„The dire state of the global economy in six charts“

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Der IWF blickt skeptisch auf die Weltwirtschaft. Der Telegraph fasst zusammen. Mit den besten Charts: zunächst die Feststellung, dass die „säkulare Stagnation“ – also die Eiszeit – immer realer wird. Das Wachstum der Weltwirtschaft bleibt schwach:

IWF1

Damit senkt der IWF zum wiederholten Male die Vorhersage. Das macht er nun schon seit Jahren!

Damit nicht genug. Die Rezessionsgefahr steigt in fast allen Regionen der Welt:

IWF2

Man beachte Werte von über 40 Prozent in Japan, trotz der Geldflut!

In so einem Umfeld steigen die Preise nicht mehr. Deflation ist die natürliche Folge hoher Schulden und von Fehlinvestitionen/Überkapazitäten:

IWF3

Der tiefe Ölpreis wirkt nicht wie gehofft. Statt mehr auszugeben, nutzen die Konsumenten das frei gewordene Geld zur Schuldentilgung. Statt der blauen Linie zu folgen und das Wachstum zu stärken, droht eher eine zusätzliche Dämpfung der wirtschaftlichen Entwicklung:

IWF4

Der IWF fordert von der Politik rasches Handeln (mehr Schulden und billiges Geld), um eine säkulare Stagnation noch zu verhindern. Tut die Politik es nicht, droht die blaue Linie:

IWF5

Dabei würde Nichtstun zu noch weiter steigenden Staatsschulden in der Welt führen, so der IWF:

IWF6

 

The Telegraph: „The dire state of the global economy in six charts“, 12. April 2016

20 Antworten
  1. Dieter Krause says:

    Vielleicht sollte der IMF einfach mal fundamental – zumindest in den OECD-Staaten – umdenken: Warum brauche ich jedes Jahr ein neues Smartphone? Wozu eine Apple-Watch? Warum ein selbstfahrendes Auto (ich fahre gern selbst und will nicht ständig während der Fahrt E-mails checken oder telefonieren)? – Afrika, Teile Asiens und Lateinamerika dürfen gern noch weiter wachsen, bis dort alle Haushalte fließendes Wasser, Strom, einen Fernseher und eine Waschmaschine haben. Aber nicht jeder dort braucht ein Auto oder? – Bei Deflation müssen eben die Verlierer vor allem die sein, die vorher exzeptionell vom Aufschwung profitiert haben – dann steht man das auch gesellschaftlich durch! Und dafür sollte die Politik einfach mal ein paar Vorschläge liefern – und sich dann Mehrheiten dafür zu besorgen.

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    • Michael Stöcker says:

      Bevor man umdenkt, muss man erst einmal mit dem Denken beginnen. Und das heißt, sich selber und seine Glaubensbekenntnisse in Frage zu stellen. Erste zaghafte Ansätze sind erkennbar; allerdings noch nicht in Deutschland. Die Probleme sind eben etwas grundsätzlicher. Hier die drei zentralen:

      Rising Inequality
      Rent Extraction
      Tax Evasion

      Etwas grundsätzlicher habe ich diese Problematik mal hier auf 13 Seiten herausgearbeitet: https://zinsfehler.files.wordpress.com/2016/01/die-monetaere-krise-des-kapitalismus.pdf

      LG Michael Stöcker

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    • Felix Kurt says:

      Was die Menschen wollen, was sie für Bedürfnisse haben, sollen sie doch selber entscheiden. Wir sollten uns nicht anmaßen, den Afrikanern/Lateinamerikaner das vorzuschreiben. (s.o.: Fernseher geht noch, ein Auto braucht nicht jeder“) Wie viele Smartphones /-watches sich jemand kauft, oder ob er selber fahren will anstatt vom selbstfahrenden Auto, entscheidet nicht der IWF, sondern der Konsument. Die meisten – ich behaupte in Relation fast alle – , die sich solche Produkte kaufen, wissen gar nicht was der IWF oder ähnliche Institutionen sind. Und das ist auch die MACHT DER KONSUMENTEN. Die Bewusstseinsbildung muss vor allem auch da anfangen, und das könnte jeder – wenn er wollte. Allerdings: in einer genügsamen Welt heißt es dann auch Wachstum (Arbeitsplätze) ade. Das übernehmen dann die anderen.

      Innovationen sind positiv, viele davon scheitern ja auch mangels Markterfolg. Was individuell notwendig ist oder nicht entscheidet der Käufer. Auch bei Elektroautos. Viele finden’s an sich gut, aber „warum soll ich mit dem Umweltschutz anfangen“. – Put your money where your mouth is.

