„Japans Unternehmen bleiben bei Investitionen zurückhaltend“

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Abenomics kann nur funktionieren, wenn die japanische Binnennachfrage steigt. Wie hier mehrfach besprochen, sind vor allem die Unternehmen Nettosparer, während die Konsumenten zunehmend entsparen und der Staat fleißig Schulden macht. Es geht also darum, die Unternehmen zu Investitionen und Lohnerhöhungen zu bekommen. Abe hat alles getan, um die Unternehmen zu fördern, vor allem die exportorientierten. Zugleich leiden die auf den Binnenmarkt ausgerichteten Unternehmen. Eigentlich müsste der Staat die Unternehmen höher besteuern, wenn sie nicht investieren.

So setzt sich die japanische Malaise fort. Die F.A.Z. berichtet:

  •  „Für die Wirtschaftsstrategie von Ministerpräsident Shinzo Abe sind steigende Investitionen und Löhne überlebenswichtig. Bislang geht die Rechnung nicht auf, über eine extrem lockere Geldpolitik, einen schwächer werdenden Yen und dadurch wachsende Exportgewinne, die drittgrößte Volkswirtschaft der Welt auf einen sich selbst tragenden Aufschwung zu bringen.“
  • „Vor allem wegen der schwachen Unternehmensinvestitionen konnte die Regierung statt eines Wachstums von 0,6 Prozent gegenüber dem Vorquartal nur ein Plus von 0,4 Prozent melden. Statt zuzulegen gingen die Unternehmensinvestitionen in dem Zeitraum um 0,1 Prozent zurück.“
  • „Einer der Gründe für die schlechten Zahlen ist, dass Japans Unternehmen weiterhin verstärkt im Ausland expandieren wollen – und dort auch investieren. Kritiker der Wirtschaftspolitik von Abe weisen darauf hin, dass die Regierung grundlegende Reformen in der rapide alternden Gesellschaft bislang schuldig geblieben ist und es versäumt hat, die verkrusteten Strukturen der Japan AG aufzubrechen.“
  • „Auch die von der Regierung geforderten Lohnerhöhungen dürften während der Tarifverhandlungen in diesem Frühjahr in den nicht vom Export profitierenden Branchen und in den kleinen und mittleren japanischen Unternehmen – in denen 70 Prozent der Beschäftigten arbeiten – daher weit hinter den Erwartungen zurückbleiben.“

Wir ‒ bzw. die EZB ‒ versuchen nun, dem japanischen Vorbild folgend, über eine deutliche Euroabwertung die europäische Wirtschaft auf Trab zu bringen. Und wie gestern gezeigt, spricht einiges dafür, dass 2015 ganz o. k. wird. Aber:

  • Von den Exporten profitieren vor allem wir Deutschen.
  • Die höheren Importpreise drücken den Konsum.
  • Warum sollte jemand in Europa investieren? „… grundlegende Reformen in der rapide alternden Gesellschaft“, des Euros, der Schuldenwirtschaft, etc. sehe ich hier auch nicht.

F.A.Z.: „Japans Unternehmen bleiben bei Investitionen zurückhaltend“,11. März 2015

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