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	Kommentare zu: Best of 2016: Der Boom ist das Problem, nicht der Bust	</title>
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	<description>Daniel Stelter ist die unabhängige Stimme zur Finanzkrise</description>
	<lastBuildDate>Fri, 06 Jan 2017 10:51:54 +0000</lastBuildDate>
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		Von: Dietmar Tischer		</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Dietmar Tischer]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 06 Jan 2017 10:51:54 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Ich füge das Folgende hinzu:

&#062;„Als Ende der Achtzigerjahre das hohe Produktivitätswachstum die Preise global unter Abwärtsdruck setzte, hielten die Zentralbanken mit lockerer Geldpolitik dagegen. Dabei handelte es sich damals um eine gute – durch den technischen Fortschritt ausgelöste – Deflation. (…)  Es wäre besser gewesen, eine strukturelle Bereinigung in der Wirtschaft zuzulassen.“&#062;

Aus heutiger Sicht kann man das mit Blick auf die Zukunft begründet behaupten. Denn wahrscheinlich wären die Kosten geringer gewesen als diejenigen, die möglicherweise in Zukunft zu tragen sein werden.

ABER:

Hätte man Ende der Achtzigerjahre eine Bereinigung zugelassen, wäre es mit unvermeidbar steigender Arbeitslosigkeit nach den Jahren der Vollbeschäftigung zu vermutlich politischer Destabilisierung gekommen. Über das Ausmaß und die Folgen kann man nur spekulieren. Jedenfalls ist es  verständlich, dass die Regierungen im Einklang mit den Notenbanken bereit gewesen sind, zusammen mit starken gesellschaftlichen Interessen (Gewerkschaften, Unternehmen) die Option zu wählen bzw. zuzulassen, die ohne UNMITTELBAR erkennbar große Kosten offenstand: steigende Verschuldung, um die Nachfrage nach dem durch das Produktivitätswachstum  steigende Angebot aufrechtzuerhalten. 

Soweit die Zentralbanken mit ihrer Geldpolitik daran beteiligt sind: Es konnte mit Blick auf die durch die Globalisierung niedrig gehaltenen Inflationsraten („great moderation“) KEINE aus der ISTZEIT-Sicht begründbare Argumentation gegen eine tendenziell lockerere Geldpolitik geben. Allerdings war sie Anfang des neuen Jahrhunderts erkennbar zu lange zu locker.  
 
&#062;„Bereinigungsprozesse sind etwas Gutes, denn mit schöpferischer Zerstörung lenken sie die im Boom fehlgeleiteten Ressourcen in neue Verwendungen – wo sie mehr Wachstum erzeugen.&#062;

Diese Aussage kann m. A. n.  so nicht stehen bleiben.

Bereinigungsprozesse mit Insolvenzen, Arbeitslosigkeit, evtl. sogar konjunktureller Eintrübung etc. lenken die Ressourcen zwar in neue Verwendungen, was ANDERES Wachstum erzeugt, aber keineswegs (automatisch) MEHR Wachstum bedeuten muss verglichen mit dem in den Boom- oder Vorboomzeiten. 

Es geht bei Bereinigungsprozessen, wie sie hier angesprochen werden, vorrangig um eine Anpassung der Angebotsstrukturen, mit denen sich eine nachhaltig ändernde Nachfrage befriedigt wird. Diese Nachfrage kann durchaus eine geringere Wertschöpfung bzw. eine deutlich schwächer wachsende Wirtschaft bedeuten, wenn sie sich auf von der Güterherstellung zur Dienstleistung (vor allem direkt am Menschen) hin verändert. Dies auch bei Vollbeschäftigung. In dieser Phase sind wir erkennbar USA, meine ich. 
Insoweit die lockere Geldpolitik den Anpassungsprozess erleichtert hat, war sie nicht falsch. 

