Intelligent helfen statt Corona-Bonds

Dieser Kommentar von mir erschien bei manager magazin. Schon der bto-Beitrag vom letzten Samstag war heftig umstritten. Das ist aber aus meiner Sicht in Ordnung, will ich doch durchaus die Diskussion befördern und es wäre mehr als langweilig, wenn wir immer einer Meinung wären.

Deshalb nochmals zur Standortbestimmung:

  • Monetarisierung wird die einzige Möglichkeit sein, die Krise zu überwinden.
  • Das findet statt, ob wir es nun wollen oder nicht.
  • Deshalb ist es besser mitzumachen.
  • Und: Wer früh dabei ist, bekommt wenigstens noch Gegenleistung in Form von Goodwill und einigen Assets.

Kann falsch sein, ist aber meine Sicht. Darauf basierend dann der Artikel.

Wenig verwunderlich gab es am Wochenende bei bto intensive und wie immer qualitativ hoch stehende Diskussionen zu der Idee. Beispielhaft nehme ich den Kommentar von Renée Menéndez:

„Einen Schatz zu verwenden, indem man sich verschuldet ist zumindest nach meinem Verständnis nicht gerade das, was üblicherweise einen Schatz ausmacht. (…) Was auf jeden Fall bleibt, ist die zusätzliche Verschuldung Deutschlands (…) die Folklore um den T2-Saldo ist nichts weiter als eine Nebelkerze, welche die zusätzliche Verschuldung Deutschlands attraktiv machen soll. Nur: Schulden bleiben Schulden, denn die öffentliche Hand ist keine Zentralbank! Man mag das ja alles für sinnvoll und meinetwegen auch für moralisch geboten halten, aber dann kann man auch bei den Tatsachen bleiben.“

Es ist richtig, dass es sich um zusätzliche Verschuldung handelt. Das wäre bei Corona-Bonds übrigens nicht anders. Da würden wir haften und das einfach „on-top“. Nun können wir lange weiter darüber streiten, ob Target nun Forderung oder irrelevante Verrechnungsgröße ist. Wenn wir Corna-Bonds machen bleibt die Position bestehen und wächst eventuell weiter an, wenn die Empfänger bei uns mehr Waren kaufen. Die Position hat auf jeden Fall das Zeug, zur Erpressung genutzt zu werden. 

Wenn wir nun davon ausgehen, dass die Verschuldung Deutschlands so oder so steigt und zudem unsicher sind, ob und wie Target 2 wirkt, sollten wir es kombinieren. Also Schulden machen und Position abbauen. Da wir ausserdem wissen, dass es in den kommenden Jahren über Gelddrucken laufen wird, sollten wir mitmachen und nicht über höhere Steuern und Lastenausgleich schwafeln. Denn dann sind wir doppelt gekniffen. 

Also keine Nebelkerze, sondern Versuch, zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen. Dass die Buba-Bilanz danach wieder gleich lang ist, ist eine weitere Nebenwirkung. 

Nun zum Artikel:

Deutschland steht im Fokus der Kritik. Und dies zu Recht. Haben wir uns bei der Flüchtlingsthematik als moralischer Vorreiter aufgespielt, zeigen wir uns bei der nicht weniger großen Katastrophe des Coronavirus von unserer schlechten Seite. Die sicherlich nicht als Befürworterin großer Umverteilung bekannte NZZ brachte es so auf den Punkt: „Im Jahr 2015 hiess es, die Aufnahme von einer Million Flüchtlingen sei eine moralische Verpflichtung, so wie andere EU-Staaten verpflichtet seien, sich solidarisch zu zeigen und einen Teil der Flüchtlinge zu übernehmen. Noch im letzten Jahr hielten Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und Aussenminister Heiko Maas Italien eine Standpauke und erklärten sinngemäss, die Schliessung der Häfen für Bootsflüchtlinge sei unmoralisch. Wäre in der Corona-Krise nicht eine von finanziellen Hintergedanken freie Solidarität ebenfalls ein moralisches Gebot? Die Bürgermeister von Bergamo, Mailand und Venedig sowie weitere italienische Regionalpolitiker sehen es so. Sie warnen Deutschland in einem ganzseitigen Inserat in der „FAZ“ vor „kleinlichem nationalem Egoismus“.“

Es steht für mich außer Zweifel, dass wir helfen müssen. Tun wir es nicht rasch und entschlossen, verspielen wir allen Goodwill, den wir bei den Nachbarn nach dem Zweiten Weltkrieg wieder erarbeitet haben.

Gerecht wäre es nicht – aber richtig

Natürlich haben die Kritiker bei uns recht. Warum sollen wir jenen helfen, die in der Vergangenheit nicht gut gewirtschaftet haben? Warum sollen wir helfen, wenn doch die Italiener und Spanier deutlich vermögender sind als wir?

Dies bedeutet nichts anderes, als dass die Bürger Spaniens und Italiens deutlich vermögender sind als wir Deutschen und es sich damit – um mit Thomas Piketty zu sprechen – eher um ein Verteilungsproblem zwischen dem Staat und dem Privatsektor in diesen Ländern handelt.

Und das ist kein Zufall. Beispiel Erbschaftssteuer: Nehmen wir an, Sie erben zehn Millionen Euro von ihrem Großvater. Dann haben Sie einen Freibetrag von 200.000 Euro und zahlen nach Tarif der Steuerklasse I 2,25 Millionen Euro Erbschaftssteuer.

Wären Sie Italiener, würde es sich so darstellen: Nach einem Freibetrag von einer Million würden sie auf dem verbliebenen Betrag eine Erbschaftssteuer von vier Prozent bezahlen, also 360.000 Euro. Und dieser Satz gilt für jedes beliebige Vermögen. Selbst entfernte Verwandte oder Fremde kommen in Italien mit Steuern von acht Prozent davon, während in Deutschland Sätze von bis zu 50 Prozent aufgerufen werden.

Das ist nicht nur bei den Erbschaftssteuern so. Nach Daten der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) liegt die Belastung mit Steuern und Abgaben in Deutschland auf dem zweithöchsten Niveau nach Belgien. Italien liegt leicht, Spanien deutlich hinter uns. Zwar gibt es den berechtigten Einwand, dass es sich bei den Daten der OECD um den besonderen Fall des kinderlosen Alleinstehenden handelt und in Wahrheit die Belastung nicht so schlimm sei. Aber selbst bei der Abgabenquote liegen wir mit 37,5 Prozent vor Spanien mit 33,7 Prozent. Italien hat in der Tat eine höhere Belastung mit 42,4 Prozent. An der Spitze liegt Frankreich mit 46,2 Prozent.

Es wäre für Spanien und Italien ein Leichtes, über einen Lastenausgleich die eigenen Staatsschulden zu meistern. Dort ist so etwas nicht im Gespräch, in Deutschland hingegen schon. So fordert die Co-Vorsitzende der SPD, Saskia Esken, bereits eine Vermögensabgabe von fünf Prozent. Eskens Co-Vorsitzender, Norbert Walter-Borjans, plädierte zeitgleich im Interview mit dem Deutschlandfunk für die rasche Einführung von Corona-Bonds genannten gemeinsamen Staatsanleihen, um Italien und Spanien zu helfen. Die SPD, sonst immer auf Gerechtigkeit erpicht, hat also kein Problem damit, dass wir die Schulden von Ländern übernehmen sollen, deren Bürger deutlich vermögender sind als wir Deutschen.

Wenn wir Corona-Bonds akzeptieren, unterschreiben wir einen Blankoscheck nicht nur für die vergangenen Schulden, sondern für alle Zukunft. Wenn wir es zugleich mit Politikern à la Borjans und Esken zu tun haben, die kein Problem damit haben, die Belastung hierzulande hochzuschrauben und am besten noch per Lastenausgleich den Bürgern Vermögen abzunehmen, dürfte sich an der relativen Armut der Deutschen wenig ändern.

Trotzdem müssen wir unsere Solidarität mit den anderen Ländern zeigen. Dies sollten wir zur Abwechslung jedoch mal intelligent machen.

Wertloses Vermögen wachküssen

Wir haben einen Vermögenswert, der für uns praktisch keinen Wert darstellt. Die TARGET2-Salden. Für die einen handelt es sich nur um eine Verrechnungsgröße innerhalb des EZB-Verbundes, für die anderen, angeführt vom ehemaligen Präsidenten des ifo Instituts Hans-Werner-Sinn, um eine zins- und tilgungsfreie Forderung gegen das Ausland, die zudem ohne jegliche Sicherheit vergeben wurde. Die Bundesbank führt die TARGET2-Salden offiziell als Auslandsvermögen, weshalb ich eher der letzteren Einordnung folge.

Zurzeit leiht jeder Bürger der Bundesrepublik rund 10.000 Euro an die anderen Notenbanken der Eurozone. Hauptschuldner sind Spanien (390 Milliarden Euro), Italien (383 Milliarden Euro) und Portugal (75 Milliarden Euro). Eine Rückführung dieser Verbindlichkeiten ist nur möglich, wenn wir mehr in diesen Ländern einkaufen oder investieren. Danach sieht es in den kommenden Jahren jedoch nicht aus. Deshalb besteht die realistische Gefahr, dass diese Forderungen nicht nur bestehen bleiben, sondern weiter anwachsen. Sollte es zu einem Zerfall der Eurozone kommen – was durch den Corona-Schock eher wahrscheinlicher geworden ist – müssten wir diese Forderung ohnehin abschreiben.

Der Münchner Investor und Vorsitzende von Global Bridges, Hans Albrecht, hat schon 2018 vorgeschlagen, die TARGET2-Forderung dazu zu nutzen, den gebeutelten Partnern zu helfen. Gerade im heutigen Umfeld sollten wir diese Idee aufgreifen.

So könnte die Bundesrepublik Deutschland einen „Sonderfonds Europäische Solidarität“ auflegen. Dieser Fonds würde, versehen mit einer Staatsgarantie, Anleihen ausgeben. Diese Anleihen würden über den Umweg über die Privatbanken von der Bundesbank aufgekauft werden. Danach würde der Fonds die Zahlungen an Italien, Spanien und die anderen heftig getroffenen Länder leisten. Das Geld könnte genutzt werden, um in das Gesundheitswesen zu investieren und die Wirtschaft zu stabilisieren.

Durch die Überweisung sinkt die TARGET2-Forderung entsprechend, die Bilanz der Bundesbank schrumpft wieder und am Ende hat sie statt der TARGET2-Forderungen eine Forderung gegen den Sonderfonds. Eine lange Laufzeit (200 Jahre beispielsweise), gepaart mit Null-Zinsen, sorgt dafür, dass dies keine relevante Last für den Staat ist.

So können wir 800 Milliarden Euro für unsere Partner mobilisieren, ohne dabei die deutschen Steuerzahler zusätzlich zu belasten. Wir alle haben diese 10.000 Euro pro Kopf in den letzten Jahren gemeinsam erwirtschaftet. Nur nutzen können wir sie im Inland nicht. Deshalb ist es viel intelligenter, dieses Geld heute für die europäische Solidarität zu nutzen.

Dabei müssen wir nicht alles verschenken. Wir könnten es dritteln: ein Teil als Geschenk, ein Teil als langlaufendes zinsloses Darlehen und ein Teil, den wir in zu gründende Investmentvehikel investieren, um vor Ort Direktinvestitionen zu realisieren. So oder so hätten wir aus einem wertlosen Asset ein werthaltiges Asset gemacht. In Form von politischem Goodwill und echten Vermögenswerten vor Ort.

Der hier aufgezeigte Weg zur Finanzierung des „Sonderfonds Europäische Solidarität“ ist keineswegs revolutionär. Er wurde in anderen Ländern im Zuge der Eurokrise bereits praktiziert. Sowohl Spanien wie auch Irland haben die Bankenrettung über die eigene Notenbank finanziert. Im Klartext: Sie haben Euro gedruckt. Proteste gab es keine. Wenn wir 800 Milliarden – immerhin 25 Prozent des BIP – mobilisieren für die europäische Solidarität, entspricht das ungefähr dem, was in Irland an zusätzlichen Euro geschaffen wurde, um die Bankensanierung zu finanzieren.

