Ungebildete kommen, Qualifizierte gehen. Wie soll das funktionieren?

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Wir betreiben schon eine merkwürdige Politik. Da versucht die Politik alles, um die Zuwanderung zu befördern, so

  • unbegrenzte und ungesteuerte Zuwanderung im Rahmen der „Flüchtlingskrise“,
  • Verweigern eines Punktesystems wie in Kanada und Australien,
  • Belasten der einheimischen Bevölkerung durch Sozialstaatsversprechen für alle.

Folge: Es kommen viele gering oder gar nicht Qualifizierte nach Deutschland, während die kompetenten Teile der Bevölkerung sich zunehmend ins Ausland orientieren. Ich habe dies diverse Male kritisiert, gerade auch im Zusammenhang mit der uns jetzt erneut aufgedrückten Ungleichheitsdebatte, was wiederum die Mittelschicht treffen wird.→ Auftakt zur Umverteilungsorgie.

Der ebenfalls auf bto sehr präsente Gunnar Heinsohn fasst die ganze Dramatik für die NZZ zusammen:

  • Mit einem Durchschnittsalter seiner Einwohner von fast 47 Jahren bleibt Deutschland demografisch der kranke Mann Europas. Ohne Einwanderung fällt die Zahl der 20- bis 65-Jährigen zwischen 2015 und 2060 von 48 auf 28 Millionen.
  • Bleibt es bei diesem Niedergang sowie der jährlichen Abwanderung von 140 000 Hochkompetenten, könnte den längst verlorenen Industrien (Kameras, Computer, Telefone, Fernseher, Tonträger, Schiffsbau usw.) auch der Maschinen- und Autobau folgen.“
  • Erstens holte man zwischen 1960 und 1980 ungelernte Arbeitskräfte für Fabriken, Minen und Stahlwerke. Seit dem Niedergang dieser Industrien werden viele (…) aus (…)  stetigen Sozialtransfers finanziert. Da das für die Entwicklung der Jüngsten suboptimal bleibt, standen schon bei Pisa 2006 in keinem Land der Welt Migrantenkinder tiefer unter den Schulleistungen der Einheimischen als in der Bundesrepublik.“
  • Zweitens erhofft man sich von neuen Milliarden für die alte Pädagogik Verbesserungen bei der zweiten Generation; trotzdem endet bei Pisa 2012 mehr als die Hälfte der Migrantenkinder mangelhaft in Mathematik. Weil auch bei den Einheimischen 30 Prozent scheitern, sind bald 40 Prozent aller Kinder nicht zukunftsfähig.“
  • Drittens wiederholte man 2015 (bei nur 10 Prozent bestens Vermittelbaren unter einer Million Flüchtlingen) die Langzeitbelastung der Anwerbepolitik der 1960er-Jahre. Nun steht man in einer historischen Phase, in der selbst ein Bauer bald nur noch mithalten kann, wenn er die vielfältigen Datenströme aus der Cloud verstehen und kombinieren kann.“
  • Erstens braucht man hoch qualifizierten Ersatz für die jährlich 400 000 Ungeborenen, weil von den 1,1 Millionen erforderlichen Babys nur 700 000 das Licht der Welt erblicken.“
  • „Zweitens benötigt man Versorger für die auf Arbeitsmärkten nicht Vermittelbaren.“
  • „Drittens muss man endlich den Braindrain stoppen, der einem Fünftel der Geburtenzahl entspricht.“
  • Da von Deutschlands 27 Millionen Nettosteuerzahlern 12 Millionen direkt oder indirekt vom Staat abhängen, bleiben gerade 15 Millionen, die den Karren gegen die globale Konkurrenz ziehen. Rund 8 Millionen davon sind jünger als 44, können also in die Kompetenzfestungen (Pässe nur an Asse) zwischen Norwegen und Neuseeland entkommen.“
  • Die bessere Hälfte davon bildet den Talent-Pool, an dem Deutschlands Zahlungsfähigkeit hängt. Das entspricht den 4 Millionen Tüchtigen, die zwischen 2016 und 2020 rund 100 Milliarden Euro an Steuergeldern allein für die Flüchtlinge von 2015 zu leisten haben.“
  • Die Gelder fehlen für Investitionen etwa beim Glasfaser-Internetzugang, und gerade die Könner, denen man den Fall der deutschen Konkurrenzfähigkeit von weltweit Rang 6 (2014) auf 12 (2016) nicht dauerhaft verheimlichen kann, werden dadurch mindestens so demoralisiert wie durch Terror und sexuelle Übergriffe.“
  • Wenn Politiker sich mit neuen Hilfsmilliarden profilieren, heisst das letztlich: Opfert euch für Rentner, Fremde und den Euro, aber endet selber arm im Alter.“
  • Kompetenzfestungen, die ihre Bürger zwar fordern, aber nicht überlasten und ihnen deshalb 75 statt 50 Prozent des Verdiensts in der Tasche lassen, nehmen jährlich bis zu 80 000 in Deutschland Entmutigte auf. Sie können nur wenige der knapp 600 Millionen nehmen, die heute in Afrika und dem Islamgürtel von Europa träumen, weil sie nur selten zu ihren Qualifikationsprofilen passen.“
  • Der CH-Brainpower-Index von 43 (43 Mathe-Asse auf 1000 Schüler) liegt mittlerweile so deutlich vor dem nördlichen Nachbarn (26), dass man bei Hightech-Exporten pro Kopf 275 Prozent der deutschen Leistung erreicht.“

