Something Doesn’t Smell Right

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Die Kapitalmärkte spielen den großen „Reflation-Trade“. Zurecht? Es gibt auch vorsichtige Stimmen, so hier von Matt King von der Citigroup. Leider nur verfügbar via Zero Hedge. Sehr interessant:

Zunächst die eigentlich gute Feststellung, dass es in den Industrieländern zeitgleich nach oben geht, etwas, was wir seit Jahren nicht mehr gesehen haben:

Quelle: Citi/Zero Hedge

 

Dahinter steht allerdings auch eine gewisse Selbstreflexivität, weil in die Daten auch die gute Börsenentwicklung einfließt, die wir seit der Wahl von Trump gesehen haben. Es gibt nur Gewinner …, wobei es interessant ist, dass die Welt vom starken Dollar profitiert, was eigentlich nur Protektionismus bedeuten kann!

Quelle: Citi/Zero Hedge

Es kann auch Enttäuschungen geben, auch ohne Protektionismus.

Deshalb muss man auch im Hinterkopf behalten, dass es nicht die Gewinne sind, die hinter der Börsenentwicklung stehen, sondern die Multiples. Jetzt, wo die Zinsen steigen, „shouldn’t we be discounting using higher bond yields“, merkt King zurecht an.

 

Quelle: Citi/Zero Hedge

Was King zu der Schlussfolgerung führt, dass there Is something strange going on“ und dass „something doesn’t smell right“, wenn in einem immer unsichereren Umfeld die Risikozuschläge fallen. Vor allem, wenn zeitgleich auch noch die Verschuldung der Unternehmen wächst.

Quelle: Citi/Zero Hedge

Für King stehen immer noch die Käufe der Notenbanken dahinter:

Quelle: Citi/Zero Hedge

Denn im Unterschied zu den öffentlichen Bekundungen sind sie immer noch sehr aktiv:

 

Quelle: Citi/Zero Hedge

Das treibt den Schuldenboom weiter an. Steigende Schulden und sinkender Cash-Flow (EBITDA) =😩 fasst er zusammen:

 

Quelle: Citi/Zero Hedge

Das geht laut King solange gut, wie steigende Zinsen mit entsprechendem Wachstum einhergehen. Steigen die Realzinsen jedoch schneller, droht ein Problem (das ich bei bto immer als Margin Call bezeichne).

Quelle: Citi/Zero Hedge

King: „how long until this tipping point happens? The answer: 50 basis points.

Quelle: Citi/Zero Hedge

bto: Ob das nun genau da liegt, kann ich nicht beurteilen. Was ich aber sagen kann: Eine (immer) höher verschuldete Wirtschaft zum Zwecke unproduktiver Verwendung der Mittel kann höhere Zinsen nicht verkraften.

→ Zero Hedge: „Citi: There Is Something Strange Going On… Something Doesn’t Smell Right„, 7. Januar 2017

2 Kommentare
  1. Johannes says:

    „Für King stehen immer noch die Käufe der Notenbanken dahinter:“

    Für mich auch und diese werden nicht nachlassen. Nur noch die Notenbanken HALTEN „den Laden“ faktisch am Laufen. Strukturell müsste sich vieles tun – aber das ist Aufgabe der Politk und die lässt diese Aufgabe links liegen. Sollten die Zinsen am langen – durch ZB wenig bis nicht beeinflussbaren – Ende tatsächlich in höhere Regionen steigen, gäbe es auch dagegen ein Mittel: Z.B. ein entsprechendes Gesetz zur „weltweiten Stabilisierung der Finanzmärkte“, das Zinsen über 2,5% verbietet. Phantasie? Utopie? So wenig wie negative Zinsen, Anleihe und Aktienkäufe und, und, und.

    Und wenn die Systemlaufzeit so verlängert werden könnte, wird die Poltik dies in´s Auge fassen. Weltweit; denn schließlich haben alle Nationen mehr oder weniger das gleiche Problem: massivste Überschuldung, die nicht abbaubar ist.

    Wer sagt denn, dass das Zinsniveau am lange Ende, dauerhaft „dem Markt“ überlassen werden muss?

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  2. David Winter says:

    Erinnert sich noch jemand an 2007/Anfang 2008 als jeder neue Tiefstand des Dollars mit Freude zelebriert wurde in den US Schlagzeilen? „US Dollar ignites rally among US export stocks“. Jetzt heißt es „International investors chase US stocks because of strong dollar“. Die Logik ist ein Witz! Falls der US Dollar auf diesem Niveau bleibt bzw. sogar die Parität schafft werden die SP500 EPS Werte weiter Richtung Süden marschieren. Nur eine Frage der Zeit bis die Kurse folgen.

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