Das monetäre Endspiel läuft

High-net-worth individuals investing in ‘all that the government can’t print’“ – so beginnt der Kommentar zur aktuellen Lage, geschrieben wenige Tage nach der Invasion in der Ukraine. Wenig deutet darauf hin, dass es jetzt besser wird, eher noch schneller, schlechter:

  • Unorthodox monetary policies, the global inflation surge and a continued de facto debasement of fiat currencies are huge sources of nervousness for institutional and private investors. A big worrying factor has been the ratcheting-up of quantitative easing since the March 2020 Covid-19 outbreak. Many high-net-worth individuals tell fund managers in the Netherlands they want to invest only in ‘all that the government can’t print’.“ – bto: Die Niederländer sind durchaus gute Kaufleute.
  • In a few short years, central banks have gone from confronting a deflationary collapse to what may become an inflationary spiral. In view of the prices spike, central banks in the US, UK and continental Europe are raising rates or strongly considering the prospect.“ – bto: Das erscheint in Europa undenkbar. Ich will nicht ausschließen, dass es in den USA anders ist, die dortige Wirtschaft wird auch nicht so hart getroffen, wie die europäische.
  • As former Dutch central banker Lex Hoogduin has pointed out, high euro area debt means the European Central Bank ‘is trapped’ in its interest rate policies. Charles Goodhart of the London School of Economics, a former member of the Bank of England monetary policy committee, has been sounding similar warnings for years.“ – bto: natürlich. Und man muss auch kein Ökonom sein, um zu erkennen, was hier passiert.
  • Retired central bankers like Hoogduin and Goodhart tend to be much more critical of current monetary policies than their present-day counterparts. (…) The ECB rejects the claim but has yet to prove that its defence is watertight. The ECB is highly reluctant to raise rates from negative levels (…) As Christine Lagarde, ECB president, has been at pains to point out, tightening money probably won’t make much difference to the underlying inflation rate. Moreover, even if central banks raised interest rates by one or two percentage points, that wouldn’t be sufficient to change many institutional investors’ lower propensity to invest in bonds.“ – bto: Die EZB wird bis zum bitteren Ende das Gegenteil behaupten. Oder anders gesagt: Havenstein hat auch nur so viel Geld gedruckt, weil die Nachfrage danach so hoch war.
  • Central bankers have been monetising almost all net debt issuance since 2015. Covid-19 emergency liquidity supplied through QE has been three times larger than in 2009-11, after the collapse of Lehman Bros. Besides supporting treasury markets, some central banks have started buying corporate bonds, as well as large quantities of equities. Some 23% of the Swiss National Bank reserves are invested in listed equities – a big factor behind previous stock market buoyancy.“ – bto: Die Schweizer betreiben eine sehr gute Politik. Sie kaufen richtige Assets und bauen so praktisch einen Sovereign Wealth Fund auf. Ich denke, richtig problematisch wird es erst, wenn die EZB Aktien kauft.
  • Since the 2008 financial crisis, the world’s leading central banks have increased their balance sheets by around $26tn to $31tn. In the last 19 months, balance sheets grew by $14tn. The Eurosystem’s balance sheet (ECB and national central banks) has almost doubled to €8.5tn from €4.5tn in late 2019.“ – bto: In den letzten Monaten kam das Geld auch in der Wirtschaft an. Das ist der entscheidende Unterschied zu der Zeit nach der Finanzkrise.
  • The world’s fiat currency system has reached a dangerous juncture. History teaches that a strong inflationary process, once started, is very hard to stop. Over the last 300 years more than 100 fiat systems have disappeared, undermined by hyperinflation and other deficiencies. The failure of a fiat system should be considered a statistical certainty, rather than a theoretical improbability.“ – bto: In der Tat haben wir jetzt den perfekten Sturm, wie die Amerikaner sagen. Viel Brennholz liegt herum und das Feuer ist schon im Lager.
  • „(…) Paul Volcker, the former Fed chairman, remarked: ‘Inflation is a more fundamental danger than speculative investment. Some countries seem to be in the unusual situation where they are trying to create inflation. They will come to regret that.’ Raising rates strongly, as Volcker did in 1979-81, is now impossible because of high government debt.“ – bto: Damit bekommen wir einen massiven Inflationsschub.
  • „(…) central banks are trapped. As they try for an exit, central bankers may bring off a great escape. Equally, they may trigger a great monetary reset.“ – bto: Das monetäre Endspiel läuft. Siehe die zwei Beiträge dazu auf bto.

omfif.org: „Central banks’ inflation trap: heading for a great escape or great reset?“, 1. März 2022

Kommentare (42) HINWEIS: DIE KOMMENTARE MEINER LESERINNEN UND LESER WIDERSPIEGELN NICHT ZWANGSLÄUFIG DIE MEINUNG VON BTO.
    • @foxxly
      @foxxly sagte:

      @ tvzh
      die vorgesehene gesetzl rentenerhöhung beträgt über 5, bzw über 6%(ost).
      ach wie hoch usw. etc.. da kommt schnell ein rentnerbashing.

      für die allermeisten rentner reicht diese erhöhung nicht mal für die mehrkosten beim tanken, pro monat!
      geschweige denn ein ausgleich für die stark gestiegenen lebensmittel (ca 25% und mehr)

      diese erhöhung fließt restlos zurück in die wirtschaft und reicht bei weiten nicht für den kaufkraftverlust, nicht mal für den verlust von 2021.