bto: Ich wiederhole: „Wenn Politiker sich mit neuen Hilfsmilliarden profilieren, heisst das letztlich: Opfert euch für Rentner, Fremde und den Euro, aber endet selber arm im Alter.“

→ NZZ: „Kompetente wandern ab“, 7. Juli 2016

14 Antworten
  1. drgro says:

    Abgesehen von einer kleinen Unverschämtheit (“ selbst ein Bauer…“) ist dem Text wenig entgegenzusetzen.

    Aber wer wissen möchte, wer uns so regiert und im Parlament vertritt, der schaue auf die eine oder andere Biographie, der Herr J. Fischer mal als Beispiel genannt.

    Nicht selten findet man Studium ohne Abschluss oder ausschliessliche Tätigkeiten im unproduktiven Wohlfahrts- oder Verwaltungssektor.

    Mangels VWL-Qualifikation beteilige ich mich hier praktisch nicht an Diskussionen und lese hier nur staunend und mit Erkenntnisgewinn.

    Aber als Arzt, der täglich Flüchtlinge betreuen muss, darf ich versichern:
    Ich glaube nicht, dass ein nennenswerter Anteil in absehbarer Zeit hier eine produktive Arbeit wird verrichten können, allerdings oft eine unfassbare Anspruchshaltung bzgl. seiner Ansprüche auf gesundheitliche Leistungen hat.

    Ich gehe auf die 60 zu, habe aber seit einigen Wochen einen schweizer Arztausweis….

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    • Ralph Klages says:

      Ärzte wie Sie gehören zu meinem tägl. Lebensumfeld. Nehmen Sie es nicht persönlich: Sie kennen die Malaise: Deutsche (Jung-) Ärzte, oft erstklassig qualifiziert, wandern nach Norwegen, die Schweiz oder Nordamerika aus, wo sie das Doppelte verdienen. Deutschland versorgt sich mit zugewanderten Ärzten aus Rumänien, Ukraine und oft genug aus dem Maghreb, die dann viele Jahre hinterher hinken, um hiesige Standards halbwegs zu erfüllen, aber tiefe Löcher in die Gesundheitsversorgung ihrer Heimatländer reißen. So weit, so schlecht. Nur: Meine Steuergelder sind es, mit denen der deutsche Ärztenachwuchs bestmöglich ausgebildet wird, damit er die Arbeitsproduktivität im Inland hoch hält und den immer älter werdenden Arbeitnehmern hier medizinisch wenigstens über die Runden hilft. SO SOLLTE DER DEAL SEIN! Alle wissen es. Riesige Gesundheitsversicherungen, KVs, BGs, private Anbieter, Sozialbehörden. Keiner tut was dagegen, weder Mitte-links noch Mitte-rechts, einig im Nichtstun. Wie gesagt, nehmen Sie es nicht persönlich. LG

