„Why Singapore’s kids are so good at maths“

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Zunächst die Fakten:

Chart: Test performance in maths and science

Quelle: FINANCIAL TIMES

Dann zur Erinnerung: Nur mit herausragender Bildung nicht in Politologie und Sozialkunde sondern in MINT-Fächern, können wir unseren Wohlstand erhalten und die Kosten einer alternden Gesellschaft und ungesteuerter Zuwanderung tragbarer machen. Noch liegen wir ja recht weit oben, aber der Mix verschiebt sich gerade rapide aufgrund des veränderten Demografie-Mixes.

Was können wir von Singapur lernen? Die FT bringt eine sehr ausführliche Reportage, hier nur die Essenz:

  • „A city-state of just 5.5 million people, Singapore is routinely ranked at or near the top in global comparisons of mathematical ability and boasts one of the most admired education systems in the world.“
  • „In a league table based on test scores from 76 countries published by the OECD in May last year, Singapore came first, followed by Hong Kong, South Korea, Japan and Taiwan. The rankings, based on testing 15-year-olds’ abilities in maths and science, reinforced a sense that western children were slipping behind their Asian peers. The UK was in 20th place and the US 28th in the table.“ – bto: nicht zu unrecht!
  • „At meetings of the world’s education ministers, when it is Singapore’s turn to speak, ‚everyone listens very closely‘, says Andreas Schleicher, head of the OECD’s education assessment programme. Governments around the world have sought to incorporate elements of the ‚Singapore model‘ into their own approach to teaching maths and science.“
  • „For admirers of the city-state’s educational model, the good news is that its world-beating school system was created in a relatively short period of time.“
  • Maths and science are core subjects in Singapore, taught throughout primary and secondary education. While students can choose to study humanities for A-levels, they must continue studying either maths or at least one science subject until they leave school (the reverse is also true: science students must take one subject from the humanities). From the later years of primary school onwards, children have specialist maths teachers.“ – bto: Da kann man nicht ausweichen, was entsprechend disziplinierend und leistungssteigernd wirkt.
  • „Aiming to move away from simple rote-learning and to focus instead on teaching children how to problem solve, the textbooks the group produced were influenced by educational psychologists such as the American Jerome Bruner, who posited that people learn in three stages: by using real objects, then pictures, and then through symbols. That theory contributed to Singapore’s strong emphasis on modelling mathematical problems with visual aids; using coloured blocks to represent fractions or ratios, for example.“ – bto: Ohne die positive Einstellung aller Beteiligten würde das auch nicht genügen.
  • The Singapore curriculum is more stripped down at primary level than in many western countries, covering fewer topics but doing so in far greater depth — a crucial factor in its effectiveness, according to the OECD’s Schleicher.”
  • It is taken for granted in the west that some children have greater ability at particular subjects than others. Not so in Singapore, where diligence is prized over talent.“ – bto: Das kann man gar nicht genug fetten!
  • Linked to this idea, the Asian approach to maths also favours teaching the class as a whole, rather than breaking the class into smaller groups of different abilities to work through exercises. The whole-class approach allows the teacher to spot weaknesses and intervene swiftly if a child needs help, rather than waiting for them to get stuck on a problem and calling for attention.“
  • „‚Pupils (…) are gently steered away from the humanities and nudged towards science‘, Toh Thiam Chye says. After-hours activities such as a robotics club are intended to instil a love of scientific inquiry, as well as prepare for a more automated future. ‚We want to prepare them for the 21st-century workplace and we also want to meet the needs of the economy‘, he says.“
  • Singapore’s success is not about money. The city-state spends about three per cent of GDP on education, compared with about six per cent in the UK and nearly eight per cent in Sweden.“
  • „A few years ago, a survey by the ministry of education found that more than half of primary school pupils were receiving private tuition in subjects they were already doing well in.“
  • Dann geht es um die Mängel dieser Bildung, vor allem das Risiko, die Kreativität zu begrenzen: „A potential danger for Singapore is that advanced economies increasingly require soft skills — such as imagination or the ability to take risks — as well as hard ones. A system that was effective in an era when mass manufacturing provided employment risks being insufficient for an age when creativity and innovation bring the greatest career rewards.“
  • „And yet, it might prove unwise to bet against a nation that has proven nimble in adapting to past changes. For all the admiration their school system attracts, Singaporeans pay close attention to different styles of education abroad, and seek to import the best foreign ideas.“

bto: Das Entscheidende ist jedoch die positive Einstellung der gesamten Gesellschaft zur Bildung und das Interesse der Eltern an Bildung. Damit gibt es einen Zug in diese Richtung.

