Alle werden zu Spekulanten

Spekulation als Ausdruck zunehmender Verarmung der Bevölkerung.

In Folge 78 des „Ökonomie-Podcast mit Dr. Daniel Stelter“ geht es um die Frage, was die Wurzel der negativen wirtschaftspolitischen Entwicklungen unserer Zeit ist. Im Gespräch mit Rahim Taghizadegan, dem Leiter des Wiener Scholarium – einer privaten Bildungsakademie, sucht Daniel Stelter Antworten und betrachtet dabei auch die österreichische Schule der Nationalökonomie, ihre heutige Relevanz und vor allem ihre Sicht auf die gegenwärtige Entwicklung der Weltwirtschaft mit den impliziten Folgen. Rahim Taghizadegan gilt als der letzte Wiener Vertreter der Wiener Schule der Ökonomik in direkter Tradition.

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Kommentare (48) HINWEIS: DIE KOMMENTARE MEINER LESERINNEN UND LESER WIDERSPIEGELN NICHT ZWANGSLÄUFIG DIE MEINUNG VON BTO.
  1. Moritz Mueller
    Moritz Mueller sagte:

    Die treibende Kraft, nach der Veränderung, sowohl im konstruktiven Sinne als auch im destruktiven, ist immer in der Menschlichen Psyche zu finden. Dies gilt auch für den Kapitalismus. Konstruktiv wirkt sich dieser aus wenn Geldkapital an der Schaffung von Werten (Produkte, Dienstleistungen, Infrastruktur, Bildung etc.) für die gesamte Gesellschaft gebunden wird. Dabei dürfen die Kosten des Geldes natürlich nicht den Ertrag/Gewinn, die durch geschaffenen Werte erlangt werden, übersteigen, da sonst jede Motivation selbige zu schaffen getötet wird. Und da kommen wir zu der destruktiven Seite eines Kapitalismus. Wenn Geld also nur noch, durch Kreditvergabe, dazu verwendet wird daraus mehr Geld zu generieren, so geht dies zu Lasten der Werteschaffung und endet, nach einer langen Phase der Wertevernichtung, letztendlich in den totalen Wertverlust des Geldes selbst. Wann das eine oder das andere passiert hängt letztendlich davon ab wer die Entscheidungsgewalt über das Kapital inne hat.

    Antworten
  2. Philipp
    Philipp sagte:

    Teilweise fand ich es schwierig dem Gespräch zu folgen aber dank der exzellenten Gesprächsführung von Herrn Stelter ging es schnell wieder zu verständlichen Punkten zurück. Die Österreichische Schule glänzt ja gerade damit keine Parolen zu liefern, sondern geht sehr detailverliebt auf die Wechselwirkungen ein. Auf dieser Basis kann ein Thema in einer Podcastfolge natürlich nicht erschöpfend behandelt werden. Ich bin jedenfalls sehr gespannt auf das Buch “Die Nullzinsfalle”, das ich mir anlässlich des Podcasts besorgt habe.

    Die Verbindung zur Modern Monetary Theory finde ich sehr spannend, weil ich selbst zu dem gleichen Schluss gekommen bin. Für mich haben beide Schulen Substanz und tragen zum Verständnis bei. Wünschenswert wäre eine Verbindung der gängigen Schulen, anstatt der ständigen Krittelei am anderen. Wahrscheinlich ist die Realität aber auch zu komplex und die Wechselwirkungen zu vielfältig, um sie in einem Gedankenmodell erschöpfend zu erklären.

    Was bleibt also für den Bürger, Verbraucher, Anleger? Meiner Meinung nach nur einfache Heuristiken, die schon seit Jahrhunderten funktionieren, nicht versuchen anderen einen Schritt voraus zu sein und unter seinen Verhältnissen leben. Ein Punkt, der mir nicht nur in diesem Gespäch gefehlt hat, ist der Hinweis auf die Tatsache, dass der Null- oder Negativzins sicherer Staatsanleihen keinesfalls ein neues Phänomen ist. Gerd Kommer hat diesen Sachverhalt schon vor Jahren in einem Blogbeitrag mit Zahlen hinterlegt. Tatsächlich sind die Realzinsen, und nur auf diese kommt es an, in vielen Perioden und Regionen negativ und die Nachkriebszahrzehnte in Deutschland waren einfach eine Sondersituation der Geschichte, die nicht repräsentativ ist. Dass das Absinken des Zinses mit der Aufhebung des Goldstandards kausal verknüpft ist, halte ich nicht für überzeugend. Tatsächlich sind die Zinsen in den ersten Jahren ohne Goldstandard sogar gestiegen. Zinszyklen sind einfach sehr lang und die Rückkehr zum Mittelwert ist nur über extrem lange Zeiträume beobachtbar.

    Generell aber vielen Dank an Herrn Stelter für die tolle Arbeit.

    Antworten
    • Richard Ott
      Richard Ott sagte:

      @Philip

      “Die Verbindung zur Modern Monetary Theory finde ich sehr spannend, weil ich selbst zu dem gleichen Schluss gekommen bin. Für mich haben beide Schulen Substanz und tragen zum Verständnis bei. Wünschenswert wäre eine Verbindung der gängigen Schulen, anstatt der ständigen Krittelei am anderen. ”

      Ein MMT-Österreichische-Schule-Hybrid wäre als Konzept in der politischen Ökonomie ungefähr so sinnvoll wie ein “kommunistischer Monarchist”.

      Da brauchen Sie schon einen neuen Doktor Frankenstein (Oder vielleicht reicht ein LL.M. in “Völkerrecht”, zumindest wenn Sie eine Frau sind?) um so ein Monster zu entwickeln.

      Antworten
  3. Phil Steiger
    Phil Steiger sagte:

    Sehr geeherter Herr Dr. Stelter,
    vielen Dank für die Informationen über die Österreichische Schule. Habe mich immer wieder versucht darüber zu informieren. Aber die Österreicher machen es einem nicht ganz leicht. :-D
    Gerne mehr davon. Gerade “von Mises” würde mich sehr interessieren.

    Antworten
  4. foxxly
    foxxly sagte:

    @@@@@@@@@@, an alle, welche herrn Rahim T. hoch loben für seinen beitrag bei h. stelter:

    er hat sicher viele fakten und probleme angesprochen.
    genügt das ansprechen bereits??

    was hat herr R.T. an lösungen angesprochen?
    ich konnte keine vernehmen, welche real helfen würden.

    hat er gesagt, zb.
    -wie der wachstumszwang zu bändigen ist?
    – wie das kreditgeldsystem überlebensfähig sein könnte?
    – wie die realwirtschaft subastanz gewinnen kann und nicht weiter ausgezerrt wird?

    soweit ich es vernommen hab: NEIN, -NICHTS!
    die ö-schulde hat auf diese existenziellen fragen und fakten keine lösung!

    das kümmern um den menschen, ist deshalb mehr den honig um den munde schmieren, mehr leider nicht.

    oder, was habe ich da evtl falsch verstanden??

    Antworten
    • Mohnburg
      Mohnburg sagte:

      Mit der österreichischen Schule wäre es gar nicht erst soweit gekommen.
      Es gibt keine schmerzfreien Lösungen für das Desaster. Marktkräfte wirken lassen und Bereinigungskrise zulassen wäre eine Option.
      Natürlich dürfen danach nicht mehr die gleichen Protagonisten wie heute an den Schaltstellen sitzen.

      Antworten
      • foxxly
        foxxly sagte:

        @ mohnburg 22:04
        >>Mit der österreichischen Schule wäre es gar nicht erst soweit gekommen.<<

        leider FALSCH !

        wer mindestens für die oben genannten systemfehler keine lösung hat, der wird unweigerlich die entwicklung fahren, wir wie sie fahren und schmerzvoll enden wird.

        bereinigungskräfte (hatten wir schon mal andiskutiert), müssten ein so großes volumen haben, dass diese alles zusammenstürzen lassen würden.

        und, wie soll etwas bereinigt werden, wenn bei jeden wachstum, – ein kredit plus zinsen dahinter steht? wie soll das gehen?
        wie kann man sowas bereinigen?

