Vollgeld?

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Ich habe beim Ludwig von Mises Institut kein Plädoyer für Vollgeld erwartet. In seinem Beitrag beschäftigt sich Professor Hülsmann sehr ausgewogen mit dem Thema. Zwar überwiegt die Skepsis, jedoch ist es nicht eine absolute Ablehnung. Ein Zeichen dafür, dass sich beide Seiten aufeinander zubewegen, wie auch im hervorragenden Buch von Thomas Mayer? Auszüge:

  • „Die Grundidee des Vollgelds besteht darin, die Geldschöpfung durch private Geschäftsbanken zu verbieten, so dass (1) nur noch der Staat bzw. seine Dienststeller (Zentralbanken) Geld produzieren können und (2) die Geschäftsbanken nicht mehr selber auf die Einlagen ihrer Kunden zurückgreifen können.“
  • „Die Geschäftsbanken würden dann weiterhin als Finanzintermediäre tätig sein, aber sie dürften nur noch jene Summen verleihen bzw. investieren, die andere Kunden ihnen ausdrücklich geliehen hätten.“
  • „Insbesondere werden dort drei Argumente zugunsten der geplanten Reform genannt: Erstens könnten die Bürger nicht mehr zu Opfern von Bankenkrisen werden. Zweitens gäbe es weniger Bankenkrisen. Zum einen können die Geschäftsbanken nicht mehr ohne weiteres in die Verlegenheit eines massiven Liquiditätsengpasses kommen, da sie die Sichtguthaben ihrer Kunden nicht mehr selber verwenden. Zum anderen wird nun die Geldmenge einzig und allein von der Zentralbank gesteuert, und somit kann insbesondere verhindert werden, dass es durch ein unbotmäßiges Wachstum der Geldmenge zur Bildung von Finanzblasen kommt. Drittens würde die Reform die Finanzierung von Bürgern, Wirtschaft und Staat erleichtern.“
  • „In entwickelten Ländern kommt es nur selten vor, dass Sichtguthaben nicht ausgezahlt werden können. Das liegt daran, dass die Zentralbanken den Geschäftsbanken stets unter die Arme greifen, um eben solche Liquiditätsengpässen zu vermeiden. Es ist richtig, dass durch solche Rettungsaktionen die Geldmenge tendenziell steigt und somit die Knappheit des Geldes verwässert wird. Doch sie steigt eben nur marginal und keinesfalls in voller Höhe der bei der Rettung eingesetzten Summe.“
  • “ Sicherlich hätten die Geschäftsbanken unter Vollgeld weniger Liquiditätsprobleme. Aber gerade solche Probleme können wie gesagt ohnehin relativ leicht durch Liquiditätsspritzen der Zentralbank behoben werden. Die ständige Not der Geschäftsbanken, die seit einigen Jahren den Staat und die Zentralbanken zu immer neuen Interventionen auf Kosten des Steuerzahlers veranlasst, hat ganz andere Gründe. Sie ergibt sich vordergründig aus der extrem schwachen Kapitaldecke der Geschäftsbanken, und letztlich ist sie auf die Vollkaskoversicherung der Geschäftsbanken durch den Staat zurückzuführen.“
  • „Was bedeutet das nun für die Vollgeld-Initiative? Sie würde nur eine relativ unbedeutende Krisenursache ausmerzen. Die Hauptursache würde weiterhin fortbestehen. Die Initiative will ja gar nicht die Geldschöpfung an und für sich beseitigen. Sie will lediglich der privaten Geldschöpfung an den Kragen, und zwar mit dem ausdrücklichen Ziel, das Feld für die staatliche Geldschöpfung frei zu machen. Sie will nichts an der Politik der Nationalbank ändern, die auf eine ständige, wenn auch moderate Preisinflation abzielt. Dann aber bestünden die Anreize, die bereits zur gegenwärtigen Krise geführt haben, weiterhin fort. Die atemberaubende Schuldenwirtschaft der Geschäftsbanken beruht keineswegs nur – oder auch nur in erster Linie – auf der privaten Geldschöpfung. Sie beruht vielmehr auf der unbegrenzt möglichen Geldschöpfung durch die Zentralbanken dieser Welt (darunter die Nationalbank) und darauf, dass die Nationalbank (wie auch die anderen Zentralbanken) eine ständig positive Preisinflationsrate anstrebt.“
  • Entweder beseitigt die Vollgeld-Reform nur die Geldschöpfung durch die Geschäftsbanken, ohne dass es zu einer Änderung der Nationalbankpolitik kommt. Dann wird die Schuldenwirtschaft auch künftig fortgesetzt werden und das Ziel der Reformer (weniger Krisen) kann nicht erreicht werden. Oder aber die Vollgeld-Reform wird von einer radikalen Wende der Nationalbankpolitik begleitet. Dann gelangt man in kürzester Zeit zum völligen Geldsozialismus, und die Vollgeld-Reform an sich wird gänzlich überflüssig.“
  • „Man darf sich den Weg zu dieser Einsicht nicht durch ideologische Scheuklappen verbauen, etwa indem man argumentiert, es müsse zunächst die ‚private‘ Geldschöpfung durch die Geschäftsbanken ausgemerzt werden, bevor man über die ‚öffentliche‘ Geldschöpfung durch die Zentralbanken nachdenkt. Die Unterscheidung zwischen privat und öffentlich ist hier völlig zweitrangig. In jedem Fall muss zunächst und in erster Linie die Schöpfung von uneinlöslichem Grundgeld unterbunden werden, bevor es sich lohnt, auch an die Schöpfung der einlöslichen Sichtguthaben u. ä. zu denken. Auch wenn die Zentralbank privat geführt würde, müsste zuerst und zuvorderst ihre Grundgeldschöpfung abgestellt werden. Auch wenn staatliche Institutionen einlösliche Sichtguthaben schöpften, wären diese erst in zweiter Linie von Belang.“

Mises.Org: Vollgeld?, 10. November 2014

17 Antworten
  1. Dieter Krause says:

    Diese Austrians wie Hülsmann verwechseln ständig URSACHE MIT WIRKUNG! Die Zentralbanken der Welt zwingen die Privatbanken doch nicht, Geld bei ihnen aufzunehmen! Die Banken können auch darauf verziechten. Dann machen sie ben weniger Neugeschäft! Sie sichern deren Kredit- und Geldmengenexpansion in wirtschaftlichen Expansionszeiten nur ab! Die Zentralbank ist der NOTWENDIGE FINANZMARKTSTABILISATOR, ohne den die Dynamik des Kapitalismus gar nicht aufrechtzuerhalten wäre, weil es ständig riesige Bankenzusammenbrüche mit exorbitant negativen Folgen auf die Realwirtschaft gäbe (Hülsmann als exzzessiver Staatsgegner müßte übrigens auch gegen Bankensicherungsfonds sein!). Mehr dazu kann er – siehe unten – bei Hyman Minsky nachlesen! Was glaubt der Free-Banking-Theologe Hülsmann eigentlich, was losgewesen wäre, wenn die Zentralbanken in der Finanzkrise (Zusammenbruch des Interbankenmarktes nach der Lehman Brother-Pleite!) nicht interveniert hätten (und z.B. auch die AIG hätten pleite gehen lassen)? Die Realwirtschaft wäre um 50%(!) eingebrochen – und das vielleicht weltweit! Herr Hülsmann soll sein krude Markttheologie doch erst mal auf einer einsamen Insel ausprobieren! Mal sehen, ob es wenigstens dort funktioniert. Im übrigen haben die amerikanischen Banken 1913 die Fed selbst geschaffen! So wie die Reichbank 1875 auf Vorschlag der deutschen Banken installiert wurde. Die selber genau wußten, wie instabil ein kapitalistisches Bankensystem in einer kapitalistischen Wirtschaft ist und dass sie zwingend in Liquiditätskrisen einen Lender of last ressort benötigen. Der unter einer Golddeckung natürlich anders fungiert als heute. – Diese staatshassenden Libertären sind ideologiosch genauso schlimm wie die Kommunisten – nur mit anderem Vorzeichen! Hätte China 1980 – im Zuge seiner wirtschaftlichen Reformen – gleich seine Finanzmärkte mit liberalisiert, hätte es bis heute nur ein Wirtschaftswachstum von 3% (stat 10%) gehabt (wenn überhaupt), drei Bankenkrisen und einen Bürgerkrieg!

