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	Kommentare zu: Best of 2016: Staatsschulden – wirklich so schlecht?	</title>
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	<description>Daniel Stelter ist die unabhängige Stimme zur Finanzkrise</description>
	<lastBuildDate>Wed, 21 Dec 2016 04:17:49 +0000</lastBuildDate>
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		Von: Wolfgang Selig		</title>
		<link>https://think-beyondtheobvious.com/stelters-lektuere/best-of-2016-staatsschulden-wirklich-so-schlecht/#comment-21382</link>

		<dc:creator><![CDATA[Wolfgang Selig]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 21 Dec 2016 04:17:49 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Sie sagen, offene Staatsschulden seien ein Problem innerhalb einer Generation, verdeckte auch zwischen den Generationen. Der Ansicht bin ich nicht, denn es impliziert, dass bei der offenen nicht die Ungleichheit der Alterskohorten wie bei der versteckten vorliegt. Tut es aber faktisch überwiegend doch. Faktisch ist die große Mehrheit der Gläubiger älter, während fast alle jüngeren Bürger zu den von Staatsschulden belasteten gehören. Natürlich gibt es einige wenige junge Staatsanleihenbesitzer. Aber es gibt auch ein paar jüngere berufsunfähige Frührentner. Beide fallen anteilig volkswirtschaftlich nicht ins Gewicht. Daher meine Gegenthese: auch offene Staatsverschuldung ist ein Generationenproblem, vor allem in Staaten mit schrumpfender Bevölkerung.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Sie sagen, offene Staatsschulden seien ein Problem innerhalb einer Generation, verdeckte auch zwischen den Generationen. Der Ansicht bin ich nicht, denn es impliziert, dass bei der offenen nicht die Ungleichheit der Alterskohorten wie bei der versteckten vorliegt. Tut es aber faktisch überwiegend doch. Faktisch ist die große Mehrheit der Gläubiger älter, während fast alle jüngeren Bürger zu den von Staatsschulden belasteten gehören. Natürlich gibt es einige wenige junge Staatsanleihenbesitzer. Aber es gibt auch ein paar jüngere berufsunfähige Frührentner. Beide fallen anteilig volkswirtschaftlich nicht ins Gewicht. Daher meine Gegenthese: auch offene Staatsverschuldung ist ein Generationenproblem, vor allem in Staaten mit schrumpfender Bevölkerung.</p>
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		<title>
		Von: Rob		</title>
		<link>https://think-beyondtheobvious.com/stelters-lektuere/best-of-2016-staatsschulden-wirklich-so-schlecht/#comment-21380</link>

		<dc:creator><![CDATA[Rob]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 20 Dec 2016 19:08:58 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[&quot;Und am Schluss schreibt man das ganze Geld einfach ab.&quot;

Nun, gehen wir das mal durch. Private leihen dem Staat Überschüsse, die sonst keine Verwendung fänden. Der Staat gewährleistet somit weitere Nachfrage.
Die privaten Gläubiger bekommen für das Geld Staatsanleihen zurück. Das ist der &quot;Normalzustand&quot;.

Bislang gibt es nun indirekte Staatsfinanzierung: Die EZB kauft Staatspapiere von diesen Privaten. Die somit erneut Geld haben, das sie eingentlich anlegen möchten...

Wie man es auch dreht und wendet. Ob direkte oder indirekte Staatsfinanzierung durch die Notenbank: die Privaten sitzen auf einen Haufen Geld, obwohl sie eigentlich andere Präferenzen haben, also geht man verstärkt in Aktien.

Jetzt mal ganz extrem gedacht: der Staat wird ausschließlich von der Notenbank finanziert. Somit können die Privaten mit den Ersparnissen eigentlich nur Unternehmen finanzieren, sei es durch Aktien oder sei es über Bankkredite.

Was wäre der Effekt? Erst mal: tatsächlich könne man die Notenbankforderungen abschreiben. Ohne Schmerzen. Die Schmerzen gab es ja vorher: Durch die verknappte Möglichkeit, Überschüsse anzulegen. Das hört sich so an, als ob ich das mit Krise in Verbindung bringen müsste, weil nicht verwendete Überschüsse die Nachfrage schließlich negativ beeinflussen.

