschaft/article231508141/Bedingungsloses-Grundeinkommen-Pilotversuch-startet-mit-122-Teilnehmern.html?source=k309_variationTest_autocurated

    Daraus:

    >Aus Schupps Sicht (wissenschaftlicher „Begleiter“ vom DIW, D.T.) ist es dringend nötig, den Sozialstaat zu verändern. Der habe sich in der Corona-Krise zwar bewährt und viele Menschen aufgefangen. Doch die Herausforderungen für das System nähmen zu – insbesondere dann, wenn die Generation der Babyboomer in Rente geht und keine Sozialabgaben mehr zahlt.>

    Und so wird dem politisch entgegen gearbeitet:

    „Mit denen wird nicht geredet“ – Laschet fordert klare Abgrenzung zur Afd (ebenfalls lt. Welt online).

    Er meint MITGLIEDER seiner eigenen Partei, die der Werteunion.

    Die einen HANDELN, die anderen grenzen SICH voneinander ab.

    Was sagt die Österreichische Schule dazu?

    Ist doch NUR ein PILOTVERSUCH – oder?

    Antworten
    • Tom96
      Tom96 sagte:

      @ Herr Tischer
      Da will auch jemand das:
      “Brussels is engaged in talks with member states to provide guidelines on technical standards for rollout of the digital wallet, which is expected to be fully operational in about a year, according to the newspaper.”
      mit ID und allen ausspionierten Daten… da lachen ja die Hühner über die Büropathen in den Hochraumkäfigen
      “The digital wallet will securely store payment details and passwords and allow citizens from all 27 countries to log onto local government websites or pay utility bills using a single recognized identity, the newspaper said, citing people with direct knowledge of the plans.”
      Framing aus den total toll informierten Kreisen – alles klar, immer dasselbe, wer fällt denn auf diesen Appjunk noch herein ausser MSM Nutzer
      https://news.abs-cbn.com/business/06/01/21/eu-digital-wallet
      Haben die überhaupt eigenen Strom oder pumpen die den aus den griechischen Chinahäfen hoch.
      Baerbook bitte melden!

      Antworten
  7. Dietmar Tischer
    Dietmar Tischer sagte:

    >Der Staat wird scheitern als Organisator von Wirtschaft und Klimawandel>

    Der Beitrag bzw. die Auseinandersetzung mehr Staat vs. weniger Staat wird von einer m. A. n. falschen PERSPEKTIVE eines DAFÜR vs. DAGEGEN aus geführt.

    Was HEISST scheitern, was ist das KRITERIUM für Scheitern?

    Das wird nicht GEKLÄRT bzw. AUSGEBLENDET, auch von Dr. Stelter.

    Das Kriterium ist NICHT:

    Produktivität und Wirtschaftswachstum wie FRÜHER als weniger Staat im Spiel war u. dgl.

    Denn das Kriterium kann nicht die Partikularwünsche von Menschen sein, die diese oder jene Vorstellungen haben von dem, was ihrer Meinung wünschenswert ist und dies EGAL, wie gut es als wünschenswert begründet ist.

    Das Kriterium kann sinnvollerweise NUR sein:

    ERFÜLLUNG der Erwartung derer, die den Staat für irgendetwas BEAUFTRAGEN, hier und heute: insbesondere und vorrangig den Klimawandel etc. zu organisieren.

    Es sind die Erwartungen der MEHRHEIT, explizit am Wahlergebnis im Sept. abzulesen und besiegelt im Koalitionsvertrag schwarz/grün oder grün/schwarz.

    Das ist der SACHVERHALT, an dem es NICHTS zu rütteln gibt (heutiger Stand) und der bitte zur KENNTNIS zu nehmen ist.

    Und jetzt zur Frage:

    Kann der Staat DIESE Erwartungen der MEHRHEIT erfüllen?

    Meine Meinung:

    Der Staat kann sie NICHT einmal annähernd erfüllen, weil

    a) der EXPLIZITE Auftrag, den Klimawandel zu stoppen mit dem Ziel Carbonneutralität 2050 nicht erfüllt werden kann, wobei wir schon die Carbonneutralität nicht erreichen werden wird der verfügbaren Ressourcen wegen (Physik, Technologien, Menschen).

    Der Auftrag spiegelt die IRRATIONALITÄT der Mehrheit.

    und

    b) Der gegebene WOHLSTAND, den die Menschen natürlich nicht aufgeben wollen mit a), SINKEN wird

    und

    c) Die „Organisation“ der Energiewende und dessen, was sonst noch organisiert werden muss, derart viel Frustration, vor allem mit Blick auf b), die zu erbringenden VERZICHTLEISTUNGEN generieren wird, dass die „Organisation des Staats“ unterminiert bzw. durch Verweigerung sabotiert wird – das unabhängig davon, WIE gut oder schlecht der Staat überhaupt organisieren kann.

    Fazit:

    Wie laufen auf ein gesellschaftliche DESASTER zu, für das vermutlich kaum Vergleiche gibt.

    Mehr Privatwirtschaft und mehr Innovationen würden daran NICHTS Wesentliches ändern.

