Coronavirus: Statusbestimmung zum Wochenanfang

Zu Beginn der Woche lohnt es sich, eine Statusbestimmung zu machen zum Thema Coronavirus. Dabei geht es mir nicht um die Fragen der Gesundheit oder der Fähigkeit des Gesundheitssystems, mit der Epidemie umzugehen. Das kann ich ohnehin nicht beurteilen. Mir leuchtet aber ein, dass

  • absehbar ist, dass bis zu 70 Prozent der Bevölkerung „mit dem Virus in Kontakt kommen“.
  • es wichtig ist, den Zeitraum, in dem das geschieht, möglichst zu strecken. Über zwei Jahre ist es machbar, innerhalb eines Jahres mit dem Kollaps des Gesundheitssystems verbunden, in einem noch kürzeren Zeitraum ein Desaster.
  • es aus diesem Grund richtig ist, die Verbreitung des Virus zu verlangsamen, durch Quarantäne und ähnliche Maßnahmen.
  • es unsicher ist, ob diese Maßnahmen noch rechtzeitig kamen.
  • die Hoffnung auf eine Impfung sich auf Sommer 2021 konzentriert.
  • einige Medikamente helfen können.

Die Frage, die in diesem Blog im Vordergrund steht, ist die nach den wirtschaftlichen Konsequenzen – CORONOMICS. Ich habe bereits in früheren Beiträgen auf die Anfälligkeit unserer Wirtschaft auf einen exogenen Schock – und nichts anderes ist das Virus – hingewiesen. So in meinem Ruf nach einem ökonomischen Notfallplan:

Zeit für den ökonomischen Notfallplan!

Und auch in meinem Interview mit Gabor Steingart:

Coronavirus versus Wirtschaft

Ich habe auch mit Blick auf meine Geldanlagen entsprechend gehandelt. Zwar denke ich angesichts der absehbaren Flutung der Märkte mit Geld durch die Notenbanken und die erwartbare direkte Staatsfinanzierung, dass es vernünftig ist, in Sachwerten – Immobilien, Gold und eben auch Aktien – zu bleiben, aber es lohnt eine Versicherung. Am 27. Februar habe ich deshalb – wie ich es nenne – Armageddon-Puts auf den DAX gekauft. Zu 11.000 Punkten per 17. April 2020. Diese kosteten damals fast nichts. Am Freitag stand der DAX mit 11.500 Punkten nicht mehr weit davon entfernt. Armageddon scheint also näher als vor etwas mehr als einer Woche gedacht.

Also was nun? Ich bin auch kein Hellseher, habe aber einige interessante Artikel gelesen, die meine Sicht auf die Corona-Welt schärfen.

  1. Kann man aus vergangenen Epidemien lernen?
  2. Haben wir den Höhepunkt hinter uns, bzw. sind wir ihm nah?
  3. Genügt das für ein „V“?
  4. Was spielen die Finanzmärkte?
  5. Langfristige Folgen?
  6. Fazit: Lehman 2.0?

Gehen wir die Fragen nacheinander durch:

1.     Kann man aus vergangenen Epidemien lernen?

Meine früheren Kollegen haben bei Harvard Business Review Online eine interessante Zusammenfassung der möglichen wirtschaftlichen Implikationen geschrieben.

HBR: „What Coronavirus Could Mean for the Global Economy“, 3. März 2020

Richtig interessant ist dabei dieses Chart, das zeigt, dass vergangene Epidemien alle einen v-förmigen Verlauf gehabt haben:


Quelle: HBR, BCG

Daraus folgt dann die Schlussfolgerung von BCG, dass die größte Wahrscheinlichkeit auf einem „v“-förmigen Verlauf spricht: „V-shaped: This scenario describes the ‘classic’ real economy shock, a displacement of output, but growth eventually rebounds. In this scenario, annual growth rates could fully absorb the shock. Though it may seem optimistic amid today’s gloom, we think it is plausible. Als gute Berater schließen sie ein U-Szenario nicht aus, halten es aber für unwahrscheinlich und ein „L“ erst recht.

Dabei erklären die Autoren sehr schön, welche verschiedenen Formen eine Rezession annehmen kann:

  • Real recession. Classically, this is a CapEx boom cycle that turns to bust and derails the expansion. But severe exogenous demand and supply shocks — such as wars, disasters, or other disruptions — can also push the real economy into a contraction. It’s here that Covid-19 has the greatest chance to infect its host.“ – bto: BCG sieht also das Risiko einer normalen Rezession.
  • Policy recession. When central banks leave policy rates too high relative to the economy’s ‘neutral’ rate, they tighten financial conditions and credit intermediation, and, with a lag, choke off the expansion. This risk remains modest — outside of the U.S. rates are already rock bottom or even negative, while the Federal Reserve has delivered a surprise cut of 50 basis points. Outside of the monetary policy response, the G7 finance ministers have also pledged fiscal support.” – bto: Im Unterschied zu anderen Beobachtern, auf die ich weiter unten noch zu sprechen kommen, sieht BCG also nicht das Risiko, dass die Notenbanken nicht mehr viel Power haben. Interessant auch, dass nicht erwähnt wird, dass die USA schon jetzt ein Haushaltsdefizit von rund fünf Prozent vom BIP haben.
  • Financial crisis. Financial imbalances tend to build up slowly and over long periods of time, before rapidly unwinding, disrupting financial intermediation and then the real economy. There are some marked differences globally, yet in the critical U.S. economy, financial crisis risks are difficult to point to. Some commentators point to the bubble in corporate credit, as seen in significant issuance and tight spreads. Yet, we struggle with the subprime analogy of the last recession, as corporate credit neither funds a real economy boom (as subprime did with housing), nor is the debt held on banks’ balance sheets.“ – bto: Hm, ich denke da nur an folgendes Bild:

Quelle: Bloomberg

Vor allem halte ich die Einschätzung, dass „we struggle with the subprime analogy of the last recession, as corporate credit neither funds a real economy boom (as subprime did with housing), nor is the debt held on banks’ balance sheets für ziemlich blauäugig.

Denn es ist unstrittig, dass die Schulden der Unternehmen in den letzten Jahren deutlich gestiegen sind und wir es mit einer deutlichen Verschlechterung der Kreditqualität zu tun haben:

Quelle: Bloomberg

Und wir wissen auch, dass die Unternehmen das Geld nicht dazu genutzt haben, um zu investieren, sondern um eigene Aktien aufzukaufen oder Wettbewerber. Wir haben also eine Situation, wo Gewinne durch den Einsatz von Fremdkapital nach oben getrieben haben und gleichzeitig die Anzahl Aktien gesunken ist. Damit tanzen die Unternehmen auf dünnem Eis.

Zum anderen wissen wir aus der Finanzkrise, dass es nicht gut ist, wenn die Risiken irgendwo sind und keiner weiß wo. Auch damals waren die Kredite nicht auf den Büchern der Banken, sondern in Wertpapierdepots ahnungsloser Investoren. Heute sind es ETF und andere Investoren auf der Suche nach Rendite, die den Markt dominieren. Anzunehmen, diese wären vor einer Panik gefeit, wenn es zu Herabstufungen käme, ist herzlich naiv. Außer – und das kann man durchaus tun – man geht davon aus, dass es solche Herabstufungen einfach nicht geben wird, weil man diese aus Angst vor dem Systemkollaps nicht zulässt. Damit würde die Manipulation der Märkte noch weiter getrieben werden.

Fazit: Vieles spricht dafür, dass wir aus vergangenen Epidemien eben nicht lernen können. Denn in keinem der früheren Beispiele war die Welt so geleveraged wie heute.

2.     Haben wir den Höhepunkt hinter uns bzw. sind wir ihm nah?

Keiner weiß es, aber Berechnungen von Flossbach von Storch geben Anlass zur Hoffnung:

Flossbach von Storch: „Corona: Was Nudeln, Reis und Glockenkurven gemeinsam haben“, 3. März 2020

  • „Epidemien folgen Verlaufsmustern, die seit der Spanischen Grippe nach dem Ersten Weltkrieg eingehend untersucht worden sind. Eine Person, die sich mit einem Virus infiziert hat, gibt das Virus mehrfach weiter, sodass die Anzahl infizierter Personen zunächst exponentiell ansteigt. Gleichzeitig genesen infizierte Personen wieder und zählen anschließend nicht mehr zu den aktiven Fällen, da sie nicht mehr ansteckend sind. Die Epidemie erreicht ihren Höhepunkt, wenn die Anzahl der neuen Ansteckungen der Zahl der Genesungen entspricht. Sie klingt ab, wenn die Zahl der Genesungen die der Ansteckungen zunehmend übertrifft. (…) So oder so ähnelt der zeitliche Verlauf der Anzahl aktiver Fälle einer Glockenkurve.“ – bto: was es dann ermöglicht, den weiteren Verlauf zu modellieren.

Was – trotz der unsicheren chinesischen Daten – zu diesem Bild führt:

Quelle: Flossbach von Storch

  • „Daraus lässt sich die Hoffnung begründen, dass der Zenit der Epidemie in China bereits überschritten wurde und sich die Abklingphase bereits in einem fortgeschrittenen Stadium befindet. Die rigorose Politik der Eindämmung in China dürfte dabei geholfen haben. (…) In China dauerte es knapp zwei Monate bis zum Zenit. Wiederholt sich der Verlauf auch in Deutschland, so sollten sich spätestens Ende März die Supermarktregale langsam wieder mit Nudeln- und Reisprodukten füllen.

Das klingt vernünftig. Damit gewinnen wir Zeit bis zur Rückkehr des Virus im kommenden Winter. Ich denke, damit können wir arbeiten.