    • Alexander
      Alexander sagte:

      @foxxly

      Qualität und Quantität der Pfänder begrenzen das Wirtschaftswachstum in Kreditgeldsystemen. Dadurch ist exponentielles Wachstum ausgeschlossen, es sei denn man vergibt kriminell Kredit gegen Luftpfand ohne Absicht der Tilgung.

      EU Staaten, welche sich ohne fremde Hilfe nicht selbst erhalten können bekommen schon länger Geld gegen Luftpfand….die Ansteckung nach gesünderen Gesellschaften ist mittlerweile existentiell und anstelle kleinerer Anpassungskrisen steht die EU vor einer Zerreißprobe.

      Obwohl nicht alles von Ihnen verkehrt ist, ist einiger https://youtu.be/c4psKYpfnYs dabei.

      Antworten
      • foxxly
        foxxly sagte:

        @ alexander 09:02
        ………. ich weiß schon, sie müssen das system verteidigen!
        pfänder greifen in diesen kreditmarkt ein, – aber eher etwas regulierend und durchaus bremsend.
        aber sie verhindernd doch keine exponentielles wachstum!
        sonst würde ja auch kein BIP-wachstum entstehen.

        und diese menge in geld, wird durch neuen kredit bewerkstelligt.
        zu diesen kredit kommt der zins dazu.

        aber, sie wissen es sicher selber, sie müssen halt dagegenhalten.
        (vielleicht: wie würden sie dastehen, wenn sie nicht dagegenhalten?)

      • Alexander
        Alexander sagte:

        @foxxly

        Ohne Pfand kein Kredit, das ist das Prinzip von
        Kredit-Geld-Schöpfung.

        Das Wirtschaftswachstum entsteht nicht aus Kredit, sondern aus der Erwartung der Teilnehmer. Die Teilnehmer verpfänden Eigentum und lösen es nach Verkauf der produzierten Güter aus.

        Wirtschaftswachstum bedeutet auch einen Gewinn an Pfändern durch die Produktion derselben. Vermehrte Pfänder erlauben zusätzlichen Kredit.

        Nicht die Irrtümer stören mich an ihren Aussagen sondern die national+sozialistischen Ansätze.

      • foxxly
        foxxly sagte:

        @ alexander 10:12

        sie sind also voreingenommen!

        was hat ihre vermutung eines “national+sozialistischen” ansatz mit dem kreditgeldsystem und deren problematik zu tun?????

        ….. also völlig daneben!

        >>Das Wirtschaftswachstum entsteht nicht aus Kredit, sondern aus der Erwartung der Teilnehmer. <<
        was soll diese ablenkung?
        natürlich hat zb. der unternehmer eine erwartung, mittels kredit anschließend mehr produzieren zu können.
        die erwartung alleine, löst nie ein wachstum aus.

      • Alexander
        Alexander sagte:

        @foxxly

        Als Sie völlig unvoreingenommen vom III.Weg faselten hatte ich die Befürchtung ein Troll versucht “bto” zu beschädigen, wie man das aus den Kreisen der Pharisäer so eben kennt.

        Heute lese ich, dass Sie tatsächlich so ahnungslos sind.

        Erwartungen, die bei Marktteilnehmern Verschuldungsbereitschaft auslösen, sind individuelle Bedürfnisse vom wohnen, essen, kleiden, Freizeit konsumieren —– und daraus abgeleitet die unternehmerische Befriedigung dieser Wünsche.
        Das ist kein Geheimnis, sondern die Funktionsweise von Gesellschaften nach dem Zeitalter der Jäger und Sammler.

      • foxxly
        foxxly sagte:

        @ alexander 13:09
        >>Erwartungen, die bei Marktteilnehmern Verschuldungsbereitschaft auslösen, sind individuelle Bedürfnisse vom wohnen, essen, kleiden, Freizeit konsumieren —– und daraus abgeleitet die unternehmerische Befriedigung dieser Wünsche.
        Das ist kein Geheimnis, sondern die Funktionsweise von Gesellschaften nach dem Zeitalter der Jäger und Sammler.<<

        wenn sie nicht erkennen, dass bedürfnisse auch vom angebot geweckt werden, dann leben sie noch im zeitalter der jäger und sammler!

        sie haben eine völlige einseitigkeit in ihrer ansicht bei den kenntnissen.
        machen sie dies als abschicht? oder…………

      • Alexander
        Alexander sagte:

        @foxxly

        Grundbedürfnisse des existentiellen Überlebens hängen nicht am Angebot, die Pflicht zur Steuerzahlung unter Androhung von Eigentumsverlust dagegen ist ein künstliches Bedürfnis vom Gewaltmonopolisten gewecktes.

        ….und da Männer Überschüsse ansammeln müssen um ihr Bedürfnis nach Frauen zu befriedigen dreht sich der Laden zur Befriedigung weiblicher Wünsche unter maximaler Manipulation derselben. https://youtu.be/dcKbzlSy0s0

        Uns unterscheidet maßgeblich die Wahrnehmung von Realität.

      • foxxly
        foxxly sagte:

        @ alexander 15:05

        >>Uns unterscheidet maßgeblich die Wahrnehmung von Realität.<<

        bei ihnen erkenne ich eine starke einseitigkeit! in erster linie, so wie sie es brauchen. was ist opportunistisch?
        unsere gesellschaft krankt an dieser form!

      • foxxly
        foxxly sagte:

        @ alexander 09:02 folgende

        wissen sie eigentlich was für einen stuss sie da bringen?

        nach ihren worten, – nachfrageinduziert: zb. die hausfrau geht zu BMW und sagt, bitte forscht nach einen wasserstoffauto, ich will einen, welchen, den es noch nicht gibt!

        die meiste forschung geht wohl andersrum: angebotsinduziert!

      • Alexander
        Alexander sagte:

        @foxxly

        Frauke Petry vs. Klimakids, ein Klassiker von 2016 über den Bildungsnotstand in Bayern + ganz umsonst der Einblick was ein junger Mann ohne Männlichkeit bieten muss um bei jungen Klimafrauen zu punkten: https://youtu.be/C7SDTAn5vjU

        Tesla includiert das happy end (gleich mehrfach) 💋

  5. Mohnburg
    Mohnburg sagte:

    Vielen Dank für diesen thematisch wichtigen Beitrag! Für Einsteiger in die Gedankenwelt der österreichischen Schule der Nationalökonomie war das Gespräch mit Rahim T. für meine Begriffe jedoch zu verkopft und zu wenig konkret. Für Interessierte empfehlen sich Vortragsvideos mit Basis-Informationen zum Beispiel vom Ludwig von Mises Institut Deutschland. Die Finanzkrisen der letzten Jahrzehnte kann die österreichische Konjunkturtheorie sehr viel besser erklären als die gängigen Modelle der Mainstream – Ökonomen. Mit Zinsen senken und Gelddrucken lässt sich eben kein dauerhafter Wohlstand erzeugen, allenfalls eine Scheinblüte. Die Folgen dieser Fehlentwicklungen werden wir zu Lebzeiten alle noch zu spüren bekommen.

    Antworten
  6. Alexander
    Alexander sagte:

    Sachliche Überlegenheit im Bemühen um Verständnis unter Respekt (vgl. Verachtung der Demokraten) gegen Individuen kennzeichnet jene Austrians, die man solange als Nazis auszugrenzen versucht.

    Mit allgemeinem Verständnis werden Abstimmungen (Wahlen) über mögliche Wege erst sinnvoll, wenn Entscheidungen sachorientiert erfolgen. Einen gröberen Gegensatz der Gegenwart gibt es gar nicht, wenn alle den rechten Weg fühlen und blind jeden Fehler erst erleben……dabei ist der Einsatz der Orientierungslosen jetzt absolut das eigene Leben, nicht nur Rentenansprüche irgendwann.