    Der Prophet der Instabilität / Mark Dittli (FuW)

    In den Jahren seit dem Ausbruch der Finanzkrise ist der Name des Amerikaners wieder in der ökonomischen Debatte ­aufgetaucht; als «Minsky Moment» wurde die verhängnisvolle Periode im August 2007 bezeichnet, als das Finanzsystem ­begann, aus den Fugen zu geraten. Angesichts der heutigen Renaissance Minskys geht leicht vergessen, dass er während ­seiner akademischen Karriere ein Randdasein fristete, kaum ernst genommen in der Mainstream-Ökonomie.

    Das war ein folgenschwerer Fehler. ­Hyman Minsky befasste sich als Ökonomieprofessor mit dem Finanzsektor und der Rolle, die dieser in der Realwirtschaft spielt. Er zeigte, dass das Finanzsystem ­inhärent instabil ist (im Free-Banking-System von Hern Hülsmann wäre das noch viel schlimmer!), zu Übertreibungen und Krisen neigt. Wer seine hauptsächlich in den Siebziger- und Achtzigerjahren verfassten Schriften liest, findet erschreckend präzise Parallelen zu den Ereignissen von 2007 und danach. Lebte Minsky heute noch, könnte er zu Recht ein «Ich habe es ja gesagt» in die Runde werfen.

    Hyman Philip Minsky, 1919 als Sohn jüdischer weissrussischer Immigranten in Chicago geboren, studierte Mathematik und Ökonomie an der University of Chicago. Master- und Doktortitel in Ökonomie erlangte er an der Harvard University, sein Doktorvater war Joseph Schumpeter. Nach dem Studium folgten Lehraufträge an der Brown University sowie in Berkeley. 1965 übernahm Minsky einen Lehrstuhl an der Washington University in St. Louis, den er bis 1990 behielt. Danach forschte er weitere sechs Jahre bis zu seinem Tod am Levy Economics Institute.

    Auf einen simplen Satz reduziert war der Kern von Minskys Lehre die Suche nach dem wahren Keynesianismus. Hierzu ein kurzer Exkurs: John M. Keynes löste 1936 mit der «General Theory of Employment, Interest, and Money» in der Volkswirtschaftslehre eine Revolution aus. Das Werk war jedoch in vielen Belangen bruchstückhaft, und Keynes hatte die Absicht, auf etliche Aspekte näher einzugehen. 1937 erlitt er jedoch einen Herzinfarkt und konnte mehrere Jahre kaum arbeiten. Später absorbierten ihn der Weltkrieg und seine Arbeit an der Konzeption des Bretton-Woods-Systems. 1946 starb Keynes; er kam nicht mehr dazu, die General Theory zu verfeinern. Das Werk blieb eine Art Bibel, deren Interpretation anderen überlassen war.

    Diesen Part übernahmen John Hicks und später Alvin Hansen sowie Paul Samuelson. Sie erschufen auf Basis der General Theory die sogenannte neoklassische Synthese, die Lehrbuchökonomie, die ab den Fünfzigerjahren zum Mainstream wurde.

    Grundannahme der neoklassischen Synthese ist das Equilibriumsmodell, das besagt, dass die Wirtschaft stets ein Gleichgewicht sucht. «Die populäre, mathematisch hergeleitete Modellierung der General Theory, besonders in der Gestalt des IS/LM-Modells von Hicks (…), tut sowohl dem Geist als auch dem Gehalt von Keynes’ Werk Gewalt an.»Herzstück der Hicks’schen Interpretation der General Theory war das IS/LM-Modell, das den Markt für Güter und den Markt für Geld im Gleichgewicht darstellt. In diesem Modell ist Geld eine neutrale Grösse, es entsteht exogen, durch die Entscheide der Zentralbank. Der Finanzsektor wird daher weitgehend ausgeblendet respektive als irrelevant betrachtet. Das Finanzsystem ist nichts anderes als ein Mechanismus, um Geld von Sparern zu Investoren zu transferieren.

    Vom Wesen der Ungewissheit

    Minsky sah in der neoklassischen Synthese eine Perversion von Keynes’ Lehre. «Die mathematisch hergeleitete Modellierung der General Theory transformierte Keynes’ Theorie in ein das Gleichgewicht suchendes System», schrieb er: «Sie tut ­sowohl dem Geist wie auch dem Gehalt von Keynes’ Werk Gewalt an.» Die Ausblendung des Finanzsektors hielt er für eine absurde Abstraktion der Realität.

    Minsky verstand sich sehr wohl als Keynesianer, aber für ihn lag der Schlüssel in der Interpretation der General Theory in deren Kapitel 12. Dieses befasst sich mit der Rolle der Spekulation an den Märkten, mit Massenpsychologie und Herdentrieb. In ihrer Versessenheit auf mathematische Modelle hätten Hicks und seine Nachfolger vergessen, wie wichtig für Keynes der ­Begriff der Ungewissheit war und was diese für die Entscheidungsfindung von Investoren bedeute, warnte er.

    Schon in den späten Fünfzigerjahren prophezeite Minsky, die populäre Auslegung des «Keynesianismus» werde zu Inflation und finanzieller Instabilität führen. Zwanzig Jahre später sollte sich die Warnung bewahrheiten.

    1975, mittlerweile war der populäre Keynesianismus angesichts steigender ­Inflationsraten diskreditiert, publizierte Minsky sein erstes grosses Werk mit dem Titel «John Maynard Keynes». Er sah es als Versuch, die wahre Substanz der General Theory, die Rolle der Finanzbeziehungen in einem fortgeschrittenen kapitalistischen System, ans Licht zu bringen. Die Mainstream-Ökonomie hatte den Finanzsektor wegrationalisiert: Minsky setzte ihn ins Zentrum seiner Arbeit.

    1986 legte er mit seinem zweiten Werk, «Stabilizing an Unstable Economy», nach. Darin formulierte er seine Hypothese der finanziellen Instabilität, die zu seinem Hauptvermächtnis werden sollte.