    Antworten
    • Richard Ott
      Richard Ott sagte:

      “Es sind die Erwartungen der MEHRHEIT, explizit am Wahlergebnis im Sept. abzulesen und besiegelt im Koalitionsvertrag schwarz/grün oder grün/schwarz. Das ist der SACHVERHALT, an dem es NICHTS zu rütteln gibt (heutiger Stand) und der bitte zur KENNTNIS zu nehmen ist.
      (…)
      Wie laufen auf ein gesellschaftliche DESASTER zu, für das vermutlich kaum Vergleiche gibt.”

      Tja, möglicherweise lässt genau das eine Regierungsbeteiligung der Grünen doch ein bisschen unwahrscheinlicher sein als das absolut sicher eintretende Ereignis, als das Sie es hier prognostizieren?

      Dafür nötig wäre nur die Erkenntnis bei genügend Wählern, dass die Erwartungen an den Staat bei der sogenannten “Energiewende” nicht erfüllbar sind.

      Oder einfach nur die Erkenntnis, dass die Grünen realitätsfremde Spinner sind, was deutlich offensichtlicher ist, wenn man an die Wahlkämpfe 2013 und 2017 zurückdenkt, wo unsere Gesinnungsjournalisten die Grünen auch schon hochgehypt hatten und dann die Regierungsträume an “Veggie-Day” (2013) und Steuererhöhungsplänen (2017) zerschellten.

      Sie sind doch alt genug, um genügend Wahlkämpfe miterlebt zu haben, wo das scheinbar favorisierter Lage am Ende doch überraschend verlor.

      Zum Beispiel beim Brexit-Referendum. Oder bei der Wahl von diesem orangehaarigen Reality-TV-Star gegen die erfahrene Senatorin, Außenministerin, Präsidentengattin – und Kriegsverbrecherin…

      Antworten
      • Dietmar Tischer
        Dietmar Tischer sagte:

        @ Richard Ott

        VIELES ist möglich bis und am Wahltag im September.

        Ich glaube, dass es eine nicht geringe Anzahl von Menschen im Lande gibt, denen es bei den Ankündigungen der Gründen doch etwas mulmig wird und die daher CDU/CSU wählen, die ja auch, aber eben gemäßigter für die Energiewende stehen.

        Daher kann ich mir am Wahltag ein Verhältnis von 30% plus für CDU/CSU und 20% minus für die Grünen durchaus vorstellen.

        Es ÄNDERT aber NICHTS daran, dass beide Parteien die Regierung bilden.

        Verglichen mit der jetzigen Koalition:

        Die Grünen gewichten die Energiewende STÄRKER als die SPD und werden von CDU/CSU entsprechende Zugeständnisse ERZWINGEN.

        Der Sozialstaat wird WEITER ausgebaut, nicht nur, weil er wegen der Energiewende auf Sicht auch weiter ausgebaut werden muss, sondern weil der linke Flügel der Grünen der SPD in NICHTS nachsteht, sondern ihn noch toppen will (siehe BGE).

      • troodon
        troodon sagte:

        @Dietmar Tischer
        “Es ÄNDERT aber NICHTS daran, dass beide Parteien die Regierung bilden”
        Da würde ich nicht drauf wetten wollen, dass sie das alleine können.
        Baerbock mit ihren täglichen Beglückungen, was sie durchsetzen möchte, führt schon spürbar zu Ernüchterung, ablesbar in den Umfragen. https://twitter.com/Wahlrecht_de/status/1399384302152978433
        Ampel, Jamaika, Deutschland Koalition, alles möglich. Wird spannend werden, ob Baerbock im Überschwang weiter ihre Pläne öffentlich äußert und noch einige mehr verschreckt. Ist noch ein weiter Weg.
        Nach Laschets Wahl dachte ich, die BT-Wahl wäre gelaufen. Aber Baerbock macht es doch noch einmal sehr spannend.

      • Dietmar Tischer
        Dietmar Tischer sagte:

        @ troodon

        Ich denke auch in der Richtung wie Sie und vermute, dass die FDP dabei sein wird, weil es anders für grün/schwarz oder schwarz/grün nicht zur Mehrheit langt.

        Dieselbe Konstellation wie letztes Mal, als die FDP ausgestiegen ist?

        Nein, kein Problem für die FDP, denn Frau Merkel ist nicht mehr dabei.

        Dass die FDP bei einer Koalitionsbeteiligung vermutlich noch MEHR Dirigismus akzeptieren muss, wird sie zu verkaufen wissen:

        Wir verhindern das Allerschlimmste.

      • Richard Ott
        Richard Ott sagte:

        @Herr Tischer
        “Daher kann ich mir am Wahltag ein Verhältnis von 30% plus für CDU/CSU und 20% minus für die Grünen durchaus vorstellen. Es ÄNDERT aber NICHTS daran, dass beide Parteien die Regierung bilden.”