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      • Dieter Krause says:

        Wachstum gibt es auch in einem Dienstleistungsmarkt! Im übrigen wurde ressourcenverzehrendes Wirtschaftswachstum schon immer in der Geschichte auch bekämpft (Abholzung im Mittelalter!)! Ganze Zivilisationen (Maya!) sind deshalb untergegangen, weil sie ihre ökologischen (und nachfolgend sozialen) Krisen nicht vernünftig managen konnten. – Im Kern müsste man eigentlich auch in der Ökonomie mit der ANTHROPOLOGIE beginnen (Was ist der Mensch? Ein soziales Aufmerksamkeits- und Anerkennungswesen.)! Aber Ökonomen befassen sich nicht mit solchen angeblich unwissenschaftlichen Fragestellungen oder? Die sind hier leider stark fehlkonditioniert, da stets auf Neidkonsum fixiert. Den wird es immer geben – er war wohl auch ein starker Motor des Wirtschaftswachstums in den letzten Jahrhunderten. Aber alle Religionen geißeln die manische Fixierung auf den Reichtum! Warum wohl? – Kapitalismus kann sozial nur mit schlechtem Gewissen funktionieren – der Monopolist wird und muss deshalb gesellschaftlich immer geächtet werden (obwohl alle richtigen Kapitalisten gern Monopolisten wären)! Entweder durch die Kirchen – oder heute durch die Politik. Wenn die ihren Job richtig machen würde…

      • Felix Kurt says:

        Aus aktuellem Anlass: BMW verliert Entwickler

        „Das Unternehmen hat offenbar sein Kern-Entwicklungsteam für die i3 und i8-Elektroautos an das chinesische Startup Future Mobility verloren. Für die Münchener ist das ein Rückschlag bei ihren Bemühungen, eine überzeugende Antwort auf den Wettbewerber Tesla zu finden.“

        Tja, so läuft das dann.

  2. Katalin says:

    Hallo,

    der IWF = Notenbank für die privaten westlichen Gläubiger, die auf Kosten der einfachen Bevölkerung in den Staaten die Schulden machen müssen, damit das überschüssige westliche Kapital angelegt werden kann (das wiederrum dadurch entstanden ist, dass man die AN in den westlichen Heimatländern nicht angemessen an den Gewinnen beteiligt hat) gerettet werden. Diese Institution hat gar nichts zu fordern, sondern sollte aufgelöst werden, damit sich die freie Marktwirtschaft wieder global entfalten kann, indem die, die Risiken eingehen die Gewinnne aber auch an Verluste selber tragen und nicht wie bisher die Profite einfahren, aber die Verluste über Umwege auf die Allgemeinheit abwälzen.

    Gruß

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  3. Dieter Krause says:

    Die Politik im Westen wird in der jetzigen Überschuldungs- und Deflationskrise ganz eindeutiug protektionistischer – man braucht schließlich Schuldige dafür! Und da ist in den USA China als Sündenbock ganz offensichtlich immer noch beliebter als dei Wallstreet. Kann man ganz eindeutig auch im gegenwärtigen US-Präsidentschaftswahlkampf sehen, wo Trump und Sanders ganz eindeutig protektionistische Positionen vertreten. – Die Panama Papers und Luxemburg-Gate zeigen aber, wer von der Globalisierung vor allem profitiert: Die globale Finanzelite! Hätte China 1990 seine Finanzmärkte ebenso geöffnet wie Rußland nach dem Zerfall der Sowjetunion 1991, wäre das Wirtschaftswachstum in den letzten 25 Jahren nur halb so hoch gewesen (wenn überhaupt) und die Kapitalflucht exzessiv (siehe dazu auch die periodisch-endemische Kapitalflucht in Lateinamerika und Afrika in Zeiten der Krise), da dann das Land bis heute mindestens zwei Finanzkrisen und eine große Wirtschaftskrise erlebt hätte. – Globalisierung nach Washington Consensus bedeutet vor allem Rückbau des Staates, exzessive Marktliberalisierung sowie Durchökonomisierung der Gesellschaft und Aufbau einer globale Finanzarchitektur mit zig Steueroasen weltweit zur Maximierung von Steuerhinterziehung, Verschiebung von Unternehmensgewinnen, Privilegierung der Reichen und verschärfter Ausbeutung der Mittelschicht (Abschaffung des Bargeldes – aber keine Abschaffung der Steueroasen)! – Der Gründerkrach von 1873 (mit Deflation bis in die 1890er Jahre!) ist ein Vorläufer der heutigen Deflationskrise gewesen – mit innenpolitischer Verschiebung in Deutschland weg vom Liberalismus hin zum Konservatismus! Was wir heute (Front National, Ukip, FPÖ, Schweden-Demokraten, AfD, PiS in Polen etc.) in Europa wieder erleben.