Statt über weitere Belastungen für deutsche Bürger und Corona-Bonds zu fantasieren, sollten sich unsere Politiker lieber hier an die Arbeit machen. Die 800 Milliarden könnten schon in wenigen Wochen bereitstehen.

Mein neues Buch „CORONOMICS: Nach dem Corona-Schock – Neustart aus der Krise“ erscheint am 30. April 2020.

→ manager-magazin.de: „Natürlich müssen wir Italien helfen – aber intelligent“, 4. April 2020

Kommentare (52) HINWEIS: DIE KOMMENTARE MEINER LESERINNEN UND LESER WIDERSPIEGELN NICHT ZWANGSLÄUFIG DIE MEINUNG VON BTO.
  1. Avatar
    Dietmar Tischer sagte:

    Spanien besteht auf Coronabonds.

    Das versteht man, wenn man diese Nachricht liest, hier:

    https://www.bloomberg.com/news/articles/2020-04-05/spanish-government-aims-to-roll-out-basic-income-soon

    Daraus:

    „The Spanish government is working to roll out a universal basic income as soon as possible, as part of a battery of actions aimed at countering the impact of the coronavirus pandemic, according to Economy Minister Nadia Calvino.”

    Ein bedingungsloses Grundeinkommen also, bedingt durch das Coronavirus.

    Warum nicht, es gibt viele Wege, um in der Krise zu helfen.

    Aber offensichtlich ist in Spanien auch zukünftig IMMER Krise.

    Denn:

    „But the government’s broader ambition is that basic income becomes an instrument “that stays forever, that becomes a structural instrument, a permanent instrument,” she said.”

    Ein bedingungsloses Grundeinkommen, das für IMMER bleiben soll.

    Ist schon klar, das funktioniert natürlich bestens mit der einmaligen Finanzierung durch Coronabonds.

    Ich frage mich, wie NAIV man sein muss, uns nicht nur Coronabonds, sondern sie zudem auch noch als EINMALIG zu verkaufen.

    Oder soll ich sagen, wie SKRUPELLOS man sein muss?

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  2. Avatar
    Burkhardt Brinkmann sagte:

    @ Dietmar Tischer:
    Michael Hüther vertritt, bewusst oder intuitiv, die Interessen der deutschen Exportindustrie.
    Welche da heißen: Exportieren um jeden Preis – gerne auch subventioniert von den deutschen Steuerschafen.

    Und die Medien, zumindest die hiesige Augsburger Allgemeine / Allgäuer Zeitung, machen mit bei der fröhlichen Treibjagd gegen die germanischen Steuersklaven: https://beltwild.blogspot.com/2020/04/in-stahl-gewittern-augsburger.html

    Wer solche Mitbürger hat, braucht keine Feinde mehr.

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      Dietmar Tischer sagte:

      @ Burkhardt Brinkmann

      Teile in diesem Punkt Ihre Meinung über M. Hüther.

      Meine These zur EU passt dazu:

      Die EU dient dazu – bewusst oder intuitiv
      – der deutschen und anderen westeuropäischen Industrien durch niedrige Löhne im Osten und den insgesamt großen Markt Kosten- und Skaleneffekte zur ermöglichen, die sie im internationalen Renditewettbewerb, der im Spätkapitalismus vor allem ein Kostenwettbewerb ist, braucht.

      Die Gewerkschaften liegen auf der gleichen Linie.

      Ihnen geht es freilich nicht um Rendite, sondern um Beschäftigung.

      Ich füge hinzu:

      Exportieren um jeden Preis – ja, das ist quasi unser Dogma auch deshalb, um den teuren deutschen Sozialstaat zu finanzieren.

      Wenn unser Export nachhaltig einbricht, haben wir ein Problem – und wir sind vor allem die deutschen Steuerzahler.

      Hypothetisch gefragt:

      Könnten wir genauso gut exportieren OHNE die EU/Eurozone?

      Schwer zu sagen, eher vielleicht nicht.

      Deshalb:

      Da wir nun schon einmal EU/Eurozone haben, sollten wir dafür sorgen, dass sie nicht zu TEUER für uns werden, jedenfalls nicht teurer als es sein muss, um sie zusammenzuhalten.

      Antworten
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        Burkhardt Brinkmann sagte:

        Nun, was die angeblichen Pläne Spaniens für ein BGE angeht, verhält es sich in der Realität wohl doch etwas anders: https://beltwild.blogspot.com/search/label/Geld%28sch%C3%B6pfung%29
        Richtig bleibt aber natürlich, dass die Schlender-Länder in Zukunft AUF DAUER am deutschen Steuersäckel schmarotzen möchten. Und das, wenn Deutschland nicht DRASTISCH umsteuert, auch erreichen werden.
        Dafür darf man freilich nicht defaitistisch und unflexibel auf der aktuellen Position verharren, wie Sie das letztlich tun:
        „Exportieren um jeden Preis … ist quasi unser Dogma … finanzieren. Wenn unser Export nachhaltig einbricht, haben wir ein Problem – und wir sind vor allem die deutschen Steuerzahler. ….. Könnten wir genauso gut exportieren OHNE die EU/Eurozone? Schwer zu sagen, eher vielleicht nicht. Deshalb: Da wir nun schon einmal EU/Eurozone haben, sollten wir dafür sorgen, dass sie nicht zu TEUER für uns werden, jedenfalls nicht teurer als es sein muss, um sie zusammenzuhalten.“

        Zunächst einmal geht es aus meiner Sicht nicht um Exporte als solche, sondern um Export- (und Leistungsbilanz-)ÜBERSCHÜSSE. Die um jeden Preis retten zu wollen, ist einfach nur dumm.
        Wir bezahlen die nämlich gleich mehrfach: Mit einem für uns eigentlich zu niedirgen Wechselkurs bezahlen wir zu viel für Importe von außerhalb der EWU. Und inneralb der EWU bezahlen wir mit dem Verzicht auf Sparzinsen, Geldmengeninflation – und schließlich auch noch mehr oder weniger direkt mit Subventionen für andere Länder von den deutschen Steuersklaven.
        Das kann’s ja wohl nicht sein.
        Auch vor der EWU lief die deutsche Wirtschaft rund, und Ungleichgewichte im Außenhandel konnten über den Wechselkurs angepasst werden.
        Auch die Schweiz existiert noch immer mit einer eigenen Währung – und sogar mit einem eigentlich viel zu hohen Devisenkurs.

        Es gibt (bzw. gäbe) also durchaus ein Leben jenseits der EWU und des Euro.
        Man müsste nur den Mut haben, zu springen.
        Das heißt: Die EWU springen zu lassen.
        Dann könnten die Schlender-Länder sich ihr Geld in altvertrauter Weise in jeder gewünschten Menge selber drucken.
        Hat damals ja auch funktioniert; auch in Italien gab es ein „Wirtschaftswunder“ – und dort sogar ohne eine solide Geldpolitik.
        Also: Laden in die Luft fliegen lassen und jedem Land seine volle Geldsouveränität wiedergeben.

        Die Altschulden müssten 1:1 auf die neue Landeswährung umgestellt werden; Gemeinschaftsverbindlichkeiten (EWM) irgendwie über eine synthetische Korbwährung.
        Das würde natürlich für die Gläubiger Verluste mit sich bringen; aber für uns als germanische Steuersklaven kann das wohl nicht der vorrangige Gesichtspunkt sein. Vielleicht müssten wir unsere Banken und Versicherungen stützen; das wäre aber ein geringer Aufwand im Verhältnis zu jenen Summen, die uns unser Weiterleben als Sklaven der Europäischen Währungsunion kosten würde.
        Daher meine Forderung, „to think beyond the obvious“! ;-)

  3. Avatar
    Dietmar Tischer sagte:

    @ Michael Stöcker

    Zu Ihren Links.

    Der niederländische Finanzmister W. Hoekstra sagt:

    „Warum haben sich die Befürworter von Euroanleihen nicht rechtzeitig einen Finanzpuffer zugelegt?“

    Der portugiesische Premierminister dazu:

    „widerlich“

    Erklärung des italienischen Ministerpräsidenten G. Conte:

    „Epochale Anforderung angehen und bestehen (mit Corona/Eurobonds) – weil eine Notlage, die droht das Gesundheits-, Wirtschaft- und Sozialsystem zu zerstören“

    Der Standpunkt des Südens:

    Es ist widerlich auch dann noch über Rücklagen zu sprechen, wenn ein unvorhersehbares Ereignis wie die Coronakrise zeigt, dass nicht nur das Gesundheitssystem, sondern auch das Wirtschaft- und Sozialsystem des ganzen Landes (!!) zerstört werden kann, wenn sie fehlen.

    Das ist nicht nur eine Bankrotterklärung portugiesischer/italienischer Politik, sondern eine Frechheit, mit DERARTIGEN Aussagen, Corona-/Eurobonds ERZWINGEN zu wollen.

    Man will sich ganz offensichtlich bei JEDER Krise auf andere verlassen.

    Zu M. Hüther, der über einmalige Corona-Bonds sagt:

    „Keiner sei für diesen Corona-Schock verantwortlich“

    „Wir haben unterschiedliche Betroffenheiten in der Eurozone“.

    „Damit könnten auch bereits hoch verschuldete Länder wie eben Italien Geld zu günstigeren Konditionen einsammeln, weil wirtschaftlich stärkere Staaten wie Deutschland ebenfalls für Zinsen und Rückzahlung haften.“

    „Corona-Bonds könnten „europäische Solidarität“ organisieren.“

    „Es mache Mittel verfügbar für die Länder, die besonders betroffen sind, es zeige Solidarität und Europa habe eine bessere Zukunft.“

    „Zudem sei der ESM stigmatisierend für die Länder, die Gelder bekommen. Und er ist dafür nicht gedacht.“

    „Der ESM hat eine andere Funktion. Er ist aus der Finanzkrise entstanden und soll Banken stabilisieren“.

    Was Hüther hier ablässt, ist geradezu peinlich.

    Selbst Anfänger können das auf dem Weg zu Klo entblättern.

    – Ob einer, keiner oder alle für die Corona-Schock verantwortlich ist/sind, spielt keine Rolle, wenn es um HILFE für die geht, die welche brauchen.

    – Ja, es gibt unterschiedliche Betroffenheiten, DAHER helfen einige und andere erhalten Hilfe.

    – Nicht nur Corona-Bonds können „europäische Solidarität“ organisieren, sondern auch andere Finanzierungsinstrumente können das. Die Frage ist daher, nicht dass, sondern WIE sie organisiert werden sollte.

    – Nicht nur Corona-Bonds, sondern auch ANDERE Instrumente machen Mittel verfügbar für die Länder, die besonders betroffen sind und zeigen damit Solidarität. Ob Europa eine bessere ZUKUNFT durch Corona-Bonds hat, ist eine Behauptung, die durch nichts belegt ist.

    – Der ESM ist zwar unter anderen Bedingungen entstanden – da hat Hüther Recht – aber er hat auch bzw. kann auch die FUNKTION haben, Ländern in Not zu helfen. Er soll nicht nur Banken stabilisieren.

    – Für was der ESM gedacht war, spielt keine Rolle, wenn mit ihm Hilfe geleistet werden kann.

    – Wieso der ESM stigmatisierend für Länder sein soll, die durch ihn Geld bekommen, ist eine abartige Behauptung. Denn es ist gang und gäbe, dass eine Gegenleistung gefordert wird, wenn Geld gegeben wird. Und im vorliegenden Fall wird die Konditionalität so gering gehalten, dass die Hilfe mehr oder weniger zum Nulltarif gewährt wird.

    Und jetzt zum Dummenargument:

    – Es ist richtig, dass Corona-Bonds Italien geringer belasten, als wenn es sich selbst finanzieren würde. Das ist aber die FALSCHE Referenz.