        Wir sind uns aber einig, dass der Prozess der Regierungsbildung in Deutschland so abläuft, dass verschiedene Parteien nach der Wahl miteinander Koalitionsverhandlungen abhalten, bei Erfolg eine Koalitionsvereinbarung abschließen und dann gemeinsam einen Bundeskanzler wählen – wofür man die absolute Mehrheit der Sitze braucht, wenn man sicher sein will, dass der Kandidat der eigenen Koalition auch tatsächlich gewählt wird?

        Oder ist neuerdings irgendwo festgelegt worden, dass Koalitionen auf Bundesebene aus CDU und Grünen bestehen müssen und das Wahlergebnis nur noch bestimmt, welche dieser beiden Parteien den Bundeskanzler stellt?

        von weiter unten:
        “Der Staat ist dann am STÄRKSTEN, wenn c. p. (gleiche Verwaltung etc.) eine POLITIK, die von einer möglichst großen Mehrheit in den Parlamenten getragen wird, hemmungslos DURCHREGIEREN kann.”

        Wenn Sie einen Staat wollen, bei dem die Exekutive ordentlich “durchregieren” kann, auch wegen “Stabilität” und so, dann müssen Sie unbedingt für eine Kenia-Koalition werben, falls es für schwarz-grün nicht reicht.

        Warum? Weil die SPD im Bundesrat über ihre Regierungsbeteiligungen in den Ländern auch mehr als die Hälfte der Stimmen kontrolliert und dadurch alle möglichen Gesetzesinitiativen aus der Opposition heraus verzögern oder gar blockieren könnte, genauso wie Grüne oder CDU:

        https://de.wikipedia.org/wiki/Bundesrat_(Deutschland)#Mitglieder_und_Stimmenverteilung_auf_die_L%C3%A4nder

        Für die SPD-Führung könnte nach der Wahl zu lustigen Szenen führen, wenn Esken und Borjans erklären müssen, wieso sie mit der Union keine Basis mehr für eine gemeinsame Zusammenarbeit sehen, in einer Koalition mit Union *und* Grünen dann allerdings wieder doch. ;)

        Das wiederum kann sich allerdings durch die gleichzeitig mit der Bundestagswahl stattfindenden Landtagswahlen in Berlin, Meck-Pomm, eventuell Thüringen (da ist der Wahltermin immer noch nicht bestätigt) und im Juni in Sachsen-Anhalt ändern – in allen diesen Bundesländern ist die SPD ja derzeit noch in der Regierung.

      • Dietmar Tischer
        Dietmar Tischer sagte:

        @ Richard Ott

        >… wofür man die absolute Mehrheit der Sitze braucht, wenn man sicher sein will, dass der Kandidat der eigenen Koalition auch tatsächlich gewählt wird?>

        Ja, was denn sonst.

        >Oder ist neuerdings irgendwo festgelegt worden, dass Koalitionen auf Bundesebene aus CDU und Grünen bestehen müssen und das Wahlergebnis nur noch bestimmt, welche dieser beiden Parteien den Bundeskanzler stellt?>

        Es muss NICHT irgendwo irgendetwas festgelegt werden, DAMIT eine dieser beiden Parteien den Bundeskanzler stellt (nach Lage der Dinge).

        Es müssen nur die abgegebenen Stimmen ausgezählt werden.

        >Wenn Sie einen Staat wollen, bei dem die Exekutive ordentlich “durchregieren” kann, auch wegen “Stabilität” und so, dann müssen Sie unbedingt für eine Kenia-Koalition werben, falls es für schwarz-grün nicht reicht.>

        Ich WILL überhaupt NICHTS.

        Es wird darauf ankommen, ob Schwarz/Grün eine Mehrheit haben werden oder nicht.

        Das wird nicht nur, aber auch davon abhängen, wie viele Wähler, die sich normalerweise für CDU/CSU entscheiden würden, FDP wählen, weil auch bei den Schwarzen zu viel Energiewende und Dirigismus im Spiel ist.

        Der Höhenflug der FDP ist m. A. n. weitgehend dem geschuldet.
        Gefühlsmäßig würde ich sage, dass die FDP mit dabei ist, wenn die Mehrheit weniger als 10 Stimmen beträgt.

        Der Bundesrat ist noch einmal ein anderes Thema.

        Da ist vieles denkbar.

      • Richard Ott
        Richard Ott sagte:

        @Herr Tischer

        “Ja, was denn sonst.”

        *seufz* Lesen Sie Artikel 63 Absatz 4 Grundgesetz, da steht drin, was passiert, wenn bei der Kanzlerwahl im Bundestag kein Kandidat die absolute Mehrheit bekommt. (Da steht übrigens gar nichts von CDU oder Grünen, nicht einmal das Wort “Partei” kommt vor, wirklich komisch, oder?)

        https://www.gesetze-im-internet.de/gg/art_63.html

        “Es muss NICHT irgendwo irgendetwas festgelegt werden, DAMIT eine dieser beiden Parteien den Bundeskanzler stellt (nach Lage der Dinge). Es müssen nur die abgegebenen Stimmen ausgezählt werden.”

        Das gilt nur genau dann, wenn beide Parteien zusammen die Mehrheit der Sitze im Bundestag haben und sich auf einen Kandidaten für die Wahl einigen.

