Klima plus Wohlstand funktioniert nur global

Klimaschutz ist global. Die Ampel setzt deshalb mit großen Ambitionen auf Klimaaußenpolitik.

In der 118. Folge von „bto 2.0 – der Ökonomie-Podcast mit Dr. Daniel Stelter“ geht es um Klimaaußenpolitik. Was ist darunter zu verstehen? Setzt die neue Regierung die richtigen Akzente und sind die Ambitionen realistisch. Was bedeutet das für unseren Wohlstand? Mit dabei: Professorin Dr. Sonja Peterson. Die ausgewiesene Expertin für Klima-Ökonomie-Modellierung, internationale und europäische Klima- und Energiepolitik und nachhaltige Entwicklung forscht seit 20 Jahren am Kiel Institut für Weltwirtschaft (IfW).

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Kommentare (13) HINWEIS: DIE KOMMENTARE MEINER LESERINNEN UND LESER WIDERSPIEGELN NICHT ZWANGSLÄUFIG DIE MEINUNG VON BTO.
  1. Bauer
    Bauer sagte:

    bto>> “Klima plus Wohlstand funktioniert nur global” Eigentlich gehört da ein dickes Fragezeichen dahinter. Denn:

    A- Was als globales Klima bezeichnet wird, ist ein statistisches Konstrukt, zwar handlich, aber als solches nicht nicht unmittelbar messbar. Es gibt auf der Erde definierte Klimazonen von arktisch bis tropisch,die keineswegs homogen sind, deren Grenzen fliessend ineinander übergehen und sich bewegen. Ihr Zonenklima, hauptsächlich ihre Mitteltemperatur kann sich gegenläufig bewegen. So erwärmt sich offensichtlich das arktische Klima über beiden Polen schneller als die übrigen Zonen, die unter Umständen keine oder negative Erwärmung geniessen.

    B- Je nach geografischer Lage ist die Interessenlage der Staaten durchaus unterschiedlich. Die amerikanische Westküste beäugt kritisch den Humboldtstrom und das Verhalten von el Nino und la Nina, Nordeuropa sollte sich Sorgen machen um den Fortbestand des Golfstroms, für die südasiatischen Staaten ist der Monsun überlebensnotwendig, da davon die Ernten abhängen, Kanada’s Fischerei hängt vom Labradorstrom ab, um nur einige signifikante Beispiele zu nennen. Und alle haben sich am CO2 festgebissen, obwohl dies ein lebensnotwendiges Spurengas ist, das überdies durch das Meerwasser stark gepuffert ist.

    C- Sofern es überhaupt je gelingen wird, das Klima weltweit aktiv zu beeinflussen, braucht es eine Instanz, die die divergenten Interessen auf einen gemeinsamen Nenner bringt und die diesbezüglichen weltweit einheitlichen Entscheidungen trifft, eine Art Klimaweltkongress mit Sitz und Stimme aller Staaten. Wie soll da jemals eine Übereinstimmung der Interessen zustande kommen und nach welchen allgemein akzeptierten Regeln? Wahrscheinlich wird das unmöglich sein, eher wird es sogar ein Kriegsgrund daraus entstehen, da soviel davon abhängt. Wer Wohlstand will, darf sich da keinen Pfusch erlauben.

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    • Christian Anders
      Christian Anders sagte:

      Punkt C ist genau der Grund meiner kritischen Haltung zu FFF und dem Ansatz, bei gegebenen technischen Möglichkeiten müsse man „doch bloß…“.
      Völlige Verkennung dessen, was dieses „doch bloß…“ auf der Ebene internationaler Beziehungen bedeuten müsste.

      Völlig anders sehe ich natürlich „ Sofern es überhaupt je gelingen wird, das Klima weltweit aktiv zu beeinflussen, […]“, schließlich passiert genau das bereits.

      Entsprechend kurzsichtig ist Punkt B: Als ob in diesem Beispiel die jeweiligen Meeresströmungen unabhängig voneinander wären. Das sind sie genau so wenig, wie sie von Schmelzen an den Polen unabhängig sind.

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      • Bauer
        Bauer sagte:

        @ Ch. Anders

        >> “Entsprechend kurzsichtig ist Punkt B: Als ob in diesem Beispiel die jeweiligen Meeresströmungen unabhängig voneinander wären. Das sind sie genau so wenig, wie sie von Schmelzen an den Polen unabhängig sind.”