    Denn die Frage ist:

    WELCHE Hilfe – Corona-Bonds ODER ESM-Kredite (lange Laufzeit, niedrigste Zinsen, praktisch keine Konditionalität) ist günstiger für Italien?

    Die ESM-Kredite sind es.

    Denn die Verzinsung der ESM-Kredite sind POLITISCHE festgesetzte Kosten, die geringer sein können als die Zinsen, die der Markt fordert.

    Und die höhere Staatsverschuldung Italiens durch ESM-Kredite?

    War schon zu Draghis Zeiten kein Thema und ist jetzt erst recht keines.

    Denn die EZB kauft jetzt MEHR italienische Staatsanleihen als sie dem Anteil nach kaufen dürfte.

    Und wenn sie als Schrottanleihen ausgewiesen werden?

    Auch kein Problem.

    Die EZB kauft JETZT auch griechische Staatsanleihen, die sie – Schrottanleihen – ihrer Satzung nach nicht kaufen dürfte.

    So sieht die Realität aus.

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  4. Avatar
    Burkhardt Brinkmann sagte:

    @ Daniel Stelter und Renée Menéndez:
    Es mag zutreffen, dass ich mich in meinem 2. Kommentar vergaloppiert habe; momentan bekomme ich die entsprechenden Buchungssätze einfach nicht scharf in den Fokus.
    Das alles ist freilich völlig unerheblich für den WESENTLICHEN Teil meiner Kritik:

    1) Die Insinuation, dass die Target-Salden irgendwie zur Finanzierung von Krediten an Italien herangezogen werden könnten, ist falsch.

    2) Auch sonst würde ein deutscher Kredit an Italien Deutschland keinen realen Vorteil bezüglich der Target-Salden bringen. (Und bei einem evtl. zwischenzeitlichen Umschlagen der Leistungsbilanzsalden sogar Nachteile.)

    3) Wie ich in meinem ersten Post sagte, würde bei der Rückzahlung (ceteris paribus) der Target-Saldo (nominal) in voller Höhe wiederhergestellt werden. (Real natürlich MASSIV entwertet.)

    4) HINZU kämen sogar weitere Salden, die Italien überhaupt erst DURCH die Gewährung dieses Kredits hätte anhäufen können (Importüberschüsse gegenüber D., Fluchtgelder nach D.)

    5) Da die Target-Salden in keinster Weise bei der Aufbringung des (hypothetischen) Kredits an Italien involviert wären, sondern AUSSCHLIESSLICH die deutschen Steuerzahler, ginge ein Verschenken eines Teils des Fondsvolumens VOLLSTÄNDIG ZU LASTEN DER DEUTSCHEN STEUERSKLAVEN.

    Irgendwann müssen wir bei der EWU die Reißleine ziehen. Verhindert wird das durch Sichtweisen, die immer nur die jeweils aktuelle Krise in den Blick nehmen. Aber letztlich geht es, wie Dietmar Tischer richtig feststellte (dem Sie ja auch zustimmen) darum, dass die „Schlender-Länder“ (sage ich, weil zu den Süd-Ländern ja noch Frankreich als hinzukommt) BIS IN ALLE EWIGKEIT am deutschen Steuertopf schmarotzen wollen.
    Während unsere Rentner Flaschen sammeln und mit die niedrigsten Renten in Europa haben.
    DIESE PERMANENTE AUSPLÜNDERUNG UNSERES LANDES MUSS EIN ENDE HABEN – auch wenn das natürlich eines mit Schrecken sein wird.

    Antworten
  5. Avatar
    Burkhardt Brinkmann sagte:

    Nach Überschlafen nun ganz einfach dargestellt (und Albrecht/Stelter widerlegt) (Modell mit fiktiven Werten, die real wohl erfolgenden Zwischenbuchungen bei der EZB ausgelassen: Die ändern nichts am Sachverhalt!):
    1) Target-Kontostand italienische Nationalbank bei Bundesbank ./. 100 Mrd. €
    2) Fonds überweist (zu Gunsten des it. Staates) 100 Mrd. € auf Konto it. Nationalbank bei BuBa.
    3) Target-Saldo ausgeglichen (Null)
    4) Davon hat aber der it. Staat das Geld noch nicht. Der besitzt das erst dann, wenn er es auf seinem Konto bei der it. Nationalbank hat.
    5) Somit überweist it. Nationalbank 100 Mrd. € von ihrem Konto bei der BuBa auf das Konto der ital. Regierung bei sich selber.
    6) Damit ist der Target-Saldo der it. Nationalbank bei der BuBa wieder in voller Höhe offen. Womit dann
    7) der Aberglaube zerplatzt wäre, dass Gelddrucken der BuBa (indirekt) zu Gunsten Italiens den Target-Saldo senken könnte. Oder dass die bestehenden Target-Salden irgendwie zur Finanzierung Italiens verwendet werden könnten.

    Antworten
    • Daniel Stelter
      Daniel Stelter sagte:

      Das stimmt so nicht. Halten wir zunächst fest, wo – so denke ich – Konsens besteht.Natürlich handelt es sich bei dieser Transaktion um zusätzliche deutsche Staatsschulden. Die könnten genauso gut im Markt aufgenommen werden und die Bundesbank wäre aussen vor. Die kommt hier nur ins Spiel, weil wir damit auf die Inflationierung setzen, die ohnehin in der Eurozone kommt.

      Nun zu dem „Dissens“. Vergessen wir mal die Bundesbank bei dem ganzen Thema völlig und auch die Target 2 Salden als „Ziel“. Wir machen ganz einfach die Annahme: Deutschland hilft. Diese Hilfe beinhaltet Zahlungen vom Konto der Bundesrepublik Deutschland auf das Konto des italienischen Staates. Die werden bei den Notenbanken sein, aber wir nehmen einfach mal an, Konto Bundesrepublik bei der Commerzbank überweist 100 auf das Konto des italienischen Staates bei der Unicredit. Am Abend hat Deutschland 100 weniger auf dem Konto, Italien 100 mehr.

      Da diese Zahlungen im Rahmen des europäischen Währungssystems über die Target Funktion ausgeführt werden, fliessen die 100 über die enstprechenden Notenbankkonten. Genauso wie die Zahlung für den Ferrari oder die Villa am Lago di Como darüber fliessen. Wenn an diesem Tag nur eine Zahlung stattfindet, reduziert sich danach das Defizit der Italiener bei der Buba um 100.

      Jede Zahlung aus Deutschland, egal ob als Kapitalanlage oder zum Kauf italienischer Waren reduziert die hiesige Target 2 Forderung. Wenn wir richtig einkaufen in Italien, helfen wir denen am meisten und lösen unsere Exportüberschüsse etc. ein.

      Wenn wir bis hierher Konsens haben, ist es auch leicht, den vollständigen herzustellen.

      1. Wenn Deutschland an Italien 100 überweist – als Geschenk, als Kredit, als Investition ist das a) gut und b) reduziert Target
      2. Dabei ist es egal, wer das macht. Sie für den Ferrari, ich für die Villa oder die Bundesrepublik für Beatmungsgeräte
      3. Wenn wir für 380 Mrd. in Italien zusätzlich Geld ausgeben wäre ceteris paribus der Saldo auf Null.
      4. Wenn wir nun Schulden machen um in Italien Geld auszugeben ist das egal, Ergebnis identisch.
      5. Wenn die Buba die Schulden kauft ist das eine Alternative zu Steuern, was mit 1-4 nichts zu tun hat und nur deshalb ins Spiel kommt, weil wir in einem Währungsverbund sind, der nur durch Monetarisierung überleben kann. Wenn überhaupt.
      6. Wenn die Beträge des Fonds, des Buba-Anteils der Finanhzierung und die Target 2 Salden zufällig identisch sind und sonst keine Zahlungen stattfinden, macht die Buba einen Aktivtausch. Hat aber – wie gesagt – nicht zwingend mit dem anderen was zu tun.

      LG

      DSt

      Antworten
      • Avatar
        Dietmar Tischer sagte:

        @ Dr. Stelter

        Ihr Kommentar lässt einen aus meiner Sicht ENTSCHEIDENDEN Punkt offen.

        Sie sagen:

        >1. Wenn Deutschland an Italien 100 überweist – als Geschenk, als Kredit, als Investition ist das a) gut und b) reduziert Target

        2. Dabei ist es egal, wer das macht. Sie für den Ferrari, ich für die Villa oder die Bundesrepublik für Beatmungsgeräte.>

        Ergebnis:

        Die Deutschen haben italienische Güter und Dienstleistungen und die Italiener deutsches Geld.

        Aus Sicht der Italiener ist das KEINE Hilfe, sondern Ausverkauf.

        Die Italiener wollen das Geld, um zu KONSUMIEREN.

        Sie wollen es nicht, um Güter und Dienstleistungen für Deutsche zu PRODUZIEREN.

        Hilfe zur SELBSTHILFE war gestern, wenn überhaupt.

        Hilfe heißt heute: FÜTTERN.

      • Daniel Stelter
        Daniel Stelter sagte:

        richtig. Mir ging es hier nur um die Kritik an der Mechanik und ich wollte diese erklären. Ob das ganze richtig ist? Natürlich nicht. Nur die Alternative ist noch bitterer. Wir haben uns mit dem Euro erpressbar gemacht und lassen uns erpressen. Ich plädiere nur für eine – wie ich finde – intelligentere Antwort.

        LG

        Dst

      • Avatar
        Michael Stöcker sagte:

        @ Dietmar Tischer

        „Die Italiener wollen das Geld, um zu KONSUMIEREN.

        Sie wollen es nicht, um Güter und Dienstleistungen für Deutsche zu PRODUZIEREN.

        Hilfe zur SELBSTHILFE war gestern, wenn überhaupt.

        Hilfe heißt heute: FÜTTERN.“

        Ich vermute mal, die Einschätzung der Vertreter des Südens wäre in Ihrem Fall sehr ähnlich wie kürzlich die Reaktion auf die Bemerkungen des niederländischen Finanzministers Wopke Hoekstra: https://www.tagesschau.de/wirtschaft/corona-bonds-101.html (Video ab Minute 00:00:39)

    • Avatar
      Renée Menéndez sagte:

      Hallo Herr Brinckmann,

      ich möchte Ihre Argumentation ein wenig präzisieren. Denn bei Punkt 2 geht es ein bißchen zu schnell. Ich würde den Ablauf so darstellen:
      2a) Fond besitzt eine Forderung gegenüber der BuBa in Höhe der 100 Mrd. €
      2b) Weist der Fonds die BuBa an, diese 100 Mrd. € an den italienichen Staat zu transferieren, bucht die BuBa zunächst erst mal eine Verringerung ihrer Verbindlichkeiten gegen den Fond und eine Erhöhung ihrer Verbindlichkeiten gegenüber der Banca Italia um 100 Mrd. €, mit dem Ergebnis, daß die Bilanz und der TARGET-Saldo so groß sind wie vorher.
      2c) Wenn dann das real-time settlement erfolgt (RTGS), sendet die BuBa eine Anweisung an die Banca Italia, dem italienischen Staat 100 Mrd. € gutzuschreiben. Wie es im TARGET-System angelegt ist, kann die BuBa diesen Betrag „anschreiben“ lassen und bucht daraufhin bei sich eine Erhöhung ihrer TARGET-Verbindlichkeiten und eine Verringerung ihrer Verbindlichkeiten gegenüber der Banca Italia.
      2d) Spiegelbildlich bucht die Banca Italia eine Erhöhung ihrer TARGET-Forderungen, sowie eine Erhöhung ihrer Verbindlichkeiten gegenüber dem italienischen Staat.
      2e) Jetzt wo der Geld bei dem Begünstigten angekommen ist, werden sowohl bei der BuBa als auch bei der Banca Italia die gegenläufigen TARGET-Salden verrechnet, so daß die Bilanz der BuBa um 100 Mrd. € sinkt und in gleicher Weise bei der Banca Italia.