Das stimmt übrigens auch, wenn man die neuesten Überlegungen von Nomura heranzieht:

zerohedge.com: „‘The Worst Is Yet To Come’: Nomura Now Sees As Many As 1.5 Million Covid Cases By June“, 5. März 2020

Demnach werden wir weltweit bis Juni 15 Millionen Coronafälle haben. Die Zahlen für die einzelnen Länder sehen aber beherrschbar aus:


Quelle: Nomura, Zero Hedge

Das Fazit der Bank:

  • The COVID-19 shock is quickly morphing into a global crisis. In addition to major economic spillover effects from China’s large GDP contraction in Q1, an increasing number of countries are having to contend with their own local demand and supply-side shocks from the spread of COVID-19, plus a tightening in global financial conditions.“ – bto: Das können wir nicht gebrauchen.
  •  In terms of rapid policy response, the Fed is really the only game in town (we expect the Fed to cut rates by a further 50bp in our base case and 125bp in our bad scenario). The ECB and BOJ have limited room, and fiscal stimulus will take time to deploy.“ – bto: Beides wirkt nicht bis begrenzt. Denn wenn die Wirtschaft stillsteht, nimmt niemand einen Kredit auf, um ein Auto zu kaufen. Staatliche Konjunkturprogramme dauern ohnehin zu lange, bis sie wirken.
  • This is an abnormal global economic slump. The most effective immediate policy response is not monetary or fiscal policies; it’s health security controls.” – bto: Und hier geben die USA den größten Anlass zur Sorge: Viele nicht versicherte Amerikaner werden nicht versorgt werden und tragen so die Krankheit weiter. Die USA sind weit davon entfernt, ähnlich effektiv wie China die Krankheit einzudämmen. Die Hoffnung bleibt das wärmere Wetter im Sommer.

3.     Genügt das für ein „V“?

Was zur Frage führt, ob dieser absehbare Höhepunkt genügt, um einen „v“-förmigen Verlauf der Wirtschaft zu erwarten. Also eine rasche Erholung der Weltwirtschaft und damit eine Delle, die bald vergessen ist? Ich fürchte, die Wirtschaft in China war schon zu lange in Quarantäne, um sich davon wieder so schnell zu erholen. Die Supply Chain ist auch zu lang, sodass wir einige der Lieferprobleme erst noch merken werden. Es dürfte mindestens ein lang gestrecktes „V“ werden, wenn wir nicht von „U“ sprechen wollen.

Das Problem bei der Beurteilung: Wenn es nur um das Virus ginge, wäre es vermutlich ein „V“. In der Verbindung mit dem Produktionszentrum der Welt China ein etwas längeres. Wir haben es aber mit einer anfälligen Weltwirtschaft zu tun. Schon vor Corona war das Wachstum schwach und die deutsche Industrie schlitterte an der Rezession vorbei.

Unternehmen müssen darauf reagieren. Beispielhaft die Empfehlungen von Sequoia Capital, einem der führenden Risikokapitalgeber in der Tech-Szene:

medium.com: SEQUOIA, „Corona the balck swan of 2020“, 5. März 2020

We suggest you question every assumption about your business, including:

1. Cash runway. Do you really have as much runway as you think? Could you withstand a few poor quarters if the economy sputters? Have you made contingency plans? Where could you trim expenses without fundamentally hurting the business? Ask these questions now to avoid potentially painful future consequences.

2. Fundraising. Private financings could soften significantly, as happened in 2001 and 2009. What would you do if fundraising on attractive terms proves difficult in 2020 and 2021?

3. Sales forecasts. Even if you don’t see any direct or immediate exposure for your company, anticipate that your customers may revise their spending habits. Deals that seemed certain may not close. The key is to not be caught flat-footed.

4. Marketing. With softening sales, you might find that your customer lifetime values have declined, in turn suggesting the need to rein in customer acquisition spending to maintain consistent returns on marketing spending. With greater economic and fundraising uncertainty, you might even want to consider raising the bar on ROI for marketing spend.

5. Headcount. Given all of the above stress points on your finances, this might be a time to evaluate critically whether you can do more with less and raise productivity.

6. Capital spending. Until you have charted a course to financial independence, examine whether your capital spending plans are sensible in a more uncertain environment. Perhaps there is no reason to change plans and, for all you know, changing circumstances may even present opportunities to accelerate. But these are decisions that should be deliberate.

Alle Punkte sind berechtigt und ich würde sie genau deshalb jedem Unternehmen empfehlen, nicht nur Start-ups, die naturgemäß besonders anfällig sind. Das Problem ist aber, dass diese Maßnahmen den Abschwung beschleunigen, also individuell rational sind, aus Gesamtsicht das Problem vergrößern.

Wie gesagt, das Hauptproblem liegt darin, dass die Wirtschaft schon vorher am Tropf der Geldpolitik hing und nur mit immer höheren Schulden in das Lage war, überhaupt etwas an Fahrt zu gewinnen. Wohin man blickt, haben wir heute mehr Schulden als vor zehn Jahren:

Quelle: Bloomberg

Wir befinden uns schon seit Längerem auf dem Weg in das japanische Szenario – Albert Edwards spricht seit 1999 vom Ice Age – und dies trotz aggressiver Geldpolitik und der oben gezeigten unaufhaltsam weiter wachsenden Verschuldung. Die EU und besonders die Eurozone waren auf dem Weg in die Eiszeit den USA einen Zyklus voraus. In der nächsten Rezession wird Europa endgültig wie Japan und die USA treten in die nächste und letzte Phase vor dem japanischen Szenario ein. Negative Zinsen auf zehnjährigen US-Staatsanleihen – warum nicht?

Stürzen wir nun dank Corona in diese Art der Rezession, die eben wegen der Anfälligkeit des Systems nicht mit den vergangenen Epidemien verglichen werden kann, dann haben wir den tiefen Einbruch. Denn dann bekommen wir die Kombination aus Rezession mit Finanzkrise.

Kann nicht passieren? Weil Staaten und Notenbanken handeln? Nun, auch 2008/09 haben die Staaten gehandelt und trotzdem fiel der S&P 500 auf den Stand von 666 Punkten. Heute auszuschließen, dass das wieder passieren kann, ist naiv. Indikatoren für den Stress im System gibt es genügend. Nehmen wir den US-Repo-Markt, der trotz Zinssenkung der Fed Knappheit signalisiert:

Quelle: Zero Hedge

Zu denken gibt mir auch, wenn Profis wie Ray Dalio von Bridgewater sich so äußern:

While I don’t think this will have a longer-term economic impact, I can’t say for sure that it won’t because, as you know, I believe that history has shown us that when

a) there is a large wealth/political gap and there is a battle against populists of the left and populists of the right and

b) there is an economic downturn, there are likely to be greater and more dysfunctional conflicts between the sides that undermine the effectiveness of decision making, and this is made worse when

c) there are large debts and ineffective monetary policies and

d) there are rising powers challenging the existing world powers.

Punkte, die auf bto schon mehrfach diskutiert wurde. Aber Dalio hat natürlich recht, die Ereignisse in einen breiteren Kontext zu setzen. Denn wir wissen aus ähnlichen Krisen der Vergangenheit, dass sie das Zeug dazu haben, gesellschaftliche Strukturen umzukrempeln. So war es nach den verschiedenen Pest-Epidemien (Niedergang Roms, Zerfall Feudalismus, Zeitalter der Aufklärung), so war es bei der Eroberung Südamerikas durch die Europäer.

Gibt es diesen Wandel – wozu übrigens auch die Re-Regionalisierung von Wertschöpfungsketten und damit eine beschleunigte Abkehr von der Globalisierung gehört – bedeutet dies nachhaltig geringere Gewinne der Unternehmen. Das beeinflusst Investitionen und Wachstum und lässt sich mit Geldpolitik nur schwer bekämpfen.

4.     Was spielen die Finanzmärkte?

Lassen wir zunächst die Optimisten von BCG zu Wort kommen:

  • „(…) credit spreads have risen remarkably little, suggesting that credit markets do not yet foresee funding and financing problems. Equity valuations have conspicuously fallen from recent highs, but it should be noted that they are still elevated relative to their longer-term history. On the opposite end of the spectrum, volatility has signaled the greatest strain, intermittently putting implied next-month volatility on par with any of the major dislocations of the past 30 years, outside of the global financial crisis.“ – bto: Also, die Spreads sind nicht stark gestiegen (oben ist das Chart, finde es springt ganz schön hoch), Aktien sind immer noch teuer und die Märkte haben noch keine große Angst. Nun kann man das gut finden. Oder aber sagen: Oh, da ist ja noch viel Weg nach unten!

Dazu passend dieses Chart, das zeigt, dass immer mehr Aktien in einem Bärenmarkt sind:

Quelle: SocGen, Zero Hedge

Denn so definiert man einen Bärenmarkt, als Rückgang von über 20 Prozent vom Höchst. Dass es immer noch Gewinne gibt gegenüber den Tiefstständen der letzten zwölf Monate kann man gut finden (BCG) oder aber als Hinweis nehmen, dass es noch deutlich weiter runtergehen kann.

Zitieren wir Dalio nochmals:

  • The world is now leveraged long with a lot of cash still on the sidelines — i.e., most investors are long equities and other risky assets and the amount of leveraging that has taken place to support these positions has been large because low interest rates relative to expected returns on equities and the need to leverage up low returns to make them larger have led to this. The actions taken to curtail business activities will certainly cut revenues until the virus and business activity reverse which will lead to a rebound in revenue. That should (but won’t certainly) lead to V- or U-shaped financials for most companies.  However, during the drop, the market impact on leveraged companies in the most severely affected economies will probably be significant.“ – bto: Das war der Punkt von vorhin. Wir haben es mit einem System zu tun, was alles ist, nur nicht resilient.
  • Additionally, it seems to me that this is one of those once in 100 years catastrophic events that annihilates those who provide insurance against it and those who don’t take insurance to protect themselves against it because they treat it as the exposed bet that they can take because it virtually never happens.  These folks come in all sorts of forms, such as insurance companies who insured against the consequences that we are about to experience, those who sold deep-out-of-the-money options planning to earn the premiums and cover their exposures through dynamic hedging if and when the prices get near in the money, etc. The markets are being, and will continue to be, affected by these sorts of market players getting squeezed and forced to make market moves because of cash-flow issues rather than because of thoughtful fundamental analysis.  We are seeing this in very unusual and fundamentally unwarranted market action. Also, what’s interesting is how attractive some companies with good cash yields have become, especially as many market players have been shaken out.“ – bto: auch hier letztlich der Punkt, dass das Umfeld billigen Geldes dazu animiert oder gezwungen hat, immer größere Risiken einzugehen.
  • As far as central bank policies are concerned, interest-rate cuts and increased liquidity won’t lead to any material pickup in buying and activity from people who don’t want to go out and buy, though they can goose risky asset prices a bit at the cost of bringing rates closer to hitting ground zero. That’s true in the US. In Europe and Japan, monetary policy is virtually out of gas so it’s difficult to imagine how pure monetary policy will work. In Europe, it will be interesting to see if fiscal policy stimulations can pick up in this political environment.  Also, in all countries, don’t expect much more stimulation coming from rate cuts because most of the rate cuts have already happened via the declines in bond and note yields which is what equities and most other assets are priced off of.