      Antworten
  1. Johann Schwarting
    Johann Schwarting sagte:

    @bto

    “High-net-worth individuals investing in ‘all that the government can’t print’”

    Da der ‘Krieg der Vater aller Dinge’ ist, können ‘High-net-worth individuals’ in den Krieg investieren. Wir wissen ja, dass “das Geld ein Kriegskind ist, nichts anderes. Ist es groß und stark, wird es zum Kriegsvater. Und so immer weiter. Ist bekanntlich bis heute so.” Eine bekannte Zeitung sprach vor 8 Jahren im Zusammenhang mit dem ‘war of terror’ vom ‘perfekten Krieg’: Der Feldzug gegen den Islamischen Staat bescherte den amerikanischen Rüstungsunternehmen volle Auftragsbücher und große Gewinne. Gerade heute sehen wir, dass die Zeiten sinkender Rüstungsbudgets vorbei sind.

    https://think-beyondtheobvious.com/stelter-in-den-medien/putin-trifft-eine-fragile-weltwirtschaft/#comment-230656

    Die Schuldenlast ist kein zerstörerisches Übel, da es in systemischer Hinsicht lediglich um die Spitzenrefinanzierungen und die Kapitaldienstfähigkeiten der langlaufenden Verschuldungen ankommt. Da die gegenwärtige Finanzierbarkeit der Stabilität schwierig ist, gibt es keinen anderen Weg, als die Staaten in Kriege (Externalisierungen und Neuordnung der Haftungsräume) zu führen. Das geschieht, wie wir sehen, urplötzlich. Die Wirtschaft wird neben Corona und dem jetzt beginnenden EU-Verteidigungsaufbau mit sehr langen Laufzeiten finanziell gestärkt aus der Krise hervorgehen. Es besteht eben die Notwendigkeit, die kräftigste Verschuldungskette der Welt zu erzeugen. Die langfristigen Finanzierungen bilden die Basis neuer allumfassender Kreditpyramiden.

    Die Militärunion wird ohne Zeitverlust realisiert und die Absätze der militärindustriellen Komplexe global in Rekordzeit hochgefahren. Es bedarf gewaltiger Vorfinanzierungsvolumina. Nur darum geht es bei der Außenpolitik der USA und Europas – systemerhaltene Kreditvergaben auszuweiten für: Rohstoffe, Jahrzehnte lange Bürgerkriege und dauerhafte militärische Infrastrukturplanungen, Waffenlieferungen und umfangreiche Söldnertruppen.

    Die innenpolitischen Spannungen werden mittels Schocktherapien unter Kontrolle gehalten.

    Zum gestrigen ‘bto’ Beitrag

    “Dafür müssten allerdings die Altlasten bereinigt werden, indem alle Staaten einen Teil ihrer Staatsschulden in einen europäischen Altschuldenfonds übertragen und dafür gemeinsam haften.”

    noch das.

    Die Staaten können die Altlasten als ‘Teil ihrer Staatsschulden’ nicht ‘bereinigen’. Sie sind vom – im System vorhandenen Geld bzw. vom Geldguthaben – über die Sammelstellen (Pensionskassen, Versicherer, Treuhandgesellschaften, Fonds etc.) des Systems gekauft worden. Die Quelle des Satzes: “Der Kauf läuft systembedingt, denn die größtenteils automatisierte Risikobetrachtung stuft die Schulden des Staates als ein sicheres Investment ein. Allem voran die Verschuldung der USA oder aber auch die Anleihen Deutschlands.” ist bekannt.

    Die Anleihen, die diese Altlasten in der Summe repräsentieren, müssen von Beginn an zinstragend revolviert und prologiert werden, sonst wären die Forderungen des Publikums (z.B. Altersversorgung) aus diesen Altlasten nicht mehr werthaltig und müssten abgeschrieben werden. Sie und die Guthaben aus ihnen dienen als Sicherheiten für systemnotwendige Kreditvergaben. Wobei letztendlich kein Weg an der Verschuldung der Nichtbanken an der Basis der Ökonomie vorbeigeht. Wegen der Komplexität Anlageprodukte sind die Verwerfungen und Erschütterungen auf den Gläubigerseiten nach den Haircuts nicht kontrollierbar.

    Die Verschuldungssummen aus dem Altlastenfonds lassen sich nicht ‘bereinigen’, geschweige denn ‘einfrieren’!

    Antworten
    • Hansjörg Pfister
      Hansjörg Pfister sagte:

      @Johann Schwarting
      “Die Militärunion wird ohne Zeitverlust realisiert und die Absätze der militärindustriellen Komplexe global in Rekordzeit hochgefahren. Es bedarf gewaltiger Vorfinanzierungsvolumina. Nur darum geht es bei der Außenpolitik der USA und Europas – systemerhaltene Kreditvergaben auszuweiten für: Rohstoffe, Jahrzehnte lange Bürgerkriege und dauerhafte militärische Infrastrukturplanungen, Waffenlieferungen und umfangreiche Söldnertruppen.”
      Ja ne is klar. Und die Russland konnte gar niicht anders als sie Ukraine zu überfallen, sonst wär das ja nix geworden mit dem Hochfahren.