      Es ist also schon so, daß durch den Transfer des Anleihenerlöses der TARGET-Saldo der BuBa verringert werden kann. Wie Herr Stelter schreibt resultiert dieser Effekt aus jeder beliebigen Transaktion, ob „Ferrari, Villa am Comer See oder Beatmungsgeräte“. Denn es handelt sich hier um geldwirtschaftliche Operationen, die sich fundamental von der realen Außenhandelstheorie unterscheidet. Das sieht man beispielsweise sehr schön an Ihrer Formulierung:
      „Die Target-Salden als solche sind Forderungen der Gläubiger-Volkswirtschaft (also z. B. der deutschen) an eine Schuldner-VOLKWIRTSCHAFT.“
      Dies ist richtig, wenn man die reale Außenhandelstheorie vertritt, bei der ein Gleichgewicht nur bei einem Ausgleich der realen Vermögenspositionen erfolgt ist. Nun verkauft Mercedes aber seine Autos an italienische Käufer nicht gegen das Versprechen, daß diese Waren oder Vermögenspositionen an Deutsche übertragen, sondern Mercedes ist vollauf zufrieden, wenn der Geldbetrag auf dem Firmenkonto erscheint. Der Käufer, der vollständig bezahlt hat ist auch in keiner Weise mehr verpflichtet. Was übrig bleibt ist eine Forderung der BuBa (eine Zentralbank!) gegen die Banca Italia (auch eine Zentralbank!) auf Bargeld in Höhe des angefallenen Saldos. Nun zeichnen sich Zentralbanken dadurch aus, daß sie die Möglichkeit haben, jede beliebige Verbindlichkeit in jeder beliebigen Höhe durch eine Übertragung von Bargeld zu tilgen. Für Zentralbanken ist der Besitz von Bargeld aber kein Vermögensgegenstand, was man unter anderem daran sieht, daß die Bilanz einer Zentralbank keine Position „Kasse“ ausweist. Insofern ist es auch sinnlos, diesen Bargeldausgleich vorzunehmen, so daß man diese Position auch stehen lassen kann.

      Wenn man schon historische Geldtheorien heranziehen will, kann man sich an die Zeiten der Goldwährung erinnern, wo es auch stets darum ging, möglichst viel Gold ins Land zu holen, um die eigene Wirtschaft damit anzutreiben. Diese Theorie ist unter Merkantilismus bekannt und einer der Vorwürfe an die deutsche Wirtschaftspolitik – und das seit vielen Jahrzehnten. Wenn man so will gibt der TARGET-Saldo an, wo die Liquidität, die von den ESZB-Zentralbanken geschaffen wurde letzten Endes gelandet ist. Wenn man das so sieht, braucht man sich nicht mehr zu wundern…

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        ruby sagte:

        Mehr wunderlich erscheint mir, daß Ökonomen oder die so denken scheinbar nicht ahnen, was hinter der Gesamttargetsumme all over Euroland hinter jeder einzelnen Liquiditätsposition unmittelbar für Rechtsverhältnisse stehen. Soll darüber verfügt werden wären Milliarden von schuldrechtlichen Verträgen
        https://www.gabler-banklexikon.de/definition/zahlungsdiensterahmenvertrag-70521
        in 19 Euroländern betroffen.
        Mir schwant, daran haben sich die Initiatoren verkalkuliert. So gelingt eurostaatliche Umverteilung auch nicht

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    Burkhardt Brinkmann sagte:

    Stelters Forderung: Deutschland (also die Bundesregierung) solle einen speziellen Anleihefonds (in Höhe von 800 Mrd. €) auflegen. Dessen Anleihen sollten von der Bundesbank aufgekauft werden. Der Fonds solle dann dieses (von der BuBa „gedruckte“, d. h. neu geschöpfte) Geld nach Italien usw. überweisen (auf verschiedenen Wegen: s. u.); dadurch sinke der Target-Saldo der BuBa entsprechend.

    Ohne das explizit so zu sagen, geht Stelter bei diesen Passagen offenbar davon aus, dass der Target-Saldo irgendwie diese Überweisung an bzw. nach (s. u.) Italien finanziert.
    DAZU (aber nicht zu anderen Passagen und nicht zur Realität) passt sein Vorschlag, auf welche Weise Deutschland Italien und den anderen Schlender-Ländern (einschl. Frankreich) dieses Geld zukommen lassen soll:
    „Dabei müssen wir nicht alles verschenken. Wir könnten es dritteln: ein Teil als Geschenk, ein Teil als langlaufendes zinsloses Darlehen und ein Teil, den wir in zu gründende Investmentvehikel investieren, um vor Ort Direktinvestitionen zu realisieren. So oder so hätten wir aus einem wertlosen Asset ein werthaltiges Asset gemacht.“

    An dieser Stelle hat er gedanklich für sich selber offenbar stillschweigend den eigentlichen Kreditmechanismus durch die Vorstellung ersetzt, dass irgendwie „die Target-Salden“ tatsächlich den Kredit bezahlen. Genau DAS ist aber natürlich NICHT der Fall.

    Wie eine Schritt-für-Schritt-Analyse aufzeigt:

    1) Bundesregierung leiht sich (über einen Fonds, aber das ist hier unerheblich) von der Bundesbank (mittelbar über Geschäftsbanken: hier ebenfalls unerheblich) 800 Mrd. €.

    2) BuBa hat Forderung gegen deutschen Staat i. H. v. 800 Mrd. € (und diesen Betrag, sagen wir, auf einem „Fonds-Sonderkonto“ gutgeschrieben).

    3) (Hier weichen wir zunächst von Stelters „verschenken“ ab und postulieren: ) Bundesregierung (Fonds) verleiht 400 Mrd. € an die italienische Regierung (Rückzahlung, nach Stelter, in 200 Jahren. Tatsächlich ist der Betrag für alle Süd-Länder gedacht; wenn ich hier der Anschaulichkeit halber „Italien“ sage, sind die anderen Länder hinzuzudenken). Weitere 400 Mrd. € investiert Deutschland irgendwie in die italienische Wirtschaft.

    4) Das Geld wird von der BuBa in der Weise nach Italien transferiert, dass es zunächst dem Konto der ital. Notenbank bei der BuBa (ggf. mit Umweg über EZB, aber auch das ist hier irrelevant) gutgeschrieben wird. Da dieses Konto durch den Target-Saldo im Soll steht, bedeutet das konkret eine Reduzierung dieses Saldos.

    5) Stelter meint, die BuBa habe „statt der TARGET2-Forderungen eine Forderung gegen den Sonderfonds“. Hört sich toll an – aber was genau BEDEUTET das? Die Target-Salden als solche sind Forderungen der Gläubiger-Volkswirtschaft (also z. B. der deutschen) an eine Schuldner-VOLKWIRTSCHAFT. Sie sind KEINE Forderungen gegen einen STAAT (jedenfalls nicht direkt; tatsächlich können auch ausländische Staatsschulden hinter den Targelt-Salden stecken). Insoweit ist die Lage ähnlich wie bei normalen Devisenreserven, z. B. von US-Dollars. Von einer evtl. Staatspleite sind die Target-Salden also nicht betroffen. Das Risiko der BuBa ist ihre Abwertung bei einem Zerfall der Euro-Zone. Die Euro-Forderungen werden dann in jeweiligen Landeswährungen denominiert werden müssen. Das wird zunächst natürlich pari (also z. B. 1 Euro = 1 neue Lire) passieren; aber durch die vorhersehbare schnellere Geldentwertung im Süden werden diese Reserven an Wert verlieren. Das aber nur als Exkurs am Rande; wesentlich ist, dass die Bundesbank jetzt eine Forderung AN DEN DEUTSCHEN STEUERZAHLER hat. Die ist natürlich werthaltig – aber eben zu Lasten der Steuerzahler. Der seinerseits („verschenken“ klammern wir hier mal aus) eine Forderung teils an den ital. Staat, teils an ital. Unternehmen usw. hat. Nun gibt es, nach 200 Jahren, zwei alternative Möglichkeiten:

    6a) Forderungen fallen (teilweise) aus. Müssten dann (ganz oder teilweise) durch dtn. Steuerzahler ausgeglichen werden.

    6b) Forderungen werden von Italien (usw.) beglichen: Target-Salden steigen dann auf alte Werte (alle anderen zwischenzeitlichen Entwicklungen hier mal ausgeklammert).

    7) Es gibt allerdings noch einen anderen Aspekt: Italien (usw.) wird auch in Zukunft ein Außenhandelsefizit gegenüber D. haben, und/oder italienische Privatleute (an die früher oder später die dem it. Staat gewährten Kredite weiterfließen) werden (neuerlich) ihr Geld nach D. schaffen (z. B. hier Immobilien kaufen). Im gedanklichen Extremfalle steigt dadurch der Target-Saldo auf alte Höhe an – und das schon BEVOR die ital. Regierung den Kredit – hypothetisch – zurückzahlt. Im Extremfalle hätte die BuBa also nach 200 J. einen DOPPELT so hohen Target-Saldo.

    8) Nun zum Stelterschen Geldverschenken: Der Fonds (die dte. Regierung) hat das Geld VOLL von der BuBa geliehen und muss es also VOLL an diese zurückzahlen (wenngleich erst nach 200 Jahren). Geld (1/3), welches der Fonds VERSCHENKT, muss der deutsche Steuerzahler ausgleichen.
    Das müsste Stelter eigentlich auch klar sein; aber offenbar oszilliert sein Denken an dieser Stelle: Von KONKRETEN Vorstellungen zu vagen „irgendwie“-Dimensionen, in denen die Target-Salden „irgendwie“ den Fonds finanzieren.

    Im KONKRETEN Bereich seines Denkens weiß Stelter ganz genau, was sein Vorschlag bedeuten würde:
    „Der hier aufgezeigte Weg zur Finanzierung des „Sonderfonds Europäische Solidarität“ ist keineswegs revolutionär. Er wurde in anderen Ländern im Zuge der Eurokrise bereits praktiziert. Sowohl Spanien wie auch Irland haben die Bankenrettung über die eigene Notenbank finanziert. Im Klartext: Sie haben Euro gedruckt. Proteste gab es keine.“
    Proteste gab es deshalb nicht, weil die Bürger diesen Geldbetrug nicht durchschaut haben. Proteste wären aber ohnehin unerheblich: Entscheidend ist, ob dieses Gelddrucken INFLATION auslöst. Bisher war das nicht oder kaum der Fall. Auf Dauer wird das allerdings nicht gutgehen; früher oder später WIRD eine spürbare Geldentwertung kommen.

    In jedem Falle ist Stelters Darstellung, wonach diese deutschen Kredite an die Schlender-Länder irgendwie aus den Target-Salden finanziert würden, eine IRREFÜHRUNG DER BÜRGER.
    Im „besten“ Falle führen diese Kredite am Ende zu noch höheren Target-Salden.
    Im schlimmsten Falle führen sie zu gigantischen Verlusten der deutschen Steuerzahler – und zugleich hat die deutsche Volkswirtschaft ihre Forderungen an die italienische (eben die Target-Salden) auch „verloren“ (real: verschenkt).
    Summa summarum ist Stelters Vorschlag nur eines: FAULER ZAUBER!

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      Michael Stöcker sagte:

      Hallo Herr Brinkmann,

      schön, dass Sie dieses Forum mit ihrer (monetären) Kompetenz bereichern. Ich war hier bislang hinsichtlich der TARGET-Salden weitestgehend der einsame Rufer in der Wüste. Wie auch dieser Beitrag zeigt, scheint der Groschen immer noch nicht so ganz gefallen zu sein, obwohl wir nun schon eine gefühlte Ewigkeit darüber auch in diesem Forum diskutieren. Die letzte größere Diskussion hatte 2018 stattgefunden. Und zwar hier: https://think-beyondtheobvious.com/stelters-lektuere/target-2-polemik-ohne-aufklaerungswert/#comment-46891

      und hier: https://think-beyondtheobvious.com/stelters-lektuere/es-gibt-den-ausweg-aus-der-target-falle/#comment-51309

      Ich möchte aber noch folgende Ergänzungen und Anmerkungen machen:

      Nach 200 Jahren gibt es noch eine 3. Möglichkeit:

      6c) Die Schulden werden um weitere 200 Jahre revolviert. Den Gläubigern kommt es doch vor allem auf die Zinszahlungen an und nur in seltenen Fällen auf eine tatsächliche Rückzahlung.