    Gründerkrach

    Als Gründerkrach bezeichnet man den Börsenkrach des Jahres 1873, wobei im Speziellen der Einbruch der Finanzmärkte gemeint ist. Dieser Börsenkrach, von dem Österreich-Ungarn stärker betroffen war als Deutschland, beendete die Gründerzeit im Sinne einer Phase nicht selten spekulativer Firmengründungen. Vorausgegangen war eine Überhitzung der Konjunktur, die von verschiedenen Faktoren begünstigt worden war – in Deutschland vor allem durch den gewonnenen Krieg 1870/71 gegen Frankreich, die daraus erworbenen Reparationszahlungen Frankreichs und die Reichsgründung.

    Die nachfolgende Deflationsphase ist als Gründerkrise bekannt. Die Volkswirtschaften der sich industrialisierenden Staaten gingen in eine Phase des verlangsamten Wachstums und der Deflation über, die bis in die 1890er-Jahre anhielt. Wirtschaftstheoretiker der 1920er-Jahre prägten dafür den Begriff „Große Depression“.

    Die Schutzzollpolitik und ihre Auswirkungen

    Die Gründerkrise hatte zur Folge, dass der Staat wieder mehr in die Wirtschaftsabläufe eingriff und sich somit vom Wirtschaftsliberalismus verabschiedete. Konkret bedeutete dies die Abkehr von der Idee des Freihandels. Es war auch gleichzeitig der Beginn des Neo-Merkantilismus und von Bismarcks Schutzzollpolitik: Der Staat sollte jetzt, im Gegensatz zum Wirtschaftsliberalismus, wieder bedingt in die Wirtschaftssteuerung eingreifen. So führte man Schutzzölle auf ausländische Importe ein, um den deutschen Markt zu schützen. Im Deutschen Reich wurde das Preisniveau künstlich über dem des Weltmarktniveaus gehalten. Diese Zölle wurden sowohl auf Rohstoffe und Fertigwaren als auch auf landwirtschaftliche Erzeugnisse erhoben.

    Tatsächlich erhöhten sich dadurch die Preise für Industriewaren, die lang anhaltende Aufwärtsbewegung blieb jedoch aus. Die während der Gründerjahre geschaffenen Überkapazitäten existierten schließlich immer noch und konnten auch jetzt noch nicht im Ausland abgesetzt werden, da viele andere europäische Staaten ebenfalls zu protektionistischen Maßnahmen griffen.

    Aufgrund der Einfuhrzölle stiegen die Lebenshaltungskosten in der Folgezeit an; besonders Lebensmittel und Industriewaren wurden teurer. Bevor die Importzölle auf Getreide erhoben worden waren, war es erheblich günstiger, aus dem Ausland zu importieren. Durch die steigenden Zölle gingen die Importe zurück. Um die Jahrhundertwende lagen die Preise für Brot und andere Getreideprodukte bei etwa 130 Prozent des Weltmarktniveaus, während in der Landwirtschaft Vollbeschäftigung erreicht wurde.

    Zwar sanken auch im Deutschen Reich die Preise für Industriewaren. Allerdings fielen die Preissenkungen auf dem Weltmarkt wesentlich höher aus, sodass man relativ zum Weltmarktniveau von einer Preissteigerung sprechen kann. Nichtsdestoweniger wurde für Industriewaren 1886 im Vergleich zu 1871 etwa 80 Prozent mehr ausgegeben. Dies hing damit zusammen, dass solche Güter immer häufiger konsumiert wurden und die Bevölkerung gewachsen war, wozu neben dem Geburtenüberschuss das Nachlassen der Auswanderung beitrug. Ab 1879/1880 entwickelte sich die Wirtschaft auch gemessen an der Wertschöpfung in Industrie und Handwerk, dem Kapitalstock und dem gesamtwirtschaftlichen Wachstum wieder positiv.

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  4. Felix Kurt says:

