Coronomics-Schulden­schnitt aufgegriffen

Am letzten Samstag erschien bei der WirtschaftsWoche Online (WiWo) ein sehr interessanter Kommentar. Schon die Einführung lässt an Klarheit nichts missen: „Der internationale Länderfinanzausgleich nimmt Gestalt an: Deutschland muss Italien retten – aber keiner soll es merken. Stattdessen vernebelt uns die Politik mit einer Kaskade von Milliardenprogrammen die Sinne.“ – bto: Besser kann man es nicht zusammenfassen. Es soll keiner merken. Genau darum geht es! Wie an dieser Stelle immer wieder kritisiert.

Dennoch lohnt es sich, die Highlights kurz zusammenzufassen:

  • „Die (…) Politik (…) fordert einen ‘Wiederaufbauplan’ für Deutschland und Europa, als habe das Coronavirus Fabriken, Straßen, Brücken und Stromleitungen zerstört. (…) Die Risiken dieser Krisen sind vorerst unbedrohlich, fast unsichtbar, weil die Politik buchstäblich alles daran setzt, dass sie sich nicht ‘realisieren’: mit Kurzarbeitergeld und Lufthansa-Milliarden, Soforthilfen und Bürgschaften, Überbrückungskrediten und Notenbank-Billionen. Für die Exekutive entsteht dadurch eine Art zirkelschlüssige Win-Win-Situation. Sie beschwört das historische Ausmaß einer Krise, die angeblich nur deshalb kein historisches Ausmaß annimmt, weil sie, die Exekutive, die behauptete Krise historischen Ausmaßes so entschlossen bearbeitet, beherrscht – und scheinbar auch bannt.“ – bto: um dann in Umfragen in den Himmel zu steigen!
  • „Seit Mario Draghi, der damalige Chef der Europäischen Zentralbank (EZB), im Juli 2012 versprach, ‘whatever it takes’ zu unternehmen, um die Krise des Euro abzuwenden, schreiben amtierende Geld-Welt-Regierende gigantischen Summen eine geradezu fetischistische Kraft zu, um Rezessionen, Abschwünge, Depressionen (und lauernde Finanzmarktakteure) zu überwältigen.“ – bto: Wie toll ist das denn! Es kann jedes Problem mit beliebig viel Geld gelöst werden. Dabei galt das schon seit Greenspan, Draghi war nur die nächste (Vor-)Stufe.
  • „(Da legten) Emmanuel Macron und Bundeskanzlerin Angela Merkel einen 500 Milliarden Euro schweren ‘Wiederaufbauplan’ vor. (…) Jetzt sollen 750 Milliarden Euro fließen – über die 540 Milliarden Kreditlinien, Liquiditätshilfen und Kurzarbeit-Zuschüsse hinaus, die Brüssel bereits vor sechs Wochen als ‘EU-Solidaritätspaket’ durchgewunken hat. Darüber hinaus gibt es das 750 Milliarden Euro schwere ‘Pandemic Emergency Purchase Programme’ der EZB, das der Notenbank den Ankauf von Staatsanleihen und Aktien erlaubt – ein Programm, dessen Aufstockung um weitere 500 Milliarden Euro bereits diskutiert wird.“ – bto: Und von dem deutsche Politiker allen Ernstes denken, es könnte irgendwann mal ordentlich mit Steuern abgetragen werden …
  • „In den USA pumpt die Notenbank mindestens 2,3 Billionen Kreditdollar in die Wirtschaft. Und die G-20-Staaten insgesamt stehen mit fünf Billionen Dollar im Wort, um, ‘den wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Schaden aus der Pandemie so gering wie möglich zu halten, das globale Wachstum wiederherzustellen, die Stabilität der Märkte aufrechtzuerhalten und die Resilienz zu stärken’.“ – bto: Ich finde es fantastisch, weil es – wie auch im Buch geschrieben – die perfekte Ausrede liefert, um Dinge zu tun, die ohnehin gekommen wären.
  • „(…) Italien (…) soll (…) nach den Plänen der EU in besonders hohem Maße von den geplanten Konjunkturhilfen der EU profitieren; es winken Zuschüsse in Höhe von 82 Milliarden Euro und Kredite in Höhe von 90 Milliarden Euro. Zweitens sind die Kredite für Italien nur deshalb so preiswert, weil solventere EU-Länder für deren Gültigkeit und Güte bürgen – geschenkt. Drittens verschuldet sich vor allem Italien bei der EZB, indem es seine Staatsanleihen in Frankfurt platziert.“ – bto: gute Zusammenfassung der Hilfen, die das Land bereits erhält.
  • „Die EU-Kommission rechnet damit, dass die Verschuldung Italiens in diesem Jahr auf 159 Prozent des Bruttoinlandsprodukts, auf rund 2500 Milliarden Euro steigt. Zugleich springt die italienische Regierung ihrer verlustreichen Fluglinie Alitalia mit drei Milliarden Euro zur Seite, weil das Unternehmen bereits vor der Krise vor allem Verluste einflog und daher nicht für EU-Hilfen qualifiziert ist. Auch liegt nach Berechnungen der Credit Suisse das Pro-Kopf-Vermögen der Italiener über dem Pro-Kopf-Vermögen der Deutschen (mehr Immobilienbesitz) – und selbst wenn man die (höheren) Pensionsansprüche der Deutschen miteinberechnet: Wie wollen Angela Merkel und Finanzminister Olaf Scholz jedem zweiten Deutschen, der kein Vermögen besitzt, in den nächsten Wochen vermitteln, die vielen Milliarden seien vor allem südlich der Alpen besonders gut angelegt?“ – bto: Aber wie wir sehen, wird das gar nicht hinterfragt. Wer die Frage stellt, wird sogleich in die (nationalistische) Ecke gestellt oder es wird – leicht widerlegbar – behauptet, Italien könne die Schulden gar nicht selbst bedienbar machen.
  • Europa nimmt in diesen Wochen die Züge einer Fiskalunion an. Die EU soll sich gemeinschaftlich verschulden, eigene Steuern erheben und das Geld nach Art eines internationalen Länderfinanzausgleichs verteilen dürfen. Das ist europarechtlich heikel – und stellt vor allem keine Lösung des Problems dar, sondern seine erneute Verzeitlichung und Verschärfung: Kein Staat wird auf sein Budgetrecht und seine finanzpolitische Souveränität verzichten, auf die Gestaltung seines Steuersystems und Sozialstaatsniveaus – und die massiven Finanztransfers werden gleich nach dem Ende der Notfallsituation eine leichte Beute für Nationalpopulisten sein.“ – bto: Bei den Gebern ist das meines Erachtens angezeigt, aber unwahrscheinlich. Man erinnere sich an die Ursprünge der AfD als Euro-Rettung-kritische Partei. Diese hatte niemals die Chance, eine relevante Größe zu werden. Die Bürger interessieren sich schlichtweg nicht für Wirtschaft und den eigenen Wohlstand.
  • „Die entscheidende Frage ist deshalb einerseits, warum die ‘historische Krise’ nicht zum Anlass genommen wird, die Staatsschuldenfrage noch kreativer und aggressiver zu adressieren, etwa im Wege eines Schuldenschnitts, wie ihn der Ökonom Daniel Stelter vorschlägt: Die EU übernimmt Altschulden der Länder (mit Blick auf Italien und Griechenland meinethalben auch ‘solidarisch’ gestaffelt), in Höhe von 60 bis 100 Prozent des BIP, finanziert über ‘ewige Anleihen’, gekauft von der EZB – und ihre Länder verpflichten sich in einem Europa der Vaterländer vertraglich, künftig (wirklich) solide zu wirtschaften.“ – bto: Ich danke für die Erwähnung. In der Tat denke ich, dass das der beste Weg wäre.
  • „Die zweite Möglichkeit: Die Politik schenkte den Bürgern reinen Wein ein, auch in Deutschland, von Anfang an, stellte sich an die Spitze der Idee einer Art Bundesrepublik Transfereuropa (…) Nur sind damit noch nicht die konkreten Tatsachen benannt und die entscheidenden Fragen aufgeworfen: Deutschland (und andere Länder) müssen jetzt Italien retten, sonst ist es vorbei mit Europa – darum geht es. Und darum, wie dieses ‘neue Europa’ institutionell beschaffen sein soll. (…) Man kann der alten Ordnung viele Hundert Milliarden Euro hinterher werfen, um halbwegs zu retten, was zu retten ist. Oder aber versuchen, mit vielen Milliarden Euro Grundzüge einer neuen Ordnung zu entwerfen. Dazu bisher von der Politik: kein einziges Wort.“ – bto: Woher soll diese Einsicht denn kommen? Dies setzt doch voraus, dass man einen Weg kennt. Doch genau das ist nicht der Fall. Voller Hybris denken unsere Politiker, sie könnten alle Probleme mit (unserem!) Geld lösen. Können sie aber nicht!