      „7) Es gibt allerdings noch einen anderen Aspekt: Italien (usw.) wird auch in Zukunft ein Außenhandelsefizit gegenüber D. haben,“

      Diese bilaterale Fokussierung wird der Gesamtproblematik mAn nicht ausreichend gerecht. Es kommt nicht darauf an, ob einzelne Länder miteinander bilaterale Defizite/Überschüsse haben, sondern vielmehr ob die Leistungsbilanzen in Summe in der längeren Frist um die Nulllinie schwanken. Italiens, Spaniens sowie Portugals LB ist schon seit 2013 positiv oder aber nahe der Nulllinie: http://www.factfish.com/de/statistik-vergleich/it-pt-es-fr/leistungsbilanz%20saldo

      LG Michael Stöcker

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        Burkhardt Brinkmann sagte:

        Hallo Herr Stöcker,

        um die Rückzahlung des Geldes geht es m. E. weniger. Sondern darum, ab welchem Punkt Gelddrucken in Inflation umschlägt. Das hat ja auch 1914 ff. eine ganze Weile gedauert, bis die Inflation (schon vor dem Ruhrstreik; dadurch natürlich nochmals beschelunigt) in Fahrt kam: Das bekannte „Ketchup“-Bild. Es dauert, bis das Ketchup aus der Flasche kommt. Aber dann mit einem Schwall.

        Finanazielle Ungleichgewichte zwischen Ländern: Klar ist letztlich nicht die Außenhandelsbilanz entscheidend, sondern die Zahlungsbilanz. Wobei ich allerdings nicht weiß, ob und auf welche Weise auch Kredite dort verbucht werden.
        Ein evtl. Ausgleich von Ungleichgewichten durch Kredite würde natürlich nicht auf Dauer helfen.

      • Avatar
        Michael Stöcker sagte:

        „Sondern darum, ab welchem Punkt Gelddrucken in Inflation umschlägt.“

        Ja, das ist die spannende Frage, Herr Brinkmann, denn es ist in der Tat insbesondere die monetisierte Staatsverschuldung, die langfristig die Inflation antreibt. Dabei ist es aber völlig egal, ob die Banken diese Schulden halten oder aber die Zentralbanken; insbesondere am ZLB.

        Ich gehe eher davon aus, dass die Kapitalrenditen nicht mehr weiter steigerbar sind, ohne die Nachfrage weiter abzuwürgen und von daher zukünftig eine sukzessive Adjustierung bei der Primärverteilung der Einkommen stattfinden wird; insbesondere wenn die Babyboomer in Rente gehen. Dann werden wir tendenziell höhere Löhne sehen, die wiederum zu höherer Lohnkosten und somit zu lohninduzierter Inflation führen werden. Ein Prozess, der so auch schon mal bis in die frühen 70er Jahre ablief. Insofern glaube ich weniger an den Ketchup-Effekt als vielmehr an moderate Inflationsraten von 3 bis 4 Prozent bei gleichzeitiger negativer Realverzinsung.

        Von daher gilt meine Empfehlung vom letzten Jahr zu einem höheren Anteil an Gold (ca. 20 %) auch weiterhin. Mehr zur langfristig stabilen Assetallokation gibt es hier: https://youtu.be/SkfgEZtJ9LA. Falls sich diese Einschätzung durchsetzen sollte, werden in den kommenden Monaten viele Portfolios mächtig umstrukturiert werden.

        LG Michael Stöcker

  7. Avatar
    jobi sagte:

    Die technische Ausgestaltung der Rettungsinstrumente ist beinahe schon belanglos angesichts des fortgeschrittenen Zerfalls, bei dem nicht nur laufend selbst gesetzte Regeln gebrochen sondern zunehmend auch rechtsstaatliche Grundsätze über den Haufen geworfen werden.

    Wenn schon keine Einigkeit bei den Rettungsvehikeln herzustellen ist – welches Chaos erwartet uns, wenn der Tag der unausweichlichen Restrukturierung gekommen sein wird ?

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    Michael Stöcker sagte:

    @ Dietmar Tischer und Johann Schwarting

    „Wo kommt hier noch das Schuldgeldsystem vor?

    Nirgends.

    Es hat sich überlebt.“

    Nirgends? Da wäre ich doch ein wenig vorsichtiger, Herr Tischer. Geld ist und bleibt ein Schuldverhältnis; auch dann, wenn ein Teil der „untragbaren“ Schulden ans Bilanzkreuz der Zentralbank genagelt werden. Und nicht zu vergessen: Der Staat könnte auch einfach mal die Erbschaftssteuer etwas zielgerichteter einsetzen und somit einen Teil der Schulden wieder vom Bilanzkreuz abnehmen und gen Himmel fahren lassen.

    Und schon löst sich das ganze debitistische Armageddon in einem winzigen Zentralbankrauchwölkchen auf: https://zinsfehler.com/2016/11/27/debitismus-ad-infinitum/

    LG Michael Stöcker

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    • Avatar
      Dietmar Tischer sagte:

      @ Michael Stöcker

      Nirgends? Da wäre ich doch ein wenig vorsichtiger, Herr Tischer. Geld ist und bleibt ein Schuldverhältnis; auch dann, wenn ein Teil der „untragbaren“ Schulden ans Bilanzkreuz der Zentralbank genagelt werden.>

      Ist ja richtig.

      Aber wenn man provozieren will, darf man nicht vorsichtig sein.

      Ich finde es jedenfalls mehr als bemerkenswert, mit welcher Ruhe und Gelassenheit O. Scholz Tag für Tag monetäre Maßnahmen verkündet, die vor kurzem noch undenkbar waren, aber jetzt als die natürlichste Sache der Welt erscheinen.

      Ich meine damit nicht nur die Summen.

      Natürlich, jeden Tag von früh bis spät KRISE, KRISE, KRISE …

      Trotzdem:

      Das hat schon was DENKWÜRDIGES.

      Und, da bin ich ganz sicher:

      Es weist über den Tag hinaus.

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    Renée Menéndez sagte:

    Ich wundere mich ein wenig, warum die ganze Diskussion völlig an dem virulenten Knackpunkt vorbeigeht, um den es Italienern oder auch Spaniern geht. Deren größte Sorge dabei ist, daß nach einem erneuten Schub bei der Staatsverschuldung die Staatsschuldenquote in untragbare Regionen ausbricht, was dann postwendend zu einer erneuten Staatsschuldenkrise führen würde. Diese Sorge ist nicht von der Hand zu weisen.

    Nun kann man sich ja ein paar kreative Dinge einfallen lassen, die es vermeiden, daß es im Nachgang zu der Krönchen-Krise wieder zu einer Staatsschulden- und damit Euro-Krise kommt. Voraussetzung dazu ist, daß es einen Konsens gibt, daß eine Monetarisierung der zur Pandemie-Bekämpfung erforderlichen Finanzvolumina durch die Zentralbank erforderlich ist. Dazu braucht es nicht viel:

    1. Italien und Spanien legen eine Krönchen-Anleihe auf in Höhe von sagen wir mal 10 Mrd. EURO.

    2. Diese Papiere werden durch eine (wahrscheinlich schnell mal zu schaffende) Institution auf dem Kapitalmarkt verauktioniert.

    3. Zufälligerweise gibt es einen Käufer, der diese Papiere für 500% des Nominalwertes erwerben will.

    4. Überraschenderweise überbietet die ESZB diese Gebote und erhält den Zuschlag bei einem Agio von 700%. (Niemand verbietet doch der EZB bei einer Auktion von Wertpapieren auch mehr für die Papiere zu zahlen, als der Nennwert beträgt.)

    5. Da diese Papiere von einem Sekundäranbieter erworben wurden, entfällt jegliche Kritik hinsichtlich einer direkten Staatsfinanzierung.

    6. Die ESZB verbucht die Überzahlung als Krönchen-Goodwill und schreibt diesen über 25(?) Jahre ab. Das verringert zwar die jährlichen Gewinnausschüttungen, aber das darf man als Preis der Unterstützung akzeptieren.

    7. Die Staatsschuldenquoten von Italien und Spanien sind nicht nennenswert gestiegen, das erforderliche Finanzvolumen ist jedoch aufgebracht worden, auch wenn dessen Abschreibung eine langwierige Angelegenheit ist.

    Vermutlich wird man den einen oder anderen Paragraphen verbiegen müssen, um eine derartige Aktion durchführen zu können, aber nach diversen Wochenendsitzungen der EURO-Gruppe wurden ja auch ganz andere Kaliber aus der Taufe gehoben.

    Wer Schiebung schreit, darf eine bessere Idee präsentieren.

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      Richard Ott sagte:

      @Renée Menéndez

      „Deren größte Sorge dabei ist, daß nach einem erneuten Schub bei der Staatsverschuldung die Staatsschuldenquote in untragbare Regionen ausbricht, was dann postwendend zu einer erneuten Staatsschuldenkrise führen würde. Diese Sorge ist nicht von der Hand zu weisen.“

      Das mag ja stimmen – aber Überschuldung lässt sich in der Situation nicht durch solche Tricks verhindern, sondern nur durch einen Schuldenschnitt. Oder alternativ dadurch, dass Italien und Spanien das benötigte Geld als Geschenk bekommen.

      „Wer Schiebung schreit, darf eine bessere Idee präsentieren.“

      Wenn dieses vorgeschlagene System von Buchungstricks und Karussellgeschäften die beste Idee ist, wird eine Staatspleite jetzt oder in naher Zukunft kaum noch abzuwenden sein. Die wirklich relevante Frage wäre, wie man diese möglichst geordnet durchführen könnte.

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      Alexander sagte:

      @Renée Menéndez

      Gibt es bei Nullzins überhaupt untragbare Staatsschuld?

      Der Gedanke 700fach überzeichnete Anleihen zu verkaufen berauscht, wie auch er zum Scheitern verurteilt ist…..dessen Versuch ich mir gerade deshalb wünschen würde.

      Die Verteilung dieser Beute würde im freiheitlich demokratischen Deutschland schon Kämpfe um soziale Gerechtigkeit erzwingen, aber wie schnell versickert so eine Summe in den sturkturschwachen Netzwerken Süditaliens oder den chronisch sozialistischen spanischen Regionen? Bekommt Europa dann noch mehr arbeitslose Kunsthistoriker und Genderstudies?

      Wieviel mal mehr Geld muss man in gescheiterte Strukturen pumpen bis der Letzte begreift, dass es an den Stukturen liegt und nicht an der Geldmenge?

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      ruby sagte:

      Abschreibungszeit:
      Die knüpft immer an der ursächlichen Funktion des Abschreibungsgegenstandes an. Die ist einzig plausible Grundlage der Dauer und ihrer Berechnung sowie Festlegung.

      Pandemie/Virus/Behandlungsstoffe/Impfstoffe:

      Genetisch sagt meine Naturheilkundlerin braucht es drei Jahre, = 6 Virusaktivierungen Herbst und Winterende, bis die DNA sich auf einen Grippevirus hin modifiziert hat.
      Was die Pharmaindustrie an Subvention durch Ausbeutung und Menschenopfer in fernen Feldversuchslaboren global anrichtet ist zu berechnen. Die kann dann entsprechend durch Gewinneinstreichung und Regulierung richtige Aktiva die gegen die Verschuldungsaufkäufe und Eertberichtigungen stehen, damit niemals mehr ein Völkererpressungspotenzial auch nur in Gedanken aufkommt.

      Gesundheitswesen: transparente pro Kopf Medizin ohne Klassenversorgung,
      International Health Accounting Standards IHAS.