      Antworten
      • Alexander
        Alexander sagte:

        @Johann Schwarting

        So beeindruckend die Bereinung der Gläubigerseite in Sachen Pensionfonds (nicht vererbbarer Ansprüche) unter freiwilliger Legitimation ablief, so schlecht stellt sich die Arbeitsvorbereitung in Sachen Ukraine dar.

        Trotz Militärunion unter Verlust der Neutralität von Schweden, Österreich und der Schweiz – welche im Konzert der Sanktionen keine Ausnahmestrophe spielen dürfen, bettelt man fossile Brennstoffe zusammen und leidet unter importierter Inflation…

        Russland hat den Wirtschaftskrieg besser vorbereitet als der Westen, der gefühlte Stärke aus Medienberichten ableitet…Israel empfahl Selenski einstweilen die Kapitulation, weil man was(?) ist: https://www.voltairenet.org/article215490.html

        Die Nerven liegen blank, wenn der ukrainische Botschafter nach dem Bundestag twittert “halten sie ihre linke Klappe”, focus online:
        youtu.be/eZCy9YjraVI

        Deutsches Privileg ist immer auf der Seite der Verlierer zu stehen, daran ändert die neue Bundesregierung so wenige wie alle vorangegangenen…..

        Läuft.

      • Alexander
        Alexander sagte:

        Die Frequenz mit der Geldschoepfung fuer neue Projekte beworben wird, um gestern erst gescheiterte Erwartungen samt ihrer faulen Finanzierung vergessen zu machen offenbart die Fragilitaet des Systems. Stabil ist anders…

        Laeuft nicht mehr..

    • Dietmar Tischer
      Dietmar Tischer sagte:

      @ Johann Schwarting

      Gold- und Devisenreserven der russischen Zentralbank:

      Von 2018 bis 2022 von 447,7 Mrd. US-Dollar (2018) auf 630,2 Mrd. US-Dollar (2022) um fast 50% gestiegen.

      Hier:

      https://de.statista.com/infografik/26925/gold-und-devisenreserven-der-russischen-zentralbank/

      DESHALB musst Russland mit dem Überfall auf die Ukraine für „die Neuordnung der Haftungsräume“ urplötzlich sorgen?

      Sie merken noch nicht einmal, dass Sie mit Ihrem penetrant vorgetragenen UNSINN nur noch LÄCHERLICH wirken.

      Antworten
      • Richard Ott
        Richard Ott sagte:

        @Herr Ticher

        “Gold- und Devisenreserven der russischen Zentralbank: Von 2018 bis 2022 von 447,7 Mrd. US-Dollar (2018) auf 630,2 Mrd. US-Dollar (2022) um fast 50% gestiegen.”

        Sie meinen diejenigen russischen Devisenreserven, von denen der “demokratische und regelbasierte Westen” per unilateralem Beschluss mal eben so ungefähr 60% gestohlen (“eingefroren”) hat?

      • Dietmar Tischer
        Dietmar Tischer sagte:

        @ Richard Ott

        Ich habe einen SACHVERHALT dargelegt, den jeder verstehen und überprüfen kann.

        Und Sie?

        Sie stellen eine DÄMLICHE Frage.

    • Richard Ott
      Richard Ott sagte:

      @Johann Schwarting

      “Die Wirtschaft wird neben Corona und dem jetzt beginnenden EU-Verteidigungsaufbau mit sehr langen Laufzeiten finanziell gestärkt aus der Krise hervorgehen. ”

      Der Wirtschaft in der EU hilft es kaum, wenn im Zuge des “EU-Verteidigungsaufbaus” irgendwelche überteuerten Kampfjets aus US-Produktion gekauft werden.

      Das ist tatsächlich eine verschleierte Tributzahlung an den Hegemon.

      Antworten
      • Stefan K.
        Stefan K. sagte:

        @Johann Schwarting
        “Die Wirtschaft wird neben Corona und dem jetzt beginnenden EU-Verteidigungsaufbau mit sehr langen Laufzeiten finanziell gestärkt aus der Krise hervorgehen.”

        Das ist leider eine Fehlannahme. Durch diese Maßnahmen wird die Inflation noch weiter “befeuert” werden.

      • Johann Schwarting
        Johann Schwarting sagte:

        @Stefan K.

        “Das ist leider eine Fehlannahme. Durch diese Maßnahmen wird die Inflation noch weiter ‘befeuert’ werden.”

        Am 11. DEZEMBER 2021, 09:28 hatte ich ausgeführt, dass es Paul C. Martin debitistisch gelingt, Inflation und Deflation auf die Abgabe = Geld herunterzubrechen.

        “Entscheidend ist nun, was das ‘Machen mit dem Geld’ für Konsequenzen hat und zwar nicht für die Wirtschaft, sondern für den Staat. Oder umgekehrt: Der Staat hat es nicht nur in der Hand, das, was er selbst braucht, die Abgabe nämlich, so zu manipulieren, dass der Geldwert (also Wert des Abgabenmittels) steigt oder fällt, sondern es ist einzig und allein die Abgabe (Höhe, Veränderung, Struktur, Termine, usw.), bzw. das Geld als Abgabe, die das sog. Preisniveau bestimmt und nicht das Geld als Tauschmittel oder wie die Definitionen alle heißen, die in jedem Makro-Lehrbuch stehen.”

        https://archiv.dasgelbeforum.net/ewf2000/forum_entry.php?id=159190

        Am 6. FEBRUAR 2022, 11:58 zitierte ich PCM mit den Sätzen: “J e d e Inflation ist hausgemacht. Es doch nachgerade absurd, etwas anderes zu behaupten. Hohe Erdölpreise? Na gut, dann geht mehr Geld in den Energiesektor, und woanders wird es abgezogen. Also fallen dort die Preise. Das tun sie nur dann nicht, wenn durch luschige Geldpolitik den Verbrauchern beides ermöglicht wird: a) teuer zu tanken und b) auch noch teuer im nächsten Supermarkt einzukaufen. Wie schon in den 70ern erlebt.”