    Unser Thema: Konjunktur, Schulden, Inflation-Disinflation-Deflation
    Disinflation, gemessen an den Konsumentenpreisindizes, (oder gar Deflation) wird nicht von irgendwem ‚kontrolliert‘ gemacht, sondern sie passiert:
    • Der SCHWEINEZYKLUS BEI DEN ROHSTOFFEN (Industriemetalle, Metalle, Bergbau, Öl (Energie)) hat im Zuge des China-Booms zu starken Rohstoffpreisanstiegen und Überkapazitäten geführt. (Wer könnte auch schon exakte Prognosen für 5 oder 10 Jahre für Wachstum und Nachfrage erstellen??)
    o => Folge: höhere Inflation
    • Nachdem klar geworden ist, dass Chinas überzogenes Wachstum (zusätzliche Grenznachfrage) nicht nachhaltig sein kann, fallen die Preise, und das in verstärktem Maße seit ca. Mitte 2014 und noch mal prononciert seit Mitte 2015, insbesondere beim Ölpreis (der Öl-Schweinezyklus).
    o => Folge: stärker rückläufige Preise bei vielen Inputfaktoren, bis hin zu Disinflation bei den Konsumentenpreisen (evtl. auch mal Deflation)
    • Die Kapazitäten werden seit geraumer Zeit sukzessive wieder abgebaut, außer beim Öl. Dieser Prozess ist inzwischen weit fortgeschritten. Die Lage am Ölmarkt ist anders, weil die Kartellmitglieder untereinander uneins sind, und die USA (als stärkster Energienachfrager) im Verlauf des letzten Zyklus quasi zum Selbstversorger geworden sind. Preisverfall wird durch Menge ausgeglichen. Selbst Venezuela, das Land mit den größten Ölreserven, ist pleite. (Haben in guten Zeiten auch nichts dazu gelernt und sich nur auf’s Öl verlassen. „Chavez-Sozialismus“) In den USA gehen mehr und mehr kleine/mittlere Ölfirmen, besonders aus dem Fracking-Bereich pleite = Marktanpassung.
    o => Folge: Wer die Märkte beobachtet, stellt fest, dass die COMMODITY-PREISE langsam wieder anziehen. Der Ölpreis liegt ca. 50% über dem Tief vom Januar.
    o Die Kurse von Bankaktien „hängen“ wegen dem KREDITEXPOSURE im Rohstoff- und Ölsektor stark an diesen Preisentwicklungen. Einfach zu sehen: relative Kursentwicklung der Banken im Vergleich mit dem Ölpreis.
    Der nach wie vor STÄRKSTE ERKLÄRUNGSFAKTOR für Inflationsraten ist der Zusammenhang mit den Rohstoff-/Energiepreisen (mit einem Vorlauf, den man in Modellen zur Inflationsprognose und Zinsprognose leicht abbilden kann).
    Entscheidend wird also sein, ob der Kapazitätsabbau bei Rohstoffen/Energie jetzt in etwa zur schwächeren Weltnachfrage passt. Fällt die Nachfrage weiter (s.o. IWF-Prognosen) oder gibt’s noch Überkapazitäten, dann => weiter senkender Einfluss auf die Inflationsraten. Ein Sonderfall bleibt der Ölmarkt. Oder kommen wir in besser ausgeglichene Verhältnisse, dann wäre das „Schlimmste“ vorüber.
    Man sollte auch berücksichtigen, dass Prognosen eben Prognosen sind. Die oben angesprochene Häufigkeit der Revisionen zeigt dies. Bei der Analyse der Prognosen von Wirtschaftsforschungsinstituten, Institutionen, Banken, usw. – einschließlich der FED zur eigenen US-Konjunktur, und sei es für nur 12-24 Monate im voraus (!) – stellt man fest, dass die Trefferquote nicht allzu überzeugend ist. Eine gewisse Vorsicht ist also angebracht. Die Trendwechsel und die Dynamik von Trends zu erwischen ist zwar schwer genug, aber hilfreicher als Punktprognosen. Als Punktprognose will der IWF sein Szenario-Playing auch sicher nicht verstanden wissen.

    Also bitte kein: Ich hab’s schon immer so kommen sehen.

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    • Dieter Krause says:

      Das sehen die Chinesen übrigens auch! Nur scheinen die mir einiges besser als die Amerikaner zu machen. In Afrika leben mittlerweile ca. 3 Millionen Chinesen (die dort erst nach 1990 hin ausgewandert oder gar vom Staat bewußt angesiedelt wurden). Z.T. exportiert China auch einige seiner gegenwärtigen Arbeitslosen in alle Welt – und baut mit denen die Infrastruktur in Afrika und Asien auf bzw. Handelsstrukturen von der Produktion in China bis hin zum Verkauf, egal ob in Tansania oder in Argentinien! Schon durch diese Netzwerke der Auslandschinesen ergibt sich in zehn bis zwanzig Jahren eine globale, chinesische Wirtschaftsmacht, gegen die die der Amerikaner (und natürlich Europäer!) reichlich alt aussehen wird. Im Kern versuchen die Chinesen damit natürlich auch heimische Wirtschaftsprobleme zu lösen (Rohstoffversorgung, Erschließung neuer Absatzmärkte, Gründung der Asiatischen Aufbaubank). Und werden durch ihre dabei angewandte Strategie – fast unbewußt, als eine Art politisches Nebenergebnis – die neue Weltmacht werden! – Das Modell wird aber weder Indien noch Afrika erfolgreich kopieren können – das ist historisch einmalig und an ganz bestimmt Voraussetzungen nach 1980 gebunden: Einheimischer Milliardenmarkt, Knowhow und Kapital von Auslandchinesen, die bereit waren, das dann auch in den chinesischen Sonderwirtschaftszonen zu investieren, sofortige Einbindung in den Weltmarkt mit exzessiven Exportquoten, hohe Arbeitsmoral, Absenkung der einheimischen Konsumquote zugunsten staatlicher Investitionen durch einen autoritären Staat, staatliche Stabilität mit strikter Kontrolle der Finanzmärkte etc.)! Das chinesische Zeitalter wird wohl schneller anbrechen als sich das fast alle heute vorstellen können – Schuldenberg hin oder her!

