Japans Männer suchen die neue Frau

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Passend zu unserem Blick auf die europäischen Migrationsströme ein Blick auf ein Land, welches sehr verschlossen ist und faktisch keine Einwanderung fördert (und deshalb auch stark auf Roboter setzt!): Japan. Neben Robotern sollen hier endlich mehr Frauen erwerbstätig sein. Wie auch bei der Diskussion in Deutschland geht es nicht um die Verwirklichung der Emanzipation, sondern um die Stärkung des Wirtschaftswachstums wie die NZZ berichtet:

  • Eine kürzlich veröffentlichte Studie von Goldman Sachs schätzt, dass das Bruttoinlandprodukt um bis zu 12,5 Prozent wachsen würde, würden in Japan Frauen in gleichem Maße dazu beitragen wie die Männer.
  • „Das eigentliche Grundproblem liegt darin, dass es Japan an Arbeitskräften fehlt. In manchen Branchen können Bewerber laut der Goldman-Sachs-Studie inzwischen aus drei bis fünf Stellen auswählen. Angesichts der schrumpfenden Bevölkerung – Prognosen der OECD gehen von 40 Prozent Rückgang der erwerbstätigen Bevölkerung bis 2050 aus – wird sich dieses Problem verschärfen. In anderen Ländern wird es durch Zuwanderung abgefedert. Doch in Japan, wo es kaum Einwanderer gibt und Immigration gemeinhin mit Kriminalität assoziiert wird, haben Politiker Berührungsängste hinsichtlich des Themas.“
  • „Für andere ist die japanische Unternehmenskultur der Grund, weshalb sie nach der Geburt der Kinder nicht mehr in ihren Job zurückkehren. Wenn sie die Stelle behalten können, so lassen sich die langen, unflexiblen Arbeitstage und der soziale Druck, abends mit Chef und Kollegen trinken zu gehen, schlecht mit der Kindererziehung vereinbaren. Wie sich diese Kultur in der männerdominierten Arbeitswelt ändern soll, ist schleierhaft.“
  • „Es sind nach wie vor die Männer, welche die Politik machen. Welche Grundstimmung in ihren Reihen herrscht, zeigte neulich ein Vorfall im Tokioter Stadtparlament. Als eine Abgeordnete während einer Rede zur Frauenförderung durch frauenfeindliche Zwischenrufe unterbrochen wurde, quittierten viele ihrer Kollegen dies mit höhnischem Lachen. Unterstützung erfuhr die Parlamentarierin nicht, und die Urheber konnten offenbar nicht eruiert werden.“

NZZ: Japans Männer suchen die neue Frau, 23. Juli 2014

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