Fazit Dalio: I hope that you will imagine the worst-case scenario and protect yourself against it.Auch hier steht im Kern die Sorge vor der zu hohen Verschuldung des Systems.

Eine andere Größe der amerikanischen Investment-Szene, Jeff Grundlach, empfiehlt weiterhin Gold und sieht den Dollar vor großen Verlusten, sinken die Zinsen in den USA doch vermutlich deutlich in den kommenden Wochen.

John Authers von Bloomberg fasst die Reaktion der Märkte ebenfalls sehr interessant zusammen:

  • The particular fear (…) is that the disease will cause a credit crisis, along the lines of the seizure of the global financial system in 2008. If such a crisis were to occur, lasting economic damage could be done even if the disease subsequently came under control faster than expected. (…) The Bloomberg Financial Conditions index, which smooshes nine metrics from different asset classes, is set so that 0 marks the dividing line between accommodative and tight conditions — and it shows that the financial system has just endured a sudden and dramatic tightening.” – bto: in meinen Worten eine Art “Margin Call”. Das entspricht nicht der optimistischen Sicht meiner Ex-Kollegen. Denn verschlechterte „finanzielle Bedingungen“ sind nichts anderes als knappe Liquidität, was in einem Umfeld hoher Schulden immer schlecht ist.

Quelle Bloomberg

  • This spells problems in particular for banks. (…) The best measure of confidence in banks is the multiple that investors will pay for their official book value — assets minus liabilities on the balance sheet. (Seit 2009) U.S. banks staged a good recovery, but the last week has brought the KBW index of major U.S. lenders back to only a whisker above book value. As for the euro zone, its banks are perceived as chronically wounded, and now trade for barely half of book value.“ – bto: So gesehen wird aus Markus Kralls “Draghi-Crash” vielleicht ein “Corona-Crash”?

Quelle: Bloomberg

Danach zeigt Authers ebenfalls auf den Elefanten im Raum. Die Unternehmen, die trotz Tiefstzinsen eine geringere Zinsdeckung aufweisen als vor der Krise 2009. Japan auch hier die Ausnahme, weil dort die Unternehmen wissen, was es bedeutet, überschuldet in eine platzende Blase zu gehen.

Quelle: Bloomberg

Hinzu kommt, dass die US-Börse in den letzten Jahren vor allem von den FANGs gezogen wurde. Schwächeln hier die Ergebnisse und fallen die Aktien, trifft dies den gesamten Markt. Die Indexfonds sind per Definition Momentum getrieben. Das ist auf dem Weg nach oben schön, beschleunigt aber auch den Weg nach unten.

JP Morgan schätzt, dass kein Sektor so von China abhängt, wie die Elektronikindustrie. Apple und Microsoft haben bereits vor schlechteren Ergebnissen aufgrund der Werksschließungen und China gewarnt.

Die Finanzmärkte waren jedenfalls schon vor Wochen skeptisch, wie Authers betont:

  • Cyclical stocks were already under pressure before the current bout of instability began, as this chart from London’s Absolute Strategy Research Ltd. Shows.“ – bto: genauso wie Anleihen schon länger gestiegen sind, während die Börse noch Party feierte.

Quelle: Bloomberg

  • The moves of the last few weeks only make sense if markets are bracing for a serious recession. Any assertions about the bond market tend to be out of date as soon as they are written. The following chart shows 10-year Treasury yields dropping below 1%, and taking real yields (compared to inflation expectations) sharply negative. At the time of typing this, the bond-buying has renewed in the Asian session and the 10-year yield is approaching 0.8%. This is quite without precedent in the long history of the bond market. It makes sense to fear that there is a bond bubble which will subsequently burst — but the fear driving that bubble is of deflation and economic slump.” – bto: Grundlach erwartet übrigens eine Trendwende der Zinsen. Aber diese dürfte nur temporär/technisch bedingt sein. Denn es wird immer offensichtlicher, auf welch dünnem Eis wir an den Märkten tanzen.

Quelle: Bloomberg

  • If bonds are now positioned for a global slump, note that commodities and emerging market stocks, the assets seen as most tied to global growth, have been consistently sending negative signals for the best part of a decade. They suggest fear of an unraveling globalization, which was intensified by the trade hostility between the U.S. and China, and has now been given a sharp extra push by the virus. Bloomberg’s broad commodities index has set fresh post-crisis lows this week, while emerging markets continue to lag behind developed markets severely.“ – bto: was eben zeigt, dass wir es mit zwei Welten an den Finanzmärkten zu tun haben. Auf der einen Seite die Börsianer (zunehmend nur noch in den USA), die immer höhere Kurse sehen und auf der anderen Anleihen und Rohstoffe, die „Japan“ spielen. Oder Eiszeit. Wie immer wir es nennen wollen.

5.     Langfristige Folgen?

Größer, als wir es uns heute vorstellen können, wäre meine kurze Antwort. Die Welt wird sich weiter de-globalisieren mit allen damit verbundenen Folgen für Wachstum und Wohlstand. Die Eurozone steht vor ihrer nächsten akuten Krise im verzweifelten Versuch, wenigstens so wie Japan zu werden. Was scheitern muss, sind wir doch kein homogenes Volk, sondern verschiedene Nationen, die zudem auch intern zunehmend tief gespalten sind.

Damit beschleunigt Corona nur einen Trend, der schon lange bestand. Die Szenarien, die ich in Eiszeit in der Weltwirtschaft beschrieb, gelten immer noch. Nur sind wir dem Endspiel näher. Vielleicht bietet die Krise auch die willkommene Ausrede, um die nächste Stufe der Interventionen zu zünden. Nicht, dass diese am Ausgang etwas ändern könnten.

6.     Fazit: Lehman 2.0?

Möglich. Wenn die Märkte sich nicht rasch stabilisieren, ist das angesichts der hohen Verschuldung im System wohl unvermeidbar.

 

Kommentare (54) HINWEIS: DIE KOMMENTARE MEINER LESERINNEN UND LESER WIDERSPIEGELN NICHT ZWANGSLÄUFIG DIE MEINUNG VON BTO.
  1. Avatar
    Horst sagte:

    Das Virus als exogener Schock?

    Mit Verlaub, Sie sollten noch einmal die genaue Definition des Begriffes exogen studieren.

    Kommt dieses Virus nicht aus dem Innersten unserer Art zu wirtschaften? Ist das Virus dann demzufolge nicht wesentlicher Bestandteil des von Herrn Tischer so geliebten Megatrends Globalisierung?

    Antworten
    • Avatar
      Dietmar Tischer sagte:

      @ Horst

      „… aus dem Innersten unserer Art zu wirtschaften“.

      Heißt:

      Unser Wirtschaften ist so angelegt, dass sich bei irgendwelchen Tieren irgendwelche Viren bilden müssen (Innovation), die zu den Menschen gelangen (Logistik), um von deren Organismus aufgenommen (Nachfrage) und verarbeitet zu werden (Erkrankungen produzieren) sowie zugleich befähigt sind, so an andere verteilt zu werden, dass sich im Handumdrehen großflächige Epidemien entwickeln können (Massenproduktion auf höchstem Niveau).

      Scheint logisch zu sein.

      Und genial.

      Warum ist denn bis heute noch keiner darauf gekommen?

      Wir hätten uns Virologen, das RKI etc. sparen können.

      Und insbesondere diese zerstörerische Pharmaindustrie, die jetzt alle Anstrengungen unternimmt, um das mühsam über Jahre entwickelte Wohlstandssystem kaputt zu machen.

      Welcher Glücksfall, dass endlich jemand verstanden hat, wie wir tief im Innersten wirtschaften.

      Und dass wir es sind, wir an diesem Blog, die diese bahnbrechende Erkenntnis als Erste erfahren durften.

      Alle Menschen sollten umgehend aufgeklärt werden, damit Angst, Hamsterkäufe u. dgl. aufhören.

      Eine epochale intellektuelle Leistung – lassen Sie sich von M.S. für den Nobelpreis vorschlagen.

      Antworten
      • Avatar
        Horst sagte:

        Gut gebrüllt, Löwe.

        Aber ja, ich habe mich missverständlich ausgedrückt. Präziser hätte ich auf die rasche VERBREITUNG des Virus abstellen müssen, um meiner grundsätzlicher Auffassung in Bezug auf die ART zu WIRTSCHAFTEN nachkommen zu können.

      • Avatar
        Dietmar Tischer sagte:

        Auf die Verbreitung des Virus hatte ich bereits am 9.03. um 13:12 Uhr verwiesen.

        Die Wirtschaft hat sich im Vergleich zu der früher Zeiten, als es auch einschneidende Epidemien gab, ENTSCHEIDEND verändert, nämlich vor allem durch die weltweite Expansion von Produktionsstandorten mit der Folge von internationalen Lieferketten (inkl. der Allokation von Humankapital, wie der Beschäftigung vergleichsweise viel Chinesen in Italien) UND den weltweit zugenommenen hochfrequenten Tourismus.

        Diese Änderungen basieren darauf, dass die PARAMETER des Wirtschaftens andere sind bzw. anders gewichtet werden. Es sind politische, ökonomische und technologische Parameter. Dazu gehört auch die Staatstätigkeit (u. a. Gesetzgebung und Fiskalpolitik).

        Was sich nicht geändert hat, ist die ZIELSETZUNG im Kapitalismus:

        Profitmaximierung der Unternehmen, Nutzenmaximierung der Individuen.

      • Avatar
        Richard Ott sagte:

        „Präziser hätte ich auf die rasche VERBREITUNG des Virus abstellen müssen, um meiner grundsätzlicher Auffassung in Bezug auf die ART zu WIRTSCHAFTEN nachkommen zu können.“

        Es bleibt immer noch hilfloses Gefasel, mit dem man höchstens ein bisschen Applaus von Grünen und ähnlich Ahnungslosen einheimsen kann.

        Pestepidemien gab es auch schon im Mittelalter, der verglichen mit heute ziemlich kleinvolumige Handel per Schiff hatte schon gereicht, um den Erreger einzuschleppen.

        Wenn Sie so etwas in Zukunft verhindern wollen, müssen Sie die Grenzen rigoros schließen. Und zwar nicht nur für -vermutlich- arbeitende chinesische Migranten (wie in Norditalien beim Coronavirus), sondern auch für ausländische Importe von Waren (wie im Mittelalter bei der Pest).