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      • Felix Kurt says:

        s. Beitrag oben von Dieter: „Im Kern müsste man eigentlich auch in der Ökonomie mit der ANTHROPOLOGIE beginnen (Was ist der Mensch? Ein soziales Aufmerksamkeits- und Anerkennungswesen.)!“

        Und warum machen die Chinesen jetzt alles besser? Sie machen es in den nächsten Jahren vielleicht erfolgreicher, aber besser in Ihrem Sinne?

    • Matthias says:

      //Wer kapituliert als erster.//

      Meiner Meinung nach spielt es keine Rolle wer als erster kapituliert denn wenn einer fällt, fallen alle anderen danach auch (wie Dominosteine).

      Noch ist aber eine Menge Luft nach oben denn die Notenbanken in der EU/USA und auch China können noch kräftig aufschulden.

      Ein Runde (oder vielleicht sogar noch zwei) schafft das System noch.

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  5. Dieter Krause says:

    Wenn das Reich der Mitte wirtschftlich einen Schnupfen bekommt, liegt Afrika auf dem Totenbett (mit Bürgerkriegen und Gewaltexzessen), purzeln in Südamerika Präsidenten (Absetzung der brasilianischen Präsidentin – vor allem wegen der Wirtschaftskrise, mit drastischem Einbruch der Rohstoffexporte nach China – nicht wegen ein paar Korruptionsfällen, die es dort immer gegeben hat und immer geben wird) und landet Japan in einer verschäften Depression (was wohl bald eine offizielle Entschuldigung Japans wegen der Kriegsverbrechen des landes im Zweiten Weltkrieg in China nach sich ziehen wird)! – Und Europa? Das bettelt dann beim chinesischen Politbüro: Legt bitte noch ein Billionenwirtschaftsförderprogramm für alle auf – Ihr seid vernünftige Autokraten, keine Demokraten, ihr könnte das! Ihr bekommt als großes Dankeschön auch alles technische Knowhow aus Europa, das ihr haben wollt! – Und Amerika? Wird von chinesischen Ministern wie kleine böse Jungen streng ermahnt, im Präsidentschaftswahlkampf keine ökonomischen Dummheiten von sich zu geben – willkommen im neuen chinesischen Zeitalter:

    Chinas Finanzminister Lou Jiwei hat den US-Präsidentschaftsbewerber Donald Trump wegen dessen Strafzollplänen scharf kritisiert. „Trump ist einer von der irrationalen Sorte“, sagte Lou dem „Wall Street Journal“. Der Vorschlag des Republikaners, die Einfuhrzölle für chinesische Güter auf bis zu 45 Prozent zu erhöhen, stehe im Widerspruch zu den Regeln der Welthandelsorganisation (WTO).
    http://www.spiegel.de/politik/ausland/donald-trump-chinas-finanzminister-legt-sich-mit-trump-an-a-1087737.html

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  6. Dieter Krause says:

    s. Beitrag oben von Dieter: „Im Kern müsste man eigentlich auch in der Ökonomie mit der ANTHROPOLOGIE beginnen (Was ist der Mensch? Ein soziales Aufmerksamkeits- und Anerkennungswesen.)!“

    Und warum machen die Chinesen jetzt alles besser? Sie machen es in den nächsten Jahren vielleicht erfolgreicher, aber besser in Ihrem Sinne?