        Ein aktuelles Beispiel, neben vielen anderen, ist die, ohne Ehrlichkeit im Verstehen der wirtschaftlichen Zusammenhänge, nur aus wahltaktischen Gründen durch Subventionierung anvisierte staatliche Benzinpreissenkung, um letztendlich als demokratische Politiker wiedergewählt zu werden. Bis zu 30 Kilometer können sehr viele Menschen ihre Wege in fast jeder Stadt – wie in Utrecht oder Kopenhagen – zur Arbeit, zum Einkaufen usw. mit dem Rad bestreiten!

  2. Matthias Blum
    Matthias Blum sagte:

    „ Raising rates strongly, as Volcker did in 1979-81, is now impossible because of high government debt.“ – bto: Damit bekommen wir einen massiven Inflationsschub.“

    Kann es sein, dass aufgrund der hohen Schulden auch weit geringere Zinserhöhungen ausreichen (würden, ich sage nicht dass ich das erwarte) um die Inflation zu bremsen? Die setzt viele Schuldner unter Druck, was deflationär wirkt.
    Ich frage mich ob es da noch eine vernünftige Mitte gibt oder ob das zwangsläufig in eine der beiden Richtungen kippen muss.

    Antworten
  3. Wolfgang Selig
    Wolfgang Selig sagte:

    bto: “Ich denke, richtig problematisch wird es erst, wenn die EZB Aktien kauft.”

    Wie schräg ist das denn? Warum soll denn die EZB Aktien kaufen? Sie hat genug damit zu tun, emittierte Anleihen unverzüglich vom Markt wegzukaufen, um die Zinsen nicht steigen zu lassen. Es gibt doch weiß Gott genug Privatleute, die die Aktien kaufen, um reale Assets zu erwerben, während das Geld kaputt geht. Nicht zuletzt die Unternehmen, die ihre eigenen Aktien zurückkaufen. Seltsam.

    Antworten
    • Richard Ott
      Richard Ott sagte:

      @Herr Selig

      Die dahintersteckende Idee ist vermutlich, dass die EZB doch mal die Zentralbank unserer Nachbarn aus der Schweiz kopieren könnte. Geographisch durchaus “naheliegend”, aber die Schweizer Nationalbank fährt ja eine ganz andere Strategie, indem sie versucht, den Schweizer Franken schwach zu halten und baut dadurch stetig Devisenreserven auf, die sie irgendwie werthaltig anlegen muss. Und als im globalen Maßstab sehr kleiner Wirtschaftsraum mit ungefähr 0,1% der Weltbevölkerung ist der Kauf internationaler Aktien eine vernünftige Strategie.

      Die EZB hat weder die nötigen Überschüsse noch ist sie klein genug als dass sie die Schweizer Strategie einfach so kopieren könnte.

      Antworten
      • Dietmar Tischer
        Dietmar Tischer sagte:

        @ Richard Ott

        >Die EZB hat weder die nötigen Überschüsse noch ist sie klein genug als dass sie die Schweizer Strategie einfach so kopieren könnte.>

        Welche Überschüsse?

        Sie reden doch immer vom „Gelddrucken“ der Notenbanken.

        Wenn Sie ihre eigenen Worte ernst nehmen, dann braucht die EZB keine Überschüsse, um Aktien zu kaufen.

      • Richard Ott
        Richard Ott sagte:

        @Herr Tischer

        Tja, das “Gelddrucken” so wie wir es von der EZB bisher kennen, funktioniert halt nur, wenn der Staat über die Ausgabe von Staatsanleihen und -solange es wenigstens noch pro forma das Verbot der direkten Staatsfinanzierung gibt- der private Bankensektor über das Zeichnen dieser Staatsanleihen und den Weiterverkauf an die EZB dabei mitmachen. Alleine kann die EZB das nicht, sie braucht immer Gegenparteien für die Transaktionen.

        Ansonsten lässt sich das ganze nicht verbuchen, oder wie stellen Sie sich das vor? Die EZB erzeugt für sich Guthaben auf dem Konto eines Aktienbrokers und kauft damit Aktien ein?? Beschreiben Sie mir, wie da ganz genau gebucht werden soll, wenn Sie glauben, dass das so einfach geht…

        Jetzt können Sie natürlich sagen, der Staat pfeift in dem Szenario einfach auf eine ordentliche Buchführung oder verbucht auf eine Art und Weise, die so unseriös ist wie die Idee von “ich drucke mir als Zentralbank im Keller Geld und kaufe damit Aktien ein” aber dann wird die EZB ganz schnell niemanden mehr finden, der dumm genug ist und ihr Aktien verkauft, und zwar *egal* welchen Preis sie bietet.

