Schuldenexporteur Deutschland

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SZ: „Nicht jeder versteht diese Zusammenhänge, und mancher will sie auch nicht verstehen. Schließlich ist die Parole, gemeine Neider wollten uns das Exportieren verbieten, einfach zu schön. Dabei ist das blanker Unsinn. Was die Kritiker wollen, ist, dass Deutschland das Problem von der anderen Seite her angeht und die Lücke durch mehr Importe schließt.“ Und weiter: „Stimuliert werden könnten diese Einfuhren etwa durch höhere staatliche Investitionen, die ohnehin dringend erforderlich sind – dafür reicht ein Blick auf die Straßen, in die Schulen des Landes. Zusätzlich müssten Bürger von Steuern und Abgaben entlastet werden, damit die Menschen sich ein neues französisches Auto, eine Kiste spanischen Wein oder einen Kurzurlaub in Griechenland leisten können.“

Es wurde auch wieder Zeit, die deutschen Handelsüberschüsse zu thematisieren. Wie immer bietet sich ein vertiefter Blick an, denn mit den einfachen Rezepten – und dazu zählen auch die hier von der SZ vorgebrachten – wird es nicht getan sein. Zur Erinnerung noch einmal unsere Beiträge zu diesem Thema. Immer noch aktuell:

Im Kern geht es dabei auch um eine Investitionsschwäche im Inland. Doch warum investieren wir nicht?

Es gibt keine einfachen Rezepte. So viel spanischen Wein können wir gar nicht trinken. Und: Verglichen mit der Türkei ist Griechenland wieder recht teuer. Richtig wäre der Titel übrigens „Schuldenimporteur“. Wir exportieren Waren und importieren dafür Schulden. Ein denkbar schlechtes Geschäft.

SZ: Schuldenexporteur Deutschland, 5. März 2014

2 Kommentare
  1. thewisemansfear says:

    „Richtig wäre der Titel übrigens “Schuldenimporteur”. Wir exportieren Waren und importieren dafür Schulden.“
    Ich weiß was Sie meinen, aber es klingt missverständlich. Wir exportieren effektiv gleichzeitig mit den Waren auch das Geld ins Ausland, damit sich die Menschen dort unsere Produkte überhaupt leisten können. Wir importieren also Forderungen, welche gleichzeitig die Auslandsschulden darstellen (daher der Begriff Schulden-Export). Beispielhaft sind wir der Schankwirt, der fleißig das Bier weiter ausschenkt und die Leute, die längst nichts mehr im Portemonnaie haben, weiter anschreiben lässt.
    Einzig der „Glaube“, zukünftig einen gleichwertigen Gegenwert zurückzuerhalten, lässt einen dieses Spiel weiter betreiben. Ohne Ausgleich geht es aber nicht, und da nützen irgendwann kein Gepoche auf Verträge oder Drohgebärden mehr, dann wird einfach abgeschrieben werden müssen.

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    • Daniel Stelter
      Daniel Stelter says:

      Richtig. Mich hat nur der Begriff Schuldenexporteur gestört, der auch nicht zutreffend ist (Schuldenimporteur etwas mehr). Ihr Bild stimmt: Wir lassen anschreiben und werden dann, wie Ihr Wirt, pleitgehen, wenn unsere nicht zahlen. Hinzu kommt aber noch, dass die Biersteuer (=Zinsen) so tief gesetzt wurde, um den Konsum auch noch anzuheizen und die Gewerbeaufsicht (= Politik in D) und die Ärzte (= Politik in den anderen Ländern) mehr Umsatz wollten und Bierkonsum als gesundheitsfördernd einstuften. Danke für Ihr Interesse und Engagement.

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