    In China scheint REICH WERDEN eine Art puritanischer Religion zu sein – gilt für Chinesen in China wie in der Diaspora! Kann man aber – im übertragenen Sinne – auch auf soziale Anerkennung in den Diasporaländern anwenden (z.B. für Chinesen im akademischen Bereich in den USA
    – Bildung wird in China seit Jahrtausenden extrem hoch bewertet). Reich werden als puritanische Religion (Scientology – eine echt amerikansche Sekte!) können Sie vielleicht noch für Amerika – aber nicht für die restliche christliche Welt behaupten! In Europa gab es da in der Geschichte immer konkurriernde, gesellschaftliche Anerkennungsschauplätze. – Islam: Der Prophet Mohammed war Händler – der Kaufmann war im Islam immer auch ein guter Muslim (muslimische Kaufleute – nicht Krieger und Missionare – haben den Islam nach Asien und Afrika verbreitet). – In China müssen Sie aber auch zwischen dem einzelnen, der dem (kommunistischen!) Staat zutiefst auch mißtraut – und dem chinesischen Staat unterscheiden! Viele der reichen Chinesen versuchen ihr Vermögen deshalb auch vor dem chinesischen Staat (der sich ja immer noch kommunistisch nennt!) partiell in Sicherheit zu bringen – wann weiß nie, wann die nächste Enteignung ansteht (die es in der chinesischen Geschichte öfters gab – der Händler stand dort stets weit unter dem Mandarin und konfuzianischen Beamten)! Sie (insbesondere auch die Auslandschinesen!) haben die Enteignungen der Kommunisten unter Mao von 1949 ff. aber definitiv nicht vergerssen! – Vermögen aus China ins Ausland zu verschieben geht aber nicht so einfach, da immer noch Kapitalverkehrskontrollen! Aus der chinesischen Geschichte heraus kann ich aber auch den chinesischen Staat verstehen, der immer mehr Wert auf SICHERHEIT (chinesische Mauer!) als auf FREIHEIT gelegt hat, die dort bei den Millionen Menschen stets sehr schnell auch in destruktive Anarchie umschlagen kann (Taiping-Aufstand im 19. Jahrhundert – mit wohl 20 Milionen Toten)!. Im dem Sinne ist Amerika wohl wirklich der ideologische Antipode Chinas (Europa steht irgendwo dazwischen – in den USA Freiheit gegen den Staat; in China Erlaubnisfreiheit durch den Staat – so wie im preußisch geprägten Deutschland). Auch haben die Chinesen die Demütigungen durch Engländer, Franzosen und Amerikaner seit 1830 bis heute nicht vergessen! Im kulturellen Selbstverständnis ist China immer noch das REICH DER MITTE, mit einer 2.500 Jahre alten, kontinuierlichen Zivilisation (das chinesische Han-Reich existierte parallel zum Römischen Reich)! China wurde zwar in der Vergangenheit auch mehrfach von barbarischen Reitervölkern aus dem Norden erobert – aber diese wurden anschließend immer SINISIERT, also zu Chinesen gemacht, durch deren Kultur aufgesogen und umgewandelt. Sowohl die chinesische Kultur als auch der chinesische Staat blieben also stets erhalten und wurden nie so zerstört und dann abgelöst wie das Römische Reich nach der Eroberung durch die barbarischen Germanenvölker (danach mutierte die hochentwickelte römische Geldwirtschaft wieder zurück zur Naturalwirtschaft). – Jetzt entwickelt sich China – auch durch seine enorme ökonomische Potenz – wieder zum politischen Zentrum der Welt – Produktionszentrum ist es ja schon oder? Die politische Dominanz ist in der Geschichte der ökonomischen stets nachgefolgt. Manchmal gab es da Differenzen (Karthago war eher eine Handelsmacht, mit Söldnerarmee – Rom zu Anfang dagegen eine politische und Militärmacht durch sein spezifisches Verbündetensystem) – aber meist war es so! – Zu Ihrer Frage oben: Die Auslandschinesen können in der Regel nicht machen, was sie wollen. Nur in schwachen Staaten (Afrika, z.T. auch Lateinamerika) können sie ganze Wirtschaftsbereiche monopolisieren. In Dubai wollten sie das auch so machen – dort hat aber der Staat das große Handelszentrum gebaut (und betreibt es auch!) – und liefert die Produkte dann auch in der Region aus (Emirates Airlines). Auslandschinesen sind in der Regel auch nicht der chinesischen Regierung politisch hörig – zu viele von denen sind auch strikte Antikommunisten und 1949 vor Mao geflohen! Aber sie haben eben ihre ethnischen Netzwerke, in die Außenstehende nur schwer hineinkommen (jetzt übrigens fast alle wieder auf den Weltproduktionstandort China ausgerichtet). In Asien gibt es natürlich bei den Indonesiern, den Malaien, den Vietnamesen, den Koreanern und auch den Indern (in Japan sowieso!) einige Vorbehalte gegen diese Minderheiten, die man immer wohl auch verdächtigt, die fünfte Kolonne Pekings im Land zu sein. Aber diese Minderheiten wollen meist nur Geld verdienen – und mischen sich weniger (es sei denn im Hintergrund durch Bestechung) in die Politik ein. Auch weil es früher in fast allen südostasiatischen Ländern schon mal Ausschreitungen gegen diese chinesischen Minderheiten gab (mit Pogromen und Vertreibungen). – Zu Europa: Europa hat definitiv keinen Grund, sich von den Amerikanern gegen China instrumentalisieren zu lassen! Es hat weder eine Grenze mit China noch ist es dort militärisch exponiert. Wenn man hier eine kluge Politik betreiben würde, könnte man zwischen den Indern und Chinesen und den Amerikanern und Chinesen immer auch mal auf politischer Ebene zu vermitteln versuchen. Die führenden chinesischen Politiker scheinen mir auch eine Art politischen – nicht ökonomischen und kulturellen – Minderwertigkeits-komplex gegenüber den westlichen Demokratien zu haben. Die meisten glauben wohl immer noch an Marx (und natürlich Konfuzius). Aber so sind sie eben politisch sozialisiert worden – mit dem großen Feind Amerika! Die in China natürlich anders wie im Westen funktioneiren würde – aber hier unterscheiden sich auch Frankreich, England, Deutschland und die USA oder? Wird irgendwann dort auch kommen – vielleicht von den 100 Millionen eher westlich geprägten Christen (mittlerweile gibt es dort schon mehr Christen wie Mitglieder der kommunistischen Partei)? Wir werden sehen. Aber auch ein demokratisches China wird genauso erst mal eine nationale Politik betreiben wie heute die USA! Nur wäre diese wohl breiter – von der kommunalen bis zur staatlichen Ebene – legitimiert oder?

