Inflation – das Gift in der Bilanz der EZB

Dr. Daniel Stelter und Dr. Ingo Sauer über die Folgen einer drohenden Geldentwertung

Im Gespräch mit Dr. Daniel Stelter erklärt der Ökonom Dr. Ingo Sauer in Folge 43 von „beyond the obvious – der Ökonomie-Podcast mit Dr. Daniel Stelter“, dass gegenwärtig Inflation zwar akut kein Thema ist, warum aber in Zukunft trotzdem Inflation droht. Er präsentiert seine Sicht auf die Ursachen im Hintergrund und mögliche Folgen für die Gesellschaft. Am Beginn der Episode kommentiert Dr. Daniel Stelter die Ankündigung des SPD-Spitzenkandidaten Olaf Scholz, im Falle seiner Wahl zum Bundeskanzler, die Steuern für Jahreseinkommen ab 200.000 Euro zu erhöhen.

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Kommentare (24) HINWEIS: DIE KOMMENTARE MEINER LESERINNEN UND LESER WIDERSPIEGELN NICHT ZWANGSLÄUFIG DIE MEINUNG VON BTO.
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    Manfred Schmidt sagte:

    Die klassische Methode Inflation zu bekämpfen ist die Zinsanpassung durch Zentralbanken. Mit der Einführung des Euros als Einheitswährung für Schwachwährungsländer des Südens undStarkwährungsländern des Nordens in einem Währungsverbund vereint, hat man sich der klassischer Methoden der Inflationsbekämpfung über den Zins beraubt und eine Vielzahl andere Probleme geschaffen.
    Es ist immer wieder erstaunlich, mit welcher Ausdauer man sich allerorten mit der Bekämpfung der Symptome beschäftigt, statt den Euro als Ursache zu benennen und
    sich nicht mit ähnlicher Intensität und Ausdauer bemüht das eigentlichen Übels pro aktiv anzugehen statt die finale Erledigung irgendwann irgendwelchen dann zwangsläufig eintretenden Ereignissen zu überlassen. Offensichtlich werden die Spätfolgen als weniger drastisch eingeschätzt als Notwendiges sofort zu erledigen. Einsturz weniger schlimm als kontrollierter Abbau. Wenn man sich da nur nicht irrt.

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      Dietmar Tischer sagte:

      @ Manfred Schmidt

      Ich frage nur mal:

      Was wären Ihrer Meinung nach die FOLGEN, wenn jene, die den Euro geschaffen haben bzw. deren Nachfolger sind und somit entsprechende GESTALTUNGSVOLLMACHT haben, den Euro als URSACHE der Probleme benennen würden?

      Was wären für Sie die Maßnahmen, „das eigentliche Übel pro aktiv anzugehen“, also – in Ihren Worten – „KONTROLLIERTEN Abbau“ des Euro zu betreiben?

      Was wären Ihrer Meinung nach die FOLGEN, wenn man die dafür geeigneten Maßnahmen ergreifen würde und, falls die Folgen kontrollierbar wären, WIE würde man sie kontrollieren können?

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        Manfred Schmidt sagte:

        Dietmar Tischer,
        Ich antworte nur mal so:
        Die Warner vor dem Euro behielten praktisch in allen Punkten Recht. Die mit Einführung des Euro eingegangen Versprechungen werden zunehmend nicht eingehalten und die Voraussetzungen für sein Funktionieren, nämlich eine einheitliche Finanz- und Wirtschaftspolitik wird es nach dem Willen der Nationalstaaten nicht geben wird.
        Einige Beispiele: No bail out, Versprechen gebrochen, Wohlstandsversprechen. Zumindest für Deutschland eine Chimäre. Migration Deutschland zunehmend allein im Hause Europa. Staats Verschuldungen explodieren, macht nichts, man hat ja die MMT, nichts anderes als Keynes modern reloaded, Target 2 Salden. Dazu ein Land, welches sich zunehmend durch Wachstum des Sozialetats statt Innovationskraft definiert und international nach unten durchgereicht wird.
        Wir erleben eine Kette von Maßnahmen, um das politische Projekt Euro zu erhalten und die Wirtschafts- und Finanzelite verschwendet ihre Kraft und den Ideenreichtum in Erklärungen der politisch verschriebenen Medizin, statt sich der Krankheit zuzuwenden. So überlegt man z.B. Forderungen aus dem Target 2 Saldo, die ganz offensichtlich nie bedient werden, in einen Staatsfond umzuwandeln. Aus Schrott mach Geld.. Darauf muss man erst einmal kommen und wer so kreativ ist hat sicher auch Ideen den Euro mit möglichst wenig Kollateralschäden rück ab zu wickeln.
        Der Satz scheitert der Euro, scheitert Europa ist so anmaßend wie falsch und reiht und ein in anderes von Politikern dem Bürger als alternativlos erklärtes Handeln.

