Kritischer Blick auf die USA

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Die Welt befindet sich in einem Ponzi-Schema und die USA sind keine Ausnahme. Relativ zu uns mögen die USA noch recht gut dastehen, doch ein gründlicherer Blick offenbart durchaus erhebliche Mängel. Wohin man auch schaut: Leben von der Substanz.

Jeremy Grantham von GMO – hier regelmäßig verlinkt – fasst zusammen. Ich habe einfach einige seiner Charts hier präsentiert. Großer Kommentierung bedarf es eigentlich nicht.

Zunächst die Feststellung, dass die Reallöhne seit 1970 stagnieren. Nun steht Frankreich nicht gerade gut da und leider fehlen wir auf dem Chart. Es ist aber doch beeindruckend, vor allem, weil zeitgleich die Kosten für Bildung und Gesundheit explodiert sind:

USA 1

Nun könnte man sagen: Dafür ist die Arbeitslosigkeit gering. Ist sie auch, sogar relativ zu uns. Allerdings ist die Erwerbsquote gesunken, vor allem seit 2009. Folge: Wenn man die Zahlen um die Erwerbsbeteiligung der 25- bis 54-Jährigen bereinigt, liegt die Arbeitslosigkeit über den Werten der EU und Frankreichs:

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Die Kosten für die Gesundheitsversorgung liegen auf einem Spitzenwert – die Ergebnisse, gemessen an der Lebenserwartung, sind jedoch schlecht. Klar, hat sicherlich mit vielen Faktoren, u. a. den Ernährungsgewohnheiten zu tun. Dennoch keine gute Kombination:

USA3

Dafür zahlt man in den USA wenig Steuern. Fragt sich, ob es mit etwas mehr Steuern eventuell besser ginge? Zumindest ist das Ergebnis aus wirtschaftlicher Sicht kein Beweis für den Erfolg eines Systems geringer Staatseinnahmen. Womit nicht für französische Verhältnisse plädiert werden soll!

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Weshalb natürlich auch die Einkommensverteilung sehr ungerecht ist. Die Türkei und Mexiko sind schlechter. Deutschland fällt übrigens trotz aller hiesigen Kritik nicht wirklich durch Ungleichheit auf:

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Was aber auch an der schlechten Qualität des Bildungssystems liegen dürfte:

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Nur damit jetzt keine Missverständnisse aufkommen: Ich sehe uns auf demselben Weg wie die USA. Noch mögen wir uns besser fühlen, die derzeitige Politik unterminiert jedoch den Wohlstand gleichermaßen. Spätestens, wenn der Exportboom im Zuge der nächsten Rezession und der zunehmenden Deglobalisierung endet, werden wir ein unangenehmes Erwachen haben.

→  GMO: „Give Me Only Good News!“, Q 3 2015

2 Antworten
  1. Dieter Krause says:

    Alles Gute für die Primaries, Bernie Sanders! Ich glaube, Amerika braucht nach einem linksliberalen Schwarzen jetzt einen linksliberalen Juden als neuen Präsidenten! Und mach den linksliberalen Juden (und Nobelpreisträger) Joseph Stiglitz zu Deinem Finanzminister! – Der Bible Belt kann sich dann vom Rest der USA gern abspalten – viel Glück mit der Landwirtschaft, Pferdefuhrwerken (Amish People) und einem Präsidenten Ted Cruz! Und mit dem dortigen Oppositionsführer Donald Trump.

    Antworten

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