Doch nicht nur die WiWo greift in dieser Woche meine Ideen auf. In einem dreiseitigen Artikel diskutiert der SPIEGEL die Möglichkeiten, mit dem Schuldenberg umzugehen. Zitiert werden die Schwergewichte der deutschen Wirtschaftswissenschaften, Peter Bofinger, Jens Südekum, Lars Feld und Gabriel Felbermayr – und ich. Mir fällt dabei die Rolle des unabhängigen Ökonomen zu, der einen kreativen, aber auch „radikalen“ Vorschlag zur Lösung des Schuldenproblems macht: eben meinen Schuldentilgungsfonds, an dem alle Euroländer teilnehmen und der von der EZB über hundert Jahre zins- und tilgungsfrei gestellt wird.

Damit kann niemand in der führenden Politik und bei den deutschen Wirtschaftswissenschaftlern sagen, man hätte davon noch nie etwas gehört. Zu wünschen wäre, dass es auch aufgegriffen wird.

→ wiwo.de: „Bundesrepublik Transfereuropa“, 30. Mai 2020

Kommentare (68) HINWEIS: DIE KOMMENTARE MEINER LESERINNEN UND LESER WIDERSPIEGELN NICHT ZWANGSLÄUFIG DIE MEINUNG VON BTO.
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    Roland Magiera sagte:

    „eben meinen Schuldentilgungsfonds, an dem alle Euroländer teilnehmen und der von der EZB über hundert Jahre zins- und tilgungsfrei gestellt wird“

    Ohne das jetzige Geschenkpaket der EU hätte das eine Möglichkeit sein können. Aber wer glaubt denn ernsthaft, dass die Schuldenstaaten jetzt damit aufhören, die gewöhnlichen Staatsausgaben mit dem geliehenen oder vorenthaltenen (Target 2) Geld der anderen zu bezahlen und seriöse und nachhaltig zu wirtschaften beginnen?

    So lange Italien, Spanien, Griechenland etc. einen, mit Verlaub, DUMMEN und nichts anderes als das haben, der für sie bezahlt, nimmt das erst dann ein Ende, wenn Deutschland zahlungsunfähig ist, woran wir viel näher sind, als alle Ökonomen ahnen oder öffentlich zugeben. Hinweis: Deutschlands Trend seit 2010 bei den Weltklasse-Patenten bei den 58 führenden Technologien, Au weia (von 47 von 58 auf 22 von 58)! Als Ing. F&E. mit Patenten kann ich diese bittere Entwicklung im Detail erläutern aber weil ich mich nicht umfassend ausbreiten mag, nur soviel, es sieht zurückhaltend formuliert eher trübe für die Zukunft aus.

    nisi te ipsum ab ira quod Sociales Democratae

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    RealTerm sagte:

    Zitar bto:
    „… weil es – wie auch im Buch geschrieben – die perfekte Ausrede liefert, um Dinge zu tun, die ohnehin gekommen wären.“
    Genauso ist es!
    Die Gelddruck- und Rettungsorgien quer durch Europa sind eine Konsequenz aus der Finanzkrise 2008 und der damaligen Rettung. Der Virus ist nur Brandbeschleuniger. Wer einmal anfängt Geld zu drucken, kann und wird nicht mehr damit aufhöhren und damit letztlich die Wirtschaft ruinieren. QE for ever.
    Und es gilt weiterhin und verstärkt: Wer nun Zugang zu Kredit hat und klug in Sachwerte investiert, wird „am Ende“ besser dastehen als die breite Masse, die auf ein Gehalt oder Rente in Euro angewiesen ist. Und genau das ist das Problem, das politisch brandgefährlich ist und in Zukunft noch gefährlicher wird: Leistungslose „Einkommen“ für die Vermögenden und für die breite Masse reicht es nicht mehr, um die Miete zu bezahlen.

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    JürgenP sagte:

    „Stattdessen vernebelt uns die Politik mit einer Kaskade von Milliardenprogrammen die Sinne.“

    Wer ist „uns“? Die fleißigen Leser dieses Blogs sind sicherlich nicht gemeint.

    Es gibt „uns“, bei denen nicht mehr viel zu vernebeln ist. Diese „uns“ befinden sich bereits im unmittelbaren Existenzkampf und haben andere Sorgen, als sich unerfüllbare Wunschvorstellungen einer Physikerin anzuhören oder überhaupt darüber nachzudenken. Dem „Rest-uns“ waren die Sinne auch vorher schon so verkleistert, so dass sie den Klängen des Nebelhorns der Physikerin und ihrer Helferschar seit 2005 folgten.

    Eines ist ganz sicher: auch die Physikerin kann weder die Physik noch die Ökonomie neu erfinden. Dem simplen physikalischen Prinzip, dass die Erde um die Sonne kreist ist das ökonomische Prinzip gleichzusetzen, dass jede Investitionsplanung eine Gegenfinanzierung und jeder Ausgabe eine Einnahme gegenüberstehen muss.

    Dass die Tricksereien zum Ausheben dieses Prinzips nur im Nebel möglich ist, liegt auf der Hand.

    Lichtet der Nebel, so stellt sich nur eine Frage: wie soll das Desaster behoben werden und wer trägt die Verantwortung für das Geschehen.

    Nein. Nicht die Physikerin, nicht die Politik.

    Jeder Einzelne für sich selbst. Muss man das alles mitmachen?

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      foxxly sagte:

      die politik der einzelnen weltweiten staaten ist längst zum handlangertum zu gunsten der hochfinanz verkommen.
      das kapital der hochfinanz hat ein problem: das exponentielle wachstum geht dem ende entgegen. deshalb läuft die entwicklung so wie es läuft. dabei mus man unterscheiden, was das volk will und braucht, und was die hochfinanz braucht und will.
      die ebene goldmann und blackrock etc. braucht jetzt die bedingungen, welche die politik versucht gegen das volk umzusetzen: weitere einschränkungen von rechten und freiheiten, bis hin zur totalen, perfekten und lückenlosen überwachungen.
      wer die absichten von den ttip- verträgen noch im kopf hat, kann erahnen wo die entwicklung hingeht. es geht klar in richtung: wirtschaftsdiktatur! man sollte besser sagen geld-/finaz-diktatur! nur so ist der machtzuwachs der obersten eliten zu halten und auszubauen.
      corona ist nur die beschleunigung, es war niemals sowas wie ein auslöser der weiteren entwicklung.
      da die interessenslage der hochfinanz alles erdenkliche tut, damit das volk mehrfach gespalten bleibt, wird sich leider nichts in unseren sinne verbessern. das gegenteil ist der fall. wer genauer hinschaut sieht schon länger eine immer stärker werde totalitäre politikrichtung, – nahezu sind alle partei-farben beteiligt.

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    Bill Miller sagte:

    „und ihre Länder verpflichten sich in einem Europa der Vaterländer vertraglich, künftig (wirklich) solide zu wirtschaften.“
    AKA:
    „Ja Herr Richter, dieses mal werde ich ganz sicher clean bleiben.“
    Nein. Süchtige werden nur dann clean wenn sie den Status „Rock Bottom“ ereichen. Solange ihne die Mutter oder Freunde immer noch mal das Geld für den nächsten Schuss zustecken werden sie nicht clean.
    Herr Stelter, ich halte Sie für einen intelligenten Menschen. Gerade darum erstaunt es mich, dass Sie das mit dem „diesmal aber wirklich“ ernsthaft zu glauben scheinen.
    How come?

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    foxxly sagte:

    … einfach nur schade um das viele geld! es wird absolut nichts retten, sondern nur etwas zeit schinden. ist es das wert? wir haben wohl angst vor diesen konsqenzen, – und deshalb die zeitschinderei. oder die poltit-lenker hoffen auf einer außerirdischen katstrophe, damit niemand erkennen soll, dass das schuldgeldsystem ursächlich ist und die politik diesesfalsche system fördert.
    ……….. die frage sei erlaubt: wenn schon die riesen hilfen in den umlauf gebracht werden, warum gibt man dieses geld nicht direkt an die verbraucher? dies wäre sicher die bessere hilfe!. denn es ist wahrscheinlich, dass sonst nicht der volle umfang in der wirtschaft ankommt.

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      Daniel Wilke sagte:

      Warum diese Verschleierungstaktik?!? Ganz einfach….unser Geldsystem ist auf Vertrauen aufgebaut! Ich als Geldbesitzer meine ich bekomme einen Gegenwert für mein buntes Papier. Wenn alle so denken und mitmachen klappt dass! Wehe dem der an den ‚Wert des bunten Papieres zweifelt…..

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    Lele Castello sagte:

    Sehr gute Zusammenfassung. Die Boje Transferunion wäre geschafft. Jetzt mit Rückenwind zur nächsten. Im Podcast erwähnten Sie die EU- Euroaustritte von der Niederlande und Österreich. Wird interessant werden welche Deals hier notwendig sind.

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    Egon sagte:

    Hallo Ruby,
    solche Antworten tragen nicht zur Lösung des Themas bei.
    Machen Sie einen Gegenvorschlag über den ich dann mit Ihnen diskutieren kann.
    „Der Kater“ hat mir auch noch keinen Gegenvorschlag unterbreitet.