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      • drgro says:

        Ich nehme es nicht persönlich, im Gegenteil, Sie haben recht.

        Die Schweizer und andere sind schlau, denn die gute Ausbildung eines Arztes ist teuer, deutlich teurer als z.B. die eines Juristen.

        Das Geld sparen die schlauen Schweizer, bekommen sie doch gut ausgebildete Ärzte zum Nulltarif.

        Interessanterweise ist die öffentliche Diskussion auch schräg, denn der demographisch bedingte Kollaps des Rentensystems wird im Mainstream auch so kommuniziert, der des Gesundheitssystem jedoch nicht, obwohl das Problem viel grösser ist!

        Ein 80- jähriger braucht nicht mehr Rente als ein 70-jähriger, aber deutlich höhere medizinische Ressourcen.

        Die GKV ist darauf nicht vorbereitet, die PKV übrigens auch nicht, obwohl sie mit Kostentransparenz und Selbstbeteiligung grundsätzlich besse aufgestellt wäre, aber nicht, wenn sie, wie derzeit, nur als Quersubventionierung der Ärzte für Defizite durch die GKV dient.

        Na ja….

  2. Ondoron says:

    Dieser Beitrag ist nicht der erste dieser Art auf bto. Ich empfinde ihn als dringende Aufforderung, dass Land schleunigst zu verlassen, wenn man es sich denn leisten kann. Ich habe vor, mich genau darauf vorzubereiten. Meine Firma, die hier bislang Millionen an Steuern pro Jahr für diese Politik bereitstellt, kann ich auch im Ausland führen. Auf diese Millionen wird der deutsche Sozialismus also zukünftig verzichten müssen.

    Vielen Dank für diese Eindringlichkeit, Herr Dr. Stelter. Wer jetzt immer noch die Augen verschließt, ist selbst Kollektivist der meint, die anderen zahlen schließlich.

    Im übrigen kann ich allen nur empfehlen, das neue Buch von Bruno Bandulet zu lesen. „Beuteland“ nennt er das Buch. Und umfassend recherchiert rechnet dieser große libertäre Denker mit den Narrativen ab, die uns eingetrichtert werden – viele konterkariert er jedenfalls. Nicht alle.

    Wie kommt es, dass die LINKE, Merkels CDU, die SPD, und vor allem die faschistischen Grünen so vehement für die Migranten trommeln? Das Land wird zerstört. Und zwar vollständig. Sind diese Politiker nur dumm? Oder gibt es eine Agenda? Welchen Einfluß haben die ganzen Thinktanks?

    Wer diese Fragen nicht stellt, handelt unverantwortlich vor sich und seinen Kindern!

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    • jschmitd says:

      >Wie kommt es, dass die LINKE, Merkels CDU, die SPD, und vor allem die faschistischen Grünen so vehement für die Migranten trommeln? Das Land wird zerstört. Und zwar vollständig. Sind diese Politiker nur dumm? Oder gibt es eine Agenda? Welchen Einfluß haben die ganzen Thinktanks?<

      Ich denke, es hat viel mit dem von drgro genannten Punkt zu tun: jede Menge Politiker mit unterschiedlichsten, teils sehr "sozial" geprägten Lebensläufen, aber kaum jemand mit ökonomisch fundiertem Wissen. Im der Regel mal so eine heterogene Regierung ja ihren Sinn haben, in Krisenzeiten wie diesen führt sie ins Chaos.
      Aus meiner persönlichen Sicht hat die Haltung der Kanzlerin und von vielen anderen Politikern zur Flüchtlingskrise auch stark etwas mit der deutschen Vergangenheit und dem allgegenwärtigen Schuldempfinden für die Greultaten von 1939-45 zu tun: wir denken immer noch, sobald wir uns gegen Migranten und/oder Flüchtlinge stellen, kommen sie von überall wieder mit der Nazikeule auf uns zu.