        Wenn das nicht der Fall ist, kann es kompliziert werden, dann muss der Bundespräsident entscheiden, ob es einen Kanzler mit Minderheitsregierung gibt oder Neuwahlen.

        Das würde Ihnen ganz bestimmt nicht gefallen, obwohl Sie ja vorgeben, nichts Bestimmtes zu wollen.

  8. Carsten Pabst
    Carsten Pabst sagte:

    “Erst wenn diese durch die langfristigen Ausgabenprogramme gesichert sei, könnten Bauverwaltungen und Bauwirtschaft mehr Leute einstellen.“
    Der war gut, Herr Dr. Stelter. Nur mal ein kurzes Praxisbeispiel der letzten Tage aus unserem Ausbildungszentrum.
    Junger Mann, ca. 16 Jahre, demnächst Hauptschulabschluß. Sucht einen Arbeitsplatz als Maurer und macht ein Praktikum bei uns. Wird in das Berufsfeld eingeführt, Arbeitsschutz besprochen und bekommt die ersten 2 Schichten einer 11,5er Wandscheibe, 99 cm lang, angelegt und den Mauerwerksbau erklärt. Nur leider hat der junge Mann unterschätzt, dass man um auf einen Meter aufzumauern, im NF- Format noch 10 Schichten selbst mauern muss. Das ist mit KÖRPERLICHER ARBEIT verbunden. Der Körper reagiert in der Regel mit Schweiß auf der Stirn. Der kühlt, sie wissen schon…
    Bei meinem Praktikanten war das leider nicht der Fall. Er hat seine körperliche Aktivität seinen Schweißdrüsen angepasst. Bervor diese arbeiten konnten, wurde das Tempo signifikant gesenkt. Gut, kann ich noch mit leben, sofern man sich beim ersten Versuch Mühe gibt und die Ecken halbwegs lotrecht werden.
    Nur leider setzte dann unweigerlich gegen Mittag der sogennante RÜCKEN ein. Dies ist in jungen Jahren sehr ernst zu nehmen und deshalb wurde die Arbeit unverzüglich eingestellt. Die Work-Life-Balance muss ja beachtet werden. Dieses Problem trifft man immer öfter in den letzten Jahren bei Praktikanten.
    Leider half vom meiner Seite auch nicht der Hinweis, dass es noch keine App für solche Mauerwerksarbeiten gibt. Deshalb wurde die Arbeit dann eingestellt und er wart nicht mehr gesehen.
    Auch wenn das etwas überspitzt ist und wir phantastische junge Menschen hier bei uns ausbilden, die einer Berufung nachgehen, ist leider die Tendenz im Baugewerbe ganz klar zu erkennen. Viele scheuen körperliche Arbeit. Wenn man jetzt noch die Altersstruktur im Baugerwerbe kennt, sollte man sich keiner Illusion hingeben, dass dies in Zukunft erkennbar besser wird. Und warum unser Ausbildungszentrum nicht vor Bewerber aus allen Nähten platzt, ist mir ein Rätsel. Zumindest hätte das die Zuwanderung der letzten Jahre erwarten lassen, um es mal vorsichtig auszudrücken.
    Zum Schluß noch ein alter Handwerksspruch:

    “Ehre deutsches Volk und hüte treulich deinen Handwerksstand,
    denn so lang das Handwerk blühte, blühte auch das deutsche Land”.

    Beste Grüße
    Carsten Pabst

    Antworten
    • Susanne Finke-Röpke
      Susanne Finke-Röpke sagte:

      @Herrn Carsten Pabst:

      Gut, dass Sie dieses Beispiel gebracht haben, denn es ist keine Selbstdarstellung Ihrer Person, sondern exemplarisch für das ganze Land.

      Aber passen Sie auf, dass Ihnen nicht das gleiche passiert wie der AFD in Sachsen-Anhalt. Sie fordert die Stärkung des Handwerks durch Reduzierung von Studentenzahlen und gilt auch deswegen als demokratiefeindlich, weil bildungsfeindlich. Nicht, dass der Verfassungsschutz Sie bald beobachtet… :-)

      Daher mein Credo: “Erst wenn die letzte Grüne*in keine Klempner*in mehr bekommt, werden diese Leute feststellen, dass ein Land von Genderspezialisten keine Heizung reparieren kann.”

      Antworten
      • Tom96
        Tom96 sagte:

        @ Frau Susanne
        Wir sind in der besten aller Zeiten, denn durch die Veröffentlichung der Rosenholz-Akten/Dateien, werden bereits sämtliche Personen, Strukturen und Manipulationen mit Verbindung zur BRD 68er Konfiguration offengelegt und ausgewertet, das gesamte Konzept der Psychologie von Menschensteuerung zur Machtdurchdringung wird wie eine wunderbare Befreiungskräfteruption Veränderungen zeitigen, wenn es massenwirksam entblättert ist.
        Es spriesst Sommerblühen.
        Hätten Sie davon zu träumen gewagt – it is now and ever!
        Avantgarde nimmt das Scheitern der Oranisatoren von derartigen Wirtschaften und Wirtschaftpolitiken nur vorweg in die Brennpunkte. Goldgruben der Freiheitsfreuden und Körperleistungsfähigkeiten, ob an Mauerwerken oder an Lebensmittelhauswirtschaftung, das Duale Bildungssystem kann auch wieder aus den Sackgassen herauskommen. Es liegt immer an uns Menschen selbst und diese sind von Natur gut und positiv aufgeschlossen.