      • Wolfgang Selig
        Wolfgang Selig sagte:

        @Herrn Ott:

        Sehe ich genauso. Die EU-Wirtschaft wird im Leben nicht darauf angewiesen sein, durch Käufe von Aktien außerhalb des eigenen Währungsraums den Wechselkurs zu drücken. Dazu ist die Wirtschaft ganz alleine schwach genug. Sei es wegen der marktfeindlichen Ideologie in Brüssel, der ungünstigen Demographie, der Technikfeindlichkeit der Gesellschaften, der deutschen Energiewende, dem Brexit, den Folgen des Ukrainekriegs und der Coronakrise oder der Lethargie der Gründerszene, die in der gesamten EU weniger Firmen an die NASDAQ bringt als das kleine Israel, das weniger Einwohner als das Bundesland Baden-Württemberg hat. Wo soll denn vor allem bei der jetzigen Inflation der wirtschaftliche Druck zur Abwertung der eigenen Währung herkommen?

        Ich habe Herrn Dr. Stelter schon stärker argumentieren sehen, er begründet diese Aussage nicht im Geringsten. Ich bin etwas enttäuscht, muss ich zugeben.

      • Wolfgang Selig
        Wolfgang Selig sagte:

        @Herr Goller: So wird ein Schuh daraus. Nur wüsste ich nicht, warum der Euro gegenüber dem US-Dollar oder dem Yen durch die Decke schießen sollte, so dass Maßnahmen wie in der Schweiz notwendig werden würden. Das ergibt für den Euro keinen Sinn. Denkbar wäre es nur für einen “Nord-Euro”, wenn sich Deutschland mit Ländern wie Österreich, Niederlande oder Finnland in einen Nordeuro zurückziehen würde, während Italien, Spanien, Griechenland und Portugal sich in einem “Südeuro” zusammentun. Belgien und Frankreich kann jetzt jeder hintu, wo er will…^^

        Dafür sehe ich politisch, gerade nach dem Überfall der Ukraine, überhaupt keine Bewegung.

    • Dietmar Tischer
      Dietmar Tischer sagte:

      @ Wolfgang Selig

      Es hätte sicher nichts geschadet, wenn Dr. Stelter gesagt hätte, WARUM die EZB Aktien kaufen würde.

      Er sagt allerdings, dass sie kaufen würde, wenn es „richtig problematisch“ wird.

      Bei anderer Gelegenheit hat er hin und wieder gesagt, was dies bedeuten könnte:

      Wenn bei steigender Inflation die Notenbanken mit Zinserhöhungen konsequent dagegenhalten, würde dies rezessive Tendenzen auslösen und somit die auf Kredit gekauften Assets unter Druck bringen (Refinanzierungskosten erhöhen und durch Verkäufe zur Einkommenserzielung deren Wert mindern). Dies wäre gesamtwirtschaftlich NEGATIV.

      Das wäre aber NICHT der Fall, den Sie vor Augen haben, nämlich dass „Privatleute reale Assets kaufen, wenn das Geld kaputt geht“. Für Hyperinflation haben Sie natürlich recht, aber nicht für langsam steigende Inflation, die von den Notenbanken bekämpft wird.

      Ich denke daher, dass Dr. Stelter seine Aussage vertreten kann.

      Ob es ein GRUND für die EZB wäre, tatsächlich Aktien zu kaufen, ist eine ganz andere Frage.

      Zum anderen:

      Seine Aussage ist im Zusammenhang mit dem Aufbau eines „Sovereign Wealth Fund“ gefallen.

      Dr. Stelter meint, dass die so verfahrende Schweizer Notenbank eine sehr gute Politik betreibe, weil sie „RICHTIGE Assets“ kaufe.

      Kann man so sehen, aber ob die EZB das so tun sollte oder würde, ist eine ganz andere Sache.

      Ich stimme Ihnen voll zu, dass Aktienkäufe der EZB, wenn sie denn stattfänden, nicht beabsichtigt sein würden, den Wechselkurs zu beeinflussen.

      Antworten
  4. Alexander
    Alexander sagte:

    Kann man eine von Importen augelöste Inflation der Lebenshaltung mit Zinserhöhungen bekämpfen?
    Nein, wenn der Importdruck bestehen bleibt.

    Was passiert denn, wenn eine Zentralbank die Zinsen 6x im Jahr erhöht?

    “Die Häuslebauer können die Refinanzierungen nach 10 Jahren Zinsbindung nicht mehr bewältigen, der Auslöser der Finanzkrise von 2008/09” Christohf Ahlhaus Generalsekretär des Bundeswirtschaftssenats: https://youtu.be/PyqOABAfuGE

    Was passiert noch?

    Aus dem Kapitalfluß nach den USA wertet der Dollar auf und erschwert Exporte.
    Die Anlaganachfrage verteuert Vermögenspreise inmitten einer Rezession, die monetär nicht bekämpft werden kann, wenn der Auslöser Zinserhöhungen waren. Zwar sinken die Importpreise (Währungsaufwertung), aber um den Preis der Deflation scheiternder Schuldner.

    Alle Wirksamkeit von Geldpolitik wird aktuell durch politisch alternativlose Massnahmen neutralisiert.

    Läuft.

    Antworten
    • weico
      weico sagte:

      @Alexander

      “Aus dem Kapitalfluß nach den USA wertet der Dollar auf und erschwert Exporte.”

