«Schwellenländer sind in einer ganz anderen Art von Krise»

Die unsichtbare Mauer der wirtschaftlichen Entwicklung von Schwellenländern habe ich bereits thematisiert. George Magnus, früherer Chefökonom von UBS, hat sich bereits seit Jahren mit der Thematik beschäftigt. Im Interview mit der FINANZ und WIRTSCHAFT stellt er fest: „Am Anfang des Jahres waren viele überzeugt, dass als Folge der Reduktion der Anleihenkäufe der US-Notenbank Fed die fragilsten fünf Länder, die Fragile Five, Katalysator sein würden für eine neue Art von Asienkrise. Für mich war klar, es muss diesmal anders sein, denn es ist nicht mehr nur ein Problem der externen Verschuldung. Ich glaube, Emerging Markets erleben derzeit eine ganz andere Art von Krise.“
„Viele Schwellenländer – nicht nur China – sind mit einem institutionellen Wandel konfrontiert. Kommt es nicht zu einer Erneuerung, wird das Wachstum gemächlicher ausfallen. Typischerweise benötigen Länder in einem gewissen Entwicklungsstadium ein hohes Wachstum der totalen Faktorproduktivität, also des Teils des Wachstums, den man nicht messen kann. Dazu gehören effiziente Organisation, das regulatorische Umfeld, Innovation, das unternehmerische Flair. Solche Dinge begünstigen das Wirtschaftswachstum ab einer gewissen Einkommensstufe. Wenn das fehlt, fällt ein Land in die Mitteleinkommensfalle wie Brasilien, Argentinien, Venezuela, möglicherweise Mexiko und Malaysia. Viele Länder bleiben in dieser Entwicklungsphase stecken.“

FuW: «Schwellenländer sind in einer ganz anderen Art von Krise», 15. Mai 2014

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