      • Susanne Finke-Röpke
        Susanne Finke-Röpke sagte:

        @Tom96: Sorry, Tom96, ich bin ein schlicht gestricktes Gemüt und verstehe nur Bahnhof. Noch einmal für Blondinen bitte (kleiner Witz, bin nicht wirklich blond)…

      • Carsten Pabst
        Carsten Pabst sagte:

        Sehr geehrte Frau Finke- Röpke,
        das Problem mit der Heizung kann man sich heute schon ansehen. Nur hier naht noch die Rettung mit dem letzten Akteur. Der wird in Zukunft dann aber wahrscheinlich weit über 70 sein :-)
        https://www.youtube.com/watch?v=33kj6uH3IX8
        Beste Grüße, insbesondere an den Verfassungsschutz,
        Carsten Pabst

      • Tom96
        Tom96 sagte:

        Rückblick ins Handelsblatt 2009:
        “Die “Financial Times Deutschland” berichtet, die Zahl der Beschäftigen sei größer als bisher bekannt. Rund 17 000 frühere Mitarbeiter des DDR-Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) sollen trotz Prüfungen im öffentlichen Dienst ostdeutscher Landesverwaltungen verblieben sein.”

        “Klaus Schroeder, Leiter des Forschungsverbundes SED-Staat der Freien Universität Berlin, forderte eine klare Offenlegung der Bundesländer. Er gehe von mehreren zehntausend ehemaligen Inoffiziellen Mitarbeiter der Stasi in Ministerien und Behörden aus. „Das sind Dimensionen, die bisher keiner geahnt hat“, sagte Schroeder der „FTD“. „Die Überprüfungen waren sehr standardisiert und oberflächlich“, kritisierte er.”

        https://app.handelsblatt.com/politik/deutschland/konsequenzen-gefordert-deutsche-behoerden-voller-stasi-kader-seite-2/3216628-2.html

        Als Kohl die Rosenholz Akte zeitnah haben wollte war die in den USA
        https-losloesung.wordpress.com/2014/04/28/deutschland-ist-immer-noch-eine-us-kolonie/
        Vielleicht gibt es Erinnerung.

    • Richard Ott
      Richard Ott sagte:

      @Carsten Pabst

      Na, das Praktikum hat offensichtlich etwas gebracht: Der junge Mann wird jetzt bestimmt keine Berufsausbildung als Maurer mehr machen wollen, wo er weiß, dass der Beruf tatsächlich mit körperlicher Arbeit verbunden ist. Da lebt es sich als Youtuber, Influencer oder AOK-Angestellter deutlich weniger anstrengend.

      ” Und warum unser Ausbildungszentrum nicht vor Bewerber aus allen Nähten platzt, ist mir ein Rätsel. Zumindest hätte das die Zuwanderung der letzten Jahre erwarten lassen, um es mal vorsichtig auszudrücken.”

      Ganz einfach: Weil viele Leute keine Lust auf Arbeiten haben, wenn sie auch fürs Nichtstun ein auskömmliches Einkommen vom Staat überwiesen bekommen und Anspruch auf Gesundheitsversorgung und andere Sozialleistungen haben – insbesondere wenn die das dann mit den Einkommen in ihren Herkunftsländern vergleichen. Schwarzarbeit oder illegale Geschäfte kommen dann gegebenenfalls noch obendrauf.

      Das ist die Negativauslese in unserer Migrationspolitik. Wir hätten auch 1 Million langfristige Aufenthaltserlaubnisse in Deutschland für junge Leute aus der ganzen Welt ausschreiben können, unter der Bedingung, dass die hier her kommen, Deutsch lernen, eine Berufsausbildung für einen Mangelberuf machen und dann hier eine Zeit lang arbeiten. Ich bin mir sicher, das hätte große Resonanz gefunden.

      Stattdessen haben wir zum Beispiel jeden genommen, der behauptet hatte, ein Syrer zu sein. Und wir schieben nicht einmal alle diejenigen ab, bei denen wir mittlerweile wissen, dass diese Behauptung nicht stimmte.