    Herzlichen Dank an den Hausherren für diesen Beitrag, bitte mehr Überlegenheit und weniger Konsens mit Auslaufmodellen.

    Antworten
  7. T. Wirth
    T. Wirth sagte:

    Danke Herr Dr. Stelter für dieses Gespräch mit einem höchst interessanten Gast!

    Zur Frage der heutigen Relevanz der “Österreichischen Schule”:

    Meiner bescheidenen Meinung nach hat die Relevanz sehr stark zugenommen. Die Ursachen der Finanzkrise 2008 wurden nicht nur extrem gut erklärt wie zB in dem Buch MELTDOWN von Thomas E. Woods. Tatsächlich wurde bereits diverse Jahre früher der Sturm am Immobilienmarkt prognostiziert:
    https://mises.org/library/housing-too-good-be-true
    https://fee.org/articles/how-the-housing-crisis-vindicated-the-austrian-school-of-economics/

    Generell beeindruckt mich an den Büchern von Ludwig von Mises oder auch Murray Rothbard das realistische Menschenbild. Jede menschliche Handlung (Human Action) ist getrieben davon, den aktuellen Zustand zu verbessern. Dabei wird nicht gewertet. Es zählt nur der subjektive Wunsch der Verbesserung.. Daraus ergeben sich alle weiteren Konsequenzen.(Streben nach Wohlstand, Arbeitsteilung, Geldentstehung, Zeitpräferenz).

    Ich komme nochmal konkret auf Rahim Taghizadegan zurück. Auf Ihre Frage, was denn nun zu tun sei, äußerte er sich mMn relativ vorsichtig, gar zurückhaltend. Nun fördert ja HerrTaghizadegan massiv die FREE PRIVATE CITIES. Ich ahne, dass er die Reformierbarkeit des aktuellen politischen Systems für nicht realistisch hält?

    Ich nutze hier die Gelegenheit und möchte Herrn Dr. Stelter für die Arbeit danken. Bei dem vorliegenden Gespräch war mir zum wiederholten Male aufgefallen, dass Ihre Gesprächsführung nicht nur sehr angenehm erscheint sondern auch aus den Gesprächspartnern “das Beste” herausholt.

    Speziell Rahim Taghizadegan neigt ja durchaus zu intellektuellen Höhenflügen, wo ich an anderer Stelle diverse Male nicht mitkam. Da hat Herr Dr. Stelter ein paare Male sehr erdend interveniert, so dass auch ich folgen konnte.

    Beste Grüße und Vielen Dank nochmals!
    T. Wirth

    Antworten
  8. weico
    weico sagte:

    Guter Beitrag !
    Schön beschrieben, was den Kontinent Europa einst so erfolgreich machte und wie der EU-Kollektivismus ein unsinniger Hemmschuh für Fortschritt ist und den Niedergang einläutet.

    Bevor aber Deutschland seine Weg des Sozial-und Wohlfahrtsstaates und der zunehmend staatlich gelenkten Wirtschaft verlassen…. und etwas vom liberalen Gedankengut der “Österreicher” zulassen würde…..müsste es wohl noch den JETZIGEN eingeschlagenen Weg zu Ende gehen, den August von Hayek beschrieben hat: “Der “Weg der Knechtschaft”

    https://www.getabstract.com/de/zusammenfassung/der-weg-zur-knechtschaft/6966

    Antworten
  9. Stoertebekker
    Stoertebekker sagte:

    Großartiger Beitrag! Die(se) Österreicher gefallen mir. Vielen DANK an @DS.

    Nicht mit theoretischen Hyptohesen/Ergebnissen arbeiten, sondern die Realität als das Primat sehen und schauen, warum genau diese Realität entstanden ist.

    Beobachten, versuchen zu verstehen und mit viel Demut Deutungen und Ratschläge andenken.

    PS Im Übrigen das erste Mal, dass ich außerhalb der Jeff Snider(schen) Podcasts von der Bedeutung des Repo-Marktes und Eurodollar-Raums höre…

    Antworten
    • weico
      weico sagte:

      @Stoertebekker

      “Nicht mit theoretischen Hyptohesen/Ergebnissen arbeiten, sondern die Realität als das Primat sehen und schauen, warum genau diese Realität entstanden ist.”

      Richtig.

      … und am meisten von diesem realen und liberalen Gedankengut der “Österreicher” ,ist übrigens im Wahlprogramm der AfD vorhanden.

      Um nur EINEN der VIELEN “österreichischen Punkte” ,aus ihrem Wahlprogramm 2021 , zu erwähnen (Seite 46)

      “Wir lehnen es ab, dass sich die Bundesregierung zunehmend als Unternehmer versteht und betätigt. Sie nimmt direkten Einfluss auf Unternehmen und Innovationen und versucht die Wirtschaft durch Vorgaben und Subventionen zu steuern. Diese Art von Staatswirtschaft
      führt regelmäßig in den wirtschaftlichen Niedergang. Wir wollen die Soziale Marktwirtschaft von
      Ludwig Erhard wiederbeleben und Wohlstand für alle schaffen.”

      Nebenbei:
      Wie Hayek und Erhard sich gegenseitig schätzten und den freiheitlichen und liberalen Gedanken des Anderen hochhielten und kommentierten , ist ja hinlänglich bestens dokumentiert .

      Antworten
  10. Dietmar Tischer
    Dietmar Tischer sagte:

    a) Zum Urteil eines niederländischen Gerichts gegen Shell

    Ich habe es nicht gelesen, kann daher konkret nichts dazu sagen.

    Das Prinzipielle:

    Was auf dem Spiel zu stehen scheint und mit dem Verweis auf Urteile zum Drogenhandel NICHT erfasst wird:

    DARF ein Gericht auf Basis des MEINUNGSOPPORTUNISMUS urteilen, was ein privatwirtschaftlicher Akteur tun MUSS bzw. zu UNTERLASSEN hat?

    Zum Unterschied das Urteil des BVerfG zum Klimapaket der Regierung:

    Es hat entschieden auf der Basis einer GESETZGEBUNG, die POLITISCH auf der Zielsetzung Carbonneutralität 2050 baut und diese DAHER zur Grundlage der Gesetzgebung gemacht hat.

    Das ist Urteilen im RAHMEN unserer VERFASSUNG statt dem Meinungsopportunismus zu folgen (was nicht heißt, dass das Urteil unangreifbar ist).

    Dass der Meinungsopportunismus in die Gesetzgebung einfließt, mag man bedauern oder – wie ich – für fatal halten, ist aber LEGITIM, wenn dies nach dem VERFAHREN des demokratischen Willensbildungsprozesses erfolgt.

    Zu den Unternehmen wie Shell, Esso, BP, Total:

    Es wird noch sehr viel Geld zu verdienen sein, weil die NACHFRAGE in der WELT nach Öl steigen wird.

    Sie wird steigen, weil sie in den nachfragestarken entwickelten Volkswirtschaften der Zertifikate wegen fallen wird, dadurch der PREIS tendenziell fällt, was die Nachfrage ANDERSWO steigen lässt.

    Solange dies steigende Förderkosten überkompensiert, haben die Ölmultis eine glänzende Zukunft.

    Gruß an die Energiewende und den Klimawandel!

    b) zur Österreichischen Schule

    Dr. Stelter:

    >Die Österreicher sind so aktuell wie nie.>

    Sie sind es unter dem Aspekt, den er zu Recht nennt, dass wir nämlich die GRUNDLAGEN unser Produktivität und Wohlstandssicherung VERNACHLÄSSIGEN.

    Gemeint sind hier die FUNKTIONALEN Grundlagen, i. e. der “Organisation” der Wohlstandsgenerierung.

    Sie sind es NICHT, wenn man die ÄNDERUNGEN der BEDINGUNGEN unseres Wirtschaftens einbezieht.