    «Ein komplexes Finanzsystem wie das unsere generiert destabilisierende Kräfte. Depressionen sind natürliche Konsequenz des ungehinderten Kapitalismus (…). Das Finanzsystem kann nicht dem freien Markt überlassen werden.»Nach Minsky – in diesem Punkt folgt er Schumpeter – ist das kapitalistische ­System nicht stabil. Es findet kein Equilibrium; das Gleichgewicht ist bloss eine Station auf dem Weg von einem Ungleichgewicht ins nächste. Der Grund dafür liegt im Verhalten der Marktakteure: Gefühlte Stabilität in der Gegenwart verleitet sie dazu, immer risikofreudiger zu werden – was den Grundstein für die nächste Krise legt. «Stabilität führt zu Instabilität», beschrieb Minsky sein Paradoxon.

    Die zentrale Rolle in diesem Prozess spielt der Finanzsektor. Nach Minsky – und Schumpeter – entsteht Geld nicht exogen, sondern endogen, innerhalb des Wirtschaftssystems, «aus dem Nichts», durch die Kreditschöpfung der Banken (der Banken – nicht der Zentralbank! Die begleitet diesen Prozeß nur – und versucht ihn zu stabilisieren! Natürlich auch mit Blick auf die Realwirtschaft – in den USA auch die Arbeitslosigkeit – und die Inflation. – Liese sich mit Vollgeld viel leichter realisieren, weil dann der Staat zusätzlich stabilisierend mit ins Boot käme – noch mal die Zusammenhänge in der VGR anschauen, Austrians!). Diese befeuert den Gang der Wirtschaft und treibt die Spekulation an.

    Minsky unterschied zwischen drei Zuständen in der Finanzierungsstruktur von Unternehmen oder Personen: Abgesichert («Hedge»), Spekulativ und Ponzi. Im ersten Stadium erwirtschaften die Schuldner aus ihrer Arbeit genügend Cashflow, um die Zinslast zu bedienen und die Schulden allmählich abzuzahlen. Im zweiten Stadium reicht der Cashflow nur zur Bedienung der Zinsen, aber nicht zur Amortisation der Schuld. Ein spekulativer Schuldner ist darauf angewiesen, dass er seine Kredite am Fälligkeitstermin durch neue ablösen kann. Das letzte Stadium im ­Zyklus nannte Minsky Ponzi, nach dem Hochstapler Charles Ponzi, der in den Zwanzigerjahren mit einem Pyramidensystem 15 Mio. $ ergaunert hatte. In diesem Stadium reicht der erarbeitete Cashflow des Schuldners nicht einmal mehr, um die Zinsen zu bedienen. Um über Wasser zu bleiben, muss er darauf zählen, dass sich der Wert der Anlagen in seiner Bilanz laufend erhöht.

    Mit diesem Modell erklärt sich das Minsky-Paradoxon, wonach Stabilität zu Instabilität führt: In einer gesunden Wirtschaft sind die meisten Kredite an abgesicherte Schuldner verliehen. In der gefühlten Stabilität werden diese jedoch risikofreudiger und nehmen immer mehr Schulden auf, um verheissungsvolle Investitionsprojekte zu realisieren. Die Banken agieren in dieser Phase nicht als Korrektiv, sondern ­legen ihre Risikoscheu ebenfalls ab und vergeben immer freimütiger Kredit (Behavioral Finance!). Der Kreislauf treibt sich in die Höhe, bis die Wirtschaft aus zahlreichen spekulativen oder Ponzi-Schuldnern besteht – und höchst fragil geworden ist.

    Die Bändigung des Biestes

    Irgendwann kippt dann die Stimmung. Schlagartig können sich Schuldner nicht mehr refinanzieren, die Banken frieren die Kreditvergabe ein, die Preise von Vermögenswerten geraten ins Rutschen, Notverkäufe beschleunigen den Prozess. Die deflationäre Schuldenliquidation beginnt. (nach Lehman Brother und der amerikanischen Hypothekenkrise)

    Für den Ausbruch der Krise ist kein exogener Schock nötig. «Instabilität entsteht durch die Mechanismen innerhalb des Systems, nicht ausserhalb», schrieb Minsky, «unsere Wirtschaft ist nicht instabil, weil sie durch den Ölpreis oder Kriege geschockt wird. Sie ist instabil, weil das in ihrer Natur liegt.» In beiden Extremen des Ungleichgewichts, im Spekulationsboom wie in der deflationären Schuldenliquidation, entsteht kein Korrektiv: Der Boom nährt sich selbst, genauso wie sich die Wirtschaft in der Depression immer weiter in die Tiefe schraubt.

    Minsky sah nur eine Möglichkeit, das Biest zu bändigen. In den extremen Phasen des Ungleichgewichts muss der Staat einspringen. In der Depression bedeutet das fiskal- und geldpolitische Stützung, um die selbstzerstörerische deflationäre Schuldenliquidation zu stoppen. Als Korrektiv im Boom sah Minsky vor allem institutionelle Bremsen im Bankensektor: Er empfahl harte Eigenmittelanforderungen für die Banken sowie Beschränkungen in ihrer Gewinnausschüttung. Grossbanken, deren Bilanz eine winzige Eigenkapital­decke aufweist, waren Minsky ein Gräuel. «Ein komplexes Finanzsystem wie das Unsere generiert auf endogenem Weg gefährliche destabilisierende Kräfte», schrieb er, «Depressionen sind eine natürliche Konsequenz des ungehinderten Kapita­lismus.» Und in letzter Konsequenz: «Das Finanzsystem kann nicht dem freien Markt überlassen werden.»

    Das Ende der Geschichte

    Es erstaunt kaum, dass Minsky mit diesen Ansichten in den Achtzigern keine Chance hatte. Eine Theorie des Ungleichgewichts war damals weltfremd. Neukeynesianer, Neoklassiker, Monetaristen sowie die Anhänger der österreichischen Schule waren sich in der Annahme einig, dass das Wirtschaftssystem – zumindest in der langen Frist – in ein Gleichgewicht strebt. Es war die Zeit der Theorie der rationalen Erwartungen, der effizienten Finanzmärkte, untermauert mit der Präzision mathematischer Modelle. Es war die Zeit der Deregulierungswellen im Bankensektor, gestartet unter Reagan und Thatcher, fortgesetzt in den USA unter Bill Clinton. Es war die Zeit der «grossen Moderation», mit robustem Wachstum und flachen, harmlosen Rezessionen. Sogar die Inflation war besiegt. Es war das «Ende der Geschichte» in der Ökonomie.

    Für Hyman Minsky war in dieser Welt kein Platz mehr. Nur ein verlorenes Grüppchen Post-Keynesianer scharte sich noch um ihn. 1996 starb er an Krebs.

    Vier Jahre später war Minsky in den «Essays on the Great Depression» des Princeton-Professors Ben Bernanke nur eine Fussnote wert. Ein exzessiver Schuldenaufbau – wie von Minsky gewarnt – sei in einer freien Marktwirtschaft gar nicht möglich, weil das irrationales Verhalten der Marktteilnehmer voraussetzen würde. «Und das», schrieb der spätere Chef der US-Notenbank, «ist kaum vorstellbar.»