      Langfristig wohl kaum.

      Der USD wird ,nach der jetzigen Sanktionspolitik und “Einfrierungen”, wohl noch schneller seine Nimbus als “sicheren Hafen” verlieren.
      Die “Entdollarisierung” nimmt zurzeit immer mehr “Fahrt” auf und spricht immer mehr Länder an.

      Mein derzeitiger “Lieblingsanalyst” dazu:
      https://themarket.ch/meinung/was-das-einfrieren-der-russischen-devisenreserven-bedeutet-ld.6202

      Antworten
      • Joerg
        Joerg sagte:

        Danke fuer den Link von Herrn Gave, @weico
        Ein interessanter Gedanke, dass die Staaten von USD-Abhaengigkeit loskommen wollen und dazu vermehrt Gold zur Diversifikation kaufen (wird aber auch in USD abgerechnet?!).

        Noch einfacher scheint mir aber Leistungsbilanzueberschuesse in grosse Large Caps zu investieren (wie Singapur, China, Norwegen, etc). Die sind ebenfalls sehr liquide und die weltweite Market-Cap ist ca. 8x groesser als die von Gold. Aber vielleicht gibt es Mittel und Wege auch bei derem Verkauf “fuer unerwuenschte Zwecke” Knueppel zwischen die Beine geworfen zu bekommen? Aber schwerer, sofern sie an beliebigen Boersen auf der Welt verkauft werden koennen.
        Herr Stelter hatte ja auch schon aufgegriffen einen Staatsfonds fuer unsere Leistungsbilanzueberschuesse anzulegen und damit Aktien zu kaufen, statt blauaeugig/naiv Target2-Salden beim Wachsen zuzuschauen?!
        LG Joerg
        Disclaimer: Als AktienETFbesitzer waere mir das natuerlich nicht unrecht ;-)

      • Alexander
        Alexander sagte:

        @weico

        Langfristig kann eine überschuldete Ökonomie keine deutliche Inflation überleben,
        kurzfristig hat man die Preissteigerungen selbst ausgelöst, Europa dasselbe.

        Die Sanktionen genügen allerdings nicht dem Dollar das Ende als Weltleitwährung zu bereiten solange weite Teile der Welt ihre Tilgungen in Dollar bezahlen müssen.

      • weico
        weico sagte:

        @Alexander

        “Die Sanktionen genügen allerdings nicht dem Dollar das Ende als Weltleitwährung zu bereiten solange weite Teile der Welt ihre Tilgungen in Dollar bezahlen müssen.”

        Klar wird der USD noch lange eine der Weltleitwährung bleiben aber NIE mehr mit dem riesigen Einfluss von früher.
        Die “westlichen Wertepartner” bzw. die “international community” wird wohl weiter auf den Dollar setzen , aber viele andere Länder werden sich davon “abnabeln” bzw. werden vermehrt “differenzieren”.

        Nebenbei:
        Die vielfach gepriesenen und medial gepushte “international community” ist ja nur ein kleiner Teil der Welt und wird wirtschaftlich langsam ein-und überholt ..:

        https://pbs.twimg.com/media/FOFo3TaagAEYvUa?format=jpg&name=large

      • Richard Ott
        Richard Ott sagte:

        @Joerg

        “Ein interessanter Gedanke, dass die Staaten von USD-Abhaengigkeit loskommen wollen und dazu vermehrt Gold zur Diversifikation kaufen (wird aber auch in USD abgerechnet?!).”

        Nicht in Shanghai, da wird das Gold in der chinesischen Währung abgerechnet.

  5. Dietmar Tischer
    Dietmar Tischer sagte:

    >„In a few short years, central banks have gone from confronting a deflationary collapse to what may become an inflationary spiral.>

    Falsch.

    Die Auffassung, dass die Zentralbanken durch die Bekämpfung eines deflationären Zusammenbruchs die URSACHE – “habe gone“ – für die Inflationsspirale geworden seien, ist nicht haltbar.

    Die Inflation, die anscheinend zu einer InflationsSPIRALE wird, aber noch keine nachhaltige ist, hat andere Gründe.

    >In view of the prices spike, central banks in the US, UK and continental Europe are raising rates or strongly considering the prospect.“ – bto: Das erscheint in Europa undenkbar.>

    Auch falsch.

    Die EZB denkt Maßnahmen gegen die Inflation BEREITS an.

    Hier:

    https://www.handelsblatt.com/finanzen/geldpolitik/europaeische-zentralbank-schnabel-stellt-zinserhoehung-im-herbst-in-aussicht-ezb-soll-hoehere-immobilienpreise-beruecksichtigen-/28072624.html

    Ich bin jetzt mal wirklich streng mit Ihnen, Herr Dr. Stelter:

    Wer im Handelsblatt kommentiert, sollte es auch lesen.

    Wenn die Fed die Zinsen noch sechs Mal in diesem Jahr anheben will und die 10jährigen US-Staatsanleihen schon eine Verzinsung von 2,3 % aufweisen, WIRD auch die EZB die Zinsen erhöhen müssen. Man muss sich einfach mal die Kapitalströme vor Augen halten und daran denken, dass der Euro dem US $ gegenüber nicht abstürzen kann.

    >Raising rates strongly, as Volcker did in 1979-81, is now impossible because of high government debt.“ –

    Diese Aussage, Volcker betreffend, ist richtig.