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      ruby sagte:

      @ Egon
      Souveräne Staatswährungen wurden seit 1999 mit allem was die Union der Zentralistischen Euro Republiken UdZER an Dirigismus sowie Brüderlichkeit der Parteien des demokratischen Zentralismus durch Propaganda und Agitation der Staatsmedien und herausragender Leitung dieser durch unserer (deren) ehemaligen FDJ Angela zielstrebing im Rahmen der 7 Jahrespläne erfüllt.
      Die Proletarier der BRD können mit stolz zusammen mit den anderen Werktätigen die Früchte geniessen.
      Das Ende dieser Konstruktion steht in einer anderen Erzählung, die nicht von den hier Lebenden Nachfolgegenerationen bestimmt sein kann. Denn dazu braucht es den Willen, selbständig zu wirtschaften und zu leben.
      1999 war ich gerade im totalen Ausbau befindlichen Bruxelles und es stellt sich die Frage, wie Zehntausende Beschäftigte dort auf ihre Arbeiten blicken und dann nachhause? gehen und das ertragen. Dort weht der Hauch des Nichts durch die Bürobunkerstraßen. Für mich gibt es keine lohnende Sekunde mehr, sich mit dieser Scheingemeinschaft zu beschäftigen.
      Aber, das ist nicht als Resignation zu verstehen sondern als Anstrengung sinnvoll ohne diese failed community zu wirtschaften.
      Freiheit befreit sehr lehrreich von den Befehlen der Hohepreiser.
      Weniger ist Mehr, war immer ein guter Ratgeber aber nicht in diesen Tagen, wo die Passivseiten der Bilanzen Richtung Beliebigkeit streben.
      Daher werde ich keinen Pfenning & Gedanken für verlorenes auf der Aktivseite investieren – Stille Reserven, die können so unsichtbar sein das sie für keinen Fremden/Anderen herhalten.
      Das „Wir“ beinhaltet immer auch das „Ihr“ oder anders, das eingeschlossen das ausgeschlossen sein.
      Als Kinder haben wir uns selber, um die Bolzplätze gekümmert – die Kinder heute kennen nicht mal mehr den Bolzplatz sondern werden im Profitrikot von den Eltern zum Training auf den EU geförderten Kunstrasenplatz gefahren💬Abpfiff

      Gegenvorschlag?
      Zerschlagung der Zentralbank und unbegrenzte Währungsbereitstellung durch eine Notenbank.

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        Horst sagte:

        „Als Kinder haben wir uns selber, um die Bolzplätze gekümmert – die Kinder heute kennen nicht mal mehr den Bolzplatz sondern werden im Profitrikot von den Eltern zum Training auf den EU geförderten Kunstrasenplatz gefahren💬Abpfiff“

        Ein schönes Beispiel, wahr ist es zudem in den eher wohlhabenderen Gegenden der Republik. Nichts desto trotz, kann man auch das nicht Fortschritt durch Schaffung von Wohlstand nennen?

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        Alexander sagte:

        @ruby

        Das Wohlstandsversprechen als Legitimationsgrundlage aller EU Wurschtelei wird gemeinhin so gedeutet, dass

        „….die Kinder heute.. im Profitrikot von den Eltern, “ per 2.000kg SUV CO²neutral elektrisch an den Ablenkungseinrichtungen abgestellt werden, zwischen den VR trips im heimischen Nulll-Emmisions Haus, alles friendly finanziert durch Nullzins.
        Man arbeitet schon länger in der Gig-economy und verspricht sich & anderen alles…

        Dieser Wahnsinn schloß Flächenfraß für Vermögenspreisinflation ein + den Umstand, dass heimische Baufirmen per Subunternehmer pfuschen lassen, weil schon länger kein Deutscher mehr eine Kelle in die Hand nimmt.

        Bereits vor dem Corona shutdown war diese Ökonomie im Siechtum begriffen, der Brenn-Nachlauf schmeckte nach nichts. Mit dem majestätischen Eingriff sämtliche Eigentums-/Freiheitsrechte im Handstreich zu kassieren, hat man in entgrenzter Kompetenz dafür gesorgt, dass keine Geldinjektion mehr den Anschluß erschafft.

        Dass unsere economic Zombies das nocht nicht bemerkt haben, hat viel mit ihrer marktferne zu tun und damit, dass der Staat gnadenlos korrumpiert (mit Kurzarbeitersubvention z.B.).

        Die Spiele haben begonnen und die Musik spielt schon viel leiser.

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        jobi sagte:

        Das Endspiel hat begonnen ..

        Da ist es inzwischen gleichgültig, was europäische Bürokraten sich noch alles ausdenken werden.

        Die Musik spielt an der Wall Street und die einzige Frage ist, was zuerst fällt: der Aktienmarkt oder der US-Dollar.

        Danach wird es wieder Chancen geben: Für eine junge Generation und für eine neue Vision von Europa.

        Wichtigste Eigenschaft dabei: Lernfähigkeit.

      • Avatar
        ruby sagte:

        @ Alexander
        Morgen in der Frühe werden die Parteiführer den Regierungskommission die Coronapreisgelder für ihre Mannschaften & Fans großartig verkünden. 100 Milliarden ohne jegliche Umlaufgarantie.
        Volksbelustigung als Sommer- und Ferienspektakel – für eine Fußballeuropameisterschaft der Millonäre hat es nicht mehr gereicht wegen der grippalen Todesangstinfekte.
        Das Vergabewesen der EU ist bestens als Kaminanzünder für den bevorstehenden kalten Herbst geeignet, um die bösen Geister zu vertreiben, wenn der Stromfluß gestoppt ist.
        Dann tönt auch keine Propaganda mehr aus den elektrisch betriebenen Gigamindsets.
        Ja, die neue Weltordnung, eine Lachnummer mit Baseballschläger und vermummten Plündereren, die alle auf Joe Biden warten, um für ihn und seine Bloombergkreditbuchgeldanlege einen Willkommensrap anzustimmen.
        Der Versuch der Zerstörung des Gewaltmonopols ist bereits jetzt ein massives Strategiedesaster, das der Wallstreet die Priesterschaft kosten wird.
        Die Vertreibung aus der Geldschöpfungsindustrie klingt aus den splitternden Glassfassaden.

      • Avatar
        Alexander sagte:

        @ruby

        Der deep state verschafft sich Handlungsmöglichkeiten.
        Splitternde Glasfassaden per Agent provocateur, den Rest kennen wir in Europa über „gemachte“ Ereignisse im Kampf für das Gute.
        https://youtu.be/gmq9qqcdTNc

        Hilflosigkeit und Ohnmacht sind offensichtlich und bleiben, solange die Mehrheit noch etwas zu verlieren hat. Erst dann Zorn.

        „Von 100 Männern sollten zehn gar nicht da sein, 80 sind nur Zielscheiben, neun sind echte Kämpfer und wir haben großes Glück, sie auf unserer Seite zu wissen, weil sie es sind, die die Schlacht austragen. Nur einer aber, ach, nur einer ist ein Krieger und er ist es, der die anderen sicher nach Hause bringt. “ – Heraklit

        Die Antifanten werden sich gegen Veteranen beweisen müssen, Veteranen die für ihr Land gekämpft und getötet haben. >20 Jahre Opfer für illegale Kriege zur Ausbeutung von Soldaten, Steuerzahlern und überfallenen Ländern – wer hat profitiert? youtu.be/o65nB1J4sPI

        Das ZweiParteien = keine Alternative System der USA hat ausgedient
        UND das ist gut so.

      • Avatar
        ruby sagte:

        @ Alexander
        Die Gelddrucker für die Wallstreeter haben völlig die Arbeitslosen und Restbeschäftigten aus den Handlungsfeldern verdrängt und verloren und werden dafür alles verlieren.
        Das Endspiel und der Abgesang erfolgen bis zu den Präsidentschaftswahlen. „Hightime for Crusaders“ by Jane – at home live 1976
        Sehr lehrreich wie die Bundesstaaten das Federal Reserve Board auflösen und eine neue Geldornung lokalisieren.

  8. Avatar
    Matthias Blum sagte:

    „Zu wünschen wäre, dass es auch aufgegriffen wird.“

    Der Vorschlag ist ja eine Mischung aus dem damaligen Vorschlag des Sachverständigenrats zur Euro-Krise, und der angestrebten Unterstützung durch die EZB. Von daher werden da noch eine Menge Schwergewichte dafür sein, die das nur noch nicht sagen.
    Ich habe durchaus einen Rest Hoffnung, dass das nach einem Streit als Kompromiss aus dem Hut gezogen wird, so wie die EZB dann doch QE statt OMT gemacht hat.
    Denke die Verteilung nach Vorkrisen-BIP ist bereits ein strammes Entgegenkommen an die Südeuropäer, da deren BIP ja durch die Schuldenblasen aufgepumpt ist. Gut möglich, dass die das erkennen und deswegen mitspielen, weil es auch für sie gar nicht so schlecht ist.

    Frage: Was wäre eigentlich mit den Ländern die weniger als 75% vom BIP an Schulden haben? Wäre dafür, denen (z.B. Baltikum) die Differenz zu erstatten. Für die 15% zwischen dem Maastricht-Kriterium und den 75% gerne noch einen Bonus dazu für’s Regeln einhalten.