FT (Anmeldung erforderlich): „Why Singapore’s kids are so good at maths“, 17. September 2016

21 Antworten
  1. Felix Kurt says:

    Der Gedanke ist grundsätzlich richtig und verdient Unterstützung.

    Aber was bedeuten die Unterschiede in der Skala wirklich? Wie konkret soll sich 511 von 567 (nur ein Bsp.) unterscheiden, oder anders ausgedrückt: welcher Unterschied in Fähigkeiten verbirgt sich dahinter? Ist dies eine aussagefähige metrische Skala, oder mehr eine Ordinalskala?

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    • Felix Kurt says:

      Schon klar. – Bei all den (Pseudo-) Untersuchungen zu solchen Themen ist es mithin wichtig, zu verstehen, ob es sich um graduelle oder große Unterschiede handelt – sind die deutschen Kids schon fast blöd oder abgehängt, wenn sie bei ‚511‘ (optisch abgelesen) im Vergleich zu ‚567‘ liegen – also wenn die „Skala“ zunächst von 1 bis ca. 600 reicht.

      Sind die bewerteten Unterschiede Scheingenauigkeiten oder ist Substanz am Knochen? Das man viel (hinein-) interpretieren kann ist offenkundig. Müssen wir MINTs „kaufen“ – Ja oder Nein? Das ist doch in der Schlussfolgerung ziemlich subjektiv.

      Es liegt auf der Hand, dass ich in einem Stadtstaat das Bildungswesen einfacher und gleichmäßiger/gleichgeschalteter organisieren kann, zumindest in der Durchführung, als in einem großen Land.

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  2. Johannes Börner says:

    Offenbar hat Singapur den gleichen Ansatz wie Baden-Württemberg Ende der 80er, als ich dort Abitur machte: Mathe war genau wie Deutsch und Englisch Pflichtbestandteil der Abiturprüfung. Außerdem musste mindestens eine Naturwissenschaft bis zum Ende belegt werden.
    Auch Informatik gab es damals schon, wenn auch nur als Wahlfach.
    Nur das Nudging zu den MINT-Fächern wurde nicht betrieben – selbst auf unserem naturwissenschaftlichen Gymnasium waren drei der fünf Hauptfächer sprachlich-geisteswissenschaftlich.
    Aber ich fürchte, dass in den letzten dreißig Jahren sich Etliches zum Schlechteren entwickelt hat.
    Und dann noch der kulturelle Aspekt: die in Singapur vertretenen Ethnien haben in ihrer überwiegenden Mehrheit ein hohes Leistungs- und Bildungsethos. Über die in der bundesrepublikanischen Schülerschaft vertretenen Ethnien kann man das zunehmend weniger sagen…

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  3. David Winter says:

    Habe gerade mal gegoogelt, und laut Statistik hat Singapur eine bessere Mobilität von unten nach oben („soziale Durchlässigkeit“) als wir in Westeuropa, sogar besser als Skandinavien. Das überraschst mich schon. Aber eine breite Bildung aller (!) Bevölkerungsschichten scheint ein probates Mittel für mehr Chancengleichheit zu sein.

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  4. Nana Albert says:

    Wer weiss… vielleicht ist die junge Frau (zumal dieses Weltbild ja auch herrvorragend in Machokulturen, die bei uns auf dem Vormarsch sind passt), die auf öffentliche Finanzierung setzt und schnell 4 Kinder auf die Welt bringt, ohne sich weiter um ihre Ausbildung zu kümmern am Ende die Schlauere?! Wenn allerdings unser Sozialsystem crasht, wird diese Subventionierung wegfallen und dann? Aber diese Entwicklung war ja politisch so gewollt….Und nicht wenige junge Männer hängen sich an dieses Kostrukt ran, weil bequemer…das Leben kann ja so einfach sein :0) v.G. N. Albert

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  5. Karl says:

    Na toll, diese 4 asiatischen Staaten. Blöderweise auch die höchsten Kinder-Suizidraten der Welt.