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        Dietmar Tischer sagte:

        @ Manfred Schmidt

        Ich hatte erwartet, dass Sie auf MEINE Fragen antworten statt längst Bekanntes herunterzuleiern.

        Aber was soll’s – jeder antwortet eben so gut wie er kann.

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    MFK sagte:

    Eine kurze Anmerkung zu den in der Hörerfrage angesprochenen inflationsindexierten Anleihen (auch TIPs genannt). Manch ein Kleinanleger glaubt er kaufe eine Anleihe zum Nominalwert und bekommt die jährliche Inflationsrate ausgezahlt. So funktionieren Kapitalmärkte natürlich nicht. Die von den Märkten während der Laufzeit antizierte Inflationsrate ist in der Anleihe bereits eingepreist, wobei Märkte dazu neigen Risiken großzügig zu ihren Gunsten zu berücksichtigen. Berücksichtigt man ferner die Kosten, die für den Erwerber einer derartigen Anleihe anfallen, muss die Inflationsrate schon deutlich höher ausfallen als der Markt annimmt, bis der Anleihehalter Gewinn macht. Derartige Anleihen lohnen sich nur dann, wenn der Erwerber von einer Hyperinflation ausgeht. Dann stellt sich aber die Frage, ob der Schuldner noch in der Lage ist, seinen Verpflichtungen nachzukommen.

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    Dietmar Tischer sagte:

    Hier ein AKTUELLES Währungsproblem mit einer ordentlichen Dosis Dynamit auch für die Eurozone:

    https://www.faz.net/aktuell/finanzen/finanzmarkt/ist-erdogan-schuld-am-absturz-der-tuerkischen-waehrung-16981505.html

    Daraus:

    >… blieben nur zwei wesentliche Einflussfaktoren (für die Schwäche der türkischen Währung gegenüber dem US $, D. T.) … „Die Zuverlässigkeit und die Stabilität der politischen Verhältnisse und die Reputation der Zentralbanken“.>

    Die Reputation der Zentralbank hat durch die politischen Verhältnisse gelitten, so dass es letztendlich nur Erdogan ist, der das türkische Währungsproblem zu verantworten hat.

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      Richard Ott sagte:

      @Herr Tischer

      Der prächtige Sultan hält sich islamistische Söldnerarmeen, die mittlerweile in Syrien, Libyen und Berg-Karabach aktiv sind und die regulären türkischen Invasionstruppn in Syrien und Libyen unterstützen.

      https://www.youtube.com/watch?v=lPjxO-jO6Rc

      So viel Krieg zu führen, ist ganz schön teuer – zum Glück gibts als offizieller „Beitrittskandidat“ weiter Subventionen für die Türkei von der EU.

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        Namor sagte:

        Und neben den Milliarden an Heranführungshilfen gibt es jetzt noch Milliarden dafür, dass er die Flüchtlinge zurückhält. Abgesehen vom moralischen Bankrott der Hypermoral, wenn man Flüchtlinge festhält, was Orban 2015 noch vorgeworfen wurde,…
        …wer glaubt den allen Ernstes die hunderte Millionen Europäer, als Weltwirtschaftsmacht und Blutsbruder der Hegemonialmacht läßt sich von einem Schwellenland erpresse?!?!
        Die Türkei hängt zwischen Todfeinden, Feinden und Problemfreunden, orthodoxe Christen, arabische Shiiten, arabische Suniten, persische Shiiten, Aserbeidschan noch am ehesten aber eben Shiiten. Dazu ein Kurdenproblem, das demographisch zur Bombe wird, die Kurden haben weit mehr Kinder als die Türken, die etwa 20% Kurden in der Türkei dürften in der bereits oder zukünftig reproktiven Gruppe schon weit presenter sein.