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      Renée Menéndez sagte:

      Literaturhinweis:

      Die Nummer mit der Schuldenbündelung und -neutralisierung ist tatsächlich nicht wirklich neu. In einem aktuellen Paper bei VOX

      https://voxeu.org/article/make-room-fiscal-action-through-debt-conversion

      verweist Vesa Vihriälä (das ging nur mit copy and paste) auf ein paper mit Beatrice Weder di Mauro aus dem Jahre 2014, wo diese Grundidee aufgegriffen wird. Dabei wird explizit auch auf die Veröffentlichungen des SVR 2011/12 Bezug genommen, der sich auch in dieser Richtung Gedanken gemacht hat.

      Es wäre ganz interessant mal zu beleuchten, worin die Gemeinsamkeiten bzw. die Unterschiede bestehen – als Beitragsidee sicherlich für viele spannend!

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    Dietmar Tischer sagte:

    Es ist nicht alles falsch, was der Artikel behauptet.

    Es ist dennoch eine sehr schwache Abhandlung, die einmal mehr zeigt, wie es hierzulande mit wirtschaftlichen Erörterungen in den Medien bestellt ist.

    Der Autor begreift offensichtlich nicht die Realität, wenn er sagt:

    >Die Risiken dieser Krisen sind vorerst unbedrohlich, fast unsichtbar, weil die Politik buchstäblich alles daran setzt, dass sie sich nicht ‘realisieren’: mit Kurzarbeitergeld und Lufthansa-Milliarden, Soforthilfen und Bürgschaften, Überbrückungskrediten und Notenbank-Billionen. Für die Exekutive entsteht dadurch eine Art zirkelschlüssige Win-Win-Situation. Sie beschwört das historische Ausmaß einer Krise, die angeblich nur deshalb kein historisches Ausmaß annimmt, weil sie, die Exekutive, die behauptete Krise historischen Ausmaßes so entschlossen bearbeitet, beherrscht – und scheinbar auch bannt.“>

    Das ist einfach nur dummes Zeug.

    Nachdem die Politik – europaweit! – die Pandemie mit Lockout-Maßnahmen bekämpft hat, sind die FOLGEN sehr bedrohlich angesichts der Umsatzeinbrüche etwa in der Schlüsselbranche Automobilindustrie. Von „vorerst unbedrohlich, fast unsichtbar“ kann daher keine Rede sein, sondern es muss heißen: ABSEHBAR sehr BEDROHLICH – und das OHNE Beschwörung.

    Es ist völlig klar, dass die Regierungen dagegen halten mussten. Von „zirkelschlüssiger Win-Win-Situation“ kann keine Rede sein, sondern es muss heißen: INSOLVENZEN mussten so weit wie nur irgend möglich mit LIQUIDITÄT verhindert werden. Insolvenzen zerstören zwar nicht physisch wie Kriege, aber sie entwerten UNTERNEHMERTUM generieren dadurch destabilisierende Arbeitslosigkeit.

    Was richtig ist:

    Die Maßnahmen sind ein Beispiel für das Präventiv-Paradoxon.

    Die präventiven Maßnahmen zur Verhinderung einer möglichen, auch andauernd schweren Rezession oder gar Depression, bewirken, dass es diese (hoffentlich) nicht gibt.

    Das scheinbare Paradox ist:

    Warum haben sich die Staaten mit derartigen Summen verschuldet, wenn – wie sich zeigen sollte – der Wirtschaftseinbruch doch gar nicht so schlimm ist?

    Es bleibt zu sehen, WIE schlimm oder nicht schlimm er sein wird.

    Eine weitere Aussage, die zeigt, wie ignorant der Autor ist:

    >Man kann der alten Ordnung viele Hundert Milliarden Euro hinterher werfen, um halbwegs zu retten, was zu retten ist. Oder aber versuchen, mit vielen Milliarden Euro Grundzüge einer neuen Ordnung zu entwerfen. Dazu bisher von der Politik: kein einziges Wort.“>

    Diese Alternative ist eine Illusion.

    Wenn es darum geht, Schlimmeres zu verhindern, kann man nicht WILLENTLICH zugleich eine neue Ordnung entwerfen – nicht einmal in Grundzügen.

    Denn sie würde ZUSÄTZLICHE Risiken generieren, weil sie die Menschen noch mehr verunsicherten, als sie es bereits sind.

    Auch bto liegt voll daneben mit dieser Aussage:

    >Woher soll diese Einsicht denn kommen? Dies setzt doch voraus, dass man einen Weg kennt.>

    Es gibt KEINEN Weg, weil es nur Rettungsmodalitäten der BESTEHENDEN Ordnung geben kann, wenn die Maßnahmen schnell WIRKEN sollen. Daher kann man auch keinen Weg kennen.

    Und auch diese Aussage ist unhaltbar:

    >Voller Hybris denken unsere Politiker, sie könnten alle Probleme mit (unserem!) Geld lösen.>

    Woher weiß Dr. Stelter, was unsere Politiker denken?

    Gesagt hat meines Wissens NIEMAND, dass er ALLE Probleme mit Geld, ob unseres oder das anderer, lösen könne.

    Was man sagen kann und da liegt der Autor richtig:

    >Deutschland (und andere Länder) müssen jetzt Italien retten, sonst ist es vorbei mit Europa – darum geht es.>

    Und die Hilfe zur Rettung, unabhängig davon, wie sie finanziert wir –, ob so wie die EU es will oder Dr. Stelter es vorschlägt –, schafft eine NEUE FINANZSORDNUNG mit fiskalischer Umorientierung.

    Dies NICHT als gewollt bessere Ordnung, sondern als eine, die NOTWENDIGERWEISE nicht zu vermeiden ist, wenn es mit Europa nicht vorbei sein soll.

    Eine gewollte NEUE ORDNUNG gibt es nur in der Stunde NULL, d. h. völliger Ohnmacht und Orientierungslosigkeit.

    Davon sind wir noch entfernt – NOCH.

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      Richard Ott sagte:

      @Herr Tischer

      „Nachdem die Politik – europaweit! – die Pandemie mit Lockout-Maßnahmen bekämpft hat, sind die FOLGEN sehr bedrohlich angesichts der Umsatzeinbrüche etwa in der Schlüsselbranche Automobilindustrie. Von „vorerst unbedrohlich, fast unsichtbar“ kann daher keine Rede sein, sondern es muss heißen: ABSEHBAR sehr BEDROHLICH – und das OHNE Beschwörung. “

      Die Aussage, die Sie für so „dummes Zeug“ halten, zielt auf etwas anderes ab. Das Schlüsselwort ist „Kurzarbeitergeld“. Konkrete und existenzbedrohende wirtschaftliche Konsequenzen haben bis jetzt nur Selbstständige zu spüren bekommen, und selbst für Beschäftigte auf „Kurzarbeit Null“ sind die Einkommenseinbußen zwar spürbar (minus 40%) aber beherrschbar. Das ist damit gemeint, wenn der Artikel schreibt, dass die Politik alles daran setzt, dass sich die Risiken nicht realisieren. Lange durchhalten lässt sich das nicht, irgendwann sind die finanziellen Reserven aufgebraucht und dann müssen entweder Ausgaben gekürzt oder Steuern erhöht oder Geld gedruckt werden.

      Und erst dann wird es politisch richtig interessant, die CDU wird dann sicher keine 40% Zustimmung mehr haben.

      Bis dahin geht für bestimmte privilegierte Gruppen das Leben sogar genau so weiter wie vorher.
      Oder können Sie mir sagen, welche konkreten finanziellen Einbußen beispielsweise Beamte, Rentner, Migranten in unser Hartz4-System oder zwangsgebührenfinanzierte Staatsjournalisten bisher hatten?

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        Dietmar Tischer sagte:

        @ Richard Ott

        >Die Aussage, die Sie für so „dummes Zeug“ halten, zielt auf etwas anderes ab. Das Schlüsselwort ist „Kurzarbeitergeld“.>

        Nein, ich ziele auf die VÖLLIG falsche Einschätzung des Autors bezüglich der MÖGLICHEN Folgen, die durch die Maßnahmen zur Bekämpfung der Epidemie ABSEHBAR sind – absehbar durch die Bank praktisch für alle, die mit Wirtschaft beschäftigt sind (Praktiker, Politiker, Wissenschaftler).

        Nicht umsonst verweist eine große Zahl seriöser Stimmen auf die große Depression im letzten Jahrhundert.

        Der größte Wirtschaftseinbruch der Nachkriegszeit ist es jedenfalls.

        Es herrschte DAHER zumindest anfangs größte Unsicherheit und Orientierungslosigkeit in der Wirtschaft.

        Auch heute weiß z. B. niemand, ob das Kurzarbeitergeld auslaufen kann, Ende des Jahres verlängert oder danach Arbeitslosengeld bezahlt werden muss.

        Es kann durchaus besser werden als befürchtet, aber man kann nicht sagen, dass die Politik das historische Ausmaß der Krise „BESCHWOREN“ habe.