        Freiwillig macht da höchstens die Hardcore-Unverpackt-Müslifraktion mit, und selbst bei denen wird es mit dem Überzeugen schwierig, wenn die begreifen, dass es dann im Winter keine Avocado-Toasts mehr gibt, sondern nur noch Weißkraut und Äpfel.

      • Avatar
        Horst sagte:

        „Es bleibt immer noch hilfloses Gefasel, mit dem man höchstens ein bisschen Applaus von Grünen und ähnlich Ahnungslosen einheimsen kann.“

        (1) Ich freue mich, dass bei Ihnen nicht gilt: „Es bleibt immer noch hilfloses Gefasel, mit dem man höchstens ein bisschen Applaus von AfD´lern und ähnlich Ahnungslosen einheimsen kann.“

        „Pestepidemien gab es auch schon im Mittelalter, der verglichen mit heute ziemlich kleinvolumige Handel per Schiff hatte schon gereicht, um den Erreger einzuschleppen.“

        Sie müschen schon richtig lesen: Es geht mir um die RASCHE Verbreitung des VIRUS im Zusammenhang mit unserer Art zu wirtschaften.
        Bis heute war mir nicht klar, dass eine Karacke des Mittelalters so flott die Welt umrundete wie heute die Estelle Maersk.

        Danke, Herr Ott – es gilt einmal mehr (1)

      • Avatar
        Richard Ott sagte:

        @Horst

        Ihre Scheinargumentation wird auch nicht komplexer wenn Sie Ihr einziges „Argument“ durchnummerieren.

        „Sie müschen schon richtig lesen: Es geht mir um die RASCHE Verbreitung des VIRUS im Zusammenhang mit unserer Art zu wirtschaften.“

        Wenn Sie die rasche Verbreitung konkret des Coronavirus durch Migration oder Handel unterbinden wollen, müssen Sie mindestens den Flugverkehr, Hochgeschwindigkeitszüge und alle Handelsschiffe (und Kreuzfahrtschiffe) mit Dieselantrieb verbieten.

        Völlig absurd, die Langstreckenluisa ist die erste, die dann laut aufheult. Und Sie wahrscheinlich gleich mit.

        Also, was soll Ihr hilfloses Gefasel bezwecken?

    • Avatar
      Richard Ott sagte:

      @Horst

      „Kommt dieses Virus nicht aus dem Innersten unserer Art zu wirtschaften?“

      Nein. Neue Viren sind schon regelmäßig auf der Erde entstanden, als es noch nicht einmal Menschen gab, die irgendeine „Art zu wirtschaften“ hatten. Katzen können übrigens auch von bestimmten Arten von Coronaviren infiziert werden, hat das etwas mit deren „Art zu wirtschaften“ zu tun? Und können Sie mir mal beschreiben, wie diese Katzenwirtschaft (Ist die auch globalisiert?) funktioniert?

      Und worauf wollen Sie eigentlich hinaus? Dass es im Ökosozialismus keine bösen Viren mehr geben wird?

      Antworten
  2. Avatar
    Richard Ott sagte:

    Ein verstörendes Schauspiel aus Zwickau, kein Artikel aus dem Archiv des „Neuen Deutschland“, sondern vom 08. März 2020:

    „Eine Demonstration der Freien Deutschen Jugend (FDJ) hat am Sonnabend in Zwickau für Aufmerksamkeit gesorgt. Rund 50 Männer, Frauen und Kinder zogen mit FDJ-Fahnen und in Blauhemden mit dem FDJ-Symbol durch die Innenstadt.“

    https://www.mdr.de/sachsen/chemnitz/zwickau/fdj-demonstration-zwickau-100.html

    Interessant auch, dass man in Zwickau (Oberbürgermeisterin Pia Findeiß, SPD) tatsächlich eine Demonstration genehmigt bekommt, in der „Revolution und Sozialismus“ gefordert wird. Maaßen hatte völlig Recht, die SPD ist geradezu von linksradikalen Kräften verseucht.

    Antworten
    • Avatar
      Horst sagte:

      Oh je, 50 Demonstranten in Zwickau… Natürlich der Kommunismus und dessen Siegeszug ist auf dem Vormarsch.

      https://www.mdr.de/sachsen/chemnitz/zwickau/wolfsichtung-crimmitschau-100.html

      Ist das Ihr Wolf, den sie ursprünglich nach Zwickau schicken wollten, um die Demonstration zu behindern, der dann aber doch sich Richtung Crimmitschau verlaufen hat?

      Es soll in dieser Republik auch Oberbürgermeister geben, die sogar Demonstrationen des rechten Lagers genehmigen…

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        Richard Ott sagte:

        @Horst

        „Es soll in dieser Republik auch Oberbürgermeister geben, die sogar Demonstrationen des rechten Lagers genehmigen…“

        Das stimmt. Von rechtsextremen Demonstrationen, die offen eine nationalsozialistische Machtergreifung fordern (Oder was wäre Ihrer Meinung nach das Pendant zum FDJ-Slogan „Revolution und Sozialismus“?), ist mir allerdings nichts bekannt. Und das Vorzeigen von Hakenkreuzfahnen während so einer Demonstration würde auch sofort von der Polizei unterbunden werden – wohingegen die Fahnen der Kommunisten und der FDJ ja leider nicht verboten sind.

        PS: Was haben Wölfe mit dem Thema zu tun?

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      AJ sagte:

      Also, ich finde, das sollte doch in einem Land, in dem Pegidarasten und sonstige Hutbürger frei durch die Strassen streunern dürfen, kein wirkliches Problem sein… es sei denn, man bemisst Demonstrationsfreiheit danach, ob die Gesinning der Demonstranten der eigenen entspricht .

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        Richard Ott sagte:

        @AJ

        Der Maßstab ist, ob Demonstranten politische Extremisten sind, die verfassungsfeindliche Forderungen stellen, wie zum Beispiel die Abschaffung der freiheitlich-demokatischen Grundordnung und die Wieder-Errichtung der DDR-Diktatur („30 Jahre sind genug! Revolution und Sozialismus“).

        Haben Sie ein Beispiel für verfassungsfeindliche Forderungen von Pegida? Oder gar vom Hutbüger? Oder gefielen Ihnen nur die Farben von seinem Bürgerhut nicht, weil die irgendwie nicht mit Ihrer (antideutschen?) Gesinnung vereinbar sind?

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        AJ sagte:

        Seit wann ist die Forderung nach „Revolution“ und „Sozialismus“ verfassungsfeindlich?

        Ich würde das aber gar nicht so hoch aufhängen wollen, sondern bin schlicht der Meinung, wenn man der einen Seite ihre Verirrten und Verhaltensauffälligen zubilligt, sollte man solche auch der anderen Seite zubilligen.,

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        Richard Ott sagte:

        @AJ

        Seit wann ist die Forderung nach „Revolution“ und „Sozialismus“ verfassungsfeindlich?

        Weil sich eine kommunistische Diktatur oder ein autoritärer „sozialistischer“ Staat (de facto eine Ein-Parteien-Diktatur mit riesigem staatlichem Überwachungs und Unterdrückungsapparat) wie die sogenannte „Deutsche Demokratische Republik“ genauso wenig mit der freiheitlich-demokratischen Grundordnung vereinbaren lassen wie eine nationalsozialistische Diktatur.

        Beides verfassungsfeindlich. Und das kann man gar nicht hoch genug aufhängen, weil es die SED-Altkader im Osten und deren Gesinnungsgenossen im Westen aus den K-Gruppen und ähnlichen Politsekten gerne vergessen machen wollen.

        Kommt jetzt von Ihnen die Entgegnung: „Aber die DDR war gar kein ‚richtiger‘ Sozialismus“?

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        Horst sagte:

        „Beides verfassungsfeindlich.“

        Das stellt glücklicherweise das Bundesverfassungsgericht fest und nicht Ottchen.

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        Richard Ott sagte:

        @Horst

        Hier tun sich ja Abgründe auf. Erschreckend.

        Aber vielleicht bringen Sie mich ja statt zum Gruseln noch zum Lachen. Erklären Sie mir, wie eine kommunistische Revolution in Deutschland mit dem Grundgesetz und den darin festgeschriebenen Organisationsprinzipien unseres Staates vereinbar wäre. Ich bin sehr gespannt.

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        Horst sagte:

        Ottchen, es geht hier um eine Demonstration mit 50 (sic!) Personen, die sich Blauhemden übergestreift haben und FDJ-Fahnen geschwenkt haben. Zugegeben, am Hotspot Zwickau – das hat Aussenwirkung.

        Was diese 50 Personen fordern, steht auf einem anderen Blatt und wird durch das BVG zu prüfen sein.

        Sie bringen mich zum Lachen – wie Ihr Wolf, den Sie freigelassen lassen, der aber den inneren Kompass verloren hat und nach Crimmitschau wanderte, dort aber nicht die o.g. 50 Personen antraf, deren Demonstration er ja – furchterregend wie er ist, verhindern sollte (kleiner Wink, diesen Artikel fand ich amüsant, folgte er doch auf Ihren Link).

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        Richard Ott sagte:

        @Horst

        „Ottchen, es geht hier um eine Demonstration mit 50 (sic!) Personen, die sich Blauhemden übergestreift haben und FDJ-Fahnen geschwenkt haben.“

        Wenn es 50 Pesonen gewesen wären, die sich Braunhemden übergestreift und Hakenkreuzfahnen geschwenkt hätten, wäre Ihre Reaktion vermutlich nicht so nonchalant. So viel zum Stand des ehemaligen antitotalitären Konsenses in Deutschland.

        PS: Hören Sie mit dieser merkwürdigen Wolfsgeschichte auf, Sie sind dabei ungefähr so lustig wie ein Stasi-Offizier.