    Volcker wurde bei Amtsantritt 1979 mit einer Inflationsrate von 9% konfrontiert – Tendenz steigend. Seine Maßnahmen lösten zwei Rezessionen aus, bevor die Inflation Ende 1982 bei nur noch 4% lag.

    Rezessionen gewollt HERBEIZUFÜHREN, ist in Europa nicht durchsetzbar.

    Die Begründung mit Bezug auf die Staatsschulden halte ich für fraglich.

    Ist es nicht denkbar und möglich, dass die Notenbanken die die Staaten DIREKT finanzieren (MMT), d. h. die Märkte praktisch vollständig von der Staatsfinanzierung ausschließen?

    Japan, ja andere Bedingungen, geht diesen Weg seit langem, wenn auch noch nicht mit letzter Konsequenz.

    >bto: Damit bekommen wir einen massiven Inflationsschub.>

    Ja, und er würde durch die massiven Staatsausgaben befördert werden.

    Und dann?

    Ich schließe ein MONETÄRES ENDSPIEL nicht aus, obwohl die Inflation ZUERST einmal ein elegantes Instrument ist, die SCHULDENLAST faktisch zu VERRINGERN.

    Aber gut möglich, dass die Inflation nicht mehr eingefangen werden kann und die Notenbanken kapitulieren MÜSSEN.

    Im Augenblick sieht es so aus, dass sich die Dinge dahingehend entwickeln.

    Es sind aber so viele Variablen im Spiel, dass man einen deutlichen Rückgang der Inflation mittelfristig nicht ausschließen kann.

    Ich wäre jedenfalls vorsichtig, fortwährend vom monetären Endspiel zu reden.

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    • Richard Ott
      Richard Ott sagte:

      @Herr Tischer

      “Die EZB denkt Maßnahmen gegen die Inflation BEREITS an.”

      Das ist mal wieder so ein Satz, wo ich nicht weiß, ob sie ihn sarkastisch oder ernst meinen…

      “Wenn die Fed die Zinsen noch sechs Mal in diesem Jahr anheben will und die 10jährigen US-Staatsanleihen schon eine Verzinsung von 2,3 % aufweisen, WIRD auch die EZB die Zinsen erhöhen müssen. Man muss sich einfach mal die Kapitalströme vor Augen halten und daran denken, dass der Euro dem US $ gegenüber nicht abstürzen kann.”

      Wieso sollte ein Kontinent voller Vasallenstaaten eine Währung haben, die genauso stark ist wie die des Hegemons? In den vergangenen Jahrzehnten war es ganz grob so, aber das ist kein Argument dafür, dass das auch so bleiben muss. Zumal die USA sich selbst mit Energie versorgen können, die Eurozone kann das nicht.

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      • Dietmar Tischer
        Dietmar Tischer sagte:

        @ Richard Ott

        >Das ist mal wieder so ein Satz, wo ich nicht weiß, ob sie ihn sarkastisch oder ernst meinen…>

        Dass Sie dies NICHT wissen, beweist wieder einmal, dass Sie NICHT lesen WOLLEN.

        Es geht in meiner Entgegnung zur Aussage von Dr. Stelter ALLEIN darum, ob Zinserhöhungen für die EZB DENKBAR sind.

        Wenn die EZB-Direktorin Schnabel Zinserhöhungen im Herbst in Aussicht stellt, dann DENKT die EZB über Zinserhöhungen nach.

        Sie SIND also denkbar.

        Ob es welche vor dem Herbst, im Herbst oder danach nie welche geben wird, hat damit nichts zu tun.

      • Richard Ott
        Richard Ott sagte:

        @Herr Tischer

        “Wenn die EZB-Direktorin Schnabel Zinserhöhungen im Herbst in Aussicht stellt, dann DENKT die EZB über Zinserhöhungen nach. Sie SIND also denkbar.”

        Ich kann mir auch in meiner Fantasie vorstellen, dass Christine Lagarde bei den nächsten Olympischen Sommerspielen eine Goldmedaille im Synchronschwimmen gewinnt. Das IST also denkbar.

        Aber was soll die Rabulistik?

        “Die EZB denkt Maßnahmen gegen die Inflation BEREITS an.”

        Und das unfreiwillig Komische an Ihrem -wie ich mittlerweile weiß- ernstgemeinten Satz ist auch nicht die Platitüde, dass alle möglichen Dinge “andenkbar” sind, sondern dass Sie das Wort “BEREITS” in Versalien schreiben, so als ob das die große Entschlossenheit der EZB bei der Inflationsbekämpfung unterstreichen soll. :D :D :D

  6. Zweifler
    Zweifler sagte:

    Unter Endspiel verstehe ich ein Spiel, das in einem überschaubarem Zeitraum zu Ende ist.
    Das Endspiel in Wimbledon dauert nicht Jahre, Monate oder Tage, sondern ein paar Stunden.
    Das viel und gern von diversen schwindligen Propheten, aber auch seriösen Experten zitierte monetäre Endspiel dauert aber jetzt schon ziemlich sehr sehr lange.
    Zum Ende kommt es aber nie, im Gegenteil, es wird fröhlich weitergespielt und den Spielern geht es gar nicht schlecht dabei.
    Wie oft haben Florian Homm, Marc Friedrich, Markus Krall, Dirk Müller, Marc Faber und wie sie alle heißen, schon das Ende des Endes des ultimativen Endspieles für übermorgen vorausgesagt. Und?
    Es ist etwas still geworden um sie. Der eine oder andere hat sich jetzt mehr auf die Inflation verlegt, zweistellig galoppierend und so…Naja, mal sehen.
    Theorie und Praxis, das ewige Dilemma des Homo Sapiens. In den Bäumen hatte er dieses Problem nicht, dafür allerdings andere.
    Die Schlauen haben sich von der Theorie nie drausbringen lassen und in der Praxis die letzten zwanzig Jahre stetig Aktien und vielleicht etwas Gold gekauft. Gut für die persönliche Inflation.
    Das nicht zu Ende kommende monetäre Endspiel spielt sich weiter…unendlich?