    Zur selben Zeit begann am US-Häusermarkt ein beispielloser, von Krediten befeuerter Anstieg der Preise. Dasselbe Muster war in Spanien, England, Irland zu beobachten. Überall explodierte die Kreditschöpfung, überall regierte der spekulative Exzess, bereitwillig angetrieben von den Banken (Hallo Herr Hülsmann – angetrieben von den PRIVATBANKEN!). Überall konnten lehrbuchmässig die drei Stufen von Minskys Instabilitätshypothese beobachtet werden. Und dann kam es zum Knall, der beinahe das globale Finanzsystem in die Tiefe riss.

    «Hyman Minsky ist der analytischste und überzeugendste aller zeitgenössischen Ökonomen, die in exzessivem Schuldenaufbau die Achillesferse des ­Kapitalismus sehen», schrieb der Ökonom James Tobin 1987 in einer Besprechung von «Stabilizing an Unstable Economy».

    Hätte man bloss auf ihn gehört.

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  2. Hartmut G. says:

    Was ich bei der ganzen Vollgeld-Jubelei nicht verstehe:
    WIR HABEN BEREITS VOLLGELD!!!

    Geschäftsbanken können kein Geld schaffen. Sie können Bilanzen und Konten ausweiten und diese auf dem Interbankenmarkt hin- und herschieben (nach lustigen Vorschriften, die sich der glorreiche Beamtenstaat ausgedacht hat), aber eben gerade kein Geld schaffen, das kann nur der „glorreiche staatliche Lender-of-last-resort“ aka „die Vollgeld-Druckerpresse“ aka Zentralbank.
    Wer sein (Voll)Geld behalten möchte, muss es nunmal selber in die Hand nehmen, wer sein (Voll)Geld nicht behalten möchte, bringt es zur Bank oder leiht es dem Penner von Nebenan, dann hat es eben jemand anderes, ob man es in welcher Höhe wann wiederbekommt ist nunmal persönliche Spekulation.
    mfG

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  3. Dieter Krause says:

    1.) Alles ein bisschen kompliziert! Aber im Kern sind alle Giroguthaben bei Banken KREDITE AN DIE BANKEN! Wobei man hier wohl auch zwischen BAREINZAHLUNGEN (Geld höherer Ordnung, da von der Zentralbank) mit Geld niederer Ordnung (Geld geschaffen von den Banken per Bilanzausweitung z.B. durch Kreditvergabe) unterscheiden muss. Bei Insolvenz einer Bank sind auch die Giroguthaben weg. Weil – wenn das öfter passieren würde – der ganze Finanzmarkt erheblich betroffen wäre (bis hin zur Auflösung der Girokonten und der Hortung von Bargeld), gibt es die Staatsgarantien für die Bürger (bis 100.000 Euro) und die quasi Bankgarantien durch die Zentralbanken! Ist im Kern aber eine extreme Marktverzerrung. Vor allem dann, wenn man Banken als normale Unternehmen betrachtet (was sie aber nicht sind, da sie als einzige Geld selber aus dem Nichts erschaffen können). Um die Negativeffekte in Grenzen zu halten (permanente Instabilität der Finanzmärkte a la Minsky), greifen hier Staaten (Haftung für Guthaben, Zwangsrekapitalsierung der Banken) und die EZB (Billigzinsen, Ankauf auch von schlechten Sicherheiten) immer wieder ein.
    2.) Vollgeld würde die Haftung minimieren, die Instabilität zyklischer Kreditvergaben auch (überträgt sich durch Bust & Booms immer auch stark auf bestimmte Bereiche der Realwirtschaft wie den Immobilienmarkt) und auch den Hang zu exzessiver Verschuldung bremsen. Negativ wäre freilich, dass am Ende die Zentralbank als eine Art Supermonopolist (für die Austrians der größte Horror!) dastünde, da nur noch sie allein Geld neu schaffen dürfte (Ausweitung der Geldmenge dann aber strikt an das voraussichtliche Wirtschaftswachstum gekoppelt). Inflationsziel wäre dann aber wirklich auch NULL (was mir bei Vollgeld durchaus erreichbar erscheint, zumal auch Deflationen mit Vollgeld relativ leicht verhindert werden könnten)! Also maximale Geldwertstabilität. Auch würden hier wohl die Staaten ab und an den Banken Kredite mit geben – und nicht wie bisher die Banken den Staaten (also Umkehrung des jetzigen Modells – zumindest teilweise)! Aber die Efficient-Market-Hypothesis ist bei Finanzmärkten eh Bullshit. Der Finanzmarkt funktioniert nur im Kopf von einigen Ökonomen so!
    3.) Ein Problem bei Vollgeld könnte vielleicht die verringerte Dynamik der Wirtschaft sein, wenn es in Aufschwungphasen nur begrenzt Kredit gäbe, da die Banken nicht mehr selber Fiat Money schaffen dürfen (Börsenaufschünge und -abschwünge würden, da dafür einfach das neue Geld fehlt, viel sachter verlaufen). Ich halte immer noch die Vorteile von Vollgeld für größer als dessen Nachteil! Nur muss das alles noch mal sehr genau mit detailierten Studien und Simulationen unterlegt werden. Es könnten am Ende in einem Vollgeld-Staat auch begrenzt Kapitalverkehrskontrolle notwendig sein.
    4.) Was die Austrians wollen (also Hülsmann & Co.) sind konkurrierende Privatwährungen! Die am Ende wohl Deutsche Bank & Co., VW und Aldi einführen sollen. Schlicht irre! FREE BANKING funktionierte schon mit Metallgeld & Banknoten (USA im 19. Jahrhundert) schlecht; mit reinem Papiergeld wäre es der helle Wahnsinn (Produktionskosten dafür praktisch null)! Auch weil die privaten Emittenten permanent straff überwacht werden müßten. Dann wohl ein neuer Job für die Ratingagenturen oder? Würde der erste Privatgeldemittent aber pleite gehen, käme es auch bei anderen Privatwährungen sofort zu einer Panik! Die Regierung, die solche Privatwährungen einführt, ist die, die gern einen Bürgerkrieg in ihrem Land anzetteln will. Ginge mit der Einführung von Privatwährungen und Papiergeld wohl ganz einfach! Politiker mögen manchmal ein bisschen verrückt sein, ABER SO VERRÜCKT sind sie dann doch nicht.

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    • Hartmut G. says:

      „Bei Insolvenz einer Bank sind auch die Giroguthaben weg.“

      Sagt wer? Ist wohl eher eine Frage der Insolvensordnung für Banken und die Reihenfolge der Gläubiger bzw. Verbindlichkeiten.
      Aber nein, jeder „Non-Austrian“ und bekennender Etatist und Zentralplaner hasst bekanntlich den Rechtstaat mit verlässlichen und gnadenlosen Regeln, die für JEDEN zu JEDER Zeit gelten, raus kommt dann so ein EUDSSR Mist wie auf Zypern.

      „käme es auch bei anderen Privatwährungen sofort zu einer Panik!“

      Also bei „meiner Privatwährung“ Gold ist bisher die Panik ausgeblieben, eigentlich schon die letzten 3000 Jahre… Die Währung Gold mußte bisher auch noch nie „gerettet“ werden. Schon komisch oder?