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        Horst sagte:

        „PS: Hören Sie mit dieser merkwürdigen Wolfsgeschichte auf, Sie sind dabei ungefähr so lustig wie ein Stasi-Offizier.“

        Doch nicht Ihrer? In meiner Vorstellung passt Ihr beide gut zusammen… :-)

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    Dietmar Tischer sagte:

    Interessante Überlegungen zum Ölpreisschock:

    https://www.welt.de/finanzen/article206443985/Russland-Deshalb-nimmt-Putin-einen-drastischen-Oelpreisverfall-in-Kauf.html

    Daraus:

    „Die russischen Generäle des Rohstoffsektors haben beschlossen, mit den Schieferölproduzenten aus den USA zu kämpfen“, erklärt auch Andrej Vernikov, Stellvertretender Generaldirektor für Investmentanalysen bei Zürich Capital Management, gegenüber der Nachrichtenagentur Ria Novosti. …

    In der Tat brauchen die hochverschuldeten US-Förderer zumindest 35 Dollar je Barrel, um rentabel zu wirtschaften. Durch den Coronavirus befinden sie sich ohnehin bereits seit Januar in Schieflage. Russische Unternehmen kommen mit weniger aus. …

    Und der russische Staat, gebrannt durch den epochalen Ölpreisverfall 2014 auf damals weniger als 30 Dollar je Barrel, hat sein Budget so geplant, dass es mit einem Ölpreis von 40 Dollar zurechtkommt. Saudi-Arabien benötigt mehr als 80 Dollar.“

    Wie sehr die Russen leiden werden, rechnet Leonid Fedun, Vizechef von Russlands zweitgrößtem Ölkonzern Lukoil, vor: Ein angenommener Rückgang des Ölpreises von 60 auf 40 Dollar werde bei einem Exportvolumen von täglich fünf Millionen Barrel einen Verlust von 100 bis 150 Millionen Dollar pro Tag bedeuten.“

    Fazit:

    Russische Bevölkerung vs. amerikanische Junk-Bond-Spekulanten – man muss eine Bevölkerung haben, die leidensfähig ist, wenn man politisch so an der Preisschraube drehen will.

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    • Avatar
      Horst sagte:

      Zumindest in Bezug auf Russland bringt der von Ihnen verlinkte Artikel keine neuen Erkenntnisse. Denkbar wäre, dass der russische Staatshaushalt auch mit einem Preis von zehn Dollar je Barrel, auch in Anbetracht der großen Rücklagen, der geringen Verschuldungsquote des Staates, mehr als jedes andere Land auf der Welt die nun bevorstehende Durststrecke überstehen kann.

      Putin ist wesentlich geübter in Strategiefragen als Sie.

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        Dietmar Tischer sagte:

        @ Horst

        >Putin ist wesentlich geübter in Strategiefragen als Sie.>

        Davon gehe ich aus.

        Sicher hat er an alles gedacht, was denkbar ist.

        Eingeschlossen, dass die russische Bevölkerung möglicherweise denkt, dass der Coup mit dem Ölpreis zwar eine strategisch brillante Idee ist, aber für ihr Leben keine gute und sie entsprechend reagieren könnten.

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    RaS sagte:

    Mal was zum „Schmunzeln“:
    “ Russland hat zur Welt gerade „Nein“ gesagt
    von Tom Luongo, 06.03.2020
    In dem Wort „Nein“ steckt echte Macht.
    Ja, ich möchte behaupten, dass es in jeder Sprache das mächtigste Wort ist.
    Inmitten des schlimmsten Markteinbruchs seit zig Jahren, dessen Grund Probleme innerhalb des Dollar-finanzierten Marktes sind, findet sich Russland in der Lage, die Macht des Neins auszuüben.
    Mehrere sich überlappende Krisen passieren gerade weltweit und sie alle verbinden sich zu einem chaotischen Gewebe.

    In der politischen Instabilität in Europa, dem präsidialen Vorwahl-Mumpitz in den USA, dem Corona-Virus, der Massenhysterie auslöst, und den militärischen Abenteuern der Türkei in Syrien, dem östlichen Mittelmeer und Libyen, erkennen die Märkte endlich den Bluff der Zentralbanker, die seit Jahren die Vermögenswerte finanziell unterstützen.
    Aber in ihrem Kern enstand die gegenwärtige Krise durch die einfache Wahrheit, dass diese Werte rund um die Welt riesig überbewertet sind.
    Westliche Regierungen und Zentralbankpolitik haben die Macht des Dollars benutzt, um die Welt in diesen Zustand zu treiben.
    Und dieser Zustand ist bestenfalls meta-stabil.
    Aber wenn dieser Haufen Kacke so real wird, nun… dann muss er zu dampfen anfangen.
    Und um eine Korrektur in eine komplette Panik zu verwandeln, musste Russland nur „Nein“ sagen. …….“

    kompletter Text: https://www.theblogcat.de/uebersetzungen/russlands-nein-06-03-2020/

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  5. Avatar
    Dietmar Tischer sagte:

    Aktuelle Ergänzung:

    https://www.faz.net/aktuell/finanzen/stresstest-fuer-amerikanische-anleihen-16671032.html

    Daraus:

    >Richtig gefährlich wird es am Markt für Unternehmensanleihen, insbesondere im hochverzinslichen Segment der High Yield Bonds. Dieser Markt für Schuldtitel finanzschwacher Unternehmen hat in den Vereinigten Staaten ein Volumen von 440 Milliarden Dollar. Jede zehnte High Yield Bond stammt von einem Unternehmen aus dem Energiesektor, in der Regel Schieferölproduzenten. Diese weisen hohe Schulden auf, und könnten nun von der Corona-Krise sowie dem Ölpreisverfall in die Zange genommen werden. … Deutsche -Bank-Analyst Craig Nicol erkennt einen Minsky-Moment für den High-Yield-Markt.>

    Stresstest ist Unsinn – hier wird nicht getestet.

    Hier geht es darum, WIE Realität bewertet wird, WELCHE Entscheidungen getroffen werden und WAS daraus entsteht.

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      ruby sagte:

      @ Herr Tischer
      „The Bond Market ended today.“
      Chris Rupkey.

      High Yield Market ist der Energiesektor mit Öl & Gas.

      Donnerstag FED + EZB und denen bleibt nur kaufen, um Bilanzverlängerung zu machen.

      Gleich spricht Gina Gospinath bei Bloomberg.

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    Dietmar Tischer sagte:

    >Daraus folgt dann die Schlussfolgerung von BCG, dass die größte Wahrscheinlichkeit auf einem „v“-förmigen Verlauf spricht:…>

    Diese Schlussfolgerung bezieht eine entscheidende Determinante nicht mit ein.

    Sie ist der GROSSE Unterschied zu ALLEN früheren Epidemien:

    Die nationalen Wirtschaften sind viel STÄRKER miteinander verknüpft, was sich am Wachstum der Weltwirtschaft ablesen lässt.

    Wenn man die damit verbunden stärkere Ausbreitung strecken will und keinen Impfstoff hat, dann muss man RIGOROS auf Quarantäne setzen.

    Das heißt aber: Lieferketten GEWOLLT reißen lassen in einem Umfang und mit FOLGEN, die es so noch nicht gab.

    Es muss nicht, kann daher durchaus zu einem „U“-förmigen Verlauf kommen.

    >Es dürfte mindestens ein lang gestrecktes „V“ werden, wenn wir nicht von „U“ sprechen wollen.>

    So kann man es auch sagen.

    > Vor allem halte ich die Einschätzung, dass „we struggle with the subprime analogy of the last recession, as corporate credit neither funds a real economy boom (as subprime did with housing), nor is the debt held on banks’ balance sheets“ für ziemlich blauäugig.>

    Halte ich auch für ziemlich blauäugig.

    Nur mal ein Hinweis, ohne dass ich damit Weltuntergangstimmung verbreiten will:

    Der dramatische Verfall des Ölpreises trifft auch die Förderer in der größten Fördernation der Welt. Das ist USA.

    Hier:

    https://de.tradingeconomics.com/country-list/crude-oil-production

    Frage:

    Wie sind die Förderunternehmen in USA FINANZIERT?

    Das Volumen von Junk-Krediten sollte nachdenklich werden lassen.

    Die Alarmglocken läuten schon, hier:

    https://edition.cnn.com/2020/03/03/investing/oil-prices-energy-stocks-junk-bonds-coronavirus/index.html

    >„The particular fear (…) is that the disease will cause a credit crisis, along the lines of the seizure of the global financial system in 2008. If such a crisis were to occur, lasting economic damage could be done even if the disease subsequently came under control faster than expected. (…)>

    Sehe ich auch so.

    Wir können nur hoffen, dass die Signale aus China auch auf den Rest der Welt übertragbar sind:

    Der Höhepunkt der Ausbreitung wird relativ schnell erreicht, so dass die Quarantänemaßnahmen auch relativ schnell gelockert werden können.

    Der Schaden, wie hoch er auch sein wird, wird einen erheblichen NACHHALL haben und auf bestimmten Feldern zu einem auch wirtschaftlich signifikanten Wandel führen.

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      Richard Ott sagte:

      @Herr Tischer

      „Wir können nur hoffen, dass die Signale aus China auch auf den Rest der Welt übertragbar sind: Der Höhepunkt der Ausbreitung wird relativ schnell erreicht, so dass die Quarantänemaßnahmen auch relativ schnell gelockert werden können.“

      Tja, das setzt aber voraus, dass wirksame Quarantänemaßnahmen auch in Deutschland ergriffen werden. Sonst bricht das Gesundheitssystem auf dem Höhepunkt der Ausbreitung zusammen (Wuhan stand ja kurz davor, trotz wirklich drakonischer Maßnahmen) – und dann ist hinterher nicht mehr viel übrig, was man lockern könnte, weil sowieso nur noch blankes Chaos herrscht.

      Aber erst mal schauen, wer heute alles einen Margin Call bekommt…

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        Dieter Krause sagte:

        @ Richard Ott
        Tja, das setzt aber voraus, dass wirksame Quarantänemaßnahmen auch in Deutschland ergriffen werden. Sonst bricht das Gesundheitssystem auf dem Höhepunkt der Ausbreitung zusammen (Wuhan stand ja kurz davor, trotz wirklich drakonischer Maßnahmen) – und dann ist hinterher nicht mehr viel übrig, was man lockern könnte, weil sowieso nur noch blankes Chaos herrscht.

        Blankes Chaos herrscht vielleicht in Ihrem Kopf, Herr Ott – aber nicht in Deutschland wegen der Coronavirus-Epidemie! Morgen wird sogar noch das Champions-Legue-Rückspiel RB Leipzig – Tottenham Hotspurs vor vollem Haus stattfinden! Die Buchmesse hat die Stadt abgesagt, aber bei Fußballspielen haben alle Zuschauer ja mindestens einen Meter Sicherheitsabstand zum Nachbarn oder? Und wer nicht VOR dem Ankommen dieser Epidemie in Deutschland aus den Aktienmärkten ausgestiegen ist, der sollte besser nicht an der Börse spekulieren!

