The trouble with predicting the end of the bull market

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Griechenland hat die Volatilität an den Märkten deutlich erhöht. Gute Zeiten für Spekulanten, schlechte für Investoren habe ich letzte Woche bei der WiWo kommentiert.

Doch unabhängig von den jüngsten Kursausschlägen bleibt eine Frage im Raum: Wie lange kann der Bullenmarkt noch andauern? Eine Frage, die auch die FT aufwirft:

  • Es gibt keine klaren Indikatoren für ein Ende eines Bullenmarktes. Wenn es sie gäbe, würden die Investoren nach ihnen handeln und damit das Ende selber herbeiführen. Man weiß immer erst hinterher, woran es gelegen hat, sobald die Gewinne einbrechen oder das Wachstum sinkt (meistens beides).
  • Bekannt ist hingegen, dass Bullenmärkte sang- und klanglos enden, nicht mit einem lauten Knall. Es geht ihnen einfach die Puste aus.
  • Die Gründe für das Ende sind zudem im Vornhinein nicht bekannt. Griechenland oder die erwartete Zinserhöhung in den USA dürften jedenfalls nicht die Auslöser sein.
  • Die Tatsache, dass der heutige Bullenmarkt weitaus länger läuft als frühere Aufwärtsbewegungen, spricht allerdings dafür, dass er dem Ende immer näher kommt.
  • Klassische Indikatoren – jetzt gibt es sie also doch – sind die Outperformance von Großunternehmen (large cap) gegenüber kleineren (small) und Wachstum (Growth) versus Value. Dies findet zur Zeit statt, aber erst seit Kurzem.
  • Von Euphorie ist weit und breit keine Spur, was ebenfalls nicht für ein baldiges Ende spricht – bto: Ich habe da andere Indikatoren gesehen, wie die Cash-Quote von Fonds und die Positionierung der Privatinvestoren in den USA. Beides war auf oder über dem Niveau von 2000 und 2007.
  • Eine Analyse vor vier Jahren hat ergeben, dass es nicht unrealistisch ist, dass sich die Märkte in den nächsten zehn Jahren verdoppeln. Problem: Diese Verdoppelung ist bereits erfolgt. Und: Bereits vor vier Jahren war der Markt teuer. Dieser Anstieg ist demzufolge nicht „sustainable“.
  • Heute sind Aktien und Staatsanleihen gleichermaßen teuer. Zwar können der tiefe Ölpreis und eine weitere Erholung der Wirtschaft in Europa und der Welt dem Markt noch Stützung geben, dies dürfte aber nur temporär helfen.
  • Der legendäre Investor Sir John Templeton war vor allem deshalb so erfolgreich, weil er Bärenmärkte mied. Er reduzierte konsequent sein Risiko und erhöhte den Anteil an Liquidität und Bonds. – bto: genau deshalb auch von mir so angeraten in einem balancierten Portfolio.
  • Allerdings hatte er einen Vorteil: Seine sicheren Häfen sind für uns heute keineswegs mehr sicher. Den Zentralbanken sei Dank.

→ FT (Anmeldung erforderlich): The trouble with predicting the end of the bull market, 25. Juni 2015

Es gibt aber noch deutlichere Stimmen, die dafür werben „Chips vom Tisch zu nehmen“. Zum einen Bill Gross, der bereits vor einigen Wochen das einprägsame Bild der jahrzehntelangen Bergwanderung geprägt hat, die nun zu ihrem Ende kommt. Er rät, den Anteil an Cash deutlich zu erhöhen, vor allem mit Blick auf die abnehmende Liquidität in den Märkten. Ich habe das hier schon oft diskutiert. Es geht um den deutlichen Anstieg im Volumen ausstehender Anleihen bei gleichzeitig deutlich geringerer Marktliquidität. Wenn man verkaufen will, kann es sehr gut sein, dass es keinen Käufer gibt und die Preise deutlich einbrechen.

Gross zeigt das Problem so:

Der Umsatz – „turnover“ – sinkt ständig. Wenn es – aus welchem Grund auch immer – zu Verkaufsdruck kommt, drohen erhebliche Verwerfungen.

→ Zero Hedge: Gross Says Hold Cash, Prepare For „Nightmare Panic Selling“, 30. Juni 2015

In das gleiche Horn blasen die Analysten der SocGen. Sie gehen sogar soweit und sagen, es wird nicht möglich sein, ohne Verluste durch die nächste Phase der Krise zu kommen – eine Einschätzung, die ich teile.

Den Hauptgrund sehen sie in der immer schlechteren Entwicklung der Fundamentaldaten. So sinken die Gewinner der im MSCI World Aktienindex enthaltenen Unternehmen um fünf Prozent pro Jahr. Die weniger manipulierbaren US-GAAP-Gewinne sinken gar um 20 Prozent. Zugleich steigen die Insider aus, wie zuletzt die Private-Equity-Firmen.

So wenig Geld zu verlieren wie möglich, dürfte die beste Strategie für dieses Jahr sein.

→ Zero Hedge: Losing Money Is „Inevitable“ This Year, SocGen Warns Citing Economic „Elephant“, 1. Juli 2015

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