    Ein zehnjähriger Junge [in Südkorea] schrieb kurz vor dem Suizid in sein Tagebuch: „Ich verstehe nicht, warum ich auf diese Weise lernen muss. Papa arbeitet in zwei Tagen 20 Stunden und hat 28 Freistunden, aber ich, ein Kind, muss 27 Stunden und 30 Minuten lernen und habe 20 Stunden und 30 Minuten frei. Ich habe soviel Hausaufgaben. Ich lerne und lerne, aber meine Noten werden nicht besser. Ich möchte nicht mehr hin. … Ich möchte frei sein wie ein Fisch im Meer.“

    http://www.zeit.de/gesellschaft/schule/2013-11/bildung-schule-suedkorea/komplettansicht

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    • Dietmar Tischer says:

      Wichtiger Hinweis.

      Dieser Zehnjährige hat gerechnet.

      Mit Blick darauf legen diese Zeilen nicht nur den Finger in eine Wunde, sondern zeigen auch, was geschehen kann, wenn Menschen denken und rechnen können (hier nicht nur der Junge, sondern vor allem seine Eltern) – und die Gesamtproblematik doch nicht verstehen, nämlich dass man das eine verlieren kann, wenn man zu viel vom anderen will.

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    • Dietmar Tischer says:

      >Unproduktive und asymmetrische Aufschuldungsprozesse haben insbesondere in Euroland zu untragbaren Schuldverhältnissen geführt, aus denen wir nicht mehr wie in früheren Zeiten herauswachsen können, da wir uns in der Phase der säkularen Stagnation befinden, die zudem durch den demografischen Faktor auch noch verstärkt wird>

      Das ist zwar nicht vollständig, was die Ursachen betrifft, aber richtig.

      Schlussfolgerung:

      >Was wir benötigen sind Instrumente, mit denen wir möglichst viele Krisenursachen gleichzeitig bekämpfen können, …>

      Auch noch richtig.

      Und dann Ihr „Anderes Geldsystem-Mantra“ – das Instrument gegen die Krisenursachen:

      >… geht es hierbei aber nicht um einen unkontrollierten Abwurf von Geld aus dem Hubschrauber, sondern um eine kontrollierte, symmetrische und solidarische Einführung eines niedrigen zentralbankfinanzierten Bürgergeldes …>

      Glauben Sie wirklich, dass Sie mit einem anderen Geldsystem, ihrem z. B., die URSACHEN der Krise (demografische Entwicklung, Globalisierung, Digitalisierung und Verstädterung) bekämpfen können?

      Den Nachweis hat bisher noch niemand erbracht.

      Es gibt noch nicht einmal einen ÜBERZEUGENDEN Mechanismus, der einen Versuch erfolgreich erscheinen ließe.

      Was es gibt:

      Wanderprediger wie Sie, die nach monetaristischen Optionen greifen, weil REALWIRTSCHAFTLICH – eben die Ursachen betreffend – die Dinge nicht so zu beeinflussen sind, dass man von einer Lösung reden könnte.

      Das System wird Anpassungen erzwingen und sich dadurch ändern (was auch eine Lösung ist, aber keine, die unserem Verständnis von Lösung, nämlich so etwas wie allgemeiner Zufriedenheit entspricht).

      Ein anderes Geldsystem wird dran nichts Grundsätzliches ändern, allenfalls die Modalitäten beeinflussen.

      Rüsten Sie ab.

      Das hilft der Glaubwürdigkeit.

      Antworten
      • Michael Stöcker says:

        „Glauben Sie wirklich, dass Sie mit einem anderen Geldsystem, ihrem z. B., die URSACHEN der Krise (demografische Entwicklung, Globalisierung, Digitalisierung und Verstädterung) bekämpfen können?“

        Sie müssen schon richtig lesen, bevor Sie mit Ihrer Kritik starten. Wo habe ich geschrieben, dass ich hiermit die von Ihnen behaupteten Krisenursachen bekämpfen möchte?

        Alle vier von Ihnen angesprochenen Ursachen sind irrelevant im Hinblick auf meine Krisenanalyse. Zudem geht es nicht um ein anderes Geldsystem, sondern um eine evolutorische Weiterentwicklung des bestehenden Systems. Monetäre Bürgerfinanzierung ist technisch gesehen nichts anderes als monetäre Staatsfinanzierung und war schon immer ein geldpolitisches Mittel in Krisenzeiten; in Italien ein Dauerkriseninstrument. Und die Einführung eines Interzentralbankenmarktes ist nun wirklich keine revolutionäre Veränderung, sondern schlichtweg dem Umstand geschuldet, dass man diesen Aspekt nicht mitbedacht hatte, sondern zu viel Vertrauen in die höhere Weisheit und Effizienz der Finanzmärkte gesetzt hatte.