        Sie MUSSTE damit rechnen und kann es immer noch nicht ausschließen (2. Welle der Pandemie?).

      • Avatar
        Richard Ott sagte:

        @Herr Tischer

        „Auch heute weiß z. B. niemand, ob das Kurzarbeitergeld auslaufen kann, Ende des Jahres verlängert oder danach Arbeitslosengeld bezahlt werden muss.“

        Auf Unternehmensebene ist das in der Tat unmöglich zu prognostizieren. In meiner Branche wissen wir im Moment nicht einmal, wie die Situation in 4 Wochen sein wird.

        Aber die Politik stellt sich auf eine jahrelange Phase mit hoher Kurzarbeit ein, mindestens bis zur nächsten regulären Bundestagwahl (hihi). Die Höchstbezugszeit von Kurzarbeitergeld ist seit 1. Juni auf 24 Monate gestiegen.
        https://www.welt.de/wirtschaft/article208540977/Verbraucher-Das-aendert-sich-im-Juni.html

      • Avatar
        Horst sagte:

        „In meiner Branche wissen wir im Moment nicht einmal, wie die Situation in 4 Wochen sein wird.“

        Ich bin mir sicher, der Branche der notorischen Nörgler wird das Futter nicht ausgehen (zumindest nicht innerhalb der kommenden vier Woche) und das Kurzarbeitergeld auch nicht gestrichen.

      • Avatar
        Richard Ott sagte:

        @Horst

        Der Kommentar zeigt sehr schön, wie weltfremd Sie sind.

        Wir erleben gerade den schlimmsten Wirtschaftseinbruch seit mindestens 100 Jahren und Sie tun das als „Nörgelei“ ab.

      • Avatar
        Horst sagte:

        Nun, da sie auf diesem Blog bekannt sind als der ärgste Verfechter des Freienmarktes und des zügellosen Kapitalismus, sollten Sie sich, nicht nur aufgrund Ihrer Wirtschaftshistorischen sondern auch soziologischen Expertise an das immanente Wesen eben dieser Systeme gewöhnt haben, die da heißen Boom and Bust.

        Liegt nicht auch ein wenig Magie in der Luft?

        Das Spiel läuft für die 1% doch ganz wunderbar.

      • Avatar
        Richard Ott sagte:

        @Horst

        „das immanente Wesen eben dieser Systeme gewöhnt haben, die da heißen Boom and Bust.“

        Mit normalen Wirtschaftszyklen hat die aktuelle Situation nichts zu tun. Schauen Sie sich doch mal die langfristigen Charts zur Entwicklung der Wirtschaftsleistung an und suchen Sie die Zeitpunkte der letzten beiden großen Pandemien von Viren, die Atemwegserkrankungen auslösen, hier als Beispiel USA: https://fred.stlouisfed.org/series/GDPC1

        (Kleiner Tipp, die waren 1957-1958 und 1968-1970)

        Der Wirtschaftseinbruch, den wir im Verlauf des Jahres 2020 noch sehen werden, wird das alles in den Schatten stellen.

        „Liegt nicht auch ein wenig Magie in der Luft?“

        Was Sie für den Geruch von „Magie“ halten, ist in Wirklichkeit Pulverdampf. Diese marxistische Denkweise ist mir fremd, ich glaube nicht daran, dass dieses Mal die sozialistische Utopie aus den Trümmern entstehen wird, wenn wir unsere Wirtschaft nur brutal genug gegen die Wand fahren. Das hat noch nie funktioniert, nirgendwo.

      • Avatar
        Dieter Krause sagte:

        @ Richard Ott
        Lange durchhalten lässt sich das nicht, irgendwann sind die finanziellen Reserven aufgebraucht und dann müssen entweder Ausgaben gekürzt oder Steuern erhöht oder Geld gedruckt werden.

        Das ist doch jetzt schon absehbar – die Bundesagentur für Arbeit braucht dringend eine Milliardenspritze der Bundesregierung, da ihre Mittel (für ca. 10 Millionen Beschäftigte wurde in der Corona-Krise Kurzarbeit von den Unternehmen angezeigt) wie Schnee in der Sonne schmilzt:

        Die Bundesagentur für Arbeit rechnet für April wegen der Corona-Krise außerdem mit sechs Millionen Kurzarbeitern. Die Rücklage der Bundesagentur in Höhe von 26 Milliarden Euro werde zur Finanzierung voraussichtlich nicht ausreichen, sagte der Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur, Detlef Scheele. Der Arbeitsausfall der Kurzarbeiter liege einer Schätzung zufolge im Schnitt bei 50 Prozent und damit höher als bei früheren Krisen.

      • Avatar
        Horst sagte:

        „Mit normalen Wirtschaftszyklen hat die aktuelle Situation nichts zu tun.“

        Sind Sie sicher?

        Eine Pandemie kommt doch wie gerufen – alle 10 Jahre wieder einmal Dampf aus dem Kessel zu lassen, hilft wesentlich, Staatsschulden (zu wessen Vorteilen?) steigen zu lassen, wenn sich sonst niemand mehr verschulden kann/will.

        Kapitalismus IST gleichzeitig Korporatismus. Seit 5.000 Jahren.
        Fragen Sie eher, was das mit Ihren sozialistischen oder marxistischen Wahnvorstellungen zu tun haben könnte.

      • Avatar
        Richard Ott sagte:

        @Horst

        Ja. Normale Wirtschaftszyklen gehen nicht so tief runter. Schauen Sie sich doch den Chart an, und stellen Sie sich dazu den Einbruch der Wirtschaftsleistung in Q2 in den USA um prognostizierte -10 Prozent vor; und das war bevor ganz viele arme wütende schwarze Rassismus-Opfer anfingen, Einzelhandelsgeschäfte zu plündern um die schlimme Ungerechtigkeit in der amerikanischen Gesellschaft anzuprangern.

        „Kapitalismus IST gleichzeitig Korporatismus. Seit 5.000 Jahren.“

        Ich weiß nicht, was Sie mir jetzt damit sagen wollen. Möglicherweise so etwas banales wie „Wir leben in einer Gesellschaft“, einfach nur um irgendwas zu antworten? Oder denken Sie an eine ganz bestimmte Definition von Korporatismus, die hier relevant ist.

        „Ihren sozialistischen oder marxistischen Wahnvorstellungen “

        Das schreiben Sie auch immer, wenn Sie nicht mehr weiter wissen.

      • Avatar
        Horst sagte:

        „Oder denken Sie an eine ganz bestimmte Definition von Korporatismus, die hier relevant ist.“

        Natürlich, strengen Sie sich an, Sie schaffen auch das. Die Hürde ist nicht besonders groß.

        „Das schreiben Sie auch immer, wenn Sie nicht mehr weiter wissen.“

        Nun ja, gemessen an der Häufigkeit dieser von Ihnen verwendeten Termini sollte es nicht verwundern, dass ich mindestens ebenso häufig versuche, darauf einzugehen. Versuche lediglich, Ihre zarte Seele zu streicheln.

      • Avatar
        Richard Ott sagte:

        @Horst

        Ich weiß wirklich nicht, was Sie mir genau damit sagen wollen, dass „Kapitalismus“ seit Jahrtausenden (!) auch „Korporatismus“ ist.

        Das ist so vage formuliert und bezieht sich auf einen so langen geschichtlichen Zeitraum, dass ich keinen weiter diskussionswürdigen Inhalt in der Aussage erkennen kann. Fangen Sie doch mal damit an, „Korporatismus“ genau zu definieren und den Zeitbezug zu konkretisieren, vielleicht wird es dann ja doch noch interesant.

    • Avatar
      JM sagte:

      @DT: >Davon sind wir noch entfernt – NOCH.<

      Das ist Unsinn. Es ist keineswegs so, dass eine neue Ordnung nur aus einer Stunde Null resultieren kann.
      Ich behaupte demgegenüber, dass unsere gegenwärtige Ordnung eine völlig andere ist als vor etwa 30 Jahren. Zwischenzeitlich ist weit und breit keine Stunde Null aufgetreten. Der Übergang erfolgte fließend, beinahe unmerklich.
      So hat sich die westliche Welt – Schritt für Schritt – in eine andere transferiert. In unseren Tagen werden (politische) Forderungen erhoben, die noch vor 30 Jahren völlig undenkbar waren – und zwar von Politikern der gleiche Partei. Und alle finden das normal bzw. alternativlos.

      Antworten
      • Avatar
        Dietmar Tischer sagte:

        @ JM

        Es ist zwar richtig, dass die Übergänge zu einer neuen Ordnung gewöhnlich fließend sind.

        Darum geht es hier aber nicht.

        Es geht bei der Alternative des Autors um eine GEWOLLTE neue Ordnung in einer KRISENZEIT.

        Das ist etwas völlig anderes.

        Erst nachdenken, dann kritisieren.

    • Avatar
      Klausi sagte:

      > Es ist nicht alles falsch, was der Artikel behauptet.
      > Es ist dennoch eine sehr schwache Abhandlung, die einmal mehr zeigt, wie es hierzulande mit wirtschaftlichen Erörterungen in den Medien bestellt ist.