        Der Türkei hätte man nur die Gelder streichen müssen, Konten einfrieren, Reisebeschränkungen, Handelssanktionen, etc. und sie machen was die EU will. Was hier gespielt wird ist ein Kasperltheater und die Bevölkerung merkt nichts, pars pro toto.

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        Alexander sagte:

        @Dietmar Tischer

        Die Türkei hat ihren Boom fremdwährungsfinanziert mit US$:
        http://www.fuw.ch/article/der-chart-des-tages-513/
        ….und ist jetzt genauso abhängig von Wechselkursen wie das dt. Reich nach Kreditaufnahme von US$. Die Zinserhöhung durch die FED von ~ 2014 traf die Türkei genauso hart, wie z.B. Brasilien -> mit Rezession als Folge.

        Gemäß Martin Armstrong verliert das FED System die Kontrolle über die Zinsen durch die internationalen Zahlungsströme, sobald die Dollars in ihren Schoß zurückströmen wollen. Wechselkurse treffen nicht nur die Schuldner sondern auch ihre Gläubiger. Wichtigste Zutat für diesen toxischen Cocktail – die Zerstörung von Vertrauen in Reserve Währungen mit Kapitalflucht nach den USA……als asset price inflation letzten Standes.

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    Ronald Asch sagte:

    Herr Sauer scheint recht naiv zu sein, wenn er glaubt die EZB sie irgendwie an rechtlich Vorgaben gebunden. Und der Kauf auf dem Sekundärmarkt ist doch nur eine Fiktion. Was das Urteil von Karlsruhe betrifft haben die Richter halt versucht dem direkten Konflikt mit der EZB auszuweichen ohne selbst an ihre Argumente zu glauben. Natürlich wird die Obergrenze von 1/3 gekippt wenn die Südstaaten und Frankreich das wollen, das weiß doch jeder.

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    weico sagte:

    Herr Sauer hat schön darauf hingewiesen,dass die Hauptproblematik in der NICHTEINHALTUNG von fundamental wichtigen Zentralbankregeln liegt…bzw. in der permanenten Regeländerungen /Verschlechterungen durch die Politik/Staaten.

    Herr Heinsohn hat dies schön beschrieben,im Magazin „Schweizer Monat“ (2012) , wie „Märkte verschwinden“,wenn Regierungen, Zentralbanken und Geschäftsbanken zusammenspannen.

    Der Schlusssatz ,von Heinsohn, fasst eigentlich schon ALLES zusammen:

    „Denn der Kreditkontrakt über gutes Geld ist nun mal der Vater des Marktkontraktes. Deshalb verschwinden bei staatlicher Geldzerstörung auch die Märkte. Sichern kann man sie für die Zukunft nur,
    wenn den neuen Zentralbanken das Ausleihen allein gegen Zins und gute Sicherheiten
    erlaubt wird. “

    Quelle:
    https://www.reichmuthco.ch/uploads/tx_news/Dokument_P13_SM_01.pdf

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      ruby sagte:

      @weico
      Zum Heinsohn-Schlusssatz: das mag bei einer Gewinnorietierung bzw. Gewinnnotwendigkeit so beurteilt werden, aber unten bei Frau Finke-Röpke habe ich die alleinige Geldtheoriekonzeption angesprochen.
      Der Marktkredit arbeitet nur mit „gutem“ gesetzlichen Geld, ist er verlustig ist die Wertberichtigung alleine im Gewinnorientierungsbilanzkreis zu verbuchen.
      Die unabhängige Zentralbank hat keine Bilanzsumme zu bewerten, die ohne Kontakt zur Marktkreditwirtschaft steht wie in der Schweiz. Sie ist Geldmengenlieferant. Der Staat bleibt Überherrscher der Geldpolitik und der Institution Zentralbank.
      Warum soll/muss er sich als Marktkredittätiger in der Notenbank gerieren?