    In den ersten Jahrzehnten nach WK II bestand in der westlichen Welt und in Japan eine ENORME Nachfrage nach INNOVATIVEN Gütern, die in großer MENGE günstig hergestellt werden konnten – vor allem Automobile und langlebige Haushaltgeräte, wie Kühlschränke, Waschmaschinen und TV-Geräte etc.

    Unter diesen Bedingungen (und auch anderen insbesondere seit der Industriellen Revolution) war es geradezu ZWINGEND, auf die „Freiheit des Menschen“ zu setzen, weil deren PRÄFERENZEN entsprechend die Allokation der Ressourcen OPTIMIERT werden konnte und damit die BESTMÖGLICHE Schaffung von Wohlstand möglich war.

    Zur Erinnerung:

    Der Essay von Milton Friedman von 1970, am Blog ausgiebig diskutiert, ist ein eindrucksvolles Plädoyer dafür.

    Was aber ist, wenn sich die BEDINGUNGEN derart geändert haben, dass weitgehend eine hinreichende Gütersättigung vorliegt, die Gesellschaften altern etc., etc. … REAL also MEGATRENDS herrschen, die NICHTS mit der unmittelbaren Nachkriegszeit zu tun haben?

    Und bei den geänderten Bedingungen, ob uninformiert, verblendet oder sonst etwas:

    Sehr viele Menschen sehen ihre PRÄFERENZ darin, die bestehenden GRUNDLAGEN der Wohlstandsschaffung so zu ändern, dass die CO2-Emissionen bis 2050 ELIMINIERT werden

    und

    dies offensichtlich mit einem Weiter so der individuellen NACHFRAGE-PRÄFERNZEN, auf denen die österreichischen Schule BESTEHT bei ihrer Erklärung der Realität, NICHT zu erreichen ist – was dann?

    Dann erfolgt, was real zu beobachten ist:

    Die VERANTWORTUNG für die Zielerreichung wird in die Hände des Staats gelegt und dieser versucht sie mit interventionistischem ZENTRALISMUS zu verwirklichen (weil er etwas anderes auch gar nicht kann).

    Wird das mehrheitlich AKZEPTIERT und so VERFAHREN, dann ist die Österreichische Schule MAUSETOT.

    Denn dann – wenn die Freiheit des Menschen NICHT mehr MASSGEBEND ist für das, was erfolgt –, MÜSSEN die Erklärungsmuster auf einer ANEREN Basis als die Freiheit des Menschen geleistet werden.

    Was ich damit sagen will:

    Die österreichische Schule reflektiert NICHT darüber, ob ihr PRÄMISSE individueller Freiheit noch besteht und daher noch GÜLTIG ist mit Bezug auf die REALITÄT.

    Dem Interview entsprechend und anderen Stellungnahmen prominenter “Österreicher” zufolge GENÜGT es, auf die Folgen des interventionistischen Zentralismus zu verweisen und darzulegen, dass er kein gutes Ende nimmt, um die ÜBERLEGENHEIT dieses Erklärungsansatzes zu “beweisen”.

    Gegen substantielle Kritik ist nichts zu sagen, sie ist immer willkommen.

    Sie RECHTFERTIGT jedoch NICHT die Prämissen, auf der die Kritik beruht, als für die Realität ZUTREFFEND anzusehen.

    Wer die individuelle Freiheit früher Zeiten wieder HERSTELLEN bzw. dafür PLÄDIEREN will, kann sich nicht auf die Österreichische Schule beziehen, sondern muss ANDERS argumentieren.

    Antworten
    • Karin Brütsch
      Karin Brütsch sagte:

      Herr Tischer,
      `Sehr viele Menschen sehen ihre PRÄFERENZ darin, die bestehenden GRUNDLAGEN der Wohlstandsschaffung so zu ändern, dass die CO2-Emissionen bis 2050 ELIMINIERT werden`…
      ist meines Erachtens nicht die ganze Wahrheit. Da den Menschen nicht die kompletten Folgen und Kosten transparent gemacht werden und nicht Jeder/Jede die Kapazitäten hat um sich dahingehen näher zu informieren, ist zunächst schon eine Präferenz für CO2-Reduktion da. Mit apokalyptischen Klimamodellen wird den Menschen Angst vor eine Klimakatastrophe gemacht, was aber eine Umstellung des kompletten Lebens auf CO2-Freiheit bedeuten könnte (auch das kann wunderbar in apokalyptische Szenarien beschrieben werden), bleibt dabei im Nebel.
      Würden jedoch die Kosten und Folgen für den Alltag transparent kommuniziert werden, wäre es vermutlich schnell vorbei. Dann kämen die aktuellen Präferenzen der Menschen zum Tragen, würden den Markt bestimmen. Und damit sind wir wieder bei der Österreichischen Schule.

      Antworten
      • Dietmar Tischer
        Dietmar Tischer sagte:

        @ Karin Brütsch

        >Da den Menschen nicht die kompletten Folgen und Kosten transparent gemacht werden und nicht Jeder/Jede die Kapazitäten hat um sich dahingehen näher zu informieren, ist zunächst schon eine Präferenz für CO2-Reduktion da.>

        ANDERS begründet, ist das so, wie Sie es sagen:

        Da die Menschen einen Wandel der Natur erkennen, z. B. das Waldsterben bei uns und vor allem durch BILDER in öffentlichen Medien auf andere derartige Veränderungen in der Welt aufmerksam gemacht werden, ist eine Präferenz für CO2-Reduktion da.

        >Mit apokalyptischen Klimamodellen wird den Menschen Angst vor eine Klimakatastrophe gemacht, was aber eine Umstellung des kompletten Lebens auf CO2-Freiheit bedeuten könnte (auch das kann wunderbar in apokalyptische Szenarien beschrieben werden), bleibt dabei im Nebel.>

        ANDERS argumentiert, auch richtig:

        Mit Klimamodellen wird dargelegt, dass es eine Klimakatastrophe, d. h. NICHT mehr revidierbare Entwicklungen wie steigender Meeresspiegel geben wird, wenn die Erderwärmung bis 2050 nicht auf 1,5 bis 2°C begrenzt wird.

        Die Regierung nimmt das auf als Zielsetzung, OHNE dass es eine politische MEHRHEIT gibt, die das verhindert.

        Auf die dramatisch einschneidenden FOLGEN, die – ganz richtig – aufgrund der Umstellung des kompletten Lebens auf uns zukommen, geht sie nicht ein.

        Sie tut es NICHT aus verständlichen Gründen, muss es auch nicht, aber es wenigstens ANSATZWEISE nicht zu tun, ist m. A. n. ein großer FEHLER.

        Deshalb AKZEPTIEREN zu viele Menschen diese Klimapolitik.

        Auf dieser Basis möchte ich meine von Ihnen zitierte Aussage bitte verstanden wissen und glaube, dass sie bei diesen Prämissen auch vertretbar ist.

        >Würden jedoch die Kosten und Folgen für den Alltag transparent kommuniziert werden, wäre es vermutlich schnell vorbei.>

        Nicht schnell, aber wohl SCHNELLER.

        >Dann kämen die aktuellen Präferenzen der Menschen zum Tragen, >

        Ich sehe es so:

        Mit der ERFAHRUNG des kontinuierlichen VERZICHTENMÜSSENS kommen die Präferenzen der Menschen STÄRKER zum Tragen, weil sie massiven WIDERSTAND gegen diese Politik leisten werden – Widerstand zu leisten, ist bereits auf INDIVIDUELLER Schicksalsbestimmung zu bestehen.

        Aber ob wir damit wieder bei der Österreichischen Schule sind als auf die REALITÄT bezogener Erklärungsansatz, ist eine ganz andere Frage.

        Das kann ich nicht beurteilen, weil es auch davon abhängt, was STRUKTURELLE verändert wurde auf dem Weg dahin und nicht mehr rückgängig gemacht werden kann.