      Hallo Herr Tischer,

      auch der Leser hat hier eine Bringschuld. Es handelt sich dabei um eine Kolumne und somit um einen Meinungsbeitrag. Dieser hat deshalb auch die Meinung des Autors zu liefern und nicht eine Abhandlung ueber irgendetwas.

      Antworten
      • Avatar
        Dietmar Tischer sagte:

        @ Klausi

        Tolle Erkenntnis, dass es hier um einen Meinungsbeitrag geht und daher der Autor seine Meinung zu etwas und nicht irgendetwas darlegen müsse.

        Wenn der Artikel nicht in einer Schülerzeitung erscheint, sondern bei wiwo.de und er zudem noch als interessant angekündigt wird, MUSS man mehr verlangen dürfen.

        Meine Bringschuld, zu der ich nicht verpflichtet bin, habe ich geleistet.

        Leider musste ich sie leisten, OHNE durch den Artikel bereichert worden zu sein.

      • Avatar
        Klausi sagte:

        Nein muss man und darf man auch nicht. Was kann auch der Autor dafuer das Herr Dr. Stelter den Artikel als interessant ankuendigt, sie aber diese Auffassung nicht teilen?

        Das was sie geleistet haben, meinte ich auch nicht mit Bringschuld. Ich hoffe das ist klar? Mir ging es darum dass Sie hier voellig unnoetig auf den Artikel und den Autor einschlagen („Das ist einfach nur dummes Zeug.“, „Es ist dennoch eine sehr schwache Abhandlung, die einmal mehr zeigt, wie es hierzulande mit wirtschaftlichen Erörterungen in den Medien bestellt ist.
        „, „Der Autor begreift offensichtlich nicht die Realität, wenn er sagt:“) obwohl der Autor nie etwas anderes als eine Kolumne veroeffentlichen wollte. Sie haetten ihre Punkte auch nett vortragen koennen und ich haette mir den Kommentar erspart, aber Sie haben sich bewusst dagegen entschieden.

      • Avatar
        Dietmar Tischer sagte:

        @ Klausi

        Darum geht’s also:

        >Mir ging es darum dass Sie hier voellig unnoetig auf den Artikel und den Autor einschlagen …>

        Unnötig?

        Nötig ist gar nichts, klar, ich hätte meinen Kommentar auch bleiben lassen können.

        Auf den Autor einschlagen?

        Sicher, man muss nicht „Unsinn“ gebrauchen.

        Aber ich halte mich dazu berechtigt, WEIL ich BEGRÜNDET habe, auf welcher FEHLEINSCHÄTZUNG seine Ausführungen basieren.

        Und jetzt zum Sachverhalt, den Sie offensichtlich nicht verstehen:

        >…der Autor nie etwas anderes als eine Kolumne veroeffentlichen wollte.>

        Was der Autor wollte oder nicht wollte, ist völlig irrelevant.

        Dr. Stelter hat das, was er als wesentlich erachtet, präsentiert, aus welchen Gründen auch immer.

        Ich habe eine Vermutung dazu, will aber nicht darüber spekulieren.

        Es spielt auch keine Rolle.

        Der Text steht jedenfalls da, wie er dasteht.

        Er hat eine BOTSCHAFT.

        Diese ist dem Inhalt nach bewertbar auf richtig und falsch.

        Darum geht es – wie immer an diesem Blog, beginnend mit Dr. Stelter selbst, der jeden von ihm vorgestellten Artikel kommentiert, satzweise durchweg mit Zustimmung oder Ablehnung.

        Das ist der ANSPRUCH dieses Blogs, wenngleich ihn nicht jeder Beitrag erfüllt.

        Ich habe mit meinem Kommentar versucht, dem Anspruch gerecht zu werden, wenn auch wie gewöhnlich umfangreicher, weil ich meine Kritik ausführlich begründe.

        Kritik, wenn sie auf Klärung angelegt und nicht feuilletonistisches Herumgeeire ist, heißt dann aber auch:

        Nicht zittern und genau zwischen die Augen halten.

        Das mag man hierzulande natürlich nicht so, weil es die Harmonie stört.

        Interessiert mich nicht und sollte auch niemanden interessieren, der seine Meinung äußert und sich damit der Kritik ANDERER aussetzt – FREIWILLIG wohlgemerkt.

        Für alle die es tun, sich dabei aber unwohl fühlen, sollte die britische Küchenweisheit gelten:

        If you can’t stand the heat, get out of the kitchen.

        Kurzum:

        Ihr Kommentar ist, mit Verlaub, überflüssig.

      • Avatar
        Klausi sagte:

        > Was der Autor wollte oder nicht wollte, ist völlig irrelevant.
        > …
        > Er hat eine BOTSCHAFT.
        Wenn ich im Supermarkt ein Packung Milch kaufe, dann darf ich mich nicht beschweren das es kein Tee ist. Eine Kolumne ist keine wissenschaftliche Abhandlung oder ein Fachartikel, sondern soll den Leser zum Nachdenken, Kritisieren oder aehnliches verleiten.

        > If you can’t stand the heat, get out of the kitchen.
        SIcherlich kann man Ihre Ansicht teilen, aber dann darf man sich auch nicht wundern wenn sich die vernuenftigen Leute aus diesem Bereich des Internets zurueckziehen. Denn die haben keine Lust darauf staendig im Superlativ eine persoenlichen Wertung ihrer Person nach der anderen zu lesen. Das entwertet meiner Auffassung nach jeglichen Beitrag auch unnoetig. Klar kann man behaupten das die die Hitze nicht ertragen, aber aus Eigeninteresse sollte man vielleicht auf dergleichen verzichten. Ein prominentes Beispiel ist hierfuer der Umgangstonstreit der Linux Kernel Entwickler (Oktober 2015).

        Ich zumindest habe eine selektive Wahrnehmung welche sich sofort verabschiedet wenn es unsachlich wird. Das muss Sie aber nicht weiter beruehren.

      • Avatar
        Richard Ott sagte:

        @Klausi

        „Klar kann man behaupten das die die Hitze nicht ertragen, aber aus Eigeninteresse sollte man vielleicht auf dergleichen verzichten. Ein prominentes Beispiel ist hierfuer der Umgangstonstreit der Linux Kernel Entwickler (Oktober 2015).“

        Ob es so schlau ist, dieses Beispiel zu bringen?

        Wer Müll zusammenschreibt, sollte es auch aushalten können, das gesagt zu bekommen, ob im Journalismus oder in der Code-Entwicklung.

        Was passiert, wenn man zu viel Nachsicht mit inkompetenten Berufsopfern im Safe Space übt und die fähigen Entwickler vergrault weil die angeblich nicht politisch korrekt genug diskutieren, sehen Sie ja an der Stagnation bei der Linux-Kernel-Entwicklung.

        (Man könnte fast glauben, Microsoft oder Apple hätten ein paar Querulant*innen, Feminist*innen, Geschlechtsverwirrti*xe und so weiter dort eingeschleust, um das Projekt zu sabotieren, aber das ist natürlich eine reine Verschwörungstheorie…)

      • Avatar
        Dietmar Tischer sagte:

        @ Klausi

        >Eine Kolumne ist keine wissenschaftliche Abhandlung oder ein Fachartikel, sondern soll den Leser zum Nachdenken, Kritisieren oder aehnliches verleiten.>

        Ich habe mich verleiten lassen.

        >Ich zumindest habe eine selektive Wahrnehmung welche sich sofort verabschiedet wenn es unsachlich wird.>

        Wo bin ich UNSACHLICH geworden?

        Etwas mit „Unsinn“ zu benennen, ist zumindest dann NICHT unsachlich, wenn der so Urteilende dargelegt hat, dass die PRÄMISSE der zu bewerteten Auffassung nicht der Wirklichkeit entspricht und von ihr UNHALTBARE Auffassungen abgeleitet werden.

        Ich weiß nicht, was Sie wollen, habe aber den Eindruck, dass es Ihrer Auffassung nach darum gehen sollte, dass jeder, der sich dazu berufen fühlt, seine Meinung sagt und somit ein schöner bunter Strauß von Meinungsvielfalt zusammenkommt.

        Das ist zu WENIG, wenn es darum geht WEITREICHENDE, uns alle betreffende Entscheidungen zu verstehen und zu bewerten.

        Um Verständnis und Bewertung muss gerungen und gegebenenfalls auch gestritten werden, weil JEDER, der derartige Entscheidungen beeinflussen kann – wenn auch letztlich nur mit seiner Stimme an der Wahlurne – die VERANTWORTUNG hat, für sich und andere mitzuentscheiden.

        Nur Meinungen zu haben, passt gut zu einer Diktatur, aber nicht zur Demokratie.

      • Avatar
        Klausi sagte:

        Dietmar Tischer schrieb:
        >Wo bin ich UNSACHLICH geworden?
        Habe ich bereits zitiert.

