„Bill Gross Reveals The ‚Global Establishment’s Overall Plan‘ In Eight Simple Steps“

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Diese Frage stelle ich mir ja auch immer. Wie soll das weitergehen? Gibt es einen Plan? Hier die Überlegungen von Bill Gross zu dem Thema. Gut getroffen, würde ich sagen:

How policymakers plan to solve a long-term global debt crisis:

  1. As in Japan, the Eurozone, the U.S., and the UK, central banks bought/buy increasing amounts of government debt (QE), then rebate all interest to their Treasuries and eventually extend bond maturities. Someday they might even ‚forgive‘ the debt. Poof! It’s gone. bto: die Monetarisierung, hier immer wieder diskutiert.
  2. „Keep interest rates artificially low to raise asset prices and bail out over-indebted zombie corporations and individuals. Extend and pretend.“ bto: Genau das passiert, finanzielle Repression mit allen Nebenwirkungen.
  3. Talk about normalization to maintain as steep a yield curve as possible to help financial institutions with long-term liabilities, but normalize very, very slowly using financial repression.  bto: Auch das zeichnet sich ab.
  4. „Liberalize accounting rules to make some potentially ‚bankrupt‘ insurance companies and pension funds appear solvent. Puerto Rico, anyone?“ bto: Die Regeln wurden vor sieben Jahren geändert und seitdem laufen viele Nackte in des Kaisers neuen Kleidern herum.
  5. „Downgrade or never mention the low interest rate burden on household savers. Suggest it is a problem that eventually will be resolved by the market.  bto: genau.
  6. „Begin to emphasize fiscal as opposed to monetary policy, but never mention Keynes or significant increases in government deficit spending. Use the buzzwords of infrastructure spending and lower taxesEveryone wants those potholes fixed, don’t they? Everyone wants lower taxes too! bto: Auch das passiert.
  7. „Promote capitalism – even though government controlled, near zero percent interest rates distort markets and ultimately corrupt capitalism as we once understood it. Reintroduce Laffer Curve logic to significantly lower corporate taxes. Foster hope. Discourage acknowledgement of abysmal productivity trends which are a critical test of an economic system’s effectiveness. bto: haha. Dazu gehört auch die Rede vom bevorstehenden Innovations-/Produktivitätsboom.
  8. „If you are a policymaker or politician, plan to eventually retire from the Fed/Congress/ Executive Wing and claim it’ll be up to the Millennials now. If you are an active as opposed to passive investment manager, fight the developing trend of low fee ETFs and index funds. But expect to retire with a nest egg.“ bto: nach uns die Sinnflut. Kommt mir auch hier bekannt vor.

→ Zero Hedge: „Bill Gross Reveals The ‚Global Establishment’s Overall Plan‘ In Eight Simple Steps“, 6. Dezember 2016

11 Kommentare
  1. Dietmar Tischer says:

    Klopfen wir uns doch auf die Schenkel und konstatieren wir gönnerhaft, dass mal einer wie Bill Gross rauslässt, was wir natürlich längst alle wissen: ein Plan der Macher, der keiner ist.

    Bescheidene Frage an alle:

    Was, bitte schön, ist denn Ihr Plan, den Sie verwirklichen wollten und auch könnten, wenn – unterstellt – Sie die Macht hätten?

    No limits, aber:

    Die wesentlichen KONSEQUENZEN für überwiegend Betroffene klar benennen und auch dazu stehen.

    Ich möchte wenigstens den ehrlichen Versuch sehen.

    Bei Ausflüchten ins Problemlose oder Unverbindliche werde ich gern als Schmerzensmann nachbessern.

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    • egp says:

      „Man“ braucht keinen Plan, sondern nur einen Consensus. „Man“ hat ja seinen Rogoff gelesen. Das Fehlen einer allmächtigen Einheitspartei in diesen unseren Landen macht die Alternativen „Cold Turkey“ und die anderer Gordische-Knoten-Durchschläger höchstens zu Wunschvorstellungen.

      Sogar The Wall Street Journal berichtet von weitergehender Ratlosigkeit, kommentiert und extemporiert von Zero Hedge:> http://www.zerohedge.com/news/2016-12-09/top-hedge-funds-predict-how-it-all-will-end < – auch das natürlich mit vielen Unverbindlichkeiten versehen.

      Für die Bereitschaft, als Schmerzensmann zu agieren, danke ich Ihnen. egp

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      • Dietmar Tischer says:

        „Man“ braucht keinen Plan, sondern nur einen Consensus.

        Na ja, wenn keinen Plan, dann wenigstens ein paar Überlegungen, wie man zum Konsens kommen kann.

        Aber Sie haben recht:

        Es ist Wunschdenken, genauer eine FIKTION, dass das „Globale Establishment“ die globale Ver-schuldungskrise nach einem Plan lösen will. Das weiß auch Bill Gross. Wenn er die einzelnen Maß-nahmen bzw. Fluchtwege benennt und dabei einen Masterplan suggeriert, ist das nichts weiter als seine Art und Weise, den REALEN Lösungsmechanismus als Absurdität zu deklarieren.

        So muss man ihn lesen.

        Mein Beitrag bezog darauf, dass bto. sich nach eigenem Bekunden die Frage nach einem „Global Establishment’s Overall Plan“ ja auch immer stellt, ihn also zumindest als Option ansieht.