Das passiert nun deshalb nicht, weil der Staat ohne Verbindlichkeiten bei den Privaten einzugehen, Geld ausgeben kann. Das hört sich fast nach MMT an; nur die Steuereintreibungskomponente ist (als integrierter Bestandteil der MMT-Philosophie) davon losgelöst gedacht. Was aus MMT faktisch wohl realisiert werden kann: Jobgarantie.

Die Inflation steigt deshalb nicht, weil a) es immer noch viele freie Kapazitäten gibt, und b) die vielen Ersparnissen in diesem Szenario faktisch ein Horterdasein fristen.

Ich fasse es mal so zusammen: bei direkter Staatsfinanzierung haben die vielen sehr liquide Geldhalter einfach einen Schnüller bekommen. Sie haben viel Geld, und trotzdem schadet es der Wirtschaft nicht. Sie müssen es bloß nicht alle gleichzeitig ausgeben wollen. Ein ernstes Inflationsproblem könnte aber bei substantiellen Mengen kapitalgedeckter Rentenvolumina entstehen, wenn wesentliche Bevölkerungsteile in einem kurzen Zeitrahmen Rentenbezieher werden.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&#8220;Und am Schluss schreibt man das ganze Geld einfach ab.&#8221;</p>
<p>Nun, gehen wir das mal durch. Private leihen dem Staat Überschüsse, die sonst keine Verwendung fänden. Der Staat gewährleistet somit weitere Nachfrage.<br />
Die privaten Gläubiger bekommen für das Geld Staatsanleihen zurück. Das ist der &#8220;Normalzustand&#8221;.</p>
<p>Bislang gibt es nun indirekte Staatsfinanzierung: Die EZB kauft Staatspapiere von diesen Privaten. Die somit erneut Geld haben, das sie eingentlich anlegen möchten&#8230;</p>
<p>Wie man es auch dreht und wendet. Ob direkte oder indirekte Staatsfinanzierung durch die Notenbank: die Privaten sitzen auf einen Haufen Geld, obwohl sie eigentlich andere Präferenzen haben, also geht man verstärkt in Aktien.</p>
<p>Jetzt mal ganz extrem gedacht: der Staat wird ausschließlich von der Notenbank finanziert. Somit können die Privaten mit den Ersparnissen eigentlich nur Unternehmen finanzieren, sei es durch Aktien oder sei es über Bankkredite.</p>
<p>Was wäre der Effekt? Erst mal: tatsächlich könne man die Notenbankforderungen abschreiben. Ohne Schmerzen. Die Schmerzen gab es ja vorher: Durch die verknappte Möglichkeit, Überschüsse anzulegen. Das hört sich so an, als ob ich das mit Krise in Verbindung bringen müsste, weil nicht verwendete Überschüsse die Nachfrage schließlich negativ beeinflussen.</p>
<p>Das passiert nun deshalb nicht, weil der Staat ohne Verbindlichkeiten bei den Privaten einzugehen, Geld ausgeben kann. Das hört sich fast nach MMT an; nur die Steuereintreibungskomponente ist (als integrierter Bestandteil der MMT-Philosophie) davon losgelöst gedacht. Was aus MMT faktisch wohl realisiert werden kann: Jobgarantie.</p>
<p>Die Inflation steigt deshalb nicht, weil a) es immer noch viele freie Kapazitäten gibt, und b) die vielen Ersparnissen in diesem Szenario faktisch ein Horterdasein fristen.</p>
<p>Ich fasse es mal so zusammen: bei direkter Staatsfinanzierung haben die vielen sehr liquide Geldhalter einfach einen Schnüller bekommen. Sie haben viel Geld, und trotzdem schadet es der Wirtschaft nicht. Sie müssen es bloß nicht alle gleichzeitig ausgeben wollen. Ein ernstes Inflationsproblem könnte aber bei substantiellen Mengen kapitalgedeckter Rentenvolumina entstehen, wenn wesentliche Bevölkerungsteile in einem kurzen Zeitrahmen Rentenbezieher werden.</p>
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