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        Richard Ott sagte:

        @Herr Krause

        „Blankes Chaos herrscht vielleicht in Ihrem Kopf, Herr Ott – aber nicht in Deutschland wegen der Coronavirus-Epidemie!“

        Noch nicht. Wir sollten hoffen, dass das so bleibt. Mit der politischen Führung, die wir haben, wir das mit jedem Tag unwahrscheinlicher.

        „Morgen wird sogar noch das Champions-Legue-Rückspiel RB Leipzig – Tottenham Hotspurs vor vollem Haus stattfinden! Die Buchmesse hat die Stadt abgesagt, aber bei Fußballspielen haben alle Zuschauer ja mindestens einen Meter Sicherheitsabstand zum Nachbarn oder?“

        Paris gegen Dortmund findet ohne Publikum statt. Valencia gegen Bergamo auch. Halten Spanier und Franzosen bei Champions-League-Spielen mehr Sicherheitsabstand als Deutsche?

        „Und wer nicht VOR dem Ankommen dieser Epidemie in Deutschland aus den Aktienmärkten ausgestiegen ist, der sollte besser nicht an der Börse spekulieren!“

        Wer auf Kredit spekuliert, sollte jedenfalls besondere Vorsichtsmaßnahmen ergreifen, sonst klingelt in Situationen wie heute schnell das Telefon.

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      Thierry sagte:

      @ D. Tischer

      Und was wird, wenn China seine Quaratäne etwas länger als medizinisch notwendig aufrechterhält, um den NACHHALL voll auszukosten? Es ist eine Frage der Leidensfähigkeit der Bevölkerung und der verfügbaren Steuerungsmöglichkeiten der Wirtschaft. In beidem ist China dem Westen haushoch überlegen.

      Schon gemerkt: der Goldpreis steigt in Shanghai, was auch heisst, dass China jedes Gramm Gold vom Markt absorbiert.

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        Dietmar Tischer sagte:

        @ Thierry

        Ich bin kein Experte für China und für den Goldpreis auch nicht.

        Dennoch habe ich auch die Quarantäne betreffend eine Meinung zu China.

        Es gibt m. A. n. zwei Gründe, die Quarantäne dort nicht länger aufrecht zu erhalten als es medizinisch notwendig ist:

        a) In China sind sehr hässliche Bilder über die Behandlung schwerstkranker Corona-Patienten in den Krankenhäusern verbreitet worden mit der Folge, dass das Vertrauen in die Führung der KP zumindest ein paar Flecken bekommen hat.

        Man muss also schnell zur Normalität zurückkommen und dem Befund, dass prinzipiell alles richtig gemacht wurde. Freilich gehört dazu auch, dass der medizinische bzw. epidemologische Befund sein muss, die Aufhebung der Quarantäne werde zu keinem neuen Aufleben der Erkrankung führen.

        b) Die Quarantäne hat natürlich auch bei einem erheblichen Teil der chinesischen Bevölkerung Wohlstandsverluste verursacht. Die kann man nicht nach Belieben erweitern. Es würde unerwünschte Reaktionen bis möglicherweise zu einem spürbaren Vertrauensverlust in die Regierung führen. Ich glaube nicht, dass es die Führung in Peking darauf ankommen lassen möchte.

        Fazit:

        Ich glaube nicht, dass die chinesische Führung das Coronavirus zu einer Machtprobe mit den USA instrumentalisieren wird.

        Vielmehr bin ich der Überzeugung, dass sie mit der Annahme, mittel- bis langfristig mit einem STABILEN China die besseren Karten zu haben, die USA als Weltmacht Nr. 1 „konstruktiv“ ablösen will.

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    Susanne Finke-Röpke sagte:

    Sie schreiben: „Die Eurozone steht vor ihrer nächsten akuten Krise im verzweifelten Versuch, wenigstens so wie Japan zu werden. Was scheitern muss, sind wir doch kein homogenes Volk, sondern verschiedene Nationen, die zudem auch intern zunehmend tief gespalten sind.“

    Sehe ich inzwischen nicht mehr ganz so dramatisch. Die Spaltung kommt – hier besteht wohl hier im Forum Einvernehmen – vor allem aus drei Themen: Migration, Klimapolitik / Energiewende sowie Euro / Schuldenthematik. Hier kommt die Spaltungsbewegung m.E. aber langsam zum Erliegen und zwar vor allem wegen des Abstiegs Deutschlands. Warum glaube ich das?

    1. Migration: 2015 hat Deutschland im Verbund mit skandinavischen und Beneluxländern noch eine Spaltung z.B. gegenüber den Osteuropäern bei unkontrollierter Migration durchsetzen können. 2020 hat Deutschland dazu wie aktuell an Griechenland zu sehen keine Macht mehr. Die gemeinsame europäische Lösung ist da, da etliche Staaten wie z.B. Dänemark oder Österreich auf den osteuropäischen Kurs eingeschwenkt sind, von den Brexit-Briten gar nicht zu reden. Die AFD ist in der Republik etabliert und sämtliche aussichtsreichen Nachfolgebewerber von AKK als Vorsitzender der CDU sind migrationskritischer, sogar Armin Laschet. Die Griechen verteidigen die EU-Außengrenze erfolgreich und kein deutscher Politiker hat mehr die Macht, daran etwas zu ändern, indem er den Griechen mit Rauswurf aus dem Euro oder Kürzung von EU-Mitteln droht. Und das wird m.E. durch Ereignisse wie Corona, Brexit, die Alleingänge der USA und die Politik Macrons sich sogar eher noch verstärken.
    Dass die deutschen „Leitmedien“ das ignorieren – geschenkt. Propaganda ist noch keine Information. Und nach dem Abgang von Frau Merkel und ihren Anhängern kann das Thema auch in der Bundesregierung mit Weihrauch für Frau Merkel geräuschlos abgeräumt werden. Die Mainstreammedien werden dann wie die Dominosteine umfallen, da dort fast kein eigenes Rückgrat mehr vorhanden ist.

    2. Die separate Euro-Politik in Europa ist durch. Wir laufen der Bank of Japan, der chinesischen Zentralbank und insbesondere der FED hinterher. Frau Lagarde wird die fadenscheinig „grün“ genannte Geldpolitik unwidersprochen durchziehen können, um Schulden zu monetarisieren. Das ist inzwischen gesellschaftlicher Konsens innerhalb der EU, aber auch ohne grünen Anstrich darüberhinaus z.B. in Großbritannien, wo die BoE auch nichts anderes macht als der FED hinterher zu rennen. Eine Spaltung innerhalb der EU wird sich daraus nicht mehr ergeben, sehr wohl aber innerhalb der Gesellschaften zwischen profitierenden Schuldnern / Sachwertbesitzern und Nominalwertbesitzern / Sparern. Das ist ein weltweites Problem und daher kein Spaltungsthema mehr.

    3. Die Energiepolitik. Hier sind die deutschen Alleingänge noch am stärksten, aber die Front der übrigen Länder in der EU hat „gehalten“. Alle anderen stehen inzwischen zur Atomkraft im eigenen oder Nachbarland, zu einem realistischen CO2-Ausstieg und vor allem zu einem sehr gemächlichen Kohleausstieg in Ländern wie Polen. Ob das klimatechnisch richtig oder falsch ist, ist für mich hier gar nicht die Frage. Aber faktisch wird Deutschland nach Abschaltung von Atomkraft und wohl vor Ende des letzten Kohlekraftwerks bei den ersten größeren Blackouts, Arbeitsplatzverlusten und Elektroautoproblemen an der Realität scheitern, wenn die Nachbarstaaten uns entweder nicht mehr versorgen können oder wollen. Dass das unter Schwarzgrün ab 2021 noch ein paar Jahre in die falsche Richtung laufen kann – geschenkt. Entscheidend ist, dass es den anderen Ländern inzwischen weitgehend egal ist, was Deutschland macht, weil sie sich abkoppeln werden. Und die veröffentlichte deutsche Meinung wird sehr, sehr schnell einknicken, wenn die Damen und Herren Redakteure, Verleger, Rundfunkräte und Medienpolitiker entweder offline sind oder ihre Rotationsdruckmaschinenen mit der Hand kurbeln müssen, weil sie versäumt haben, Notstromaggregate zu organisieren, weil sie ihre eigene Propaganda (und die von Annalena Baerbock) glauben, dass das Netz Strom speichert. Gar nicht zu reden von den Politikern und Studenten, deren Ladekabel sinnlos geworden ist und die neben einem warmen Kühlschrank auch nicht ins Internet können. Über physikalische Gesetze gibt es keine Mehrheitsbeschlüsse; da interessieren mich ausschließlich die Aussagen der 4 Übertragungsnetzbetreiber in Deutschland. Und die zeigen aufgrund der wachsenden Frequenzschwankungen und der beschlossenen Abschaltung weiterer grundlastfähiger Kraftwerke in eine Richtung, dass die Deutschen eines Tages ein Problem mit der Stromversorgung haben werden, mit dem sie sich m.E. nicht einfach abfinden werden, aber wir werden sehen, ob ich mich irre und sich die Mitbürger an afrikanische Verhältnisse gewöhnen wollen oder nicht. Ich glaube es nicht, denn die Stromversorgung ist in den 70 Jahren seit Gründung der BRD unglaublich viel wichtiger für den Alltag geworden. Von Heizungsumwälzpumpen statt Einzelöfen über Internet bis zu etlichen damals unüblichen Haushaltsgeräten von Toaster, Mikrowelle, Tiefkühltruhe und Wasserkocher bis zum elektrischen Rasierer ist die Abhängigkeit massiv gewachsen. Wer hat noch eine Speisekammer? Wer noch einen eigenen Brunnen? Wer noch einen Holzkaminofen? Daher denke ich, dass die Öffentlichkeit nach den ersten Blackouts massiv auf die Suche nach Sündenböcken gehen wird und die FFF-Bewegung interne Streitigkeiten zu erwarten hat, wenn ihre eigenen Mitglieder zu Fuß statt mit der elektrischen U-Bahn nach Hause müssen.

