Why inequality is such a drag on economies

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Martin Wolf beschäftigt sich in der FT erneut mit den ökonomischen Folgen einer zunehmend ungleichen Vermögens- und Einkommensverteilung. Angestoßen von neuen Studien für die USA, von namhaften, sozialistischem Gedankengut sicherlich abgeneigten Institutionen: Standard & Poor’s und Morgan Stanley. Beide kommen zu dem Schluss, dass die Ungleichverteilung zunehmend negative Folgen für das Wirtschaftswachstum hat. Wolf:

  • Laut Fed haben die Top-3-Prozent der Einkommensbezieher 30,5 Prozent aller Einkommen erzielt, die nachfolgenden sieben Prozent weitere 16,8 Prozent. Für die verbleibenden 90 Prozent der Einkommensbezieher bleibt demnach nur etwas mehr als die Hälfte aller Einkommen.
  • Vielfältige Ursachen stehen dahinter: sinkende Löhne für einfache Arbeiten (auch wegen zunehmendem internationalen Wettbewerb), steigende Löhne für Experten, geringere Besteuerung der hohen Einkommen, anhaltend relativ hohe Besteuerung der geringeren Einkommen, geringere Transferleistungen an die Bezieher tiefer Einkommen, verschlechterte Bildung (weniger Hochschulabsolventen als früher, Bildung stark mit dem Einkommen der Eltern korreliert), die Geldpolitik der Fed nutzt per Definition nur den Vermögenden.
  • Über Jahrzehnte hinweg haben die Bürger mit geringerem Einkommen die Lücke durch zunehmende Verschuldung (vor allem der eigenen Häuser) geschlossen. Dies geht nun nicht mehr, weil die Verschuldungskapazität ausgeschöpft ist. Demzufolge erklärt sich so der schwache Aufschwung. Die breite Masse verfügt nicht über ausreichende Kaufkraft und die Spitzenverdiener haben eine relativ geringere Konsumneigung und sparen mehr.
  • Nachdem es keine anderen Möglichkeiten gibt, das Wirtschaftswachstum wieder anzukurbeln (Exportsektor zu klein), muss demzufolge über Umverteilung die Nachfrage gestärkt werden. Zusätzlich muss die Breitenbildung deutlich verbessert werden.

Wolf macht dann noch eine weitere Beobachtung: Das Rechtssystem der USA scheint seiner Meinung nach das Plutokrat zu schützen. Damit würden die USA auf Dauer die republikanischen Ideale verletzten, was in der Vergangenheit zu Umstürzen geführt habe. Niemand könne sagen, dass dies nicht auch heute möglich wäre.

Damit ist Wolf zu 100 Prozent auf der Linie von Piketty. An anderer Stelle hat er auch über die Verfehlungen im Finanzsystem und die Schuldenwirtschaft in gleicher Deutlichkeit geschrieben. Jetzt muss er nur noch diese beiden Aspekte zusammenführen.

FT (Anmeldung erforderlich): Why inequality is such a drag on economies, 30. September 2014

1 Antwort
  1. Hartmut G. says:

    Guten Morgen,
    Martin Wolf, als erstes mal genau seine Vita lesen, IMHO ein perfekter Vertreter des sozial-industriellen Komplexes wie er im Bilder(berger)buch steht. Nun ja, dies soll sicherlich kein ad hominem Argument sein und auch nicht verschwörungstheoretisch abrutschen, aber man sollte es im Hinterkopf behalten, wer da was sagt.

    Wieso tauchen in der Liste der „schrecklichen Dinge“ eigentlich nicht die Hauptbelastungsposten und Probleme auf? Abgabenquote/Staatsquote?
    Diese selbsternannten „guten Ausklärer“ erwähnen auch leider nicht die von ihres gleichen künstlich errichteten Markteintrittsbarrieren (reglementarisch-staatlich, steuerlich als auch halbstaatlich-finanzwirtschaftlich), die es einem engagierten Arbeiter und/oder Mittelstandsangehörigen fast unmöglich machen aus einem abhängig beschäftigten Verhältnis in eine freie Marktwirtschaft über zu wechseln. Dort liegt das leider inzwischen komplett überbetoniert und vergrabene Potential für freies und reales Wirtschaftswachstum.
    Zufall oder Absicht derartiger Blindheit und Nebelkerzen, oder einfach nur ein weiterer gerissener Fabianer?
    mfG

    Antworten

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