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  4. Dieter Krause says:

    Warum haben denn dann ALLE STAATEN die Golddeckung aufgegeben? Aber diese Frage ist schon zu hoch für Sie. Weil Sie überhaupt keinen vernünftigen Begriff des Staates haben, also eines modernen Staates, keines Austrian-Nachtwächterstaates! Im übrigen: Wo gibt es denn einen so freien Markt, wie ihn die Austrians immer propagieren (ein Markt, der noch freier wie im 19. Jahrhundert wäre)? Es gibt keinen. Weil es in permanenten horriblen Wirtschaftskrisen enden würde, noch viel größeren als gegenwärtig, da eine kapitalistische, finanzmarktgetriebene Wirtschaft sich IMMER im Ungleichgewicht befindet, Krisen dort also inhärent sind! – PS.: Sie sind bestimmt auch für die Schweizer Goldinitiative oder? Warum sind eigentlich ALLE DORTIGEN PARTEIEN, die SNB und die WIRTSCHAFT dagegen? Warum?
    http://www.nzz.ch/meinung/debatte/katastrophale-wirkung-1.18423581 (Das Klumpenrisiko in Gold)

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    • Hartmut G. says:

      „Warum haben denn dann ALLE STAATEN die Golddeckung aufgegeben?“

      Das hat Alan Greenspan in seinem Essay: „Gold and economic freedom“ sehr schön zusammengefasst.
      Kleiner Tipp: Kriege&Sozialstaat und kollektive Korruption passen nunmal nicht so recht zu einem Goldstandard.
      Im übrigen hat die USA (u.a.) nicht die Golddeckung aufgegeben, sie waren schlichtweg pleite und konnten ihren Verpflichtungen nicht nachkommen. Denn wenn schon bei $35/oz dieses nutzlose barbarische Relikt nicht geliefert werden konnte, warum reichen selbst heute bei $1200/oz die Reserven noch nicht einmal für einen Monat Defizitspending?

      Ein Markt ist natürlich nur so lange frei, so lange es keinen Zwang gibt. Zwang ist aber nunmal der Inbegriff, die Natur, quasi die Definition von Staat, sei es durch Monopole oder durch Interventionismus.
      In ihren Augen ist wahrscheinlich ein Staat um so übermächtiger und brutaler er agiert, um so „moderner“. Prost Mahlzeit.

      P.S.
      Die Schweizer Goldinitiative hat mit einem Goldstandard so überhaupt nichts zu tun. Es geht darum, welche Art von Reserven die SNB hält. z.Z. druckt diese SFr. und stapelt im Gegenzug Euro und Schuldscheine von anderen im Keller bis zum Umfallen, weil eine schwächere Währung sei ja „gut“. Super schlaue Entscheidung, schon klar, aber egal, geschenkt. Alle Parteien sind im übrigen nicht dagegen, zumindest die SVP ist für Gold anstelle beliebig gedruckter Euros. Ist auch hier schon wieder ein komischer Zufall, das weltweit alle rot-grün-versifften Etastisten Gold hassen wie die Pest.
      Der „Wirtschaft“ ist im übrigen alles Recht, was Gewinne in ihre Taschen bringt, als deutscher Exporteur und Großverdiener freue ich mich auch über eine bessere Wettbewerbsposition meiner Produkte, was kümmert mich da mein eigenes Land, oder was die Arbeiter am Ende des Tages sich für ihren Lohn kaufen können.
      Und richtig amüsant ist es, die Interviews mit den Politikern zu hören, warum Goldreserven schlecht seinen. Unglaublich welche Dummheit denen aus dem Gesicht springt. Aber das sind ja bekanntlich genau die Menschen, die einen „modernen Staat“ ausmachen und von denen Sie sich gerne Ihr Leben diktieren lassen.

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      • Daniel Stelter
        Daniel Stelter says:

        Also, ich sehe die Krise, die wir sehen, sehr wohl als Folge des Papiergeldsystems und vor allem der großen Koalition von Staat, Banken und anderen Profiteuren, die ein Interesse an der Fortsetzung dieser Politik haben. Zugleich haben wir in der Tat eine Fehlsteuerung in unserer Wirtschaftspolitik, die zu einseitig auf Exporte setzt und damit keinen echten Wohlstand schafft ‒ wenn diese Kredite nicht bedient werden. Deshalb verstehe ich auch die Goldinitiative sehr gut, sie entspringt dem Wunsch, mit den Überschüssen einen nachhaltigen Wert zu bekommen, statt haltlose Versprechen von überschuldeten Schuldnern. Das Problem sind die Inflexibilität und der Zeithorizont. Sieht man es als eine Sache der Generationen spricht nichts gegen Gold als Werterhalt. Auch eine Art Sovereign Wealth Fund für die Schweiz, der Aktien und andere Realwerte kauft, wäre nicht schlecht.
        In Summe glaube ich sehr wohl an die Märkte. Diese wurden nur in den letzten Jahren ausgehebelt. In einem soliden Bankwesen gehen Banken, die schlechte Kredite gegeben haben, pleite. Punkt. Heute haben sie eine implizite Garantie und insofern stimmt es, dass wir faktisch in einem Staatsgeldsystem leben.
        Richtig wäre eine Rückkehr zu den alten Grundsätzen, was die Begrenzung des Kreditwachstums ermöglichen würde. Auch ein wettbewerbsbasiertes Vollgeldsystem wäre denkbar. Sicherlich darf Geldschöpfung nicht von der Politik bestimmt werden ‒ denn wohin das führt, erleben wir jetzt. Damit setzte ich mich voll zwischen die Stühle dieser Diskussion: Der Staat ist für mich ein großes Problem, weil Hauptursache der Krise ‒ und er ist die Lösung. Wir müssen eben ändern, wie der funktioniert. Das der Wohlfahrtsstaat zu Schulden wie nach einem Krieg führt, ist ein massives Warnsignal!

  5. Dieter Krause says:

    Warum wurde die Golddeckung aufgegeben? Hier eine gute Beschreibung, auch wenn ich nicht alles dazu so teile: Der Goldstandard konfligierte mit den politischen Anforderungen einer Kriegswirtschaft. Vor allem für Deutschland, dass 1914 – nach Kriegsbeginn – sofort von den internationelen Kapitalmärkten ausgeschlossen war. Also Umstellung des Krieges auf Binnenfinanzierung (nur im Außenhandel mit Gold).

    Ein Krieg kann aber nur finanziert werden, wenn ausreichend Geld für Militärausgaben zur Verfügung stehen. Die Regeln des Goldstandards lassen dies jedoch nicht zu. Die logische Folge war demzufolge die Abschaffung des Goldstandards, indem folgende Maßnahmen angewendet worden:

    a.) Aufhebung des freien Verkehrs von Waren, Kapital und Gold.
    b.) Aufhebung der Goldeinlösepflicht der Notenbanken.
    c.) Aufweichung der Deckungsvorschriften. Neben Gold wurden auch Schatzwechsel als „Deckung“ zugelassen.

    Mit der Abschaffung des Goldstandards war es den Staaten möglich – durch das Anwerfen der nationalen Notenpresse – Geld ohne ausreichende Deckung faktisch aus dem Nichts zu erzeugen und so den Krieg zu finanzieren. Und die Staatsverschuldung in ungeahnte Höhen zu treiben. (So wuchs beispielsweise die deutsche Geldmenge von 1914-1918 von 9 Milliarden RM auf 52 Milliarden RM an.)

