„The warning signs of trade stagnation“

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Wie steht es um die Weltwirtschaft? Schon vor einigen Tagen hatte ich an dieser Stelle auf die schlechten Handelsdaten verwiesen. Nun ein weiterer Kommentar zu dem Thema. Fazit: Der Welthandel sendet große Warnsignale für das Wirtschaftswachstum. Erneut schlechte Nachrichten für alle jene, die hofften, aus den Schulden doch noch herauswachsen zu können. Die Hauptpunkte:

  • Gemäß dem letzten World Trade Monitor ist das Welthandelsvolumen im Mai um 1,2 Prozent gefallen. Es ist in vier von fünf Monaten in 2015 gefallen und nur um 1,5 Prozent in den letzten zwölf Monaten gewachsen. Deutlich weniger als der langjährige Durchschnitt von sieben Prozent pro Jahr.
  • 2012 und 2013 waren mit Raten von rund drei Prozent auch nicht viel besser. Der Welthandel hat sich von der Finanzkrise bisher nicht erholt.
  • Die übliche Meinung dazu ist diese: Das hohe Wachstum der Vergangenheit war die Folge der Deregulierung und des Abbaus von Handelshemmnissen. Jetzt sind wir auf einer langfristig tragfähigen Wachstumsrate angelangt und müssen und deshalb keine Sorgen machen.
  • Wuchs der Welthandel seit den 1990er-Jahren schneller als die Weltwirtschaft – ein Prozent Wirtschaftswachstum ging mit 2,5 Prozent mehr Handel einher –, so hat sich dies umgedreht. Heute führt ein Prozent Wirtschaftswachstum nur noch zu 0,7 Prozent mehr Handel.
  • Die strukturelle Veränderung kann geringere Wachstumsraten erklären, aber nicht, weshalb es gar kein Wachstum mehr gibt. Dies muss andere Ursachen haben.
  • Zum einen sinkt nun auch in den Schwellenländern die Nachfrage nach Investitionsgütern. Wird hier weniger investiert, so führt das zu weniger Handel. – bto: Und das trifft dann vor allem die deutsche Industrie. Siehe auch die enttäuschenden Zahlen von VW und Linde in der letzten Woche.
  • Des Weiteren ist das Wirtschaftswachstum gering. Zwar haben sich die USA und Europa (etwas) erholt. Dafür stagnieren Südamerika und Asien. Inklusive China wuchsen die Schwellenländer Asiens nur noch um 1,4 Prozent zwischen März und Juli.
  • Dies bedeutet aber auch, dass man sich nicht durch eine Abwertung der eigenen Währung aus der Rezession befreien kann. Die Weltwirtschaft ist zu schwach, um auf eine solche Strategie zu reagieren. Weder in Japan noch in Europa hat die Schwächung der eigenen Währung bisher die Exporte belebt.

Fazit: Politiker sollten sich nicht darauf verlassen, über Exporte die Krise zu überwinden. Und: Es steht schlechter um die Weltwirtschaft, als viele denken. Da droht Ungemach für die deutsche Wirtschaft.

→ FT (Anmeldung erforderlich): „The warning signs of trade stagnation“, 28. Juli 2015

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