      Und natürlich der Mißmanagementoverhead für katastrophale Politiker…

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      Dietmar Tischer sagte:

      @ Renée Menéndez

      Sie gehen von der MASSGEBENDEN Hilfs-Alternative aus:

      Entweder es ist eine Hilfe, die Liquidität auf Verschuldungsbasis IM Geldsystem, d. h. auf Basis der Geldschöpfung der Banken bereitstellt und damit Marktbewertungen entworfen ist:

      Wenn so, ist die Staatsschuldenquote das Kriterium für die Refinanzierungskosten der Staaten.

      ODER

      Es ist eine Hilfe, die Liquidität NICHT auf Verschuldungsbasis im Geldsystem, sondern sozusagen durch „exogene“ Geldschöpfung leistet und damit Marktbewertungen NICHT unterworfen ist:

      Wenn so, dann MUSS die Zentralbank die erforderliche Liquidität bereitstellen.

      Ein Drittes gibt es nicht.

      Was Letzteres betrifft:

      >Dazu braucht es nicht viel>

      Da bin ich anderer Meinung.

      Es ist zwar richtig, dass es funktional nicht viel braucht, aber es braucht die EINSICHT und das BEKENNTNIS, dass es anders nicht geht, wenn man NACHHALTIG helfen will.

      Heißt:

      Man muss DAUERHAFT den einen oder anderen Paragraphen verbiegen, weil es NICHT bei der EINEN Aktion bleiben wird.

      Denn die betroffenen Staaten werden aufgrund der Zentralbankfinanzierung ihre Wirtschaft NICHT auf den Wachstumskurs bringen, der zu einer deutlich abnehmenden Staatsschuldenquote führt.

      Was DIESE Nachhaltigkeit betrifft:

      Da muss man sich dann halt irgendwann mit ganz anderen Problemen herumschlagen …

      Antworten
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    Johann Schwarting sagte:

    Hallo Herr Stöcker,
    ich denke, dass die Diskussionen in umfangreicheren Zusammenhägen geführt werden müssen, in denen dann wohl auch zu guter Letzt die Problematik von Target II hinfällig wird.
    Warum überall diese Aufregung und das negative Denken im Blog – alles verläuft richtig gemäß der seit Anbeginn der Zivilisationen gültigen und historisch belegbaren debitistischen Logik.
    Im Altertum waren Alexander der Große und die römischen Imperatoren wegen der Vorfinanzierungsproblematik ihrer Reiche und des ‚Vorher-Nachher-Problems‘ zur räumlichen Expansion gezwungen, um die Haftungsräume für ihre Verschuldung zu erweitern.
    In den 60. bis 80. Jahren des letzten Jahrhunderts wurden die Schulden der Stadt Göttingen unter Beachtung künftiger gewisser finanzieller Verhaltensweisen teilweise vom Land Niedersachsen als höherer staatlicher Einheit übernommen. Wegen der finanziellen Belastung durch die Häfen bzw. durch die Steinkohle geschah Ähnliches mit den Schulden des Stadtstaates Bremen und des Landes Saarland. Der Bund übernahm teilweise ihre Schulden. Die Schulden wurden um- und hochgebucht auf schon existierende höhere staatliche Entitäten. Ich formuliere es einmal so: die unteren staatlichen Entitäten konnten wieder kurzfristige Potenziale aus der oberen längerfristigen Potenzialen beziehen.
    Es geht immer darum, durch den Gewinn von Zeit das auf Implosion ausgerichtete Schuldgeldsystem hinauszuschieben. Eine räumliche Expansion ist in West-Europa nicht mehr möglich – also muss eine Expansion nach innen gesucht werden. Die zunehmende Schuldenkrise der EU-Staaten wegen der „Corona-Krise“ erzeugt den Zwang zur Entstehung einer europäischen Union als höhere staatliche Entität mit allem, was heute schon dazu gehört: PESCO (Permanent Structured Cooperation), EDF (European Defense Force), EUGS (European Union Global Strategy) und was zukünftig dazu gehören wird: eine Europäischen Kommission mit der Macht der direkten Steuereinhebung unter tatkräftiger Mithilfe der Beraternetzwerke.
    Im Sinne von Paul C. Martins „Alle haften für alle“ entsteht ein europäischer Haftungsraum für die gemeinsame Verschuldung – alles auf der Grundlage eins historisch noch nie dagewesenen auszuschöpfenden enormen Potenzials von bald mehr als 28 Staaten.
    Im 19. Jhd. scheiterten die politischen Unionen, weil ihnen Währungsunionen („Die Lateinische Münzunion“, „Die Skandinavische Münz-/Währungsunion“, „Die Kronenzone“) vorgeschaltet wurden. Das Dilemma hatte ich schon in https://think-beyondtheobvious.com/stelter-in-den-medien/euro-da-ist-sie-wieder-die-krise-die-nie-weg-war/#comment-40402 diskutiert. Es waren lediglich jene von Dauer, die vorher durch die Bildung eines Zentralstaates politisch abgesichert wurden (Politische Union). Beispiele hierzu bilden die Schweiz, Italien und Deutschland.
    Heute ist es umgekehrt: aus der europäischen Währungsunion entsteht ein übergreifendes ‚Brüsseler Prinzipat‘ mit einer umfassenden Finanz- und Steuerhoheit. Die anstehenden wachsenden Verschuldungssummen der Staatssektoren der einzelnen europäischen Länder sind so groß, dass die EU mittels ihres gesamten Potenzials endgültig eigendynamisch aus sich selbst heraus als zentrale übergreifende Entität entsteht – gleichsam passiv.
    Paul C. Martin am 02.12.2003: „Die Schulden sind demnach der Herrscher jeglicher Herrschaft, in welcher Form auch immer sie ausgeübt wird. … Nein, die Staatsschuld ist der Präsident aller Präsidenten, die Staatsschuld der Gesandte aller Gesandten, sie ist der absolute Monarch, der ganz Europa in Furcht und Zaum hält.“
    https://archiv.dasgelbeforum.net/ewf2000/forum_entry.php?id=238655
    MfG JS

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      Dietmar Tischer sagte:

      @ Johann Schwarting

      Sie argumentieren mit dem Blick nach hinten bis ins Altertum.

      Dabei sehen Sie natürlich nur das:

      >Es geht immer darum, durch den Gewinn von Zeit das auf Implosion ausgerichtete Schuldgeldsystem hinauszuschieben.>

      Kommen Sie doch einfach mal in der GEGENWART an.

      Da wird nichts mehr hinausgeschoben, sondern eine NEUE Zeit eingeläutet.

      Was ich damit meine:

      Vorgestern sagte der Finanzminister den Banken, sie sollten die Fünf gerade sein lassen.

      Gestern hieß es bereits, brauchen sie nicht, weil der Staat das Ausfallrisiko von Krediten zu 100% übernehme.

      Heißt:

      BONITÄTSPRÜFUNG ade.

      Geprüft wird nur noch, ob das Antragsformular für Geld VOLLSTÄNDIG ausgefüllt ist, also die Kontoangabe nicht fehlt.

      Kurzum:

      Geld NICHT an die RICHTIGE Adresse, sondern SCHNELL an jeden, der welches braucht.

      Haftung entfällt in der Privatwirtschaft.

      Und die Haftung des Staats?

      Entfällt auch, weil es eine Zentralbank gibt, die für NICHTS haften muss.

      Ergo:

      Alle haften für all“, Ihres Großmeisters Paul C. Martin ist von Vor-Vorgestern.

      Es heißt längst:

      NIEMAND haftet für IRGENDETWAS.

      Und die Realwirtschaft?

      Wird umgestellt.

      Vor ein paar Wochen erklärte die deutsche Fortschritts-Ökonomin C. Kemfert, dass GEISTERSTROM etwas NORMALES im Wirtschaften sein.

      Und gestern erklärte ein Virologe, dass GEISTERSPIELE möglich seien.

      Die GEISTER-ÖKONOMIE ist auf den Vormarsch.

      Und es geht weiter, denn das ist nur der Anfang:

      Von der GEISTER-Ökonomie zur VIRTUELLEN Ökonomie als das zukünftig „neue Normal“.

      Fehlt nur noch der Schuldige.

      Es gibt ihn:

      Es ist der Kapitalismus, der es geschafft hat, von einem Markt in Wuhan aus die Welt in Bedrängnis zu bringen, aber unfähig ist, genügend Masken zu produzieren.

      Das ist SYSTEMVERSAGEN.

      Daher abschaffen.

      Wo kommt hier noch das Schuldgeldsystem vor?

      Nirgends.

      Es hat sich überlebt.

      Antworten
  11. Avatar
    Michael Stöcker sagte:

    Ich bin ein wenig darüber verwundert, dass dieser Vorschlag nun zum dritten Mal präsentiert wird. Beim ersten Mal habe ich noch gedacht: Schwamm drüber, ich will hier keine neue TARGET Diskussion anzetteln. Bei der zweiten Wiederholung ist mir dann Herr Menéndez zuvorgekommen, dessen Einschätzung ich uneingeschränkt teile.

    Aber auch bei der dritten Wiederholung wirkt dieser Vorschlag nicht sonderlich „intelligent“ auf mich.

    Ein zinsloses Darlehen erzeugt ZUSÄTZLICHE Schulden, von denen Deutschland NICHTS hat; außer eben… höhere Schulden. Das kann man als einen Akt der Solidarität deklarieren, aber bitte nicht als „intelligente“ Hilfe. Was ist hieran „intelligenter“ als eine symmetrische Verschuldung aller Euroländer via EINMALIGER Eurobonds, bei denen dann Deutschland nicht zu 100 % in der Verantwortung stünde, sondern nur entsprechend dem Kapitalanteil? Dann hätten alle Länder von Euroland zusätzliche finanzielle Mittel, um diese exogen induzierte Krise zu meistern.

    Und wenn es um „intelligente“ Investitionen in marode italienische Brücken gehen sollte; die haben wir bekanntlich auch in Deutschland. Insofern sollten wir eher mit hohen Investitionen in Deutschland unsere Infrastruktur auf Vordermann bringen, in diesem Kontext die Wirtschaft überstimulieren und somit die Löhne nach oben treiben, damit es dann zukünftig auch wieder für einen Urlaub im Süden reicht. Auf diese Weise kann man diese TARGET-Salden dann nicht nur „intelligent“ zum Nutzen der Italiener, sondern eben auch der Bürger von Deutschland über die kommenden 20 Jahre sukzessive abbauen.

    Hier die Sicht von Luigi Zingales, der 2012 vom Magazin Foreign Policy in die Liste der 100 wichtigsten Denker aufgenommen wurde: The EU must be forged in this crisis or it will die: https://www.ft.com/content/8f554b7a-74d1-11ea-90ce-5fb6c07a27f2

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      Dietmar Tischer sagte:

      @ Michael Stöcker

      >Ein zinsloses Darlehen erzeugt ZUSÄTZLICHE Schulden, von denen Deutschland NICHTS hat; außer eben… höhere Schulden.>

      Auf der monetären Ebene – ja.

      Aber die ist eben nicht alles.

      Es kommt darauf an, WAS die italienische Regierung mit dem Darlehen BEWIRKT.

      Wenn sie damit die Produktion von Teilen, die der deutschen Automobilindustrie zugeliefert werden müssen, damit diese wieder in Gang kommt, zum Laufen bringt, dann hat auch Deutschland etwas davon.

      Wenn sie – auf länger Sicht – die italienische Wirtschaft so restrukturierte, dass wir mehr von den Italienern kaufen bzw. mehr ihrer Dienstleistungen in Anspruch nehmen würden, hätte auch Deutschland etwas davon.

      Da ist aber nun mal DEREN Aufgabe, nicht unsere.

      Unsere Infrastruktur ist ein anderes Problem.

      Zu Unserer Kontroverse bezüglich dessen, was „intelligent“ ist mit Blick auf eine gemeinsame Hilfe, komme ich noch, habe sie nicht vergessen.