      Die qualifizierten und motivierten Zuwanderer müssen wir uns jetzt extra dazu holen, nicht nur damit die Arbeit erledigt wird, sondern auch um die Sozialleistungen für die seit 2015 neu eingewanderten Hartzer zu erwirtschaften, hier ein typisches Beispiel:

      “Begehrtes Vietnam: Das Schweriner Wirtschaftsministerium plant ein eigenes Büro in Hanoi und eine Akademie im Süden des Landes. Ziel: Ab 2020 sollen jährlich 120 Vietnamesen gegen den Fachkräftemangel in Mecklenburg-Vorpommern für Pflege und Gastronomie ausgebildet werden. (…) Mecklenburg-Vorpommern braucht dringend Fachkräfte für Pflege und Gastronomie”
      https://www.ostsee-zeitung.de/Nachrichten/MV-aktuell/MV-will-hunderte-Fachkraefte-in-Vietnam-ausbilden

      @Frau Finke-Röpke

      “Aber passen Sie auf, dass Ihnen nicht das gleiche passiert wie der AFD in Sachsen-Anhalt. Sie fordert die Stärkung des Handwerks durch Reduzierung von Studentenzahlen und gilt auch deswegen als demokratiefeindlich, weil bildungsfeindlich.”

      Das ist die beste Idee seit langem! Und “bildungsfeindlich” ist sie auch nicht, aber sie bedroht die sorgfältig aufgebauten grünen Biotope in den universitären Gender- und Geschwätzwissenschaften.

      Bei den Grünen steckt dahinter wohl das grundlegende Fehlverständnis der Dekonstruktivisiten und der postmodernen Philosophen, dass man nur genau dann als “gebildet” gilt, wenn man seinem Namen einen akademischen Titel oder Abschluss hinzugefügt hat, wobei es auf die Inhalte des Studiums überhaupt nicht ankommt und die Leistung des Studenten, dafür aber natürlich umso mehr darauf, dass Frauen mindestens 50% der verliehenen Titel und Abschlüsse bekommen, wegen “Gleichstellung”. So züchten die Universitäten staatlich alimentierte, lebensferne, grün wählende Idioten heran, quasi das Gegenstück zu den zugewanderten Hartzern, und Deutschland hat gleichzeitig nicht mehr genug Leute, die Rohrleitungen und Heizungen reparieren können oder wollen.

      Antworten
    • Thomas M.
      Thomas M. sagte:

      @Hr. Pabst: Diese – nennen wir es mal neutral – Einstellungsänderung gibt es vermutlich nicht nur im Handwerk. Was ich in den letzten 10 Jahren an männlicher Motivation und Befähigung gesehen habe, war auch alles andere als der Hit. Ich mein, wir Jungs waren schon immer faul, aber…

      Klar, früher war immer mehr Lametta. Aber z.B. bin ich mir sicher, dass den meisten in den 80er/90ern es zu peinlich gewesen wäre, die Segel so zu streichen und sich hätten beweisen wollen vor den Gleichaltrigen und vor allem Älteren.

      Wer weiß, vielleicht geht myhammer eines Tages umgekehrt und die Kunden müssen sich mit hohen Beträgen überbieten und spannenden Projekt-Exposés ins Netz stellen, um einen Handwerker zu finden ;)

      PS: Ich musste gut schmunzeln bei Ihrem Foto zu den Schätzchen gestern :)

      Antworten
  9. weico
    weico sagte:

    “„Der Staat ist am stärksten dann, wenn er sich als entschlossener Schiedsrichter und Regelsetzer versteht und nicht selbst auf dem unternehmerischen Spielfeld mitdilettiert: Das war bereits das Credo der ersten Ordoliberalen. Deren theoretische Überlegungen geronnen in den 40er-Jahren zum politischen Programm der Sozialen Marktwirtschaft.“ – bto: Das sehe ich ganz genauso!”

    Schön Herr Stelter, dass Sie das so sehen !

    Ergänzungshalber möchte ich noch DIE Partei erwähnen ,die SOLCHES ebenfalls sieht ,….sie wird ja leider in den Medien häufig “vergessen”….., und solches auch im Wahlprogramm 2021 stehen hat und propagiert (AfD Seite 46)

    “Unser sozialpolitisches Ziel bleibt „Wohlstand für alle“!
    Wir lehnen es ab, dass sich die Bundesregierung zunehmend als Unternehmer versteht und betätigt.
    Sie nimmt direkten Einfluss auf Unternehmen und Innovationen und versucht die Wirtschaft durch Vorgaben und Subventionen zu steuern. Diese Art von Staatswirtschaft führt regelmäßig in den wirtschaftlichen Niedergang. Wir wollen die Soziale Marktwirtschaft von Ludwig Erhard wiederbeleben und Wohlstand für alle schaffen. Die Aufgabe des Staates soll die Erhaltung des Wettbewerbs und die Verhinderung von Monopolen, Kartellen und sonstigen, den Marktmechanismus schädigenden Einflüssen sein. Der Schutz vor Wettbewerb, staatlich verordneten Preiserhöhungen für vermeintlich gute Zwecke oder die von der Bundesregierung propagierte Schaffung „europäischer Monopole“ gehören nicht dazu.”

    Antworten
    • Dietmar Tischer
      Dietmar Tischer sagte:

      >“„Der Staat ist am stärksten dann, wenn er sich als entschlossener Schiedsrichter und Regelsetzer versteht und nicht selbst auf dem unternehmerischen Spielfeld mitdilettiert: Das war bereits das Credo der ersten Ordoliberalen.>

      Völlig FALSCHE Einschätzung, weil sie von der impliziten PRÄMISSE ausgeht, dass die gesellschaftliche Zielsetzung die MAXIMIERUNG materiellen Wohlstands sein MUSS.