      • foxxly
        foxxly sagte:

        @ tischer 19:55

        ich glaube, dass es garnicht wirklich um co2 reduzierung, um den klimawandel und corona geht. sondern dies ist ein willkommenes mittel zum umbau der gesellschaft. (dies haben einige führende politiker berets offen gesagt) nutze jede krise!

        die ideen und bestrebungen des wef zusammen mit den regierungen und den konzernen sowie hochfinanz, sind leider schon sehr weit fortgeschritten.

        seltsam ist das zusammenspiel zwischen kapital und links-sozialisten.

        ich empfehle: youtube.com/watch?v=vFcF-cBWttM

        die regierung ist keinewegs um unsere gesundheit besorgt. sie sind im großen widerspruch mit sich selbst; – sie wissen dies und machen weiter mit ihren zielen.

        wer darüber halbwegs nachdenkt, erkannte dies längst an der ganzen corona-lockdown-politik.

      • Dietmar Tischer
        Dietmar Tischer sagte:

        @ foxxly

        >ich glaube, dass es garnicht wirklich um co2 reduzierung, um den klimawandel und corona geht. sondern dies ist ein willkommenes mittel zum umbau der gesellschaft. (dies haben einige führende politiker berets offen gesagt) nutze jede krise!>

        Führende Politiker wollen das wohl weniger, aber JA, es gibt Menschen die den Klimawandel und auch die Pandemie dafür NUTZEN wollen, die Gesellschaft UMZUBAUEN.

        Dies vergleichsweise in geringem Umfang, aber doch mit erheblichen Konsequenzen, etwas wie Heil von der SPD.

        Das Rampenlicht, in das Pflegekräfte durch die Pandemie gerückt sind, wird GENUTZT, um von der Medienwelle getragen Flächentarifverträge für sie durchzusetzen.

        FÜR andere sind vor allem der Klimawandel und die Energiewende das VEHIKEL, den Kapitalismus ERKLÄRTERMASSEN abzulösen.

        Derartige Bestrebungen DARF man nicht verwechseln mit den ganz anderen Zielen von Menschen, die der Klimawandel besorgt macht und die daher Maßnahmen zustimmen, ihn zu bekämpfen.

        Sie AKZEPTIEREN die unvermeidlichen FOLGEN in Richtung eines Umbaus der Gesellschaft, jedenfalls bis zu einem gewissen Grad.

        Was ich sagen will:

        Man muss UNTERSCHEIDEN zwischen den ZIELSETZUNGEN der FANATIKER, d. h. denen, die den Klimawandel für IHRE Ziele nutzen und den FOLGEN eines Geschehens, das die Klimabesorgten in Kauf nehmen.

        ZIELSETZUNG und die Folgen ANDERER Zielsetzung sind INTENTIONAL etwas völlig Verschiedenes.

        Man kann sie nicht in einen Topf werfen und auch das eine nicht auf das andere REDUZIEREN.

      • Richard Ott
        Richard Ott sagte:

        @Herr Tischer

        “Führende Politiker wollen das wohl weniger, aber JA, es gibt Menschen die den Klimawandel und auch die Pandemie dafür NUTZEN wollen, die Gesellschaft UMZUBAUEN.”

        Führende Politiker in Deutschland wollen das definitiv. Und zwar so viele, dass es die Agenda der Bundesregierung bestimmt. Soll ich mal wieder das Schäuble-Interview reinrollen?

        “SCHÄUBLE: Die Corona-Krise ist eine große Chance. Der Widerstand gegen Veränderung wird in der Krise geringer. Wir können die Wirtschafts- und Finanzunion, die wir politisch bisher nicht zustande gebracht haben, jetzt hinbekommen – auf der Grundlage der Überzeugung, dass derjenige, der entscheidet, auch die Verantwortung dafür übernimmt. In diese Richtung haben wir uns mit dem Hilfspaket bewegt.

        Frage: Könnte die Bevölkerung dem nun auch eher folgen?

        SCHÄUBLE: Davon bin ich überzeugt. Ich will die Pandemie nicht verharmlosen, wenn ich feststelle: Große Krisen sind große Chancen.”

        https://wolfgang-schaeuble.de/die-pandemie-ist-eine-grosse-chance/

        “Derartige Bestrebungen [Umbau der Gesellschaft] DARF man nicht verwechseln mit den ganz anderen Zielen von Menschen, die der Klimawandel besorgt macht und die daher Maßnahmen zustimmen, ihn zu bekämpfen.”

        Wer soll das konkret sein?

        Die Grünen und die “Fridays for Future”-Aktivisten gehören garantiert nicht zu dieser Gruppe – und mir fällt auch sonst kein politischer Akteur ein, der “Kampf gegen den Klimawandel” nicht mit einer Systemwechsel-Agenda verbinden will.

      • Dietmar Tischer
        Dietmar Tischer sagte:

        @ Richard Ott

        Ich dachte, dass Sie oder so ähnlich antworten würden.

        Deshalb habe ich versucht, beispielhaft zu DIFFERENZIEREN.

        Offensichtlich vergebens.

        Ich bemühe ich mich nochmals.

        Wird der UMBAU der Gesellschaft gewollt – und wenn so, wie von wem:

        a) als MITTEL um ZIELE, wie z. B. die Energiewende oder eine stabilere EU zu erreichen

        oder

        b) als ZIEL an sich, also eine vollkommen andere GESELLSCHAFT zu schaffen, wobei die Energiewende der Vorwand oder das Mittel ist?

        b) habe ich als die Auffassung von foxxly verstanden und daher differenziert zu a)

        Was SCHÄUBLE betrifft:

        Er will den Umbau nach a), d. h. einen sehr WEITREICHENDEN Umbau der EU zu einer Wirtschafts- und Finanzunion erreichen mit dem ZIEL, die EU zu STABILISIEREN (was er angesichts der Griechenland- und anderer Krisen, die er hautnah als Mitentscheider erlebt hat, für dringen geboten hält).

        Das ist genug, um Dr. Kerber vom letzten podcast zu Recht die Wände hochgehen zu lassen.

        Ich will das nicht klein reden, es ist mit der Heil-Nummer nicht zu vergleichen.

        Schäuble ist kein kleinkarierter Taktiker wie Heil, sondern ein strategisch denkender Mensch.

        Schäuble will aber NICHT b).

        Er will die EU erkennbar NICHT mit dem Ziel ändern, sie sozialistischen Gross-GESELLSCHAFT umzubauen.

        Die Abwicklung der DDR hat ihn gelehrt, das NICHT zu wollen, wenn er es je einmal gewollt haben sollte.

        Ob die EU auf bestimmte Weise in diese Nähe rücken würde – FOLGE ! -, wenn er mit sein Wollen erfolgreich wäre, ist wieder etwas anderes.

        Es ist aber NICHT sein Wollen.

        Wenn er sagt, dass der Klimawandel ein Ziel von BESORGTEN Menschen sei, was keine EXTREMISTISCHE Menschen sind, dann sagt er auch, dass diese die Gesellschaft NICHT um derentwillen umbauen wollen.

        Er schließt aber auch nicht aus, dass sie eine sehr erheblichen Teilumbau als FOLGE ihrer Besorgnis in Kauf nehmen würden.

        Einfach mal verstehen, was ich gesagt habe:

        >ZIELSETZUNG und die Folgen ANDERER Zielsetzung sind INTENTIONAL etwas völlig Verschiedenes.

        Man kann sie nicht in einen Topf werfen und auch das eine nicht auf das andere REDUZIEREN.>

        Natürlich kann man sagen:

        Ob Mittel oder Ziel, ist mir egal, weil das Ergebnis eh gleich ist.

        Kann man sagen, dann muss man aber ANDERS argumentieren.

      • Richard Ott
        Richard Ott sagte:

        @Herr Tischer

        “Schäuble ist kein kleinkarierter Taktiker wie Heil, sondern ein strategisch denkender Mensch.(…) Er will die EU erkennbar NICHT mit dem Ziel ändern, sie sozialistischen Gross-GESELLSCHAFT umzubauen.

        Die Abwicklung der DDR hat ihn gelehrt, das NICHT zu wollen, wenn er es je einmal gewollt haben sollte.