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        Michael Stöcker sagte:

        So ist es, Herr Tischer. Was Sie hier beschreiben, ist vermutlich auch die Einschätzung von Moritz Schularick, warum solche Bonds/Hilfen auch im deutschen Interesse sind.

        Wie Sie schon völlig korrekt am anderen Thread beschrieben haben, werden hier zwei unterschiedliche Dinge vermischt: Hilfe für die unmittelbaren Folgen der exogenen Coronakrise und zum anderen finanzielle Mittel für die endogene strukturelle Krise in Italien. Ich denke, wir sind uns hier einig, dass beide Sachverhalte getrennt voneinander betrachtet werden müssen und unterschiedliche Antworten brauchen, auch wenn es dann in der Praxis nicht immer ganz einfach sein wird, die Dinge sauber auseinander zu halten.

        LG Michael Stöcker

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      Johann Schwarting sagte:

      Hallo Herr Stöcker,

      ich denke, dass die Diskussionen in umfangreicheren Zusammenhägen geführt werden müssen, in denen dann wohl auch zu guter Letzt die Problematik von Target II hinfällig wird.

      Warum überall diese Aufregung und das negative Denken im Blog – alles verläuft richtig gemäß der seit Anbeginn der Zivilisationen gültigen und historisch belegbaren debitistischen Logik.

      Im Altertum waren Alexander der Große und die römischen Imperatoren wegen der Vorfinanzierungsproblematik ihrer Reiche und des ‚Vorher-Nachher-Problems‘ zur räumlichen Expansion gezwungen, um die Haftungsräume für ihre Verschuldung zu erweitern.

      In den 60. bis 80. Jahren des letzten Jahrhunderts wurden die Schulden der Stadt Göttingen unter Beachtung künftiger gewisser finanzieller Verhaltensweisen teilweise vom Land Niedersachsen als höherer staatlicher Einheit übernommen. Wegen der finanziellen Belastung durch die Häfen bzw. durch die Steinkohle geschah Ähnliches mit den Schulden des Stadtstaates Bremen und des Landes Saarland. Der Bund übernahm teilweise ihre Schulden. Die Schulden wurden um- und hochgebucht auf schon existierende höhere staatliche Entitäten. Ich formuliere es einmal so: die unteren staatlichen Entitäten konnten wieder kurzfristige Potenziale aus der oberen längerfristigen Potenzialen beziehen.

      Es geht immer darum, durch den Gewinn von Zeit das auf Implosion ausgerichtete Schuldgeldsystem hinauszuschieben. Eine räumliche Expansion ist in West-Europa nicht mehr möglich – also muss eine Expansion nach innen gesucht werden. Die zunehmende Schuldenkrise der EU-Staaten wegen der „Corona-Krise“ erzeugt den Zwang zur Entstehung einer europäischen Union als höhere staatliche Entität mit allem, was heute schon dazu gehört: PESCO (Permanent Structured Cooperation), EDF (European Defense Force), EUGS (European Union Global Strategy) und was zukünftig dazu gehören wird: eine Europäischen Kommission mit der Macht der direkten Steuereinhebung unter tatkräftiger Mithilfe der Beraternetzwerke.

      Im Sinne von Paul C. Martins „Alle haften für alle“ entsteht ein europäischer Haftungsraum für die gemeinsame Verschuldung – alles auf der Grundlage eins historisch noch nie dagewesenen auszuschöpfenden enormen Potenzials von bald mehr als 28 Staaten.

      Im 19. Jhd. scheiterten die politischen Unionen, weil ihnen Währungsunionen („Die Lateinische Münzunion“, „Die Skandinavische Münz-/Währungsunion“, „Die Kronenzone“) vorgeschaltet wurden. Das Dilemma hatte ich schon in https://think-beyondtheobvious.com/stelter-in-den-medien/euro-da-ist-sie-wieder-die-krise-die-nie-weg-war/#comment-40402 diskutiert. Es waren lediglich jene von Dauer, die vorher durch die Bildung eines Zentralstaates politisch abgesichert wurden (Politische Union). Beispiele hierzu bilden die Schweiz, Italien und Deutschland.

      Heute ist es umgekehrt: aus der europäischen Währungsunion entsteht ein übergreifendes ‚Brüsseler Prinzipat‘ mit einer umfassenden Finanz- und Steuerhoheit. Die anstehenden wachsenden Verschuldungssummen der Staatssektoren der einzelnen europäischen Länder sind so groß, dass die EU mittels ihres gesamten Potenzials endgültig eigendynamisch aus sich selbst heraus als zentrale übergreifende Entität entsteht – gleichsam passiv.

      Paul C. Martin am 02.12.2003: „Die Schulden sind demnach der Herrscher jeglicher Herrschaft, in welcher Form auch immer sie ausgeübt wird. … Nein, die Staatsschuld ist der Präsident aller Präsidenten, die Staatsschuld der Gesandte aller Gesandten, sie ist der absolute Monarch, der ganz Europa in Furcht und Zaum hält.“

      Quelle: https://archiv.dasgelbeforum.net/ewf2000/forum_entry.php?id=238655

      MfG JS

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  12. Avatar
    Susanne Finke-Röpke sagte:

    bto: „Die SPD, sonst immer auf Gerechtigkeit erpicht, hat also kein Problem damit, dass wir die Schulden von Ländern übernehmen sollen, deren Bürger deutlich vermögender sind als wir Deutschen.“

    Das liegt daran, dass die SPD versäumt hat, sich in den 80er-Jahren rechtzeitig wahrheitsgemäß in SPEvD (sozialdemokratische Partei Europas vor Deutschland) umzubenennen. Die wichtigste Mission der SPD ist seit Oskar Lafontaine die Wegnahme von Geld bei den tatsächlich oder vermeintlich vermögenden Deutschen, die aufgrund ihrer finanziellen Lage seit Jahrzehnten Union oder FDP (und vielleicht seit kurzem AFD) wählen und die Restaurierung der aus ihrer Sicht leider untergegangenen DDR mit ihrem starken Staatsapparat. Die Nicht-SPD-Wähler müssen aus Sicht der Funktionäre bis zum Letzten bekämpft werden. Dieses Problem hat die SPD im befreundeten EU-Ausland nicht, da diese Leute sowieso nicht SPD wählen dürfen. So ist die bevorzugte Belastung Deutschlands recht einfach zu erklären. Die Umfragen und Wahlergebnisse zeigen aber, dass das mit Ausnahme der unbelehrbaren Willy-Brandt-Nostalgiker in der Generation 70+, die ohne aktuellen politischen Bezug auf die Realitäten in der Rente vor sich hin leben) bei den jüngeren Wählern nicht so gut ankommt. Ansonsten prekär beschäftigte Ausnahmen wie Kevin Kühnert als echte linke Umverteiler bestätigen die Regel.

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    • Avatar
      Richard Ott sagte:

      „Das liegt daran, dass die SPD versäumt hat, sich in den 80er-Jahren rechtzeitig wahrheitsgemäß in SPEvD (sozialdemokratische Partei Europas vor Deutschland) umzubenennen.“

      Ach, wenn es nur so einfach wäre!

      Warum will die SPD dann unbedingt Migranten aus Nicht-EU-Staaten nach Deutschland importieren (von denen dann die meisten von Hartz 4 leben…), obwohl die Jugendarbeitslosigkeit in Griechenland, Spanien und Italien immer noch bei über 30% liegt? Mit dem heutzutage so oft bemühten europäischen Solidaritätsgedanken hat das nichts zu tun.

      Mein Eindruck ist, dass die SPD mittlerweile türkischen und arabischen Islamisten und deren geopolitischen Interessen deutlich näher steht als irgendwelchen Interessengruppen in den südeuropäischen EU-Staaten, egal wie schlecht die Wirtschaftslage in Südeuropa auch ist.

      Der Rest ist ahnungsloses politisches Umherirren von inkompetenten Marxistinnen wie Esken, die es in der DDR nicht einmal in eine SED-Kreisleitung geschafft hätte.

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        Susanne Finke-Röpke sagte:

        @Herrn Richard Ott:

        Warum die SPD Migranten aus Nicht-EU-Staaten einlädt? Aus den gleichen Gründen, aus denen sie einst für „Gastarbeiter“ war und die Union für die Immigration von Russlanddeutschen ohne Deutschkenntnisse in den 1990ern: sie wählen nach Einbürgerung vermeintlich die eigene Partei. Hat bei den Russlanddeutschen und der Union bis zur Gründung der AFD funktioniert und funktioniert bei der SPD bis heute überdurchschnittlich gut (wenn auch nur noch ca. halb so gut wie in den 90ern), z.B. bei eingebürgerten Deutschen mit türkischem Migrationshintergrund.

        Das alleine erklärt es aber nicht. Der Sozialdemokrat an sich glaubt ernsthaft, dass alle Menschen gleich sind. Sind sie aber nicht, sie haben idR nur gleiche Rechte und Pflichten im gleichen Staat und sind gleich viel wert; idealerweise erhalten Sie in der Theorie gleiche Chancen. Das fällt einem dann halt auf die Füße, wenn die Realität anders ist als vorausgesetzt, d.h., wenn etwa der durchschnittliche Bildungseifer der Migrantenfamilie geringer ausgeprägt ist als der durchschnittliche Bildungseifer der einheimischen Familie.

        Ein letzter Punkt ist recht einfach: der „rächts-Reflex“, wie ich ihn nenne. Alles, was rechts klingt oder rechts sein könnte, wird ohne Nachdenken bekämpft. Das ist bei Themen wie Rassismus, Antisemitismus und Extremismus vollkommen richtig. Allerdings schießt die Sozialdemokratie weit übers Ziel hinaus und manchmal daran vorbei. Ein Konservativer, der die Ehe Heterosexuellen vorbehalten lassen möchte, für Steuersenkungen wirbt und das „Frau ist bei den Kindern zu Hause – Modell“ pflegt, ist kein Nazi. Das wird aber so kommuniziert und das ist falsch.

        Im Gegenzug werden Linke mit einem Problem auf diesem Feld wohlwollend behandelt, z.B. Herr Jakob Augstein im Jahr 2012 auf einer unrühmlichen Liste:

        https://de.wikipedia.org/wiki/Simon_Wiesenthal_Center#Die_10_schlimmsten_antisemitischen/antiisraelischen_Verunglimpfungen

  13. Avatar
    ruby sagte:

    Target2 Salden sind kurzfristige Überziehungskreditlinien der Deutschen Bundesbank also echte Ansprüche auf Zentralbankgeld. Dieses lautet derzeit auf Euro.

    Wie kann dieser Clearingmechanismus auf Ewigkeit abgeschafft werden?
    Das ist die Frage, wenn man weiter in einem Eurosystem EWSII denkt und wirtschaften will.

    Lebt me tell my position loud&clear:
    Keiner der Teilnehmerstaaten ist tief in seiner Nationalstaatssicht bereit dazu und !!! wird es sicher niemals werden.

    So, everything based on this construction is a non selffullfilling prophecy.