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        weico sagte:

        @ ruby

        „Der Staat bleibt Überherrscher der Geldpolitik und der Institution Zentralbank.“

        Leider. Genau DARUM kann eine ZB und die verbundene Bankpolitik nicht RICHTIG funktionieren und die Währung verschlechtert sich stetig.

        Felix Somary antwortete 1955 auf die Frage ,ob er das Buch „Bankpolitilk“ (1935) nach der 3.Auflage nicht neu verfassen wolle :
        „Es gibt keine Bankpolitik mehr;zu meiner Zeit haben Banken den Welthandel und die Industrie finanziert ;und heute finanzieren sie den Staat.“

        https://www.bps-suisse.ch/pdf/media_l_economista_indipendente_l_analista_pragmatico_l_uomo_lungimirante_1_de.pdf

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        Dietmar Tischer sagte:

        @ weico

        Soviel ich weiß, gab es auch ab 1955 Welthandel und Industrie.

        WARUM haben die Banken ab 1955 – angeblich – den Welthandel und die Industrie NICHT finanziert, obwohl sie es doch dank ihrer Funktionalität, Geld zu schöpfen zu können, NEBEN der Finanzierung des Staats doch hätten tun können?

        Was ist Ihre Erklärung dafür?

        Sind Sie sicher, dass hier nicht ein crowding out-Effekt unterstellt wird?

        Wenn so, halten Sie ihn als Erklärung für richtig?

        Was müsste die Konsequenz sein, wenn man ihn für richtig hält?

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        ruby sagte:

        @ weico
        Sie haben mit Ihren Quellennachweisen dankenswerter Weise auf die Veränderungen bis 1935 hingewiesen und mit Felix Somary einen lesenswerten Zeitzeugen in Erinnerung gebracht.
        Vielleicht versuche ich eine Neuauflage zum Ursprung der aktuellen Bankenpolitik mit dem Fachhinweis:
        http://docplayer.org/80095878-Geld-und-kredit-einfuhrung-in-die-geldtheorie-und-geldpolitik-von-professor-dr-manfred-borchert-8-ueberarbeitete-und-erweiterte-auflage.html

        @ Herr Tischer
        Ihre Fünf Fragen folgen aus der Warte der Staatstätigkeit meines Eindrucks nach.
        Doch Bankpolitik aus den Aufgaben der Kredittätigkeit, des Investmentbanking und der Geldversorgung (Dreisäulensystem) war der Ursprung. Und dieser wurde durch Überlagerung fremder Interessen erobert. Insofern erkenne ich genau andersherum ein das Einbrechen in die Bankersphäre (crowding in).
        Erklärung, Falschheit, Konsequenzen sehe ich darin zum Bankenmodell, wie es Mittelstand und Erfindergeist sowie Hersteller und Verbraucher vor Ort gut 40 Jahre in Deutschland-West zum breiten Wohlstand führte.
        Ich schlage vor Sie erläutern, was das wesentlich notwendige des Globalbanking beinhaltet und was jetzt gut oder besser daran ist.
        Dann kann auch Bankenaufsicht effektiv und effizient dort erfolgen, wo diese angemessen und verhältnismäßig das Kreditsicherungsrecht voll berührt sowie verständlich wirtschaftlich einhält.
        Denn so ist eigentlich die Reihenfolge bei Veränderungen umfangreicher Reichweite.
        Superiorität geht nicht vor Egalität, sonst hat diese nicht in alltäglichen Geschäftstätigkeiten zu suchen. To small to heal versus to big to fail?

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        Dietmar Tischer sagte:

        @ ruby

        >Ihre Fünf Fragen folgen aus der Warte der Staatstätigkeit meines Eindrucks nach.>

        Kann sein, muss nicht sein.

