Was tun mit dem Geld? ‒ Robert Wyckoff

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In meinem Beitrag Was tun mit dem Geld (4) ‒ Im Einkauf liegt der Gewinn habe ich die Bedeutung der Bewertung zum Kaufzeitpunkt gezeigt. Entsprechend versuchen Value-Investoren unterbewertete Aktien zu identifizieren, eine Strategie, die erfahrungsgemäß zu einer Outperformance führt. Robert Wyckoff, Partner des Value-Managers Tweedy, Browne, erklärt in der FINANZ und WIRTSCHAFT, wo er trotz stolzer Börsenbewertung noch günstige Aktien findet:

  • „Die Bewertungen sind weltweit hoch. Im Vergleich zur US-Börse wirkt das Shiller-KGV für Europa zwar günstig, ist aber auch nicht ungemein attraktiv. Wir suchen nach Aktien, die zu zwei Dritteln ihres inneren Werts handeln. Solche Titel findet man kaum mehr.“
  • „Wir sind langfristige Investoren. Novartis respektive die Vorgängeraktie Ciba Geigy halten wir seit Mitte der Achtzigerjahre. Je nach Bewertung fällt unsere Position grösser oder kleiner aus, ganz abgestossen haben wir den Titel aber nie. In dieser Zeit hat Novartis einen überzeugenden jährlichen Gesamtertrag von rund 12% abgeworfen.“
  • „Der Anlagenotstand ist einer der Gründe, warum Aktien teuer sind – nicht aber, warum wir Novartis, Nestlé oder Diageo halten. Wir haben diese Positionen vor Jahren gekauft, als sie günstig waren. Gegenwärtig handelt Novartis zu einem Verhältnis aus Unternehmenswert zum Ebitda von 17. Das entspricht in etwa dem Preis, der für eine Übernahme des Unternehmens bezahlt werden müsste.“
  • „Wir haben seit 2009 Positionen in Öl- und Gasunternehmen aufgebaut. (…) Die erwähnten Gesellschaften sind finanzkräftig genug, um die Phase gedrückter Ölpreise durchzustehen und die Dividende zu halten. Zudem glauben wir nicht, dass die Ölpreise dauerhaft niedrig bleiben. Die marginalen Explorations- und Produktionskosten, die von Total oder Royal Dutch auf 90 bis 100 $ pro Fass geschätzt werden, liegen weit über den heutigen Kursen. Zudem sind die gegenwärtigen Überkapazitäten von 3 bis 4% bei sich erholender Nachfrage relativ schnell abgebaut.“
  • „In der Tat haben Aktien, die heute einen Abschlag zum inneren Wert aufweisen, oft schwerwiegende Probleme. Das ist aber nicht unüblich. Qualitätstitel wie Nestlé handeln nur in einem Bärenmarkt wie während der Finanzkrise oder bei temporären Schwierigkeiten im Unternehmen wirklich günstig.“ ‒ bto: Genau deshalb ‒ wenig handeln. Hin und Her machen Taschen leer.

FINANZ und WIRTSCHAFT: «Die Bewertungen sind weltweit hoch», 12. März 2015

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