Mit Trump kommt die Reflation – es geht schon los

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Bereits letzte Woche habe ich geschrieben, dass mit Trump die Reflation kommt. Und schon geht es los! Wie die FT berichtet – und normalerweise bringe ich nicht zweimal die gleiche Quelle am selben Tag – steht die Reflation unmittelbar auf dem Programm. Das wäre der Game Changer. Zusammenfassung:

  • The election of Donald Trump as US president will unleash a policy shift away from monetary policy towards fiscal measures in the coming months, some of his key advisers told the Financial Times.“ bto: Damit würde er die Grundlage legen für eine Überwindung der Eiszeit.
  • „(…) some members of his economic advisory team are convinced that central banks such as the US Federal Reserve have exhausted their use of super loose monetary policy.“bto: YES. Genau so ist es, wie hier und anderswo immer wieder besprochen.
  • Instead, in the coming months they hope to announce a wave of new measures such as infrastructure spending, tax reform and deregulation to boost growth — and combat years of economic stagnation.“ bto: Und genau das fordern ja witzigerweise die linken Ökonomen. Richtig ist es auf jeden Fall.
  • Hours after the Republican stunned global markets around the world by defeating Hillary Clinton, Judy Shelton, a member of Mr Trump’s advisory team, told the Financial Times that the US central bank had created a ‚false economy‘. She reiterated that Mr Trump wanted to see someone at the helm of the Fed whose thinking was more in line with his.“ bto: Das ist erst der Beginn. Die Notenbanken werden überall die Schuld bekommen für die Krise und ihre Unabhängigkeit verlieren.
  • Mr Barrack stressed that it was time for a shift in the policy mix, (…) Anthony Scaramucci, a hedge fund manager and Trump adviser, said: “I definitely think we will have a shift from monetary policy to fiscal policy (…).“ bto: klare Message: Geldpolitik falsch und am Ende, jetzt geht es um Fiskalpolitik.
  • Some economists argued on Wednesday that the Fed may well press ahead with a quarter-point move in the absence of a violent market reaction to the election.“ bto: was natürlich nicht passen würde. Es wäre eine Kampfansage an die neue Regierung.
  • However the president cannot fire the Fed chair outright and she is not expected to leave before the end of her term. Mr Trump may have the opportunity to inject a more hawkish bent to policy by moving to fill two vacant positions on the Federal Reserve Board in 2017, however.“ bto: Ich bin auch nicht sicher, ob Trump wirklich höhere Zinsen will. Er will erst die Finanzierung der Programme und danach höhere Zinsen.
  • Public debt was currently low as a share of GDP in the US, he said, pointing to public-private partnerships as a way of enticing investment just as it does in other parts of the world. Mr Trump repeatedly during the campaign argued that the US had underinvested in its roads and ports and pledged to exceed the infrastructure plans being mooted by Mrs Clinton.“ bto: Da gibt es in der Tat einen erheblichen Bedarf in den USA. Und nicht nur dort.

bto: Setzt Trump das um, setzen sich die USA an die Spitze einer neuen ökonomischen Bewegung. Ob es alleine genügt, die Eiszeit zu überwinden, bezweifle ich. Aber einen komparativen Vorteil für die USA dürfte Trump erreichen.

→ FT (Anmeldung erforderlich): „Fed faces Trump glare ahead of policy shake-up“, 9. November 2016

3 Antworten
  1. Stefan Bohle says:

    Die Frage lautet wie immer: wer bezahlt das alles? Wenn die ultralockere Geldpolitik (i.e. printing money) nicht mehr die Lösung sein soll, kommen nur Steuererhöhungen oder neue Schulden zu dann höheren Zinsen in Frage. PPPs haben nur Sinn, wenn die private Seite das Projekt besser managen kann und somit Effizienzgewinne ermöglicht, da die Finanzierungskosten ansonsten immer höher sind als im Falle reiner Staatsfinanzierungen…

    Irgendjemand muss die finanziellen Lasten der Überschuldung mit alle ihren Folgen tragen und das ist tatsächlich die größte wirtschaftspolitische Frage unserer Zeit, in den USA wie in Europa. Langsam dämmert es, dass das Auslagern dieses Politikfelds an die Zentralbanken keine angemessene Lösung ist. Trumps Wahlkampf war jedoch viel zu krude, als dass man zum gegenwärtigen Zeitpunkt irgendeine kohärente Haltung hierzu erkennen könnte.

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  2. Dietmar Tischer says:

    Ich glaube auch, dass Trump die Nachfragestimulierung von der Geldpolitik in großem Umfang auf die Fiskalpolitik verlagern wird. Das wird über Schulden finanziert werden müssen, weil er mit Steuersenkungen, auch wenn diese mehr oder weniger nur kosmetisch sein werden, den Staatshaushalt auf der Einnahmeseite belastet.

    Abgesehen davon, dass ein solcher Ansatz für jeden anständigen Republikaner gestern noch linkes Teufelszeug gewesen wäre und in der Partei ganz sicher nicht Beifallsstürme hervorrufen wird:

    So what?

    Das wird dem Wachstum zwar helfen, aber keinen nachhaltigen Wachstumsschub generieren. Besser bezahlte Jobs wird es in großem Umfang nicht geben, vor allem kommen die alten gut bezahlten nicht wie versprochen zurück. Die Inflation dürfte sich dadurch allerdings beschleunigen.

    Das war es dann schon im Wesentlichen.

    Was bedeutet das für diejenigen, die Trump gewählt haben?

    Unterm Strich haben sie herzlich wenig davon, werden aber durch die Reflationierung am härtesten getroffen.

    Das soll eine neue ökonomische Bewegung sein?

    Das ist falsch verstandener Keynes im Quadrat, der zum Scheitern verurteilt ist – durch Aufruhr und Abwahl.

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  3. Wolfgang Selig says:

    Könnte es nicht sein, dass er ein Privatisierungsprogramm der Infrastruktur startet, z.B. der Fernstraßen? Das schafft politischen Freunden Anlagemöglichkeiten in der Niedrigzinsphase, schafft Jobs, er hält sein Steuerversprechen (die Maut ist ja dann juristisch eine private Monopoleinnahme) und kommt der Tea-Party entgegen, die ja staatlichem Handeln eh kritisch gegenüberstehen. Wie denken andere Foristen darüber?

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