Wie tief wird der Euro fallen?

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Ein Leser fragt: Was sagen Sie? Parität zum Dollar? 0,80 Dollar? Angehängt war dieser Kommentar aus der FINANZ und WIRTSCHAFT. Darin sind sehr gute Argumente dafür, dass es nicht einfach so weiter geht, Richtung eins zu eins:

  • „Erstens hat der starke Dollar selbst einen Effekt auf die US-Wirtschaft und die dortige Geldpolitik. Wenn der Dollar weiter steigt, werden die konjunkturelle Entwicklung und die Inflation in den USA abgeschwächt. In diesem Fall wird die US-Notenbank die Zinsen nicht schneller als erwartet anheben, sondern sich wahrscheinlich eher zurückhalten.“ ‒ bto: Genau das passiert meines Erachtens schon. Ich könnte mir denken, es gibt keine oder maximal eine Zinserhöhung.
  • „Zweitens müssen ernsthafte Zweifel bestehen, ob Regierungen in Asien und im Nahen Osten tatsächlich mehr Reserven in Dollar umschichten wollen, vor allem wenn dies bedeutet, die Euro, die sie seit 2003 erworben haben, mit Verlust und gemessen an der Kaufkraftparität weit unter Wert zu konvertieren.“ ‒ bto: Auch bei Währungen spricht viel für Diversifikation.
  • „Ein dritter Faktor, der darauf schliessen lässt, dass der Abwärtstrend des Euros gegenüber dem Dollar möglicherweise nicht mehr lange anhalten wird, ist das Handelsungleichgewicht zwischen den USA und Europa. Die Kluft ist bereits enorm – der Internationale Währungsfonds prognostiziert den USA in diesem Jahr ein Defizit in Höhe von 484 Mrd. $, verglichen mit einem Überschuss in Höhe von 262 Mrd. $ für die Eurozone“
  • „Während höhere US-Zinsen einige Investoren anlocken werden, werden andere vom Dollar abrücken, wenn die Kombination aus einem wettbewerbsfähigeren Euro, dem enormen geldpolitischen Impuls der EZB und einem nachlassenden Druck auf die öffentlichen Finanzen in Frankreich, Italien und Spanien zu einer echten Konjunkturerholung in Europa führt. Die resultierenden globalen Kapitalflüsse in europäische Aktien, Sachanlagen und Direktinvestitionen – die jetzt allesamt wesentlich günstiger sind als entsprechende US-Vermögenswerte – könnten die Geldanlagen und die Anleiheninvestitionen, die durch steigende US-Zinsen angelockt werden, bei weitem überwiegen.“‒ bto: In der Tat wird 2015 für Europa ein gutes Jahr trotz der ungelösten Probleme.

Und: Die Masse der Investoren setzt auf einen starken Dollar gegen den Euro. Wenn alle so denken, sind sie schon so positioniert. Folge: Dreht sich der Wind, gibt es einen raschen Einbruch. Siehe letzten Donnerstag. Meine Antwort also: Ich weiß es nicht, denke aber, kurzfristig dürfte die Dollarrallye zu Ende sein (außer es passiert Grexit).

-> FINANZ und WIRTSCHAFT: Wie tief wird der Euro fallen?, 19. März 2015

2 Antworten
  1. Achim says:

    Guten Abend,

    ich bin gerade über die Nachricht gestoßen, dass Frankreich ab September diesen Jahres den Bargeldgebrauch einschränken will. Sehen Sie diesen Trend (Schweiz, Italien) auch mit Sorge und halten Sie eine Verschärfung der Gesetzeslage hierzu in Deutschland auch für möglich?

    Es ist ja eigentlich schon etwas suspekt, wenn man sich vorstellt, dass ich gegenüber meiner Bank durch meine Einlagen eine Forderung habe, hierfür in Zukunft noch bezahlen soll (Minuszins) und dann noch demnächst eingeschränkt werden soll mein eigenes Geld abzuheben und es bar als Zahlungsmittel zu verwenden.

    Wie bei der täglichen Frage nach der Payback-Karte kann ich teilweise nur noch meinen Kopf schütteln.

    Ich freu mich auf eine Einschätzung von Ihnen, passt sicherlich auch gut in Ihre Geldanlage-Reihe.

    Beste Grüße
    Achim S

    Antworten

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