        Wenn jemand behauptet, dass sich die Finanzierungspraxis der Banken fundamental GEÄNDERT hat, dann müssen es – vorausgesetzt das stimmt – eine oder mehrere Ursachen dafür geben.

        Sie zu benennen, ist eine Erklärung, die VERLANGT werden kann, wenn @ weico gelten soll:

        >Der Staat bleibt Überherrscher der Geldpolitik und der Institution Zentralbank… Genau DARUM kann eine ZB und die verbundene Bankpolitik nicht RICHTIG funktionieren>

        Darum geht es, um sonst nichts.

        Daher ist es völlig überflüssig und lediglich vom Thema ablenkend von MIR zu verlangen:

        >Ich schlage vor Sie erläutern, was das wesentlich notwendige des Globalbanking beinhaltet und was jetzt gut oder besser daran ist.>

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        ruby sagte:

        @ Herr Tischer
        Die Darlegungen Felix Somary’s im obigen PDF Link von @ weico zu den Lageberichten bis Anfang der 1930er tun dies qualifiziert soweit meine Lektüre -„Rabe von Zürich“

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    Susanne Finke-Röpke sagte:

    Die Argumentation, dass 1923 der Wechselkurs zum $ in Deutschland an der Hyperinflation schuld war, überzeugt mich nicht. Ich denke, Herr Dr Sauer verwechselt Wirkung und Ursache. Größe hilft, aber nicht unendlich. Die Devisenkurse sind das Thermometer, nicht der Krankheitserreger. Das beweist die Schweiz, die sich vor Zulauf kaum retten kann.

    Selbst die USA könnten Hyperinflation erleben, wenn sie es mit den „Trillions“ übertreiben. Die genannten Eigenmächtigkeiten der Notenbanken der Krisenländer sind aber ein wichtiger Beitrag von ihm. Darüber wird in den großen Medien fast nicht berichtet.

    Auch sein Hinweis auf die Notwendigkeit von Eigenkapital der Notenbanken war gut.

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      ruby sagte:

      @Frau Susanne
      Zentral- bzw. Währungsnotenbanken haben garkeine Bilanzerstellungnotwendigkeit.
      Die Argumentation damit ist der Einfluß durch Privatanteilseigner, weil diese Eigenkapital einlegen und dieses erhalten und damit Zins erwirtschaften wollen um es zu mehren!
      Das aber ist k e i n e Aufgabe des Staates und seiner Geldpolitik.
      Nicht in Deutschland und nicht bei der EZB.
      Auch bestehen keine sinnvollen Einsatzmöglichkeiten außer illegale Staatsfinanzierungen, die der Demokratischen Grundordnungen eklat widersprechen.
      Die gesamte Geldverfassung des Euro, in der auch Privatanteilseignerzentralbanken herrschen, ist deshalb ein Lug und Trug und nicht nur eine Fehlkonstruktion, denn damit sollen private Monopolinteressen im Deckmantel von Staatsaktivität brutal antidemokratisch durchgesetzt werden.
      Die ständige vermischte Diskussion über Nebensächlichkeiten auf Nebenschauplätzen sind bewusste intellektuelle Nebelkerzenattacken aus allen Himmelsrichtungen.
      Puh, Textende 🤗

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      Dietmar Tischer sagte:

      @ Susanne Finke-Röpke

      Mit zugegebenermaßen bescheidenem Wissen bezüglich dieses Themas sehe ich wie Sie nicht schlüssig geklärt, was Ursache und was Wirkung ist.

      Dr. Sauer sagt:

      „Die Anbieter haben die Preise erhöht …“

      Er meint dies mit Blick auf den Devisenkurs, der auf eine sich verschlechternde Eigenkapitalsituation der Notenbank reagieren würde.

      Das KANN so sein und wird vor allem dann so sein, wenn die Volkswirtschaft, im vorliegenden Fall die Länder der Eurozone VIEL importieren.

      Es kann aber auch ANDERE Ursachen haben.