        Ob die EU auf bestimmte Weise in diese Nähe rücken würde – FOLGE ! -, wenn er mit sein Wollen erfolgreich wäre, ist wieder etwas anderes. Es ist aber NICHT sein Wollen.”

        Sie scheinen ja große Stücke auf Schäuble, den angeblich so klugen Strategen, zu halten.

        Wenn seine Strategie aber dazu führt, dass er ein Ziel erreicht und dabei als Nebenwirkung den angeblich von ihm nicht gewollten Systemwechsel produziert, dann ist er ein erbärmlich schlechter Stratege.

        Oder ein Lügner. Ich tippe auf letzteres, da würde ich sogar 100.000 DM drauf wetten, wenn ich so viel Bares in meiner Schreibtischschublade hätte…

        https://www.spreezeitung.de/3547/wolfgang-schaeuble-cdu-und-die-legendaere-bargeldspende-interview-mit-rob-savelberg/

    • Namor
      Namor sagte:

      @tischer
      Aus der Pressemitteilung des Bundesverfassungsgerichts.
      “Von diesen künftigen Emissionsminderungspflichten ist praktisch jegliche Freiheit potenziell betroffen, weil noch nahezu alle Bereiche menschlichen Lebens mit der Emission von Treibhausgasen verbunden und damit nach 2030 von drastischen Einschränkungen bedroht sind. Der Gesetzgeber hätte daher zur Wahrung grundrechtlich gesicherter Freiheit Vorkehrungen treffen müssen, um diese hohen Lasten abzumildern. ”
      Das liest sich als Vorbereitung um “grundrechtlich gesicherte Freiheiten” auszuhebeln. Dass dies für einen höheren Wert passieren wird, no-na-neet. Das Stephan Harbath als wahlwerbendes CDU Mitglied von der Regierung ins Amt gewählt wurde, wissen Sie bestimmt.

      Es wird jetzt schon über Gerichte Politik gemacht, indem von ehemaligen Mitarbeitern Verfassungsklagen den Richtern vorgelegt werden, die diese dann, der Beschwerde gemäß, abhandeln.

      Die DUH hat meines Wissens auch eine politische Entstehungsgeschichte, aber diese werden sie in den verbreiteten Medien nicht finden.

      So wie mir scheint, schrieb man ein Gesetz, und mit dem Urteil wird man die ersten Artikel des Grundgesetzes aushebeln. Politik und Presse werden sagen: “So will es das Gesetz, wir wollen anders, aber müssen uns dem Gesetz beugen.”

      Einem “reitenden Schuster” wird gerade per Privatrecht der Mund verboten. Die Regierung lässt andere Meinungen zu und indiziert auch keine Bücher. Das machen Banken, Bestsellerlisten, BigTech…

      Wenn es bei Ihnen noch nicht klingelt, lesen sie:

      https://clubderklarenworte.de/von-prof-michael-esfeld/

      Der Kernsatz des heutigen Interview von Misses. “Freiheit ist immer Freiheit vor dem Staat”

      Antworten
      • Dietmar Tischer
        Dietmar Tischer sagte:

        @ Namor

        >Das liest sich als Vorbereitung um “grundrechtlich gesicherte Freiheiten” auszuhebeln.>

        Das liest sich nur so, wenn man es FALSCH lesen WILL.

        Wenn das BVerfG sagt:

        >“Von diesen künftigen Emissionsminderungspflichten ist praktisch jegliche Freiheit potenziell betroffen, weil noch nahezu alle Bereiche menschlichen Lebens mit der Emission von Treibhausgasen verbunden und damit nach 2030 von drastischen Einschränkungen bedroht sind.>,

        dann MEINT es Emissionspflichten, die PARLAMENTE mit Gesetzen festlegen.

        Es meint NICHT, dass die Emissionspflichten GOTT GEGEBEN derart sein MÜSSEN, dass Carbonneutralität 2050 erreicht wird.

        Die Emissionspflichten sind eine VARIABLE, über die LETZTLICH der Wähler bestimmt.

        Bekommt z. B die AfD so viele Stimmen, dass sie mitregiert oder allein regiert, dann wird es keine Gesetze mit der Zielsetzung 2050 geben.

        Ist das so, wird das BVerfG sein Urteil bezüglich der Lastenverteilung zwischen den Generationen wohl nicht wesentlich ändern (müssen), es aber nicht mehr mit der Zielsetzung 2050 begründen können. Dann wäre vermutlich 2030 überhaupt kein Thema.

        >So wie mir scheint, schrieb man ein Gesetz, und mit dem Urteil wird man die ersten Artikel des Grundgesetzes aushebeln. >

        Ihnen scheint FALSCHES.

        Man schrieb ein Gesetz, dessen BEACHTUNG für das Gericht unumgänglich ist – mit WELCHEN Folgen auch immer für das Urteil.

        Die Logik ist klar:

        Wenn andere GESETZE, dann andere URTEILE.

        >Politik und Presse werden sagen: “So will es das Gesetz, wir wollen anders, aber müssen uns dem Gesetz beugen.”>

        Wenn es das Gesetz es WILL, muss man sich dem Gesetz BEUGEN.

        WAS denn bitte SONST?

        Wer ANDERES will, MUSS es wollen können, aber sich dafür MEHRHEITEN suchen.

        Das hat übrigen Frau Merkel einer Frau Neubauer neulich klar und deutlich gesagt.

      • namor
        namor sagte:

        @ tischer
        also können Parlamente das Grundgesetz, Artikel 1 bis 19, ausser Kraft setzen, um 20a durchzusetzen, die Güterabwegung gibt das her?
        Und in der DDR war alles ok, denn die Wähler hätten ja anders wählen können?
        15% der Menschen können nicht sinnerfassend lesen, sie nächsten 35% können es um Befehle zu befolgen, Sakasmus off!
        Sie werden doch nicht an die Macht der Wahlen in Zeiten von Propaganda glauben? Nur leider ist es per Definition der Propaganda immanent, nicht als solche erkannt zu werden.

        Lesen Sie Esfeld! Entweder es bereitet Ihnen nachhaltig Unbehagen oder die Schatten an Platos Höhle tanzen wie zu allen Zeiten und immer fort.

      • Dietmar Tischer
        Dietmar Tischer sagte:

        @ namor

        >also können Parlamente das Grundgesetz, Artikel 1 bis 19, ausser Kraft setzen, um 20a durchzusetzen, die Güterabwegung gibt das her?>

        JA, das könnten Sie, aber NICHT, weil die Güterabwägung das hergibt oder hergeben müsste, sondern sie könnten es, wenn sie die ganz große MEHRHEIT im Parlament hätten, um es DURCHZUSETZEN.

        Das Grundgesetz inkl. Ewigkeitsklausel wird dann geändert werden, wenn es eine HINREICHED große Zahl von Betroffenen WILL.

        Es gibt NICHTS, das nicht gewollt werden kann.

        Das ist EMPIRIE, keine Moral und auch kein Rechtsgrundsatz.

        >Und in der DDR war alles ok, denn die Wähler hätten ja anders wählen können?>

        Mit Verlaub, das ist nun einfach nur ärgerlich.

        Wir kommen zu obiger MEHRHEIT in unseren Parlamenten durch einen DEMOKRATISCHEN Prozess, wenn wir je dahin kommen, d. h. freie, geheime etc. WAHLEN.

        Die Parlamentsmehrheiten in der DDR sind anders zustande gekommen aufgrund der Kaperung Ostdeutschlands durch die von Moskau gestützte Kommunistische Partei nach WK II.

        Ich hoffe, dass ich diesen Unterschied hier am Blog nicht noch einmal darlegen muss.

        Was Sie suggerieren, ist UNDENKBAR nach unseren demokratischen Verfahren und Standards.

        Daran ändert auch viel Propaganda nichts.

        Ich will Ihnen aber ein Stück entgegenkommen und auch sagen:

        Es ist der TENDENZ nach NICHT unmöglich.