    Antworten
    • weico
      weico sagte:

      @Zweifler

      “Wie oft haben Florian Homm, Marc Friedrich, Markus Krall, Dirk Müller, Marc Faber und wie sie alle heißen, schon das Ende des Endes des ultimativen Endspieles für übermorgen vorausgesagt. ”

      Richtig.

      Die einen Länder empfinden halt den wirtschaftlichen Machtverlust und den Niedergang ihrer Währung als Endspiel und andere Länder wiederum….. als Anspiel .

      Interessant ist daher der Vergleich der relativ neuen Währung aka EURO, über einen längeren Zeitraum gesehen… mit anderen Währungen.

      Wenn man etwas “herumspielt” und über einen längeren Zeitraum schaut, sieht man wie der EURO deutlich verloren hat gegen z.B. CHF bzw. CNY .

      Nimmt man den USD oder JPY oder KRW ,ist der EURO praktisch wieder am selben Ort wie vor 23 Jahren .

      Nimmt man TRY sieht man die Tragik von der grottenschlechter Politik des “kleinen Sultan’s”.

      Erstaunlich/Erschrecken ist aber, das der EURO sogar gegen sogenannte “Entwicklungsländer” bzw. beliebte “Ferien- oder Auswanderungsländer” wie PHP und THB….. “Federn” gelassen hat.
      https://www.ecb.europa.eu/stats/policy_and_exchange_rates/euro_reference_exchange_rates/html/index.en.html

      Antworten
    • Wilfried Goss
      Wilfried Goss sagte:

      Hallo Zweifler,

      Auch wenn die EZB in 10 Jahren immer noch bedruckte Baumwolle ausgibt – ein langsamer Tod ist auch ein Tod.
      Wesentlich ist jedoch, dass die Auswirkungen der Endspiels längst spürbar sind: realer Wertverlust, finanzielle Repression nimmt zu, Bedeutungsverlust des “Währungsraumes”, etc. UND es gibt keinen Ausweg für die EZB !
      Ein schneller Zusammenbruch aufgrund eines externen Ereignisses ist ebenfalls nie auszuschließen.

      Antworten
      • Zweifler
        Zweifler sagte:

        @Wilfried Goss

        “Ein schneller Zusammenbruch aufgrund eines externen Ereignisses ist ebenfalls nie auszuschließen”

        Corona, Ukraine, gewichtigere externe Ereignisse kann ich mir schwer vorstellen.
        Oder doch: Kometeneinschlag, Alienangriff, Atomkrieg…

      • Richard Ott
        Richard Ott sagte:

        @Zweifler

        Wenn die Aliens kein Hygienekonzept haben und ungeimpft sind, dürfen sie leider nicht die Erde angreifen. Da geht der Gesundheitsschutz eindeutig vor.

    • jobi
      jobi sagte:

      @ Zweifler

      Beim Tennis wird nach festen Regeln gespielt. Ein Satz folgt dem anderen.

      Das Geldsystem dagegen ist fragil und hochgradig nichtlinear. Auswirkungen von Regeländerungen daher längst nicht mehr prognostizierbar.

      Auch wenn das Finale nicht exakt terminiert werden kann, Sie können sicher sein, dass es am Ende eher einem Spielabbruch gleichen wird.

      Antworten
  7. Alexander
    Alexander sagte:

    Monetarisierung von Anleihen half Liquidität zu sichern und verschob jede bereinigende Deflation.
    Monetarisierung von Anleihen stellte den Außenwert der Währung in Frage, als Auslöser der aktuellen Inflation.
    ( Euro zum Dollar in 2021 minus 7% )

    Zinserhöhungen sind wirklungslos solange Anleihen monetarisiert werden.
    Wo der Zins wirkt löst er die bereinigende Deflation aus.

    Bevor ein Kollaps geschieht, wird der Handel ausgesetzt (vgl. Börsencrash, Insolvenzverbot/Pandemie).
    = Zuteilungs-, Plan-, Mangelwirtschaft.

    Voi là

    Läuft.

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  8. Richard Ott
    Richard Ott sagte:

    bto: “Die Schweizer betreiben eine sehr gute Politik. Sie kaufen richtige Assets und bauen so praktisch einen Sovereign Wealth Fund auf. Ich denke, richtig problematisch wird es erst, wenn die EZB Aktien kauft.”

    Dazu wird es sicher nicht kommen, der Finanzierungsbedarf der Südländer ist dazu viel zu hoch. Da müssen die Druckerpressen der EZB schon auf Hochtouren laufen um nur den Staatsanleihenkauf zu “finanzieren”.

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