      Zur Haltung in der Flüchtlingskrise hat Hr. Dr. Stelter hier oder an anderer Stelle eine, wie ich finde sehr treffende, Formulierung gehabt: wenn man meint, man müsse den Flüchtlingen aus HUMANITÄREN/CHRISTLICHEN Beweggründen helfen, ist das sowohl menschlich angebracht als auch politisch in Ordnung. Allerdings sollte man dies den Wählern dann auch so SAGEN und sie gleichzeitig über die Konsequenzen (langjährige Belastung des Sozialsystems usw.) informieren und es nicht unter dem Mantel der Wirtschaftsförderung verstecken.

      Ach ja drgro: schön, dass Sie einen schweizer Arztausweis haben, aber beeilen sie sich: das Klima hier unter den Eidgenossen (lebe seit vielen Jahren in der Schweiz) gegenüber Einwanderern aus dem grossen Kanton kühlt sich zusehens ab. Man lese nur die sehr deutlichen Kommentare unter dem von Hr. Dr. Stelter verlinkten NZZ Artikel. Auch die Schweiz fängt an, sich immer mehr abzuschotten, um einem unkontrollierten Abfluss aus den Sozialsystemen entgegenzuwirken.
      Und nicht zu vergessen: abseits von Schwarzgeldkonten (gibt's kaum noch), Uhren und Schokki hat das Land für sich noch kein neues, tragbares Geschäftsmodell für die Zukunft entwickelt.

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    • Michael Stöcker says:

      „Wie kommt es, dass die LINKE, Merkels CDU, die SPD, und vor allem die faschistischen Grünen so vehement für die Migranten trommeln? “

      Ist dem so??? Merkel ist trotz allem nicht DIE CDU (es brodelt an der Basis), DIE LINKE in diesem Punkt eher nationalkonservativ: http://m.welt.de/politik/deutschland/article153550410/Merkel-verantwortet-schlimmsten-Rechtsruck-nach-1945.html. Nicht umsonst verlieren die gerade viele Wähler an die AfD; da wiedervereinigt sich das Nationale mit dem Sozialistischen. Insofern trifft ihre „faschistische“ Einordnung die Falschen.

      Zu dem Buch von Bandulet kann ich mir kein Urteil erlauben, da ich es nicht gelesen habe. Ich kenne allerdings einige Positionen von Bandulet, da er sich mal in meinen Blog verirrt hatte. Er läuft unbeirrt mit einer Austrian-Brille durch diese Welt und ist zu einer sachlichen Diskussion kaum fähig. Wen es interessieren sollte, der kann sich hier sein eigenes Bild machen: https://zinsfehler.wordpress.com/2013/10/13/zehn-masnahmen-fur-ein-europa-in-frieden-freiheit-und-wohlstand/#comment-50

      LG Michael Stöcker

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  3. Michael Stöcker says:

    „Wir betreiben schon eine merkwürdige Politik.“

    Ihre euphemistische Zurückhaltung ehrt Sie, aber diese deutsche Politik ist nicht merkwürdig, sondern schlichtweg eine Katastrophe; insbesondere die hierdurch induzierte Signalwirkung. Lesenswert ist hier auch die Sicht von Robert Skidelsky, der zum Ende hin schreibt:

    „In some cases, it may require redrawing borders. But it is hard to see that happening without years of fighting, or to know how the West can reduce the bloodshed.