        Wenn die Grünen so viel Gewicht in der Parteienlandschaft haben würden, dass sie die ÜBERWIEGENDE Zahl der Richter am BVerfG nach ihrer Agenda installieren können, sieht es anders aus.

        Dann, so kann man vermuten, würden die GÜTERABWÄGUNGEN mit Blick auf die Energiewende in Karlsruhe ANDERS ausfallen als jetzt.

        Ich halte es sogar NICHT für völlig ausgeschlossen, dass dann – bei der UNTERSTÜTZUNG, die die Grünen in der Bevölkerung haben würden -, Urteile auch von unteren Gerichten gefällt werden, wie ich es mit Blick auf das Shell-Urteil an die Wand gemalt habe:

        Die Gerichte urteilen NICHT nach Gesetz, sondern nach „Meinung des Volkes“.

        Das wäre eine MISSACHTUNG der Gewaltenteilung, die zu einer STAATSKRISE führen müsste.

        MÜSSTE, aber unter der angenommenen Bedingungen auch WÜRDE?

      • Richard Ott
        Richard Ott sagte:

        @Herr Tischer

        >>also können Parlamente das Grundgesetz, Artikel 1 bis 19, ausser Kraft setzen, um 20a durchzusetzen, die Güterabwegung gibt das her?
        >JA, das könnten Sie, aber NICHT, weil die Güterabwägung das hergibt oder hergeben müsste, sondern sie könnten es, wenn sie die ganz große MEHRHEIT im Parlament hätten, um es DURCHZUSETZEN.
        >Das Grundgesetz inkl. Ewigkeitsklausel wird dann geändert werden, wenn es eine HINREICHED große Zahl von Betroffenen WILL.
        (…)
        >Wir kommen zu obiger MEHRHEIT in unseren Parlamenten durch einen DEMOKRATISCHEN Prozess, wenn wir je dahin kommen, d. h. freie, geheime etc. WAHLEN.

        Eine hübsche Rechtfertigungslogik.

        Es gibt dabei nur ein Problem: Wenn man alle Grundrechte abschafft – oder, wie es neuerdings gerne heißt, sie “außer Kraft gesetzt sind” -, dann haben wir keine Demokratie mehr. Daran ändert dann auch das Abhalten von regelmäßigen Zettelfaltungs-Ritualen wie in der Deutschen “Demokratischen” Republik nichts mehr.

        Oder glauben Sie im Ernst, freie, geheime und gleiche Wahlen, die demokratischen Standards genügen, wären noch möglich, wenn Grundrechte wie Meinungsfreiheit, Medienfreiheit, Gleichheit vor dem Gesetz, Versammlungsfreiheit, Freizügigkeit, der Schutz des Eigentums, und so weiter, alle abgeschafft sind?

    • Dietmar Tischer
      Dietmar Tischer sagte:

      @ Richard Ott

      >Sie scheinen ja große Stücke auf Schäuble, den angeblich so klugen Strategen, zu halten.>

      Ich halte nicht große Stücke auf Schäuble, glaube aber, dass er mehr Weitblick als viele andere hat.

      >Wenn seine Strategie aber dazu führt, dass er ein Ziel erreicht und dabei als Nebenwirkung den angeblich von ihm nicht gewollten Systemwechsel produziert, dann ist er ein erbärmlich schlechter Stratege.>

      FALSCH.

      Wenn er sein Ziel ERREICHT, ist er ein sehr guter Stratege.

      Wenn die NEBENWIRKUNGEN als Folge seiner Zielerreichung etwas sind, das vielen nicht gefällt, sind diese ein Problem der vielen, nicht das von Schäuble.

      Sie KONSTRUIEREN etwas, das nicht der Fall ist:

      Wenn Schäuble ein Ziel erreichen wollte mit voraussehbaren Nebenwirkungen, die er für unerträglich halten würde, dann handelte er WIDERSPRÜCHLICH.

      Das ist bei ihm nicht der Fall.

      Im Übrigen:

      Ich hoffe, dass er KEINEN Erfolg hat.

      >Wir kommen zu obiger MEHRHEIT in unseren Parlamenten durch einen DEMOKRATISCHEN Prozess, wenn wir je dahin kommen, d. h. freie, geheime etc. WAHLEN.
      Eine hübsche Rechtfertigungslogik.>

      JA – für den PROZESS.

      >Es gibt dabei nur ein Problem: Wenn man alle Grundrechte abschafft – oder, wie es neuerdings gerne heißt, sie “außer Kraft gesetzt sind” -, dann haben wir keine Demokratie mehr. >
      … haben wir keine Demokratie mehr – das ist richtig.

      Aber wo ist da ein PROBLEM?

      Wenn die ganz große Mehrheit das will, und die muss es wollen, wenn man unser GG auf den Kopf stellen will, dann gibt es, abgesehen von einer kleinen Minderheit KEIN Problem.
      Wenn etwas GEWOLLT wird, gibt es mit dem WOLLEN kein Problem.

      Es kann allerdings in der FOLGE mit dem Gewollten Probleme geben, sogar sehr gravierende.

      Deshalb:

      Man muss sich sehr gut überlegen, WAS man will.

      Am Wollen selbst herumzukratzen, geht an der Sache vorbei.

      Antworten
      • Richard Ott
        Richard Ott sagte:

        @Herr Tischer

        “Wenn er sein Ziel ERREICHT, ist er ein sehr guter Stratege.”

        Nein. Wenn er sein Ziel nur dann erreicht, wenn er dabei Nebenwirkungen erzielt, die er nicht haben wollte, dann ist die gewählte Strategie zur Erreichung seiner eigenen Ziele untauglich. Strategen, die untaugliche Strategien wählen, sind schlecht.

        “Sie KONSTRUIEREN etwas, das nicht der Fall ist: Wenn Schäuble ein Ziel erreichen wollte mit voraussehbaren Nebenwirkungen, die er für unerträglich halten würde, dann handelte er WIDERSPRÜCHLICH.”

        Moment mal: Die Unterstellung, dass Schäuble angeblich keinen Systemwechsel wöllte, kam von Ihnen!

        Meine Erklärung ist viel simpler: Schäuble ist ein Lügner und ein Opportunist, und tatsächlich will er einen Systemwechsel hin zum autoritären EU-Einheitsstaat mit sozialistischer Planwirtschaft.

        Und Sie fallen auf ihn rein.

        “Wenn die ganz große Mehrheit das will, und die muss es wollen, wenn man unser GG auf den Kopf stellen will”

        Das ist wieder die alte Maxime: Die Demokratie trägt als einzige Staatsform die Möglichkeit ihrer eigenen Abschaffung in sich. Und das lässt sich leider auch nicht durch “Ewigkeits”-Schutzklauseln in der Verfassung verhindern, da gebe ich Ihnen recht, und da waren die Autoren unseres Grundgesetzes zu naiv.

      • Dietmar Tischer
        Dietmar Tischer sagte:

        @ Richard Ott

        Unsinnige Diskussion, kostet nur Zeit.

        Schäuble will KEINEN Systemwechsel zu einer anderen GESELLSCHAFT (Sozialismus), würde aber Nebenwirkungen in Kauf nehmen, die ETWAS in diese Richtung gehen.

        Er will eine STABILISIERTE EU, die aber natürlich anders als die JETZIGE sein muss, wenn sie stabiler sein soll. Das ist natürlich auch Umgestaltung.

        STABILISIERUNG eines SYSTEMS ist etwas anderes als ein ANDERES System zu wollen.

        Wenn Sie den Unterschied zwischen oben a) und b) nicht begreifen können/wollen, kann ich Ihnen nicht
        helfen.

      • Richard Ott
        Richard Ott sagte:

        @Herr Tischer

        Sehr fruchtbare Diskussion, die geht genau dort hin, wo es weh tut.