Fatal ist allerdings, dass die Geldpolitik nicht nur für Anpassung im obigen Sinne, sondern – aus heutiger Sicht – vor allem für die Verhinderung von Bereinigungsprozessen genutzt wurde und dies so sehr, dass sie HEUTE zu deren Fortführung MISSBRAUCHT wird.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich füge das Folgende hinzu:</p>
<p>&gt;„Als Ende der Achtzigerjahre das hohe Produktivitätswachstum die Preise global unter Abwärtsdruck setzte, hielten die Zentralbanken mit lockerer Geldpolitik dagegen. Dabei handelte es sich damals um eine gute – durch den technischen Fortschritt ausgelöste – Deflation. (…)  Es wäre besser gewesen, eine strukturelle Bereinigung in der Wirtschaft zuzulassen.“&gt;</p>
<p>Aus heutiger Sicht kann man das mit Blick auf die Zukunft begründet behaupten. Denn wahrscheinlich wären die Kosten geringer gewesen als diejenigen, die möglicherweise in Zukunft zu tragen sein werden.</p>
<p>ABER:</p>
<p>Hätte man Ende der Achtzigerjahre eine Bereinigung zugelassen, wäre es mit unvermeidbar steigender Arbeitslosigkeit nach den Jahren der Vollbeschäftigung zu vermutlich politischer Destabilisierung gekommen. Über das Ausmaß und die Folgen kann man nur spekulieren. Jedenfalls ist es  verständlich, dass die Regierungen im Einklang mit den Notenbanken bereit gewesen sind, zusammen mit starken gesellschaftlichen Interessen (Gewerkschaften, Unternehmen) die Option zu wählen bzw. zuzulassen, die ohne UNMITTELBAR erkennbar große Kosten offenstand: steigende Verschuldung, um die Nachfrage nach dem durch das Produktivitätswachstum  steigende Angebot aufrechtzuerhalten. </p>
<p>Soweit die Zentralbanken mit ihrer Geldpolitik daran beteiligt sind: Es konnte mit Blick auf die durch die Globalisierung niedrig gehaltenen Inflationsraten („great moderation“) KEINE aus der ISTZEIT-Sicht begründbare Argumentation gegen eine tendenziell lockerere Geldpolitik geben. Allerdings war sie Anfang des neuen Jahrhunderts erkennbar zu lange zu locker.  </p>
<p>&gt;„Bereinigungsprozesse sind etwas Gutes, denn mit schöpferischer Zerstörung lenken sie die im Boom fehlgeleiteten Ressourcen in neue Verwendungen – wo sie mehr Wachstum erzeugen.&gt;</p>
<p>Diese Aussage kann m. A. n.  so nicht stehen bleiben.</p>
<p>Bereinigungsprozesse mit Insolvenzen, Arbeitslosigkeit, evtl. sogar konjunktureller Eintrübung etc. lenken die Ressourcen zwar in neue Verwendungen, was ANDERES Wachstum erzeugt, aber keineswegs (automatisch) MEHR Wachstum bedeuten muss verglichen mit dem in den Boom- oder Vorboomzeiten. </p>
<p>Es geht bei Bereinigungsprozessen, wie sie hier angesprochen werden, vorrangig um eine Anpassung der Angebotsstrukturen, mit denen sich eine nachhaltig ändernde Nachfrage befriedigt wird. Diese Nachfrage kann durchaus eine geringere Wertschöpfung bzw. eine deutlich schwächer wachsende Wirtschaft bedeuten, wenn sie sich auf von der Güterherstellung zur Dienstleistung (vor allem direkt am Menschen) hin verändert. Dies auch bei Vollbeschäftigung. In dieser Phase sind wir erkennbar USA, meine ich.<br />
Insoweit die lockere Geldpolitik den Anpassungsprozess erleichtert hat, war sie nicht falsch. </p>
<p>Fatal ist allerdings, dass die Geldpolitik nicht nur für Anpassung im obigen Sinne, sondern – aus heutiger Sicht – vor allem für die Verhinderung von Bereinigungsprozessen genutzt wurde und dies so sehr, dass sie HEUTE zu deren Fortführung MISSBRAUCHT wird.</p>
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