    One thing seems certain to me: without increased security at both ends, political violence will spill over from the Islamic world to its nearest neighbors in Europe.“ https://www.project-syndicate.org/commentary/failure-of-free-migration-by-robert-skidelsky-2016-07

    LG Michael Stöcker

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  4. Axel says:

    Immer wieder wird uns eingebleut „uns geht es so gut wie noch nie“. Fakt ist aber vor allen Dingen, daß sich die Menschen noch nie so unwohl in diesem Land gefühlt haben wie zur Zeit. Schnöder Mammon ist nicht alles!
    Wir sollen alle Flüchtlinge aufnehmen, da wir „europäische Werte“ zu verteidigen haben. Fakt ist aber, daß wir durch den Zuzug unzähliger Muslime unsere Lebensweise einer freien und offenen Gesellschaft, also der europäischen Kernwerte, immer mehr einer Zersetzung ausgeliefert ist.
    Die gegenwärtige Politik ist die „Urkatastrophe“ des 21sten Jahrhunderts.
    Der jahrelange, medial-schulisch geförderte Schuldkomplex trägt endlich Früchte: Wir können unsere Hände endlich von den Sünden unserer Votfahren reinwaschen und uns dadurch unserer Erbschuld entledigen. Was sonst könnte hinter frenetischen Hurrapropaganda der politischen Eliten stecken? Der „humanitäre Imperativ“? Man schaue doch bitte mal nach Südeuropa! Säuglingssterbe- und Selbstmordraten, sowie Massenarbeitslosigkeit wie nie zuvor. Humanitärer Imperativ? Lächerlich!
    Ich kann es einfach nicht glauben. Noch nie hat ein Volk so sehr flehentlich darum gebettelt, sich selbst zerstören zu dürfen…

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    • Andreas Müller says:

      „Wir sollen alle Flüchtlinge aufnehmen, da wir „europäische Werte“ zu verteidigen haben.“
      Seien wir doch mal ehrlich: Millionen Osteuropäer sind nach Deutschland gekommen, ohne dass sich jemand darüber beklagt hat. Die Deutschen wissen ganz genau, dass sie im Grunde Leute sind wie wir auch, dass da ein paar Integrationsschwierigkeiten auftreten können, aber kein großer Unfall. Schon früher sind Hunderttausende Gastarbeiter aus Ex-Jugoslawien vollständig assimiliert worden. Wir erkennen noch die serbischen oder kroatischen Namen, akzeptieren die Leute aber vollständig als Deutsche. Was denn sonst! Die Mischehenquote zwischen „Jugos“ und Deutschen lag schon Ende der 1990er Jahre zwischen 80 und 90%. Von wegen Rassismus!.
      Bei den türkischen Gastarbeitern hat es schon nicht ganz so gut geklappt. Über die Gründe kann und muss man sich streiten.
      „Die gegenwärtige Politik ist die „Urkatastrophe“ des 21sten Jahrhunderts.“
      Sehe ich ähnlich. Mir ist regelmäßig die Spucke weggeblieben, wenn Leute euphorisch gesagt haben, dass wir das besser machen werden als bei den türkischen Gastarbeitern. Wir können von Glück sprechen, wenn es nur annähernd so gut wird! Die Guties merken ja nicht einmal, wie sehr sie die Türkischstämmigen kränken, die uns kulturell viel näher stehen und von denen viele ja doch ganz gut integriert sind und die doch ewig auf ihren deutschen Pass gewartet haben.
      „Noch nie hat ein Volk so sehr flehentlich darum gebettelt, sich selbst zerstören zu dürfen“
      Nein, hat es nicht. Das Volk sieht das überwiegend so wie wir. Aber die Deutschen haben ein ernstes Problem damit, wirklich aktiv und wirksam gegen die Obrigkeit auf die Barrikaden zu gehen. Die Eliten sind es so gewöhnt, von oben herunter werten und regieren zu können, dass sie sogar glauben, Theresa May würde einfach mal so, das Brexit-Votum umgehen (können). Das ist unser großes Problem. Merkel hätte regelrecht vom Hof gejagt werden müssen, vor allem für ihren despotischen Stil. Aber sie hockt immer noch stur im Amt, als wäre es ihr Erbhof, und die Leute finden das normal. Die Medien unterstützen sie gegen den Volkszorn. DAS ist einfach unglaublich! Und es ist ja tatsächlich so, dass selbst einwandererfreundliche Beobachter darüber nur den Kopf schütteln und ganz düstere Aussichten sehen:
      „Aber nun, mit dieser massiven Einwanderung aus Syrien, aus dem Irak und aus Afghanistan, patrilinearen Systemen mit vom Start weg erhöhter Endogamie, wird das für Deutschland nicht zu bewältigen sein. Das wird Phänomene der Segregation, der Schichtenbildung und der Gewalt produzieren.“
      https://hintermbusch.wordpress.com/2016/06/18/emmanuel-todd-uber-merkels-einwanderung/

