Reasons not to fear Shanghai’s superchildren

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Bildung ist einer der wesentlichen Hebel, die wir im Westen haben, um unsere Wachstumsschwäche zu überwinden. Gerade bei einer schrumpfenden Erwerbsbevölkerung ist die Produktivität pro Kopf wesentlich, um Wohlstand zu sichern und die Kosten des demographischen Wandels einigermaßen zu begrenzen. Kein Wunder, dass die Ergebnisse des OECD-Bildungsvergleichs PISA so viel beachtet sind. Deutschland hat gegenüber den Vorjahren aufgeholt – was vermutlich mehr am vermehrten Einsatz der Eltern, denn an wahren Verbesserungen im Schulsystem liegen dürfte. Wie schon in der Vergangenheit liegen die Asiaten an der Spitze. Doch kann man daraus wirklich schon auf die zuküftige Wohlstandsverteilung schließen? Ein Bildungsexperte aus England meint nein. Seine Argumentation:

  • PISA testet nur einen bestimmten Kenntnisbereich. Andere Tests, die sich mehr am Curriculum des Westens orientieren, zeigen deutlich bessere Ergebnisse. In denen liegen England und die USA unter den Top Ten – gemeinsam mit den Asiaten.
  • Schon 1960 waren die Amerikaner schlecht in Mathematik. Dennoch sind sie die reichste Nation geblieben. (Ich würde anmerken: Das liegt an den guten US-Universitäten, die die besten Talente der Welt anlocken. Mehr als 50 Prozent der Start-ups im Silicon Valley werden von eingewanderten Studenten gegründet. Im Klartext: Die USA ersetzen eigene Bildung durch Talentimport.)
  • Die Korrelation zwischen PISA-Ergebnis und zukünftigem Wachstum ist demnach sogar negativ. Je schlechter, desto mehr Wachstum also! Wow.
  • Ausserdem gibt es noch eine negative Korrelation zwischen den PISA-Ergebnissen und den unternehmerischen Aspirationen. (Im Klartext: Je schlechter, desto eher das Interesse eine Firma zu gründen.) Wow.
  • Ganz von der Hand weisen will der Autor die PISA Ergebnisse dann doch nicht. Er verweist darauf, dass nur sechs Prozent der 25 Prozent ärmsten englischen Kinder im obersten Quartil bei Mathematik abschließen, in Japan und Korea doppelt so viele und in Hong Kong und Shanghai viermal so viele. (Könnte aus meiner Sicht am elterlichen Engagement liegen.) Der Autor meint, es könnte daran liegen, dass wir im Westen zu schnell denken, das Kind wäre einfach nicht ausreichend begabt. In Asien gibt man nicht so schnell auf.
  • Die asiatischen Kinder sind länger in der Schule, haben mehr Hausaufgaben und mehr zusätzlichen Unterricht nach der Schule.
  • Mehr Investitionen in die Ausbildung von Lehrern zahlt sich ebenfalls aus. Dies zeigen Erfahrungen aus Asien, aber auch aus Ländern wie Polen und Estland.

Es ist erfreulich, dass es keinen so klaren Zusammenhang gibt und auch, dass die Länder darauf reagiert haben. Denn aus vergangenen Korrelationen auf die Zukunft zu schließen, ist gefährlich. Viel mehr ausländische Studenten kehren den USA den Rücken und kehren in ihre Heimat zurück. Kann sein, dass selbst die USA in Zukunft mehr einheimische Talente brauchen – von Deutschland ganz zu schweigen.

FT (Anmeldung erforderlich): Reasons not to fear Shanghai’s superchildren, 8. Dezember 2013

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