Schuldentilgungsfonds statt Merkel-Macron-Paket

Außerdem: 10-Punkte-Programm zur Reanimation der Wirtschaft nach der Krise.

Die Corona-Krise und kein Ende! Am Beginn der Folge 24 von „beyond the obvious – der Ökonomie-Podcast mit Dr. Daniel Stelter“ steht der von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron vorgeschlagene Recovery Fund auf dem Prüfstand. Anschließend erläutert Daniel Stelter seine Alternativmaßnahmen und stellt eine zehn Punkte umfassende To-do-Liste vor. Danach wird die Lage der Start-ups in Deutschland in den Fokus genommen. Stellvertretend für viele Start-up-Unternehmer spricht der Geschäftsführer einer jungen Personalvermittlungsagentur über die ganz konkreten Auswirkungen des Lockdowns.

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Kommentare (5) HINWEIS: DIE KOMMENTARE MEINER LESERINNEN UND LESER WIDERSPIEGELN NICHT ZWANGSLÄUFIG DIE MEINUNG VON BTO.
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    Rolf Peter sagte:

    Geht man eher ökonomisch rational an die Sache heran als aus einer rein nationalstaatlichen Perspektive, dann kann man die Frage stellen, ob die EU nicht eine Rolle bei Problemen wie der derzeitigen Krise spielen kann. Sie kann es, nämlich als Versicherung, wenn einzelne Mitglieder order Regionen unterschiedlich betroffen sind. In solchen Fällen könnten über das EU Budget Ressourcen von den weniger betroffenen Bereichen in die stärker betroffenen gelenkt werden. Das wäre tatsächlich eine sinnvolle Weiterentwicklung der EU. Der Vorschlag von Merkel und Macron geht daher in die richtige Richtung. Obwohl die Deutschen erstmal zahlen, ist eine derartige Weiterentwicklung einer stabilen EU langfristig auch im deutschen Interesse.

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      Dietmar Tischer sagte:

      @ Rolf Peter

      Eine Versicherung funktioniert ANDERS.

      Sie deckt RISIKEN ab, erlaubt es aber nicht, NOTORISCH schädigendes Verhalten solange fortzusetzen, bis andere nicht mehr zahlen wollen oder die Versicherung pleite ist.

      Die derzeitige Krise ist zwar ein Risiko, aber zumindest für die Eurozone ist in der VERGANGENHEIT notorisch schädigendes Verhalten festzustellen.

      Ich nehme dabei Deutschland keineswegs aus.

      Kurzum:

      Mit Rowdies am Lenkrad kann keine Versicherung überleben.

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    Dietmar Tischer sagte:

    Zum Merkel-Macron-Paket:

    Die Analyse ist richtig, wird verständlich dargelegt, vor allem die finanziellen KOSTEN für Deutschland werden KLAR benannt.

    Klartext auch, warum die Veranstaltung stattfindet:

    Den Verschuldungsdruck der Peripherie zu mindern sowie den Zerfall der Eurozone und folgend der EU zu verhindern. Die Coronakrise ist letztlich nur ein Anlass.

    Zum Schuldentilgungsfonds:

    Als Option, die Verschuldungsproblematik auf längere Zeit zu lösen, ist ein solcher Schuldentilgungsfonds KONZEPTIONELL weit überlegen.

    Er ist aber nicht realistisch, u. a. weil zu starke INTERESSEN missachtet würden.

    Denn wenn Staatsanleihen in einem Umfang von Billionen Euro vom Markt genommen werden, also nicht mehr gehandelt werden können, entfallen u. a. den eh schon schwachen Banken Provisionen in erheblichen Umfang.

    Es würde starken Widerstand geben, wenn man diese Lösung suchte.

    Zum Entschuldungsprogramm für Unternehmen:

    Dies zu tun, würde einen PRÄZEDENZFALL schaffen. Wenn eine solche Entlastung einmal erfolgt, dann erfolgt sie immer wieder. Das wäre fatal.

    Zu Chancen in der Krise:

    Es ist richtig, das Veränderungen auch Chancen eröffnen. Damit sind aber auch immer wieder RISIKEN verbunden – und das in einer schon risikoreichen Krise bzw. Krisenfolge.

    Daher kein Allheilmittel, sondern in großem Umfang teilweise sogar kontraproduktiv für den Exit aus der Krise.

    Fazit:

    Starke Interessen zu missachten, fatale Präzedenzfälle zu schaffen und Risiken zu erhöhen ist in einer KRISE, wie wir sie haben, PROBLEMATISCH, genauer:

    Programmatisch NICHT durchsetzbar.

    Damit sage ich nicht, dass derartige Vorschläge gar nicht erst auf den Tisch kommen sollen.

    Im Gegenteil:

    Es muss dargelegt werden, was der „Raum der Möglichkeiten“ ist.

    Man sollte damit aber keine allzu großen Hoffnungen verbinden.

    In Zeiten wie diesen sind die weitaus meisten Akteure aus verständlichen Gründen auf Defensive eingestellt.

    Politik darf nicht nur daran, muss aber vor allem daran anknüpfen, wenn der Exit EFFIZIENT, d. h. möglichst schnell zu möglichst geringen Kosten erfolgen soll.

    Bei bereits EXTREM hohen Kosten, ist das keine falsche Zielvorgabe.

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    SamText sagte:

    Sehr geehrter Herr Dr. Stelter!

    Vielen Dank für diesen sehr interessanten Podcast!

    Was ich mich u.a. frage:
    gibt es für unsere Politiker in Parlamenten, Regierungen und Verwaltungen, die faktisch ja die Angestellten unserer Bürger sind, nicht den Straftatbestand der Veruntreuung o.ä. von Steuergeldern?

    Darf unsere Angestellte Frau Merkel ohne rechtliche Beschränkungen und Konsequenzen so einfach 500 Mrd. Euro, welche von deutschen Steuerzahlern erwirtschaftet und an die Finanzämter abgegeben werden müssen, an andere Staaten verschenken, damit diese ihren Bürgern davon z.B. ein Grundeinkommen auszahlen können?

    Man stelle sich vor, ein ebenfalls nur auf Zeit ernannter Manager (im Unterschied zu Eigentümer und Unternehmer!) eines privatwirtschaftlichen Unternehmens würde, ohne Rücksprache und Genehmigung durch die Eigentümer, einen großen Teil der Unternehmsgewinne an Konkurrenzunternehmen, welche durch eigene Mißwirtschaft in die Krise geraten oder in den Ruin gesteuert sind, verschenken, damit diese sich auf Kosten des noch halbwegs gesunden Geber-Unternehms sanieren oder ihren Mitarbeitern und Kunden davon großzügige Boni und Gutscheine finanzieren können.

    Welche Konsequenzen hätte das für diesen Manager?

    Ich stelle ferner fest, es gibt nicht nur Zombieunternehmen, sondern auch Zombiestaaten.

    Dass unsere deutschen Regierungen/ Verwaltungen auf Bundes-, Landes- und kommunaler Ebene nicht ordentlich bilanzieren müssen, analog zu Unternehmen, und kein Controlling haben, ist ein weiteres Unding!

    Somit ist jeglichem Missbrauch und jeglicher Verschwendung von Steuergeldern Tür und Tor geöffnet , ohne dass die Verantwortlichen je zur Verantwortung gezogen werden könnten.

    In unserem Staate ist dermaßen viel faul, er ist von so vielen „Viren“ und Bazillen befallen, das eigentlich mal ein ordentlicher Reset und Neustart erforderlich wäre.

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