        Wenn so, dann muss dazu auch etwas zu sagen sein und, damit es nicht beim Konzeptionellen bleibt, mit Benennung der Konsequenzen für die vom Plan Betroffenen.

        Wenn man sich die unterschiedlichen Interessen vergegenwärtigt – hier auch noch im GLOBALEN Kontext – erkennt man sehr schnell, dass für einen Plan realistischerweise jegliche Voraussetzung fehlt.

    • Stefan Ludwig says:

      Das finde ich einen sehr interessanten Aufruf.
      Hier meine Vorschläge: umfassende Anwendung kybernetischer Methoden und Tools.

      Sensitivitätsmodell: Die wesentlichen (nicht alle) Wirkungszusammenhänge ermitteln. Wesentliche (nicht alle) Charaktereigenschaften (puffernd, Aktiv, Passiv oder kritisch der Systemelemente erkennen.

      Syntegrationen durchführen: Alle Entscheider in einem System auf den gleichen Wissensstand bringen. Durch die spezielle Struktur des Syntegrationsablaufes alle Beteiligten in die Lage versetzen die jeweiligen Standpunkte der anderen WIRKLICH nachzuvollziehen. Aus der Fülle der neu gewonnenen Erkenntnisse neue Lösungsansätze finden.

      Die Steuerungsstrukturen so abändern, dass sie den Grundprinzipien des Viable System Models (VSM) entsprechen.

      Konsequenzen: Machtverlust der obersten Führung in Bezug auf DETAILS der Umsetzung. Machterhalt auf der obersten Ebene des „Was ist Ziel und Zweck unserer Organisation“ durch Maximierung der Anpassungsfähigkeit und damit der LANGFRISTIGEN Überlebensfähigkeit.

      Wenn ihnen das jetzt in irgendeiner Form zu „problemlos“ oder „unverbindlich“ ist immer her mit der Kritik. Ich kann dann ergänzend anworten. Ich werde das aber nur tun wenn sie konstruktiv kritisieren und nachfragen. Totschlagargumente bringen die Diskussion nicht voran sondern verlängern nur den Status quo.

      So jetzt bin ich gespannt auf ihre Antworten.

      mit freundlichen Grüßen

      Stefan Ludwig

      Antworten
      • Dietmar Tischer says:

        Ich finde nicht, dass das, was Sie geschrieben haben, zu problemlos oder unverbindlich ist.

        Ich bin allerdings der Meinung, dass Sie das Problem nicht verstehen.

        Die rational verfolgte, zielgerichtete Problemlösung scheitert nicht an der METHODE, sondern an den INTERESSEN.

        Zu glauben, dass weitgehende Transparenz, das Wissen um die wesentlichen Wirkungszusammenhänge und der gleiche Wissensstand aller Entscheider etc. eine zielgerichtete Problemlösung impliziere, ist ein Irrtum.

        Es gibt bei diametral ENTGEGENGESETZTEN Interessen zwar jede Menge Erklärungen über gemeinsame Ziele (siehe Gipfeldiplomatie), aber konkret, d. h. auf Maßnahmen bezogen KEINE lösungsorientierte Zielverfolgung.

        Wenn z. B. die Gläubiger zur Erreichung der Lösung einen freiwilligen Vermögensverzicht erklären müssten, werden sie sich weigern und diese Lösung blockieren. Sie werden es auch dann noch tun, wenn sie das Vermögen de facto verloren haben.

        Hartnäckige Interessen geben nichts auf, noch nicht einmal wertlose Ansprüche.

  2. MSt says:

    Sehr geehrter Herr Stelter,

    Könnten Sie bitte etwas ausführlicher erklären, warum Sie die Rede vom bevorstehenden Innovations-/Produktivitätsboom als lächerlich ansehen? Als Laie würde ich erhoffen, dass selbstfahrende Autos (einschliesslich selbstfahrende LKWs), Industrie 4.0, Internet of Things, Fortschritte in Gesundheitswesen (die längeres Arbeiten ermöglichen) einiges an Produktivität bringen werden. Oder übersehe ich etwas?

    Antworten
    • Daniel Stelter
      Daniel Stelter says:

      Das Thema werde ich im neuen Jahr nochmals detaillierter aufnehmen. Es kann sein, dass es einen solchen Schub gibt. Vorerst ist es aber so, dass sich die vielen Fortschritte bisher nicht in den Zahlen niederschlagen. Wir tun auch zu wenig um die Entwicklung zu fördern. Stichwort: Breitband-Netz. Es wäre schön, allerdings können wir nicht davon ausgehen, dass es wirklich entsprechend kommt.

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  3. egp says:

    Sehr geehrter Herr Stelter,
    übersehen wir nicht doch einen Produktivitätszuwachs, der sich halt nicht im BIP nierderschlägt?
    Ich denke da an diese Webseite bto, die Informationen vermittelt, ohne dass buchungsrelevante Vorgänge zu verzeichnen sind. Oder die IKEA Ökonomie: Produkte werden so gestaltet, dass der Käufer Teil des Produktionsprozesses geworden ist, ohne dass dies irgendwo als Zahl einfließen wird. Internet gaming (pro bono) – Youtube Filmchen – TED – Musik – der riesige Wissensfundus und vieles mehr.

    > https://shop.m1ag.ch/en/A~2000.21/Bergsicht-Secular-stagnation…-%2321#collapsed < ist der Quell meines Kommentars.
    Weiterhin vielen Dank und mit freundlichen Grüßen, egp

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