    Daher mein Fazit: Die europäische Spaltung kommt nicht mehr. Die riesigen äußeren Probleme (Weltverschuldung, Migrationsdruck, Klimaerwärmung, geostrategisch schwierige Nachbarn wie Russland oder die Türkei, aktuell auch Corona) schweißen notgedrungen zusammen. Allerdings nicht immer so, wie es sich die aktuelle Bundesregierung wünscht. Aber man ist sich ähnlicher als man zu erkennen bereit ist.

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      Richard Ott sagte:

      @Frau Finke-Röpke

      „2015 hat Deutschland im Verbund mit skandinavischen und Beneluxländern noch eine Spaltung z.B. gegenüber den Osteuropäern bei unkontrollierter Migration durchsetzen können. 2020 hat Deutschland dazu wie aktuell an Griechenland zu sehen keine Macht mehr.“

      Ist das von der Macht Deutschlands abhängig? Griechenland, Österreich, Slowenien, Dänemark und viele andere EU-Länder haben mittlerweile deutlich migrationskritischere Regierungen als 2015. Aber diese Regierunen haben die Völker dieser Länder schon selbst gewählt, sicherlich aus schlechten Erfahrungen mit allzu naivem Gutmenschentum heraus, die Regierungschefs wurden nicht von Merkel nominiert.

      „Die gemeinsame europäische Lösung ist da, da etliche Staaten wie z.B. Dänemark oder Österreich auf den osteuropäischen Kurs eingeschwenkt sind, von den Brexit-Briten gar nicht zu reden“

      Solange Deutschland mächtig genug oder auch nur größenwahnsinnig genug ist (und Größenwahnsinn aus der Überzeugung der eigenen moralischen Überlegenheit hatten die Deutschen immer reichlich…) um Alleingänge zu betreiben wie mit der heute angekündigten Heimholaktion für die kulleräugigen weinenden Flüchtlingsmädchen aus den schrecklichen griechischen Folterlagern ohne WLAN, wird es Deutschland auch weiterhin schaffen, die EU in dieser Frage zu „spalten“.

      Man könnte stattdessen auch sagen, Deutschland „isoliert sich damit in der EU“ – aber das ist nur eine alternative Beschreibung der gleichen strategischen Ausgangslage. Deutschland ist immer noch so groß, dass es ein gravierendes Problem für die EU ist, wenn Deutschland aus welchem Grund auch immer grundlegend andere Strategien fährt als der Rest.

      Die Italiener und die Griechen müssen fassungslos darüber sein, wie die Deutschen bestehende Krisen auch noch weiter anheizen anstatt zu ihrer Lösung beizutragen – und das völlig ohne Not, nur aus den üblichen dummen Gutmenschenreflexen heraus.

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        Susanne Finke-Röpke sagte:

        @Herrn Richard Ott:

        Ihr Einwand der Größe Deutschlands ist berechtigt, aber dröseln wir das Problem kurz auf:

        1. Die Flüchtlinge 2015 kamen meist zu Fuß, mit Bussen oder mit der Bahn, nicht aber mit dem Flugzeug oder über einen Nordseehafen. Diese Wege werden von Ländern wie Österreich aus innenpolitischen Gründen inzwischen rigoros geschlossen. Egal, ob das den Deutschen passt. Das hindert die Migranten physisch am Betreten Deutschlands. Man müsste ihnen schon Flüge aus den Heimatländern spendieren, aber dafür reicht die Macht der linken Parteien nicht.

        2. Die oberen deutschen Parteietagen haben die Situation inzwischen alle längst analysiert, können aber nicht öffentlich zugeben, dass die Migrationskritiker auch berechtigte Argumente haben. Das ist inzwischen für alle Parteien außer der AFD ein Langfrist-Problem, wenn der Flüchtlingsdruck anhält, wonach es aussieht. Für Union und SPD durch den Verlust des Volksparteienstatus, für die Linkspartei durch den Streit mit den nichtakademischen Arbeitern bzw. Frau Wagenknecht, für die FDP durch die inhaltliche Nähe zur AFD (die man nicht so nennen darf, obwohl die Programme bei einer Synopse danach schreien) und für die Grünen durch ihren drohenden Regierungsauftrag im Bund, der sie zu konkreten Entscheidungen zwingt, die die öffentliche Wohlfühlberichterstattung trüben werden. Die Debatte ist da und sie verschwindet m.E. im 21. Jahrhundert nicht mehr. Das wird auch weiterhin zu öffentlichen „Deutschland ist bunt-Bekenntnissen“ führen, als ob der diskriminierungsfreie Umgang mit Minderheiten mit schrankenloser Zuwanderung identisch sei. Aber das Bewusstsein für die Probleme ist bei allen Politikern angekommen; sie dürfen es nur in vielen Fällen aus Gründen der öffentlichen und veröffentlichten Meinung nicht öffentlich zugeben. Das wird aber bei Ausschusssitzungen und Einzelentscheidungen eine Rolle spielen und tut es ja seit 2016 teilweise schon. Selbst Union und SPD haben seit 2015 Verschärfungen beschlossen, über die sie nicht gerne reden, z.B. die sog. „Ankerzentren“.

        3. Die Entwicklung der Medien. Migrationsförderer wie ARD und ZDF leiden unter Zuschauerrückgängen und Protesten, migrationskritische Medien wie Cicero, NZZ oder Tichys Einblick legen an Reichweite zu. Das wird Deutschland ändern, wenn auch nur sehr, sehr langfristig. Sieht man daran, wie z.B. die Bildzeitung von Frau Koch zu Herrn Reichelt auch inhaltlich zu migrationskritischer Berichterstattung umgeschwenkt ist, weil der migrationsfreundliche Kurs von Frau Koch bei einer unmittelbar betroffenen Leserschaft durch Auflagenverluste ins wirtschaftliche Aus geführt hätte. Und die Medien sind das, wovor auf das Politiker schauen.

        4. Die laufende Meinungsbildung beim deutschen „Bodenpersonal“ im Umgang mit Migranten. Krankenschwestern in Notaufnahmen der Kliniken, Polizisten, Feuerwehrleute, Lokalpolitiker, Schulleiter, Streetworker, Vermieter, Arbeitgeber, Verbände, Vereine und andere Gruppen sammeln Erfahrungen mit den Neuankömmlingen. Teilweise sehr gute, teilweise nicht so gute. Aber eigene Erfahrungen, nicht Dritterfahrungen aus den Medien. Diese Erfahrungen wirken politisch. Und zwar dergestalt, dass man eben erkennt, dass es ein ganz langer Weg ist für die Neuankömmlinge und dass oft erst die nächste oder übernächste Generation in den Arbeitsmarkt vernünftig integriert werden kann. Ich meine das gar nicht abwertend, sondern ganz sachlich. Das wird m.E. mittelfristig zu einer Migrationspolitik führen, die sich an klassischen Einwanderungsländern wie Kanada oder Australien orientiert, womit die Deutschen seit der Einwanderung der Hugenotten vor 335 Jahren keine Erfahrungen mehr hatten. Was heißt das konkret? Der afrikanischstämmige Arzt mit Studium in London darf rein, der Analphabet nicht. Ist das sympathisch und nach „wir-sind-eine-Welt-Maßstäben“ fair? Nein. Ist es volkswirtschaftlich für Deutschland sinnvoll? Ja. Führt das zu Änderungen im Wahlverhalten? Ja. Sie werden es sehen, als Erstes nächsten Sonntag bei den Kommunalwahlen in NRW und Bayern, wo neben der AFD durchaus auch kleine Gruppierungen wie die Freien Wähler mehr Realitätssinn in die ideologieverliebten Politikdebatten bringen.

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        Susanne Finke-Röpke sagte:

        @ruby: Leider bin ich nicht verwandt, aber wenn es so wäre, wäre ich stolz darauf. Aber ein bisschen älter als er würde ich schon gerne werden…^^

    • Avatar
      Dietmar Tischer sagte:

      @ Susanne Finke-Röpke

      >Dass das unter Schwarzgrün ab 2021 noch ein paar Jahre in die falsche Richtung laufen kann – geschenkt.>

      Sie galoppieren zu leichtfüßig über die Probleme hinweg.

      Schauen Sie sich doch nur einmal an, wie es bereits HEUTE mit der Regierungsfähigkeit bestellt ist.

      Die CDU – immerhin die größte und damit bei Mehrheitsverhältnissen stabilisierende Partei – wird sich nach der Wahl ihres neuen Vorsitzenden durch dessen Auseinandersetzung mit Frau Merkel in eine Zerreißprobe manövrieren und weiter Zustimmung in der Bevölkerung verlieren.
      Dabei hat sie bereits den Atem der Grünen im Nacken.

      Noch ein paar Jahre in die FALSCHE Richtung – und dann ist Deutschland nicht mehr REGIERUNGSFÄHIG.

      Was das für Europa heißt, steht in den Sternen.

      Etwas Gutes verheißt es jedenfalls nicht.

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        Susanne Finke-Röpke sagte:

        @Herrn Dietmar Tischer.

        Sie schreiben, ich galoppiere zu leichtfüßig über die Probleme hinweg. Das glaube ich nicht, aber da kann man natürlich anderer Meinung sein. Meines Erachtens haben wir abgesehen vom verbliebenen eher wirtschaftsliberalen Flügel der AFD wie Herrn Meuthen und einigen Rentnern wie dem ehemaligen Präsidenten des Bundesverfassungsgerichts Herrn Papier sowie einigen medialen „Parias“ wie Herrn Maaßen (CDU), Dirk Niebel (FDP), Thilo Sarrazin (SPD) oder Boris Palmer (Grüne) sowieso schon mindestens seit 2008 keine funktionierende politische Kaste mehr. Dass die Trägheit bei der Zerstörung einer Volkswirtschaft noch nicht zu größeren Blackouts und Massenarbeitslosigkeit geführt hat, ist für mich nur eine Frage der Zeit, da auch das Wahlverhalten und der Medienkonsum breiter Bevölkerungsschichten das Problem beileibe nicht auf die CDU begrenzt. Der Lerneffekt kommt nur über nationale „Erfahrungen“ wie jetzt ganz in der Ferne den Brexit oder die griechische Grenze und vor allem natürlich über künftige Erfahrungen im eigenen Land. Und die kommen jetzt: mit der Energieversorgung, die parteiinternen Auseinandersetzungen, die Forderungen des Auslands an Deutschland und dem Niedergang der alles finanzierenden Automobilindustrie. Langsam, aber sicher. Ganz sicher.