        „Rüsten Sie ab.

        Das hilft der Glaubwürdigkeit.“

        Rüsten Sie auf, indem sie meine vertiefende Linkliste abarbeiten. Das hilft der Glaubwürdigkeit. Starten Sie am besten mit Adair Turner: https://www.youtube.com/watch?v=vZCK7vC8_kU.

        LG Michael Stöcker

  6. Dietmar Tischer says:

    @ M. Stöcker

    >Wo habe ich geschrieben, dass ich hiermit die von Ihnen behaupteten Krisenursachen bekämpfen möchte?>

    Stimmt, Sie haben nicht geschrieben, dass Sie die von mir behaupteten Krisenursachen bekämpfen möchten

    Genau damit fangen bei Ihnen die Probleme an:

    Sie wollen nicht die Ursachen erkennen oder anerkennen, weil Sie dann den Nachweis antreten müssten, dass ihr monetäres Konzept DIESE bekämpfen muss.

    Sie können ihn nicht antreten – Sie weichen daher aus bis auf den Faktor „Sättigung“, das will ich der Fairness halber gern erwähnen.

    >Alle vier von Ihnen angesprochenen Ursachen sind irrelevant im Hinblick auf meine Krisenanalyse.>

    Klar, muss auch so sein bei IHRER „Ursachenbekämpfung“.

    Abgesehen davon:

    Die „Phase der säkularen Stagnation, in der wir uns befinden“, ist keine Ursache, sondern ein ZUSTAND.

    Sie können daher höchstens den Zustand ändern wollen, aber keine Ursache bekämpfen.

    Sie, A. Turner, die EZB, die Fed, die BoJ …müssten mit Blick auf ihr Wissen, ihre Erfahrung und ihre Erkenntnisse sagen:

    Wir haben eine Krise bisher nicht gekannter Art und wir haben diese und jene Mittel – auch bisher noch nicht erprobte, z. B. Helikoptergeld. Lasst sie uns einsetzen und sehen, was sich damit erreichen lässt. Das ist besser als die Hände in den Schoß zu legen.

    Das ist angesichts der Lage eine sauber begründete, praktisch vertretbare, positive Einstellung.

    Und es wäre eine EHRLICHE.

    Antworten
    • NoFiatMoney says:

      Sie scheinen mißtrauisch geworden zu sein, sehr geehrter Herr Dietmar Tischer?

      Dann graben Sie weiter. In der Tat will nämlich niemand aus dem Mainstream-Ökonomensektor etwas an den Ursachen ändern. Die wollen weitermachen. Sie leben insbesondere vom Fiat-Money-System.

      Da es dort keine konsistenten Antworten geben kann, wird sie auch niemand erhalten. Deshalb u.a. versuchen sie ja, schon die Fragen zu verhindern.

      Antworten
      • Dietmar Tischer says:

        Ich bin nichts geworden.

        Ich bin, was die Grundeinstellung zu Auffassungen betrifft, insoweit schon immer misstrauisch gewesen (wenn man denn diesen Begriff gebrauchen will), wie ich frage, ob sie richtig oder falsch sind.

        Hier ein Beispiel – es betrifft die folgende Auffassungen von Ihnen:

        >In der Tat will nämlich niemand aus dem Mainstream-Ökonomensektor etwas an den Ursachen ändern.>

        Wie kommen Sie zu dieser Feststellung – kennen Sie ALLE, um dies von jedem behaupten zu können?

        Natürlich nicht.

        Was tun Sie also, wenn Sie eine solche Behauptung aufstellen?

        Sie PROJEZIEREN das, was Ihrer Meinung nach geschehen sollte, aber nicht geschieht, auf Andere und UNTERSTELLEN denen, nicht zu wollen, was geschehen sollte.

        Diese Erklärung ist nichts wert.

        Meine ist eine andere:

        Ich glaube, dass die wesentlichen Ursachen vom den Mainstream-Ökonomen (und auch von anderen) richtig gesehen werden. Dazu gehören ganz sicher diejenigen, die ich oben in meiner Bemerkung zu M. Stöcker genannt hatte.

        Wenn man das akzeptiert, ist die plausible Erklärung:

        Niemand scheint das Instrumentarium zu kennen, mit dem diesen Ursachen derart entgegengetreten werden kann, dass eine Lösung erreicht wird (so wie wir uns eine Lösung vorstellen).