        >Ich weiß nicht, was Sie wollen, habe aber den Eindruck, dass es Ihrer Auffassung nach darum gehen sollte, dass jeder, der sich >dazu berufen fühlt, seine Meinung sagt und somit ein schöner bunter Strauß von Meinungsvielfalt zusammenkommt.
        Mir geht es darum das Sie, zusammengefasst, eine Kolumne als inhaltlich schwach betiteln obwohl eine Kolumne so etwas nicht zulaesst. Auf eine Kolumne kann man mit Fakten, Fragen, Ergaenzungen antworten, aber sie kann nicht inhaltlich schwach sein. Wenn der gleiche Text nicht als Kolumne veroeffentlicht worden waere, sondern als Artikel, dann kann dieser auch inhaltlich schwach sein. Es geht mir wie gesagt nicht darum was Sie inhaltlich geliefert haben, sondern um ihre wertenden Komponenten gegenueber dem Autor.

        > Um Verständnis und Bewertung muss gerungen und gegebenenfalls auch gestritten werden, weil JEDER, der derartige
        > Entscheidungen beeinflussen kann – wenn auch letztlich nur mit seiner Stimme an der Wahlurne – die VERANTWORTUNG hat, > für sich und andere mitzuentscheiden.
        Da bin ich ganz Ihrer Meinung.

        Richard Ott schrieb:
        > Was passiert, wenn man zu viel Nachsicht mit inkompetenten Berufsopfern im Safe Space übt und die fähigen Entwickler
        > vergrault weil die angeblich nicht politisch korrekt genug diskutieren, sehen Sie ja an der Stagnation bei der Linux-Kernel-Entwicklung.
        > (Man könnte fast glauben, Microsoft oder Apple hätten ein paar Querulant*innen, Feminist*innen, Geschlechtsverwirrti*xe und so > weiter dort eingeschleust, um das Projekt zu sabotieren, aber das ist natürlich eine reine Verschwörungstheorie…)
        Da Sie anscheinend mit der Thematik vertraut sind (was kein Vorwurf gegen andere ist). Ich halte Aenderung wie sie gerade bei stackoverflow ablaufen fuer voellig daneben und unproduktiv. Die Eskalation auf der Kernel Mailingslist hat allerdings zum Verlust von sehr faehigen Leuten gefuehrt und es war richtig das dort eine Veraenderung eingetreten ist. Es ist deshalb kein Ponyhof geworden, aber die persoenlichen Angriffe sind weg und die Arbeit ist meiner Auffassung nach produktiver als vorher.

      • Avatar
        Dietmar Tischer sagte:

        @ Klausi

        >Mir geht es darum das Sie, zusammengefasst, eine Kolumne als inhaltlich schwach betiteln obwohl eine Kolumne so etwas nicht zulaesst. Auf eine Kolumne kann man mit Fakten, Fragen, Ergaenzungen antworten, aber sie kann nicht inhaltlich schwach sein.>

        Sie liegen VÖLLIG daneben und verrennen sich.

        Alles – und ich meine ALLES –, was einen VERSTÄNDLICHEN, d. h. einen auf irgendeine wiederum verständliche Realität bezogenen INHALT hat, lässt KRITIK zu und wird auch kritisiert.

        Es spielt dabei keine Rolle, unter was für eine Rubrik die Inhaltsäußerung fällt, ob Kolumne, Nachricht oder Abhandlung mit wissenschaftlichem Anspruch – es ist egal.

        Wenn Ihre Auffassung richtig wäre, also zu befolgen sei, dann müsste jeder, der etwas meint und das der Welt auch sagen will, nur „Kolumne“ darüber schreiben, um legitimerweise FORDERN zu können:

        Nur mit Fakten, Fragen und Ergänzungen darauf reagieren, ABER nicht mit einer BEURTEILUNG hinsichtlich richtig oder falsch. Denn das ist nicht erlaubt und disqualifiziert.

        Sorry, Gesellschaften sind nicht im Bibelkreis, wo man sich eines Urteils bezüglich der EXISTENZ Gottes enthalte muss, weil sie da eine VERLETZUNG von Gläubigkeit ist.

        Sie sollten einmal darüber nachdenken, WAS Kommunikation ausmacht, wenn sie einen BEITRAG für eine Gesellschaft leisten will, die versucht sich besser zu verstehen.

      • Avatar
        Klausi sagte:

        Wollen Sie mich eigentlich absichtlich falsch verstehen? Ich habe doch dargelegt das man sich zu einer Kolumne aeussern kann wie man moechte, aber eine wertende Aeusserung zur Person daneben ist, weil Thema verfehlt?

        > Wenn Ihre Auffassung richtig wäre, also zu befolgen sei, dann müsste jeder, der etwas
        > meint und das der Welt auch sagen will, nur „Kolumne“ darüber schreiben, um
        > legitimerweise FORDERN zu können:

        > Nur mit Fakten, Fragen und Ergänzungen darauf reagieren, ABER nicht mit einer
        > BEURTEILUNG hinsichtlich richtig oder falsch. Denn das ist nicht erlaubt und
        > disqualifiziert.
        Das habe ich so nicht geschrieben und sollte sich das aus dem geschriebenen herauslesen lassen, dann tut mir das Leid. Es geht mir um ihre Wertung der Person und nicht um ihre Kritik an dem Inhalt des Textes.

        Erklaeren Sie mir doch mal den wertvollen Beitrag dieser Teile: „Das ist einfach nur dummes Zeug.“ und „Der Autor begreift offensichtlich nicht die Realität“? Haette ihr Beitrag an Inhalt verloren wenn Sie diese Schaerfe weggelassen haetten? Meiner Auffassung nach nicht. Wie bereits dargelegt lese ich dann gar nicht mehr weiter, also kommen Sie als Sender einer Botschaft bei mir nicht an. Auch hier, kann Ihnen egal sein. Ich wollte es Ihnen zumindest einmal mitteilen.

        Das Themen ist fuer mich jetzt auch durch. Das ist vielleicht eher etwas fuer ein persoenliches Gespraech. Ich sehe zumindest nicht das wir zumindest ein Schritt aufeinander zugekommen sind.

      • Avatar
        Dietmar Tischer sagte:

        @ Klausi

        >Es geht mir um ihre Wertung der Person und nicht um ihre Kritik an dem Inhalt des Textes.>

        Ich habe den Inhalt des Textes bewertet und nicht die Person.

        Oder habe ich z. B. irgendetwas über den Charakter oder die Motive des Verfassers gesagt?

        Habe ich nicht.

        Warum behaupten Sie dann, dass ich die Person bewertet habe?

        Sie behaupten es, weil Sie NICHT verstehen können, dass sich eine Person, die einen Text geschrieben hat, sich die BEWERTUNG des Textes ZUSCHREIBEN lassen MUSS, damit aber KEINE Wertung der Person verbunden ist.

        Kurzum:

        Sie verstehen den Prozess des Kritisierens nicht oder wollen ihn nicht verstehen, weil Sie das Urteil „Unsinn“ etc. als – letzten Endes – Beleidigung auffassen.

        Ob „Unsinn“, „Das ist nur einfach nur dummes Zeug“, der Autor begreift offensichtlich nicht die Realität“ WERTVOLL sind oder nicht, spielt keine Rolle.

        Das kann jeder Leser für sich selbst entscheiden.

        Es sind meine dezidierten Beurteilungen um den BEITRAG qualitativ zu klassifizieren.

        Da sie NICHT beleidigend sind, müssen sie ERLAUBT sein.

        Darum und NUR darum geht es.

        Damit ist auch für mich Schluss.

        Aus meiner Sicht sind Sie nicht belehrbar, ja noch nicht einmal argumentationsfähig.

  10. Avatar
    Egon sagte:

    Zum „der Kater“
    Es bedarf kein Krieg, nur deutsche Politiker sowie die deutsche Bevölkerung
    die den Mut haben aus der EU auszutreten.

    Antworten
    • Avatar
      Dietmar Tischer sagte:

      @ Egon

      Richtig, der Austritt aus der EU ist eine „saubere“ Lösung, die ohne Krieg möglich wäre.

      Allerdings untertreiben Sie mit „Mut haben“ ganz erheblich.

      Es wäre vielmehr ein Abenteuer, wie los zu segeln, ohne zu wissen, wo man wie ankommt.

      Mut hat eine absehbare Dimension und ist daher etwas anderes.

      Antworten
      • Avatar
        Egon sagte:

        Sehr geehrter Herr Tischer,
        natürlich ist ein Wagnis. Aber ansonsten werden Vorschläge diskutiert, die uns auch nicht weiterhelfen. Ich vergleiche dies mit dem Mut der ehemaligen DDR Bürger für eine andere Gesellschaftsform zu streiken als in der Sie lebten. Man sollte solche radikalen Lösungen diskutieren, sonst hört sie ja keiner und man schwimmt immer weiter im selben Strom. Herr Stelter hat den Engländer auch zu Ihrem Austritt gratuliert.

      • Avatar
        Dietmar Tischer sagte:

        @ Egon

        Diskutieren sollt man grundsätzlich andere Vorschläge wie einen Austritt schon – ich bin sehr dafür.

        Denn der Austritt ist eine ALTERNATIVE.