    PS.: Wo die chinesischen Kommunisten politisch hinwollen, ist ihnen wohl selber nicht so richtig klar! Aber die Tang-Dynastie aus dem 8 Jhd. n.Chr. scheint ihnen irgendwo ein Vorbild zu sein. Auf Europa angewandt, würde das wohl bedeuten: Ja, das Reich Karls des Großen sollte wir uns in Europa zum Vorbild nehmen! – China ist einfach eine andere Welt…

    PPS.: Wer ist übrigens heute der chinesische Kaiser? Ein chinesischer Politologe aus Singapur meint: DIE KOMMUNISTISCHE PARTEI! Interessant oder?

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  7. Dieter Krause says:

    Weltmacht China! Die korrupten Kader werden auch schon in den USA gejagt oder? Unfaßbar! Das machten noch nicht mal die Russen im Kalten Krieg. Naja, die Amerikaner sind eh nur faule Bettler, deren chronischen Überkonsum China finanziert! – Aber wer setzt hier Recht? Das allmächtige Politbüro der Kommunistischen Partei – die sieben Götter!

    Chinas Selbstjustiz

    Auch im Ausland verfolgt Peking Verdächtige und Unbequeme – sogar wenn diese keine Bürger der Volksrepublik sind. Die Botschaft lautet: Uns entkommt niemand.

    Der lange Arm der chinesischen Sicherheitsbehörden reicht inzwischen weit über die Grenzen des Landes hinaus. Fürchten müssen ihn nicht nur die eigenen Bürger. Das erfuhren dieser Tage 45 Taiwaner, die in Kenia wegen Telefonbetrugs im Gefängnis saßen. Sie hatten sich ihre Opfer vor allem in der Volksrepublik China gesucht. Und dorthin ließ Kenias Polizei sie ausfliegen, nicht etwa nach Taiwan, dessen Staatsbürger sie sind. In Handschellen trafen die Taiwaner am vergangenen Mittwoch in Peking ein. Sie könnten dort bald vor Gericht stehen, obwohl einige von ihnen bereits in Kenia freigesprochen wurden.

    Dieses Verständnis der Ein-China-Politik löst in Taiwan helles Entsetzen aus. Seit dem Ende des chinesischen Bürgerkriegs 1949 ist die Insel faktisch unabhängig; für die Regierung in Peking ist Taiwan allerdings bis heute ein Teil Chinas. Trotzdem war bisher klar: Für die Bürger Taiwans sind die dortigen Gerichte zuständig. Von „Kidnapping“ sprechen deshalb Abgeordnete in Taipeh. Auch der für die Beziehungen zum Festland zuständige Mainland Affairs Council wirft den Behörden der Volksrepublik vor, sie hätten ihre 45 Staatsbürger schlicht entführt.

    Übergriffe, Einschüchterung, Verfolgung – die Fälle mehren sich, in denen China versucht, das Recht in die eigene Hand zu nehmen – auch dort, wo seine Polizei und Justiz nicht zuständig sind. Ende vergangenen Jahres verschwanden fünf Verleger und Buchhändler aus Hongkong, die sich auf den Vertrieb politischer Klatschliteratur spezialisiert hatten. Für das angebliche Liebesleben ihrer Spitzenfunktionäre interessieren sich vor allem chinesische Touristen in der ehemaligen britischen Kronkolonie. In Hongkong können sie Bücher kaufen, die der Zensor in China sofort in den Schredder werfen würde.