    Es wird daher zukünftig, um Staaten souverän wirtschaften zu lassen, nur den Bruch und die getrennte Abrechnung und Bilanzierung sowohl in Staatshaushalten als auch Nationalenzentralbanken zielführend sein.
    Welche Rolle spielt der „Goodwill“?
    https://www.iasplus.com/de/binary/documents/goodwill.pdf/at_download/file
    Darazs:
    „Der im Rahmen einer Unternehmenstransaktion gezahlte Good-
    will symbolisiert einen Großteil der durch den Erwerber erhoff-
    ten Wertsteigerungspotenziale. Er beinhaltet zum einen bisher
    nicht bilanzierte immaterielle Vermögensgegenstände des Kauf-
    objektes und zusätzlich mögliche Synergie- und Restrukturie-
    rungspotenziale. Doch lassen in der Vergangenheit beobachtete
    Transaktionen zum anderen teilweise auch den Schluss zu, dass
    eine dritte Goodwill-Komponente, die Zahlungen ohne tatsäch-
    lichen Gegenwert, ebenfalls einen nicht zu vernachlässigenden
    Faktor bei der Kaufpreisfindung repräsentiert haben. „Strategi-
    sche Preise“ führten in der Folge daher allzu oft zu Abschrei-
    bungen auf den Goodwill.“

    Gibt es diesen für Europa bzw. läßt dieser sich gesamtstaatenlich als Konzernwesenrechnungslegung abbilden und sind nur noch Beteiligungsunternehmen existent?
    Jeder sieht seinen zukünftigen Guten Willen bei sich und das bleibt auch die Funktion dieses Instrument, es grenzt ab zum Innern des eigenen Verantwortungsbereichs.
    Wer will denn ein globaler Mensch mit allen Konsequenzen des Vormachtskampfes in jedem seiner Gedanken und Handlungen sein?
    Eher eine verschwindend kleine Herrschaftsgruppe, ob in China, Rußland, Türkei, Commonwealt, USA, EU. Die Masse der Menschen lebt in ihren örtlichen Welt und schaut auf den eigenen Teller.
    Günter Grass hat erzählt, wie er Kochschüler war und Phantasierezepte lernte, obwohl es fast nicht zum Zubereiten gab.

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  14. Avatar
    Dietmar Tischer sagte:

    Die Standortbestimmung ist RICHTIG.

    Denn das Schuldgeldsystem ist so „erschöpft“, dass es bereits VOR der Corona-Krise und dem Koma großer Teile der Realwirtschaft ohne MONETARISIERUNG nicht überlebensfähig war.

    Draghi hat dies mit seinem „whatever it takes“ so eindeutig demonstriert, dass heute jegliche Zweifel daran ausgeschlossen sein müssen.

    >Deutschland steht im Fokus der Kritik.>

    Das heißt aber noch lange nicht, dass die Kritik BERECHTIGT ist.

    Auf Moral basierende Diskussionen sind nicht hilfreich und sogar irreführend, wenn es um ÖKONOMISCHE FUNKTIONALITÄT geht – man kann und sollte sie durchaus führen, sie aber davon trennen.

    >Es steht für mich außer Zweifel, dass wir helfen müssen.>

    Für jeden vernünftigen Menschen steht das außer Zweifel.

    >Tun wir es nicht rasch und entschlossen, verspielen wir allen Goodwill, den wir bei den Nachbarn nach dem Zweiten Weltkrieg wieder erarbeitet haben.>

    Goodwill ist schillernd, weil es nicht nur, aber auch eine ökonomische Bedeutung hat.

    Meine Begründung ist eine andere:

    Wir müssen helfen, weil wir es können – könnten wir es nicht, müssten wir es auch nicht – und weil wir uns und den anderen schaden würden, wenn wir es nicht tun.

    Damit ist ein Vergleich der VERMÖGENSVERHÄLTNISSE als Verweigerungsrechtfertigung genauso aus dem Spiel wie die Ansage der anderen, WIE wir helfen müssen.

    >Wenn wir Corona-Bonds akzeptieren, unterschreiben wir einen Blankoscheck nicht nur für die vergangenen Schulden, sondern für alle Zukunft.>

    Das ist nur dann richtig, wenn die Corona-Bonds nicht EINMALIG ausgegeben, sondern als Verfahren INSTITUTIONALISIERT werden.

    „einmalig“ ist konzeptionell natürlich erlaubt, aber unrealistisch.

    Einmalig würde ein PRÄZIDENZFALL sein für „geht doch“ und IMMER WIEDER aufgerufen werden, weil das System weiterhin IMMER WIEDER in Krisen ist.

    Coronabonds/Eurobonds würden uns insoweit erpressbar machen.

    ANDERS wäre es, wenn wir supranational nicht nur ein „Finanzierungsunion“ sein würden, sondern auch eine Fiskalunion wären.

    Dafür müssten aber die nationalen Regierungen SOUVERÄNITÄT abgeben.

    Das wollen sie nicht, allen voran Frankreich nicht, dessen Verwaltungselite sich nicht zu Befehlsempfängern herunterstufen lassen wird.

    Fazit:

    Merkel und der vorgeschickt O. Scholz werden morgen Corona/Eurobonds abbügeln, auch wenn die anderen noch so schäumen.

    Weil man die EZB als Mutter aller Krisenbändigerinnen nicht so offenkundig vorschicken kann, wird es ein Sammelsurium von Instrumenten werden, die zu großen Teilen auf Kreditgewährung an den Süden zielen.

    Aber keine Bedenken, der Konditionalität werden die Zähne gezogen, so dass sie erträglich ist.

    Liquidität praktisch ohne faktischen Schuldendienst:

    Ein fiskalpolitisches weiter so OHNE Restrukturierungszwang für die ANDEREN und UNS ist somit gewährleistet.

    Antworten
  15. Avatar
    Alexander sagte:

    Muss die BRD über geringere Vermögenswerte neidisch sein? Ich glaube nicht.

    Die „höheren“ Vermögenswerte von z.b. Italien wurden entsprechend der „höheren“ Verschuldung nur „höher“ inflationiert? Die Deflation dieser Preise auf das angemessene Maß der wirtschaftlichen Aussichten wäre mehr als fällig. Niedrigere Preise würden Auslandsinvestitionen erst rentabel machen….?

    Die Auszahlung der Target2 Exporte durch Vorfinanzierung über die Buba schuf Kaufkraft für Inflation von Vermögenspreisen in der BRD, das Geld wurde konsumiert. Zuwenig davon in die Inflation von Aktien…., was sich in Renditen/Vermögen niederschlug.

    Target2 ohne freiwilliges Abschmelzen privater Vermögen setzt Verschuldung voraus. Ein Abschmelzen von Forderungen der Buba zulasten von Staatsverschuldung als Investitionskapital setzt sinnvolle Investitionsmöglichkeiten voraus…die bei den systemischen Problemen z.B. Italiens einfach so gegeben sind?
    Was sich verführerisch anbietet kann ein neues Investitionsdesaster werden, weil die rentablen Anlagen in Spanien/Italien/Portugal einfach nicht gegeben sind. Wäre es so einfach, würden private Investoren (u.a. institutionelle) schon längst tägig sein.
    Genau aus diesem Grund war es für dt. Anleger so verführerisch in Bankanleihen und Staatsanleihen zu investieren, weil man damit kein Marktrisiko einging. Beide Anlageklassen wurden nicht rentabel durch die Schuldner genutzt, was eine Wiederholung der gescheiterten Übung ratsam macht?

    Auch die EU hat sich als unfähig erwiesen sinnvolle Investitionen zu tätigen, Bsp. Geisterflughäfen:
    https://www.deutschlandfunk.de/baupolitischer-groessenwahn-spaniens-geisterflughaefen-und.724.de.html?dram:article_id=439097

    Im Zuge der Krise wird auf jeden Fall frisches Geld geschöpft werden, aber seine Verwendung wird nicht über Nacht die Nachhaltigkeit und Renditen aufweisen, die in den 20 Jahren zuvor unmöglich war. Schon alleine, weil es dasselbe Personal ist wie seit 20 Jahren.

    Es würde mich nicht wundern, wenn ein Teil der Investitionsmittel, Target2 oder Corona Bonds, ganz schnell nach der BRD flieht um gegen den Euro zu spekulieren.

    Mir gefällt der Gedanke die 800Mrd. € in der EZB Bilanz zu versenken besser. Die BRD muss ihre Aufgaben im Inland lösen, weil man dort über Gesetzgebungsrechte verfügt, dito. Italien. Ausländische Gelder lockt man durch Renditen an, nicht mit Planwirtschaft. So schnell sich eine Anlage rentiert, so schnell kommen diese auch zustande…sogar aus Vermögenswerten im Inland, weil Eigentumsökonomik so funktioniert.

    Mehr Markt, weniger Politik.

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    • Avatar
      Felix sagte:

      @ Alexander

      Sie haben vollkommen Recht: es muss sich lohnen, dann geht auch was. Wenn es sich nicht lohnt (oder gar Sozialismus droht), macht keiner was. Was der Staat machen muss, ist Sicherheit und Rechtssicherheit herstellen. Darin versagt unser Staat sehr gut. Ich habe ein Grundstück, was ich seit Jahren nicht mehr nutzen kann, weil es abgelegen ist und die Leute einem heute sogar einen Buchsbaum ausgraben, wenn sie sich unbeobachtet fühlen. Also investiere ich auch nichts.
      Alles nicht neu. Durch die krisenhafte Entwicklung bemerken nur immer mehr Menschen, dass die Welt nicht so in Ordnung ist, wie sie es bisher gewohnt waren.

      Antworten
  16. Avatar
    Horst sagte:

    „Wären Sie Italiener, würde es sich so darstellen: Nach einem Freibetrag von einer Million würden sie auf dem verbliebenen Betrag eine Erbschaftssteuer von vier Prozent bezahlen, also 360.000 Euro. Und dieser Satz gilt für jedes beliebige Vermögen. Selbst entfernte Verwandte oder Fremde kommen in Italien mit Steuern von acht Prozent davon, während in Deutschland Sätze von bis zu 50 Prozent aufgerufen werden.“

    Das, lieber Herr Stelter, ist, mit Verlaub, Polemik – und mit der steuergesetzlichen Realität in Deutschland NICHT in Einklang zu bringen.

    Für interessant halte ich es darüber hinaus, dass das „enfant terrible“ der beschreibenden „Verteilungs-Ökonomie“ (Piketty) herhalten darf, wenn dessen Analysen/Aussagen/Konklusionen zur Stützung der eigenen Gedankenwelt genügen.

    Antworten
    • Avatar
      Felix sagte:

      @ Horst

      Na dann klären Sie uns mal auf, warum z.B. meine Lebensgefährtin später einmal nicht die von Herrn Stelter aufgezeigten Steuersätze auf mein Erbe zahlen sollte?

      Antworten
    • Avatar
      Richard Ott sagte:

      @Horst

      „Das, lieber Herr Stelter, ist, mit Verlaub, Polemik – und mit der steuergesetzlichen Realität in Deutschland NICHT in Einklang zu bringen.“

      Wieso soll das Polemik sein, ist doch alles sachlich richtig dargestellt.

      Wissen Sie, was polemisch wäre? Wenn ich vorschlagen würde, dass auf das so heiß ersehnte bedinungslose Grundeinkommen auch Schenkungssteuer entrichtet werden müsste. Da würde ganz Berlin-Friedrichshain jetzt erschreckt aus dem Bett fallen und vor Empörung so laut aufschreien dass die vegane Mandelmilch für den fair gehandelten Latte Macchiato sauer wird! ;)

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      • Avatar
        Felix sagte:

        @ Richard Ott

        Machen Sie sich keine Sorgen. Das bedingungslose Grundeinkommen wird es nur gegen Bedingungen geben, die diese Menschen nicht erfüllen können. Geld regiert die Welt. Andernfalls läßt man so einen Staat dann eben fallen und dann fehlen die ökonomischen Möglichkeiten für so einen Spaß.

    • Avatar
      Felix sagte:

      @ Horst

      Sie unterstellen zuviel. Ich gehe mit, dass die wirklich Reichen, der Besteuerung ausweichen können. Ich deute das aber anders: diese Besteuerung ist zu hoch. Würden die Reichen nicht ausweichen können, wären sie gar nicht da. Die „normalen“ Bürger müssen bezahlen, weil sie weder ausweichen noch gehen können (oft jedenfalls, viele gehen ja schon). Dadurch lohnt es sich aber für eine große Zahl an Menschen nicht mehr, den Aufstieg anzugehen und sich z.B. mit Investment zu beschäftigen. Daher verarmt unsere Kultur in Richtung Sozialismus. Sie ziehen den Schluss daraus, „mehr desselben“, noch mehr Steuern, noch mehr Sozialismus. Ich denke umgekehrt, dass wir die 99% wieder besser stellen müssen. Zugleich müssen wir ihnen aber auch sagen, dass sie sich wieder mehr selbst kümmern müssen.

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