Wer spielt mit dem Goldpreis?

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2013 war kein gutes Jahr für Investoren in Gold. Rund 500 US-Dollar hat die Feinunze an Wert verloren, von rund 1.700 auf etwas über 1.200 Dollar. In Internetforen hat dies zu vielen Diskussionen und einigen Verschwörungstheorien geführt. Es gibt gute Gründe für tiefere Goldpreise: Die US-Wirtschaft erholt sich, die Eurokrise scheint unter Kontrolle, Inflation ist keine Gefahr, und die Zinsen steigen wieder etwas, was die Opportunitätskosten erhöht. Und natürlich locken die Aktienmärkte mit beeindruckenden Kursgewinnen. Einmal abgesehen davon, dass wir uns eher im Auge des Orkans befinden und von einem wirklichen Ende der Krise keine Rede sein kann, gibt es noch weitere Aspekte, die zu denken geben:

  • Der Goldpreis wird überwiegend vom Terminmarkt und von „Papiergold“, also zum Beispiel Zertifikaten und Anlagefonds (ETF), bestimmt.
  • Die Nachfrage nach physischem Gold bleibt unverändert hoch. Mit jedem Preisrückgang hat diese Nachfrage weiter zugenommen.
  • Länder wie Indien haben Maßnahmen ergriffen, um den Import von Gold zu beschränken. Die dortige Bevölkerung sieht in Gold das Hauptinstrument zum Vermögenserhalt – eine Lehre aus anhaltend hoher Inflation.
  • China hat im großen Stil weiter Gold gekauft. Dahinter liegt sicherlich der Wunsch, aus dem US-Dollar und anderen Papierwährungen zu diversifizieren. Es kann aber auch Grundstein für eine Untermauerung des Renminbi sein, mit dem Ziel, der Währung international zu mehr Geltung zu verhelfen.
  • Es gab ganz eindeutige Manipulation im Markt. Erinnert sei an den Einbruch im Sommer letzten Jahres als ein einzelner Terminauftrag zu einem Durchbrechen verschiedener charttechnischer Hürden führte und den Goldpreis deutlich drückte. Kein normaler Investor würde einen solchen Großauftrag en bloc und unlimitiert geben – außer, er will einen Preiseffekt erzielen, um zum Beispiel Gold billiger kaufen zu können.

Nun berichtet die F.A.Z. von einem weiteren Fall der Marktmanipulation. Im besten Fall ist es wirklich nur das Spiel von Spekulanten. Im anderen der Versuch der Wirtschaftspolitik, durch fallende Goldpreise zu zeigen: Krise vorbei, alles im Griff.

Uns würden Goldpreise von unter 1.000 US-Dollar im Jahre 2014 nicht wundern. Wer noch kein physisches Gold besitzt, sollte dies als Chance nutzen, sich eine Versicherung in Form von einigen Münzen zu kaufen. Wer die Versicherung schon hat, soll sich wie mit jeder Versicherung verhalten. Fortführen, auch wenn es glücklicherweise bisher nicht gebrannt hat.

F.A.Z.: Wer spielt mit dem Goldpreis?, 7. Januar 2014

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