    Einer der Verleger, Gui Minhai, der die schwedische Staatsbürgerschaft besitzt, verschwand vorigen Oktober in Thailand. Ein zweiter, der britische Staatsbürger Lee Bo, kehrte am 30. Dezember in Hongkong nicht nach Hause zurück. Wenig später zeigte das chinesische Staatsfernsehen die beiden als reuige Sünder, die erklärten, sie seien freiwillig über die Grenze gekommen, um den Behörden bei der Aufklärung ihrer Missetaten zu helfen.

    Ähnlich wie jetzt den Bürgern Taiwans lief es den Menschen in Hongkong kalt über den Rücken. Galt das Prinzip „Ein Land, zwei Systeme“, nach dem Hongkong seine inneren Angelegenheiten selbst regelt, auf einmal nicht mehr? Waren sie, die Bürger der autonomen Region Hongkong, dem Zugriff des chinesischen Machtapparats gegen alle Versprechen nun doch schutzlos ausgeliefert? „Bisher mussten wir nicht fürchten, dass es um Mitternacht an unsere Haustür klopft“, schrieb ein Kolumnist der South China Morning Post. „Aber wenn wir die Angst nun haben müssten, wäre dies das Ende unserer Art zu leben.“

    Kein Chinese, der im Visier von Pekings Sicherheitsbehörden ist, soll sich mehr sicher fühlen können, wo immer auf der Welt er sich aufhält, egal ob er Staatsbürger der Volksrepublik ist – das scheint die neue Maxime der KP-Führung zu sein. Im August vorigen Jahres verwahrte sich die Regierung Obama scharf gegen verdeckte Einsätze chinesischer Agenten in den Vereinigten Staaten. Im Rahmen der „Operation Fuchsjagd“ waren sie angeblich korrupten ehemaligen Kadern und Unternehmern auf der Spur, die ihr Geld und sich selbst jenseits des Pazifiks in Sicherheit bringen wollten.

    Die USA arbeiten mit China bei der Verfolgung von Straftätern zusammen, aber es gibt kein Auslieferungsabkommen. In jedem Fall wollen die Amerikaner die Polizeihoheit in ihrem Land nicht teilen, schon gar nicht mit chinesischen Geheimermittlern. Einen der Chefs bei der „Fuchsjagd“ beeindrucken die amerikanischen Warnungen jedoch wenig. „Ob es ein Abkommen gibt oder nicht“, erklärte er im Regierungssender CCTV, „solange wir Informationen über einen verdächtigen Kriminellen haben, werden wir ihn dort jagen, werden wir unsere Arbeit machen, wo auch immer.“

    Hybris einer aufstrebenden Supermacht? Nicht nur in den USA versucht China, korrupte Bürger aufzuspüren, auch in Kanada, in Neuseeland und in Australien. Solange Peking um Rechtshilfe bittet und mit den zuständigen Behörden zusammenarbeitet, ist dagegen nichts einzuwenden. Nicht zu dulden aber ist jede Form chinesischer Selbstjustiz. Vor allem dann, wenn es in Wahrheit gar nicht um Korruption geht, sondern um Regimekritik.

    China aber hat da seine sehr eigene Sicht der Dinge. Li Gongjing, im Shanghaier Büro für öffentliche Sicherheit für Wirtschaftskriminalität zuständig, sagte es so: „Ein Flüchtiger ist wie ein Papierdrachen. Selbst wenn er sich im Ausland befindet, die Schnur, an der er fliegt, wird in China gehalten. Durch seine Familie kann er immer gefunden werden.“ Mit anderen Worten: Wir wissen, wie wir Druck ausüben können. Uns soll niemand entkommen. Und damit ist es China bitter ernst.

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  8. Lousytalker says:

    Ein kleines Bonmot:

    Die Bezeichnung Chinas für sich selbst ist „Chung Kuo“ normalerweise wird dies als „Reich der Mitte“ übersetzt. Die wortwörtliche Bedeutung kommt aber eher auf „Alle unter dem Himmel“ nahe, zumindest gemäss dem Movie „Hero“, was in China bis zum Opiumkrieg so verstanden wurde, dass jenseits der Wüsten des Westens der Wälder des Nordens, der Dschungel des Südens und des östlichen Ozeans nichts wäre was Ihrer Aufmerksamkeit bedürfte.

    Nun ja der Opiumkrieg belehrte die Han eines besseren. mal sehen wie das mit dem „Alle uinter dem Himmel“ bei der 200 Jahr feier des Opiumkrieges (2046) aussieht….

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