        Was Sie da schreiben, habe ich nie so behauptet. Ich meine jedoch, dass die jeweiligen Staaten eben nur die Meeresströmungen vor ihrer Haustür im Fokus haben (werden). Und die können gleichzeitig durchaus entgegengesetzte Klimafolgen zeitigen.

      • Christian Anders
        Christian Anders sagte:

        @Bauer

        „Ich meine jedoch, dass die jeweiligen Staaten eben nur die Meeresströmungen vor ihrer Haustür im Fokus haben (werden).“

        Hatte ich so verstanden. Und das wäre kurzsichtig von diesen – ich gehe aber davon aus, dass die wissenschaftliche Beratung in jedem Staat der Welt mindestens darauf hinweist, dass diese Überlegung Unsinn ist.

        Selbst wenn man eine positive Auswirkung vor der eigenen Haustür erwartet, fallen in einer international verflochtenen Welt negative Folgen bei Handelspartnern ins Gewicht.

    • Richard Ott
      Richard Ott sagte:

      @Bauer

      “Sofern es überhaupt je gelingen wird, das Klima weltweit aktiv zu beeinflussen, braucht es eine Instanz, die die divergenten Interessen auf einen gemeinsamen Nenner bringt und die diesbezüglichen weltweit einheitlichen Entscheidungen trifft, eine Art Klimaweltkongress mit Sitz und Stimme aller Staaten Wie soll da jemals eine Übereinstimmung der Interessen zustande kommen und nach welchen allgemein akzeptierten Regeln?”

      Na hoffentlich geschieht es nicht nach demokratischen Grundsätzen sondern Deutschland bekommt ein Vetorecht. Sonst könnte es für ein Land mit 1% der weltweiten Bevölkerung ein wenig unangenehm werden, so rein vom “Völkerrecht” her. ;)

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  2. Richard Ott
    Richard Ott sagte:

    Bei der schönen grünen “Wasserstoffdiplomatie” mit Kiew gibt es ein kleines Problem mit der Realität:

    “Ukraine produces all fossil fuels (in 2018: 14.4 million tonnes of oil equivalent [Mtoe] of coal, 16.5 Mtoe of natural gas and 2.3 Mtoe of crude oil), but in quantities insufficient to meet total energy demand.
    Still, nearly 65% of Ukraine’s total energy demand is covered by domestic production. This high self-sufficiency is explained by nuclear energy production, as Ukraine is the world’s seventh-highest producer (83 terawatt hours [TWh] in 2019).
    Ukraine depends on imports for around 83% of its oil consumption, 33% of its natural gas and 50% of its coal. In 2018 Ukraine imported 8.5 Mtoe (10.6 bcm) of natural gas, 13.8 Mtoe of coal and 10.4 Mtoe of oil products. Belarus is Ukraine’s main supplier of refined products.”

    https://www.iea.org/reports/ukraine-energy-profile

    Um in nennenswerten Mengen Wasserstoff erzeugen zu können, müsste das Land erstmal seine Stromproduktion erhöhen. Aber wenn die Ukraine das täte (zum Beispiel indem sie einen neuen Atomreaktor bauen, sicher zur großen Freude der Grünen in Deutschland), wieso sollten sie dann mit dem zusätzlich erzeugten Strom mit schlechtem Wirkungsgrad Wasserstoff herstellen anstatt die Importe fossiler Brennstoffe für die Stromerzeugung zu substituieren?

    Und wie soll sich die Ukraine das leisten können? Die Pro-Kopf-Wirtschaftsleistung des Landes nach Kaufkraftparität ist ungefähr halb so groß wie die vom wirtschaftlich schwächsten EU-Land, Bulgarien.

    Eine vollkommen unrealistische und lächerliche Idee, typisches Baerbock-Niveau.

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  3. LeleCastello
    LeleCastello sagte:

    Haha Wasserstoffbüro in Kiew, feiner PR-zug oder sollt ich sagen Propaganda. Sry ich habe bei der Hälfte abgebrochen.

