The Bank of England will never unwind QE, nor should it

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Schon vor einigen Monaten ist in England eine Diskussion entbrannt: Wie wäre es, wenn die Notenbanken einfach die von ihnen gekauften Staatsschulden annullieren? Der Vorschlag klingt verführerisch. Angesichts der Beziehung zwischen Staaten und Zentralbanken zahlt der Staat im Grunde sowieso nur Zinsen an sich selbst.
Könnte es funktionieren? Die Befürworter dieses Vorschlags sehen das Inflationsrisiko als vernachlässigbar an, da das Drucken von Geld für den Kauf von Vermögenswerten bisher nicht zu Inflation geführt hat. Wenn dieser Weg allmählich und nicht in einem einzigen Schritt begangen würde, könne die Zentralbank außerdem die Geldbasis durch den Verkauf von Vermögenswerten reduzieren und so Inflation verhindern.

Nun scheint diese Strategie tatsächlich umgesetzt zu werden. Die Bank of England hat sich faktisch dazu verpflichtet, die Anleihen ewig zu halten. Wenn nun auch noch die Zinsen auf null gesetzt werden, ist England 20 bis 25 Prozent seiner Staatsschulden los. Schmerzfrei und ohne Verluste. So lautet zumindest die Einschätzung des Telegraph mit dem Hinweis, allemal besser als die Knute der EZB, unter der die Länder der Eurozone leiden. Immerhin wird angemerkt, dass die Folgen eines solchen Handels völlig unklar sind. Was ist, wenn das Vertrauen in Geld verloren geht?

The Telegraph: The Bank of England will never unwind QE, nor should it, 11. März 2014

8 Antworten
  1. Wutbuerger says:

    Wenn die Notenbank dem Finanzminister eine eigene Notenpresse in den Keller stellt, und um nichts anderes handelt es sich auch hier, dann heisst das Ende mehr oder weniger schnell Weimar bzw. Zimbabwe oder zumindest einen Teil des Weges dorthin. Beraubt werden immer alle, die so ein (Drecks-)Geld noch als Wertaufbewahrungsmittel verwenden oder denen zukünftige Ansprüche dieser Art zugesagt wurden (Renten, Pensionen).

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    • Daniel Stelter
      Daniel Stelter says:

      Ich bin auch sehr skeptisch, dass es eine so einfache „Lösung“ für das Problem der Überschuldung gibt. Die Forschung zu dem Thema steckt in den Kinderschuhen. Die einen argumentieren, die Inflation läge schon hinter uns als Folge der Ausweitung der Kredit/Geldmenge in den letzten Jahrzehnten. Andere sagen, dass die Geldumlaufgeschwindigkeit nach einem solchen Schritt wieder steigt, die Notenbank dann aber die Bilanz nicht mehr kürzen kann – also nicht mehr gegensteuern – und es dann zu einem inflationären Schub kommt. Ich denke: Das Vertrauen in Geld wäre gefährdet und damit wäre in der Tat eine Inflation zu erwarten.

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    • thewisemansfear says:

      Aus Kredit geborenes Schuldgeld ist und war auch nie ein Wertaufbewahrungsmittel, das ist der größte Mythos, der dem Geld angedichtet wurde. Diese Vorstellung kommt nur vom Gedanken an Geld als werthaltiges Zwischentauschmittel (Edelmetallmünzen o.ä.). Geld ist eine Form, wie man Schulden messbar oder fassbar machen kann. Wenn man versteht, dass ein Schuldverhältnis zwischen Gläubiger und Schuldner immer auf Vertrauen basiert (es ist nichts anderes als ein Versprechen), muss die nächste Frage lauten, wie man dieses erzeugt und erhält. Warum akzeptieren wir Geldscheine oder die Nummernkolonnen auf unserem Konto? Weil wir Vertrauen darauf haben, dass es an beliebig anderer Stelle zur Bezahlung von Waren und Dienstleistungen akzeptiert wird. Garantieren tut das in Geldscheinform der Staat (gesetzl. Zahlungsmittel), bei Giralgeld indirekt zum Teil! auch (Einlagensicherung). Wenn der Staat es nicht (mehr) schafft, für die Allgemeinheit vorteilhafte Dinge zu tun, dann schwindet das Vertrauen der Bevölkerung „ins System“. Die Auswüchse bekommen wir gerade live zu spüren…
      Wenn er sich also durch eine solche Aktion Handlungsfähigkeit zurückerobern kann, sehe ich keinen Grund „Weimar, Weimar!“ zu rufen. Wo natürlich kein Vertrauen mehr herrscht, rücken werthaltige Zwischentauschformen von Geld in den Vordergrund. Diese stellen aber nur einen Ausgleich des geringer ausgeprägten Vertrauens der Handelspartner untereinander dar.
      Fazit: Geld kann viele Formen annehmen. Es ist Ausdruck einer sozialen Beziehung (Schuldversprechen). Die restlichen Andichtungen muss man mit der ideologischen Schutzbrille betrachten.

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      • Daniel Stelter
        Daniel Stelter says:

        In der Tat ist Geld nichts anderes als „umlauffähig gemachte Schulden“ und damit im Kern immer nur durch das Vertrauen gedeckt: in die Fähigkeit und den Willen der Schuldner, ihren Verpflichtungen nachzukommen. Letztlich kann der Staat dies nicht garantieren. Ich bin da ganz in der Logik der (auf diesen Seiten auch dargestellten) Eigentumsökonomik. Unser Vertrauen basiert auf der ordentlichen Hinterlegung mit beleihbarem Eigentum. Ist dieses Eigentum nicht mehr vorhanden oder weniger wert als gedacht, ist auch das Geld weniger wert. Wir kriegen nur noch eine Quote. Wenn nun die Notenbank uns diese nicht mehr so werthaltigen Assets abkauft und dann an unserer Stelle den Verlust realisiert, bleibt es bei der Frage: Wo ist der Schaden geblieben? Interessanterweise wird die Fundamentalfrage nach unserem Geld-Schuldensystem nicht gestellt. Und dabei muss man keineswegs aus der „linken“ Ecke kommen. Nur wenn wir in der Breite unser System besser verstehen, können wir Exzesse und daraus folgende Krisen vermeiden.

    • Daniel Stelter
      Daniel Stelter says:

      Es ist richtig, dass in einem solchen Fall unter Umständen ein Verlustvortrag bliebe, der aus zukünftigen Geldschöpfungsgewinnen abzutragen wäre. Für die EZB wird der Nettogegenwartswert der Geldschöpfungsgewinne auf drei Billionen Euro geschätzt. In der Höhe könnten Schulden also annuliert werden, und die Bank wäre nicht insolvent. Andere Beobachter gehen sogar soweit, zu sagen, dass nach der Abschreibung (dann allerdings ALLER Staatsschulden) die Staaten sofort mit neuen Anleihen die Bank „neu gründen“ könnten und damit wäre der Reset geschafft.

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  2. Flow-Texer says:

    Natürlich kann der Staat (die Gemeinschaft) dem Geldkreislauf Liquidität entziehen, indem er sein Besteuerungsrecht wahrnimmt. Mit Steuern kann man steuern.

    Der Abbau vorhandener Geldforderungen ist übrigens die einzige Möglichkeit in einem Schuldgeldsystem Schulden abzubauen. Genau das schlägt die BoE vor und geht damit in Richtung Vollgeld (positive Money). Dazu gibt es bereits Forschung (Fisher) und Huber Monetative http://www.monetative.de

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