      Das muss sie nicht sein (eine Minimierung sollte aber auch nicht die Zielsetzung sein).

      Wenn die Mehrheit es nicht will, wird die Maximierung es auch NICHT sein.

      Kurzum:

      Der Staat ist dann am STÄRKSTEN, wenn c. p. (gleiche Verwaltung etc.) eine POLITIK, die von einer möglichst großen Mehrheit in den Parlamenten getragen wird, hemmungslos DURCHREGIEREN kann.
      Die Ordoliberalen waren RELEVANT zu der Zeit, zu der die Menschen auf bestmögliche Weise Wohlstand geschaffen wollten und nach Lage der Dinge auch mussten.

      Ihre Vorstellungen wurden weitgehend umgesetzt unter der ABSOLUTEN Mehrheit der Adenauer-Regierung.

      Wenn die Menschen das mehrheitlich NICHT wollen, ist der Ordoliberalismus IRRELEVANT als Ordnungsprinzip.

      Das ist heute der Fall.

      Antworten
  10. Susanne Finke-Röpke
    Susanne Finke-Röpke sagte:

    Handelsblatt: “selbst ein Ökonom wie DIW-Chef Marcel Fratzscher…”

    Danach habe ich aufgehört zu lesen. Fratzscher ist ein rhetorisch begabter ehrgeiziger linker Wirtschaftspolitiker mit besten Chancen, Teil einer R2G-Regierung zu werden. Ein Ökonom im Wortsinne ist er nicht. Herr Dr. Stelter sollte sich nicht schlapp lachen, sondern über das traditionsreiche Handelsblatt weinen. Wilhelm Röpke oder Ludwig Erhardt hätten Herrn Fratzscher nur das Archiv abstauben lassen.

    Antworten
    • Richard Ott
      Richard Ott sagte:

      @Frau Finke-Röpke

      Fratzscher hat immer die “richtigen” Einschätzungen. Nicht im Sinne von “zutreffend”, aber im Sinne von “politisch gewünscht”. Der hätte auch in der DDR-Plankommission immer passende Statements abgeliefert.

      Hier mein Lieblingsbeispiel, aus 2016:

      “DIW-Präsident Marcel Fratzscher sagt, ein Flüchtling erwirtschafte spätestens nach sieben Jahren mehr, als er den Staat koste.”
      (…)
      “Der Ökonom verwies darauf, dass bis zum Jahr 2030 fünf Millionen Berufstätige aus den geburtenstarken Jahrgängen in Rente gehen: „Viele der Geflüchteten werden die Renten der Babyboomer zahlen.“

      https://www.welt.de/wirtschaft/article153220547/Fluechtlinge-werden-Renten-der-Babyboomer-zahlen.html

      Lief nicht ganz so, wie er sich das damals vorgestellt hatte…

      Antworten
      • Axel
        Axel sagte:

        @Richard Ott

        “Lief nicht ganz so, wie er sich das damals vorgestellt hatte…”

        Nein. Ganz und gar nicht. Stattdessen:
        Deutschland, ein Land von dem wir gut und gerne leben…

  11. Wolfgang Selig
    Wolfgang Selig sagte:

    bto: “Aber das bedeutet ganz gewiss nicht, dass der Staat selbst zum Unternehmer werden sollte.”
    bto: “Dennoch ist genau dies die Haltung, die alle Parteien außer der FDP zur Bundestagswahl promoten.”

    Falsch.

    Aus dem Wahlprogramm der aktuell größten Oppositionspartei im Deutschen Bundestag, S67, Punkt 10.1.:

    “Durch marktwirtschaftlichen Wettbewerb ergeben sich die besten ökonomischen Ergebnisse. Das unsubventionierte Angebot, von dem sich die Marktteilnehmer den größten Vorteil versprechen, setzt sich dauerhaft durch. Deshalb gilt für die AfD: Je mehr Wettbewerb und je geringer die Staats-quote, desto besser für alle. Denn Wettbewerb schafft die Freiheit, sich zu entfalten und selbst zu bestimmen, privates Eigentum an Gütern und Produktionsmitteln erwerben zu können, eigenverantwortlich Verträge zum eigenen Vorteil und zum allgemeinen Wohl zu schließen, zwischen verschie-denen Anbietern, Produkten, Dienstleistungen oder Arbeits-plätzen wählen zu können, ertragsbringende Chancen zu nutzen, aber auch ein mögliches Scheitern selbst zu verant-worten.”

    Man muss die AFD nicht mögen, aber so fair sollte man sein.

    Antworten
  12. Richard Ott
    Richard Ott sagte:

    “Die Rolle von Pionierunternehmen und privatem Kapital für Innovationen und Wirtschaftswachstum werde maßlos überschätzt. Wirklich Bahnbrechendes komme vor allem dann in die Welt, wenn der Staat sich kümmere – so wie beim Internet, das in den 50er-Jahren im Rahmen eines US-Militärforschungsprogramms entstand.”