    Ohne die Abschaffung des Goldstandards hätten die einzelnen Länder schon nach wenigen Kriegstagen ihre Verpflichtungen nicht erfüllen können, hätten sich für bankrott erklären müssen und der Krieg wäre vorbei gewesen. Die Jahre nach dem 1. Weltkrieg waren durch Hyperinflationen, Reparationszahlungen und wild fluktuierende, freie Wechselkurse gekennzeichnet. Die Rückkehr zum weltweiten Goldstandard war zwar beabsichtigt, scheiterte aber in der Konferenz von Genua 1922 am Widerstand der Briten, die als Kriegsgewinner den völlig unrealistischen englischen Paritätskurs aus den Vorkriegsjahren beibehielten und ihr Pfund nicht abwerteten. Im Alleingang führte England 1926 unter Schatzkanzler Churchill den Goldstandard wieder ein. Allerdings versäumte man, die Parität und den Kurs den aktuellen Erfordernissen anzupassen. Das Resultat war eine massive Wirtschaftskrise, Streiks und beinahe ein Volksaufstand.

    Aber auch die politischen und sozialen Voraussetzungen für den Goldstandard waren nicht mehr gegeben. Viele Länder, besonders die USA, hielten sich nicht an die Spielregeln des Goldautomatismus.
    Die USA besaßen in den Jahren 1920/22 ca. 70 % der globalen Goldreserven. Das in die USA fließende Gold (Zahlungen von Kriegsmaterial, Fluchtgold,…) wurde sterilisiert, das heißt, für den Geldumlauf unwirksam gemacht. Nach den Regeln des Goldstandards hätten die USA für das Gold so viel zusätzliches Geld ausgeben müssen, dass sie immer weiter inflationiert hätten. Der Zwang, das umlaufende Geld (notfalls durch Nullzins) so auszuweiten, dass sich die Zahlungs- und damit Goldströme wieder umgekehrt hätten, fehlte vollkommen.

    Und Deutschland? Auf das Deutsche Reich kam die Forderung der Siegermächte zu, die Reparationen in Gold zu bezahlen. Das aber hätte nur vollständig funktionieren können, wenn das Deutsche Reich eine aktive Handelsbilanz hätte aufweisen können (laut Keynes, in der bekannten Abhandlung: „How to pay for the War?“). Die USA und alle anderen Siegermächte verhinderten dies und so war Deutschland hoffnungslos verloren, lange bevor Hitler kam.

    Deutschland nahm nur Kredite („goldgedeckte Anleihen“) auf, um die Reparationen bezahlen zu können, die im Dawes- und Young-Plan festgeschrieben waren. Eine Zeitlang funktionierte das sogar und das Deutsche Reich konnte vorübergehend eine Art Goldstandard aufweisen. Dennoch schlitterte das Deutsche Reich immer tiefer in die Krise. Die Hauptgründe waren das Gewerkschaftsmonopol (keine Marktlöhne) und die 3.500 Kartelle, dessen Monopolprämien der Markt nicht bezahlen konnte, da der Goldstandard die entsprechende Zusatzverschuldung verhinderte. Die Folge war eine hohe Dauerarbeitslosigkeit, die Reichstagsauflösung 1930 (Budget für die Zuschüsse an die Arbeitslosenversicherungen waren nicht gedeckt) und die Machtergreifung durch die Nazis nach den Neuwahlen im September. Daraufhin zogen die ausländischen Gläubiger kurzfristige Kredite zurück, die so zu einem Liquiditäts-Engpass führten und mit der großen Bankenkrise (es begann mit der Danat-Bank im Juli 1931,…) endete.
    Das Deutsche Reich stellte seine Goldzahlungen ans Ausland ein. Es kam zur Wirtschaftskrise und letztendlich zur Ernennung Hitlers zum Reichskanzler….

    Die Rückkehr zum Goldstandard in den 1920er Jahren erwies sich als einer der größten Flops in der Wirtschaftsgeschichte. Hauptgrund und Verursacher waren die USA, die mit ihrer Politik der Neutralisierung des Goldzuflusses die größte Krise in der Wirtschaftsgeschichte verursachten.
    Mit dem Austritt der USA aus dem Goldstandard im Jahre 1932 brach das System endgültig zusammen.

    Golden Instability – By Paul Krugman

    August 26, 2012 3:18 pmAugust 26, 2012 3:18 pm

    Say this for the GOP: by resurrecting the very bad, no good, truly awful idea of a gold standard, they’ve given us something to talk about.Matthew O’Brien makes one obvious point: anyone who believes that the gold standard era was marked by price stability, or for that matter any kind of stability, just hasn’t looked at the evidence. The fact is that prices have been far more stable under that dangerous inflationist Ben Bernanke than they ever were when gold ruled.

    I’d like to offer a different take. There is a remarkably widespread view that at least gold has had stable purchasing power. But nothing could be further from the truth. Here’s the real price of gold — the price deflated by the consumer price index — since 1968:

    That’s a pretty huge range of variation. What’s going on?

    Well, there may be bubble aspects, but there’s also a pretty clear (and economically understandable) relationship between the real price of gold and the real interest rate: when real rates are low, real gold prices are high. And when are real rates low? High inflation can do that, as it did in the late 1970s; but so can a severe economic slump due to a deleveraging shock, as in recent years.

    What does that tell us about how a gold standard would work? Faced with the kind of shock we’ve just experienced, the real price of gold would “want” to rise. But under a gold standard, the nominal price of gold would be fixed, so the only way that could happen would be through a fall in the general price level: deflation.So if we’d had a gold standard operating in this crisis, there would have been powerful deflationary forces at work; not exactly what the doctor ordered.

    Now, the gold bugs will no doubt reply that under a gold standard big bubbles couldn’t happen, and therefore there wouldn’t be major financial crises. And it’s true: under the gold standard America had no major financial panics other than in 1873, 1884, 1890, 1893, 1907, 1930, 1931, 1932, and 1933. Oh, wait.

    The truth is that returning to gold is an almost comically (and cosmically) bad idea.

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  6. Dieter Krause says:

    Hier noch mal was zum Staat aus ökonomischer Sicht! Ansonsten empfehle ich Ihnen mal den Aufbau einer Firma in Somalia oder in Syrien – viel Spaß! Billige Arbeitskräfte haben die ganz sicher. Aber auch ein paar Warlords! Und keine funktionierende Infrastruktrur.

    Der Staat als volkswirtschaftlich Handelnder

    Beim Staat finden sich durchaus einige Parallelen zum Unternehmen: Auch der Staat hat “Material”kosten für Gegenstände und Materialien, die er kauft. Ebenfalls hat er Ausgaben für Personal – zu letzterem kann man zur Vereinfachung auch Personen zählen, die auf staatliche Hilfeleistungen angewiesen sind. Das Pendant zu den Maschinen des Unternehmens ist die Infrastruktur, in die der Staat ebenfalls aus Einnahmen/Gewinnen (Steuern) oder aus Krediten investieren kann. Aber damit hören die Ähnlichkeiten auf.