        Ich kann diese Aussage natürlich nicht beweisen, sondern nur sagen, dass einiges dafür spricht, dass dies so ist.

        Es ist in jedem Fall eine Erklärung, die niemanden fehlendes Wollen unterstellen muss.

    • Michael Stöcker says:

      „Genau damit fangen bei Ihnen die Probleme an:

      Sie wollen nicht die Ursachen erkennen oder anerkennen, weil Sie dann den Nachweis antreten müssten, dass ihr monetäres Konzept DIESE bekämpfen muss.“

      Bei mir fangen hier überhaupt keine Probleme an. Sie müssen schon sauber auseinander halten, welche Probleme mit welchen Instrumenten bekämpft werden können. Demografische Probleme bekämpft man überwiegend mit den Instrumenten der Familien- und Rentenpolitik, die Nachteile der Globalisierungspolitik insbesondere mit fiskalischer Redistribution, Digitalisierung/technischer Fortschritt mit Arbeitszeitverkürzung, Alterungsprobleme wiederum mit einer längeren Lebensarbeitszeit etc. pp.

      Insofern muss ich hier auch keinen Nachweis antreten, noch will ich einen solchen Nachweis führen, weil dieser Versuch auf eine anfängliche Unmöglichkeit hinausliefe. Falls Sie sich noch schwach erinnern, hatte ich vor drei Jahren mal einen 10-Punkteplan geschrieben (hier noch einmal zum Nachlesen: https://zinsfehler.wordpress.com/2013/10/13/zehn-masnahmen-fur-ein-europa-in-frieden-freiheit-und-wohlstand/). Bei Ihnen scheint sich die fixe Idee festgesetzt zu haben, dass der Stöcker mit nur einem Instrument alle Probleme dieser Welt zu lösen verspricht. Das habe ich nie behauptet und werde ich bei gesundem Verstand auch niemals behaupten.

      „Die „Phase der säkularen Stagnation, in der wir uns befinden“, ist keine Ursache, sondern ein ZUSTAND.“

      Im Hinblick auf meine Argumentation ist es eine Ursache, weil diese Phase der ökonomischen Entwicklung die monetäre Krise des Kapitalismus einleitet, sofern wir unsere geldpolitischen Instrumente nicht anpassen (Stichwort Binswanger).

      „Sie können daher höchstens den Zustand ändern wollen, aber keine Ursache bekämpfen.“

      Ich möchte den Zustand nicht verändern, sondern dafür sorgen, dass dieser Zustand ein relativ stabiler sein wird. Ohne die Ursachenbekämpfung (G-W-G‘) wird es gerade nicht bei der Stagnation bleiben, sondern zu einem systemischen Absturz kommen. Lesen Sie sich noch einmal in Ruhe das Papier von Binswanger hierzu durch. Ich bin mir nicht sicher, ob Turner et. al. diese monetäre Postwachstumsproblematik überhaupt in ihrem Fokus haben (Das Problem hinter dem Problem).

      „Das ist angesichts der Lage eine sauber begründete, praktisch vertretbare, positive Einstellung.

      Und es wäre eine EHRLICHE.“

      Es IST eine ehrliche. Eine Politik der kleinen Schritte im Sinne des „Wir irren vorwärts“.

      LG Michael Stöcker

      Antworten
      • Dietmar Tischer says:

        „Wir irren vorwärts“

        Endlich!

        Und ja, das ist ehrlich.

        Wenn man es auch so meint, muss man VERBAL-ARGUMENTATIV abrüsten, d. h. nicht den Eindruck vermitteln, dass man die Lösung habe.

        Das Problem hinter den Problemen:

        Genau darum geht es (mir), wobei ENTSCHEIDEND ist, dass man anerkennt, dass es Probleme hinter den Problemen gibt. Welche es auch immer sind und wie sie kausal wirken, ist eine andere Sache, schwierig genug, aber eine, die anzugehen ist – wenigstens in der ANALYSE und den Lösungsmöglichkeiten.

        Turner und andere sind auf ihre Art sicher brillant, keine Frage.

        Mein Eindruck ist, dass sie „Techniker“ sind, die im Instrumentenkasten rumsuchen und intelligent begründete Maßnahmen vorschlagen, aber sich nicht fragen, ob die Instrumente zum Problem passen.

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