        Eine DISKUSSION wäre auch deshalb sehr hilfreich, weil man zumindest eine richtungsweisende Vorstellung davon gewinnen würde, was er bedeutet.

        Dem Brexit hat meines Erachtens eine derartige Diskussion gefehlt, jedenfalls eine, die auf seriöse Weise in die breite Öffentlichkeit gestreut hätte; stattdessen gab es große Versprechungen, die jedenfalls kurz- bis mittelfristig nicht zu halten sein werden.

        Wie auch immer, der Brexit hat sich ereignet.

        Der große Fehler des Spitzenpersonals, ganz vorn v. d. Leyen, ist die Schönrednerei, dass es jetzt einen Aufbruch in eine bessere Zukunft gebe.

        Ich verstehe schon, dass die Menschen nicht die bittere Wahrheit hören wollen, aber sie derart zu verschleiern, wird möglicherweise noch bitterer werden.

        Denn die jetzt geschaffene TRANSFERUNION wird SCHEITERN.

        Man kann noch etwas an den Mechanismen herumbasteln – was nicht unterschätzt werden sollte – aber irgendein Weg führt unweigerlich dahin.

  11. Avatar
    Hansjörg Pfister sagte:

    „Die Bürger interessieren sich schlichtweg nicht für Wirtschaft und den eigenen Wohlstand.“
    Das kann ich aus meinem Umfeld ausdrücklich bestätigen. Genau so ist es. Und wenn der eigene Wohlstand dann weg ist, sucht man einen Schuldigen. Bin gespannt wer es diesmal ist. Da hilft dann nur noch auswandern (wer kann), oder sich entsprechend einzurichten.

    Antworten
    • Avatar
      Dietmar Tischer sagte:

      @ Hanjörg Pfister

      >„Die Bürger interessieren sich schlichtweg nicht für Wirtschaft und den eigenen Wohlstand.“>

      Auf jeden Fall verstehen sie nicht, was die VORAUSSETZUNGEN sind, damit der Wohlstand wenigstens zu halten ist, wenn er schon nicht gemehrt werden kann.

      WEIL das so ist, kann man ihnen schon in normalen Zeiten bei relativ großem Wohlstand keine neue Ordnung verkaufen und erst recht KEINE in Krisenzeiten.

      Das ist auch so mit dem Entschuldungsvorschlag von Dr. Stelter.

      Wenn ein einigermaßen bedeutender Politiker ihn öffentlich aufgreifen würde, wäre das Geschrei – INFLATION – hierzulande groß.

      Auch wenn es nur eine EINMALIGE Maßnahme wäre – und es könnte PROBLEMLOS eine einmalige für länger Zeit sein –, weil aufgrund der Entschuldung wieder „Luft“ bestünde sich bei einem viel tieferen Schuldenstand an den Kapitalmärkten zu finanzieren:

      Das Geschrei würde diesen Vorschlag, der ein wirklich effektiver bezüglich einer neuen Finanzordnung wäre, killen.

      Antworten
      • Avatar
        Richard Ott sagte:

        @Herr Tischer

        „Auch wenn es nur eine EINMALIGE Maßnahme wäre – und es könnte PROBLEMLOS eine einmalige für länger Zeit sein – weil aufgrund der Entschuldung wieder ‚Luft‘ bestünde sich bei einem viel tieferen Schuldenstand an den Kapitalmärkten zu finanzieren“

        „Einmalig für längere Zeit“ finde ich eine wunderschöne Formulierung, um wiederkehrende Zyklen aus Schuldenaufnahme und Monetisierung von Staatsschulden per „Schuldentilgungsfonds“ zu umschreiben. Das ist ja fast schon… Merkel-Poesie.

      • Avatar
        Dietmar Tischer sagte:

        @ Richard Ott

        Der Unterschied zur Merkel-Poesie ist nicht die Einmaligkeit, die es natürlich nicht gibt, sondern:

        Bei der EU/Merkel-Macron-Finanzierung ist die Einmaligkeit definitiv eine KURZZEITIGE.

        Denn es ist absehbar, dass nichts besser wird.

    • Avatar
      Horst sagte:

      Das Pfingstwochenende habe ich intensiv mit Hans Jürgen Krysmanski verbracht. Analog (auch) dessen Forschungen stimme ich Ihnen, Herr Tischer, zu: „Denn es ist absehbar, dass nichts besser wird.“

      Analog (auch) dessen Forschungen stimme ich Ihnen, Herr Pfister, nicht vollumfänglich zu: „Die Bürger interessieren sich schlichtweg nicht den eigenen Wohlstand.“

      Dass sich das Gros der Bürger nicht für (das große Bild der) Wirtschaft interessiert, dieser Aussage ist zuzustimmen, für das eigene wirtschaftliche Wohlergehen, das Grundlage ihres Wohlstandes ist, hingegen schon.

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    Chris sagte:

    in der Tat ein kreativer Vorschlag der Schuldentilgungsfonds. Es stellt sich nur die Frage, ob das rechtlich so zu machen ist oder das Finanzierungsverbot zwischen EU-Staaten geändert werden müsste, das ja über den Umweg der EZB umgangen wird und an eine permanente Rechtsverletzung erinnert, oder nicht?

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    Egon sagte:

    Für mich gibt es nur eine saubere Lösung. Euro wird aufgelöst. Es gibt wieder nationale Währungen und Haushalte. Alle anderen ( auch die von Herrn Stelters) sind scheinheilige Lösungen.

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      der Kater sagte:

      Da muss er aber zuerst einen Krieg gewinnen, der Egon.

      Solange das nicht ist, bleibt er tributpflichtig. C’est la vie.

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        Richard Ott sagte:

        @ruby

        Ich habe nie begriffen, wieso die Mainstream-Medien und die woke Hollywood-Schickimiki-Blase mitsamt angeschlossener Hofberichterstatter die „Tribute von Panem“ so hochgejubelt haben. Das ist für die eine sehr gefährliche Geschichte, man kann sie genau so gut auch als Allegorie darauf lesen, wie dekadent unsere ganze Unterhaltungsindustrie mit ihrer weltfremden Celebrity-Kaste heute schon ist. Die Kostüme bei der alljährlichen „Met-Gala“ sind zum Beispiel genauso überdreht wie die der Tribute – nicht dass da jemand auf Ideen kommt…

        Grüße aus Distrikt 12 (Bergbau)!

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        ruby sagte:

        @ Herr Ott
        Sind Sie nicht aus dem Bezirk Süd: Porzellan und Schlösser?😉
        Vorgestern lief auf arte eine Portrait über den Regiesseur William Friedkin.
        Eine Antwort habe ich dort gefunden. Es ist der Glaube, daß der Schein das Bewußtsein bestimmt und daß nur wer genug Cash dafür einspielt auftreten darf.
        Diese Strategie soll in allen Bereichen von Gesellschaft als Leitideologie verherrlicht sein.
        Im Grunde steht die Struktur von Zentrum und Peripherie oder Stadt/Land, Globalunternehmen zu ausländische Produktionsstandorte dahinter.
        Es ist verinnerlicht, daß Götter ihre Sklaven als natürlichen Zustand ansehen besser präsentieren also ein Herrschaftsritual, Symbolismus.

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    Kosider Jürgen sagte:

    @Herr Dr. Stelter
    „Mir fällt dabei die Rolle des unabhängigen Ökonomen zu, der einen kreativen, aber auch „radikalen“ Vorschlag zur Lösung des Schuldenproblems macht: eben meinen Schuldentilgungsfonds, an dem alle Euroländer teilnehmen und der von der EZB über hundert Jahre zins- und tilgungsfrei gestellt wird.„

    Sie haben völlig recht! Sie brauchen allerdings die politische Unterstützung zumindest einer Partei in Deutschland, selbst wenn es die Linke ist. In Frankreich hat Jean-Luc Melanchon, Chef der linken Bewegung „la France insoumise“ ähnliche Vorschläge gemacht und auch der ehemalige Politikberater von Nicolas Sarkozy, Alain Minc unterstützt diese Richtung. Vielleicht sollten Sie mal die deutsch-französische Achse auch für Ihre Vorschläge mobilisieren. Und überlegen, Ihre Unabhängigkeit etwas zu lockern…

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    Richard Ott sagte:

    Wie gefährlich das Coronavirus tatsächlich ist, sieht man ja an dem Verhalten der Gouverneure und Bürgermeister in den traditionellen Demokraten-Hochburgen der USA.

    Friseure und Restaurantbetreiber werden mit Auflagen gegängelt und verhaftet wenn sie sich den staatlichen Öffnungsregeln widersetzen – aber linksextreme Antifa-Terroristen und plündernde Chaoten dürfen frei randalieren. Da ist „social distancing“ plötzlich überhaupt kein Kriterium mehr. Faszinierend, wie schnell sich die Prioritäten ändern.

    Aber immerhin braucht man tatsächlich einen „Wiederaufbau-Fonds“ wenn die Linksextremisten und die Plünderer durchgezogen sind, das dürfte der Gelddruck-Fraktion sehr gefallen. Vielleicht auch eine best case practice für Europa?

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