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      • Axel says:

        „noch nie hat ein Volk so sehr flehentlich darum gebettelt, sich selbst zerstören zu dürfen“, ist natürlich überspitzt ausgedrückt. Hintergrund dieser Formulierung sind die Bilder der jubelnden Massen an Deutschlands Bahnhöfen. Meines erachtens war dies aber eher ein Symptom von Selbstbeweihraäucherung und ist am ehesten im Kontext einer Eventkultur zu deuten.
        Aber auch zeigen Umfragewerte, sowie die Ergebnisse der Landtagswahlen in Rheinland-Pfalz, sowie Baden Würtenberg, daß die Mehrheit der Bevölkerung die etablierten Parteien gewählt und ihrer wohlwollenden Flüchtlingspolitik zugestimmt hat. Hier wäre die Möglichkeit gewesen, der Regierungspolitik die rote Karte zu zeigen.
        Da dies aber ausgeblieben ist, habe ich die Formulierung der Lust am eigenen Untergang gewählt.
        .

  5. Mein Name says:

    Wieso versuchen Sie (Herr Stelter) dieses schöne Land immer so schlecht zu reden? Anbei zwei Artikel von heute:

    http://m.welt.de/wirtschaft/article157189669/Das-Leben-in-Deutschland-ist-beinahe-perfekt.html
    http://www.zeit.de/wirtschaft/2016-07/laenderranking-lebensqualitaet-deutschland-studie-vergleich

    Wieviele Länder auf dieser Welt kennen Sie, die eine bessere Infrastruktur und zudem eine so geringe Steuerquote haben? All dies hat Deutschland u.a. seinen Einwanderern zu verdanken (zu denen ich mich auch zähle). Manchmal kommen Sie (insbesondere wenn es um Flüchtlinge und Einwanderer geht) wie der typische AFD-Wähler daher. Nach dem Motto, ich habs geschafft, und möchte nix davon hergeben. Zukunft und Veränderung sind böse.

    Es ärgert mich einfach das Menschen wie Sie die Gesellschaft wider besseres Wissens schlecht reden und damit den Demagogen von rechts und links Futter geben.

    Vielleicht sollten Sie ab und zu einen Artikel von Leuten lassen die sich ernsthaft mit dem Thema Migration und Gesellschaft beschäftigen.

    http://www.fnp.de/nachrichten/politik/bdquo-Von-Zuwanderung-profitieren-ldquo;art673,1591438

    Antworten
    • Daniel Stelter
      Daniel Stelter says:

      Naja. Ganz so ist es nicht. Ich habe von Anfang an gemahnt was wir tun müssen, damit es klappt. Das ist keineswegs alles schlecht machen. Was die ersten beiden von Ihnen verlinkten Beiträge betrifft so sind diese Istaufnahmen, keine ZukunftsaussGen. Wir unterliegen einer Wohlstandsillusiin. Was die wirtschaftlichen Folgen betrifft genügt nicht das Prinzip Hoffnung, sondern man muss Fakten ansehen. Wie die Bertlesmannstiftung schon vor der Krise. Demnach war die Zuwanderung bisher ein Verlust aus finanzieller Sicht. Ich wünschte mir, wir würden es besser machen!