      Die KLASSISCHE Ursache sind Lohnsteigerungen in einer Volkswirtschaft mit quasi Vollbeschäftigung.

      Davon sind wir im Augenblick und auf Sicht weit entfernt, diese Ursache kann aber mit Blick auf demografische Arbeitsmarkteffekte zukünftig durchaus ENTSCHEIDEND werden.

      Nehmen wir einmal an, dass Dr. Sauer für die absehbare Zeit Recht hat, also der Euro im Bezug zum US $ unter Druck kommen kann aufgrund der sich VERSCHLECHTERNDEN Eigenkapitalsituation der Notenbanken des Eurosystems.

      Was ist, wenn die Fed als Notenbank der Referenzwährung, eben des US $ eine NOCH schlechtere Eigenkapitalsituation aufweisen würde?

      Wenn – meine Einschätzung – nach Lage der Dinge in USA JEDE zukünftige Regierung mit von der Fed finanzierten ZUSÄTZLICHEN Staatsausgaben fehlende Sozialstaatsleistungen KONTUIERLICH kompensieren muss, ist das nicht auszuschließen.

      Wenn die Demokraten an die Macht kommen, natürlich noch viel weniger.

      Wenn so, was dann?

      Dann WERTET der Euro AUF gegenüber dem US $.

      Demnach wäre von daher KEINE Inflation zu erwarten.

      Aber da ist ja noch der Renminbi – noch nicht die REFERENZWÄHRUNG, aber aufgrund der Wirtschaftskraft Chinas auf dem Weg dazu.

      Das wäre ein ganz neues Spiel …

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      Richard Ott sagte:

      @Frau Finke-Röpke

      “ Größe hilft, aber nicht unendlich. Die Devisenkurse sind das Thermometer, nicht der Krankheitserreger. Das beweist die Schweiz, die sich vor Zulauf kaum retten kann.“

      Die naheliegende Erklärung ist: Solange ein Land eine Währung hat, die eine Weltreservewährung (und auch der Franken von der kleinen Schweiz hat mit Abstrichen diesen Status) ist, kann sie keine Hyperinflation erleben. Erstmal muss sie den Weltreservewährungsstatus verlieren, das ist der erste Schritt des wirtschaftlichen Abstiegs, der bei fortgeführter massiver Gelddruckpolitik irgendwann in die Hyperinflation führt.

      Vor dem Aufstieg des US-Dollar war das Britische Pfund die wichtigste Weltreservewährung – diesen Status hat UK in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts verloren und musste in den 1970er Jahren sogar Rettungskredite vom IWF nehmen.

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        Susanne Finke-Röpke sagte:

        Herrn Richard Ott:

        Richtig, der Status Weltreservewährung muss erst fallen. Beim $ nennt man das wohl inzwischen Dedollarisierung, wie im letzten Report von Incrementum „In Gold we trust“ ausgeführt. Und beim Euro wird es noch schneller gehen. Das sieht man inzwischen am Kursanstieg von Gold, aber auch bei der häufigeren Verwendung anderer Währungen wie Rubel oder Renminbi bei Rohstoffverträgen. In früheren Jahrhunderten hatten die Briten, die Franzosen, die Niederländer und auch die Spanier mal diese Funktion. Jetzt wäre der Yuan/ Renminbi prädestiniert, aber es fehlt noch an Konvertibilität, Rechtssicherheit, inländischer breiter Kaufkraft, militärischer Schlagkraft und Verbündeten. Aber die Richtung zeigt dorthin. Jetzt wird gerade das wirtschaftlich starke Hongkong zur Unkenntlichkeit integriert. Der nächste Schritt ist Taiwan, wenn Hongkong gefrühstückt ist. Der übernächste ist der Koreakonflikt, wenn den USA im Süden Geld und Lust ausgehen.

        Daher glaube ich auch, dass wir auf eine multipolare Welt mit zunächst einmal mehreren Reservewährungen zusteuern, bis die Chinesen soweit sind, sofern sie sich innenpolitisch nicht selbst zerlegen. Und dann hat der Euro ein Problem mit Kapitalflucht.

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