Save capitalism from the capitalists by taxing wealth

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Die Thesen von Thomas Piketty zur Folge der zunehmenden Vermögenskonzentration habe ich in der vergangenen Woche bereits vorgestellt. Hier äußert sich der Autor des Buches “Capital in the twenty-first century” selbst in einem Beitrag für die FT. Kernaussagen:

  • Im 19. Jahrhundert galt Amerika als Land der fairen Vermögensverteilung, in dem jeder zu Eigentum kommen konnte. Europa hingegen wies eine gefestigte Vermögensverteilung auf.
  • Durch Weltkriege, Depression und Steuern wurde die Ungleichverteilung von Vermögen in Europa reduziert und seither durch Umverteilung begrenzt. Deshalb ist Europa heute „egalitärer“ als die USA.
  • Dabei wurden viele der Instrumente zur Steuerung der Vermögensverteilung in den USA erfunden, unter anderem die sehr hohe Besteuerung sehr hoher Einkommen. Diese haben dem Wachstum der USA nicht geschadet und sollten deshalb wieder in Betracht gezogen werden, gerade in den USA.
  • Die USA waren auch die Pioniere bei der Breitenbildung. Heute steht Europa auch hier besser da. Es stimmt zwar, dass 53 der besten 100 Universitäten der Welt in den USA sitzen. Schaut man hingegen auf die Top-500-Universitäten, so findet man 202 in Europa und nur 150 in den USA. Folge: Europa hat eine besser gebildete Mittelschicht.
  • Breitenbildung als solche führt jedoch nicht zu einer fairen Vermögensverteilung. Seit den 1980er-Jahren sind die Einkommen der Spitzenverdiener überproportional gestiegen. Dies läge, so Piketty, weniger an der besonderen Leistungsfähigkeit, sondern mehr am Einfluss der Topmanager. (Ich würde ergänzen: Der Anstieg der Topeinkommen geht auch einher mit dem Verschuldungsboom, der vor allem im Finanzsektor zu stark steigenden Gewinnen und Einkommen geführt hat.)
  • Die Kapitaleinkommen sind in den letzten 30 Jahren stärker gestiegen als die Wirtschaftsleistung, was ebenfalls zu einer Vermögenskonzentration beiträgt.
  • Piketty fordert dann – in der FT! – eine progressive globale Vermögenssteuer. Klartext: Die relativ Vermögenderen zahlen nicht nur absolut, sondern auch prozentual mehr.
  • Die Alternative wäre Inflation, die allerdings zu einer Belastung der weniger Vermögenden führen würde – deshalb sei eine globale Vermögenssteuer zu bevorzugen. Unsere Meinung dazu hier.
  • Ambitioniert, aber umsetzbar sei so ein Plan, gerade wenn die USA und Europa gemeinsam so einen Plan umsetzen würden.
  • Und: Wenn nicht gehandelt wird, droht ein Rückfall in Nationalstaatlichkeit und eine Abkehr von der Globalisierung zum Schaden aller.

Ein weiterer Vorstoß in die Richtung Vermögensbesteuerung. Sicherlich nicht der letzte. Die FT verlinkt nicht ohne Grund auf den Artikel in dem die Bundesbank Vermögensabgaben – für die Krisenländer zunächst – in die Diskussion gebracht hat.

FT (Anmeldung erforderlich): Save capitalism from the capitalists by taxing wealth, 28. März 2014

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