        “Schäuble will KEINEN Systemwechsel zu einer anderen GESELLSCHAFT (Sozialismus)”

        Würden Sie die autoritäre EU-Planwirtschaft lieber “Faschismus” nennen wollen? Da würde ich sogar mitgehen, solange Großkonzerne wie Amazon, Facebook, Google und Apple einen wesentlichen Teil der Zensur- und Überwachungsinfrastruktur betreiben. Erinnern Sie sich an Mussolini: Ein wesentliches Merkmal der faschistischen Staatsordnung ist die Verschmelzung von Staats- und Konzernmacht. ;)

        “würde aber Nebenwirkungen in Kauf nehmen, die ETWAS in diese Richtung gehen.”

        Wie geht denn “ein bisschen Sozialismus” und “ein bisschen Autoritarismus”? Muss man dazu die Grundrechte “ein bisschen” außer Kraft setzen und die Souveränität Deutschlands “ein bisschen” schleifen? Wie sieht das konkret in der Praxis aus?

        “Er will eine STABILISIERTE EU, die aber natürlich anders als die JETZIGE sein muss, wenn sie stabiler sein soll. Das ist natürlich auch Umgestaltung. STABILISIERUNG eines SYSTEMS ist etwas anderes als ein ANDERES System zu wollen.”

        Diese Maßnahmen stabilisieren das System aber nicht. Sie zögern nur seinen Zusammenbruch hinaus.

        Und gleichzeitig verändern sie das System so grundlegend, dass Sie nicht mehr behaupten können, das bis zur Unkenntlichkeit umgebaute System mit verstümmelten Grundrechten sei noch das gleiche System wie das, welches vorher existiert hatte.

        “Wenn Sie den Unterschied zwischen oben a) und b) nicht begreifen können/wollen, kann ich Ihnen nicht helfen.”

        Ich begreife den Unterschied sehr gut. Aber ich erkenne auch einen Gesundbeter und Beschwichtiger, wenn ich ihn sehe beziehungsweise seine Argumentation lese.

      • Dietmar Tischer
        Dietmar Tischer sagte:

        @ Richard Ott

        > “Er will eine STABILISIERTE EU, die aber natürlich anders als die JETZIGE sein muss, wenn sie stabiler sein soll. Das ist natürlich auch Umgestaltung. STABILISIERUNG eines SYSTEMS ist etwas anderes als ein ANDERES System zu wollen.”

        Diese Maßnahmen stabilisieren das System aber nicht. Sie zögern nur seinen Zusammenbruch hinaus.>

        Sie KONSTRUIEREN sich in IHRER Rechthaberei etwas zusammen, was NICHT zusammengehört.
        Stabilisierung heißt:

        Fällt nicht den nächsten Augenblick zusammen.

        WANN es dennoch und möglicherweise sogar ZWINGENDER später zusammenfällt, ist das etwas ANDERES.

        Für die ALLERMEISTEN Menschen in Europa ist das jedenfalls so – an ihren Präferenzen abzulesen.

        >Würden Sie die autoritäre EU-Planwirtschaft lieber “Faschismus” nennen wollen?Aber ich erkenne auch einen Gesundbeter und Beschwichtiger, wenn ich ihn sehe beziehungsweise seine Argumentation lese.>

        Falsch.

        Sie akzeptieren meine Position, die NUR die eines Betrachter und die Realität ANALYSIERENDEN ist, NICHT, weil ich nicht dagegen bin.

        Etwas ERKENNEN (zu wollen) und es zu ANALYSIEREN ist NICHT Gesundbeten.

      • Dietmar Tischer
        Dietmar Tischer sagte:

        @ Richard Ott

        Nachtrag, weil man wieder nicht vollständig übertragen:

        >Würden Sie die autoritäre EU-Planwirtschaft lieber “Faschismus” nennen wollen?<

        NEIN, es wäre nach heutigem Stand KEIN Faschismus, obwohl möglicherweise/vermutlich mit sehr quälenden Konsequenzen.

        Sie können doch nicht ALLES in einen Topf werfen, weil Ihnen ALLE Konsequenzen nicht gefallen.

  11. Bauer
    Bauer sagte:

    Diesen blog höre ich mir zweimal an, schon weil ich heimatliche Sprache höre – und nicht norddeutschen Schnellsprech (pardon!).

    Zur Sache selbst: Die Österreichische Schule, so es diese noch lebendig gibt, stört den VWL-mainstream beträchtlich, da sie das Messer in die Wunde legt und kräftig umrührt. Das tut weh, wie eine Amputation ohne Narkose. Ich anerkenne, dass sie mir näher liegt als alle anderen Theorien, eben weil sie nicht nur Theorie ist, sondern das gelebte Leben nachbilden will, was sich mit meinen persönlichen Erfahrungen deckt. Letztere umfassen annähernd 150 Jahre, wenn ich die noch unmittelbar vernommenen oder schriftlich niedergelegten Erzfahrungen meiner Grossväter hinzurechne.

    Antworten
  12. Tom96
    Tom96 sagte:

    Break bei 25:45
    Ursachen erhöhender Kreditschöpfung 2. Qualitativere Pfänder:
    Pfänder sind letztlich immer die Menschen/ Akteure mit ihren Leistungen und Ideen, Immateriellen Anlagegütern (Bilanzierung und Ertragsvereinnahmungsfähigkeiten) also Aktivseite der Bilanzwirtschaft ohne Finanzmittel im Umlaufvermögen!
    Schaue ich in die deutsche Gesellschaft wird klar, warum hier alles auf Niedergang, Wertberichtigung hinausläuft – da kommt von den jüngeren Generationen nicht mehr viel und über zentralistischen Möchtegerndirigismus (harmlos vorsichtig) schon garnicht innovativ Verbesserndes für Nachfrager, Klimaunsinn…
    Schön, daß der Wiener Gast auf die Immagenz des Geldes / der Liquidität in jedem einzelnen Wirtschaftsakteur als Quelle von Entwicklung hinweist. Im Gegensatzt dazu der Emmagenz Begriff, der als Auswurf von Geld/Kredit durch marktferne Zentralbankbunker auf Akteure erklärt werden kann, sowie die zukünftige Nichtentwicklung vorwegnimmt?

    Antworten
  13. foxxly
    foxxly sagte:

    ….. die ö-schule hat viele aspekte, denen ich auch beipflichte. zb. eigentum
    aber auch einige, welche nicht umsetzbar sind. zb den freien markt. (war vom gast nicht groß thematisiert)

    was die ö-schule offensichtlich nicht inne hat ist, dass sie keine mittel und lösungen gegen den wachstumszwang und der systemischen auszerrung der realwirtschaft hat.

    es wurde das problem teilweise angeschnitten, dass die funktionalität der realwirtschaft durch den großen anteil an geld im finanzsektor immer schwiriger wird.

    das A und O in diesen herrschenden system ist, wie kann die realwirtschaft, von seiner entreicherung und der ständigen mehrbelastung, befreit werden; – mindestens aber ein gleichgewicht zum finanzsektor hergestellt werden.

    da fällt mir gleich eine praxis ein, welche oben genanntes stets verschlechtert:
    die bankenrettungen!
    warum gibt man diese gigantische summen nicht direkt der realwirtschaft (unternehmen und konsumenten)?
    damit würden auch die banken gerettet

    ich hatte den gedanken bisher nicht: dass selbst die aktienanlagen, die realwirtschaft auszerrt.

    vieles würde daher auch wieder für mehr genossenschaftsprinzipien, sprechen.

    das anglagekapital, auch wenn wir dies absolut nicht hören wollen, müsste sich viel mehr an den kosten des sozialstaates und allgemeinkosten etc. beteiligen.

    mehr geld in das gesamte system stabilisiert nur, wenn dies lastefrei in der realwirtschaft ankommt; – sonst destabilisiert es immer mehr.

    die rede heute war viel vom lernen, aber unser handeln ist das gegenteil davon.
    aber auch die freie-markt-theorie der ö-schule ist eine ideologie, welche sich nicht so umsetzen läßt.

    Antworten

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