    Zunächst einmal ist es prinzipiell Aufgabe und Ziel des Staates, das Wohl seiner Bürger zu optimieren und nicht seinen Gewinn (sonst wären die Steuern deutlich höher). Im Gegensatz zu Unternehmen hat er beträchtlichen Einfluss auf seine Einnahmen, weil er die Steuersätze selbst festlegt. Dagegen sind die Kosten für ihn schwieriger zu kontrollieren – bei einem Konjunktureinbruch zum Beispiel steigt die Zahl derer, die Arbeitslosenhilfe beanspruchen können, und diese Arbeitslosen kann der Staat im Gegensatz zum Unternehmen nicht einfach von seiner “Lohnliste” streichen. Vor allem aber ist er nicht von einem einzelnen Wirtschaftsbereich abhängig, sondern von der Gesamtwirtschaft, weswegen er von gesamtwirtschaftlich günstigen Entscheidungen Nutzen und von gesamtwirtschaftlich schlechten Entscheidungen Nachteile hat. Außerdem wirken sich manche Entscheidungen auf den Staat deutlich anders aus als auf das Unternehmen.

    Sinkende Gehälter im Land sind gut für Unternehmensgewinne, aber schlecht für Steuereinnahmen, weil neben der Lohnsteuer auch noch die Nachfrage zurückgeht. Wenn der Staat die Infrastruktur vernachlässigt, um seine Kosten zu senken, schadet er damit den Unternehmen, damit der Volkswirtschaft und damit seinen eigenen Einnahmen. Entlässt der Staat Personal, spart er ihre Gehälter, aber die Kosten für die Arbeitslosenversicherung steigen und die Nachfrage wird verringert. Senkt der Staat die Sozialausgaben, sinkt die Nachfrage nach Gütern ebenfalls, was Unternehmen dazu bringen kann, wegen geringerer Einnahmen selbst Personal abzubauen. Eine IWF-Studie über insgesamt 173 Konsolidierungsjahre in 15 Industrieländer kam zu dem Ergebnis, dass in Industrieländern mit sozialen Sicherungssystemen bei stabiler Wirtschaftslage eine Senkung der Staatsausgaben um 1% des BIP das gesamte BIP innerhalb von 2 Jahren um 0,5% senkt und die Arbeitslosenquote um 0,3% erhöht. Der Ökonom Larry Summers, Finanzminister unter Clinton und Wirtschaftsberater Obamas, zitierte in einem lesenswerten Meinungsartikel in der Financial Times eine andere IWF-Studie, derzufolge der Effekt noch größer sein kann: Wenn in Krisenzeiten, in denen der Staat der einzige solide Nachfrager ist, die wirtschaftliche Nachfrage einbricht, kann dieselbe 1%-Senkung der Staatsausgaben das BIP um 1-1,5% verringern und wird damit kontraproduktiv. In einem Unternehmen sind solche Effekte wie oben besprochen nicht möglich.

    Fazit: Volkswirtschaftliche Entscheidungen, wie sie der Staat treffen muss, sind wegen der vielfältigen Beziehungen in einer Volkswirtschaft oft deutlich komplexer als betriebswirtschaftliche. Ein Unternehmen kann seine Einnahmen nicht so leicht erhöhen wie ein Staat, sich aber auch mit Kostensenkungen nicht so leicht schaden. Wer also an volkswirtschaftliche Probleme – und dazu gehört eben auch der Staatshaushalt – betriebswirtschaftliche Maßstäbe anlegt oder sie mit seiner persönlichen Einnahme- und Ausgabensituation vergleicht, erzielt keine guten Ergebnisse. Eine Volkswirtschaft ist nun mal kein Unternehmen und erst recht kein schwäbischer Haushalt.

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    • Hartmut G. says:

      Hayek nennt das Anmaßung von Wissen. Sie glauben also, dass unsere Führungspappnasen über das bessere Wissen verfügen, schön für Sie.

      Ich glaube:

      1.) an „The Pursuit of Happiness“, Etatisten glauben hingegen, dass das Glück erst eintreten kann, wenn man andere dazu zwingt.

      2.) dass Unternehmer eben nunmal die besseren Entscheider sind, und wenn Sie es nicht sind, dann nimmt der freie Markt ihnen diese Entscheidungsfreiheit weg. Bei den netten Staatslenkern zählt jedoch nicht der Erfolg, sondern die Scheißhausparolen der Rattenfänger. Glauben Sie nicht? Nicht umsonst gehen hunderte Millionen Tote auf die Kappe der Staatsentscheider.

      Und wenn Sie mir schon mit Krugman kommen, der Typ sollte sich auf Geisteskrankheiten untersuchen lassen, zumindest ist es für mich nicht anders zu erklären, dass er nach den Anschlägen von 9/11, etwas positives darin sieht, dass Gebäude und Leben zerstört wurden, „immerhin sei dies gut für die Wirtschaft“.

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  7. Dieter Krause says:

    Sie sollten Ihre eigene Pursuit-of-Happiness-Community gründen! Fragen Sie mal in Afrika bei einem der dortigen Potentaten nach: Die werden Ihnen – gegen eine kleine Spende – bestimmt ein paar tausend Quadratkilometer Land für Ihren politischen Glücksversuch überlassen! – In den USA würden Ihnen immer noch ein Sheriff und ein paar Tea-Party-Aktivisten auf die Finger schauen. Aber der American Pursuit of Happiness ist bekanntlich nicht immer kompatibel mit dem europäischen oder chinesischen Pursuit of Happiness! Und schon gar nicht dem des IS. – Sie wissen gar nicht, was eine Staat ist! Sind Sie vielleicht ein libertärer Anarchist und Murray-Rothbard-Fan? https://mises.org/rothbard/foranewlb.pdf
    PS.: Wann soll denn Krugman das gesagt haben? Kann ich mir definitiv nicht vorstellen! Sonst wäre er die längste Zeit Kolumnist bei der NEW YORK TIMES gewesen. Paßt außerdem überhaupt nicht zu ihm! – Im übrigen gibt es auch eine sehr überzeugende jüdisch-metaphysische Interpretation von 9/11! Aber die maile ich Ihnen später mal zu…

    Antworten
    • Hartmut G. says:

      Andere Länder andere Sitten. Über die letzten 1000 Jahre gesehen, dürfte aber der Bodycount der „zivilisierten größartigen etatistischen“ Staaten weit größer sein, als ein paar Hottentotten, die sich ab und an umbringen (insbesondere, wenn sie Pech haben und auf ihrem Land wertvolle Bodenschätze liegen). Aber da haben Sie wohl recht, ich weis ja garnicht was ein Staat ist. Hört sich für mich ein wenig an, wie die „Die Linke“ die sich auch den Sozialismus schönreden „die damalige DDR war nur ein Fehlversuch, der wirkliche Sozialismus klappt aber…“.

      bzgl. Krugman (Ihr Held oder Ihr Idol?):
      http://www.nytimes.com/2001/09/14/opinion/reckonings-after-the-horror.html
      also keine drei Tage nach dem Anschlag, freute er sich wie folgt:

      „…So the direct economic impact of the attacks will probably not be that bad. And there will, potentially, be two favorable effects….

      …First, the driving force behind the economic slowdown has been a plunge in business investment. Now, all of a sudden, we need some new office buildings.

      …Now it seems that we will indeed get a quick burst of public spending, however tragic the reasons.“

      Da gibt es schlichtweg nichts schön zu reden, der Typ hat sich innerlich gefreut, würde es nach ihm gehen, hätten wir jeden Tag 9/11.