    Antworten
  4. Dietmar Tischer
    Dietmar Tischer sagte:

    A. Hypothetischer Vorschlag von Dr. Stelter:

    Statt EUR 2.500 für die Reduktion von 1 Tonne CO2 bei UNS auszugeben, d. h. in der SUMME ca. EUR 2 Billionen für Klimaneutralität hierzulande einzusetzen, sollte diese Summe für die Reduktion von CO2 dort eingesetzt werden, wo dies im Schnitt nur $ 100 pro Tonne kostet, weil der Effekt GLOBALER CO2-Reduktion damit am GRÖSSTEN ist:

    Mehr als 50% Reduktion des weltweiten CO2-Ausstoßes wären erreichbar.

    Ich erkenne einen fundamentalen Denkfehler, der dieser „vernünftigen“ Rechnung zugrunde liegt:

    Wir sind ein Hochtechnologieland, das seine Wohlstandsbasis “technologische Kompetenz” mit SEINER Technologie aufrechterhalten MUSS, um Verwerfungen mit gesellschaftlicher Dysfunktion zu vermeiden. Wenn obige Summe in den $ 100-CO2-Verschmutzungsvermeidungs-Ländern eingesetzt wird, würde das NICHT unserer TECHNOLOGIE die Anwendungen verschaffen, die gesellschaftliche Destabilisierung hierzulande vermeiden. Das müssten sie aber, weil wir EUR 2 Billionen nicht zweimal ausgeben können.

    Es geht nicht um einen abstrakten Mitteleinsatz bzw. Transfer (Geld), sondern um REALEN Ressourceneinsatz und dessen Finanzierung.

    OPTIMALE Bekämpfung des Klimawandels macht Gesellschaften DYSFUNKTIONAL.

    Dadurch kann ganz schnell JEGLICHE Bekämpfung des Klimawandels ausgebremst oder sogar unmöglich werden.

    B. Wasserstoff „international mitdenken“ als speicherbares und handelbares Gut:

    Wenn der EINSATZ von Wasserstoff bei uns TEUERER ist als in den Ländern mit GÜNSTIGEN Standorten für die HERSTSTELLUNG von Wasserstoff, dann werden die INVESTITIONEN von uns in diese Länder migrieren c.p.

    Verkraftet das unsere Gesellschaft??

    Haben wir hier schon diskutiert mit Blick auf die chemische Industrie.

    Ich bin nicht der Einzige am Blog, der große Zweifel hat.

    C. Das Wettbewerbsproblem:

    Es wird bereits GELÖST.

    BMW zieht Teile der ausnahmslos in USA produzierten SUV X5 ab und VERLAGERT sie nach China.

    Denn dort ist die NACHFRAGE und sie wird mit ANGEBOTEN bedient, die am billigsten sind.

    Das sind sie c.p., wenn KEINE oder GERINGERE Verschmutzungskosten auf der Produktion liegen.

    Außerdem schaffen sie ARBEITSPLÄTZE in China, sind also willkommen.

    PERFEKT für BMW, da mögliche chinesische Zölle im Handelskrieg mit USA kein Problem für das Unternehmen darstellen würden.

    Allerdings bekommen die USA mit der Politik, wie sie BMW praktiziert, PROBLEME, die das Land noch mehr destabilisieren.

    Antworten
  5. MFK
    MFK sagte:

    Effektive Verwendung von Mitteln zur CO2 Reduktion? So funktioniert Politik nun einmal nicht. Die Grünen müssen ihren Wähler entgegenkommen und das ist nun einmal der Berliner Lastenfahrradfahrer. Ein Büro für Wasserstoffentwicklung in Kiev bietet einen feinen Job für Frauen aus dem Grünen Umfeld.

    Antworten
    • Dr. Lucie Fischer
      Dr. Lucie Fischer sagte:

      @MFK
      Deutschland hat die ultimativ- diplomatisch – feministische Exzellenz-Intitiative gestartet. ( Wären da nicht Verdachtsmomente der Veruntreuung von Geldern)
      Im Ausland hoch geachtet ( solange noch kreditfähig) :
      ” wir-sind-wieder-wer” :
      https://www.youtube.com/watch?v=hGa2bpGpPfc
      BRD= Bananen-Republik -Deutschland, dieser Ausdruck sollte streng verboten werden!!!!

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