    Nichts Neues. Das habe ich schon vor Jahrzehnten bei Eric Hobsbawm in “Das Zeitalter der Extreme. Weltgeschichte des 20. Jahrhunderts” gelesen, aber der war ja auch ein marxistischer Historiker. Sein liebstes Beispiel war allerdings das US-Nuklearforschungsprogramm in den 1940er Jahren. Das kommt bei modernen gründeutschen Sozialistenzirkeln natürlich ganz schlecht an, sogar Nazi-Wissenschaftler waren ja später mit dabei, also lieber ein anderes Beispiel suchen.

    Für die Zukunft mache ich mir da aber keine Sorgen: Damit der Staat neue Technologien erforschen kann, muss er intelligente Forscher einstellen. Aus ideologischen Gründen (“Gleichstellung”) geht das aber heute nicht mehr. Was sollen denn unsere Quotenfrauen mit Genderhintergrund an Universitäten in Deutschland erforschen? Neue Geschlechter und Pronomen? Verbesserte Lastenfahrräder? Wie man mit Kühlhäusern und Rechenzentren irgendwie Strom speichert?

    Hier ein ganz schlimmes Beispiel:

    https://twitter.com/ergroovt/status/1398676018521677830

    Antworten
    • Richard Ott
      Richard Ott sagte:

      Zumal… psst… ich weiß nicht, ob man es mittlerweile laut sagen darf… aber wenn sich herausstellen sollte, dass SARS-CoV2 tatsächlich aus einem chinesischen Biowaffenforschungslabor ausgebrochen ist, was ja lange Zeit eine ganz böse Verschwörungstheorie war und erst seit kurzem wieder als “plausible” These gelten darf, dann wirft das nochmal ein ganz anderes Licht auf das Konzept vom “starken Staat” als Motor für neue “Innovationen”…

      https://www.welt.de/politik/ausland/article231392381/Corona-Herkunft-Joe-Biden-laesst-Geheimdienste-Laborunfall-These-pruefen.html

      Antworten
      • Wolfgang Selig
        Wolfgang Selig sagte:

        @Herrn Ott: Als ein Hamburger Professor das sagte, wollte man ihn fast exkommunizieren…^^

      • Gnomae
        Gnomae sagte:

        @ Richard Ott

        Ein Laborausbruch wäre ein deutliches Zeichen für menschliche Wissenschaft verbunden mit Hybris. Hybris führte bekanntlich in der griechischen Mythologie zum Absturz. Bemerkenswert in diesem Zusammenhang ist, dass die einzelnen Virusvarianten durch die WHO nun griechische Buchstaben erhalten sollen. Verbleibt nur die Frage, was mit der 22. Variante passiert, welche nach Alphabet “Xi” heißt.

        Immerhin gibt es Hinweise, dass mit US-Forschungsgeld und mit französischem Know-how im Laborbau gearbeitet wurde.

        Letztendlich wird das Virus eins können, vom Menschen auf das Tier überspringen und wieder zurück.

        Die Pandemie zeigte aber im Tenor deutlich, dass Spitzenwissenschaftler Kritik an ihrer Meinung eher nicht ertragen können, aber stattdessen die Gegner sofort auf das Übelste diffamieren, obwohl es für ein Problem durchaus mehrere, richtige Lösungsansätze gibt.

      • Wolfgang Selig
        Wolfgang Selig sagte:

        @Herrn Richard Ott: Zerohedge ist ein gutes Beispiel für das von mir erwähne “Exkommunizieren”. Galileo Galilei hat mit seinem Fernrohr auch Dinge gesehen, die nicht sein durften. 400 Jahre später sind die Ökonomen die neuen Astronomen. Zumindest für die Hüter des “wahren” (leicht sozialistischen) Glaubens.

      • Richard Ott
        Richard Ott sagte:

        Fauci hat auch mal geschrieben, dass “gain of function”-Laborexperimente mit Viren so wichtig für die Wissenschaft sind, dass das mit ihnen verbundene Risiko des Ausbruchs einer globalen Pandemie bei einem Laborunfall rechtfertigen:

        “Dr. Anthony Fauci once argued that conducting experiments on contagious viruses to increase their potency was worth the risk, even if the work could accidentally lead to a pandemic, it was revealed Friday.

        The nation’s chief medical advisor wrote in the American Society for Microbiology in October 2012 of the public health benefit to gain-of-function viral experiments — which center on manipulating viruses and making them stronger — as long as there is significant oversight.”

        https://nypost.com/2021/05/28/fauci-once-argued-viral-experiments-worth-the-risk-of-pandemic/

        (Die NY Post war übrigens auch mal wochenlang bei Twitter gesperrt, aber nicht wegen Corona, sondern weil sie über die korrupten China-Geschäfte von Joe Biden und seinem koksenden Sohn berichtet hatten – mittlerweile machen die Boulevardmedien besseren Jounralismus als die Gesinnungsjournalisten von der angeblichen “Qualitätspresse”)

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