      Zuwanderer wie Sie beweisen, dass es geht.

      Ich denke die Schweiz bleibt ein Vorbild.

      LG DSt

      Antworten
  6. mg says:

    Gunnar Heinsohn ist intellektuell brilliant und ich teile seine Besorgnis bezüglich Demographie und industrielle Struktur. Es darf aber davon ausgegangen werden, dass „des NATOs Demograph“ das Lied seines Brötchengebers singt. Ob die sogenannten Kompetenzfestungen tatsächlich so viel besser als Deutschland dastehen, möchte ich zudem bezweifeln.

    In den USA sind täglich fast 100 Schusswaffentote zu beklagen. Pro Jahr etwa 35000. Wer mit dem Gedanken spielt in die USA auszuwandern, sollte sich das gut überlegen. Möchten Sie in einer „gated community“ leben? Oder nach einem Unfall vor dem Ruin stehen, weil Ihre Versicherungen nicht zahlen und Ihre Bank Ihnen das Haus wegnimmt? In den USA wollte ich nicht leben (müssen).

    In GB ist mir vor allem der „Zahn-Reichtum“ seiner Bürger aufgefallen. Ein Ausweis des dortigen Lebensstandard. Singapur? Da lohnt es den Bericht von Amnesty International zu lesen. Australien oder Neuseeland? Bekannt für ihr niedriges Lohnniveau.

    Auf SPON wurde neulich der Global Peace Index veröffentlicht: http://spon.de/aeMkA

    Wer also in Heinsohnscher Manier die Weltkarte wie eine Speisekarte studieren will, sollte vielleicht auch auf diese Karte einen Blick werfen.

    Antworten
  7. Peilin says:

    Guten Tag Herr Stelter

    Ich lese seit einiger Zeit Ihren Blog. Diese Zeilen sollen keineswegs als Kritik verstanden werden, sondern eher als etwas, das gegen meine Logik verstösst (und auch gegen die gängige Meinung).

    „…ein Bauer bald nur noch mithalten kann, wenn er die vielfältigen Datenströme aus der Cloud verstehen und kombinieren kann.“

    Führt der Bauer die neue Technologie/ neue Prozesse ein und verändert seine FTE (full time equivalent) nicht? Anders gefragt, führt der technologische Fortschritt zu keinem Produktivitätsgewinn, so dass er Human Ressources substituieren kann?
    Wenn dem so wäre, könnte es doch ganz gut aussehen für den dichtest besiedelten, aber alten Kontinent Europa. Ein Anstieg von 1% Rentner könnte durch den gleichen Anstieg an technologischem Fortschritt und damit Produktivitätsgewinn ersetzt werden.

    was geschieht in Punkto Produktivität, wenn ein Nordkoreaner in den Süden migriert? Und was wenn ein Suedkoreaner in den Norden zieht – bei gleicher Qualifikation und Job? (Ist nur ein Beispiel, ohne politischen Hintergrund). Sprunghafter Anstieg resp Absinken des Output/ Mitarbeiter? [Suedkorea hat es immerhin in wenigen Jahrzehnten vom Bauernstaat zur hochtechnologisierten Nation geschafft]

    Aus diesen Grund wird von mir aus gesehen, das Demograpie-Effekt überschätzt und der Braindrain (Innovation, Patente) unterschätzt.

    Mir ist bewusst, dass die Effekte der Innovation / techn. Fortschritt teilweise schwer messbar sind, aber im Hinblick auf die digitale (R)Evolution frage ich mich, ob die ausgelassen werden dürfen.

    Sonnige Grüsse

    Antworten

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