      Antworten
  8. Dieter Krause says:

    Was haben Sie eigentlich mit der Linken? Die werden in Berlin noch in 20 Jahren nicht mitregieren! Aber wenn Sie das Programm der AfD (wahrscheinlicher Koalitionspartner der CDU nach 2017) mal aufmerksam lesen, werden Sie feststellen, dass die auch einen starken Staat wollen (so wie die CSU auch)! Zur Abwehr der vielen Verbrecher, die sich in Deutschland und der Welt tummeln. – Die Libertarians (wozu ich Sie jetzt mal zähle) haben noch nie irgendwo in der Welt regiert! Was sagt uns das über diese politische Ideologie? Man sollte sie erst mal einen Versuch auf einer einsamen Insel machen lassen. Wie der ausgehen dürfte, können Sie beim Nobelpreisträger William Golding in HERR DER FLIEGEN (und bei Thomas Hobes) nachlesen! – In China gibt es übrigens bis heute keinen Privatbesitz an Grund und Boden (gehört alles der Kommunistischen Partei bzw. dem chinesischen Staat) – nur Nutzungsrechte! Hat aber dem wirtschaftlichen Aufstieg Chinas nicht geschadet oder? Warum? Hayek kann uns das leider nicht erklären – nur Kulturanthropologen! Und politische Philosophen aus Asien. – Zu Krugmas Statement nach 9/11: Da hat er doch recht gehabt! Was die Amerikaner danach viel teurer zu stehen kam, war der dumme Krieg gegen den Irak (drei Billionen Dollar), der jetzt gegen IS auf kleiner Flamme weitergeht: http://www.zeit.de/online/2008/09/stiglitz-irakkrieg-kosten

    PS.: IS will jetzt übrigens in seinem Kalifat Gold- und Silbermünzen einführen! Habe ich gerade in SPIGEL-Online gelesen. – Wenn die Amerikaner wollten, wäre der Spuk IS ganz schnell vorbei! Sie wollen aber nicht. Weil sie diese Schurken brauchen, um Druck auf die schiitische Regierung in Bagdad auszuüben (und natürlich auf das irakische Öl ihre Finger legen wollen)! Damit die nicht zu eng mit Teheran zusammenarbeitet. – Libertäre verstehen weder etwas von Macht noch wirklich etwas von Politik! Die Verrückten wollten doch wirklich im Jahr 2003 die Demokratie im Irak herbeibomben: Demokratie, freie Märkte, Pursuit of Happiness – das Ende der Geschichte (Fukuyama)! Irre.

    Antworten
  9. Hartmut G. says:

    „Man sollte sie erst mal einen Versuch auf einer einsamen Insel machen lassen.“

    Warum sollte ich auf eine Insel verschwinden, warum wollen Sie sich mit ihrer geliebten „Mutti Angie“ nicht zu einer aufmachen, wäre doch für ungestörte etatistische SM-Spielchen ideal?

    Begründen Sie doch lieber mal ihren moralischen Anspruch, dass Ihr ach so geliebter „Staat“ bzw. seine Schläger rumlaufen können und mir erzählt, was mein Eigentum sei oder eben nicht und mit wem ich welchen einvernehmlichen Handel unter welchen Bedingungen treiben darf und mit wem und was nicht? Und noch interessanter: Stößt Ihr toller Staat an Grenzen der eigenen Regeln, so werden diese kurzerhand über Bord geworfen oder geändert.

    „Die Libertarians haben noch nie irgendwo in der Welt regiert!“
    Genau, daran sehen Sie auch schon gleich, wer die guten sind und wer die Faschisten:
    Libertarismus – die radikale Einsicht, dass andere Menschen nicht Dein Eigentum sind!

    P.S.
    „Man sollte sie erst mal einen Versuch auf einer einsamen Insel machen lassen. Wie der ausgehen dürfte, können Sie beim Nobelpreisträger William Golding in HERR DER FLIEGEN (und bei Thomas Hobes) nachlesen!“
    Kenne ich, zeigt 100% welches Menschenbild Sie haben. Ist schon komisch, dass der Mensch dennoch die letzten 250.000 Jahre auch auf einsamen Inseln friedlich ohne Ihren angebeteten Staatsfaschismus überlebt hat.
    Vielleicht liegt es auch einfach daran, dass Menschen eben doch Tiere sind. In der freien Natur friedliche Geschöpfe, aber wehe Du sperrst sie ein und konditionierst sie zu Gewalt.

    Antworten
  10. Johann Schwarting says:

    Paul C. Martin hat in seiner Machttheorie des Geldes aus der Sicht des Debitismus dargelegt, dass eine Ökonomie, die mit Schulden, die ja einen Vorgriff auf die Zukunft sind, arbeitet, zu Geld und Zins führt. In seinem Beitrag http://www.dasgelbeforum.net/ewf2000/forum_entry.php?id=66708 aus dem Jahre 2001 über das Verhältnis von Voll- und Kreditgeld kommt er zu einer ähnlichen Vermutung wie Prof. G. Hülsmann: Auch eine Wirtschaft, die von Vollgeld gesteuert wird, führt zu einer Schuldenökonomie.

    Antworten
  11. Dieter Krause says:

    Deutschland, ein staatsfaschistisches Land – aha, von daher weht der Wind also! Ich bin in der DDR aufgewachsen; ich weiß was ein totalitärer Staat ist! – Und wieso sind Sie (oder ich) in Deutschland denn das Eigentum eines anderen? Etwa des Staates? Sind Sie ein Staatssklave? Wenn Ihnen Deutschland nicht gefällt – wandern Sie doch aus! Vielleicht Saudi-Arabien? Oder Iran? Oder Nordkorea? Gut, Rußland ginge auch. Dort dürfen Sie bestimmt alles, was Ihnen hier verboten ist. Aber seien Sie vorsichtig: Die Scharia ist kein BGB! –
    Nun noch was zu Vollgeld: Nur Geldschöpfung in öffentliche Hand (als ein öffentliches Gut – synchron zum BIP-Wachstum, aber nicht mehr!), Kreditvergabe bleibt Bankenaufgabe! Na klar gibt es da immer auch Schulden! Was machen denn Banken vor allem? Kredite vergeben oder? Nur dürfen sie das dann nicht mehr mit selbstgeschaffenem Geld! Was die kreditfinanzierten Asset-Bubbles (Immobilien, Börse) drastisch reduzieren dürfte. Die Eigenkapitalquote der Banken sollte auch in einem Vollgeldsystem eher bei 20% denn 2% (DB) liegen. Im übrigen sind hier zu Detailfragen noch einige Studien notwendig. Kann sein, dass man es dann lieber läßt, weil es die wirtschaftliche Dynamik zu sehr einschränkt. FREE BANKING a la Hülsmann wird es aber niemals geben – das ist schlicht ein rein ideologisches Konzept! Weil es niemals funktionieren wird. Nur Politiker auf dem Suizidtrip würden das einführen:
    „Aus ordnungspolitischer Sicht müsste jede private Produktion von Geld strikt verboten werden – auch aus einer liberalen Warte. Eine optimale Papiergeldversorgung hat den Charakter eines öffentlichen Guts, dessen Eigentum vor dem willkürlichen Zugriff (auch privater Hände) ebenso geschützt werden muss wie jedes andere private Eigentum auch.“
    http://www.fuw.ch/article/100-geld-macht-bankensystem-sicherer/

    Antworten

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