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        Dietmar Tischer sagte:

        @ Susanne Finke-Röpke

        >Der Lerneffekt kommt nur über nationale „Erfahrungen“ wie jetzt ganz in der Ferne den Brexit oder die griechische Grenze und vor allem natürlich über künftige Erfahrungen im eigenen Land.>

        Da bin ich bei Ihnen.

        Die Erfahrung von Massenarbeitslosigkeit und Blackouts BESAGT aber auch etwas.

        Den einen breiten Bevölkerungsschichten, die betroffen sind:

        MASSGEBENDE Kräfte in Gesellschaft und Politik haben VERSAGT, weil sie die Wirtschaft in die FALSCHE Richtung gesteuert haben.

        Den anderen ebenfalls breiten Bevölkerungsschichten, die betroffen sind:

        MASSGEBENDE Kräfte in Gesellschaft und Politik haben VERSAGT, weil sie die Wirtschaft nicht konsequent genug in die RICHTIGE Richtung gesteuert haben.

        Oder glauben Sie, das alle, die mit so viel Herzblut so eifrig die Welt retten wollten, einfach sagen: Tut uns leid, wir haben uns geirrt?

        Nie und nimmer, zumal im „Moment der Wahrheit“ zu viele UNTERSCHIEDLICHE wirtschaftliche Interessen auf dem Spiel stehen.

        Schon heute, Ihrer Ansicht nach noch Jahre VOR dem ultimativen Lerneffekt, wird schon erbittert mit den Arbeitsplätzen der Windkraftindustrie argumentiert.

        Daher:

        Wir müssen SCHNELL scheitern mit der Energiewende.

        Denn wenn das wirtschaftliche Gewicht, mit dem sie sich entwickelt zu groß ist, kann der Hebel nicht mehr problemlos umgelegt werden.

        Dann wird es fundamentale Auseinandersetzungen mit politischer Lähmung (bestenfalls) oder politischem Chaos (schlimmstenfalls) geben.

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        Susanne Finke-Röpke sagte:

        @Herrn Dietmar Tischer: Mit Ihrer Forderung nach schnellem Scheitern bei der Energiewende (zumindest in der aktuellen Form ohn echte CO2-Ersparnis und ohne Grundlastfähigkeit) gebe ich Ihnen vollkommen recht. Das wäre wünschenswert, ist aber natürlich nicht durchsetzbar, da ein bewusstes Scheitern ja Vorsatz benötigen würde, der medial kontraproduktiv wäre. Es muss schon ein Blackout aus politischen Gründen sein, bei der sich der Netzbetreiber einfach hinstellt und sagt: Ihr, liebe Gesellschaft und Politiker, habt uns die grundlastfähigen Kraftwerke genommen. Jetzt kommt bei Dunkelflaute halt auch ohne Strom aus. Diese Person wird natürlich trotzdem „böse“ genannt werden.

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        Dietmar Tischer sagte:

        @ Susanne Finke-Röpke

        >wäre wünschenswert, ist aber natürlich nicht durchsetzbar, da ein bewusstes Scheitern ja Vorsatz benötigen würde, der medial kontraproduktiv wäre.>

        Es wird kein mit VORSATZ herbeigeführtes Scheitern geben, sondern „lediglich“ ein Scheitern als FOLGE einer als MEHRHEITLICH gewollten Politik ERFAHREN.

        DENKBARES Szenario für ein in diesem Sinn relativ schnelles Scheitern:

        Merkel gibt nach der Wahl des neuen Parteivorsitzenden alsbald als Kanzlerin auf, weil sie nicht als Totengräberin einer weiter abstürzenden, weil nicht befriedeten, sondern streitenden CDU in die Geschichte eingehen will.

        Sie ist m. A. n. dazu fähig.

        Der neue Parteivorsitzende wird im Bundestag nicht zum Kanzler gewählt, daher Neuwahlen, sagen wir spätestens mit den Landtagswahlen am 14. März 2021 in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz.

        Es wird ein Lagerwahlkampf, der nach heutiger Lage zu einer Koalition von CDU/CSU und Grünen mit evtl. Garnierung durch FDP und/oder SPD führen wird.

        Politisches Programm wie in Österreich:

        Schwarz setzt sich in der Asylpolitik durch, Grün in der Umweltpolitik.

        Das ist so mehrheitlich gewollte, daher akzeptierte Politik.

        Sie ist unverantwortlich, grob fahrlässig (extrem milde ausgedrückt) und bezüglich der Folgen verheerend, wie die Erfahrung zeigen wird.

        Aber vorsätzlich herbeigeführtes Scheitern ist das nicht.

        Das Volk will an der Wahlurne KEIN Scheitern.

        Es „irrt“ sich (nur).

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        Susanne Finke-Röpke sagte:

        @Herrn Dietmar Tischer: Ihr Szenario ist nicht unrealistisch. Ich könnten mir vorstellen, dass es so kommt.

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        ruby sagte:

        Prof. Kruse hat dieses Verhalten empirisch untersucht um die Politik, Wirtschaft aufzuwecken.
        Aber wie es scheint sind diese genauso davon besessen.
        Meine Naturheilkundlerin erklärte heute der Mensch ist der spezialisierteste Mikroorganismus der Erde und das Ende der Perfektion ist wie eine Michelangelostatur, fest kalt tot unbeweglich. Anpassung, Fortentwicklung, Evolution in der Natur lebt bei höchstens 80% Spezializierungsgrad noch weiter. Darüber herrscht Stillstand bis zur Zersetzung.

        Viren sind bis zum Grünen der Pflanzen in ihrem Element, danach zersetzen kurz Bakterien das Absterbende, gefolgt von sechs Monaten Naturhaushaltstoffwechsel danach Wiederholung. Das ist der Lebenszyklus von Mikrospezialisten im Makrolebensbereich.
        Kein Mensch oder Gedanke ändert das.
        Wir brauchen Demut und Pflege für unser Leben auf dieser Erde.

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      Markus sagte:

      @SFR:
      „2. Die separate Euro-Politik in Europa ist durch. Wir laufen der Bank of Japan, der chinesischen Zentralbank und insbesondere der FED hinterher. Frau Lagarde wird die fadenscheinig „grün“ genannte Geldpolitik unwidersprochen durchziehen können, um Schulden zu monetarisieren. Das ist inzwischen gesellschaftlicher Konsens innerhalb der EU, aber auch ohne grünen Anstrich darüberhinaus z.B. in Großbritannien, wo die BoE auch nichts anderes macht als der FED hinterher zu rennen. Eine Spaltung innerhalb der EU wird sich daraus nicht mehr ergeben, sehr wohl aber innerhalb der Gesellschaften zwischen profitierenden Schuldnern / Sachwertbesitzern und Nominalwertbesitzern / Sparern. Das ist ein weltweites Problem und daher kein Spaltungsthema mehr.“

      Ist das nicht schon seit Längerem so? Wer sagt, dass die innernationalen Eliten nicht erfolgreich Fingerpointing auf andere Nationen machen? So mancher Krieg hatte eigentlich innenpolitische Ursachen. Ein Zerfall der EU oder Eurozone erscheint mir da relativ gering im Vergleich.

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        Susanne Finke-Röpke sagte:

        @Markus:

        Ob das schon länger so ist? Da wäre Herr Dr. Stelter sicher der bessere Ansprechpartner. Ich denke, spätestens seit den beendeten Gedankenspielen von Herrn Schäuble und Co vor einigen Jahren, Griechenland aus dem Euro zu werfen, ist das in der EU durch. Aber natürlich kann man wohl auch sagen, dass seit der Einführung des „Greenspan-Put“ vor über 30 Jahren das ganz große Kapital die Regeln zu seinen Gunsten geändert hat. Dafür bin ich nicht richtig kompetent.

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      Dieter Krause sagte:

      @ Susanne Finke-Röpke
      Daher mein Fazit: Die europäische Spaltung kommt nicht mehr. Die riesigen äußeren Probleme (Weltverschuldung, Migrationsdruck, Klimaerwärmung, geostrategisch schwierige Nachbarn wie Russland oder die Türkei, aktuell auch Corona) schweißen notgedrungen zusammen. Allerdings nicht immer so, wie es sich die aktuelle Bundesregierung wünscht. Aber man ist sich ähnlicher als man zu erkennen bereit ist.

      Sehe ich auch so wie Sie. Ein paar Punkte kämen natürlich noch dazu:
      1.) Sicherheitspolitik – Allein gegen Rußland oder China wäre politischer Selbstmord.
      2.) Handelspolitik – Allein gegen Trump und China wäre wirtschaftlicher Selbstmord. Die Briten werden hier noch schwer ins Schwitzen kommen.

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        Susanne Finke-Röpke sagte:

        @Herrn Dieter Krause: Zustimmung bis auf die Sache mit den Briten. Die sind jetzt schneller, flexibler, keine Nettozahler mehr, können Steuerdumping betreiben, bei der Einwanderung Rosinenpickerei betreiben und haben ein Militär, das viele EU-Länder nützlich finden (z.B. im Baltikum oder in Polen). Wenn die Briten es clever machen, können sie elegant aus der Sache rauskommen. Sie müssen der EU-Führung m.E. offiziell nur das Gesicht wahren lassen.

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    Matthias Blum sagte:

    „Auf der einen Seite die Börsianer (zunehmend nur noch in den USA), die immer höhere Kurse sehen und auf der anderen Anleihen und Rohstoffe, die „Japan“ spielen.“

    Wenn den Antwort von Politik einschließlich Zentralbanken heftig genug ist um die Rezession zu stoppen (sehe ich noch nicht), dann könnte uns das in ein Stagflationsszenario schicken. Daher warte ich nun auf Schnäppchen bei Rohstoff-Aktien. Einige sind heute 15% im Minus.

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    Richard Ott sagte:

    Ach, so schlimm ist das mit der Epidemie bestimmt nicht. In der Modellstadt des Sozialismus, Berlin, gab es gestern zum DDR-Frauenkampftag sogar noch eine Großdemonstration mit (angeblich) 12000 Teilnehmern. Darauf kann die Berliner Senatorin für Feminismus, Frauen, Gleichstellung und Gedöns (also Gesundheit und Pflege) richtig stolz sein!

    https://www.rbb24.de/politik/beitrag/2020/03/frauentag-veranstaltungen-berlin-brandenburg.html

    Und Dienstag und Mittwoch gehts auch endlich in der Champions League weiter, ob Kloppo wohl zu Hause eine Runde weiter kommt? Bin schon total gespannt!

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